Das KBA-Hard Debakel geht in die dritte Runde

Die Schlacht ist von neuem entbrannt.
Zwischen Herrn Schu und der Stadt, vertreten durch Stadtpräsident-Aspirant Raphael Rohner, wird der schwarze Peter munter hin und her geschoben.
Herr Rohner verlegt sich auf das zitieren der Gutachten und der Aussicht auf eine Vorlage „wie weiter“ welche bis Ende Jahr vorliegen solle.

Wir dürfen nicht vergessen, Herr Rohner hat die Manschettenknöpfe gelöst, die Ärmel hochgekrempelt und die ganze Sache angepackt. Endlich Nägel mit Köpfen machen.
Den Betrieb still gelegt und in der untersten Schicht der Belegschaft der KBA-Hard etwas ausgemistet um die Ausgaben tief zu halten.
Unser Ritter im Zweireiher.

Von Herrn Käppler spricht kein Mensch mehr, die Position des Sündenbocks scheint mit Herrn Schu ganz gut besetzt. Ist auch keiner von hier. Da gehen keine Wählerstimmen flöten.

Zitat Herr Rohner ‚in einem Rechtsstreit ist es kaum hilfreich, wenn man ihn in der Öffentlichkeit austrägt‘.
Nun, meine Erfahrung mit Rechtsstreitereien sind sehr beschränkt, doch würde ich behaupten; Zuviel des ganzen Debakels wurde im dunklen Hinterzimmer behandelt, wir stehen nun vor dem nicht sehr erbaulichen Resultat. Warum nicht einfach die Sache öffentlich zum Abschluss bringen? Vielleicht kann die Bevölkerung daraus lernen, was sich positiv auf kommende Budgetentscheidungen auswirken kann. Letztendlich haben wir unser Geld der Regierung anvertraut, sie möge damit eine gute Kehrrichtbehandlungsanlage bauen. Die Regierung, nicht Herr Schu, ist unser Ansprechspartner.
Natürlich, die Bevölkerung kann nicht in alles mit einbezogen werden, ein gewisser Bildungsgrad und Kenntnisse der Materie muss wohl vorausgesetzt sein. Aber eine ‚Milchbüechli‘-Rechnung bringen auch wir zustande und vielleicht könnten sich die Politiker auch einmal ausserhalb der Wahlen sich bemühen, uns alles verständlich darzulegen.

Ich darf doch behaupten, mich mit der ganzen KBA-Hard Sache etwas befasst zu haben, da scheinen mir doch noch einige ungeklärte Fragen im Raum zu stehen.

Wir wollen nicht vergessen; Nicht Francesco auf der Strassenwalze verschwendet unsere Steuergelder, es ist die Regierung, welche entscheidet, dass der Belag aus Blattgold bestehen muss.
Nur als Metapher, um niemandem ans Schienbein zu treten.

Der Öffentlichkeit wurde nie mitgeteilt, wer an dem Umbau alles beteiligt war, in welcher Art und Weise auch immer.

Es ist nicht bekannt, wer die Meldung der Kostenüberschreitung ignoriert hat. Wir wissen nur, dass diese auf die lange Bank geschoben wurde, weil es sich – Zitat – „um eine ausserordentlich schwierige Materie handelt“ und es – Zitat – „aufgrund der Komplexität der Fragestellung noch etwas dauert“.

Es ist nicht bekannt, wer bestehende Anlagen besichtigt und entschieden hat, dass ein Nicht-Funktionieren des NMT vernachlässigbar wäre.
Heute stellt man Herrn Schu wegen genau diesem Mängel an den Pranger.

Es ist nicht bekannt, wer aufgrund der Kostenüberschreitung entschieden hat, dass minderwertige, gebrauchte Materialen verwendet werden sollen.
Doch heute wird Herrn Schu deswegen einen Strick gedreht.

Zu guter Letzt wurde die Neutralität des Gutachter Gottschalks erneut hervorgehoben. Es bestünde keine Verbindung zwischen der Stadt Schaffhausen via Etawatt zur Powerfarm Holding GmbH.
Überzeugt mich noch nicht, solange die Powerfarm Holding AG noch im – pardon – Schaffhauser Wirtschafts-Filz integriert ist und der Öffentlichkeit nicht bekannt gegeben wird, wer bei der KBA-Hard alles die Hand aufgehalten hat.
Nicht zuletzt sitzen dieselben Personen bei der Firma Etawatt AG und der Powerfarm Holding AG in Entscheidungspositionen.

Wenn man nichts zu verbergen hat, warum hält man mit solchen Informationen hinter dem Berg?
Gerne würde ich noch hinzufügen „und bietet Stoff für wilde Spekulationen“.
Aber genau dies wird auch unterbunden. Es scheint mir sehr fein gefiltert und hübsch präsentiert, was der Leser der Schaffhauser Nachrichten über das KBA-Hard-Debakel zu wissen und letztendlich zu Denken hat.

Herr Schu erwägt eine Zivilklage gegen die Stadt wegen Verleumdung und Rufschädigung. Herr Rohner betrachtet es als seine Aufgabe, solcherlei Ankündigungen gelassen entgegen zu treten.
Verständlich.
Auf der einen Seite steht ein Mann, der um seine Existenz kämpft, auf der anderen Seite eine Meute gewählter Volksvertreter, welche mit einer nie versiegenden Geldquelle bis zum Sankt Nimmerleinstag prozessieren kann.don-quijotteIch beabsichtige hier nicht die Helena Fürst zu markieren, noch bilde ich mir ein Urteil.
Doch lasse ich mich nicht für dumm verkaufen und lasse mir ungern eine vorbereitete Meinung in den Mund legen.

Entgegen Herrn Rohners Ansicht behaupte ich, es wäre durchaus interessant, wenn dieser Rechtsstreit in der Öffentlichkeit ausgetragen würde.

 

Über RAB

Ein Schreiberling mit nüchternem Blick auf das Leben, beim Versuch, selbiges aus satirischer Sicht etwas angenehmer zu bewältigen.
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