Klaus hat wieder einen erwischt

Wann ist ein Held ein Held? Oder ein tragischer Held?

Handelt Jack Bauer korrekt, wenn er einen Terroristen foltert um eine Grossstadt zu retten?
Ganz so heroisch agierte ich nicht, als ich mich heute morgen in die roten Blitzlichtfluten von Klaus warf.
Natürlich war es keine Absicht, mein Gute-Morgen-Gesicht fototechnisch nach Schaffhausen zu senden. Eine Entschuldigung an den auswertenden Beamten im Voraus, nicht läge mir ferner, als Sie zu erschrecken; So sehe ich immer aus, wenn mir Morgens um zehn vor sechs eine rote Lampe ins Gesicht geschlagen wird.

Doch was mir den ganzen Tag keine Ruhe liess; Habe ich nun Gutes getan?
In seinen Bemühungen die Kantonsfinanzen zu sanieren hat jeder gute Bürger und Patriot sein Scherflein beizutragen. Um dies für den Automobilisten so einfach wie möglich zu gestalten, hat sich unsere Regierung ordentlich den Kopf zerbrochen.

Ein Auszug aus dem Sparpaket der Regierung:

sparpaket-klausIch meine, dies soll man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen.

Was gewiss nicht auf alle Staatsbelange zutrifft, hat sich hier unsere Regierung selbst übertroffen. Mussten die alten Könige noch in Sicherheit investieren indem sie Ritter anheuerten um der Wegelagerei Einhalt zu Gebieten, mit der hoffnungsvollen Aussicht, dass sich vielleicht mehr reiche Bürger in ihrem Reich niederlassen, ist unsere Regierung einen Schritt weiter. Sie nimmt die Wegelagerer einfach unter Vertrag.
Wir gehen uns sicher einig, dass eine alleinige Überwachung des Verkehrs keinen müden Rappen generiert und dahingehend in einem Sparprogramm irgendwie fehl am Platz wirkt. Insbesondere, da eine semistationäre Radaranlage eine viertel Million blinkender Münzen kostet.
Des weiteren wird man mir zustimmen, dass ein Sachbearbeiter seinen Lohn auch nicht mit dem exzessiven Spielen von Solitär erarbeitet. Den dümmlichen Bürger mag es auf den ersten Blick auch verwirren, wenn zusätzliche Personalausgaben Teil eines Sparpakets sind. Der Auftrag ist klar; Der Herr muss Rechnungen versenden und zwar nicht zu knapp. Muss er doch die Kosten von Klaus, Lars, dem neuen Gefährten und seine eigenen Personalkosten erwirtschaften, inklusive einem Jahresplus von 448’000 Franken.
Ordentlich Druck, möchte ich sagen.

Daher bin ich geneigt, mir auf die Schultern zu klopfen. Entspreche ich mit meinem Fehltritt doch dem Wunsch der Regierung und sorge für die finanzielle Stabilität des gesamten Kantons. Still und heimlich, noch vor dem Morgengrauen, nur Gott und Klaus waren meine Zeuge. Ich gebrauche das Wort Held wirklich äusserst selten, aber Fakt ist, ich kam, leistete meinen Beitrag und verschwand in der Dunkelheit. Schneller als der Blitz. Nein, moment, dann wäre die ganze Aktion ja für die Katz…
Nur ein kleiner Kreis weiss von meinem Einsatz für das Dorf, den Kanton, die ganze Region. Es existiert kein Beweis (also eigentlich schon, aber ich kann es mir nicht leisten, ein Verfahren anzustreben und auch noch Fotos für mein Vergehen zu verlangen), doch wir wissen alle, er ist da draussen und folgt dem Befehl der Regierung ohne nachzufragen. Mein Beitrag mag klein sein, überschlagsmässig etwa 40 Franken, aber wo kämen wir hin, wenn jeder Bürger so denkt? Jeder Rappen zählt, jeder nach seinen Möglichkeiten, der Power seines Wagens und ratz-fatz sind wir aus dem Schuldenloch.

Irgendwie ein gutes Gefühl. Hätten wir in Schaffhausen nicht bereits einen dunklen Ritter, ich würde mir ein Cape umhängen.martin-tanner-2
Aber wir wollen die Sache nicht verklären, ich habe gegen ein Gesetz verstossen. Nicht nur gegen ein Gesetz, gegen DAS Gesetz der Gesetze, das Strassenverkehrsgesetz!
Klaus, oder Lars, steht nicht grundlos am Strassenrand. Er sorgt für die Sicherheit.

