Hat sich stets bemüht

Dem Schreiben sollte ich wieder mehr Zeit einräumen.
Wohlan, meine Muse hat gekränkt ihr Bündel gepackt, meine neue Ernährungsgewohnheiten scheinen den sinnlos agierenden Organismus zu beflüglen sich an meinen Synapsen zu laben und deren Neubildung steht mein täglich Tun in seiner fortschreitenden Dümmlichkeit, übertroffen nur durch das Endprodukt in seinem vollumfänglichen Unnütz gar grob im Wege.

Im Gegensatz zu meinen künstlerischen Ergüssen, steht die wachsende Besucherzahl, was natürlich einen moralischen Maulkorb über meine zwei Zeigefinger schiebt; In der Tat, das Manifest meiner ungebildeten Persönlichkeit stelle ich durch die mechanische zur Schaustellung meiner schreiberischen Tätigkeit gleich selber aus, so mir jemand über die Schulter gucken würde – wohl übte sich die mehr als nur dezent parfümierte, mit Kajal in feinster Stukkmanier und einem dispersionsähnlichen Hauch von Lidschatten tragende Frau Ganz  im Rahmen ihrer beringten, manükierten Wolfskrallen und leicht vernebelten pädagogischen Fähigkeiten dem kleinen Jungen das Zehn-Fingersystem beizubringen – Bemühungen, welche nur durch ihr monumentales Scheitern übertroffen wurden.
Dennoch möchte ich behaupten, meine Fähigkeiten, des blinden Schreibens mit zwei Fingern, ist beeindruckender, denn der studierte Bewegungsablauf des gesamten Fingerapparates, dessen Bemühungen in einem rekordverdächtigen Tempo Zeugnis der eigenen unglaublichen Fertikeiten – wir sprechen immer noch der Anreihung von Buchstaben im Rahmen der rückgestuften, integrationskonformen Grammatik, basierend auf das Gottvertrauen der Fähigkeiten der microsoftbeschäftigten Rechtschreibeprogrammierer – doch stets im stakkatohaften Hämmern auf die Backspace und Rückfall auf das Zweifingersystem, bei Passworteingaben insbesondere, endet.

Passwörter, die illusorische Streitmacht zwischen den lustsüchtigen Spannern und der eigenen, vor Scham verborgenen Blösse. Die Menge an zufällig generierten Phrasen, in ihrer Verzwicktheit gespickt mit Sonderzeichen, Zahlen, Umlauten und niedlichen Rubbelbildchen suggeriert uns Sicherheit.
So sicher, dass wir gar selber das iftah ya simsim zu unserem digitalen Felsentor verlegen, es uns der Sicherheit halber notieren, mit allen anderen Losungen, selb brisanter Schatz wiederum mit einem Geheimwort schützen, nur um bei jeder versuchten Durchschreitung des Torbogens, vom virtuellen Portier ob unserer Vergesslichkeit einen neuen Schlüssel aushändigen zu lassen. Welchen natürlich nur wir besitzen und wieder in besagte Schatztruhe legen.
Sprich Freund und tritt ein, hinein in unser ganz kleines, eigenes Reich in der zuckerbergischen Mietskaserne, deren Schutz und Privatsphäre unser höchstes, allerheiligstes Gut ist, weil deren Wichtigkeit im für Proleten geschaffenen Halbwissenforum einem mit der vierzehntäglichen Regelmässigkeit über die zwölfmonatige Saure-Gurkenzeit hinwegträgt.
Unser kleines, ganz privates und geschütztes Reich mit einer Fensterprostitution, dass die Walletjes vor Neid erblassen würden.

So flatterte mir aus der aktuellen Weltwoche ein Bogen starkes Papier in den Schoss, welchen ich mit einer Unterschrift versehen nach Flaach zurückschicken möge, damit eine Handvoll lic.jur sich für den Schutz meiner Privatsphäre, insbesondere des Bankkundengeheimnisses einsetzen möge.
Solcherlei beamtentechnische Bemühungen meiner Wenigkeit betreffend, würden in Hinblick der Rendite gar noch den betriebenen Aufwand, der Überprüfung ob Einhaltung meiner bürgerlichen Pflichten, hinsichtlich meiner Stimmabgabe zu politischen Fragestellungen übertreffen, welchen sich der Staat mit drei Franken entlöhnen lässt. Kleine Anekdote zum gläsernen Bürgern.
Meine Privatsphäre hinsichtlich Vermögenswerte liegt mir am Herzen, wie die morgendliche Hinterlassenschaft im Abtritt; Menschen, welche auf ihrem Geldstapel schlecht schlafen, beheimatet in der elitären Gesellschaftsschicht, schauen gerne über den Proleten hinweg, woher also das plötzliche Interesse an dessen Unterschrift.

