Rentenalter 70 im Sinne der Natur?

Ist die Natur nicht einfach faszinierend?
Gerade im Herbst. Das Laub fällt zu Boden, wird neuer Humus für die Bäume oder bietet gar einem Igel ein Winterquartier. Es sei denn, Herbert kommt mit seinem neuen rot-weissen Stihl-Laubbläser und pustet es auf des Nachbarn Sitzplatz.
Murmeltiere fressen sich einen ordentlichen Wanst an um sich einzumummeln, ohne dass ihnen jemand zu sagen hat, sie sollen dies nun tun.

Darin liegt die Faszination; Es braucht keinerlei Anweisung, die Natur ist der reinste Selbstläufer. Seien es die Lachse, welche zum Laichen wieder an ihren Ursprungsort ziehen oder Elefanten, welche der schwindenden Fähigkeit Nahrung zu kauen Tribut zollen und sich in Sumpflandschaften begeben, wo sie letztendes auch verenden.

Es gibt eine Nahrungskette, Fressen und Gefressen werden, an deren Spitze für gewöhnlich ein Spitzenprädator steht. Klingt cool. Also in etwa ein Tyrannosaurus Rex. Nun ist die Natur ja so vielfältig, wie haben ja keine T-Rex’en mehr, dass es viele Spitzenprädatoren braucht. Weil etwa der in Amerika beheimatete Wolf auf dem Ozean selten vertreten ist übernimmt unter Wasser der Schwertwal diese Rolle, während im Regenwald gar die Wanderameise an der Spitze steht und in Afrika der Löwe der Chef ist. Wobei auch hier der Kreislauf wieder geschlossen wird, dem Geier ist es egal, ob er hier einen Spitzenprädator oder ein verendetes Hühnchen vertilgt.

Die Geschichte funktioniert solange so gut, bis jemand denkt, er könne es besser. In etwa, indem man Ungeziefer auf Zuckerrohrplantagen ökologisch bekämpfen will und Kröten importiert. Kröten, deren Weibchen auf einen Schlag 35’000 Eier legen können. In einem ökologischen System, in welchem die natürlichen Feinde, vorwiegend Parasiten, für die gifitge Aga-Kröte fehlen.
Na ja, kann ja mal passieren.

Auf die Idee, der Natur überlegen zu sein, kommen eigentlich nur die Menschen. Natürlich auch, weil etwa Hasen selten die Angel auswerfen und die Meere überfischen, damit man kurz darauf über eine Quallenplage jammern kann.

In erster Linie trachtete der Mensch danach zum Spitzenprädator zu werden. Erfüllt. Wobei, genau genommen nicht, da der Einkauf von einem Rindsfilet in der Schweiz bei kleinlicher Betrachtung nicht als Jagd zählt. Durch die Domestizierung hat sich der Mensch aus der Nahrungskette enthoben. Mitgeholfen hat dabei natürlich auch die Erfindung des Schiessgewehrs. Die Gefahr, von einem Bison in Einzelteile zertrampelt zu werden, wird enorm minimiert, wenn man selbigen mit der Winchester durch das Fenster des sicheren Zugabteil zu Tausenden erlegt. Von der Grosswildjagd mit Schnellfeuer-Sturmgewehren wollen wir gar nicht sprechen.

Der Mensch hat sich also jeglicher natürlicher Feinde entledigt und begibt sich nur noch aus Nervenkitzel in deren Nähe. Bisweilen versucht man wieder den Wolf anzusiedeln, doch steht der Verdacht im Raum, diesen Bemühungen steht der Spass an der Jagd auf selbigen vor der lauteren Absicht, eine natürliche Population zu erreichen.

Alles kann man auch mit grosser Artillerie nicht von der Erdoberfläche vertilgen, so war der Mensch immer wieder Tierchen wie etwa dem Yersinia Pestis ausgeliefert. Ein kleines, fieses Bakterium, welches schon bis zu einem Drittel der Bevölkerung Europas über den Jordan schickte.
Die Pest hat man im Grossen und Ganzen im Griff, nun schlägt man sich eben mit Aids, Ebola und Krebs herum. An einer Lungenentzündung brauchen nur noch wenige zu sterben und wenn wichtige Organe versagen, entnehmen wir sie von nahestehenden Menschen, oder eben erst verschiedenen Zeitgenossen. Man ist noch etwas verhalten, doch zählt es zum guten Ton, egoistisches Denken abzulegen und nach dem Tod seine Organe zur weiteren Verwendung frei zu geben. Als moderner Mensch hat man einen Organspendeausweis um den Hals tragend.

Grosse Konzerne arbeiten zum Wohle der Menschheit daran, uns ein beinahe unendliches Leben zu bescheren. Auch wenn wir im Rollstuhl sitzen, unfähig den eigenen Sabber im Mund zu halten oder der Umwelt noch gewahr zu werden, wird uns ein Medikamentencocktail eingeflösst, damit wir der Gesellschaft noch einen Tag länger erhalten werden. Gar, so man im Koma nur noch auf einem Bett liegt, eine Aparatur für uns atmet, eine andere das Blut reinigt und eine weitere das Frühstück direkt in den Organismus spritzt, ist es ein nahezu ethisches Verbrechen den Stecker zu ziehen. Das Recht auf Leben und so.

Aber vor allem ein Verbrechen am Pharmakonzern, welcher an solch unglücklichen Zeitgenossen ein Heidengeld verdient.
Geld, welches irgendwo herkommen muss, denn die Philanthropie ist dann eben doch nicht die alleinige Motivation von Bayer, Roche und Co.
Mach dir die Erde untertan, steht schon in der heiligen Schrift. In diesem Punkt, darf man durchaus einmal anmerken, lebt die Menschheit sehr gottesfürchtig. Wir nehmen den Planeten aus wie eine Weihnachtsgans und sorgen dafür, dass wir gegen jeden Keim resistent sind. So nachhaltig, dass wir mittlweile gar gegen die Mittel resistent sind, welche uns eigentlich vor bösen Infekten beschützen sollen, womit wir uns irgendwie ins eigene Knie geschossen haben. Aber die Pharma arbeitet daran.

