Schaffhausen und der Lokführerstreik

Ihre Durchlaucht, der Seneschall von Schaffhausen, Herzog der Grafschaft Buchthalen hat eine Depesche entsandt.

Schon manch Regierung wurde in seinen Grundfesten erschüttert, so sie es wagte dem Reich Scafhusia – Region der täglichen 537 Sonnenuntergänge, Land der tausend Flüsschen, entlaufenen Katzen und stündlich fünftausend Lichtbildern eines einzigen Wasserfalles – mit Ungemach zu drohen.
Ihre Herrlichkeit Schaffhausen, auf einem Bein hüpfend in zwei Stunden zu durchqueren, verwirrt in ihrer Vielfalt immer wieder gestandene, gerade gestandene, Einwohner und Bürger, welche in einer eigenst geschaffenen Dienstleistungsstelle ein eben geschossenes Lichtbild einreichen, als dass sich Ortskundige bemühen, den verwirrten Schaffhausern zu erklären, wo sie eben stehen.

Die Republik Baden-Württemberg droht mit einer Abnabelung des kleinen Paradieses. Lauthals angedroht haben sie nun tatsächlich die Dreistigkeit besessen, die Personenbeförderung einzustellen und damit den Herrn Dubach auf dem falschen Fusse zu erwischen.

Nun gut; die Dramatik geht etwas flöten.
Nicht, dass ich es den Schaffhausern nicht zutrauen würde. Dass Martin Harzenmoser  halb geritten, halb gegangen, mit einem versiegelten Pergament nach Stuttgart entsendet würde, um am Hofe des Verkehrsministers Winfried Herrmann ordentlich Wind zu machen. Die Form wahren, letztendlich beruft sich Schaffhausen auf einen Vertrag aus dem grauen Mittelalter!schildbuergerAber Reto Dubach mag es schnell und zackig. Er sendet eine Mail. Wie unspektakulär.

Sitzt nun der Winfried Herrmann nach seinem halb-10-Knoppers an den Rechner und zwischen der Einladung der Kanzlerin, der Bestätigung des Schreibpapier und Radiergummi-Lieferanten, des Kantinenspeiseplans und dem Katzenvideo der Gattin findet sich eine Dubach-Mail.

Ähm…. ja also so geht, ähm…. dies nicht…. Wir Schaffhauser, und die Neunkircher stimmen dem zu, ähm, dass wir uns auf den öffentlichen, ähm… Verkehr verlassen müssen dürfen sollen können.

Ich kann mir gut vorstellen, dass die Rüge aus Schaffhausen die Baden Württemberger empfindlich trifft. Dort wo es weh tut.
Gut, Schaffhausen hätte in Baden Württemberg tausend mal Platz, sie haben etwa vier Millionen mehr Einwohner als die gesamte Schweiz und die Abhängigkeit ist ein wenig einseitig – Schaffhauser sind mit ihren Ausfuhrscheinen auf die Stempeltätigkeit des deutschen Zolls angewiesen, während Baden Württemberg von uns noch nicht einmal mehr den Treibstoff braucht – aber hey; Wir sind Schaffhauser und wenn dies nicht genügt um Wind zu machen, dann liegt die Welt im argen.

Wohlan, er bemüht sich, der Herr Dubach. Er unterstreicht die Wichtigkeit des öffentlichen Verkehrs.
Ein Sturm im Wasserglas ist gerade zur Zeit der Wahlen das Richtige. Was dem Herrn Rohner die KBA, ist dem Herrn Dubach der Lokführerstreich. Ein wahrer Segen um seine Entrüstung gross zu inszenieren.
Vier Spuren nach Winterthur und zuverlässiger Bahnverkehr durch den Kanton. Sich einsetzen für die pendelnden Wähler, so bleibt man in den Medien.

Man möchte beinahe vergessen, dass es derselbe Dubach war, welcher die Linie 21 beschneiden will. Da müssen die Schlaatemer eben über Neunkirch fahren und umsteigen. Für den Viertelstundentakt muss jeder sein Opfer bringen. Man kann nicht auf alles und jeden Rücksicht nehmen.

