Und täglich grüsst das…

Mit Fug und Recht stellt sich der geneigte, und er aufrechte auch, Leser die Frage; Warum macht er es dann?

Natürlich, bei jeder Abozahlung frage ich mich, wieso ich dieses linkslastige Propagandablättchen finanziere, welches doch nur dazu dient jedwelcher Schaffhauser Cervelat-Prominenz eine Plattform zur Selbstdarstellung zu bieten.
A propos einseitig; Die mehrseitige Ausgabe der Weltwoche, liess ich mir nach einem Probeexemplar telefonisch für sieben Ausgaben für’n Appel und n’Ei andrehen, ist wohl das rechtslastige Buäh-Blatt schlechthin. Man ist versucht beim Lesen die kleinste Violine der Welt zu spielen, nur für Klöppel und seine Spiessgesellen, welche vom Staat missbraucht und hintergangen werden und deren oberstes Ziel es ist, diese Missstände aufzudecken. Vielleicht revidiere ich meine Meinung, dies stellte mir der freundliche Herr am Telefon in Aussicht; Zu gegebener Zeit werded Ihr hier in Kenntnis gesetzt.

Zurück zur Thematik, zum Wieso; Man kann nun nicht hinter jeden Entscheid blicken. Wieso wird jemand, welcher Radarkästen in Brand steckt von der SHN als Hohlkopf betitelt. Oder woher weiss der Schreiberling, dass es in der Regel ein abgelichteter Raser ist, welcher solch niederträchtige Taten verübt. Künftig muss ich nach einer fotodokumentarischen Erfassung meiner gesetzeswidrigen Tätigkeit im Rahmen der Fahrzeuglenkung dafür beten, dass keiner den heiligen Kasten schändet, ich sonst als Verdächtiger geahndet werde und prophylaktisch wohl eine Rechnung erhalte. Einer wird sie schon bezahlen. Nur ein Narr geht davon aus, dass jegliches verkehrstechnische Vergehen durch ein Foto belegt sei, oder warum liegt die Bringschuld für Entlastungsbeweise bim Beklagten, anstelle der üblichen Praxis in dubio pro reo. Nicht der Staat muss mir meine Schuld beweisen, ich muss meine Unschuld beweisen. Natürlich bietet der Staat Hand dazu, gegen Gebühr werden Fotos angefertigt und ich setze automatisch ein kostenintensives Strafverfahren in Gang. Wie dem auch sei, Beweis oder nicht, der günstigste Weg ist das Begleichen einer Busse. Und bei diesen Ausführung überlege ich, ob die Weltwoche doch mein Blatt sei…

Tatsache ist, dass genau solche Ereignisse mir wunderbar Material zur eigenen Selbstdarstellung bieten und ich dem geschätzten, und effektiven auch, Leser meine Ansichten aufdrücken darf.