Das Problem liegt darin, dass die Heilige Schrift in diesem Teil des Leitfadens auch sagt, wir sollen uns mehren und man da eher zögerlich zugange geht.
Der Fluch liegt nicht in den Verhütungsmittel, im Gegenteil, gewisse Menschen sollten im Interesse der Allgemeinheit an der Mehrung gehindert werden. Würden sie auch, würde der Mensch Darwin und seiner Evolution unterworfen sein, weil sie sich in ihrer Blödheit selbst aus dem System nehmen würden. Nur beugt die Menschheit in dieser Hinsicht viel zu oft vor. Nicht öffnende Fenster ab dem zweiten Stockwerk und so.
Dummheit vögelt gut, sagt man am Stammtisch. Möglich, weiss ich nicht. Aber ich weiss, dass Dummheit viel vögelt, wodurch die Welt von arbeitsscheuen Idioten geflutet wird. Parasiten, welche vom System zehren. Sozialhilfe nennt sich dies.

Der zahlungskräftige Teil der Menschheit bastelt lieber an der Karriere, als an Nachkommen und irgendwie geht die Rechnung bald nicht mehr auf. Alle werden alt, lassen das Arbeiten sein und profitieren von der wohl verdienten Rente. Greifen solange in den Rententopf, wie sie von Ärzten, Spitälern und Pflegeheimen noch gemolken werden können. Nur wird der Topf jedoch nicht mehr so gefüllt, wie es unsere Urahnen noch zu tun pflegten, da das Heil in der Verjüngung unserer Gesellschaft nicht in der Unterstützung von Familien, sondern dem Import von Flüchtlingen gesucht wird. Arme Flüchtlinge, welche erstmals der Unterstützung bedürfen, bevor sie selbst beitragen können. So in etwa vierzig, fünfzig Jahre. Aber jung sind sie, da will man nicht rütteln. Und wenn wir bei rütteln sind, vermehren tun sie sich auch. Wie die Karnickel.

Die einfache Lösung liegt nun darin, dass die Menschen, welche noch arbeiten können, eben auch länger arbeiten sollen. Sie werden schliesslich auch älter, da kann man gut noch fünf Jahre draufpacken. Theoretisch, sollte man heute bereits bis siebzig arbeiten. Ökonomen haben sich einen hübschen Schlüssel überlegt; Mit jedem Monat gesteigerter Lebenserwartung, soll man einen halben Monat länger arbeiten.
Wenn es so weitergeht wie bisher, liegt die Lebenswartung in meinem Pensionsalter bei beinahe 100 Jahren. Dank Pharmakonzerne und der industriellen Erschaffung neuer Organe. So abwegig deucht mich dies gar nicht.

Ein wenig unethisch und ganz unpopulär. Bei allem Bestreben, den Planeten vor Feinstaub, Atommüll und Kuhpupsern frei zu halten, sollte man da nicht der unkontrollierten Überalterung Einhalt gebieten? Wobei eigentlich ist es ja eher eine kontrollierte, wohlbehütete und absichtlich herbeigeführte Überalterung. Kein Bauer führt die Milchkuh zum Schlachter, solange sie gemolken werden kann.
Natürlich ist da eine Grenze zu ziehen. Ich meine, wer will die Entscheidung treffen, wer nun noch etwas hier bleibt und wer eher nicht.

In der Natur ist dies eher einfach. Die männliche Drohne stirbt nach der Begattung, das Spinnenweibchen verspeist in der Wohllust den Samenspender und Elefanten verhungern, weil die Zähne nach sechs Erneuerungs-Zyklen durch sind. Ich weiss nicht, wieso ich es heute mit den Elefanten habe.
Sprich, wer sich nicht mehr selbst versorgen kann oder von Angehörigen gefüttert wird, die Drohne zum Beispiel wird von Bienenarbeiterinnen gefüttert, weil sie ausser Geschlechtsverkehr nichts im Sinn hat, der wird eben aus dem System genommen. Die simplen Regeln der Natur, welchen sich der Mensch irgendwie enthebt.

Natürlich, es ist ein Segen, dass ein Kind nicht mehr an Tetanus eingeht, so es sich an einem rostigen Nagel die Haut aufreisst. Auch unterstütze ich es, wenn die Mutti von zwei Kleinkindern nicht an einer Lungenentzündung mit knapp vierzig in die Grube fährt.
Dennoch ist die Überlegung angebracht, ob gewisse Dinge nicht einach akzeptiert werden sollten. Müssen.
Gott sendet keine Heuschreckenplage, Überschwemmungen haben wir im Griff und Hungersnöten könnten wir entgegenwirken, so wir wirklich wollten. Doch dann und wann findet in der Natur eine natürliche Selektion statt, um wieder ein Gleichgewicht herzustellen. Und ein unnatürliches Leben ist für kein Lebewesen vorgesehen. So schmerzhaft es für das Umfeld des Einzelnen sein mag, ich behaupte, im grossen Plan der Erde ist die Überalterung nicht vorgesehen. Vielleicht gilt es dies zu akzeptieren.

 

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Fat Sick and Nearly Dead, oder, 97 Minuten Shopping-TV

Soeben 97-Minuten Shopping TV geguckt.
Die vorgestellten Produkte beschränkten sich auf einen Entsafter. Mit selbigem im Kofferraum fuhr ein Australier durch die USA und umwarb die mehrheitlich etwas aus dem Leim gegangenen Amerikaner.