Gut, in der Nähe der einsamsten Bahnstation der Schweiz sind weder Kleinkinder, noch gebrechliche Leute, Fuchs oder Hase einer immensen Gefahr durch Raser ausgesetzt.
Man könnte auch sagen, dass während der Ferienzeit die schon spärlichen Nutzer des Fussgängerstreifens gegen null tendieren.
Etwas schelmisch können wir natürlich noch anmerken, dass mit dem Ferienbeginn die Hauptstrasse etwas schwächer frequentiert ist und daher, zugegeben noch eine Idee spitzfindiger, steht natürlich auch der Verdacht im Raum, dass überhaupt nur dann die Strasse mit den zugestandenen 60 km/h zu befahren ist.
Wenn man nun, aber das ist nun wirklich eine ganz wilde Spekulation, ein klein wenig berechnend zur Sache geht, könnte man behaupten, dass man sich den Umstand zunutze machen will, dass vielleicht der eine oder andere Autofahrer, des ewigen Schleichverkehrs müde, bei der leeren Strasse ein bisschen frech und übermütig wird.
Und, aber dies sprengt den Rahmen vollends, vielleicht dachte sich wer ‚Da ist gewiss der eine oder andere Franken zu holen…‘.

Völlig an den Haaren herbei gezogen, ist mir schon bewusst.
Denn der Auftrag ist definiert; Klaus und Lars arbeiten für die Sicherheit, nur die Sicherheit!

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The same procedure as every week

Wochenende sind in gewisser Hinsicht etwas ganz dummes. Gut, ein Unterbruch der täglichen Routine. Welche nicht weniger dumm ist. Bringen wir die gesammelte Dummheiten auf den Punkt, gehe ich fünf Tage die Woche einer verblödeten Tätigkeit nach um Geld zu sammeln, für ein bescheuertes Leben, welches ich nicht lebe. Meine Erben werden ihre Freude haben.
Ach so…

Wie auch immer. Was ich von diesem bescheuerten Wochenendhype halte, habe ich bereits Freitag kundgetan.
Auf die Frage hin, ob ich bereit fürs Wochenende war, sendete ich dieses lustige Bildchen mit dem depressiven Esel aus Winnie Puh – ich weiss noch nicht mal wie dieses Vieh heisst, nur, dass er permanent seinen Schwanz verliert. Oder zumindest in diesem einen Bildband welchen ich las und die ganze Truppe um den Bären nach dem Schwanz des Esels suchte. Jedenfalls war die Bildunterschrift, dass der Freitag nur einen Tag näher beim Montag wäre und nun sage mir mal einer, der Esel hätte nicht recht. Heute kommuniziert man gerne mit der Zuhilfenahme von Bildern und Smileys, die Flatrate machts möglich.
Das Versenden von Bildern und Smileys jeglicher Couleur lässt einem irgendwie humorvoll zum Ausdruck bringen, dass man bei der nächsten Linkskurve das Lenkrad einmal rechts herum reisst um zu gucken was passiert, aber man es eigentlich gar nicht so ernst meint, weswegen man auf Bilder und Smileys für gewöhnlich auch nicht zu reagieren braucht.

Früher besuchte ich Freitags jeweils den Englisch-Kurs. Ein ganzes Jahr lang, man darf sich gar nicht ausrechnen, was ich dafür abgedrückt habe. Bis ich letzten Dezember in London feststellte, dass meine Englischkenntnisse, welche im Morgenprogramm des Bayrischen Rundfunks aufgeschnappt habe, bei weitem ausreichen um ein Hotelzimmer zu beziehen, einen Burger zu bestellen und gar einen Einkauf bei Waitrose zu tätigen. Man sollte immer sich selbst bleiben, deswegen habe ich mich mit den Engländern auch nicht intensiver abgegeben, als mit dem Gesocks, was hier so auf den Strassen wandelt.
Und wenn man mit einem bulgarischen Truckfahrer zusammenprallt, greift man sowieso besser auf brechstangisch mit einem fiesen wagenheber-akzent zurück.
Seine fiktive Versicherungsagentur, wird wohl Ur-Grossmutter Babuschka betreiben, hat keinen müden Cent rausgerückt, darum lasst euch sagen; Donnert euch jemals ein Ausländer in die Karrosse, melkt diesen gleich an Ort und Stelle wie ein kirgistanische Ziege.

Nach einem Jahr stammeln und stottern im Englisch-Unterricht hatte ich nun auch nicht ganz die Ebene erreicht, welche mir vorschwebte. Also eigentlich wollte ich schon nach drei Monaten auf dieser Ebene sein, räumte der Klubschule jedoch noch eine Gnadenfrist ein.
Ihr regelmässige Leser entsinnt ihr euch, dass ich bereits einmal über diesen Kursus schrieb. Jeder schien sich irgendwie im Zimmer geirrt zu haben. Jene, welche wohl aus purer Langeweile da sitzen, weil sie die Grammatik bereits mit der Muttermilch aufgesogen haben und diese, welche man an der Eingangstüre abholen musste, weil sie das Ziehen-Schild überforderte, worauf sie mit verdrehten Pupillen und Schaum vor dem Mund die Stirn gegen das Milchglas hämmerten.

