Der Winter naht

Gewiss, es war nicht der Weisheit letzter Schluss, aber gerade heute arrangierte ich mich mit einem kurzen Wohlgefühl mit meiner neuen Stellung.

Grund waren die minus 5 Grad des frühen Morgen. Jeden Abend bin ich zu träge, die Frontscheibe mit dieser urhässlichen Anti-Frosthaube aus Otto’s Warenposten zu bedecken und jeden Morgen ärgere ich mich über die Faulheit des Vorabends. Glücklicherweise sind die Zeiten des Scheibenkratzens vorbei, flugs mit dem Eisentferner aus der Sprühflasche um den Wagen spaziert und das Blickfeld ist frei. Nur kurz die Hände am Beinkleid getrocknet, jede und ich meine wirklich jede Eisentfernersprühflasche lässt einen nicht unerheblichen Teil des Spritzgut über die Finger rinnen. Und ja, mir ist bewusst, wie das jetzt klingen mag. Ich wirke dem morgendlichen Fingerbad nun ein Stück entgegen, indem ich die Flasche halte wie ein rappender Balkangangsta seinen Ballermann.
So fahre ich dann, verkehrskonform und polizeigeliebt, 256 Meter um meinen Wagen regelmässig kurz vor der Ortstafel infolge kompletter Nullsicht in den Acker zu stellen und die Heizung ihren Dienst verrichten zu lassen.
Irgendwelche Tipps, was man gegen ein Beschlagen und Vereisen der Scheiben im Innenraum tun kann? Ich versuchte es durch eine Kontrolle der Atmung welche einem Apnoetaucher alle Ehre gemacht hätte. Schaffe ich vielleicht 325 Meter. Der Gewinn ist nicht immens, stelle ich da mein Fahrzeug in den Acker und warte auf erneuten Durchblick, kriege ich trotz allen elektronischen Fahrhelferchen das Gefährt gewiss nicht wieder auf die Fahrbahn.

Dies ist eigentlich das einzige Gejammer, betreffend der kühleren Tage. Meine Güte, es ist Winter und mal ehrlich, davon hatten wir diese Saison nicht wirklich viel.
Schon früher hielt sich mein Verständnis arg in Grenzen, mittlerweile ist es völlig verflogen; Was um Himmels Willen beschwert sich ein Büro oder Fabrikarbeiter über die tiefen Temperaturen, welcher neunzig Prozent des Tages in geheizten Räumen verbringt?

Fahre ich also zur Arbeit und hänge etwas den Gedanken nach.
Noch vor einem Jahr hätte ich es richtig grob erwischen können. Kunden und Disponenten scherten sich keinen Deut darum, dass man draussen wertvolle Gliedmassen abfrieren könnte. Es wäre durchaus möglich gewesen, dass ich an einem Dienstag Morgen bei minus 5 Grad in einer steifen Brise gestanden hätte. In der Hand ein tiefgefrorenes Kupferkabel, überzogen mit Eis und Reif wie ein Winnetou-Lutscher. Hundert Meter entfernt ein Mitarbeiter mit einer Maurerkelle voller Gleitfett. Ja, es fühlt sich so an wie es sich liest und es erfüllt den Zweck, wofür ihr es einsetzen würden. Man schmiert das Kabel ordentlich damit ein, dass es gleitig in ein kleines, enges Rohr flutscht und um dem Kopfkino noch einen Anstoss zu geben, vielleicht lagen in diesem Rohr bereits andere Kabel. Übereinander und durcheinander.
Irgendwann kam über ein Walkie-Talkie, im Aldi um 13 Franken fünfzig und so funktionierte es auch, der Befehl zu ziehen.
Knacks, knister „..ieh!
Was?
Chasch si….knister… krzrzszekzt
Hä?“ (Funkdisziplin war bei allem Teamgeist nie so richtig unser Ding)
Ja gopfriedstutz hörsch sie mich? Was machsch sie??
Ja, du musst den Knopf drücken vor dem Sprechen und halten bis zum Ende
Mac krzzututz„… knack… knack…“…ieh?
Können wir ziehen?
Ja, gopfriedstutz!!!
Man stemmte die Füsse auf die vereiste Fahrbahn und begann an dem Ding zu zerren. Hat diesen Donald-Duck-Touch, wenn er lossprintet. Erst läuft nichts durch das Rohr, weil das Kabel von einer Starre war, welche John Holmes in Entzücken versetzt hätte und wenn man es endlich bewegen konnte, war es nur eine Frage der Zeit, bis der glitschige Part diesseits der Strasse wieder aus dem Rohr kam. Dann versuchte man mit klammen Fingern ein eiskaltes Kabel zu packen, welches rutschig war wie eine Seife im Gemeinschaftsduschraum und weiter zu ziehen, während der Kollege mit der Mauererkelle weiterhin das Rohr mit Fett zuspachtelte.
Wenn ihn das Mitleid packte, offerierte er einem ein paar alter Handschuhe. Man hatte die Wahl zwischen steif gefroren und fett-triefend/steif gefroren. Auch ein Lappen war im Angebot. Einer der fünf, welche seit Sommer 07 in Gebrauch waren. Die sind noch gut, die kann man noch brauchen. Nur ein- zweimal über den Randstein schlagen, dann lassen die sich wunderbar um das Kabel wickeln.
War man damit durch, durfte man sich in den Schnee knien und das Kabel mit Steckern bestücken. Vielleicht noch ein kitzekleines Schräubchen in eine Verteilkabine zirkeln. Mit gefühllosen Fingern und der Kälte in den Knochen.

