Viel Verkehr am Wochenende – Presseschau

Viele Autos fahren einerseits schneller als die erlaubten 50 Kilometer pro Stunde, andernseits ignorieren sie den Rechtsvortritt.

SN 27. April 2012

So Frau Lara Toffolon aus Flurlingen, anlässlich der unverschämten Dreistigkeit, mit welcher die Automobilisten den abendlichen Stau an der Katzensteig via Flurlingen umgehen.

Richtig, die Neustrasse ist selbige, bei welcher die Intelligenzbestien von Raumplanern die Strassenbeleuchtung vom Gehsteigrand in die Fahrbahn versetzt haben. Zudem ist es eine der wenigen Hauptstrassen, oder eben nicht, bei welcher jede einmündende Strasse den Rechtsvortritt geltend machen kann.
Schon früher, als es eine normale Strasse war, fuhr man aufgrund des Gefälles im dritten Gang mit 60 Stundenkilometern, im zweiten Gang heulend mit 40 Stundenkilometern oder alternativ mit glühenden Bremsscheiben von der Winterthurerstrasse zur Rheinbrücke runter.
Dann diese baulichen Massnahmen. Nun erinnern die Autos eher an hüpfende Känguruhs, da man in 30 Meter-Abständen in die Eisen latschen muss, um den schlecht einsehbaren vortrittsberechtigten Strassen von rechts Rechnung zu tragen. Sollte da wirklich einmal jemand stehen, ist er sich nicht bewusst, dass er Vortritt hat und der Verkehr steht erstmal.
Fahrer welche ihr Rechtsvortritts-Recht nicht wahrnehmen sind beinahe von selber Mühsamkeit, wie hektisch winkende Rentner am Fussgängerstreifen; Man solle weiterfahren möchten sie einem signalisieren. Natürlich nicht solange man rollt, sondern erst, wenn die Räder stehen. Nur schon aus Prinzip bleibe ich stehen, im Endeffekt verzeigt einem die Ratte noch.
Rentner führen auch gerne Gespräche am Fussgängerstreifen, da trifft man sich halt; Ich bleibe stehen, bis sie die Strasse überquert haben, ob sie nun auf die andere Seite wollen oder nicht. So sind die Verkehrsregeln.

Weiter auf der Neustrasse; Im unteren Teil stehen die Kandelaber im Weg. Dass man in der dreissiger-Zone damit rechnen muss, dass Blumentöpfe auf der Fahrbahn stehen hat sich eingebürgert. Aber auf einer normalen Strasse Laternenmasten können einem schon überraschen. Aber der Stop & Go-Verkehr ist gut für lange, heisse Sommer.

Der Gemeinderat möchte nun an selbiger Strasse Parkfelder links wie rechts verteilen, um den Verkehr zu bremsen.
In einer Hauptverkehrsachse ist mein parkiertes Auto als Hindernis also erwünscht, in einer kaum befahrenen Seitengasse der Stadt werde ich für dieses Tun gebüsst.

Hä, die Polizischte.

Weiter im selben Intelligenzblatt;

Wir müssen hier praktisch von 60 auf 100 beschleunigen – das ist vielleicht mit einem Turbo möglich. Aber nicht alle sind es gewohnt, so schnell einzuspuren.

SN 27. April 2012

So Stephan Dové, Gemeindepräsident von Laufen Uhwiesen.
Erstmals; Turbo’s sind schlecht für lange heisse Sommer, besser grosse Motoren mit grossem Spritverbrauch verwenden.
Zweitens; Der Gemeindepräsident gibt unumwunden ein Nichtbeherrschen des Fahrzeugs vor; Er weiss nicht wie man beschleunigt. Ein jeder, welcher schon einmal ein gerichtliches Schreiben mit der Aussage “Nichtbeherrschen des Fahrzeuges” erhalten hat weiss, nun ist erstmal ein Monat Busfahren angesagt.