Jedenfalls fand ich mich eines Abends bei der netten Frau Sekretärin ein um über Leistungsniveau und dergleichen Dinge zu diskutieren. Wir wurden uns nicht einig, ob ich nun im falschen Kurs, dem falschen Gebäude oder ganz grundsätzlich irgendwo zwischen Stuhl und Bank, Planet und Galaxie gelandet war, woraufhin ich die ganze Sache hinschmiss und beschloss, künftig meinen Namen zu tanzen und dies mit dem Sprechen doch einfach sein lasse.
In der Abschlussprüfung schrieb ich einen Aufsatz über Batman, wieviele Worte gefragt waren weiss ich nicht mehr, ich reichte zwei Seiten in mikroskopischer Schrift ein. Des weiteren durfte ich mündlich referieren, weswegen London eine tolle Stadt sei.
89%, wurde mir die Tage per Mail mitgeteilt. Ob nun irgendwie noch eine Level-Bescheinigung auf einem Tresen liegt weiss ich nicht, ich brachte unmissverständlich zum Ausdruck, dass ich gewiss kein Migros-Diplom in meine Bewerbungsmappe stopfe.

Also habe ich mitunter Freitags furchtbar viel Zeit um mich auf den Montag zu freuen. Vielleicht beginne ich doch noch mit einem Häkelkurs. Im Betrieb erkundigte ich mich über die Wochenendbeschäftigungen meiner Arbeitskollegen. So ganz allgemein. Die Hälfte geht früh zu Bett und stehen noch früher auf, weil sie infolge Gleitzeit-Sammelbedingten Langzeitschäden nicht mehr anders können, die andern gucken fern mit der Familie und einer bastelt an Modellfliegern.
Nichts desto trotz gehört es Montags zum guten Ton, sich nach dem Wochenende zu erkundigen, man erzählt vom früh zu Bett gehen, dem Fernsehen mit der Familie, Sonntagsbraten mit den Kindern und dem Modellflieger. Nachdem mein Chef ein Gspürsch-mi-Gespräch suchte, weil die Runde machte, ich saufe mich mit hübscher Regelmässigkeit vor bescheuertem Pay-TV in einem dunklen Keller in andere Sphären, sauge ich mir mittlerweile fadenscheinige Geschichten mit imaginären Kollegen in illusorischen Ausgangslokalen aus den Fingern. Immer schön den Schein wahren.

Man tut gut daran, am Wochenende doch noch kurz die Höhle zu verlassen und sei es nur, um festzustellen, ob die Jeans nun mehr oder weniger zwickt als die Woche davor. Diesen Samstag gönnte ich mir einen Friseur-Besuch, wobei Sinn und Zweck man nicht weiter hinterfragen darf, da es meiner Couch ziemlich egal ist, wie lang und struppig mein Haupthaar ist.
Diesem Credo folgend, könnte man natürlich auch die sonntäglichen Reinigungsaktivitäten in Frage stellen. Aber gewisse Gewohnheiten legt man einfach schwer ab.

Noch die Arbeitsklamotten in den Tumbler, damit man morgen wenigstens nach Flieder duftend kopfvoran in die Scheisse des Alltags hechten kann.

In diesem Sinne, schönen Sonntag noch.

 

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Dann zwingen wir sie eben in die Bahn

Schon des öfteren attestierte ich unserer Regierung einen leichten Hang zum Schildbürgertum. Dies meine ich noch nicht einmal böse, denn wer unter uns fand die Schildbürger nicht knuffig und wer sie nicht gelesen hat, soll sofort noch einmal die Schulbank drücken und dem Herr Studienrat gehören die Leviten gelesen.schildbuergerEin wenig graut mir vor dem Tag, an welchem unsere Bundespräsidentin, in Ermangelung eines ordentlichen Kaisers, der Stadt ennet dem Rhein die totale Narrenfreiheit zugesteht, denn ich meinte mich zu entsinnen, dass von diesem Tage an niemand mehr über die Schildbürger lachen durfte und dies wäre doch schon zu schade.

Natürlich sauge ich mir dies nicht einfach aus den Fingern. Beeindruckend waren zum Beispiel die Umbauten am freien Platz im Jahre 2013. Nach dem Abreissen des Bushäuschens, dummes Wort, dem geschützten Unterstand für Busreisende, kam man zum Schluss, dass mit dem Sommer die Touristen kommen und diese einen Unterstand gewiss zu schätzen wüssten. Also baute man einen neuen Unterstand um selbigen hernach abzureissen und ein Jahr später den dritten Unterstand zu bauen.

