Eine Woche mit dem Schaffhauser Intelligenzblatt

Ich blogge zuwenig, wurde mir zugetragen.
Meine Kreativität leidet im Moment etwas. Also bringe ich eine rudimentäre Presseschau.

Dienstag: Die SN geriet diese Woche etwas in Bedrängnis; Störte man sich in der Redaktion doch stets etwas am Minder, der Heydecker war schliesslich vorgeschlagener Kandidat und Sieger der Herzen, und nun ist eben dieser Minder dank dem erdrutschartigen Sieg mit der Abzockerinitiative in aller Munde.
Grundsätzlich wird schon ein Bezug zu Schaffhausen hergestellt, wenn ein C-Promi von einem Briefträger beliefert wird, dessen Oma jemanden kennt, welcher einen Verwandten in der Munotstadt hat. Da sind die regionalen Medien unzimperlich, unterm Strich ist eigentlich jeder irgendwie ein Schaffhauser.
Wie steht man jetzt zu diesem berühmten Sohn der Stadt, wenn man die übrigen 364 Tage kein gutes Haar an ihm lässt?
Man druckt ganz einfach die Schlagzeilen der umliegenden Faltblättchen.
Gar die Bild brillierte mit der gewohnten, peniblen Recherche und zitiert etwas von einem Tell, welcher einen Hut nicht abnehmen wollte… Frisch gewagt ist halb gewonnen.

So ganz nebenbei dürfen seit Dienstag Schwule und Lesben das Kind des eingetragenen gleichgeschlechtlichen Partners adoptieren.
Nicht, dass ich etwas gegen Homosexuelle hätte, aber mein Vorschlag wäre; So ihr es schafft, bei euren abartigen Sexualpraktiken ein Kind zu zeugen, dürft ihr es behalten. Was darüber hinaus geht, sollte wohl das Kindswohl an erster Stelle stehen und ich möchte also nicht der Primarschüler sein, welcher von zwei Papas an den Schulbesuchstag eskortiert wird.

Der schon im Grundsatz nicht sehr hoch gewachsene Regierungsrat Ernst Landolt wurde von Rosmarie Widmer-Gysel auch noch in den Senkel gestellt. Stellvertretend für die gestrenge Dame teilte er den Medien mit, dass mitten im Regierungssparprogramm für fünf bis sechs Millionen neue Staatsstellen im Bereich Polizei und Staatsanwaltschaft geschaffen werden sollen. Macht Sinn; Spart der Bürger, schnallt er den Gürtel enger, spart der Staat, treibt er zusätzliches Geld ein und dies ist nun einmal die Kernkompetenz der Polizeigewalt.
Daraufhin die Frau Widmer-Gysel: „Diese Zahlen entbehren jeder Grundlage. Es ist ein Missgeschick, dass diese Zahlen geäussert wurden. Vergessen Sie sie.“
Verstanden, mache ich als folgsamer Bürger.
Aber ganz kurz frage ich mich noch, ob die Aussage nun frei erfunden war, oder ob das Missgeschick in der Veröffentlichung lag. Aber da ich nun zum vergessen aufgefordert wurde…

Zu guter Letzt noch an die Autofahrer; Ihr seid angehalten, eure Mitfahrer nach Blitzer-App’s zu durchsuchen, da ein Mitführen im Fahrzeug solcher technischer Spielereien nicht gestattet sei. Der Sicherheitseffekt eines Radarkastens ist einfach nicht derselbe, wenn die Geschwindigkeit gedrosselt wird. Es ist notwendig, dass man geblitzt wird. Klingt komisch, ist aber so.

Mittwoch: Der Ständerat hat beschlossen den Kredit für den Gripen nicht freizugeben und in derselben Sitzung beschlossen, den Gripen zu kaufen.maurer-gripenNun steht der Ueli mit dem Flugzeug an der Kasse und die Eveline hat vergessen den Chrömli-Batzen mitzugeben.
Wir hingegen wollen nicht vergessen, dass wir den ganzen Kindergarten in der Hauptstadt finanzieren.