Mein lieber Herr Dové, bei der Einfahrt Reichenburg auf die A3 muss man sogar von 60 auf 120 beschleunigen, stellen sie sich dieses Szenario vor!
Aber ganz grundsätzlich gilt; Wer sich nicht befähigt fühlt sein Fahrzeug zu beschleunigen, der sollte vielleicht Autobahnen meiden. Auch wenn sie nur Mini sind.
Und enge Parkplätze, knappe Seitenstrassen, das Fahren im Stossverkehr, Situationen welche schnelle Reaktion erfordern und bitte; Umfahren sie Schulen weiträumig! Zum Wohle aller.

Mit wem halten jetzt die Einsamen ein kurzes Schwätzchen, das auch nur aus ein paar wenigen Sätzen bestehen kann?

SN 28. April 2012

sorgt sich Herr Gerold Külling aus Schleitheim in einem Leserbrief, bezüglich dem Busbillet-Bezug am Automaten statt beim Chauffeur.
Diese Möglichkeit zur Bekämpfung der sonntäglichen Einsamkeit habe ich noch nie ins Auge gefasst. Gerade weil der Schreiber im gleichen Brief befürchtet, der Chauffeur vereinsame obwohl er eine ganze Wagenladung Menschen transportiert.
Bitte; So ich beginne Sonntags Bus zu fahren, nur um mit jemandem zu sprechen, möge sich einer meiner wenigen sozialen Kontakte erbarmen, mit mir einen finalen Spaziergang auf die Hemishofer-Brücke zu unternehmen.

Beschliessen wir die Presseschau mit einem gelupften Krönchen:

Geschätzte Kritiker der Miss-Schweiz-Wahl

Sie haben recht. Es existiert eine massive Übersättigung an Castingshows aller Art, explizit an Schönheitswahlen. Von der Apfelkönigin bis zur Miss Alpenrhein kann man sich nahezu in allen Bereichen eine Schärpe umhängen lassen. Die Absetzung vom Schweizer Fernsehen empfinden Sie als folgerichtig, am liebsten würden Sie die Wahl gar ganz absetzen, um diesem «narzisstischen Trend» ein Ende zu setzen.

Ich stimme Ihnen zu, ich mag auch keine Menschen, die sich per se und mit absoluter Talentfreiheit nur über ihren Titel profilieren.

Am liebsten wettern Sie, falls möglich noch unter der Gürtellinie, über Ex-Miss-Schweiz Melanie Winiger, betitelt sie in Kommentaren als «unechte Schauspielerin», welche nur «eine billige Schauspielschule, die man ohne Talent besuchen kann», absolvierte. Und «Tages-Anzeiger»-Redaktorin Simone Meier schreibt in einem Kommentar gar von einer «Parade der Peinlichkeiten – Kerstin Cooks Studienlüge, das national sichtbare Tamponschnürchen der Cleo Heuss, all die Mädchen, die das Matterhorn nicht erkannten und höchstens vier Kantonswappen richtig zuordnen konnten.» Besten Dank an dieser Stelle für dass Kompliment. Schmeissen Sie uns bitte alle in einen Topf und sprechen Sie uns ruhig jegliche Form von Individualität ab.

Respektlosigkeit über Respektlosigkeit macht sich in der momentanen Debatte über die Miss-Schweiz-Wahl breit. Die Mädchen werden schubladisiert und das Negative wird aus allem herausgequetscht. Wobei ich Ihnen eines versichern kann: Diese Seiten findet man bei jedem und allem. Wer suchet, der findet. Wo aber bleibt Offenheit und Toleranz gegenüber Andersartigen und Andersdenkenden?

Die Miss-Schweiz-Wahl hat kein Recht mehr auf Existenz, weil sie in der momentan vorherrschenden neoliberalen Strömung nichts mehr zu suchen hat. Was keine Leistung bringt, ist nichts wert. Es geht um Leistungs-, Wettbewerbs- und Konkurrenzfähigkeit. Chancengleichheit, Integration und Partizipation ist ein müdes Echo aus der wilden 68er-Bewegung.

