Von Diäten, Einkäufen und dem Onkel Doktor

Ich will ja nicht klagen, obwohl… dann würde sich der Eintrag erübrigen, nicht wahr?

Bisweilen ist es frustrierend. Mein Organismus scheint über die Gabe zu verfügen, alleine aufgrund der visuellen Erfassung eines Produkts dessen Energie zu absorbieren und für schlechte Zeiten einzulagern.
Meinen Mammut-Jagenden Vorfahren wäre diese Eigenschaft gewiss von grossem Nutzen gewesen, in der Neuzeit ist diese Absonderlichkeit nur noch hinderlich.
So ich mir kürzlich mit einem Auszubildenden eine Brotzeit gönnte. Bestückt mit einem Apfel des Hübeli-Hof’s und einem warmen Red-Bull Sugarfree begab ich mich zur Kasse der Volg-Filiale.
Der Azubi derweilen nutzte den Raum hinter dem Trennbalken zur Platzierung einer grossen Tüte Chips und einer 1.5 Liter Flasche Cola. Da im Bereich der Quengelware noch mit Schokoladenguss überzogene Zucker-Schaumware auf einem Bisquit – auf Alt-Deutsch Mohrenkopf – feil geboten wurde, griff er auch da beherzt zu und legte zwei Stück zu seinen übrigen Schätzen.
Bis auf wenige Krümel wurde die Tüte Chips auf dem Rückweg ausgeknabbert, eine mit Schokoladenguss überzogene Zucker-Schaumware auf einem Bisquit machte ebenfalls ihren Weg in der Nahrungskette und mit dem braunen Süssgetränk wurde die ganze Pracht im Magen verteilt.
Während mir die Kohlenhydrate des Apfels – Zucker ist Zucker, da gibt es nicht lieb oder böse – Kopfzerbrechen bereiteten, stillte er zurück im Betrieb den wieder aufkeimenden Hunger mit einem Schokolade-Eis aus der Truhe.
Der gute Junge könnte sich hinter einem Streichholz verstecken. Erzähl mir nun keiner was von wegen ‘Kinder können das’; Es gibt genügend dicke Kinder und genügend Erwachsene welche noch niemals die Nährwerte einer Tafel Schokolade begutachtet haben und selbige einfach essen, so es ihnen danach ist ohne ihr Six-Pack in irgendeiner Weise in Gefahr zu bringen.

Nun, dies gehört definitiv zu den Dingen welche ich nicht ändern kann, müssig mich darüber zu entrüsten. Mein Organismus scheint einfach für die Zivilisation ungeeignet zu sein. Natürlich hat es seine guten Seiten; Da ich offenbar imstande bin, die Sonne welche mich bescheint, den Regen welcher mich netzt und die Luft welche ich atme ihrer Energie zu berauben und als Reserve einzulagern, muss ich für Nahrungsmittel, welche mich mit selbiger Versorgen sollten, im Supermarkt mengenbedingt weniger löhnen. Zwangsläufig, so das körpereigene Lager noch gut gefüllt ist, sollte man nicht einkaufen.

Um den körperlichen Supergau zu verhindern, setze ich natürlich auf zuckerfreies, Light-Produkte, Gemüse und was die Nahrungsmittelindustrie zur Bekämpfung der Adipositas so feil bietet.
Kein leichtes Unterfangen auf dem Lande. Der Körperkult wird hier nicht so hoch getrieben, was eigentlich als Vorteil zu bezeichnen wäre.
Eigentlich.
Denn einerseits wirkt zum Beispiel die füllige Damenwelt in selbst genähten und ausgelassenen Jeans mit den geweiteten Müller Hoch- und Tiefbau, Fendt, Scania oder Fullhouse Hallau 98 – T-Shirts nicht sehr einladend – als würden die Jaguar-Schuhe mit Klettverschluss nicht schon ausreichen – andernseits wird das Angebot für Figurbewusste sehr stiefmütterlich bewirtschaftet.
In einer Volg-Fililae ein gekühltes Red Bull-Sugarfree zu ergattern ist nahezu unmöglich. Der Lipton-Kühlschrank – der Name ist Programm – ist gefüllt mir Eis-Tea, Cola, Sprite, Fanta, Bier, Red Bull; Kurz alles was das durstige Bauernherz verlangt. So man das Glück hat ein zuckerfreies Produkt zu erhaschen, steht es gewiss im Strahl der Abwärme des Lipton-Kühlschranks. Nahe dem Siedepunkt gehalten muss man während des Gangs zur Kasse damit jonglieren um sich die Fingerkuppen nicht zu verbrühen. Währenddessen wird man schon nicht versucht in das Zweifel-Regal zu greifen, ihr erkennt, heute überwiegt mein optimistisches Denken.
Für die deutschen Leser, Zweifel ist eine Schweizer Chips-Marke. Die Chips-Marke.