Gerade in der Bautätigkeit schöpft man das Potential der regierenden Herren voll aus. Nachdem eine Kehrichtbehandlungsanlage zur Hälfte fertig gestellt war, nahm man dem Projektleiter das Heft aus der Hand. Man würde es nun selber zu Ende bringen, sprachs von höchster Ebene, ignorierend der Tatsache, dass ein solches System auf der ganzen grossen Welt noch nie gebaut worden war und man es gerade deswegen ausgewählt hat. Mit grossem Hurra wurde das Projekt an die Wand gefahren. Oder dreissig Millionen Franken ins Klo gespühlt. Aber man ist fleissig zugange, den Entwickler zu verklagen.

Gerne gibt man sich kulturell und, trotz leerem Geldbeutel, verschenkt man jährlich 780’000 Franken um ein Kunstwerk zu präsentieren, welches einem eigentlich gar nicht so richtig gehört. Nichts desto trotzt streitet man um die Leihgabe, basiert doch die gesamte Ausstellung auf derselbigen. Man streitet solange, bis eine halbe Million an Prozesskosten verpufft ist und man die Hallen endgültig schliessen muss, weil nicht einmal mehr die Reinigungskraft entlöhnt werden kann.
Ich hoffe inständig, der Regierung wird nie ein Fussball in das Rathaus gekickt, sie wären imstande und bauen gleich ein Fussballstadion um selbigen.

unser-doktor-ist-der-besteSchaffhausens Patentrezept dem steigenden Verkehrsaufkommen Herr zu werden sind neben furchtbar intelligenten Lichtsignalanlagen engere Strassen. Blumentöpfe in den Weg stellen kann jeder, die Schaffhauser benutzen Radfahrer. Diese zahlen Steuern, wachsen bei Bedarf nach und können sogar gebüsst werden. Selbigen nimmt man in Beringen den Radstreifen weg und lässt sie fortan in der Mitte der Fahrbahn pedalen, damit die nachfolgenden motorisierten Verkehrsteilnehmer die Geschwindigkeit drosseln müssen.

Löhningen beobachtet nun das Prinzip interessiert und ich wette ein original Schilda-Steckenpferd gegen einen Blumentopf, dass sie das System übernehmen. Löhninger, das sind jene, deren Gemeindepräsident empfiehlt, dass man bei einer geschlossenen Bahnschranke, nicht warten müsse, sondern einfach bei der Schranke derselben Bahnlinie im Nachbardorf anstehen solle. (SHN 25. April 2014)

Besagte Bahnlinie durch den Klettgau ist der letzte grosse Streich. Der bereits existierende Geisterbahnhof in Beringen wird von einem schönen weissen Bus bedient, welcher zu Spitzenzeiten den Chauffeur und jede Menge gute Absichten befördert. Doch Schildbürger machen keine halben Sachen, deswegen erhielt die Bahnlinie im Beringer Feld noch eine zusätzliche Haltestelle. Mit 72 Abstellplätzen für Fahrräder. Wohl gedacht für den Bewohner der unzähligen (Geister)-Mehrfamilienhäuser im Beringer Feld, welcher jedoch a) einen Rollstuhl fährt und b) zu allem Übel kürzlich wegen Terrorverdacht von der Bundesanwaltschaft festgenommen wurde.

Mit einem letzten verzweifelten Versuch will man nun die Bürger sanft zwingen, die Bahn zu benutzen. Was bedeutet, dass der sehr beliebte Verkehrsbus nicht mehr bis Schilda, pardon, Schaffhausen fährt, sondern auf halber Strecke stehen bleibt. Dort sollen die Pendler aus dem hintersten Dorf des Klettgaus auf die Bahn umsteigen. Kleingeister merken nun an, dass man so nicht mehr Leute für die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel gewinnt sondern bestenfalls die bisherigen Nutzer vergrault, aber wenn der Regierungsrat an den Bahnhof Neunkirch steht, die Hände wie Scheuklappen links und rechts an die Schläfen legt und in einen Bahnwagon guckt, sieht es so aus, als würden ganz viele Leute Bahn fahren. Dann sieht man auch die Leute nicht, welche in Siblingen, Löhningen und Beringen wieder auf das Auto umsteigen.
Die Idee war übrigens das Ergebnis eines Workshops. Vor meinem geistigen Auge zeichnet sich das Bild eines Gemeinderat auf einem Autoteppich, inmitten von Playmobil und kleinen Lokomotiven ab.

 

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Die Islamisierung des Abendlandes

So ganz grundsätzlich; Wurde deine Meinung schon einmal aufgrund einer Demonstration beeinflusst?