Die Quotenfrage scheint mir eher fragwürdig. Vergleicht man die Miss-Schweiz-Wahl mit der Hauptausgabe der Tagesschau sind die Quoten natürlich bedenklich. Grundsätzlich ist es aber so, dass das Schweizer Fernsehen allgemein mit der Quote kämpft, dies vor allem aus zwei Gründen: die primäre Zuschauergruppe wird immer älter, und die Jungen haben ein anderes Medienverhalten. Die Miss-Schweiz-Wahl war mit Sicherheit eine der Sendungen mit dem jüngsten Zuschauerschnitt und hätte durchaus auch als Zielgruppenverjüngung funktioniert. Die Kooperation für eine Veränderung hätte diesbezüglich aber von beiden Seiten kommen müssen.

Der Urtrieb, besser, schöner und schneller zu sein, ist in uns – ob bewusst oder unbewusst, ob Sie es, geschätzte Kritiker, sehen wollen oder nicht. Durch Impulse kommt er immer wieder zum Vorschein. Den menschlichen Urtrieb, sich zu gleichen, hat es immer gegeben – und es wird ihn immer geben.
Es stimmt, es braucht eine Veränderung am Konzept Miss Schweiz, es braucht mehr Charakter und mehr Hintergrund. Trotzdem bitte ich Sie, Ihren Habitus der Nörgelei endlich einmal einzustellen. Die Miss-Schweiz-Wahl ist nicht abgesetzt, sondern nur verschoben.

Ich bitte Sie daher, geschätzte Miss-Wahl-Gegner, die Sie sich gegen die Sinnlosigkeit dieser Wahl aussprechen: Hören Sie auf, sich den Kopf zu zerbrechen, was Sie mir nun über meine Zeilen an den Kopf werfen wollen, denn das ist auch sinnlos, und tun Sie stattdessen etwas Sinnvolles. Es gibt genug zu tun auf dieser Welt.

Mit freundlichen Grüssen

Julia Flückiger
Vize-Miss-Schweiz, Psychologiestudentin

 

Blick 27. April 2012

Ich beschliesse mit einem simplen “Ui nei……”

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Teurer Klappstuhl

Über die Finanzierung des bedingungslosen Grundeinkommens mache ich mir täglich weniger Sorgen.

Für 10 Mrd. US-Dollar, im Moment etwa 9.1 Mrd Schweizer Franken oder in etwa der reine Brutto-Lohn eines Maurers welcher einhundertzwanzigtausend Jahre arbeitet, kaufen wir uns Liebe beim IWF.
Dank dieser Summe erhalten wir für unseren Platz als Zuschauer am Zaun einen Klappstuhl welchen wir mit Polen teilen. Woher diese Allianz wissen die Götter.

Oder leichter verständlich; Mit unseren Milliarden kaufen wir uns einen Stimmenanteil von 1.45 Prozent. Da dürfen wir bei den EU-Mitgliedstaaten (22,43 % Stimmenanteil) im Rahmen der Sitzungen gewiss auch ein Glas Mineral trinken, einen Schreibstift sowie einen hübschen Notizblock in einer Tasche mit Sternenbanner nach Hause tragen.
Unser Partner Polen, mit welchen wir den Stuhl teilen, hat übrigens einen Stimmenanteil von 0.18 Prozent.
Dies wird sie wohl zu einem wohligen ‘Ich war dabei’-Gefühl ermächtigen.

Die USA, 16.75 % Stimmenanteil, sehen keinen Grund ein Bündel Geld an das Fallschirmchen zu hängen. Sie erkennen keine besonderen Fortschritte in den Bemühungen unserer Politiker.

Lange Rede, kurzer Sinn;
Das Geld liegt anscheinend herum. Man muss sich höchstens einmal um die Verteilung Gedanken machen.