Während meines gestrigen Trainings verspürte ich unglaubliche Lust nach einem Sprite sugarfree. Unnötig zu erwähnen, dass im Fitness-Center ein Kühlschrank steht. Gefüllt mit Powerrade, Gatorrade und anderen isotonischen Getränken. Isotonisch ist nur der sportliche Ausdruck für Kalorienbombe, ein Red Bull hat auf 100ml gerade mal 4 Gramm Zucker mehr als ein Gatorade; Also etwa die Menge, welche ihr in den Frühstückskaffee kippt.
Aber, das eine verbinden wir mit dem spritzigen Sportler, das andere mit dem dicken Couch-Potato.
Ich entsann mich, dass ich in der Migros stets Sprite zero, oder zumindest light, im Angebot fand. Migros Neuhausen.
In der Migros Neunkirch wurde ich bereits schief angesehen, als ich mir vor dem Getränke-Regal die Augen aus dem Kopf starrte. Ausser Coke-zero und dem weiblichen Ableger Coke-light war da nichts an ‘gesunden’ Süssgetränken vorhanden.
In Gänsefüsschen – nochmals der Ernährungs-Coach – da bereits der Süssstoff den Körper dazu anregt Insulin auszuschütten und die Fettverbrennung erstmals Pause macht, solange dieses Hormon auf der Suche nach Kohlenhydrate durch den Körper rauscht. Da es logischerweise – ihr ernährt euch ja zuckerfrei – nichts zum Verbrennen findet und das Fett ignoriert – dies ist eine andere Baustelle – setzt automatisch ein Hungergefühl ein. Und da ihr ja brav ein kalorienreduziertes Getränk konsumiert habt, darf man sich nun auch was gönnen… ja, der Körper ist ein Luder. Aber mal ehrlich, nur von Wasser kann man auch nicht leben. Bin ja keine Kuh.

Gerade wollte ich die stämmige Verkäuferin nach dem Lagerort der kalorienreduzierten Getränke fragen, als selbige mit der Linken eine Palette Coca-Cola hoch hebte, um mit der Rechten darunter Staub zu wischen.
Natürlich nicht, aber ich glaube, sie wäre dazu in der Lage gewesen.
Also schnappte ich mir ein Sechserpack 1.5 Liter Coke-Zero-Flaschen und strebte dem Ausgang entgegen. Seit gestern rücke ich dem Zahnschmelz nun mit diesem üblen Gesöff zu Leibe.

Die Dental-Assistentin meines Vertrauens – hundert Jahre alt und mit Migrationshintergrund – gab mir betreffend meines doch sehr üppigen Red Bull Sugarfree-Konsums Anweisungen mit.
Und eine blau-gelbe Zahnbürste mit Clown-Kopf sowie eine kleine Tube Signal-Zahnpasta mit einem aufgedruckten Zauberer.
Natürlich nicht, aber so fühle ich mich jeweils, wenn sie mich mit meinen Schätzen beladen aus dem Behandlungszimmer führt.
Ah ja, die Anweisungen…
Im Vorjahr verkaufte sie mir eine elektrische Zahnbürste. Eine tolle Sache. Ein Jahr danach plastifizierte mir der gute Onkel Zahnarzt die Zahnhälse, welche ich mit der tollen Bürste im Übereifer bis auf die Nerven blankgeschrubbt habe. Aber kein Loch, wollen wir festhalten.
Die Vermutung stand im Raum, dass ich diese ausserordentliche Leistung nicht nur mit einer Oral-B Sonic Complete und Muskelkraft vollbracht habe.
Da ich auf Red Bull sugarfree nicht verzichten kann, haben wir uns auf folgenden Kompromiss geeinigt. Trotz des Genusses soll ich mit dem Getränk nicht im Mund herumspielen und es gleich schlucken. Des Weiteren nach Möglichkeit gleich danach die Mundhöhle mit Wasser spülen und mindestens eine Stunde mit dem Zähne putzen warten.