Oh, ich will es nicht missen, es war doch eine Form von Abenteuer. Irgendwie. Rückblickend.
Aber ich bin keine zwanzig mehr.

Eine Ehrenrunde mit dem Panzer musste sein, einfach weil das Fahren mit diesen unförmigen Kolossen so unvergleichlich toll ist. Auch wenn einem dabei das Gesicht wegfriert. Da ich jedoch keine freie, beheizte Garage fand, kam ich zu dem Entschluss, dass heute bei diesen Temperaturen wohl kein spontaner Krieg ausbrechen wird und diese komplett tiefgefrorene Richtstrahlstation auf dem Dach des Ungetüms auch morgen noch ersetzt werden kann.

Gesunder Menschenverstand, wo man ihn am wenigsten erwarten würde.
Wie gesagt, es war gewiss nicht die weiseste Entscheidung, man muss noch ordentlich die Kanten feilen, aber die Stossrichtung passt angesichts meines fortgeschrittenen Alters schon.

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Sonnenaufgang am Boulevard

Seit gut drei Monaten erhalte ich täglich den Blick zugestellt.
Kostenlos. Glaube ich. Ich beteiligte mich an einer Umfrage, es galt das zweitdämlichste, deutschsprachige Boulevardblatt südlich zu bewerten. Ja, ich behaupte, die deutsche Blödzeitung ist noch einen Zacken einfacher gestrickt, alleine aufgrund der Tatsache, dass sie ihren Nonsens auch noch in einem kostenpflichtigen Online-Abonnement an die Unterschicht bringen wollen. Mittlerweile muss man zwischen Werbung und Bild-plus die drei verstaubten, frei einsehbaren Neuigkeiten aus der Welt des Klatsch und Tratsch richtiggehend suchen.

Anlässlich meines selbstlosen Engagements, die Antwortkarte war bereits vorfrankiert, erhielt ich als Gegenwert von zwölf Silberlingen ein Vier-Wochen-Blick-Abonnement. Nach vier Wochen und vier Stunden flatterte eine Rechnung ins Haus. Um keine Ausgabe zu versäumen sollte ich umgehend ein Abonnement für den Schnäppchenpreis von hau-mich-tot Franken lösen.
Mich deuchte nicht arg viel zu Versäumen, freute mich eigentlich direkt nicht mehr so oft das Altpapier zu kleinen Bündeln zu schnüren. In unserem Dorf sammeln die Primarschüler mit dem Bollerwagen, da nimmt man etwas Rücksicht.
Nach zwei Wochen eine seichte Ermahnung, jetzt wäre aber höchste Zeit ein reguläres Blick-Abonnement zu bestellen. Die Zeitung lag weiterhin zuverlässig in meinem Briefkasten.
Wiederum vier Wochen später; Gewiss wäre mir entgangen, dass…
Mit hübscher Regelmässigkeit schnüre ich nun die Blick-Rechnung zwischen die Tageszeitungen. Stets der Meinung, ich habe ja nichts bestellt. Ich trage mich nun mit dem Gedanken, die Firma Ringier während meiner nächsten Ferienabwesenheit zu bitten, die Zustellung für eine Woche auszusetzen und warte neugierig auf die Reaktion.