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Das will ich werden – Zollfachmann EFA

Doch lasst mich hinten beginnen.
Meine heutige Trainingseinheit war ausgezeichnet.
Schon einmal bemerkt, welche wankelmütiges Gemüt Eure Lieblingstexte schreibt? Erschreckend…
Wie auch immer; Das Menü im Fitnesscenter bestand aus Hühnerbrust mit Ess-Stäbchen. Etwas armselig, mich mit zwanzig-jährigen Teenies zu vergleichen, aber so ist das nun mal, wir teilen uns alle diese blaue Kugel.
In etwa so blickte es mir aus dem Spiegel entgegen.

Aber natürlich war ich heute auch arbeiten.
Im Zuge des internationalen Güteraustauschs, die Schweizer tragen ihr Geld in die ausländischen Kaufhäuser, ich hole es arbeitenderweise von den reichen Deutschen wieder, kam ich nicht umhin die Grenze zu überqueren.
Und an der Grenze stehen Zollbeamte.
Da wird geregelt, was mit mir über die Grenze darf. Für mich ein Buch mit sieben Siegel. Doch dafür gibt es den Zollfachmann. Oder auch die Fachfrau, auf den ersten Blick müssen diese nicht zwingend zu unterscheiden sein.
So werde ich im kleinen Citroen von den deutschen Beamten, die mit dem Adler am Arm, auf einen Parkplatz verwiesen, als ich ihnen meine sauber vorbereitete Inventarliste präsentiere. ‘Da müssens zu den Schweizern, da drüben’, die Schulter zuckte in eine Richtung, die Hände tief in den Taschen vergraben.
‘Verzeihung, wo genau?’, ich gestehe, als bekennender Nicht-Einkaufstourist und notorischer Quittungs-Stempel-Verweigerer bin ich sehr unbeholfen in dieser ganzen Bürokratie.
‘Na da drüben, bei dem Bus’, es standen drei Busse über vier Parkplätze verteilt, die wippende Schranke zerstreute meine Unsicherheit auch nicht. Ich wollte die zwei schrecklich wichtigen Piraten Zollbeamten nicht noch einmal belästigen und fuhr auf den Parkplatz vor einer deutschen Schanke.
Links ein BMW mit einem PL im Kennzeichen, rechts ein rostiges Etwas ohne Kühlergrill welches die Identifikation erleichtert hätte und einem SK am Nummernschild; Mittendrin mein Firmen-Citroen mit den kaputten Türschlössern.

Stellte ich selbstverständlich erst auf dem Parkplatz fest, als ich unter den lauernden Blicken von fremdländisch anmutenden Herren in Adiletten das dritte mal in den Türschlössern stochernd den Wagen umrunde.
Nachdem ich also dieses virtuelle “Help yourself”-Schild aufgestellt habe, begab ich mich in Richtung der Büroräumlichkeiten, in welchen ich die Schweizer Zollbeamten vermutete. Meine Wahl fiel auf einen blauen Container, gleich neben der Klo-Türe. Die Duftnote liess mich überlegen, ob ausländische Brummifahrer zum Früstück sich herzhaft eine rohe Zwiebel gönnen.
Ich bin nicht sehr gross gewachsen, aber die Theke im Container erschien mir doch etwas überhöht. Legte ich meine Finger an die Kante, konnte ich den Nasenspitz über selbige schieben und den Herren Zollbeamten mit grossen Augen anstrahlen.


So knuffig es auch ausgesehen mag, der Herr Zollbeamte hinter dem Tresen zeigte sich von meinem Anliegen herzlich wenig beeindruckt. Entspannt lehnte er auf seinem Thron, sein Stuhl schien tatsächlich noch etwas erhöht zu sein, zurück und verwies mich mit einer gönnerhaften Handbewegung zu einem gegenüberliegenden Gebäude.
‘Da müssens zu den Schweizern’. Ich glaubte klar an seinem Pullover das Schweizer Zollsignet zu erkennen, aber dies konnte auch täuschen. Nach dem Passieren beschriebener Klotüre brannten immernoch etwas die Augen und Tränen vernebelten die Sicht.

