Wehret den Anfängen, Pink stinkt

Eine geschlagene Woche glänzte ich durch Abwesenheit.
Ich war einfach zu beschäftigt, mich einem Blog-Eintrag zu widmen.

Fühlten sie sich auch schon durch Werbung sexuell belästigt oder diskriminiert?
„Es werden momentan zuviel Produkte mit sexueller Attraktivität verkauft“, so Stevie Schmiedel – gut für den Namen kann keiner was – in Bezugnahme auf den Billig-Spot von Micaela Zahnseide Schaefer und Beinahe-Adoptiv-Prinzessin Gina-Lisa Lohfink.

Als ich den Spot das erste Mal sah, dachte ich, witzige Idee, aber wohl eine rechtliche Grauzone. Ich guckte nicht so genau hin, die Frauen sind in ihrer Billigkeit reizlos, in der Annahme, dass die Porno-Sternchen hier imitiert werden. Dementsprechend war ich etwas perplex, als ich aus der Boulevardpresse erfuhr, dass die beiden Laufmädchen aus Heidi’s Modelshow (wie viele Next-Topmodels in einer Generation kann es eigentlich noch geben?) sich selber spielten.
Was für ein nette Selbstironie, welche den Silikonen auf den Bikini geschrieben wurde.

Für einen Mann ist damit das Thema erledigt. Vielleicht noch ein paar Beteuerungen auf dem heimischen Sofa, dass man eben nur ganz zufällig in die Richtung des Fernsehers schaut, so die Redcon-Werbung über den Flat ruckelt.
Nicht aber für die Damenwelt.
Den jungen Mädchen würde das Bild vermittelt; Was immer man macht, hauptsache billig wirken. Zudem steht auf dem Zunkunftswunschzettel der Mädchen nicht mehr Kanzlerin, Ingenieurin oder Juristin, sondern Topmodel und dies gelte es auszumerzen.
Ansichtssache, aber mich deucht, die Frau Stevie Meriel Schmiedel beleidigt die Intelligenz besagter junger Mädchen, oder will sie tatsächlich sagen, Männer alleine hätten die Fähigkeit, zwischen vorgegaukelter und realer Welt zu unterscheiden?
Nach einem Werbeblock muss ich feststellen, ich habe weder Matthew McConaughey’s Six-Pack aus der Boss-Werbung, lebe nicht die heile Familie des schlafenden Nutella-Mannes, an meiner Wenigkeit versagt gar der hochgelobte Axe-Effect, kann erst Waschmaschinen bedienen, seit es die einfachen Taps gibt und so ich Kinder hätte, würden sie sich an der Edeka-Theke erkundigen, welche Mahlzeit man bei der Zubereitung nicht verhauen könne, weil eben der Papa kocht. Idiotensicher, sei die Zubereitung eines Entrecotes.
Grund genug mir einen Strick zu nehmen. Im Prinzip.
Männer dürfen in der Werbung diskriminiert werden, weil es sie einfach nicht juckt.

Vielleicht würden sich Frauen auch nicht daran stören, doch glücklicherweise gibt es Organisationen wie pinkstinks, welche die Damenwelt ermahnen, dass es nicht normal sei, wenn Werbung zu stereotypisch auf Frauen abzielt.
Wie die rosa Kinderüberraschungen – welche angeblich durch den Einfluss von pinkstinks wieder aus den Regalen verschwunden war – deren einziger Fehler es war, dass sie durch die rosa Farbe Mädchen ansprechen sollte.
Mädchen-Playmobil, Mädchen-Lego, Hello Kitty… Alles böse, denn alles zwänge Mädchen in eine Rolle. Mädchen würden sich diese Sachen niemals wünschen, aber sie werden durch die Medien dazu gezwungen! Dann spielen sie mit den Figuren und werden magersüchtig, weil sie die Masse eines rosa Legomännchen haben möchten.

Ich war von einer Woche mehr als erleichtert über die Mädchenkollektion von Lego, habe mein Patenkind beschert und um das Fass zum überlaufen zu bringen, hat das kleine Mädchen Freitags gar noch den Playmobil-Adventskalender erhalten.
Gut habe ich keine Kinder; Meine einzige Sorge bisher wäre, dass der Sohn nicht beginnt mit Puppen zu spielen, nun müsste ich gar noch auf die Spielgewohnheiten des Mädchen achten und bewusst Gefahr laufen, eine feministische Kampflesbe gross zu ziehen.
Frucht meiner Lenden.

Und dann diese C&A-Werbungen mit den Damen in Dessous. Frau Schmiedel sieht nicht die Spitzen sondern nur die Ware Frau, welche da verhökert würde. Oh, ich kann mir lebhaft vorstellen, wie sich der Mann und die drei Söhne an den Dessous-Models stören.

Zu guter Letzt traumatisiert die Frau Schmiedel auch noch ihre Tochter.Mutter des Jahres, in der Tat, und die goldene Ananas für besondere Leistungen in Erziehungsfragen. Gott behüte, dass ich meine Mutter in den Himmel lobe, aber ihr wäre gewiss eine schöne Geschichte dazu eingefallen, was eine Wanderhure wäre.
Mein Vater hätte mir wohl ein Lexikon in die Hand gedrückt.

Die ganze Sache ist etwas aus dem Ruder gelaufen, hat mehr Raum als beabsichtigt in meinem Blog beansprucht.
So ihr noch etwas Zeit habt, guckt doch bei RTL rein.Bei 0:25:35, in etwa, bezeichnet Katja Burkhard ,der Pudel am Mittag, aus dem Off die Kesha als „so eine Schlampe, oder?“

 RTL now

Über RAB

Ein Schreiberling mit nüchternem Blick auf das Leben, beim Versuch, selbiges aus satirischer Sicht etwas angenehmer zu bewältigen.
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Ein Kommentar zu Wehret den Anfängen, Pink stinkt

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