Heute also im Blick:

„Mit der Freundlichkeit hätten es die Schweizer nicht so. Manchmal bekommt man den Eindruck, die Schweizer Wintersportorte hätten es am liebsten, wenn die Gäste das Geld überweisen und dann gar nicht anreisen.“, so der Tourismus-Chef von Ischgl.
Hand aufs Herz; Er hat nicht ganz Unrecht, oder?
Man ist ja schon froh, wenn die blau-weissen Autonnummern in die Höhe kommen, aber es scheint mir eher eine existenziell bedingte „Freude“ und weniger ein Jauchzen über den Besuch von Freunden. Die mit den blau-weissen Nummern denken wiederum, die Berge sind schon ok, aber müssen die wirklich im Steinbock-Kanton stehen?
Bei meinem neuen Arbeitgeber treffen etwa zehn Ostschweizer auf einen Zürcher, aber der erklärt dann im Brustton der Überzeugung, wo der Schmiernipppel der Erdachse liege und wer das nicht so sähe, dem sei einfach nicht zu helfen.
Amen.
Art Furrer, Cowboyhut-Träger und achtziger-Jahre Skilegende, erklärt den Österreicher auch; Das mit der Freundlichkeit sei eine Frage der Interpretation.
Mit anderen Worten, die Schweizer seien auf ihre Art schon freundlich, wenn das Ausland dies nicht bemerke, dann stimme mit ihnen eben etwas nicht.
Kann man auch so sagen.

Zudem, so Furrer weiter; Die Bergler müssen erst auftauen, seien Fremden gegenüber sehr skeptisch. Aber wenn wir dann freundlich wären, sei es aufrichtig.
Ist der absolut korrekte Ansatz wenn man Freunde fürs Leben sucht. Doch wohl eher hinderlich, wenn man mit Touristen Geld verdienen möchte.
Also wenn ich bei Art Furrer für 1’800.- sieben Tage Urlaub mache, möchte ich nicht noch vier Tage um seine Gunst buhlen müssen, bis er zugesteht, dass ich wohl doch kein solches Arschloch bin, wie mein Passfoto und die Coop-Super-Visa-Card vermuten lässt und mir Freitags vor der Abreise doch noch einen guten Morgen wünscht.
Die Österreicher seien eben sehr schmalzig…
Finde ich gut. Oder fände ich, ich war noch nie in Österreich. Aber im Urlaub brauche ich nicht die offene Kritik, welche ehrlich und von Herzen kommt, sondern ich kaufe mir eine Wohlfühlatmosphäre und Entspannung. Das Zimmer und den Skipass gibt es gratis dazu.

Aber auch freudiges!
Nadine (23) und Jon (23) können wieder arbeiten! Nach einem Horrorunfall im Jahr 2012.
Eine tolle Nachricht für Freunde, Familie und Menschen, welche sich grundsätzlich für alle und jeden freuen. Inwiefern diese halbseitige Berichterstattung für den Stammtisch von Relevanz war erschliesst sich mir nicht. Aber die Zeitung kostete auch nichts, seis drum.