Also glitt ich behende um fünf flanelltragende, dickbäuchige Brummifahrer und betrat ein weiteres Gebäude. Ein langer Gang, links die deutsche Flagge, rechts das Schweizer Kreuz. Ich lief etwas breitbeinig, wann geht man schon durch einen Flur mit je einem Fuss in einem anderen Land, und reihte mich dynamisch hinter einem Bären ein. Einen Bären mit einem Bündel Frachtpapiere in den Tatzen.
Eins, zwei oder drei, letzte Chance vorbei…
Nach drei mal Schlange wechseln, sie kennen dies aus der Migros, stand ich tatsächlich vorne am Tresen. Hinter einem Glastürchen Stefanie Heinzmann und ich überlegte, ob wir nun zusammen Pat der Postbote spielen, so oft öffnete und schloss sie das Türchen.
Wieder schob ich meine Warenliste hin, mit welcher sie gar nichts anfangen konnte.
Was ich liefern würde, wollte sie wissen. Könne ich so noch nicht sagen, einen Teil nehme ich bestimmt wieder mit.
Aber sie müsse es wissen.
Werde ich ihr danach auch gerne erzählen, entgegnete ich.
Das klappe so nicht, wiederum sie, worauf ich, wie ich diese Situation denn nun löse… Türchen zu.
Türchen auf.
…en solle?
Türchen zu.
Türchen auf.
Da müsse ich rüber zu den Deutschen, verwandelte meine Liste mittels Stempel in ein richtiges Dokument und entliess mich.
Türchen zu.

Auf der anderen Seite des Flurs blickte ich durch ein weiteres Glastürchen.
Eine Minute.
Zwei Minuten…
Ich pochte leise an die Glasscheibe, denn dreissig Zentimeter davon entfernt war ein Herr in eine Lektüre mit grossen Buchstaben vertieft. Mit einer Geste wies er mich an, einen Schalter weiter zu gehen, ohne den Kopf vom Artikel zu wenden. Der nächste Schalter war leer, beim Übernächsten trank einer Kaffe; Ich stolperte beinahe schon über den deutsch-schweizerischen Gemeinschaftskopierer, als ich ein halb offenes Türchen sah.

Dahinter ein Bilderbuch-Arier; Blaue Augen, einen blonden Bürstenschnitt nachdem man die Uhr stellen konnte und ein Hemd mit rasierklingenscharfen Bügelfalten.
Der amtliche Stempel der Schweizer verlieh mir etwas Selbstvertrauen, ich fühlte mich nicht mehr ganz wie ein Sans-Papier auf Asylsuche, und so erklärte ich dem Uwe oder Kai die ganze Geschichte nochmals.
Was ich denn liefern würde. Ich wisse es noch nicht…
Das wäre nun aber eine schwierige Situation…
Schweigen.
Bei offenem Türchen.
Es begann zu regnen. (Nicht wirklich, aber würde ins Bild passen)

Was ich denn so ungefähr liefern würde…
Na ja, sicher dies, dies vielleicht, bei diesem weiss ich nicht…
Das klappt so nicht, bemerkte Uwe. Oder Kai.
Ich bin der letzte, welcher anderen den Job erklärt, aber warum nicht eine Idee einbringen.
Er könne die Liste so ja genehmigen, ich komme danach mit der Quittung und wir können das ganze durchgehen.
Ja… das sei nicht so einfach, wie ich mir das vorstelle.
(Is nich wahr… echt?)
Ich könne ja die Summe hinterlegen…
Gehe jeden Morgen mit 1000 Euronen aus dem Haus, kein Thema.
Er gehe einen Kollegen fragen.
Türchen blieb auf, aber er verliess den Raum. Zurück blieb ein Schild an der Wand

“Was haben alle gegen Beamte, die tun ja nichts”