Fat Sick and Nearly Dead – dick, krank und kurz vorm abkratzen – ist die Dokumentation von und über Joe Cross, um die vierzig, welcher aufgrund einer Nesselsucht sein Leben umkrempeln will. Dies, weil er nach unzähligen Besuchen bei Doktoren, Spezialisten und Medizinmännern – wohl in Richtung Schamane – zu einer erleuchtenden Erkenntnis kam. Wann immer der kleine Joe auf die Knie fiel, verheilten die Schrammen von alleine. Eine wundersame Selbstheilung, welche unserem Körper so eigen ist. Was auf den äusseren Hautschichten so wunderprächtig funktioniere, müsse doch im Inneren ebenso klappen.
Nicht, dass ihr nun die Rettungssanitäter mit letzter Kraft aus der Sonne gehen heisst, während sich die Stiche vom Herz über die gesamte linke Körperhälfte ausbreiten, oder bei einer Blinddarmentzündung einfach mal kräftig stuhlen geht. Mich deucht die Theorie hinkt ein wenig, aber wenn der Mensch – und dies querbeet – etwas so richtig, richtig gut kann, ist es, sich in die eigene Tasche zu lügen. Und dies im Hinblick auf Diäten gleich mit intensivierter Hingabe. In beiden Lagern. Also jene, welche an sich Diät halten wollen, aber… und jene, welche Diät halten und keine Theorie zu abwegig finden, warum gerade dieses Würstchen im Teig nicht einfach nur kein Ausrutscher, sondern sogar ein strategisches, diätunterstützendes Produkt sei.

Joe Cross begann also Saft zu trinken. Was irgendwie bunt, mit Vorliebe grün war und in den Einfüllstutzen passte, ergoss sich in ein Trinkglas. Und Joe Cross fühlte sich einfach grossartig. Vom ersten Moment an. Er hatte keinen schlechten Atem, keinen ungewöhnlichen Stuhlgang, keine Stimmungsschwankungen und das ganze Leben war einfach toll.
Und in diesem Moment begann ich an der ganzen Geschichte zu zweifeln. Nicht an seinem Entsafter, doch an der Authentizität der Dokumentation.
Eine Diät ohne Hungergefühl ist so glaubwürdig, wie ein gelutschtes M&Ms gegen Kopfschmerzen oder Cola gegen ungewollte Schwangerschaft. Selbst der Godfather of Diet, der Doktor Dukan, warnt vor Grippesymptomen, Aufmerksamkeitsdefiziten und dem Verlust jeglichen Soziallebens, nicht zuletzt wegen ekligem Mundgeruch.
Joe Cross besuchte einen Pizzaladen und erklärte, dass er früher ohne Zögern zwei Pizzen ass, er sich ohne nun aber einfach grossartig fühle. Posiert neben einem Hamburger und präsentierte eine Theorie, dass er die Falafel von vor zwei Monaten immernoch in seinem Bauchfett stecken hätte, sich aber ganz grossartig fühle.
Anstelle von Hot-Dogs geniesst er nun eine kloakefarbene Brühe mit dem Hauptbestandteil Spinat – mit Stumpf und Stiel – und sie schmeckte einfach, richtig, grossartig.

Nach dreissig Tagen im Big Apple begab er sich auf einen Roadtrip durch die USA. Einen grossen Korb Gemüse und den Entsafter im Kofferraum. Menschen treffen. Dicke Menschen, natürlich. Und mit ihnen über das Essverhalten sprechen. Dies machte Cross wirklich gut. Nicht der Missionar.
Warum er einen dicken Burger mit Pommes esse, wollte er in einem Restaurant in Oklahoma von einem beleibten Herren wissen.
Weil es schmecke.
Ob er sich keine Sorgen mache, wegen der Gesundheit.
Dessen sei er sich schon bewusst, aber er wolle seine Zeit auch geniessen.
Und wenn er nun zehn Jahre länger leben könnte, so er seine Ernährung umstellen würde?
Und was soll er in den zehn Jahren mehr machen, wenn er das Leben doch jetzt einfach geniessen könne?

Kurze Stille und ich war beeindruckt.

Es ist Drehbuch. Das Gute muss gewinnen. Wo bliebe sonst die Moral?
Wegen der Kinder, so hätte er mehr von seinen Kindern.
Oh ja, das sähe er ein.
Eben.

So reist Cross weiter, spricht mit Menschen und das wirklich beeindruckende war, dass die vorgestellten Passanten sich durchaus ihres ungesunden Lebenswandels bewusst waren. Und ziemlich unberührt anmerkten, dass ihre Lebenserwartung zwischen 40 und 55 Jahren liege. Einfach als Fakt.
Irgendwann traf er den Trucker Phil. Und dieser Phil bewahrte dieses Werk vor dem totalen Absturz. Phil verwandelte die Verkaufsshow nicht in eine Dokumentation, aber er fügte die menschliche, berührende Note hinzu.
Der Zuschauer kann die Verwandlung vom einsamen, adipösen Trucker zum dynamischen, lebensfreudigen Saftverkäufer erleben. Elegant übersprang man den Teil, wovon der gute Phil lebte, während er seine Saftkur machte, denn das Truckfahren schmiss er hin. Dafür stand er plötzlich im regionalen Kohlladen und pries die Saftkur an.
Aber das ist ja auch nicht wichtig. Ein Hauch Hollywood.

Joe Cross ist gesund und schlank. Phil ist gesund, beinahe schlank und hatte Kontakt zu seinem Sohn. Alle sind glücklich und alles ist wunderbar. Im Abspann haut man dem Zuschauer Fakten aufs Auge und Jubelrufe aufs Ohr.
Und den Link zur Homepage, falls ich mein kümmerliches und ungesundes Leben auch umstellen wolle. Also nur wenn ich wolle. Meine Entscheidung. Ich muss nicht. Wenn ich lieber nächstes Jahr sterbe… Es wäre meine Entscheidung.