Morgen muss ich bei meinem Arbeitgeber vorsprechen.
Die Grünen wollen das Steuersystem umkrempeln. Mehrwertsteuer weg, dafür soll eine Energiesteuer her.
Also alle, welche Auto fahren, Heizöl brauchen und Atomstrom nutzen sollen die 22 Milliarden Steuerverluste auffangen.
Schuldig, schuldig und weiss nicht genau. Wohl beziehe ich lieben Ökostrom, aber ich habe keine Ahnung zu wieviel Prozent. Und diesen nicht aus Überzeugung, sondern weil man bösen, billigen Strom speziell bestellen muss. Ich war einfach zu faul.
Mit meinem Arbeitgeber sprechen muss ich, weil zwischen dem typischen Schweizer-Monatsgehalt und meinem Entgelt doch noch eine gewisse Lücke klafft. Genau diese Lücke verhindert, dass ich rundherum Grundstücksanteile erwerbe um mein Haus klimafreundlich in meterdicke Schafswolle packen zu können, mir eine Solaranlage sowie Wärmepumpe beschaffe und darüber hinaus in der Migros-Klubschule einen Strickkurs belege. Um meine Innentemperatur auf klimafreundliche dreizehn Grad zu senken, muss ich mir einen Poncho und passende Fäustlinge stricken. Und ein glückliches Schaf halten. Das Eier legt.

Beinahe noch peinlicher als mein täglicher Blick in den ähm… Blick, ist mein Klick in die Gruppe. Ihr wisst schon welche.
Nein, heute schreibe ich nicht über Sonnenuntergänge, obwohl ich in meiner Boshaftigkeit dem Kanton eine sieben-Tage-Sonnenfinsternis wünschen würde. Ich sehe es als gutes Zeichen, keine tiefer schürfenden Probleme zu haben, als mich wie Rumpelstilzchen über die Schaffhauser Landschafts- und Wetterfotografen zu ärgern.

Alles was nicht diesem Thema entspricht, löst einen veritablen Shitstorm aus. Jeder, der nicht Höneisen oder Scherrer heisst polarisiert mit seinen Beiträgen.

Fühlt sich jemand berufen vor einem Sturm zu wahren, geben sich die Mitglieder verbal aufs Dach, wie hoch der Reiat nun wirklich liegt.

Lässt jemand mit göttlicher Gesinnung auf dem Herrenacker Ballone gen Himmel steigen, hauen sich die Mitglieder die Rübe ein, weil nachher Ballonfetzen in der Natur liegen, Autofahrer seien Umweltverschmutzer und überhaupt sei dies mit den Silvesterraketen eine Riesensauerei.

Bemerkt einer, dass eines der stromgenerierenden Windräder in Beringen einen Flügel verloren hat, schreien die einen, dass diese sowieso die Landschaft verschandeln, während die ökologischen jene als Atom und Kohledreckskraftwerktstromverbraucher an den Pranger stellen.

Der Typ vom Wieslihof bemerkt, dass es wärmer wird, sofort hauen sich Sommerliebhaber und Schneefreudige aufs derbste die Hucke voll.

Gut, der Scharrer scheint es irgendwie zu brauchen. Obwohl er jedesmal einen Shitstorm provoziert, informiert er regelmässig über die Lidl-Öffnungszeiten in Gailingen.
Patriotische Einkäufer treffen auf Rappenspalter und die Hölle tut sich auf.

Scharrer doppelt noch nach, nicht nur, dass er knapp am Hungertod vorbei schrammt weil Lidl die einzige Nahrungsquelle ist, auch versperren die Lastwagen mit ihrem Warteraum noch die Autobahn nach Bargen. Kein Mensch verirrt sich einfach so auf Bargen, aber Hauptsache mal ordentlich Wind gemacht. Aus Prinzip.

Nun hoffe ich einfach, der Bernie vom Wieslihof kann nach 78 Kommentaren endlich sein Schnitzel essen gehen und, dass der Höneisen morgen irgendwo einen Sonnenaufgang findet. Die Zeichen stehen auf Nebel.

 

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Ausflug in die Traumfabrik

Schuld war Captain America. Also eigentlich Black Widow. Ok, reduzieren wir es auf Scarlett Johanssons Hintern.

Ich zappte von ‚The Return of the first avenger‘ weg und durchstöberte meine Online Videothek. Ehrlich, früher mit sieben TV-Sendern, bei Sonnenschein sieben und ein halber, war der Fernsehabend einfacher. Heute öffnet man nebenbei noch Rotten Tomatoes und sieht sich die Filmkritiken an. Rotten Tomatoes ist für manchen Cineasten DER Massstab, ob sich die neunzig Minuten Lebenszeit und sieben Franken fünfzig Miete lohnen.
Bei Under the skin waren sich die Bewerter im weitesten Sinne einig und mit Scarlett Johansson in der Hauptrolle dürfte man meinen, man könne nicht alles falsch machen.