Sarkasmus am Arbeitsplatz.
Kai kam wieder. Vielleicht auch Uwe. Er brauche meinen Ausweis.
Selbigen kopierte er mit meiner Liste und versah sie wiederum mit einem Stempelabdruck. Einem Deutschen. Im Geiste sah ich mich schon das Dokument rahmen und im Büro aufhängen.
Wann ich wieder zurück sei, wollte er wissen.
So gegen vierzehn Uhr.
Ich solle mit der Rechnung kommen, dann würden wir die Liste vergleichen.
Na, dass war mal eine gute Idee.
Und… wenn ich nicht komme, sie würden dann schon kommen.
Bisher war der Arier ganz sympathisch, aber mit dieses “Drohung” hat er sich selber disqualifiziert.
Nichts desto trotz schlug ich die Hacken zusammen und salutierte. Im Geiste. In Tat und Wahrheit sagte ich ‘Tschüss’.

Der kleine Citroen stand noch da, unversehrt und vollbestückt. Am Horizont ging die Sonne auf und der Duft von Kaffee und Croissants wehte über den Platz.

Szenenwechsel.
Thayngen, selber Tag, 13:15.

Schon wieder hier?
Ich stand bei Kai und Uwe, präsentierte die doppelt gestempelte Liste und die Quittung über das verkaufte Material.
Uwe setzte den braunen Plastikbecher ab, begutachtete meine Aufstellungen.
Sind sie schon rüber gefahren?
Natürlich nicht, ich stünde da draussen auf dem Platz.
Na dann fahren sie rüber, passt schon.
Mach ich, bis zum nächstenmal!

Vor den Schweizer Grenzbeamten hatte ich noch etwas Angst, sahen die mich doch mit dem wertvollen doppelt gestempelten Dokument das Gebäude verlassen.
Aber die waren in ein anregendes Gespräch vertieft und winkten mich durch.
Was würde Homer Simpson sagen?

Dies war mein Tag beim Zoll.
Keinen Deut schlauer, wie ich solch eine Situation das nächste Mal meistern soll, aber voller Respekt vor den Leuten, welche diese ganze Sache im Griff haben.
Ohne Sarkasmus!

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Was die Frauen wollen

So ward sein Schädel gespalten und das Haupt vom Rumpf getrennt.

Der Osterhase musste einfach daran glauben. Ein Überbleibsel des Osterfestes, Mutter hing ihn in einer Tüte an meine Türklinke da ich mich zu beschäftigt gab um ihn abzuholen. Gesegnet wer mich nicht zum Kinde hat, doch dies ist eine andere Geschichte.

Es war eine Frustaktion nach meinem Training.
Vier mal die Woche begebe ich mich ins nahgelegene Fitnesscenter. Vier mal, genau. Jene welche mich nicht kennen werden denken Respekt, alle Anderen deren Bekanntschaft ich mich rühme, fragen sich; Was zur Hölle treibt der da?
Es steckt schon eine gewisse Sinnlosigkeit darin, nicht nur wenn man sich danach etwas abgestandene Schokolade des Grossverteilers mit den vier runden Buchstaben in die Kehle schiebt; Nein, ein Mann meines Alters in meiner Situation sollte die Prioritäten anderweitig setzen.
Es ist ja nicht so, dass mich ein Zipperlein plagt und ich deswegen die körperliche Züchtigung Ertüchtigung suche, der reine Narzissmus klaut mir die Freizeit und wen möchte man beeindrucken; Genau, das Weibsvolk.
Hier steckt der Sinnlosigkeit Kern.

Von einem Mann meines Alters erwartet die Dame Geld.
Gut, sie nennen es Eigenheim, Altersvorsorge, Urlaub in der Karibik und einen roten Kombi mit ISOFIX-Kindersitzhalterung und einer Alu-Hunde-Box, aber unterm Strich ist es Geld.
Eine etwas ausweglose Situation, momentan kann ich weder die Materialistische noch die Adonis-fixierte bedienen.

Wartet noch mit dem Buäh-Schild, was wollt ihr sonst am Ende des Textes hochhalten?