So höre ich also Morgen für Morgen Radio Munot und sammle Eindrücke. Nun, über die dilettantischen Ergüsse der Radio Treibenden zu schreiben mag erscheinen, als wollte ich erklären, dass Regen nass sei; nichts Neues eben.
Aber wenn einem Martin Bartholdi die  Nathalie Wiese Thommen mit einer Erdbeere im Mund auf einem Silbertablett präsentiert… Sie zwingen mich ja förmlich.
Während also die Oral B Sonic Complete in meinem Mund ihr frühmorgendliches, ultraschallendes Werk verrichtet, dröhnt aus meinem Badetempellautsprecher dem erwachenden Ohr eine Fanfare entgegen.
Vor dem geistigen Auge formiert sich eine kleine Parade, mit wichtigem Tambourenstab schwenkenden Herren voran und den Trompetern dicht am Hacken folgend. Gleich nebenbei, welcher Tätigkeit liegt die Funktion des wichtigen Tambourenstab schwenkenden Herren zugrunde? Bisher dachte ich mir, ‘ich habe kein Taktgefühl, ich kann kein Instrument spielen, im Gleichschritt marschieren bewirkt jedoch eine Art der Stimulation, ich will dabei sein’. Ähnlich dem ‘Du bist nicht schwul, stehst aber trotzdem gerne mit Kumpels unter der Dusche – Komm zur Armee’. Ihr dürft mich aufklären, denn ich belästige Wikipedia nun wirklich nicht gerne mit meinen Fragen.
Zurück zur Parade; Gerade ziehen in weiss-roten Pumphosen die Trommler vorbei und mitten drin ein Schreier; Verkehrsinformationen von Radio Munot, präsentiert von den städtischen Werken.
Und wie jeden Morgen, folgt auf die Parade die kurze und knappe, aber nicht minder wichtige, Aussage “Keine Meldungen von den Strassen Schaffhausens”.
Überraschung! Aber, so weiter im Text; Würde ich in einem Stau stehen, welchen Radio Munot nun übersehen hat, darf ich diesen gerne melden!
Der morgendliche Stau von der Enge Beringen bis zur Mühlenstrasse Schaffhausen ist zu klein oder flüchtig, um von den Radio Machern als solchen zu erwähnen, oder man will keine schlafenden Hunde wecken.
Die Parade zieht weiter und ich schreibe dies nicht übertrieben floristisch; Die Jingle’s mit Meldung der Sponsoren, untermalt von heroischen Klängen wird mir das schadstoffarme Erdgas feil geboten,nehmen siebenundachtzig Prozent der ganzen Durchsage in Beschlag.
Während die pfeifenden Clowns um die Ecke ziehen, frage ich mich, welche Staus ich denn der Meldung würdig erachten würde und wieso überhaupt. Die wirklichen Staus finden sich, dem Herrgott sei’s aus meiner Sicht als Lenker eines Kraftfahrzeugs gedankt, ausserhalb des sendetechnischen Einzugsgebiets unseres Radiosenders, und jeden Morgen den Engestau zu melden…
Genau…

Zudem, ich möchte die Herrschaften nicht auch noch ermutigen, sonst wird mir unlängst das Lawinenbulletin vom Eggeweg Beringen präsentiert.

Bin ich so richtig knapp unterwegs, das heisst an fünf Tagen der Arbeitswoche da es mir an Motivation mangelt das Haus um drei Minuten nach sieben zu verlassen, erwische ich eben noch die Rubrik Besserwisser.
Während SWR 3 in seiner Morgensendung den Gag vor ewigen Zeiten unter dem Titel ‘Klugscheisser’ ausstrahlte, präsentierte sich die Sache folgendermassen. Eine x-beliebige Moderation wurde mitten im Wort unterbrochen und die Radiomacher versorgten einem mit einem vertieften Hintergrundwissen zu einer Thematik welche kein Schwein interessierte worin dann auch die eigentliche Komik lag. Radio Munot übernahm nun diese Idee, natürlich perfektioniert, sind ja keine Anfänger.
Die Überraschung wird angekündigt mit einem eigens komponierten Jingle, darauf hin liest der Moderator eine aktuelle Meldung um alsbald mitten im Wort zu stocken und eine gefühlte Ewigkeit danach bringt sich der ‘Besserwisser’ in gelangweilter Manier ein.
Ein Brüller…

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Ein Huhn überquert die Straße

Warum tut es das?

Kindergärtnerin:
Um auf die andere Straßenseite zu kommen.

Plato:
Für ein bedeutendes Gut.

Aristoteles:
Es ist die Natur von Hühnern, Straßen zu überqueren.

Karl Marx:
Es war historisch unvermeidlich.

George W. Bush:
Dies war ein unprovozierter Akt des internationalen Terrorismus und wir behalten uns gegen das Huhn jede Maßahme vor, die geeignet ist, die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten sowie die Werte von Demokratie und Rechtgläubigkeit zu verteidigen.

Johannes Rau:
Ich glaube, das Huhn hat uns auf eine ganz bestimmte ruhige Art und Weise gezeigt, dass es gerade in einer Zeit, die so viele Menschen nachdenklich macht – ich erlebe das in meinen Gesprächen immer wieder -, darauf ankommt, eine Straße nicht als etwas Trennendes zu begreifen, sondern als etwas, das die Herzen der Menschen zueinander führen kann.

Captain James T. Kirk:
Um dahin zu gehen, wo noch nie ein Huhn zuvor gewesen ist.