Meine nicht.
Es ist wohl wie mit der Schilderung von dieser unglaublich tollen Party, da an diesem aussergewöhnlichen Ort mit den ganz tollen Menschen. Eine Rezension auf welche man eigentlich nur mit einem ‚Nun ja, man muss wohl dabei gewesen sein‘ reagieren kann, da man die Begeisterung so überhaupt nicht nachempfinden kann, aber der einschläfernden Wirkung der Ausführungen nur im Subtext Ausdruck verleihen möchte.

Der Gedanke kam mir aufgrund der zahlreichen Pegida-Demonstrationen. Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes.
Nun gut, der Name scheint mir nicht der Weisheit letzter Schluss.
In erster Linie bin ich Schweizer. Patriotisch? Aber unbedingt. Kann man als Schweizer auch noch sein. Als Schweizer mit patriotischer Gesinnung ist man im schlimmsten Falle ein Rassist. Das eine hat mit dem anderen nichts gemein, aber die Menschen denken gerne schwarz-weiss, weil es so hübsch einfach ist.
Die deutschen Nachbarn stehen da schon vor einer grösseren Hürde. Ein patriotischer Deutscher ist nicht nur ein Rassist, nein, da macht man gleich Nägel mit (Glatz)-Köpfen und schimpft ihn einen Nazi.

Islamisierung.
Morgen soll bereits die dreizehnte Pegida-Demonstration über die Bühne gehen. Ich bin versucht zu sagen, wenn man dreizehnmal eine Mobilisierung von Gleichgesinnten durchführen muss um seinem Anliegen Gehör zu verschaffen, sollte man vielleicht die Strategie als solches überdenken. Irgendwie scheint die Sache nicht ganz eingängig zu sein.
Nun gibt es noch die Gegen-Pegida-Bewegung. Also Gegen-Patriotische-Europäer-gegen… schenken wir uns den Rest, soviel ‚gegen‘ verstösst doch gegen das positive Wir-Gefühl. Diese demonstrieren ebenfalls in dem sie bunte Bildchen an Stöcken durch die Strassen tragen.

Wer ist denn nun lieb und wer bös?
Fragt man in der Öffentlichkeit, sei es auf einer Politbühne oder dem Fernsehen, Politiker und Passanten, sind natürlich die Pegida-Gegner die Guten. Es ziemt sich einfach nicht, gegen etwas zu sein, wenn dabei Menschen ausgegrenzt werden. In etwa gegen eine Religion. Die Deutschen leiden immer noch unter den Nachwehen des Nationalsozialismus und jede Handlung ist darauf ausgerichtet Busse zu tun. Zu schnell könnte der Rest der Welt ein Urteil fällen.
Mir scheint, die Deutschen sollten endlich aufwachen. Vielleicht gibt es Schulden, für welche der Einzelne nie genug sühnen kann, doch wer will darüber zu Gericht sitzen? Überfliege ich die Artikel in den schweizerischen Tageszeitungen finden sich in der Boulevard-Presse Tot-Raser mit Wurzeln im Balkan, ein ausländischer Sozial-Schmarotzer mit Hang zur Gewalt und ein Messerstecher in gebrochenem Deutsch. In den etwas weniger reisserischen Blättern fürchten sich die Schweizer ihre Stellen an ausländische Mitarbeiter zu verlieren und ich lese Berichte über Millionengeschenke an neue EU-Staaten im Osten. Als Sahnehäubchen scharwenzeln unsere höchsten Politiker um die Grossfürsten der EU, nach Wege suchend, dem Wunsch des Souverän – also dem Schweizer Volk – gerecht zu werden und die Masseneinwanderung zu begrenzen, ohne dabei die grossen Staaten und deren Herrscher um uns herum zu erzürnen. Eine unterwürfige Geste an Peinlichkeit kaum zu übertreffen.
Würde nun morgen ein rhetorisch gewandter Herr vor uns treten, Aufschwung, Wohlstand und eine Rückkehr zu den traditionellen Werten prophezeien; Ich würde meine Hand nicht ins Feuer legen, dass er keine Mitläufer findet. So ist es schon immer gewesen, man muss nur den Nerv treffen um die Massen zu bewegen. Hitler ist tot, deswegen ist die Menschheit aber keine andere und unter uns gesagt; Die Hand des einfachen, urschweizerischen Volkes wird vielleicht nur auf Mundhöhe gerissen und vor selbigen gehalten, die dahinter gesprochenen Worte haben jedoch mit Nächstenliebe und Gleichheit aller Menschen nicht mehr viel gemein.
Fakt ist, dass in absehbarer Zeit auch der letzte SS-Oberst zur ewigen Ruhe gebettet wird und eine Schuld wird gewiss nicht auf die nächste Generation übergehen. Ihr könnt somit wieder aufrecht hinstehen und eure Stimme gegen die Islamisierung erheben, ohne, dass ihr euch deswegen Nazis schimpfen lassen müsst.