So trabte ich also im Fitnesscenter meine zehn Minuten auf dem Cross-Trainer und gucke Gewichthebern oder dem Lesbenfussball auf dem tonlosen Eurosport zu. NO HOMO! ‘Mein’ Physiotrainer verordnete diese eher feminie Art der stehenden Fortbewegung. Meines Erachtens ist, auf den Mann bezogen, jede Betätigung zur Steigerung der Ausdauer welche sich nicht Laufen, in der Schweiz Joggen, nennt, Ausdruck von Schwächlichkeit. Wer auf dem Hometrainer Rad fährt ist zu faul zum stehen. Crosstrainer ist Walken am Ort und mal ehrlich, welcher Mann geht walken? Zu guter Letzt der Stepper, aber ich glaube kaum, dass ich auf dieses äusserst feminine Wackeln mit dem Hintern eingehen muss, tatü-tata.
Wegen meiner Achillessehne wurde mir das langsame Gehen auf dem Laufband oder der Crosstrainer verordnet. Was hättet ihr gewählt?
Aber ich darf sagen, ich bin mittlerweile ordentlich fix auf diesem Ding und meine Achillessehne dankt es mir tatsächlich. Die Tucke im weissen Dress mit den Schraubstock-Fingern hatte recht.

Nach dieser Einheit schlängle ich mich an den steppenden Hausfrauen und den übergewichtigen Radfahrern vorbei und schleiche in den Hantelbereich.
Heute scheint MuKi-Tag zu sein, nur menopausierende Hausfrauen und pubertierende Kinder anwesend. Ein gemütliches Trainieren, sofern sich die Kinder benehmen. Abgesehen davon, dass mir wiederholt mein gesetztes Alter bewusst wird.

So bewege ich die Hanteln, fühle mich ganz wohl dabei, bis ein Schatten auf mich fällt. Mein Namensvetter betrat den Raum. Nicht grösser als ich, aber um ihn zu umrunden tut man gut daran ein Lunchpaket zu schnüren, man ist eine Weile unterwegs.
Schultern so breit, dass er beinahe seitwärts durch die Tür geht und die Hüften so schmal, dass eine Victoria Beckham vor Neid erblassen würde.
NO HOMO!
Selbstverständlich trainiert er nur im Trägershirt. Muskelberge türmen sich bei jeder Bewegung auf, jede Sehne und Muskelfaser tritt hervor und die Adern scheinen aus den Armen zu springen.
‘Der nimmt was, sieh dir seine Haut an…’, meint mein Trainingskollege. Ich sehe nicht direkt, ob er was nimmt, aber im Endeffekt spielt es keine Rolle.
So wenig am geleasten BMW ein rosa Nummernschild hängt hat der Kraftsportler auch kein Ökolabel am Schniedel oder Natura-Stempel auf dem Six-Pack. Es zählt nur, dass es da ist, woher interessiert doch keine Sau.

Da stehe ich also daneben, fühle mich mit meinen Apothekergewichten wie Opa Hubert in der Rheuma-Therapie und hätte ich ein Einrad zwischen den Schenkeln gehabt, wäre ich in einer bunten, ausgebeulten Hose zu ‘Einzug der Gladiatoren‘ jonglierend im Kreis gefahren.
Ich bin mit vielem gesegnet, gut dies ist jetzt gelogen, aber nicht mit viel Selbstwertgefühl, dafür ist dies umso ehrlicher.
Bevor ich mein Ego mit dem Garderobenschlüssel an den Haken hängen kann, verlasse ich den Fitness-Tempel.
Und massakriere einen Schokohasen.

Die Vera hat mir via Television eben das ’14 Tage-Wohlfühl-Programm’ von Activia angepriesen. Sie hängt immernoch auf dem Stuhl wie ein gut gefüllter Sitzsack in der IKEA, aber sie fühle sich zumindest nicht aufgebläht, erzählt sie mir. Vielleicht wär dies ja was. Sitzen, essen und sich wohlfühlen.

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Roslyn

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