Aber im Februar war man auch noch kein Ständeratskandidat, nicht wahr Herr Dubach?
Einmal mehr; Villeicht sollte der Herr Dubach das Pendeln, ÖV und vierspurige Autostrassen aus seinem Wahlkampfprogramm streichen. Soll dem guten Mann doch endlich jemand den Wahlkampf organisieren, der redet sich bis Oktober ja noch um Kopf und Kragen.

Veröffentlicht unter Hossa, Presseschau | Kommentare deaktiviert für Schaffhausen und der Lokführerstreik

Das Stillbänkli, zweiter Teil

Jaaa… ähhhm…
Das Stillen soll in der Öffentlichkeit präsent sein. Soll auch draussen stattfinden.
Frauen sollen ermuntert werden, in der Öffentlichkeit stillen. Daher auch die Bank am stark frequentierten Lindli.

So die Antwort der Fachfrau Rahel Oberholzer, warum Schaffhausen ein Stillbänkli braucht. Was beweist, dass ich mit meiner These (siehe Blog) nicht falsch liege.

Eine weitere Frage ist beantwortet, auch Männer, ausgestattet mit Schoppen und hungrigem Kind, dürfen diese Sitzgelegenheit nutzen.

Auf den Einwand der Moderatorin, ob nicht die Angst bestünde, dass Schaulustige angezogen werden – mir scheint bald, mein Blog wurde gelesen – entgegnet Frau Oberholzer; Eine stillende Mutter in der Öffentlichkeit sei nichts seltenes, zudem könne so gestillt werden, dass der Aussenstehende nichts mitkriegt.

Ja was denn nun? Soll das Stillen in der Öffentlichkeit präsent sein, oder soll man nichts mitkriegen? Soll ich nun gucken oder ignorieren?
Entscheidet euch!

Weiter im Text, Kontraversen über Kontraversen. Vor 16 Jahren wurde öffentlich gestillt, woran niemand anstoss nahm, erklärt Frau Oberholzer, aus den eigenen Erinnerungen schöpfend.
Da die Still-Liga das öffentliche Stillen in den Vordergrund zerrte, wurde es plötzlich zum Thema und die jungen Frauen seien nun gehemmt, selbiges zu praktizieren. Um diese Hemmungen abzubauen, benötigt man nun Stillbänkchen, Stillanlässe und Öffentlichkeitsarbeit.
Einfach ausgedrückt; Man gründet einen Verein, stigmatisiert das unschuldige, stillschweigende Verpflegen eines Säuglings in der Öffentlichkeit, und macht sich hernach daran, den eigenst geschaffenen Missstand wieder zu bekämpfen.

Mal ehrlich, hättet doch besser mit Stricken begonnen.

Passenten werden zum öffentlichen Stillen befragt. Es stört niemanden. Ein Thema, welches eigentlich kein Thema ist. Zudem, „man könne es auch gedeckt getarnt vollziehen“.
In diesem Zug bringt Frau Oberholzer Stillumhänge zur Sprache. Und verteufelt sie auch gleich wieder. Wir essen ja auch nicht gerne mit einem Leinentuch über dem Kopf.
Ich weiss es nicht, da ich es noch nie versucht habe.
Allerdings scheint mir der Vergleich auch etwas an den Haaren herbei gezogen. Schliesslich sehe ich auch nur sehr wenig Erwachsene, welche Kartoffelstock und Möhrenbrei mit den Fingern essen.

Jeder kann Stillberater werden.
Die Voraussetzung ist, dass man gestillt haben muss.
Mooooment, ich fühle mich gerade diskriminiert. Sehr diskriminiert. Gerade als Mann möchte ich mich mit dem Stillen auseinandersetzen. Es reicht schon, dass der Mann ständig hören muss, er würde an den Wehen krepieren und wenn nicht, spätestens bei der Geburt. Es wird nie jemand wiederlegen können.
Aber gerade hier könnte der Mann sich doch einbringen.

Doch nun genug vorgegriffen; Film ab!

