Schlag gegen den Quartier-Sheriff

Harte Zeiten für Rentner.So berichtete die Schaffhauser Nachrichten, dass fehlbare Fahrzeuglenker nicht mehr einfach per Telefon verzeigt werden können.

parkverboteWo früher ein Notizblock und Telefonhörer ausreichte, muss heute ein Computer mit Internetzugang her.
Es gilt ein dreiseitiges Formular auszufüllen, so man dies digital erfassen möchte. Fahrzeugkategorie, Nummer, Typ, Farbe… Dies alles mit grauem Star durch die Wohnzimmergardine zu erkennen ist kein Pappenstil. Steht dann noch anstelle eines währschaften Opel Kadett, etwa ein importierter Sportwagen aus Fernost, befreit jeglicher Typenschilder, wird das ganze zur richtigen Herausforderung.

Wählt man den handschriftlichen Weg, ist das Formular gar vier Seiten stark.
Also Rentnerfreundlich sieht in meinen Augen anders aus. Nicht genug damit; man wird genötigt die sichere Stube zu verlassen.
Einerseits ist der genaue Wortlaut der Verbotstafel festzuhalten, dem fehlbaren Fahrzeuglenker ein Informationszettel unter den Wischer zu klemmen, sowie die Situation nach Möglichkeit fotodokumentarisch festzuhalten.

Auf ein korrektes Ausfüllen der Anzeige ist grossen Wert zu legen.

Bei Antragsdelikten können die Verfahrenskosten der antragstellenden Person, sofern diese mutwillig oder grob fahrlässig die Einleitung des Verfahrens bewirkt oder dessen Durchführung erschwert hat, oder der Privatklägerschaft auferlegt werden, wenn das Verfahren eingestellt oder die beschuldigte Person freigesprochen wird (Art. 427 Abs. 2 der Schweizerischen Strafprozessordnung; StPO).

Wer einen Nichtschuldigen wider besseres Wissen bei der Behörde einer Übertretung beschuldigt, in der Absicht, eine Strafverfolgung gegen ihn herbeizuführen wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft (Art. 303 Abs. 2 des Schweizerischen Strafgesetzbuches; StGB).

In meinen Augen ein ganz heisses Eisen… EIN GANZ HEISSES EISEN!

Nun, was den einen ein Ärgernis, für den Anderen ein Geschäft.rentner-anzeigen

Über RAB

Ein Schreiberling mit nüchternem Blick auf das Leben, beim Versuch, selbiges aus satirischer Sicht etwas angenehmer zu bewältigen.
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