So wir bei quirligen Politiker sind; Dem Herren Rawyler laufen die Einwohner davon, dafür blickt er mit stolz auf die 26 Einwohner, welche schon 90 Sommer, und mehr, gesehen haben.
Zwischen dem Rückgang der Einwohner, dem Anteil von über 90-jährigen und dem Ausländeranteil von 38 Prozent werden nur bedingt parallelen gezogen.

Wie gut, dass die UNO ein Übereinkommen zum Schutz aller Personen vor dem Verschwinden erarbeitet hat.
Das Übereinkommen verpflichtet die schon mehr als 90 Vertragsstaaten, jedes Verschwindenlassen ungeachtet der Umstände zu verbieten und unter Strafe zu stellen. Verschwindengelassene Personen werden mit einer Freiheitsentzug… ja, ich habe den Faden auch verloren, beim Aufsetzen des Artikels scheinen dem Redakteur jedwelche orientierende Ergänzungen irgendwie verschwunden…

Donnerstag: Heuer wurden uns keine grossen Schmankerl geliefert, weswegen die SN den britischen Royals eine halbe Seite widmeten. Einerseits litt die Queen unter schrecklichem Durchfall – es gibt Dinge, die will man sich nicht vorstellen, danke trotzdem – des weiteren hörte eine Frau Cook ganz genau, wie sich die hübsche Kate mit den Worten „Danke, den nehm ich für meine T….“ bedankte, als Cooks Nachbarin der Duchness einen Teddy überreichte. Eine Tochter, jööööh.
Im Nachhinein war sich Cook wohl nicht mehr so sicher, auf den Filmaufnahmen konnte der Satz nach Gutdünken übersetzt werden, da man kein Wort verstand; Nichts desto trotz ging diese wichtige Schlagzeile um die Welt.

Neuhausen will, dem Verschwinden von Einwohnern und Abwandern von Gewerbe zum Trotz, auf dem Areal der Alusuisse, ein paar Hochhäuser – bis zu 80 Meter hoch – bauen. Wohnungen und Gewerberäume. Dies nenne ich Optimismus!
Ein Hauch Klischee bringt die alphornblasende Lisa Stoll in das Intelligenzblatt, welche einfach nur die Lisa vom Plomberg sein möchte und gerne mit ihrem Oldtimer-Traktor durch Wilchingen fährt.

Freitag: Schülerinnen aus Kleinklassen oder mit individuellen Lernzielen werden handwerklich gefördert und absolvieren das neunte Schuljahr mit intensiver Betreuung.
Tönt beeindruckend.
Früher war dies eine Auffangstation für Sonderschüler, welche im Arbeitsmarkt keinen Platz fanden. Fertig.
Des weiteren zelebrierte Radio Munot den Frauentag und wollte eine Diskussion über Gleichberechtigung vom Stapel lassen. Ganze vier Reaktionen haben sie erhalten; Meine wurde aus Versehen zweimal abgesetzt und der beängstigende Anti-Agressionstrainer Patrik Müller machte Werbung in eigener Sache.
Meines Ermessens; So man sich Gedanken machen kann, ob man einen Fussgängerstreifen noch als solchen betiteln darf, oder dies ein Fussgängerinnenstreifen sein soll und ob auf Verkehrsschildern die Darstellung von männlichen Personen dominierend ist, scheinen mir alle wichtigen Probleme im Rahmen der Gleichstellung behandelt und abgeschlossen zu sein.

In diesem Sinne, ich habe geschlossen.

Post scriptum: Die Frage der Woche; Fall KBA Hard, braucht es mehr Kostenkontrolle bei öffentlichen Bauvorhaben?
Nun, ich denke, wenn auf einer Baustelle 3.5 Millionen nicht budgetierte Franken verlocht werden können, bevor dies jemand registriert, braucht es wohl mehr als nur eine bessere Kostenkontrolle.

 

 

Über RAB

Ein Schreiberling mit nüchternem Blick auf das Leben, beim Versuch, selbiges aus satirischer Sicht etwas angenehmer zu bewältigen.
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