 

Veröffentlicht unter Hossa, Pub, Vom Leben und gelebt werden | Kommentare deaktiviert für Das Stillbänkli, zweiter Teil

Den Briefkasten geleert

Bisweilen denkt man sich, auf diesem Planeten geschähe nichts Gutes. Dann entpuppt sich der Briefkasten als Füllhorn der Glückseligkeit.

Allen voran Don Mario Perez – ein Name der sagt ‚Ich weiss nicht warum, aber diesem Mann gebe ich meine Kreditkarte‘ – welcher mich davon in Kenntnis setzt, dass ‚Nachrichtenlosen Papiergeld‘ bereit liegt.

Vor zwei Jahren war ich glücklicher Gewinner einer spanischen ‚Weihnachtsfurderunglotterie‘. Es verwirrte mich nur kurz, da ich noch nie an einer spanischen Weihnachtsfurderunglotterie teilgenommen habe, im nächsten Absatz informierte mich der gute Don Mario, dass eine Investmentfirma an meiner statt ‚Kupons‘ gekauft hätte.
Diese guten Menschen, diese Grundguten!
Nachdem ich mir eine Träne der Rührung aus dem Augenwinkel gewischt habe, folge ich dem Schreiben weiter.
Don Mario, die Weihnachtsfurderunglotterie und die Investmentfirma waren sehr betrübt, dass ich auf die Anschreibung nicht reagiert habe.

Es handelt sich um einen Betrag von 2’506’310.00 Euronen, dies sind zweieinhalb Millionen, mein lieber Scholli. Auf den Eurokurs zu bauen ist pippefatz, denn die Grundguten haben das Geld inzwischen angelegt.
Und wie sie es angelegt haben!
Mittlerweile sind es 354’022’533.00 Euro. Vielleicht ein Tippfehler, mir gefällt jedoch der Gedanke besser, dass der Don Mario eine richtige Perle ist. Ich werde ihm auch eine blinkende Münze schenken.

Er freut sich von mir zu ‚huren‘, den Gefallen werde ich ihm gerne tun.

Da brauche ich an sich das kümmerliche Bingo-Los nicht mehr, welches in meinem analogen Briefkasten lag.gewinnlos-1Selbstredend, dass meine Nummer 127721 auf der Gewinn-Nummern-Liste zu finden ist, heute bin ich ein Sonnenkind. Nun der spassige Teil. Die Nummersticker auf die vorfrankierte Antwortkarte kleben und ab die Post.
Natürlich kann ich auch noch 73% sparen indem ich eine der empfohlenen Zeitschriften abonniere. Von Landliebe über die Glückspost bis zum Blick.
Doch, man lese oben, die Teilnahme ist unabhängig von einer Bestellung. Also sende ich die Karte, wie 5 Millionen andere geldgierigen Füchse, ohne eine Zeitschriftenbestellung an den Herrn Ringier.

Wo sie postwendend in den Schredder kommt. Wie die Karte von 5 Millionen anderer geldgieriger Füchse.gewinnlos-2Ich war zu faul den Scanner zu bemühen, daher nur ein Foto.

Wer nur an der Verlosung teilnehmen will, sendet eine Postkarte mit Angabe der eigenen Adresse und dem Vermerk „Jahresverlosung“  an Ringier AG, Postfach, 4801 Zofingen.

Auch hier wird Pat der Postbote wohl auch gleich aussortieren.

Zu guter Letzt will mir die Firma ParaMediForm aus reiner Nächstenliebe beim Abnehmen beistehen.
paramediformKein Heisshunger, kein Verzicht, kein Produktezwang.
Mit anderen Worten; Lebe weiter wie bisher und verliere Gewicht. Fragt sich, wozu ich denn ParaMediForm brauche. Aber da sie kostenlos agieren, zumindest findet sich im kompletten Faltblatt nicht die Spur einer Preisangabe, und mir nichts verkaufen wollen, wäre es doch eine Überlegung wert.

