Haben sie das Memo nicht erhalten?

Es war so gegen halb zehn, als ich von vier Personen hörte, dass der Schnupperlehrling beschäftigt werden müsste. Im drei Minuten-Takt.
Beim ersten dachte ich ‚jaja‘, beim zweiten schoss mir ’schon gehört durch den Kopf‘, beim dritten, ’sag mal, wollt ihr mich verarschen‘, gegenüber dem vierten wurde der Gedanke in akustische Schallwellen gehüllt, ‚er sollte seine verdammte Fresse halten und sich um seinen eigenen Scheiss kümmern‘.
Unglücklicherweise traf es das Firmensensibelchen, dementsprechend war er den Rest des Tages bedrückt, geknickt und man wollte ihm ein Taschentuch reichen, wann immer er den Weg kreuzte.
Zudem hatte ich auf dem Handy einen Anruf in Abwesenheit; Ich verwette meinen Allerwertesten, es drehte sich darum, dass der Schnupperlehrling beschäftigt werden sollte.
Oder um die TPS-Reporte.

Es ist schon merkwürdig wie Prioritäten gesetzt werden.

Es gibt Hersteller, welche metallene Schränke bauen. In etwa sechzig Zentimeter hoch und fünzig breit. Diese kann man an der Wand befestigern, diverse elektronische Geräte in selbigem festschrauben und dank eines Deckels unbefugte Hände fern halten. Da diese Geräte mit diversen Kabel verbunden werden, war der Hersteller so klug, in den Kasten ein Öffnung zu schneiden.
Nun kann man besagten Schrank drehen und wenden; Als praktisch veranlagter Mensch, drehe ich den Kasten so herum, dass die Öffnung bei dem wandseitigen Auslass zu liegen kommt, in diesem Fall gegen die Decke gerichtet.
Soweit der Praktiker.
Der Herr auf dem Sessel hatte diesbezüglich ganz andere Vorstellungen. In feinster Masai Barfuss Technologie muss er hin und her gewippt sein, den Kopf entgegengesetzt geschüttelt haben. Das Schloss war an der Oberkante des Schrankes, das konnte so nicht richtig sein. Wohl hätte Gimli der Zwerg den Kaba-Schliesszylinder erreicht, aber dennoch, das Schloss durfte nicht oben sein.
Auch wenn es keinen pausiblen Grund dafür gab, man kann Jahre der Tradition nicht über den Haufen werfen. Der beistehende ex-jugoslawische Mitarbeiter konnte da nur beipflichten, dass selbst das Doppelkinn zustimmend wabbelte. Wer kriecht kann nicht stolpern und wie kann man sich besser in Szene setzen, als die Umstehenden in Misskredit zu bringen.
Wohlan, so sass ich heute auf einem solchen Kasten und bohrte Löcher in die eine Seite und suchte hernach Platten um die Öffnungen an der gegenüberliegenden Seite zu schliessen.

Ich stehe morgens ganz besonders gerne auf, wenn es solch sinnvolle Arbeiten zu verrichten gilt.

Im Zuge der sinnlosen Tätigkeiten und der Selbstprofilierung fühlt sich – wohl von Minder’s Erfolg angespornt – unser Nationalrat Thomas Hurter berufen, sich ebenfalls ein Denkmal zu setzen.
Man solle auf Autobahnen rechts überholen dürfen. Dies um den Stau zu bekämpfen. Wohl dürfe man laut Gesetz in einer Kolonne rechts überholen, es sei aber unklar, was eine Kolonne sei, so Hurter.
Wer rechts fahre, gerate in Stress, wenn die linke Kolonne stoppe. Dieses Stresspotential würde entfallen, alles wäre viel einfacher wenn diese Regelung aufgehoben werde.
Natürlich wäre es weiterhin verboten, in einer Kolonne nach rechts zu schwenken und zu überholen…

Mol doch, klingt einfach.

Auch unsere Neuhauser Schildbürger setzen zum neuen Geniestreich an.
Neuhausen soll attraktiver werden, für das Gewerbe und um neue Anwohner anzulocken.
Dafür müsse man die Steuern erhöhen.

So aus der Hüfte; Mir fällt auch kein besseres Lockmittel ein, als ein hoher Steuersatz. Vielleicht wäre am Gemeindhaus noch ein neues Eingangsportal zu schlagen, damit man das Alte zumauern kann. Oder als Abkürzung ein Endloskreisel um das Dorf, mit Rechts-Überholmöglichkeit, welche gesetzlich erlaubt und verfassungsmässig verboten würde.

Nicht zuletzt erhoffen sich die Bauern, dank höherer Preise für Swissness eine Umsatzsanierung.
Gut, man muss noch differenzieren, was schwach und stark verarbeitet genau bedeutet, ob das argentinische Rind im Bündnerfleisch zu achtzig oder sechzig Prozent Schweizer sein muss und wieviele Schweizer Führungskräfte nach China müssen, damit die kleinen Kinder das Armbrust-Logo für Swissness prägen und dennoch ruhig schlafen können

Aber, sobald die Sache geregelt ist, werden wir endlich feststellen, wieviel M-Budget, Prix-Garantie, Lidl und Aldi-Kunden nur darauf brannten, endlich die fünfzig Prozentige Preiserhöhung für Swissness hinzu blättern.

Um den sinnlosen Tag nicht noch in den Exzess zu treiben, schliesse ich diesen Artikel und sehe Yogi-Bär. the-memo

Über RAB

Ein Schreiberling mit nüchternem Blick auf das Leben, beim Versuch, selbiges aus satirischer Sicht etwas angenehmer zu bewältigen.
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