Was ist falsch, wenn man sich vom Islam bedroht fühlt?
Es mag sein, dass ganz viele Muslime ganz tolle Leute sind, ich persönlich kenne keine. Also keine Muslime überhaupt, weder lieb noch etwas weniger lieb. Unbestritten ist jedoch, dass es nunmal einige gibt, welche im Namen deren Gottes gerne einmal einen Christen enthaupten, eine Redaktion zusammenschiessen oder einem Kind einen Sprengstoffgürtel umschnallen.
Grauenhafte Dinge, welche wir Christen im Abendland so gar nicht mit Religion und Gott in Einklang bringen können.
Die Muslime auch nicht, erklären uns nun Spezialisten und konvertierte Muslime, welche wie Pilze aus dem Boden schiessen und ganz genau wissen, wie die Lehren des Propheten Mohammed zu interpretieren sind und den Koran im Allgemeinen in- und auswendig kennen.
Vom Christen wird nun verlangt, dass er nicht wie ein normaler Mensch reagiert.
Obwohl kein ihm bekannter Bullterrier einen ihm bekannten Menschen zerfleischt hat, beschleicht den Otto-Normal-Bürger ein unangenehmes Gefühl in unmittelbarer Nähe eines solchen Hundes. So ist der Mensch nunmal. Obwohl es gewiss ganz viele liebe Hunde gibt, übt man mit einem Dobermann nicht das apportieren auf dem Kinderspielplatz. Ganz normal.

Sobald es um Menschen geht, ist die Sache natürlich etwas delikater. Man muss auf den Ruf achten und heute ist es ein schmaler Grat zwischen Tradition und Rassismus.
Fühlt sich der Abendländer Unwohl, wenn in seinem Vorgarten der Islam um sich greift, muss er eben erzogen werden.
Dann werden Behörden beschäftigt, sich mit dem gemischten Schwimmunterricht zu befassen, Gerichte müssen einen Unterschied zwischen Roger-Staub-Mützen und einer Burka finden, warum das eine in einer Bank zugelassen ist und das andere eben nicht und wünscht das Volk neben den Kirchtürmen keine Moscheen, muss es sich von der eigenen Regierung als eine Bande von verkappten Rassisten beschimpfen lassen.
Insbesondere die deutschen öffentlichen Rundfunkanstalten bieten Plattformen zur besten Sendezeit, dem deutschen Bürger den Islam näher zu bringen, warum dies eigentlich die tollste und toleranteste Religion auf Erden ist und – nun lautstark und mit Nachdruck – man dies, zum Teufel, endlich begreifen soll.

Ich möchte nicht sagen, dass ich mit Pegida sympathisiere, ich kenne sie zuwenig, doch verstehe ich es, wenn der Abendländer sich vom Islam bedroht fühlt. Jede Religion hat ihren Platz auf diesem Planeten, welcher weiss Gott genug gross ist, dass man sich nicht gegenseitig auf die Füsse tritt.
Wohl hauen sich Protestanten und Katholiken gelegentlich auch die Hucke voll, die einen leben verbissen nach den göttlichen Lehren, die anderen neigen eher zum Rosinen picken oder preisen an der Religion grundsätzlich die Feiertage, doch kommen wir im grossen und ganzen gut miteinander klar, haben die göttlichen Gesetze mehr oder minder in unseren Alltag integriert.
Wir haben die Kreuzzüge hinter uns gelassen, leben behaglich, so gottesfürchtig, wie es dem einzelnen nun eben gerade gefällt. Wer will kann kommen und mitmachen, wer nicht, soll es bleiben lassen.
Und hier gehen mir die Gegen-Pegida-Anhänger auf den Senkel.
Aus der Tatsache, dass der Islam in unserer abendländischen Kultur fremd ist und Zwietracht säät ziehen sie nicht den Schluss, dass hier weder Ort noch Zeit ist, diese Religion auszuleben. Im Gegenteil, es wird verlangt, dass man sich dem neuen Gast anpasst, seine Identität ein Stück aufgibt und dem Islam Boden zum Gedeihen gewährt.

Die Menschlichkeit gebietet das. Wo die Menschlichkeit herrscht ist weder Platz für die Person mit indivduellem Charakter noch für einen angestammten Lebensraum. Alle sind gleich, alles gehört jedem und alle haben sich lieb.
Die Geschichte gibt mir recht, dass der Kreis sich schliesst und man im Namen dieser Gleichheit um jeden Preis schon manchen Schädel gespalten hat.