Anderseits, unter uns Pastorentöchtern und mal ganz böse; Die Herrschaften wirken auf dem Nachher-Bild, als hätten sie seit dem Gewichtsverlust nicht nur eine Menge Lebenslust, sondern auch jegliches Schamgefühl verloren und ganz allgemein gesagt scheint bei den 95 kg nicht nur Bauchfett flöten gegangen sein.
Jaja, der werfe den ersten Stein; Aber das dachtet ihr doch alle, als die Broschüre heute zum wiederholten Mal in eurer Post lag.
Ein heisses Eisen, dieses ohne Verzicht und so.

Diäten ohne Hunger, ohne Verzicht, ohne Einschränkung und ohne irgendwas klingt wie Geld verdienen ohne Arbeiten, ohne Gewinnlose oder ohne sich sonstwie zu bewegen. Die Sozialämter sind voller solcher Investmentgenies.
Natürlich, im Faltblatt sind noch 12 weitere Diätwunder abgelichtet, aber da bleibe ich doch lieber bei meinem Bündnerfleisch.

paramediform-rezeptDeucht mich ganz viel Aufwand für 1 Protein.
Wobei, wieviel ist 1 Protein? Gleichviel wie 1 Geld?
Ein Pouletbrüstchen à 140 Grämmchen. Dies hat nach dem Kochvorgang noch die Grösse einer Briefmarke. In einem Frischkäse-See. Die Mahlzeit scheint hauptsächlich aus Petersilie und Schnittlauch zu bestehen, wohl sein dann auch.
Oh, Pardon; Gemüsereis oder Rösti dazu.
Kommt also noch 1 Kohlenhydrat dazu und in der leckeren Variante noch 1 Fett, da die Zubereitung der Rösti irgendwie nach diesem Hilfsmittel verlangt.

Aber es wird ja geschrieben, ohne Verzicht.

Einmal mehr die Erinnerung an die typische Frauenzeitschrift:

Site 3: Akzeptiere dich wie du bist. Ullas Lebenslust trotz Kleidergrösse 46. „Ich habe meine grosse Liebe gefunden und Karriere gemacht“ exklusiv in der ‚Das-können-sie-auch-Story‘ von Bild der Frau.

Seite 38: In dreissig Tagen zur Strandfigur! Helga aus Pupshausen hat es geschafft, 29 kg in drei Wochen. Die geheimen Tipps in der ‚Das-schaffen-sie-Story‘ in der Heftmitte.

Seite 54: Die tollsten Frühlingstorten. Kleine Sünden aus Sahne und saisonalen Früchten, die exklusiven Bild-der-Frau-Rezepte zum Ausschneiden und Sammeln

 

 

Veröffentlicht unter Hossa, Kurz nachgedacht, Presseschau, Pub, Vom Leben und gelebt werden | Kommentare deaktiviert für Den Briefkasten geleert

Superstau

Wie Schuppen fiel es mir von den Augen.

Ja, ihr wisst es bestimmt schon alle. Gewiss hat die Maus schon berichtet und Top Gear die Geschichte mit importieren italienischen Sportwagen nachgestellt, ich hatte nunmal erst heute die Erleuchtung.
Warum ich hinter diesem Seat mit diesem penetranten dritten Bremslicht stand. Eine unsägliche Erfindung, diese Bremsleuchten. Blenden einem verhöhnend ins Gesicht. Mag zu Zeiten als Auto noch fuhren und allenfalls in einer Ausnahmesituation in die Eisen stiegen seine Daseinsberechtigung gehabt haben. Heute fahren wir jedoch zur Tanke; Einmal Bremsbacken wechseln und Benzin kontrollieren.

