Die Islamisierung des Abendlandes

So ganz grundsätzlich; Wurde deine Meinung schon einmal aufgrund einer Demonstration beeinflusst?

Meine nicht.
Es ist wohl wie mit der Schilderung von dieser unglaublich tollen Party, da an diesem aussergewöhnlichen Ort mit den ganz tollen Menschen. Eine Rezension auf welche man eigentlich nur mit einem ‚Nun ja, man muss wohl dabei gewesen sein‘ reagieren kann, da man die Begeisterung so überhaupt nicht nachempfinden kann, aber der einschläfernden Wirkung der Ausführungen nur im Subtext Ausdruck verleihen möchte.

Der Gedanke kam mir aufgrund der zahlreichen Pegida-Demonstrationen. Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes.
Nun gut, der Name scheint mir nicht der Weisheit letzter Schluss.
In erster Linie bin ich Schweizer. Patriotisch? Aber unbedingt. Kann man als Schweizer auch noch sein. Als Schweizer mit patriotischer Gesinnung ist man im schlimmsten Falle ein Rassist. Das eine hat mit dem anderen nichts gemein, aber die Menschen denken gerne schwarz-weiss, weil es so hübsch einfach ist.
Die deutschen Nachbarn stehen da schon vor einer grösseren Hürde. Ein patriotischer Deutscher ist nicht nur ein Rassist, nein, da macht man gleich Nägel mit (Glatz)-Köpfen und schimpft ihn einen Nazi.

Islamisierung.
Morgen soll bereits die dreizehnte Pegida-Demonstration über die Bühne gehen. Ich bin versucht zu sagen, wenn man dreizehnmal eine Mobilisierung von Gleichgesinnten durchführen muss um seinem Anliegen Gehör zu verschaffen, sollte man vielleicht die Strategie als solches überdenken. Irgendwie scheint die Sache nicht ganz eingängig zu sein.
Nun gibt es noch die Gegen-Pegida-Bewegung. Also Gegen-Patriotische-Europäer-gegen… schenken wir uns den Rest, soviel ‚gegen‘ verstösst doch gegen das positive Wir-Gefühl. Diese demonstrieren ebenfalls in dem sie bunte Bildchen an Stöcken durch die Strassen tragen.

Wer ist denn nun lieb und wer bös?
Fragt man in der Öffentlichkeit, sei es auf einer Politbühne oder dem Fernsehen, Politiker und Passanten, sind natürlich die Pegida-Gegner die Guten. Es ziemt sich einfach nicht, gegen etwas zu sein, wenn dabei Menschen ausgegrenzt werden. In etwa gegen eine Religion. Die Deutschen leiden immer noch unter den Nachwehen des Nationalsozialismus und jede Handlung ist darauf ausgerichtet Busse zu tun. Zu schnell könnte der Rest der Welt ein Urteil fällen.
Mir scheint, die Deutschen sollten endlich aufwachen. Vielleicht gibt es Schulden, für welche der Einzelne nie genug sühnen kann, doch wer will darüber zu Gericht sitzen? Überfliege ich die Artikel in den schweizerischen Tageszeitungen finden sich in der Boulevard-Presse Tot-Raser mit Wurzeln im Balkan, ein ausländischer Sozial-Schmarotzer mit Hang zur Gewalt und ein Messerstecher in gebrochenem Deutsch. In den etwas weniger reisserischen Blättern fürchten sich die Schweizer ihre Stellen an ausländische Mitarbeiter zu verlieren und ich lese Berichte über Millionengeschenke an neue EU-Staaten im Osten. Als Sahnehäubchen scharwenzeln unsere höchsten Politiker um die Grossfürsten der EU, nach Wege suchend, dem Wunsch des Souverän – also dem Schweizer Volk – gerecht zu werden und die Masseneinwanderung zu begrenzen, ohne dabei die grossen Staaten und deren Herrscher um uns herum zu erzürnen. Eine unterwürfige Geste an Peinlichkeit kaum zu übertreffen.
Würde nun morgen ein rhetorisch gewandter Herr vor uns treten, Aufschwung, Wohlstand und eine Rückkehr zu den traditionellen Werten prophezeien; Ich würde meine Hand nicht ins Feuer legen, dass er keine Mitläufer findet. So ist es schon immer gewesen, man muss nur den Nerv treffen um die Massen zu bewegen. Hitler ist tot, deswegen ist die Menschheit aber keine andere und unter uns gesagt; Die Hand des einfachen, urschweizerischen Volkes wird vielleicht nur auf Mundhöhe gerissen und vor selbigen gehalten, die dahinter gesprochenen Worte haben jedoch mit Nächstenliebe und Gleichheit aller Menschen nicht mehr viel gemein.
Fakt ist, dass in absehbarer Zeit auch der letzte SS-Oberst zur ewigen Ruhe gebettet wird und eine Schuld wird gewiss nicht auf die nächste Generation übergehen. Ihr könnt somit wieder aufrecht hinstehen und eure Stimme gegen die Islamisierung erheben, ohne, dass ihr euch deswegen Nazis schimpfen lassen müsst.

