Saure Gurken Zeit

Hört, hört, obwohl wir gerade diesbezüglich schon lange nichts mehr vernommen haben. Die Initiative für das bedingungslose Grundeinkommen wurde tatsächlich eingereicht und von über 130’000 Unterschriften wurden deren einhundertdreitausend beglaubigt, womit die Voraussetzungen erfüllt wären, damit selbige vors Volk kommt.
Die Mühlen der Regierung arbeiten bei unangenehmen Initiativen so langsam, man befürchtet gar, aus Mehl würde ein Korn gewonnen, aber so in zwei bis drei Jahren dürfte man dafür an die Urnen gehen.

Der Herr Dr. Zapper schämte sich fremd für die Sendung „SF bi de Lüt…“ (ich denke, er meinte „SRF bi de Lüt…“), nun, für Dr. Zappers Kolumne schäme ich mich auch etwas fremd, das Unwohl haltet sich jedoch in Grenzen angesichts der Leserschaft, vor welcher man sich für nichts zu entschuldigen braucht.
Frau Lara Stoll hätte die Sendung herausgerissen – mitnichten ein Schaffhauser Promi, aber hinsichtlich berühmter Vertreter der Region Schaffhausen wollen wir dankbar sein, dass nicht irgendwelche Apotheker oder Swiss-Linienpiloten auf das Sofa gezerrt wurden – und der Herr Hartmann hätte sie nicht zu interviewen verstanden.
Zudem sollte Lara Stoll doch die Annina Campell ersetzen. Als würde man einen Porsche gegen einen 87er Ford Fiesta eintauschen. Mir geht gewiss das kulturelle Verständnis ab, mit Stoll’s vorgetragenen Poesie, Poetry-Slam, konnte ich nichts anfangen und rein optisch ist Campell nun wirklich ein Lichtblick beim Schweizer Fernsehen.
Der Nik Hartmann hat mich einmal mehr überzeugt. In einem Haufen Exkrementen sitzend deren Vorzüge zu preisen, als würde er in Honig-Milch baden; Wenn dies nicht ein guter Moderator ist, dann sieht meinetwegen Frauentausch.
Ein sinnigerer Vergleich fällt mir beileibe nicht ein für Neuhausen, obwohl mir die Fäkalsprache zuwider ist.
In der Vorstellung der Gemeinde – der Reto „Fläschebode“ Dubach lobte die Region hoch, jedes Hedingersche Faltblatt wäre vor Neid vergilbt – wurden Chübelimosers versiffte Fassade, herumlungernde Sozialschmarotzer in Trainerhosen, das triste Ufer des Rheinfalls und den Fall als solches natürlich selbst, sowie den Galgenbuck und das Armsünderwegli gezeigt. Die kulturelle Vielfalt sei der Gewinn von Neuhausen. Hossa. Ganz ehrlich, kein Beitrag wäre besser gewesen. Wenn man schon nichts zu bieten hat, sollte man das Schaufenster schmücken, aber nicht einmal dies packt die Gemeinde.
Da war auch ich mich am fremdschämen, die spärliche Zuschauerschar, gar der Herr Tamagni wurde inmitten der Sendung vom Getränkewagen auf eine einsame Festbank gezerrt, war nur noch die Kirsche auf dem Eisbecher der Peinlichkeit.
Unglücklich, dass gerade diese Sendung vom Publikumsrat bewertet werden sollte und das Konzept nun in den Medien zerpflückt wurde.
Ja ich bin ein einsamer Mensch, die Woche zuvor guckte ich bei Zofingen und gestern bei Herisau rein. Nicht die sinnentleerten Spiele, nur das Anpreisen der Region, jeder Kommentar überflüssig. Ich verstand noch nie, weswegen Schauffhausen so auf den Tourismus baut – so zukunftsträchtig als würde ich in meinem Vorgarten nach Öl bohren -, ich verstehe es immer noch nicht.

„Dies ist der Vorteil eine kleinen Stadt, wo man sich kennt, gegenseitig respektiert und das Handwerk noch angesehen ist.“

Der Vorteil an einem flachen Grab ist, dass ich dich ausbudeln und nochmals totschlagen kann.
Wir sind alle glücklich, dass die Fischerzunft wieder eröffnet ist, ich überlege mir ernsthaft, ob ich als, nach neuesten Erkenntnissen, angesehener Handwerker nach einem in vorgehenden Blogbeitrag beschriebenen Arbeitstag bei dem Herrn Jaeger reinschneien und einen Kaffee trinken soll.
Die Lobeshymne wurde vom Gourmetkoch angestimmt, ein Hoch auf den 20-Stunden-Schichtbetrieb, für diese Leistung der Proles werden doch hoffentlich deren Führer stellvertretend zum Dinner geladen.

Nun, ansonsten mache ich auch auf Saure-Gurken-Zeit, schreibe mir nicht direkt die Finger wund.

Über RAB

Ein Schreiberling mit nüchternem Blick auf das Leben, beim Versuch, selbiges aus satirischer Sicht etwas angenehmer zu bewältigen.
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