Bei IMDB eine 7.7
Super Size Me erhielt eine 7.5 und dies war ja wirklich eine gute Doku. Eine richtige Doku. Aber IMDB ist auch nicht alles.

Die Verkaufssendung war so gut, dass ich zwischenzeitlich auf pearl.ch schon beinahe einen Entsafter im Warenkorb hatte. Der würde sich in meiner Küche wunderbar machen. Gleich neben der Pasta-Maschine, dem Multi-Mixer, dem Sandwich-Toaster, dem Simmertopf, dem Gemüsegarer, der Fleischschneidemaschine und der Mikrowelle. Alles Dinge, ohne die ich mir ein künftiges Leben nicht mehr vorstellen konnte.
Ich glaube, mein Leben wäre schon weitergegangen. Einfach etwas weniger beengter. Der einmalige Gebrauch dieser tollen Helferlein hat mein Dasein nun nicht direkt auf eine neue Ebene gehievt.
Also verzichte ich so richtig erwachsen auf den Entsafter. Nicht zuletzt, weil ich mir die Reinigung desselbigen einfach horrend vorstelle. Wie alle Dinge von Pearl wäre er gewiss nicht maschinentauglich, auch nicht zerlegbar und sollte ganz grundsätzlich weder mit Wasser noch mit sonst einem bekannten, irdischen Element in Berührung kommen, da dies die absolute und unvermeidbare Selbstzerstörung mit sich ziehen würde.
Die Garantie verfällt mit dem Auslösen der Bestellung.

Zudem hat solches Grünzeugs keinen Platz in meinem Leben. Auch wenn die Mikrobiologische Komponente das wahre Lebenselixier sein sollen.
Trotzdem gedenke ich meine hart erarbeiteten Muskelpakete nicht infolge Proteinmangels an die Diät zu verfüttern. Die Idee, Bündnerfleisch als Saft zu trinken wirkt ein wenig abstossend.
Die Hänseleien im Betrieb mag ich mir gar nicht ausmalen, wenn ich nun noch beginne Jauche zu trinken.

Freitags hätte ich Fladen essen sollen. Oder Weihe. Bei uns Tünne. Käsefladen.
Ja warum ich denn keine nehmen würde?
Beim Blick auf den vor Fett triefenden, beinahe schon transparenten Kuchenkarton würde jedem normalen Menschen der Appetit vergehen und die Frage wäre müssig. Aber anscheinend machte dieser abschreckende Effekt den Käsefladen irgendwie erst so richtig lecker.
Ich würde ja gerne, aber da müsste ich abends drei Stunden laufen gehen.
Ja ja, ich sollte auch; mit einem Blick auf den Bauch, aber er hätte nunmal eben keine Zeit. Und steckt sich genüsslich die glänzenden Finger in den Mund.

Selbstverständlich erspare ich mir die Kommentare. In etwa wie sinnlos es sei, sich um neun Uhr einen fetttriefendes Stück Käsefladen in den Mund zu stecken. Zumal man im Restaurant noch ein Mittagessen reserviert hat.

Mandelgipfel, er hätte mir noch einen mitgebracht, sprach der Chef. Puderzucker sprühend, während er Krümel vom Bauch klaubte.
So sehr ich Mandelgipfel liebe, ich schaffe es tatsächlich, den Leuten beim Essen zu zuschauen. Selbst, wenn ich selbst welche mitbrachte. Eines der Dinge, auf die ich ein wenig stolz bin.
Danke, es sei nett, aber ich sollte nicht…
Ja er auch nicht, aber manchmal müsse man – er holte Luft, lange Sätze bringen ihn ausser Atem – sich auch was gönnen.

Die Unterstützung von meinem Diät-Buddy im alten Betrieb war unbezahlbar.
Heute habe ich diese nicht mehr ganz, dafür reicht ein Blick in die Runde, zu erkennen, wofür man sich quält. Vom Typen welcher seine Zähne kontinuierlich an die drei Liter Cola pro Tag verfüttert, dem ‚Ich-hab-Zucker‘-Mann, welcher regelmässig die Schokoladenkiste neben der Kaffee-Maschine plündert, oder einfach nur jenen kleinen Herren, welcher 14 Kilogramm schwerer ist als ich.
Aber jeden Freitag in den Turnverein geht!

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Weil Mamis die besseren Politiker wären

Nicht unnötig beschwingt, eher neutral verliess ich die Bettstatt heute morgen. Ich tendiere zum Morgenmuffel, da mache ich kein Hehl daraus. Doch wenn ich alleine bin und mir niemand die Ohren vollquasselt bin ich ganz umgänglich. Nur kriegt das eben niemand mit. Ihr müsst es nun einfach glauben.

Einzig Radio Munot und das Schaffhauser Intelligenzblatt lasse ich an meinen Frühstückstisch. Mit dieser Konstellation bin ich für gewöhnlich zufrieden.

Matthias Freivogel fühlte sich berufen einen Leserbrief aufzusetzen. Nun gut, ist jedermanns Recht seine Zeilen einzusenden. Auch wenn ich die Meinung vertrete, dass gewählte, engagierte und meinetwegen einfach redselige und medienorientierte Politiker an sich genügend Plattformen erhalten sich zu profilieren. Wenn sie nun im Park auf die Apfelsinenkiste steigen und referieren, begeben sie sich auf die Stufe des rebellischen, gemeinen Volkes und sind daher im Parlament fehl am Platz. Meine bescheidene Ansicht.