Christian Morgenstern:
Wir wissen es nicht, aber wir fragen uns: Wird dem Huhn man nichts tun? Hoffen wir es, sagen wir es laut, dass ihm unsre Sympathie gehört, selbst an dieser Stelle, wo es stört.

Hippokrates:
Wegen eines Überschusses an Trägheit in der Bauchspeicheldrüse.

Martin Luther King jr.:
Ich sehe eine Welt, in der alle Hühner frei sein werden, Straßen zu überqueren, ohne dass ihre Motive in Frage gestellt werden.

Moses:
Und der Herr sprach zu dem Huhn: “Du sollst die Straße überqueren”. Und das Huhn überquerte die Straße, und es gab großes Frohlocken.

John F. Kennedy:
Frage nicht, was das Huhn durch das Überqueren der Straße für dich tun kann,
frage, was du als Bürger der freien Welt für das Huhn tun kannst.

Helmut Kohl:
Ich habe dem Huhn mein Ehrenwort gegeben, seine staatsbürgerlichen Gründe für das Überqueren der Straße nicht in aller Öffentlichkeit breit zu treten.

Clinton:
Ich war zu keiner Zeit mit diesem Huhn allein.

Macchiavelli:
Das Entscheidende ist, dass das Huhn die Straße überquert hat. Wer interessiert sich für den Grund? Die Überquerung der Straße rechtfertigt jegliche möglichen Motive.

Gerhard Schröder:
Ich sach das jetzt mal so – wahrscheinlich hat das Huhn auf der anderen Straßenseite eine ruhige Hand mit Futter entdeckt. Basta!

Freud:
Die Tatsache, dass Sie sich überhaupt mit der Frage beschäftigen, dass das Huhn die Straße überquerte, offenbart Ihre unterschwellige sexuelle Unsicherheit.

Bill Gates:
Ich habe gerade das neue Huhn 2000 herausgebracht, das nicht nur die Straße überqueren, sondern auch Eier legen und ausbrüten kann.

Pfarrer Jürgen Fliege:
Die Frage ist nicht, “Warum überquerte das Huhn die Straße?”, sondern “Wer überquerte die Straße zur gleichen Zeit, den wir in unserer Hast übersehen haben, während wir das Huhn beobachteten?”

Edmund Stoiber:
Der – äh – das Huhn hat, wie ich meine, und wie die Auffassung einer Mehr-bzw. Vielzahl von Bundesbürgerinnen und Bundesbürgern, gerade auch hier in Bayern, aber ebenso in den neuen alten Bundesländern zeigt, so bin ich geneigt anzunehmen, dem Bundeskanzler und hier insbesondere der Bundesregierung, die es ja versäumt hat, in der Gesetzgebung und gegenüber den Vereinigten Staaten auf die Richtung einzugehen, mithin nicht erstaunen, …äh, zu vermitteln vermag.

Darwin:
Hühner wurden über eine große Zeitspanne von der Natur in der Art ausgewählt, Straßen zu überqueren.

Einstein:
Ob das Huhn die Straße überquert hat oder die Straße sich unter dem Huhn bewegte, hängt von Ihrem Referenzrahmen ab.

Dieter Bohlen:
Also ich find das nur absolut geil, wie das Huhn das da so gemacht hat. Rattenscharf.

Buddha:
Mit dieser Frage verleugnest du deine eigene Hühnernatur.

Hemingway:
Um zu sterben. Im Regen.

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Shopping!

Die Tage gedenke ich wieder einmal meine Fähigkeiten auf zwei Brettern zu erproben. In Anbetracht der Umstände, dass ich mich schon länger nicht mehr mit der Ausübung des Skisportes befasst hatte, war eine Überarbeitung der dafür notwendigen Ausrüstung unumgänglich.
So bewegte ich mich zu Müller Sport in Singen. Genau, ich gehe zum Einkaufen über die Grenze. Schon wieder. Nicht wegen der Schnäppchen, nur am Rande wegen der Euronen, vor allen Dingen aber wegen der Auswahl. So der Gedanke.
Gewiss gibt es eine unglaublich ausgeklügelte Strategie wie die Verkaufsfläche mit den feil gebotenen Artikeln zu bestücken sei. Natürlich im Hinblick darauf, dem Klientel möglichst viel Geld aus den Rippen zu leiern.
Nun werfe den speziell talentierten Menschen mitten zwischen die Regale und freistehenden ob dem Angebot durchgebogenen Kleiderstangen und lasse ihn ein Kleidungsstück suchen.

