Wenn Emanzen Kinder erziehen

Männer sind… und Frauen auch

Nur ist es so, dass jene Zeitgenossen, welche uns für den Lebensstil tadeln, häufig weiblichen Geschlechts sind.
Vielleicht liegt es auch an den Tageszeitungen, welche ich mir zu Gemüte führe.

Ich erkenne Parallelen zur Ernährung. Schmeckt es dir, macht es dick.
Macht dir im Leben etwas Spass, dann ist es gewiss schlecht für die Umwelt.
Richte ich mich etwa nach der WWF-Kolumnistin der Schaffhauser Nachrichten, dürfte ich nur soweit verreisen, wie mich die Füsse tragen. Schon das öffentliche Verkehrsmittel zur nächsten Bahnstation verpestet die Luft, mein ökologischer Fussabdruck planiert schon beinahe das Nachbardorf. Natürlich kann ich auf die Eisenbahn umsteigen, aber bitte keinen klimatisierten oder beheizten Wagen. Brennt die Sonne auf das Rollmaterial soll ich eben genügend Wasser mitführen. Nicht in einer Petflasche, sondern in einem Schlauch aus Ziegenhaut. Gefüllt im Dorfweiher. Dass die Spender-Ziege nach einem erfüllten Leben an Altersschwäche gestorben ist muss hier wohl nicht speziell erwähnt werden. Das Fleisch wurde verbuddelt, weil der Konsum desselbigen böse ist. Proteine verursachen Darmwinde und heizen den Körper auf, was wiederum der Atmosphäre nicht zuträglich ist.
Sowieso braucht der Mensch nur, was in der Natur von freiem Willen getrieben wächst und von alleine zu Boden fällt. Wir sollen nicht jagen und nicht ernten.

Die Frau WWF-Kolumnistin brach kürzlich mit ihrer Freundin, weil selbige nach Neuseeland geflogen ist und auf die Klimakompensation verzichtet hat. Respektive, teilte den Lesern mit, sie bitte die gute Freundin zum Vier-Augen-Gespräch, weil sie im Moment der Vorankündigung durch besagte Freundin so geschockt war, dass sie die Sprache erst wieder erlangte, als die Dame bereits im nichtklimakompensierten Flieger sass.

Eine nette Sache, diese Klimakompensation. Und so hübsch verwinkelt. Fluggesellschaften reiben sich gewiss die Hände. Natürlich gibt es diverse Zertifikate, dass mit deiner Abgabe irgendwann, irgendwo ein Baum gepflanzt wird. Um die ganze Sache wirklich zu verfolgen, braucht Dein Notebook jedoch soviel Strom, dass der ganze ökologische Effekt wieder verpufft. Denn wir wissen, Strom verbrauchen ist ja auch böse.

Warum ich mich gerade ereifere?
Weil Frau Gabriela Bonin in der Rubrik Kinderfragen im Migrosmagazin einem siebenjährigen Jungen erklärte, warum gewisse Fahrzeuge zwei Auspuffrohre haben.
Weil Männer dies brauchen um sich als Mann zu fühlen. Und Männern die Umwelt egal sei. Und sie den Lärm brauchen. Weil Frauen eben klüger wären und Elektroautos fahren würden. Aber Männer hätten seit jeher dieses Männlichkeitsproblem. Daher würde er, der siebenjährige Jurij, auch am Wettpinkeln teilnehmen, während Frauen dies überhaupt nicht nachvollziehen können.

Getrieben von technischer Neugierde stellte der Junge eine Frage und Frau Bonin weiss sich nicht anders zu behelfen, als einen Gendervortrag zu halten. Und das Migros Magazin druckt diesen Schrott auch noch.

A propos Gender; Ich erkundigte mich bei meiner mehrsprachigen Französischlehrerin, ob man sich in anderen Sprachen auch mit Dingen DER Fussgängerstreifen und anderen männlich geprägten Ausdrücken herumbalge.
Es ist ein reines First World Problem. Nur wir Deutschsprachige kümmern uns um solchen Schrott. Mehr noch, dentiste, médecin, architecte oder secrétaire ist männlich wie weiblich dasselbe. Und kein Schwein schert sich darum.

Über RAB

Ein Schreiberling mit nüchternem Blick auf das Leben, beim Versuch, selbiges aus satirischer Sicht etwas angenehmer zu bewältigen.
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