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Das Kreuz mit der Konsole

Ihr kennt dies ja.
Man kommt vom anstrengenden Tag auf dem Felde nach Hause, schlüpft in seine Pantoffel, trinkt einen Kaffee und hat keinen sehnlicheren Wunsch, als ein paar virtuelle Figuren ins Nirvana zu ballern.

Ihr startet die Konsole, welche nun doch schon einige Zeit brach lag mit einem Tastendruck auf den Controller. Ein etwas intensiverer Druck, begleitet von gedämpften Flüchen und leichtem Schlagen des Controllers auf die Tischplatte. Die daraus resultierende Erschütterung lässt natürlich den Kaffee über die Ränder der exklusiv designt und filigran hergestellten Pixie-Tasse in Form einer Kaffeekapsel schwappen. Ja, hättest du mal wie ein vernünftiger Mensch ein Dosenbier geöffnet.
Man begibt sich auf die Suche nach dem Ladekabel für den Controller, welches versehentlich in den letzten Urlaub auf die Antillen reiste, dort überraschenderweise nicht in den E-Book-Reader passte, was soweit auch nicht tragisch war, da der universelle Reiseadapter in keine der Dosen passte, welche da traurig aus der Wand von Crazy-Achmeds Entspannungsoase hing. Diese Wendung der Geschichte entdeckte man natürlich erst, nachdem man die USB-Buchse am E-Book-Reader ordentlich verwürgt hatte, Crazy Achmed einen Elektriker für die Hausinstallation einfliegen musste – trau mir, ich bin Ingenieur, ich krieg da schon Strom in das Ding – welchen er aufgrund der Kredikartenabrechnung direkt aus Boston eingeflogen haben muss, obwohl ich schwören konnte, dass er auf dem Fahrrad ankam. Mit einem Anhänger und einer Migros-Tasche welche auf verschlungenen Pfaden den Weg auf die Antillen fand.

Ich bin überzeugt, das USB-Kabel wieder eingepackt zu haben. Gleich nachdem ich damit eine armlange Echse aus dem Zimmer gepeitscht hatte. Achmed rief noch einen Glaser. Das Mistvieh, also die Echse, glaubt es oder lasst es bleiben, welches an sich schon auf dem Boden kriecht, vermochte sich unter dem geworfenen Wanderstiefel wegzuducken, dass dieser ungebremst durch die Plastikplane sauste, welche Achmed kurzerhand durch eine schallisolierte, klimafreundliche Fünffachglasscheibe mit Ozonfüllung und Vakumzone ersetzen liess. 6’000’546 antillische Blinkemünzen.

Nun suchte ich das Kabel in Haus und Hof, fand es im fünften aufgeschnittenen Altpapierbündel, während die Uhr unaufhaltsam ihre Runden dreht. Also die Zeiger, wir sind ja nicht bei Alice im Wunderland.
Mit der Konsole verbunden reagiert noch gar nichts, bis ich den Knopf der Konsole selbst betätige, was ich sehr zu vermeiden suche, um die auf Hochglanz polierte Front nicht zu versauen.aktualisierenNatürlich, die Konsole braucht von Zeit zu Zeit ein Update, da will ich überhaupt nicht mäkeln.
Wobei, doch. Eigentlich schon. Würde das Sony Playstation Netzwerk nicht mit einer Regelmässigkeit gehackt, welcher dem Erscheinen von Enthüllungsstorys Natascha Kampusch’s in der Blödzeitung in nichts nachsteht, wären auch keine ständigen Updates erforderlich.
Meine Konsole besitze ich schon sieben Jahre, das Erscheinungsbild ist noch wie am ersten Tag, obwohl ich monatlich ein Update erhalte. Gar einmal mit drei Gratisspielen, da Sony die Benutzerdaten aller Benutzer an ein schwarzes Brett pinnte und man sich eine neue Kreditkarte besorgen musste. Die Spiele waren gratis, bis nach drei Monaten, nach dem Abklingen des Sturmes der allgemeinen Entrüstung und einem neuerlichen Update, die Spiele nur mal eben im Store wieder freigeschaltet werden mussten. Gegen eine Arbeitsgebühr von 29.90.