Unglaublich, dass ein solches Getränk im freien Handel zu erstehen ist.

Veröffentlicht unter Vom Leben und gelebt werden | Kommentare deaktiviert für Von Diäten, Einkäufen und dem Onkel Doktor

Die Frau als solche

Wisst ihr was ein Quotenneger ist?

Und wer immer sich am Ausdruck stört, wie sollte ich ihn anders benennen?
Das ungeschriebene Gesetz, dass in jedem Film, jeder Serie ein gewisses Kontingent – für gewöhnlich eine – an Personen mit Migrations-Hintergrund integriert werden muss, wurde wohl abgeschafft, bevor der Ausdruck Neger als diskriminierend eingestuft wurde. Mit anderen Worten, jede politsch korrekte Umschreibung würde eine Person beschreiben, welche nach heutigen, politisch korrekten Massstäben so nicht existieren würde.
Der Ausdruck dürfte sich nicht auf die Hautfarbe beziehen, dies ist unrelevant und rassistisch, der Ausdruck Rasse stammt aus der Zeit des Nationalsozialismus und darf auch nicht mehr verwendet werden. Politisch korrekt zu schreiben ist wirklich eine Challange.
Somit wäre der gute, alte Isaac aus Love Boat wohl ein in der westlichen Zivilisation integrierter Bürger mit Migrationshintergrund welcher aufgrund seiner genetischen Abstammung eine, am prozentualen Anteil der Weltbevölkerung gemessene, Minderheit vertritt.
Vielleicht gibt es daher keine Quoten-Chinesen, da die politisch korrekte Aussage kaum zu formulieren wäre.

Alter Kaffee – verzeihung, heisses, dunkles Brühgetränk auf Basis eines Bohnengewächs – seit Morgan Freeman, Denzel Washington, Samuel L. Jackson & Co, haben sich Mitmenschen mit genetischen Wurzeln auf einem südlichen Kontinent und einem dunkleren Teint schon längst in der Filmbranche etabliert.
Man möchte meinen auch die Damen hätten ihren Platz auf der Leinwand und darauf will ich eigentlich hinaus.

Wer nun Tomb Raider, Alien, Underworld oder Xena vor Augen hat, der irrt.
Eine Frau Alison Bechdel hat den sogenannten Bechdel-Test entwickelt, welcher aussagt, ob ein Film auch die Rolle der Frau entsprechend würdigt.

Der Test stellt drei simple Fragen:

1. Spielen in dem Film mindestens zwei Frauen mit?
2. Sprechen diese Frauen miteinander?
3. Sprechen sie über etwas anderes als Männer?

Natürlich, die Emanzen bewerten die Filme nicht, sie möchten nur sanft auf den Missstand hinweisen.

Ich habe es nicht überprüft.
Aber wo zum Beispiel hätte in Reservoir Dogs eine Frau eingefügt werden können?

Welchen Zweck haben Kinofilme denn?
Zu 99% sollten sie doch unterhalten. Dieses Prinzip scheint doch wunderbar zu funktionieren; Blicke ich durch den Kinosaal, scheint mir das Publikum mehrheitlich ausgewogen.
Natürlich, immer dem Film entsprechend. Doch es würden wohl kaum mehr Frauen Terminator sehen wollen, wenn Sarah Connor mit der Terminatrix T-X eine tiefgründige Diskussion über die Wahl des weiblichen Erscheinungsbild für den Killerroboter aus der Zukunft führen würde.
Oder würden mehr Männer Twilight sehen, wenn sich eine Romanze zwischen Bella und Alice… ok, vielleicht schon.
Worauf ich hinaus möchte; Bei allem Verständnis für den emanzipierten Zwergenaufstand der roten Kurzfrisuren in Wollpullovern; Muss wirklich überall eine Quotenregelung hin?

