Nespresso. What else…?

Schweinerei!
Heute hatte ich keinen Blick im Briefkasten. Muss umgehendst reklamieren. Wozu bezahle ich denn keine Abo-Gebühren??

Als Entschädigung eine Mail der Blick- Wirtschaftsredaktion, anlässlich meines letzten Beitrag über das Opfer des Kapsel-Tricks.

mail-blickKonnte ich so natürlich nicht akzeptieren. Nespresso ist kein Zustand, Nespresso ist ein Gefühl.

Sehr geehrter Herr K.,

herzlichen Dank für Ihre Antwort, meine Sympathie für Blick ist soeben gestiegen!

Von dreist möchte ich nicht sprechen, genau genommen; Nicht einmal von einem Trick.
In erster Linie verkauft Nespresso Kaffeekapseln. Da mit den Kapseln alleine niemand glücklich wird, bieten sie die passenden Maschinen an. Designt und preisgekrönt verleihen sie dem Besitzer natürlich auch einen gewissen Status, haben gegenüber seelenlosen Plastikhaufen anderer Anbieter auch ihren Preis. Kostenlos dazu das Gefühl, einem exklusiven Club angehörig zu sein, ohne, dass man für selbigen auserlesen sein muss. Jeder kann der Nespresso-Familie beitreteten.

Selbstverständlich kann sich jeder eine Nespresso-Maschine kaufen. Der Gedanke war jedoch keineswegs, dass Nespresso hier ein Open-Source-Produkt auf den Markt wirft, im Stil von, kauf das Ding und drück rein, was du willst.
Eigentlich offensichtlich für jeden, welcher schon der traurigen Zeremonie beiwohnte, wenn das Kapselsystem mit Wucht geschlossen werden musste, das Wasser durch alle möglichen Kanäle durch und neben der Kapsel vorbei drückte. Die Beleidigung des Gaumens nach einen Schluck von der mühsam erkämpften Brühe ohne Crema kann man sich nicht einmal mit der Ersparnis von drei komma fünf Rappen rechtfertigen.
So hoch ist diese nämlich, wenn man das Angebot von Nespresso mit der billigsten Kopie aus dem Aldi vergleicht.

Niemand wird gezwungen Nespresso zu trinken, aber jeder, welcher die letzten dreissig Jahre bisweilen einen Blick in die Medien warf weiss, Nespressokapseln und das System gehören zusammen wie Apple und iPhone.
Ist es da nicht eine nette Geste, wenn Nespresso mir 200 Kapseln schenkt? Kapseln, welche ich so oder so brauche, aber nun nicht bezahlen muss.

Nein, ich arbeite nicht nicht für Nestlé, verkaufe keine Maschinen und kenne die Boutiquen nur als zufriedener, Wertschätzung erfahrender Kunde.
Ich störe mich lediglich an dem Ideenklau der Discounter und der medialen Stimmungsmache gegen einen innovativen Schweizer Arbeitgeber.

Nichts auf dieser Welt könnte nicht irgendwo noch einen Zacken billiger produziert werden. Nicht besser, nicht einmal gleichwertig, es muss nur billiger sein. Und den Menschen das Gfühl verleihen, hier kämpfe ein wackerer Recke gegen das böse Monopol. Als hätte Nestlé ein Monopol, die Regale sind voll von Kaffeesorten und Brühverfahren unterschiedlichster Marken.
Die Discounter agieren nicht etwa als Wohltäter im Namen des Kunden. Sie wollten lediglich auch ein Stück vom Kuchen, die Tatsache nutzen, dass schon Millionen Nespresso-Maschinen auf den Küchentheken stehen.

Wenn Nespresso nun versucht mit den Regeln der freien Marktwirtschaft ihre Produkte auch den Rappenspaltern schmackhaft zu machen, ohne an Qualität und Prestige einzubüssen, ohne treue Kunden zu verschaukeln, empfinde ich dies als noble Geste und keinesfalls als Trickserei.

Mit freundlichen Grüssen

RAB

what-else

Über RAB

Ein Schreiberling mit nüchternem Blick auf das Leben, beim Versuch, selbiges aus satirischer Sicht etwas angenehmer zu bewältigen.
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