Was ist falsch, wenn man sich vom Islam bedroht fühlt?
Es mag sein, dass ganz viele Muslime ganz tolle Leute sind, ich persönlich kenne keine. Also keine Muslime überhaupt, weder lieb noch etwas weniger lieb. Unbestritten ist jedoch, dass es nunmal einige gibt, welche im Namen deren Gottes gerne einmal einen Christen enthaupten, eine Redaktion zusammenschiessen oder einem Kind einen Sprengstoffgürtel umschnallen.
Grauenhafte Dinge, welche wir Christen im Abendland so gar nicht mit Religion und Gott in Einklang bringen können.
Die Muslime auch nicht, erklären uns nun Spezialisten und konvertierte Muslime, welche wie Pilze aus dem Boden schiessen und ganz genau wissen, wie die Lehren des Propheten Mohammed zu interpretieren sind und den Koran im Allgemeinen in- und auswendig kennen.
Vom Christen wird nun verlangt, dass er nicht wie ein normaler Mensch reagiert.
Obwohl kein ihm bekannter Bullterrier einen ihm bekannten Menschen zerfleischt hat, beschleicht den Otto-Normal-Bürger ein unangenehmes Gefühl in unmittelbarer Nähe eines solchen Hundes. So ist der Mensch nunmal. Obwohl es gewiss ganz viele liebe Hunde gibt, übt man mit einem Dobermann nicht das apportieren auf dem Kinderspielplatz. Ganz normal.

Sobald es um Menschen geht, ist die Sache natürlich etwas delikater. Man muss auf den Ruf achten und heute ist es ein schmaler Grat zwischen Tradition und Rassismus.
Fühlt sich der Abendländer Unwohl, wenn in seinem Vorgarten der Islam um sich greift, muss er eben erzogen werden.
Dann werden Behörden beschäftigt, sich mit dem gemischten Schwimmunterricht zu befassen, Gerichte müssen einen Unterschied zwischen Roger-Staub-Mützen und einer Burka finden, warum das eine in einer Bank zugelassen ist und das andere eben nicht und wünscht das Volk neben den Kirchtürmen keine Moscheen, muss es sich von der eigenen Regierung als eine Bande von verkappten Rassisten beschimpfen lassen.
Insbesondere die deutschen öffentlichen Rundfunkanstalten bieten Plattformen zur besten Sendezeit, dem deutschen Bürger den Islam näher zu bringen, warum dies eigentlich die tollste und toleranteste Religion auf Erden ist und – nun lautstark und mit Nachdruck – man dies, zum Teufel, endlich begreifen soll.

Ich möchte nicht sagen, dass ich mit Pegida sympathisiere, ich kenne sie zuwenig, doch verstehe ich es, wenn der Abendländer sich vom Islam bedroht fühlt. Jede Religion hat ihren Platz auf diesem Planeten, welcher weiss Gott genug gross ist, dass man sich nicht gegenseitig auf die Füsse tritt.
Wohl hauen sich Protestanten und Katholiken gelegentlich auch die Hucke voll, die einen leben verbissen nach den göttlichen Lehren, die anderen neigen eher zum Rosinen picken oder preisen an der Religion grundsätzlich die Feiertage, doch kommen wir im grossen und ganzen gut miteinander klar, haben die göttlichen Gesetze mehr oder minder in unseren Alltag integriert.
Wir haben die Kreuzzüge hinter uns gelassen, leben behaglich, so gottesfürchtig, wie es dem einzelnen nun eben gerade gefällt. Wer will kann kommen und mitmachen, wer nicht, soll es bleiben lassen.
Und hier gehen mir die Gegen-Pegida-Anhänger auf den Senkel.
Aus der Tatsache, dass der Islam in unserer abendländischen Kultur fremd ist und Zwietracht säät ziehen sie nicht den Schluss, dass hier weder Ort noch Zeit ist, diese Religion auszuleben. Im Gegenteil, es wird verlangt, dass man sich dem neuen Gast anpasst, seine Identität ein Stück aufgibt und dem Islam Boden zum Gedeihen gewährt.

Die Menschlichkeit gebietet das. Wo die Menschlichkeit herrscht ist weder Platz für die Person mit indivduellem Charakter noch für einen angestammten Lebensraum. Alle sind gleich, alles gehört jedem und alle haben sich lieb.
Die Geschichte gibt mir recht, dass der Kreis sich schliesst und man im Namen dieser Gleichheit um jeden Preis schon manchen Schädel gespalten hat.

Über RAB

Ein Schreiberling mit nüchternem Blick auf das Leben, beim Versuch, selbiges aus satirischer Sicht etwas angenehmer zu bewältigen.
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