Nun kann es auch gleich losgehen

Nun trennen mich keine 24 Stunden mehr von dem grossen Start. Ich bin froher Erwartung, will ich nicht verleugnen. Wohl einer der wenigen Menschen auf dieser blauen Kugel, welche mit einer Diät Abwechslung in den Ernährungsalltag bringt.

Gestern war noch etwas Sünde angesagt, heisst es doch nun Verzicht bis im Sommer. Kurz vor dem Schlafen gehen erinnerte ich mich an das Alkoholverbot, also gönnte ich mir noch zwei, drei Gläser Single-Mal-Scotch. Auch diesbezüglich ist die Diät wohl nicht die schlechteste Variante, gewisse Dinge sollten nicht zur Gewohnheit werden.
Ganz allgmein; Die Tragweite haben wir wohl nicht richtig abgeschätzt, ich war noch nie im Kino ohne Pop-Corn. Mein Poncho wird wohl eine Innentasche für gegrilltes Hähnchen erhalten, welches ich in Haferkleie dippen darf.
In den Regalen stehen bereits die Fasnachts-Chüechli. Wir freuten uns auf einen Fondue-Plausch im Güeterhof. Im Februar geht es für ein (Apres)-Ski-Wochenende in die Berge, das Hotel wählten wir nicht zuletzt aufgrund der netten, online publizierten Reaktionen betreffend des Frühstückbuffets. Gewiss erwarten uns die goldenen Lindt-Hasen pünktlich zu Ostern, offen gesagt wage ich die Prognose, dass sie bereits übernächste Woche in den Regalen stehen. Ziemlich sicher wird unser Chef wieder ein Firmenevent mit Dinner organisieren.
Aber ich zweifle nicht an uns, letztendlich habe ich eine kontrollierte Ernährung während der Weihnachtszeit durchgezogen. Mehr oder minder.
Der Zeitpunkt für eine Diät, insbesondere über diese Zeitspanne, wird wohl nie der richtige sein.

diaet-7.1.13Ab Montag startet also die Angriffsphase. Durch meine Sünden gestern brachte ich heute 75,3 kg auf die Waage, die aktuelle Challange ist es also, morgen auf exakt 75 zu sein, damit ich den ganzen Quatsch nicht neu erfassen muss.
Ab morgen sind keine anderen Lebensmittel als fettfreies Fleisch, Eiweiss vom Ei, Wasser, ungesüssten Kaffee, Tee und die Haferkleie gestattet. Gestern war ich auf Gross-Einkauf. Einen Victorinox-Messerschleifer und 4 bis 5 kg lecker Hühnchen. Gerade nachgeschlagen, gebratenes Huhn ist zwei Tage im Kühlschrank haltbar, also werde ich heute zwei davon in den Bräter packen und wie Gott sie schuf, mit etwas Pfeffer und Salz in das Rohr schieben. Mein Mittagessen für die nächsten zwei Tage. Die Flügel, so der Herr Dukan, muss ich der Katze geben, die seien mit Fett behaftet, und dass ich die Haut ebenfalls nicht verzehren darf, versteht sich von selber. Die wäre ja lecker. Schon einmal reines, pures Pouletfleisch gegessen? Bekömmlich wie eine Handvoll Wüstensand, ich habe keine Bedenken, dass ich die vorgeschriebenen 1,5 Liter Wasser nicht locker verdoppeln werde. Nicht zuletzt will auch die Haferkleie gespühlt werden. Dieser Esslöffel wird wohl mein Frühstück ersetzen. Gestern versuchte ich einen Teelöffel voll. Nicht schlecht, aber knapp dem Erstickungstod entronnen. Zum Abend wird es wohl lecker Thunfisch aus der Dose geben, nun ohne Mayonnaise, und als Betthupferl mein kohlehydratfreier Eiweissshake, nun vorschriftsgemäss mit Wasser zubereitet.

Minus 1.41 kg in diesen vier Tagen soll das Ziel sein, es erscheint mir realistisch. Alleine schon, was ich durch diese trockene Ernährung dem Körper an Wasser entziehe.
Andernseits ist die Angriffsphase ja ein Übertölpeln des Körpers, da dieser erst nach einer gewissen Zeit realisiert, dass mehr raus geht als rein kommt und dann auf Sparflamme stellt. Klüger als unsere staatlichen Finanzverwalter. Das biologische Gedächtnis meines Körpers ist dem wirklichen Hirn jedoch bereits weit voraus – keine sonderlich grosse Leistung – der Überraschungseffekt wird ausbleiben. Vielleicht wird ihn die ungewohnte Nahrung ja verwirren, ich bin sehr gespannt.
Nächste Woche sollte auch mein Gemüsegarer eintreffen, angesichts der Investitionen hätte ich vielleicht eine Gegen-Offerte für Fettabsaugung und Bauchmuskel-Implantate einholen sollen. Aber nun habe ich einmal A gesagt. Am elften Januar darf ich erstmals Gemüse essen, dies habe ich bisher stets vermieden. Ich mag Gemüse, aber ich mag es in Butter oder Bouillon gedünstet, angesichts des Fettgehaltes habe ich mir diesen Luxus bisher selten bis nie gegönnt. Nun mit dem tollen Dampfgarer, 54 Franken bei Conrad, eröffnet sich ein völlig neues Territorium.
Gemäss der Anleitung dünstet das Teil gar ein Huhn in 30 Minuten, ich bin sehr gespannt, inwiefern das Gerät den technischen Spezifikationen entspricht.

Ich halte Euch auf dem laufenden.

Über RAB

Ein Schreiberling mit nüchternem Blick auf das Leben, beim Versuch, selbiges aus satirischer Sicht etwas angenehmer zu bewältigen.
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