Unlängst durfte ich die Bekanntschaft einer exzellenten Einkaufsberaterin machen, doch bin ich nicht ihre alleinige Verpflichtung, so muss ich für heute ein grosser Junge sein und alleine losziehen.
Meine Unfähigkeit die Namen von Farben in Einklang mit einer betrachteten bunten Oberfläche zu bringen, ist nur die erste Herausforderung. So werden in erster Linie Farben herausgefiltert, welche mein Hirn mit einer 86.7 prozentigen Wahrscheinlichkeit einem Muster zuordnen kann, was die Auswahl erst einmal einschränkt. Es sei mir verziehen, dass man mit Schwarz nicht viel falsch machen kann und ich gerne auf Nummer sicher gehe.
Die Begebenheit, dass junge Männer keinen Bartwuchs mehr haben und gerne einmal den Kajalstift der Freundin benutzen führt nicht nur die Gesellschaft wieder einen Schritt in die Nähe der Popstars der 80er Jahre, sondern macht auch feminine Muster und Farben zum unisex Gemeingut. Mann trägt Stretch-Jeans und rosa Blumenmuster.

So ich also ein Kleidungsstück mit hoher Trefferwahrscheinlichkeit mit der Farbe Rosarot bezeichnen kann, bedeutet dies noch lange nicht, dass ich in die Damenabteilung abgerutscht bin. Da es mir nicht im Traum einfallen würde, meine Blösse in Rosa zu bedecken, ist dies nicht weiter tragisch. Wenn jedoch das vermeintliche Blaub eben auch ein Lila sein könnte und das Produkteetikett weder über Farbe noch Zielgruppe für betrachteten Artikel Auskunft erteilt, zudem die Damen und Herrenabteilung nicht klar signalisiert und durch einen kleinen Zaun mit Gartentor getrennt ist, wird das Ganze eine Spiessrutenlauf.
Unweigerlich sinkt der Spassfaktor mit zunehmenden Herumirren und wandelt man gar zu orientierungslos zwischen den Regalen, fühlt sich über kurz oder lang eine aufmerksame Verkaufsangestellte genötigt, mir ihre Unterstützung anzubieten. Darauf antwortet man für gewöhnlich, dass man nur eben gucke und hofft inständig, man bewege nicht gerade in demonstrativ guckender Weiser Damenkleider am Bügel von Rechts nach Links. Den stoischen Mienen der Angestellten ist nicht zu entnehmen, ob man überzeugend den Nur-Guckenden mimt, oder ob die gerade vorgeführte Tätigkeit in 15 Minuten Anlass für Schenkelklopfer und Bauchweh im Pausenraum liefert.

Natürlich könnte ich um Hilfe bitten, aber so springen wir vom Regen in die Traufe.

Denn eindeutig indentifizierbar als männliches Kleidungsstück sah ich eine schicke Jacke mit Hose eines namhaften Herstellers, reimend auf Löffel.
Aber diese Sicherheit schien mir mit 500 Euro teuer erkauft. Ich nahm die Kleider von der Stange drehte sie nach rechts und links, guckte oben und unten rein. Da war weder ein Fernseher eingebaut noch hing ein Kleinwagen am Reissverschluss. Man erhielt tatsächlich nur einen hochsynthetischen Stoff. Gewiss, nach dem modernsten Verfahren hergestellt, kühlend und wärmend zugleich und so unzerstörbar wie die Scheren-Verpackung in der Migros.
Man kann durchaus 500 Euronen für ein Kleidungsstück ausgeben, doch nicht für eine Skiklamotte, welche ich keine zwei Wochen im Jahr trage. Würde nun ein Verkäufer beratend und beschwörend um mich kreisen, wäre die Gefahr gross, dass ich genau mit selbigem Artikel zur Kasse trete. Ein Drahtseilakt.