Hängt natürlich auch damit zusammen, dass ich mit den linken Politikern so gar nichts anfangen kann. Arrogante Emporkömmlinge in Heilandsandalen. Ihr Bartwuchs wirkt, als würden Nachts die Mäuse daran knabbern. In ihrer aggressiven Art erklären sie uns, dass alles was war schlecht ist, und alles neue gut, sofern man Hare Krishna singt und sich alle Menschen in die Arme schliessen. Teilt man diese Meinung nicht, ist man ein hinterwäldlerischer und urkonservativer Bauer. Da sind sie bei aller Liebe sehr kompromisslos.
Die Linken und Alternativen sind jene, welche mit wunderschön ausformulierten Forderungen die Welt verbesseren wollen. So menschenfreundlich und utopisch ausgelegt, dass jeder, welcher nur ein Pfifferling auf ein Menschenleben gibt, diesen Beipflichten muss. Fixiert auf die Liebe, ungeachtet der Tatsache, dass das Leben Geld kostet und die Schaffung eines Utopia noch einen Batzen mehr. Aber davon haben wir ja genug, man soll sich eben etwas einschränken. Auch Würmer kann man essen.
Geht man auf die Forderungen nicht ein, fallen sie wie ein quengelndes Kind auf die Knie und schreien den ganzen Laden zusammen. Einfach weil sie es nicht besser wissen.

Herr Freivogel wettert gegen die Pendler, welche sich über die Begrenzung des Pendlerabzugs ärgern. Die SN beschloss ihren Artikel mit der Erkenntniss, dass selbigem nur ein Wegzug von Schaffhausen entgegen gesetzt werden kann.
Humbug meint Herr Freivogel. Alle umliegenden Kantone hätten diese Begrenzung ebenfalls. Oh.
Achtung, für gestandene Schaffhauser ein Schock. Gerade für jene, welche höchstens den Fluss überqueren um den Munot zu fotografieren. Aber nur soweit, dass sie den Turm des Münsters stets im Auge haben. Nach dem angrenzenden Zürich und Thurgau kommt nicht etwa Niemandsland oder Mordor, da sind noch dreiundzwanzig Kantone. Die gehören ebenfalls zur Schweiz. Zum Beispiel ein Graubünden. Dort gewährt man dem Pendler 3000 Franken mehr. Weil eben der Autofahrer nicht einfach der Lenker einer „Drecksschleuder“ ist, wie sich der Herr Anwalt Freivogel sehr infantil auszudrücken pflegt, sondern ein Instrument des arbeitswilligen Mitbürgers, welcher lieber seine Freizeit hinter dem Volant verbringt, als die angenehmen Seiten der sozialen Wohlfahrt zu geniessen.
Der Herr Freivogel begrüsst den beschränkten Pendlerabzug nicht nur, er fordert sogar eine höhere Motorfahrzeugsteuer. Weil a) sowieso alle aus Plausch pendeln und b) für die Linken Umweltschutz stets durch die Geldbörse geht. In dieser Hinsicht sind sie in der Politik bestens aufgehoben. Wenn der Staat sparen muss, müssen die Bürger mehr Abgaben entrichten und soll die Umwelt geschützt werden, müssen wiederum neue Abgaben eingeführt werden.
Irgendwie muss man das Utopia von einer fünf mal höheren multikulturellen Bevölkerungsdichte ja finanzieren.

Dies war die zweite Seite der SN und mein Samstag war schon im Eimer. Gut, ich bin morgens leicht aus dem Gleichgewicht zu bringen.

Also meines Erachtens ist Putin ein Mann der Tat. Liefere statt Lafere, würden die Schaffhauser in ihrem Wahlempfehlungstenor sagen.
Schmeisst Bomben auf Syrien. Gut, geht auch einmal der eine oder ander Zivilist hopps, aber Kriegstreiben war noch nie eine chirurgische Sache. Ganz salopp gesagt; Da die Menschheit jedem Keim, welcher eine natürliche Regulierung der Population herbeiführen würde den Garaus macht, muss man halt anderweitig eingreifen. Während der Mensch glaubt, mit der hochgelobten Jagd der Natur bei der Regulierung unter die Arme greifen zu müssen, arbeitet die Medizin mit Hochdruck daran, dass eben dieser Mensch sich wie ein widerwärtiger Bazillus ausbreiten kann. Aber dies ist ein anderes Thema.

Putin greift also die Rebellen in Syrien die IS, die Rebellen an. Weil es Rebellen nicht gestattet sei, einen legitimen Präsidenten abzusetzen. Korrigiert mich, aber ich meinte, das von Putin gelobte kommunistische Reich konnte erst entstehen, weil Rebellen die Zaren vom Hofe jagten. Aber auch egal.
Dem Westen passt dies ganze Kriegstreiben so gar nicht. Merkel, Obama und Co. wollen den IS gerne auf ihre Weise bekämpfen. Mit Sitzungen und respekteinflössendem Däumchendrehen. Oder die Finger zu einem Zelt zusammenlegen, jedem das seine. Des weiteren durchforstert man soziale Netzwerke nach IS-Rekrutierungsstellen und kontrolliert die Taschen am Flughafen etwas genauer. Damit lehnt man sich zurück, hat seinen Teil getan.
Natürlich stört man sich an den zivilen Opfern. Sieben Zivilisten! Damit nicht genug, darunter auch zwei Kinder! Das muss man sich einmal vorstellen! Gut, der Bürgerkrieg hat bis jetzt 250’000 Opfer gefordert, aber dies ist Äpfel mit Birnen verglichen.
Ganz nebenbei weitet Russland seine Macht aus und daran stört man sich wirklich. Also, Europa stört sich und ruft den grossen Bruder. Wie Europa es seit den vierzigern des letzten Jahrhunderts stets zu tun pflegt, wenn empörtes Aufstampfen nicht mehr genügt. Nun steht die Befürchtung im Raum, dass sich die USA und Russland über Syrien die Köpfe einschlagen.
Nun ja, auf einem Stuhl sitzt ein machthungriger KGB-Agent, auf dem anderen ein Hare Krishna-Demokrat mit einem Vorschuss-Friedensnobelpreis in der Tasche. Solange sich Putin einen Dreck um schöne Reden schert und grimmiges Fingerzeigen keine Kampfflieger vom Himmel schiesst, ist die Gefahr wohl gering.