Auch die Nato will mich schützen, mit einem Raketenschild, ich bin entzückt. So ein durchgeknalleter Iraki eine ballistische, nuklearbestückte Rakete auf mein schweizerisches Bankhaus abschiesst, bemerkt dies der Barack und schiesst die Rakete noch im All ab, da treibt diese nämlich, deswegen ist es eine ballistische Rakete.
Dies dämpft den Spass am Raketenschiessen natürlich ordentlich, weswegen dann auch der Herr Putin dem Herren Obama gesagt hat, er könne sich betreffend atomarer Abrüstung mal gepflegt zungentechnisch an seinem russischen Hintern verlustieren.
Die Gesamtzahl atomarer Sprengköpfe solle auf 3100 reduziert werden, die der mechanischen Sherpas, namentlich Trägerraketen, auf 1600. In dieser Rechnung fehlen natürlich alle Revoluzzerstaaten, welche aus dem Nebenprodukt eurer dentalen Röntgenfotografie in einer Hinterhofküche eine Massenvernichtungswaffe bauen, man beschränkt sich auf die russische Supermacht und der globalen Polizei jenseits des Atlantiks.
Dreitausendeinhundert nuklearer Sprengköpfe, man muss sich dies einmal vorstellen, ich bin kein Nuklearphysiker, noch nicht einmal ein guter Elektroniker, aber mir scheint, dies würde reichen, die Erde einmal zum Mars und zurück zu bomben. Unweigerlich schiesst mir die Geschichte vom Mann durch den Kopf, welcher von einer guten Fee einen nimmerleerenden Bierkrug erhielt und sich davon gleich noch zwei wünschte.
Wozu überhaupt diese Nuklearwaffen; Es scheint mir ein gar teures Säbelrasseln zu sein, Russland kratze den Goldstaub aus den Fasern der sowjetischen Truhe um den atomaren Schutzschild am Leben zu erhalten.
Aber das Gleichgewicht in der strategischen Abschreckung müsse erhalten bleiben. Zwei kleine Kinder, welche sich mit prall gefüllten Wasserballons gegenüber stehen, bedrohliche Gesten, rührerische Reden, aber angesichts der elterlichen Standpauke zuhause getraut man sich nicht zu werfen, da es ob der triefnassen Garderobe absolut unerheblich wäre, ob nun der Fritzli oder Hansli den ersten Schlag getan hätte.
Wo wir bei Regenschirmen sind; Der Nato-Anti-Nuklearraketen-Schutzschild ist so sinnvoll wie eine Badehose im Sommer 2013. Wir müssen uns das so vorstellen, der ballistische Sprengkopf gleitet antriebslos durch das All und richtet sich an einer definierten Position in Richtung blaue Kugel um dem bösen Feind in den Schoss zu fallen. Mitten in dieser berechneten Flugbahn legt nun der Obama eine Rakete in den Weg, die beiden stossen zusammen und es macht Buff.
Nun benutzen aber die Wüstensöhne Knallkörper aus den Sechzigerjahren mit dummen kleinen Steuerdüsen und halten sich so gar nicht an die Spielregeln der Amis. Einem Roadrunner gleich zuckeln diese Raketen in unberechenbaren Bahnen durchs All, wohl abhängig von Alis Atari-Joystick, welchen du freundlicherweise in den Neunzigerjahren einem Hilfswerk gesponsert hast. Diese willkürliche Art von Kriegsspielen macht es der Nato anscheinend unmöglich, ihre Stolperraketen in den Weg zu legen, weswegen nun neue Satelliten in Stratosphäre sollten, welche mit Infrarotaugen den Himmel überwachen, diese Kosten Geld und da ist nun die ganze Geschichte irgendwie ins Stocken geraten.

Nun, wie sagte Einstein einst; Ich bin nicht sicher, mit welchen Waffen der dritte Weltkrieg ausgetragen wird, aber im vierten Weltkrieg werden sie mit Stöcken und Steinen kämpfen.

Ich gehe da ganz mit Hollywood, Nuklearwaffen sollten nur dazu eingesetzt werden Asteroiden zu sprengen, den Erdkern in Rotation zu versetzen, gegebenenfalls ein fremdes Raumschiff zu zerstören, einen Tunnel nach Asgard zu schliessen oder um Jack Bauer wieder in den aktiven Dienst zu nehmen.

jack

Über RAB

Ein Schreiberling mit nüchternem Blick auf das Leben, beim Versuch, selbiges aus satirischer Sicht etwas angenehmer zu bewältigen.
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