Es war für mich stets ein Rätsel, warum der Verkehr zum Beispiel im Gubrist staute. Es führen zwei Spuren rein und zwei Spuren raus. Auf einer Carrera-Rennbahn funktioniert das wunderprächtig, warum auf der A1 nicht?let-op-welt

Wegen der Trottel hinterm Steuer.
Die Erleuchtung kam mir am Lichtsignal und ich lasse Euch an meiner Weisheit nun teilhaben.
Aus der Ferne mit zusammengekniffenen Augen erkennt ihr auf der Klettgauerstrasse, dass die Lichtsignalanlage auf der Kreuzstrasse auf grün springt.
Bevor ihr auch nur eine Pedale eures Gefährts bedient hat, steht die Ampel wieder auf rot, keinen Millimeter habt ihr euch bewegt.
Wechselt also auf grün, der Fahrer in der Pole Position ist unter Umständen bereit, flitzt los. Der zweite zurrt erst noch den kleinen Hubert im Maxi-Cosi fest, startet mit zwei Sekunden Verzögerung. Der Dritte schliff bereits die Kupplung, zieht jedoch nun die Handbremse hoch um die gesamte Konzentration auf den eingeleiteten Hupvorgang zu richten. Daraufhin muss Wagen 2 eine Mischung zwischen entschuldigender Geste und Stinkefinger durch die Heckscheibe senden, kann deswegen wieder nicht starten, während seinerseits Wagen vier das Horn erklingen lässt und die Öko-Schaltung in Wagen fünf den Motor wieder abwürgt.
Mit Ach und Krach schaffen es in der äusserst knapp bemessenen Grünphase vier Wagen über die Kreuzung, bevor das rote Licht angeht. Der Rest rückt nach.

Würden alle Fahrzeuge synchron starten und gleichmässig beschleunigen, wäre der Durchfluss einiges effizienter.
Ihr könnt dies ganz einfach nachstellen. Reiht 5 Spielzeuautos hintereinander. Zieht nun eines nach dem anderen über die Linie, oder schiebt mit dem hintersten alle fünf über die Ampel.

Dasselbe Prinzip im Stau. Einfach umgedreht.

Hohes Verkehrsaufkommen, die Autos reihen sich dicht an dicht, Wagen A tippt kurz auf die Bremse, da sich eine Baustelle ankündigt.
Wagen B weiss jedoch nicht, dass A nur auf die Bremse tritt weil er ein dämlicher Trottel ist und keine wirkliche Gefahrensituation besteht. Nach der verzögerten Reaktion und dem zwangsläufigen näher auffahren, tritt er einiges vehementer in die Eisen. A mag schon wieder flott des Weges tuckern, während B ebenfalls wieder beschleunigt. Doch die Welle hat sich längst fortgesetzt, jeder ist ein wenig überraschter, bremst ein klein wenig mehr und in etwa Wagen K kommt zum kompletten Stillstand. Einmal Stillstand und die Sache ist gegessen, wir haben den Stau.

Dieselbe Situation mit dieser Pseudo-Überholspur.
Erklär mir mal einer, was ein Reisecar mit einer erlaubten Höchstgeschwindigkeit von
100 km/h auf selbiger zu suchen hat. Mag meinetwegen eine Laster vor ihm mit den erlaubten 80 km/h tuckern, ist dies ein Grund, den gesamten Autobahnverkehr zu gefährden und auszubremsen? Die Strecke von Winterthur Seuzach bis St. Gallen Gossau, 39.5 km, bewältigt er so gerade einmal 5 Minuten schneller. Den Stau, welchen er verursacht, weil er sich mal eben auf die linke Spur zwängen muss, gefährdet Verkehrsteilnehmer und verursacht einen Stau.
Von Brummifahrern welche Brummifahrer überholen wollen wir gar nicht sprechen. Aber klar, die werden auch auch nicht geblitzt. Auch wenn sie ihre erlaubten 80 km/h um zehn überschreiten, sind sie immernoch 30 km/h langsamer als die theoretische Höchstgeschwindigkeit für alle anderen Automobilisten.Ein überholender LKW bremst euch über 1,5 km aus, benötigt dafür im Idealfall etwa eine Minute, während ihr in dieser Zeit ohne die Gesetze grob zu verletzen das doppelte zurücklegen könntet. Nur um noch etwas mit den Zahlen zu spielen.