Stell dir vor, im Ulysée-Palast wird vier Stunden über einen Frieden in der Ukraine palavert und keinen interessierts. Vorwiegend, weil das Thema in den Medien durch ist und Putin sowieso keine Zeit für diese Kinkerlitzchen hat. Soll die Nato doch die Ukraine haben, um nichts anderen geht es in dieser Krise, er packt sich jetzt Syrien. So schauts aus.
Aber Merkel und Hollande sind sehr zufrieden, weil man in kleinen Schritten aufeinander zu geht. Dies ist in der EU bereits ein voller Erfolg, denn die gesamte Union basiert auf ein „in kleinen Schritten in eine Richtung gehen“ und „viel versprechenden Gesprächen“.

A propos Syrien. In Bern drohte ein Syrer sich selbst in Brand zu setzen. Weil er nach Frankreich oder England wollte, ihm die Schweiz aber kein First-Class-Ticket zusteckte. Ein immenses Polizeiaufgebot wollte den Mann daran hindern, Feuer an sich zu legen. Mit Erfolg. Nun wird darüber nachgedacht, dem Mann den Einsatz in Rechnung zu stellen.
Jede Mutter und Hausfrau denkt umsichtiger. Wenn das Kind vor dem Schokoregal der Migros in einen quengelnden Heulkrampf ausbricht, sprintet sie nicht und drückt dem Kleinen einen Einkaufskorb in die Finger, er ihn mit Leckereien füllen möge.
„Es git jetz kei Schoggi und wenns dir nid passt, stecksch en Stäcke derzue“.
Will sich der Mann in Brand stecken, weil ihm die Schweiz nicht gut genug ist, dann mach doch. Keine Presse sollte darüber berichten, kein Passant sich umdrehen.
Treten Flüchtlinge in Ungarn vor dem Grenzzaun in den Hungerstreik, dann macht doch. Keine Presse soll darüber berichten.
Warum gewöhnt man Kindern das Quengeln ab, lehrt sie, dass man nicht alles haben kann was man will, um bei den Erwachsenen alle guten Vorsätze über Bord zu werfen?Wusstet ihr, dass bereits seit Monaten ein Norweger eine Geisel der IS ist? Wahrscheinlich nicht, weil dies in den Medien nur eine Randnotiz ist. Weil Norwegen nicht mit Terroristen verhandelt und kein Lösegeld bezahlt. Klingt hart, aber langfristig eine gesunde Einstellung. Von wegen kleiner Finger, ganze Hand.

Noch ein wenig regional?
Wussten Sie, dass Herr Germann auch ein kleiner Quengler ist? Ich auch nicht, aber dies sagt die FDP in ihrem neusten ‚Wussten Sie,‘ Inserat. Eine ungeteilte Standesstimme sei nur mit Reto Dubach möglich.
Wollen wir solchen Kleinkindkram in Bern?

Liefere statt lafere wird wohl der Wahlslogan 2015. Das Lager Minder wie Dubach benutzt ihn. Was ich bestenfalls an einem Stammtisch zu hören erwarte, druckt der Herr Dr. Rawyler sogar in der Zeitung. Der Gemeindepräsident der Gemeinde, welche solange laferet, dass ein Konzern wie die Migros die Entscheidung vorweg nehmen muss, um weiterhin liefern zu können.
Damit aus dem Lafern ein Lamentieren wird.

Mit offenen Augen, wachem Geist, dem Sinn für Machbares und erfrischendem Humor hat sie ihre Aufgaben erkannt, angepackt und ist bis zur Lösung drangeblieben.

Mit dieser Argumentation will mich Frau Margrit Beyeler-Dülli dazu bewegen, Frau Munz zu wählen. Ich erkenne auf Anhieb nicht, was Frau Munz jetzt wirklich getrieben hat. Was sie für den Kanton geleistet hat, um mit den Argumenten der FDP zu arbeiten. Gut, dies sieht man bei keiner Partei, aber man ist sich ziemlich sicher, dass der Herr Minder gar nichts getan hat.

Weil der Herr Stadtpräsident Peter Neukomm keine einseitige Vertretung in Bern wünscht, wählt er Martina Munz, Kurt Zubler und Walter Vogelsanger. Eine ausgewogene Mischung, fürwahr.
Also wenn die Herr- und Frauschaften nicht ihr Vollkornbrot auf der anderen Seite der Bank als Gegengewicht platzieren, kippt die ganze durchzogene Gesellschaft links runter.

 

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Presseschau und Wählerstimmen

Nur mal eben ganz kurz…

Haben Sie auch den Eindruck, dass Politiker bisweilen fürcherlich lange Zeit haben müssen? Der Langeweile treten sie mit sogenannten unsinnigen kleinen Anfragen entgegen.
In etwa, warum die Gefährdung durch Radioaktivität nicht in die Umweltverträglichkeitsprüfung miteinbezogen wird, sondern im Sicherheits- und Sicherungsbericht behandelt wird.
Diese Frage raubt mir schon länger den Schlaf. Wie gut, dass wir gerade im Wahlkampf stecken und sich Frau Munz irgendwie in die Presse bringen will. Gott bewahre, dieses Thema hätte warten müssen, bis irgend eine aktuelle Relevanz es auf den Plan bringt. Nun wollen wir jedoch nicht versäumen abzuklären, ob vor einem eventuellen Tiefenlager der Parkplatz mit Verbundsteinen gelegt oder doch asphaltiert werden soll.