Lasst uns doch, Weiblein wie Männlein, einfach vom Unterhaltungskino berieseln lassen. Wenn die Zuschauerzahlen sinken, wird die Filmindustrie schon reagieren. Und wenn eine fünfzehn Minuten andauernde Diskussionen über ein männerfremdes Thema aus einem französisch untertitelten schwarz-weissen Super-8-Film einen Blockbuster macht, vertraut darauf, es werden solche Filme in das Lichtspieltheater kommen.
Bis dahin scheint das Bedürfnis nicht vorhanden zu sein.

 

Veröffentlicht unter Kurz nachgedacht | Kommentare deaktiviert für Die Frau als solche

Geschützt: Neulich am Grillabend

Dieser Inhalt ist passwortgeschützt. Bitte gib unten das Passwort ein, um ihn anzeigen zu können.

Veröffentlicht unter Vom Leben und gelebt werden | Kommentare deaktiviert für Geschützt: Neulich am Grillabend

Du, kauf das

Entsinnt ihr euch, wann es das letzte Mal an eurer Haustür klingelte und euch ein Mann mit grau meliertem Haar und Rollkoffer in der Hand genötigt hatte, seinen Kaffee zu kaufen?
Und so ihr behauptete nur Incarom aufzubrühen, trotzdem ein Entgelt in der Höhe von 1000 Nespresso-Kaffekapseln einforderte?
Diese Geschäftspraxis kennen wir von einer Firma Billag, verfolge ich die Medien, scheint der Eindruck vorzuherrschen, eine gewisse Firma Nestlé betreibe ähnliche Scharlatanerei.

Seit das Kapselsystem Nespresso auf dem Markt ist, reiten unter der Fahne von Konsumentenschutz und K-Tipp-Interessenwahrer die Discounter im Sturm gegen das Patent.
Der Konsument muss wohl vor sich selbst geschützt werden.
Natürlich, das Kapselsystem ist leicht überteuert, aber der Alternativen sind viele vorhanden. Es ist mir seit jeher rätselhaft, weswegen sich Nespresso dem Vorwurf der Abzocke stellen sollte, muss die Firma Ferrari ja auch nicht.

Da kann man nur das Fazit ziehen; Nespresso-Maschinen sind dermassen perfekt, umweltfreundlich und optimal-kaffeebrühend, dass eine Art Grundrecht des Menschen darauf besteht den Kaffee aus selbiger zu geniessen und um dieses Grundrecht zu sichern stehen Discounter und Gerichte gewissermassen in der Pflicht, gegen das Patent von Nestlé anzulaufen!

Siehe auch blick.ch

Veröffentlicht unter Kurz nachgedacht | Kommentare deaktiviert für Du, kauf das

Sturz der Titanen

Ich hatte eine kurze Rezension versprochen.

Gestern beendete ich endlich Ken Follett’s Sturz der Titanen. Nicht endlich, weil es unsäglich mühseliger Lesestoff war, sondern weil das Buch schlichtweg über tausend Seiten hat. Tausend Seiten und dafür bezahlt man schlappe 38 Franken. Manchmal finde ich es beinahe beschämend dem Autoren gegenüber.

Ken Follett beschreibt vorwiegend das Schicksal dreier Familien um die Zeit des ersten Weltkriegs.
Die walisische Arbeiterfamilie Williams, die englische Adelsfamilie Fitzherbert und die russischen Brüder Peschkow.
Ferner die deutschen Diplomaten von Ulrich und die amerikanische Senatorfamilie Dewar.

Die Geschichte beginnt am 22. Juni 1911 mit einer Grubenexplosion in Aberowen. Zeitgleich gibt Edward Fitzherbert, Earl und Besitzer der Länderein von Aberowen, eine Gesellschaft auf Tŷ Gwyn bei welcher unter anderem König George V, sowie der deutsche Diplomatensohn Walter von Ulrich zugegen sind.
Die Tocher der Williams, Ethel Williams, steht in den Diensten des Earls, während ihr Bruder zur Zeit der Explosion in der Kohlenmine steckt.
Die Frau des Earls, Schwester des russischen Zaren Fürst Andrej, besucht etwas zeitversetzt mit dem Senatorensohn Gus Dewar ein Stahlwerk in Russland und die Brüder Peschkow erkennen in ihr die Dame wieder, welche der Hinrichtung des Vaters Peschkow beiwohnte.
Die Handlungsstränge der einzelnen Protagonisten kreuzen sich somit das erste Mal; Es sei verraten, dass der Earl sich der Dienstbotin Ethel Williams etwas zu sehr nähert, dass die Schwester des Earls, Maud Fitzherbert, ein Auge auf den Diplomatensohn von Ulrich wirft und die Brüder Peschkow Rachepläne schmieden.