Übung halt an dieser Stelle, ich setzte an den Laden zu verlassen bis mein Elan gebremst wurde, da ich mich an einem Stosszahn eines prähistorischen Tieres verfing. Bildlich gesprochen, aber ihr versteht mich schon. Hier erhält man für 500 Euronen noch viel weniger Stoff.
Doch wir wollen nicht weiter über Geld reden und nein, ich löhnte auch bei allem Patriotismus nicht eine solch stolze Summe für ein Kleidungsstück.
Dennoch erschien mir bei diesen Artikeln die Verwendung etwas universeller, auch wenn ich damit, in modischer Betrachtungsweise, gewiss völlig untauglich für die Piste bin. Da scheinen harte Regeln zu gelten; Erklärte mir doch kürzlich ein Kollege, dass die Ausübung von Skisport in einer Jacke, wenn auch explizit Skijacke mit Schneeschutz und so, der Marke Helly Hansen ein totales No-Go sei. Manchmal muss ich einfach auf die Meinung von Experten vertrauen.

Als solcher sich der Verkäufer, wir sind mittlerweile wieder bei einem Schweizer Grosshandel dessen Name dem Altgriechischem anlehnt, gewiss auch bezeichnete. Doch beginnen wir vorne.
Benötigte ich doch ein Beinkleid und geschnalltes Schuhwerk, war jedoch nicht mehr gewillt Geld auszugeben. Beinkleider fand ich im Preis reduziert und genau ein Exemplar in meiner Grösse und einer genehmen Farbe, einem erfrischenden Schwarz. Trotz Abwesenheit meiner Styleberaterin befolgte ich doch gewisse Richtlinien und bewegte mich widerstrebend in einen beengenden Raum mit einem stählernen Hocker, Spiegel und Haken an der Wand. Nein, nicht der Darkroom des örtlichen Nachtklubs, die Umkleide des regionalen Athleticums. Die Hose bescherte mir gewissermassen ein gebärfreudiges Becken und einen flachen Arsch, so sah ich mich zumindest, vielleicht leide ich auch unter einer abgeschwächten Form von Dysmorphophobie. Was solls, mein Shopping-Bedürfniss war ziemlich befriedigt und mit Weibsvolk gehe ich voraussichtlich auch nicht in den Schnee. Bleiben wir mal lässig.
Schuhe… Auch im Preis reduziert, Gott segne den Konkurrenzkampf, das nahe Euroland und den WSV. Da die Nummern von 27 bis 32 verliefen, ich jedoch eine solide 41er Schuhgrösse vorweisen kann, war ich leicht überfordert. Nach dreimaligem Umrunden des Regals gab ich die Suche nach der Umrechnungstabelle für Idioten auf und begann zu probieren. Leider nicht ein rein und raus wie beim Schäferstündchen, da waren beim bevorzugten Modell jedesmal vier Schnallen zu lösen und ein geknülltes Papier aus dem Zehenraum zu fischen. Wenn alle Kunden so verfuhren wie ich und das Papier unauffällig unters Regal kickten, konnte ich mit einer beruhigenden Sicherheit davon ausgehen, dass noch nicht halb Schaffhausen seinen Fuss in meinem künftigen Schuh hatte.
Das vierte Paar sass gut, liess Platz für die Skisocken und ein elegantes Wippen an Ort und Stelle vermittelte den Eindruck von währschafter Standfestigkeit. Zudem wirkte ich gewiss ausserordentlich Professionell.
Nicht professionell genug für den schmalen Verkäufer, welcher mir begegnete, als ich mit den lässig an meiner Seite schlenkendern Schuhen die Kasse anstrebte.
“Passen sie?”
Fragen alle Schuhverkäufer. Was erwarten sie? Wohl kaum mein “Nein, ich kaufe aus Prinzip keine passenden Schuhe”.
Ja, sie passen. Ja vorne und an den Seiten. Nein, sie drücken nicht. So befriedigt entliess er mich zur Zahlstation, mit dem Hinweis, ich dürfe meine Skier zur Anpassung bringen.
Und bei diesem Satz fällt mir ein, dass ich den Kassenzettel aus Gewohnheit wohl beim nächsten Müllbehälter entsorgt habe.
Was solls, Skischuhgrundplatten sind eh genormt und sonst guckt man halt. Bei solchen Sachen bin ich lässig.