Eine Studie des Schweizerischen Nationalfonds, keine Ahnung was das ist, hat ergeben, dass die Einbürgerung bei der Integration hilft.
Respektive, dass seit 15 Jahren Eingebürgerte sozial und politisch besser integriert sind, als jene, deren Gesuch abgelehnt wurde.
Dies wird nun natürlich so ausgelegt, dass eine Einbürgerung der Schlüssel zur perfekten Assimiliation darstellt.
Man könnte auch sagen, dass die Bürgerversammlungen Zeugnis von Menschenkenntnis legten, erkannten, wer in unsere Gesellschaft passt und wem mehr am Schweizer Pass, denn einer guten Integration gelegen war.
Eine Studie belegt übrigens auch, dass mit einer Studie so ziemlich alles bewiesen werden kann, in jedem Fall jedoch, dass es stets irgendwelche Trottel Geld für sinnlose Studien ausgeben.

Mammut verkauft seine Seilproduktion!
Natürlich produziert Mammut schon länger in China, sie lassen es sich einfach ein wenig besser bezahlen als Salewa. Dennoch wirkt diese Schlagzeile, als würden Wenger Messer in Korea geschliffen.
Der starke Franken ist schuld. Der starke Franken wird auch in dreissig Jahren noch schuld sein, wenn ein Emmentaler Besenbinder seinen Traditionsbetrieb schliessen muss oder der kleine Franz nur noch vier Franken Chilbibatzen erhält. Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand wegen des starken Franken das Qualitätsseil zugunsten eines Kalberstrick aus dem Baumarkt oder einer Angebot-Polyesterleine aus dem Army-Store schleifen lässt. Doch wenn Mammut das sagt.
Die gute Nachricht, die Produktion bleibt ein wenig im Gebirge. Das traditionsreiche Familienunternehmen Teufelberger aus Oberösterreich übernimmt die Sparte. Und die lassen in Tschechien produzieren. Ist ja auch nicht so weit weg von der Schweiz.

Ich bin enttäuscht, dass das heutige ‚Ich bin enttäuscht,‘-Inserat hinsichtlich Grammatik keine gröberen Schnitzer vorweist. Es ist einfach nur dümmlich.
Hermann Graf ist enttäuscht, dass Herr Minder Briefpapier mit dem ständerätlichen Briefkopf verwendet, um in Altersheimen zu werben.
Ich bin einfach fest glücklich, dass Herr Graf keine grösseren Sorgen plagen. Wenn ein Briefkopf einen Mann dazu treibt seine karge Rente aufzuwerfen um mittels Inserat in der Tagesszeitung seiner Enttäuschung Ausdruck zu verleihen, bin ich versucht von einem Luxusproblem zu sprechen.

Wenn wir gleich beim Thema sind; Eine Sache hat die FDP mit ihrem Wahlkampf bisher geschafft. Es weiss nun wirklich der letzte Tubel am Stammtisch, was der Herr Minder alles falsch macht, jedoch kein Mensch, was diesen ominösen Herrn Dubach eigentlich zum Top-Kandidaten macht. Stützen wir uns alleine auf die FDP-Inserate, könnte man auch Pauli den Maulwurf wählen, hauptsache nicht Herrn Minder.
Gehen wir beschwingt über zu den Zuschriften.
Gerne würde ich auch Zeilen verfassen, aber die SN gesteht mir soviel Zeichen zu, wie ein Standard-Blog Wörter hat. Mich kurz zu fassen ist nicht meine Stärke. Jeder Buchstaben ist so wichtig wie der voran gegangene.
Vielleicht noch wichtiger.
Nein, genau so wichtig.

Der Schönheit des Gesamtbildes geschuldet, wählt Marlies Landolt zwei Frauen nach Bern. Zum Beispiel – ja, sie schreibt tatsächlich zum Beispiel – Frau Munz und Frau Eichenberger. Hauptsache eine Frau.
Ich setze mich mit politischen Fragen so intensiv wie Frau Landolt auseinander und schreibe mit Sabber im Mundwinkel zwei mal Natalie Rickli auf den Zettel. Und da in Schaffhausen Donald Duck in etwa dieselben Wahlchancen hätte, setze ich auf einer dritten Linie Pascale Bruderer auf den Wisch. Mit ihrer Politik kann ich mich nicht anfreunden, aber irgendwie finde ich sie auch hübsch.

Till Alders möchte Vertreter, welche Nägel mit Köpfen machen. Mit leeren Phrasen wie ‚einfach machen‘ und ‚Volkswillen unkompliziert umsetzen‘ kann er nicht viel anfangen, weswegen er Isabelle Lüthi und Angela Penkov wählt. Diese wollen ‚Nur noch kurz die Welt retten‘ und dies ist doch wirklich einmal eine verbindliche Aussage.
Zudem sind es zwei Frauen. Also Alternative, aber irgendwie schon Frauen. Glaube ich. Aber das Geschlecht soll nicht ausschlaggebend sein. Solange es weiblich ist.

Herr Werner Bächtold weiss, dass neben den bürgerlich wählenden Menschen auch die mitte-links-Menschen eine Vertretung brauchen.
Daher wählt er Martina Munz, Kurt Zubler sowie Walter Vogelsanger. Und vergisst bei allen hehren Vorsätzen nach nur wenigen Zeilen Text komplett die Bürgerlichen.