Nun legte ich also die Disc für GTA V ein. GTA, nicht GT. GT, also Gran Turismo ist das Spiel, welches grundsätzlich mit jeder neuen Konsolen-Generation in 4 Versionen erscheint. Erst auf der alten Konsole als Preview-Version. 89 Franken. Dann eine Preview-Extended Version mit sensationellen Neuerungen. Für 69 Franken das Update, oder 69 Franken für einen VW-Käfer, wenn man dies so will, denn dies ist die sensationelle Neuerung. Und dass die Zuschauer auf den Rängen nun Ohren und Nasen haben. Sieht man ganz schnell beim Start des Rennens.
Die neue Konsole kauft man im Bundle für 800 Franken mit dem GT jetzt in Superduper-HD. Getrennt kostet die Konsole 695.- und das Spiel 89.-, dafür fehlt der designte GT-Controller. Jener, welchen man am Tag darauf im ID zurückbringt, weil der linke Steurknubbel durch das Gehäuse gebrochen ist und einem der Verkäufer erklärt „Nur im Bundle in der Originalverpackung“. Diese, welche man praktischerweise gleich im Bus liegen liess.
Dann, endlich kommt das endliche und finale Gran Turismo. Mittlerweile hat man von dem Hype jedoch so die Faxen dicke, dass man die Disc kurz rein schiebt, keine Neuerungen entdeckt und auf den Stapel legt.
Den längst spielt man Grand Theft Auto.

Ich weiss nicht was auf diesen Discs ist, aber es dürfte nicht mehr als eine Batch-Datei sein, welche auf die Online-Server zugreift und das eigentliche Spiel runterlädt. Ihr kennt die Online-Server, namentlich die Schinkenbrote von EA.ea-serverDiese Server welche zwischen drei und vier Uhr dreissig des Morgens, Mittel-zentral-asiatische Greenwich-Zeit, erreichbar sind, und auch dann nur für 83 ausgewählte Nutzer.

Einmal drin beginnt das Spiel jedoch zu laden. Das Spiel, welches ich fabrikfertig und eingeschweisst bei World of Games erstanden habe.
80 MB, nun, das geht ja noch. Ein Bug behoben, gut, dass sie es bemerkt haben.
120 MB, ja guut… ‚Ey, spielst du schon?‘ kommt die Kurzmitteilung des Kollegen. ‚Nä, ist am update. Bin ganz hibbelig‘.

Hole mir ein Bier, kehre zurück.

256 MB. What the fuck! Ich will spielen, aaargh.
Schalte die Quelle um, bleib bei den Trovatos hängen, die Lampe an der Konsole blinkt wie wild, der Ventilator bläst die Farbe vom Regal.

95 MB.
438 MB. Ich bringe die Schweine um. Irgendwann fahre ich in die Staaten, sprenge Rockstar und zünde die EA-Server an. Toll, nun werde ich auf der schwarzen Liste stehen.

Vielmehr fürchte ich mittlerweile um das Restvolumen meine Festplatte, wir dürfen nicht vergessen, das Original wurde mit einer 80 GB-Festplatte ausgeliefert. Habe ich bald durch eine 320 GB-Platte ersetzt.
Quittierte die Konsole mit einem Röcheln und dem Red-Light-of-Death. Gamer kennen dies, entspricht dem langgezogenen Strich auf dem Monitor im Krankenhaus. Gerüchte behaupten, wenn man das IC 547 mit einem Heissluftföhn bearbeitet und dabei die an der USB-Buchse wackelt erwacht sie wieder zum Leben, meine ging zur Schweizer Reparaturstelle.
Ein nicht erlaubter Eingriff, welcher die Garantie zunichte mache, wurde mir in einem offiziellen Sony-Schreiben mitgeteilt. Die 320 GB-Festplatte wurde zu Beweiszwecken gleich eingezogen und ich erhielt die Offerte für ein B-Chassis. Das sind Konsolen, welche auch abgeschmiert sind, aber wieder zum Leben erweckt wurden. Mit einem Heissluftföhn und Streicheleinheiten an der USB-Buchse oder so.
Ich bestellte sie und bei PCP eine neue 320-GB-Festplatte.

Das mit dem Spielen ist nicht mehr so toll wie einst. Man kann jährlich ein PGA-Golf und ein FIFA-Fussballspiel kaufen. Oder, wie ich es nenne, sich für 98.- das Cover und die Mannschaften aktualisieren lassen. Natürlich, Freaks behaupten, ich erzähle Mist. Der Ronaldo rutscht nun auf dem linken Knie um zu jubeln und der Rooney hätte mehr Haare, aber im Prinzip sind die Spiele seit 5 Jahren dieselben.
GTA ist da noch ein Lichtblick, deswegen kann man das identische Spiel auch mit der Playstation 4 kaufen. Ganz allgemein sind für die Playstation 4 nur Spiele erhältlich, welche man auf der PS3 schon durchgezockt hat. Einfach in Hyper-HD. Wenn man den Fernseher für 10’000 Franken dazu bestellt.controller

So, für das einjährige Spiel habe ich nun 967 MB Software-Update geladen, jetzt sitze ich im Schneidersitz 1,5 Meter vor meine Leinwand mit 2-Meter Bilddiagonale, da der Akku des Controllers wieder leer ist und spiele 15 Minuten, bis sich die Gaming-Sickness einstellt.

gaming-sicknessErliege ich wirklich teilweise.

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