Doch nicht nur LKW bremsen einem aus, auch Personen, welche ihr Vehikel nicht beherrschen. Öko hier, Schadstoffarm dort, was feststeht; Die Wagen sehen heute allesamt wie rundgelutschte Bonbons aus, werden jedoch immer schneller. Dennoch beherrschen die Lenker den Verkehrsfluss immer weniger. Während man früher die 50 Pferde stets bei Laune hielt, den Windschatten benutzte und Schwung auf die linke Spur mitnahm, fasst der heutige Lenker erst auf der linken Spur den Entschluss, das Gaspedal durchzustampfen. Er mag dann meinetwegen in drei Sekunden auf Überschall beschleunigen, es ist irrelevant, weil der Hintermann bereits bremsen musste, siehe Abschnitt wie entsteht ein Stau.

Kommen wir zum Punkt, schuld sind die Gesetzeshüter.
Es ist natürlich einfach und auch sehr bequem, einen Radar zu positionieren, welcher jeden ablichtet, welcher die Höchstgeschwindigkeit um vier Stundenkilometer überschreitet. Bei Sonnenschein nach Vignetten Ausschau zu halten und Handgelenk mal Pi die Abstände der Fahrzeuge zu kontrollieren ist gewiss auch ein netter Zeitvertreib.
Viel zu mühselig dagegen, die ach so korrekten Fahrzeuglenker, welche diese aggressive Fahrweise erst provozieren, am Schlafittchen zu packen.

Wer mit hundert Stundenkilometer auf der Autobahn gondelt, sollte vielleicht besser auf gemütlichen Kantonsstrassen fahren.
Wer seinen Wagen aufgrund einer Baustelle aprupt abbremst, ist vielleicht zu ängstlich, um im Strassenverkehr mitspielen zu dürfen. Fahruntauglich möchte man sagen. Für solche Leute gibt es Bahn und Bus mit professionellen Chauffeuren.
Jedem, der auch nur in Erwägung zieht, auf einer Autobahn die Bemse zu betätigen, werfe ich ‚Nicht beherrschen des Fahrzeugs‘ vor. Solange keine Kinder auf der Bahn spielen oder da ein Sofa liegt, gibt es absolut keinen Grund, dieses Pedal zu betätigen. Keinen. Man bremst seinen Wagen auf der Ausfahrtstrecke, dafür ist sie da, und lässt ihn gemütlich in eine Fahrbahnverengung rein rollen. Meine Güte, dann hat er vielleicht für 50 Meter noch neunzig Stundenkilometer im achtziger-Bereich, da gehört doch etwas gesunder Menschenverstand hin. Allemal umweltschonender als Stop & Go.
Aber nein, statt dass man den Verkehr in den Gubrist gleiten lässt, stellt man zwei Radarkasten auf, damit auch gewiss jeder auf die Eisen latscht. Wer auf die Überholspur wechselt, fädelt sich mit der entsprechenden Geschwindigkeit ein, so jemand hinter ihm Bremsen muss, hat er den Verkehr gefährdet, gewiss gibt es da einen Gesetzestext.
Einen Reissverschluss könnte man mit 120 km/h fahren. Aber es genügt ein Einziger, welcher denkt ‚Und dies ist jetzt meine Spur‘ und schon steht der Verkehr.

Vielleicht keine Patentlösung, aber gewiss ein Rezept gegen Stau, welches eine Chance verdient hätte.
Doch solange die Polizei und TCS-Geschwindigkeitstafeln jedem rollenden Verkehrshindernis auf die Schulter klopfen funktioniert dies nicht.
Anstelle dem Rentner die 30-Jahre-unfallfrei-Plakette an den Filzhut zu heften, eine deftige Busse wegen gefährdendem Unterschreiten der Höchstgeschwindigkeit in den Kragen stopfen wäre Gold wert. Vielleicht würden die Strassen plötzlich etwas leerer werden, wenn Sonntagsfahrer Gefahr laufen, mit fünfzig Stundenkilometern ausserorts den Ausweis zu verlieren.