Felix Hunziker-Blum, der gender-assimilierte Mann trägt Doppelnamen, empfiehlt mir Martin Kessler.
Der unterscheidet sich von den Politikern, weil er nicht nicht redet, sondern anpackt. Sein Engagement in allen Ehren. So er sich als Hauswart bewirbt. Doch im Ratssaal scheint mir doch eher die Stimme das effektivste Werkzeug. Bisweilen vielleicht der Zeigefinger, wenn es des Tischnachbarn Knopf zu drücken gilt, aber dies ist doch eher die Ausnahme.
Ischs kan Schudel ischs kan Wanner, ischs bigoscht en Vogelsanger.
Und weil es derer so viele gibt, verfasste der kolumnenschreibende Förster Vogelsanger’s Walter einen erheiternden Leserbrief und wies auf die kleinen Unterschiede zwischen Rentnern und einem Ständeratskandidaten namens Walter Vogelsanger hin.

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Wählerstimmen in der Tagespresse

Soll das Mädchen mit dem Baby keine Hilfe bekommen?
Wählen sie SP!

Ui nei, so schlecht!, pflege ich auszurufen. Wenn ich mich denn zu einer öffentlichen Gemütsregung, einem emotionalen Ausbruch hinreissen lasse. Sinngemäss für ‚das ist jetzt aber ganz dreist an den Haaren herbei gezogen‘. In etwa, wenn Prinzessin Victoria wegen der schwedischen Sonne auf Öland die Augen zusammen kneift und ‚Welt der Frau‘ ihr pränatales Bauchgrimmen unter das Sommerkleid legt, oder gar den Haussegen mit ihrem merkwürdigen Ehemann mal spontan aus dem Lot kippt und der Schwester Madeleine Throngelüste anhängt.

Bruno Loher, aufmerksamer Leser der Tageszeitung. Ein Mensch, der blitzschnell Zusammenhänge erkennt. Über dem SVP-Wahlversprechen für eine Begrenzung der Zuwanderung und einem vernünftigen Asylwesen entdeckte er das Bildnis eines kleinen Mädchens. In einem roten Hemd. Im Arm ein Baby. Alleine. An einer Bahnschiene. In Ungarn.
Er nutzte die Macht Hemingway’s, jedes Wort soll mit nachklingendem Donnerhall in unser Gedächtnis gehämmert werden.

Ich kann mir nicht helfen.
Der Dramatik zum Trotz überzeugt es mich nicht. So effizient wie eine millionenschwere, publicitygeile Starlet, welche im Auftrag der Vereinten Nationen Babys im Kongo streichelt oder Melanie Winiger, welche im Coop-Bio-Shirt dem Unterricht einer Primarschule in Timbuktu beiwohnt.
Oder diese deutsche Showmaster, welcher eingeflogen wird um an einem Brunnen in der Wüste Gobi den Hahn zu drehen und sein Engagement für weitere Brunnenbuddeleien verkündet, während im Hintergrund kleine Kinder mit ehemals weissen Kanistern das kostbare Nass auffangen.
Es ist dieser Werbeblock, welchen man an sich vorbei ziehen lässt, während man eifrig überlegt, ob eine Schale Pop-Corn für das abendliche Heimkino genügt und die Zeit noch reicht, den Kanal zu wechseln oder man den verglühenden Shwobiz-Star weiter referieren lässt. Ein wenig ungeduldig, genervt bis ungehalten.wahlDie Schaffhauser Nachrichten schaltet diverse solcher sinnloser Mehrzeiler. Ich bin versucht, eine Best-Of zu erstellen.
Was sie gemeinsam haben ist die Drohung, dass die Schweiz vor die Hunde geht. Sei es nun, weil wir von Flüchtlingen überschwemmt werden, wir uns gegen die EU wehren, weil der Kanton Schaffhausen in Bern vergessen geht, weil wir in die EU gehen oder einfach weil wir zuwenig Flüchtlingen ein Heim bieten. Der einzige Weg dem beinahe unvermeidlichen Unheil zu entgehen führt über den einen, ultimativen Kandidaten. Oder meinetwegen ein Gespann. Das Problem liegt darin, dass die gesammelten Argumente mal den Minder, mal den Dubach und morgen den Vogelsanger als Retter der Schweiz preisen.

Für Thomas Hauser, Schaffhausen, spielt es keine Rolle, ob man Unternehmer, Juristen oder Ex-Regierungsratsmitglieder ins Stöckli sendet.
Weil der Herr Ex-Regierungsrat Briner jedoch einen guten Job gemacht hat, soll man den Herrn Dubach nach Bern schicken.
Also irgendwie scheint es doch eine Rolle zu spielen. Aus Überzeugung schreibe er Dubach! Ich frage mich, warum soll man es sonst schreiben, wenn nicht aus Überzeugung?

Frau Barbara und Kurt Gehring-Spähni (frage mich bei solchen Anschriften öfters, wer nun den Doppelnamen trägt) setzt sich ein für die Wiederwahl von Frau Munz. Was so nicht ganz korrekt ist, denn Frau Munz ist keine gewählte Nationalrätin. Sie wurde einfach nachgezogen, damit sie bei der nächsten Wahl einen Fuss in der Tüt hat.

Thomas Minder hätte keinen Rückhalt der SVP-Fraktion, daher wählt Christian Baer aus Schaffhausen Herrn Reto Dubach. Dass der FDP-Politiker aus Überzeugung der SVP-Fraktion beitreten will ist mir neu, doch überraschen würde es nicht. Man muss sich stets etwas nach dem Wind richten.
Ein Ständerat brauche die Unterstützung der Partei und er soll Vorhersehbar sein.
Wer hat bei dieser Formulierung auch die Augsburger Puppenkiste vor Augen?

 

Veröffentlicht unter Ein Hauch Politik, Kurz nachgedacht | Kommentare deaktiviert für Wählerstimmen in der Tagespresse