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Geschichte deines Lebens

Seid Ihr noch dabei?

Der neueste Clou, und ein rotes Tuch für Datenschützer, ist ja die Timeline.
In erster Linie werden eure entfernten Kommentare wieder eingefügt, ‘gelöschte’ Bilder hervorgekramt und der versehentliche Klick auf “Gefällt mir” bei Beate Uhse wird ebenso reaktiviert.
Die ganze Geschichte in einer schönen, ihr erratet es, zeitlichen Abfolge. Begonnen beim ersten Status “Hallo, ich bin auch hier” bis hin zu “Juhuu, W-Lan im Altersheim”.

Die Reaktivierung der alten Beiträge macht durchaus Sinn.
So animiert man die facebook-Muffel, sich endlich mal wieder mit der Plattform auseinanderzusetzen. Ein bewährter Trick, ähnlich der kürzlichen Neuerung “Kontrolliere welche Mails du von facebook erhälst”. Wirkt auf den ersten Blick sehr angenehm, dein elektronischer Briefkasten wird nicht zugemüllt, auch wenn noch 645 weitere Benutzer bei dem Video des Urin trinkenden Affen auf “Gefällt mir” klicken.
Allerdings erhälst du auch keine Meldung wenn Dir jemand an die Pinnwand schreibt, daher loggst du dich automatisch öfters ein; Nur so bist du auch empfänglich für die Werbung und dies ist ja der Sinn und Zweck von facebook.

So wirst du also eines Tages nach dem Einloggen die Timeline zur Weiterverwendung von facebook akzeptieren müssen und erhälst ab diesem Moment sieben Tage Zeit, dein Konto von unliebsamen Beiträgen zu reinigen. Sind diese verstrichen, ist deine Vergangenheit in Granit gemeisselt.

Finde ich ehrlich gesagt noch witzig. Man stelle sich die armen Nutzer vor, welche seit Jahren ihre Pinnwand unaufhaltsam füllen; Hier ein Gefällt mir, da ein Kommentar, hüben ein Video und drüben ein Bild. Zwanzig Interaktionen von dir, und deinen “Freunden” in deinem Namen, pro Tag über drei Jahre hinweg macht nach Adam Riese 21900 zu löschende Beiträge, so du einen Neustart willst.
Dazu wird jede Löschung eine Bestätigung inklusive Setzen eines Häkchens erfordern, nicht dass du aus Versehen noch deine Pinnwand leerst.
Wir sind also bei 65700 Klicks um deine virtuelle Lebensgeschichte zu tilgen.

Gelegentlich ein Neustart, wegen Überlastung des Systems…
Entweder vernachlässigt man die Arbeit etwas, über 9300 Klicks pro Tag erfordern Einsatz, oder es wäre ein guter Moment sich mit dem Einsatz von Makros auseinanderzusetzen.

Der Zuckerberg ist schon ein Fuchs, Hut ab. Zudem, den Aufschrei der Datenschützer kann ich nicht nachvollziehen. Jeder entscheidet selber, was er mit der Welt teilen will, niemand greift auf fremde Festplatten zu. Wer sich beim Bepinkeln des Chefe’s Mercedes fotografieren lässt und das Bild auf facebook stellt braucht keinen Datenschützer sondern eine Portion gesunden Menschenverstand.

Des weiteren, personalisierte Werbung; Immer her damit!
Gucke ich RTL oder Sat 1, wird mir Werbung für geflügelte Hygieneartikel und Waschmittel um die Ohren gehauen. Tausend Dinge, welche ich nicht gebrauchen kann. Klick ich mich bei facebook rein, erhalte ich gefilterte Werbeanzeigen von Schnäppchenhotels in meiner bevorzugten Ferienregion oder Hörbuchvorschläge von meinen Lieblingsautoren und schon hat man ein Weihnachtgeschenk gefunden.
Ein toller Service!