Ich möchte mich nun nicht länger mit Personen aufhalten.
Das faszinierende ist die historische Genauigkeit. Ken Follet benutzt fiktive und reale, historische Persönlichkeiten und fügt diese in einer fesselnden Geschichte zusammen. So er nicht wirkliche Aussagen von Winston Churchill, Woodrow Wilson, Wladimir Iljitsch Lenin oder Paul von Hindenburg verwendete, achtete er darauf, dass Zeit und Ort passten und die Dialoge so tatsächlich hätten stattfinden können.
Er vermittelt Geschichtsunterricht, Staatskunde und Geografie zu gleichen Teilen, fesselnd, ganz entgegen dem trockenen Schulstoff.
Faszinierend zu lesen sind die diplomatischen Winkelzüge zwischen Deutschland und England, stets auf dem Parkett der Höflichkeit, vor dem Kriegsausbruch. Das Bemühen der Briten, Russland indirekt zur Mobilmachung zu bewegen, während Deutschland Aufständische in Mittelamerika unterstützt um die Vereinigten Staaten von den Geschehnissen in Europa abzulenken.
Auch wie die Franzosen mangels Kriegsfahrzeuge in Renault-Taxis, fünf Soldaten pro Taxi, zu Tausenden an die Front chauffiert wurden und wie die Russen in Deutschland einmarschierten, verunsichert dadurch, dass ein Volk bei welchem sogar die Schweine in gemauerten Unterständen leben würden doch niemals besiegt werden könnte.

Ken Follett beschreibt ohne moralischen Zeigefinger oder Druck auf Tränendrüse, wie der erste Weltkrieg eine reine Schlacht der ranghohen Militärvertreter war, während die deutschen und französischen Truppen gemeinsam im Schützengraben Weihnachten feierten.

Die Politik und taktische Kriegsführung zieht sich spannend durch das Buch. Der Aufstieg der US-Army zur Weltpolizei, die Förderung Lenin’s, welcher übrigens via Schaffhausen nach Moskau fuhr, und des Bolschewismus durch die Deutschen um die Bedrohung aus Russland abzuwenden und das daraus resultierende nicht authorisierte Eingreifen der Briten, welche im Bolschewismus eine Gefährdung ihres weltweiten Empires und der Gesellschaftsstruktur sahen.

Obwohl das gesamte Buch im Schatten des ersten Weltkriegs spielt, schafft es Follett denselbigen nicht in den Vordergrund zu stellen. Nur wenige Kriegshandlungen werden detailliert geschrieben, das Augenmerk richtet sich auf die Beweggründe der Strippenzieher im Hintergrund. Zudem springt er zu Schauplätzen um die ganze Welt, so dass man nie eines Protagonisten überdrüssig wird und, um auch die Damenwelt zu begeistern, sind die zwischenmenschlichen Beziehungen welche durch die nationalen Differenzen auf die Probe gestellt werden ein tragendes Element der Geschichte.

Das Buch, es soll das erste einer Trilogie sein, hat dank der genannten Protagonisten auch drei Enden.
Eines davon fand ich faszinierend, da es dem Cliffhanger eines Hollywoodstreifens gleich kam und da die Geschichte nicht neu geschrieben wurde, kann ich es auch verraten.
Der deutsche Teil endet am 11. November 1923 mit der Verhaftung des Anführers einer neu gegründeten Arbeiterpartei. Einem geschriebenen ahnungslosen Schulterzucken gleich wurde sein Name genannt, in der Luft hing sozusagen; Er wird in der Geschichte Deutschlands wohl keine weitere Rolle mehr spielen…

Es ist ein faszinierendes Buch, ich muss es jederfrau und jedermann ans Herz legen. Auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole; Spannender kann einem Geschichte nicht vermittelt werden und die verworrene Diplomatie der Supermächte steht einem fiktiven Verschwörungsroman in nichts nach.

Veröffentlicht unter Krawehl | Kommentare deaktiviert für Sturz der Titanen