Warum nicht einmal als Pilotprojekt auf der Strecke Winterthur-Töss bis Wülflingen zwischen vier und sechs Uhr mit erhöhter Polizeipräsenz die unsicheren Autofahrer zur Rechenschaft ziehen?  Einen Präzedenzfall schaffen.

https://youtu.be/IzMpOvKxXdM

Veröffentlicht unter Vom Leben und gelebt werden | Kommentare deaktiviert für Superstau

Diese Gender-Sache, im Gym Teil 3

Etwas beschämt und erschrocken drehte ich auf dem Absatz, schlich die drei Meter durch den Mauerdurchgang zurück und schielte auf das Piktogramm an der rechten Seite.
Doch, ein Männchen, zweifelsohne. Mit Hut, Stock und was so alles zu einem Männchen an der WC-Pforte gehört.toilette
Drinnen stand am Subjekt am Urinal, welches mich kurz inne halten liess. Natürlich, alleine aufgrund der Tatsache, dass es am Urinal stand könnte man auf einem Mann schliessen, aber mal ehrlich; Im Zuge des Genderismus sollten auch Frauen am Urinal stehen dürfen, oder nicht? Männer haben sich zuhause ja auch hin zu hocken.
Im Kontrast zum Stehpinkler stand die hautenge Jeans, bis Mitte Wade hochgekrempelt, ein filigranes Schuhwerk, diesen unsäglich hässlichen Ballerinas nicht unähnlich. Obenrum ein tailliertes Shirt in zartem rosa gehalten – soweit ein Farbenblinder dies einstufen kann – und eine Rihanna-Frisur auf dem Kopf. Also irgendwie rasiert und verschwuschelt zu gleichen Teilen, etwas schwierig zu beschreiben.

Die Übergänge sind fliessend, dass Männer auch dem Bartwuchs abgeschworen haben macht die Sache nicht einfacher. Nicht, dass sie sich stets rasieren, sie haben die arachaisch, maskuline Gesichtsbehaarung gleich komplett aus dem Antlitz verbannt. Vielleicht noch ein Kränzchen ums Kinn, welches aussieht, als hätte über Nacht der böse Rattenzahn daran genagt.

Ich tat den Frauen betreffend Leggings etwas unrecht. Ihr wisst, zwei Prozent können sie tragen. Eine hundert Prozent Quote auf der Geht-gar-nicht-Skala haben jedoch die Männer.
Gerade die gesetzteren Semester zeigen gerne, was sie zu bieten haben. In bunten Radlerhosen, also ohne Polsterung, wo immer man auch sowas kaufen kann, werden die erschreckenden Konturen in Szene gesetzt.
Wie um Himmels Willen kommt man eigentlich auf diese Idee?
Wenn ich ein neues Beinkleid zu erstehen gedenke, zwänge ich mich in selbiges, drehe mich vor dem Spiegel im Kreis, verlasse die Kabine, drehe mich etwas gehemmter vor Bella abermals im Kreis. Ich gucke ungläubig und verwirrt, wenn sie mich heisst, mal eben auf dem Laufsteg der Schande auf und ab zu gehen, verwerfe diese Idee wie ein trotziges Kind, schmolle in der Kabine, bis durch den Vorhangspalt eine neue Jeans gereicht wird.
Zurück auf Los und nochmals von vorne, ein unsägliche Prozedur, bis wir endlich eine Kompromisslösung finden.

Steht nun ein Herr jenseits der Midlife-Krise in seinen Radlerhosen vor den Spiegel, klatscht sich einmal auf den Hintern und findet; Ein scharfes Teil, so will ins Fitness-Center gehen. Irgendwie nicht vorstellbar, aber muss beinahe so sein. Warum sollten sie es sonst machen?

Momentan ist ein Päärchen unterwegs. Regelmässig.
Päärchen sind das grösste Übel, sind sie nun gemischt oder gleichen Geschlechts. Sie machen stets die selben Übungen. Gemeinsam. Abwechselnd.
Er in einer blauen Radlerhose – könnte auch violett ins rosa übergehend sein, was weiss ich – und einem Bankverein-Grand-Prix-Shirt, sie in einer grünen drei-viertel-Leggings mit Cameltoe. Googelt selber, gehört zu den Dingen, welche man nicht sehen will, an einer Spätvierziger-Frau gleich dreimal nicht, einem aber ins Auge stechen. Und weh tut.