Nun, meine Wenigkeit hat schon letzte Woche bei facebook den Austritt gegeben.
Eine rührende Aktion; Es erscheinen Bilder von selten bis nie kontaktierten “Freunden” welche sehr entäuscht sein werden wenn du jetzt gehst.
Die Entäuschung meiner 78 (ihr könnt das Lachen wieder einstellen) Freunde hielt sich etwas in Grenzen. Gerade mal zwei haben bisher bemerkt, dass ich nicht mehr dabei bin.
Aber darum geht es nicht. Im realen Leben komme ich auf kaum die Hälfte Bekannte und mit den etwa zehn Freundschaften welche ich pflege, kann ich gut auch via Handy Kontakt halten ohne dass mich die Rechnung ins Armenhaus treiben wird.
Der ganze Rest meines “sozialen Netzwerks” hat sich über die Jahre so angesammelt, wie Garantiescheine in der Schreibtischschublade; Man wird sie nie brauchen und dennoch behält man sie.
Das Ansehen von tollen Ferienfotos und youtube-Videos, das Ablehnen von FarmVille und HappyTown-Anfragen und Beglückwünschen zu Statusänderungen ist irgendwann auch nicht mehr so unterhaltsam, die Sache wurde nur noch lästig; Es war einfach eine Konsequenz, nichts persönliches.

Das Leben ohne facebook ist weder langweiliger noch spannender, es geht einfach weiter. Man klappt vielleicht das Notebook mal etwas früher zu, oder etwas weniger auf.

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Num liberum hominum arbitrium e sui ipsius conscientia demonstrari potest?

Die Frage der ‘Königlichen Norwegischen Societät der Wissenschaften’ aus den dreissiger Jahren des 19. Jahrhunderts lässt sich in einem Satz beantworten.
Ach so, pardon;

Lässt sich die Freiheit des menschlichen Willens aus dem Selbstbewusstsein heraus beweisen?

Die Antwort darauf;

Kann ich wirklich wollen, was ich will?

Eine Gegenfrage ist natürlich eine unhöfliche Weise der Antwort, so denn nicht gefragt wird ob anstelle der Antwort selbige erfolgen darf, was wiederum durch selbiges Tun relativiert wird. Stellt sich die Frage ob der Verwerflichkeit, so denn die Frage rhetorischer Natur ist, was gewissermassen keine Frage im herkömmlichen Sinne, denn mehr die, wohlgemerkt etwas gönnerhafte, Motivation den Intellekt des Gegenüber auf die eigene Linie zu lenken.

Eine rhetorische Frage bedarf keiner Antwort, so diese dadurch ihren Status verlüre. Würde mein alter Deutschlehrer, der Herr Stäheli, vor meinem Pult stehen, hochgewachsen mit dem militärisch kurzgeschnittenen, schwarzen Haar, auf den kleinen pummeligen Schüler herunterblicken und eine Zusammenfassung von Schopenhauer’s ‘Über die Freiheit des menschlichen Willens’ verlangen, müsste ich der Korrektheit halber obenstehenden Satz abliefern und zeitgleich der Korrektheit und dem Lehrplan willens mir eine 1.5, in der Schweiz haben wir ein umgedrehtes Notensystem, einhandeln mit dem oft verwendeten Anhang, in roter Schrift gehalten, Minimalist.
In der heutigen Zeit wäre ich daraufhin wohl ein Fall für den Schulpsychologen.

Eine weitere Anekdote; Beginnend, dass ich den Unterricht zu spät antrat, eintretend, etwas schnaufend, die blaue Schulttasche in der Hand, früher tauschte man mit Eintritt in die Oberstufe den fellbesetzten Schülerthek gegen eine sogenannte Mappe, eigentlich zwei Taschen welche durch überschlagen auf- oder zugeklappt wurden, um sich von den Primarschülern abzuheben, was gerade in meinem Fall alleine durch die optische Erscheinung kaum gewährleistet war. Leider, die Geschichte in der Geschichte, wurde mit meiner Generation der Rucksack schultauglich und wie die Menschen so sind; Man ist nie altmodischer als im Moment des Umbruchs. Dieser Pflichtrucksack war damals im Vilan für 36 Franken zu erstehen, grau mit einem Adidas-Logo. Kostete nicht die Welt, doch wenn man bedenkt, dass ich alleine für das Busbillet von 1.5o, einfach, Pfandflaschen aus dem Container hätte fischen müssen, wären 36 Franken schon ein rechter Batzen.
Stand ich also da, mit Mappe und schnaufend, bereit dem Lehrer eine Erklärung zu liefern. Wahrheitsgemäss führte ich an, dass ich den Geografie-Atlas vergass und deswegen auf halbem Weg nochmals nach Hause sprinten musste, worauf der Lehrer entgegnete “Pah, Ausrede”. Nein, so sei es gewesen. “Und dennoch, eine Ausrede”, womit er sich abwandte und weiter die Tafel bekritzelte. Der kleine pummelige Junge war etwas verwirrt, er wusste nicht genau um die Definition von Ausrede, doch dem Kontext entnahm er, dass eine Ausrede nicht dasselbe wie eine Eklärung war. Es resultierte daraus keine Diskussion, denn es herrschte ein strenges Regime, noch Zucht und Ordnung in der Schule.
Wikipedia gab es damals noch nicht, heute weiss er natürlich, dass er damals, es war der Herr Oberholzer so ich mich recht entsinne, als Lügner bezeichnet wurde.

Worauf ich hinaus will, warum auch immer der Junge zu spät kam, er musste sich genau betrachtet um keine Erklärung, meinetwegen auch Ausrede, bemühen da es keinerweise einer Laune oder seiner Freiwilligkeit entsprang, den Unterricht nicht zu vorgeschriebener Stunde anzutreten.
Es birgt eine gewisse Ironie, dass das Leben ohne unser illusorisch höchstes Gut einiges bequemer wäre, ich spreche von der Freiheit.

Freiheit bezeichnet die Möglichkeit, ohne innere oder äussere Zwänge zu entscheiden. Jede Entscheidung birgt Konsequenzen welche es abzuwägen gilt und so wir eine Möglichkeit annehmen übernehmen wir die Verantwortung für die getroffene Entscheidung. Die Verantwortung kann abgenommen werden, so die Rechtssprechung, sofern die Person nicht den Weitblick besitzt, die direkten Konsequenzen abzuschätzen.

Unsere Rechtssprechung beruht darauf, die gesamte Funktionsweise des Menschen, als Individum und Teil des Systems, beruht darauf, dass wir die Macht besitzen Entscheidungen treffen und, so das Allgemeinverständnis, der Freiheiten kann der Mensch nicht genug haben. Macht, je mehr wir davon haben, desto freier sind wir im Treffen von Entscheidungen, wer Macht hat kann sich über gewisse Grenzen hinwegsetzen, vergrössert seine Freiheit. Der Wert seiner Freiheit wird gesteigert, indem er andere in ihrer einschränkt, ähnlich dem Glücksprinzip, wir erinnern; Um Glück zu erkennen benötigen wir einen Unglücklichen als Steighilfe.

Kann ich wirklich wollen, was ich will?

Wie nun passt diese Aussage in dieses System. Genau, überhaupt nicht. Wenn der Mensch keinen freien Willen hat, wie kann man dem Menschen eine Handlung zum Vorwurf machen, wie soll er Konsequenzen tragen, gar zur Rechenschaft gezogen werden? Ohne freien Willen wird er nur geleitet von der Kausalität, doch wen zieht man nun zur Rechenschaft. Zudem ein Kopf rollen muss, wir so die Kausalität im Sinne des abschreckenden Beispiels vorantreiben.

Was für eine Ironie.
Durch die Illusion, der Mensch wäre in Handeln und Denken frei, legt er sich eigentlich erst unter das Joch.
Was dem Menschen eigen, für sein Tun stets einen Verantwortlichen zu suchen, ist demzufolge nicht eine eine erbärmliche Eigenschaft sondern die einzig aufrichtige Handlung. Doch wie soll das System auf einer solchen Basis funktionieren. Um sich nicht in den Wirren der Handlungsstränge zu verwickeln, ist die einfachere Lösung, man gesteht dem Menschen einen freien Willen, Freiheit, zu.

Ein Thema, für welches keinen abschliessenden Satz gibt. Und deswegen beschliesse ich einfach die heutigen Ausführung mit einem ‘Schönen Abend allerseits’.

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