Im harmonischen Miteinander, diesem besorgten Füreinander belagern sie ein Gerät. Er setzt sich hin, beklagt sich über seine Wehwechen und die Dame passt die Maschine auf seinen Adoniskörper an.
Dann macht er seine Wiederholungen, während sie dieselbigen zählt und zwischendurch synchron mithechelt.
Dann steht er auf, man dehnt sich ausgiebig, tauscht sich über das aktuelle Tagesgeschehen aus, Wehwechen im Allgemeinen und spirituelle Erleuchtungen auf der Beinpresse im Speziellen, bis sich die Dame anschickt, sich hinzusetzen und er die Wiederholungen zählt.
Noch schlimmer, wenn zwei Maschinen desselben Typs vorhanden sind, um einem eventuellen Ansturm gerecht zu werden. Da werden in feinster Rimini-Manier die Handtücher auf den Geräten platziert und die individuellen Einstellungen vorgenommen. Der eine Part behaltet Platz, während der andere hinübertritt um die Wiederholungen zu zählen. Dann wechselt man zur anderen Maschine und ein Rollentausch findet statt. Natürlich nach ausgiebiger Erholungspause. Effizienter kann man nur noch blockieren, wenn man die Getränkeflasche auf die dritte Maschine stellt.

Dann ist da noch dieser alte Mann.
Ich bemühe mich aufrichtig, ihn nicht zu verurteilen. Von wegen Toleranz und so, aber ich kann mir nicht helfen. Er geht mir auf den Sack.
Grundsätzlich trainiert er in Jeans und Hemd. Die Halbschuhe mit altersbedingter Zehenfreiheit stellt er links neben die Bar. Er benötigt keinen Garderobenschrank, seine Habseligkeiten breitet er auf den Tischchen nahe der Bar aus. Dies wäre einmal die Schaffhauser Nachrichten, ein Schoko-Drink mit Isolierhülle, eine Packung Gummi-Knabberzeugs, eine DM-Tragtasche und eine Bauchtasche. Von den Dimensionen eines Trekking-Rucksack für eine fünf-Wochen-Tour. Prall gefüllt.
Soweit so gut.Sein Handtuch legt er auf ein Gerät zur Vorreservation, während er zur nächsten Foltermaschine geht. Umständlich legt er sich auf die Bank, hustet dass man befürchtet seine Lunge vom Polster kratzen zu müssen und beginnt mir der Leibesertüchtigung.
Nach drei Wiederholungen erhebt er sich keuchend, man fühlt sich stets berufen, eine Gasse für die Sargträger bereit zu halten. Stolpernd dreht er einem Zombie gleich seine Runden durch das Center, kommt langsam wieder zu Kräften und begibt sich zum nächsten Gerät. Natürlich nicht das mittels Handtuch vorreservierte. Und natürlich nur, wenn niemand sich am vorgehenden Gerät zu schaffen macht. In diesem Fall von eiskalter Unverfrorenheit interveniert er, er müsse nochmals eben eine Übung machen. Geht ganz kurz, sprichts abgehackt, keuchend, setzt sich umständlich hin und zwängt die Beine zwischen die Polster.
Danach wird am Bistro-Tisch Buch über den Trainingsfortschritt geführt, eine Seite in der SN gelesen, das Hemd ausgezogen und weiter geht es im Feinripp-Shirt.
Egal welche Übung er ausführt, sein Feinripp rutscht trotz des Burt-Reynold-Gurtes aus der Jeans und verwandelt sich in ein neckisches Top. Ein faltiger, labbriger Bauch schlabbert herum, während seines keuchenden Erholungsspaziergangs. Ganz langsam, ein umgekehrter Strip in Zeitlupe, wird die Leibesmitte wieder unter das Feinripp und selbiges in die Jeans gezwängt.

Man möchte ihm als Dankeschön Dollars in den Bund stecken.

Veröffentlicht unter Hossa, Pub, Vom Leben und gelebt werden | Kommentare deaktiviert für Diese Gender-Sache, im Gym Teil 3