Ein Independent-Film. Das muss nicht schlecht sein. Mit Dallas Buyers Club und Drive darf ich durchaus zwei Perlen heraus picken.
Immer wieder lass ich mich auf das Risiko ein, aber einen guten Independentfilm zu erwischen, gleicht dem Herauspicken des Muffins mit den 13 Blaubeeren aus einem grossen Korb voller aromatisiertem kartonähnlichem Gebäck.

Was ist ein Independentfilm. Für die nicht so Filmbegeisterten.
Wer sich weder von MGM, Disney, Warner, Sony oder anderen grossen Studios seinen Film diktieren lassen will, sucht nach anderen Finanzspritzen. Diese findet er in unabhängigen Investoren oder etwa dem Verkauf von Rechten an unglaublich wichtige Filmevents wie Cannes, oder anderen Orten, an welchen vergoldetes Gestrüpp als Preis überreicht wird.
Ja, ich ich halte nicht sonderlich viel von Indiefilmen im Ganzen, denn ich behaupte, die grossen Studios wissen wie der Hase läuft und ich habe nichts gegen Blockbuster einzuwenden. Ein Blockbuster ist im Ursprung nicht ein Strassenfeger, sondern ein Film, dessen Warteschlange um einen Häuserblock reichte. Benannt nach einer Fliegerbombe im zweiten Weltkrieg, welche einen Häuserblock pulverisieren konnte.
Zudem berauben sie Hollywood des Glamours, welcher für meine kleine Filmtraumwelt unentbehrlich ist. Kino soll mich verzaubern und entführen. Ansonsten kann ich auch ein Buch lesen.

Also, Indie-Filmemacher sind pickelige Studenten, welche den Studiobossen zeigen wollen, wie der Hase läuft. Sie wollen mit ihren Low-Budget-Produktionen ein kleines, aber auserlesenes Publikum ansprechen. Bessere Menschen als der Mainstream-Konsument eben.
Dementsprechend sieht auch der Indie-Film-Konsument aus.
Er, oder sie, fährt ein Damenrad. In den schillerndsten Farben selbst bemalt, mit einem Sattel von der Grösse einer Wohnzimmer-Couch. Am Lenker hängt ein Bastkorb für die Einkäufe aus dem Bioladen und neben der überdimensionierten Chinaklingel ist ein Elefant befestigt. Wenn man selbigen den dicken Hintern quetscht, trötet er vorne wie das Horn in Moses Pray’s Paper Moon-Auto. So wissen alle Spaziergänger, dass man zur Seite springen muss, weil nun ein intellektueller in Batik-Shirt, Cordhose und mit wehendem Schal des Weges kommt. Radelt.

Der Independent-Konsument besucht auch gerne Kurzfilmfestivals. Dort beobachtet man, wie ein Student die Emotionen im Inneren eines Fahrstuhls einfängt, mit Fokus auf den Tür-Zu-Knopf und die Beweggründe der als Statisten fungierenden Protagonisten selbigen zu bedienen. Hektisch, mal intensiv und hier wiederum eine Gewohnheit. Das Warum und Wieso wird erötert. In dieser kleinen Welt, wo man gefangen ist, der Kommunist sich mit dem Kapitalist zwei Quadratmeter teilt. Man unterwirft sich gemeinsam den Regeln, welche auf einem kleinen Schild neben der Bediensteuerung angebracht ist. An der linken Ecke leicht eingerissen, eine Schraube zur Hälfte abgesplittert. Man teilt sich über die zehn Sekunden das Universum, während man Zeit und Raum überbrückt auf der kurzen Reise in das obere Stockwerk, als synonym für den Aufstieg der Gesellschaft, dem Sieg über die beschwerliche Treppe.
Mit einer abschliessenden Kameraeinstellung in die Steurung. Ein Relais, die mechanik entblösst offen liegend, ein Klick, ein kleiner Funke und… Klappe.
Warum bin ich eigentlich kein Drehbuchautor?
Abgedreht in Schwarz-Weiss. Auf Super 8. Nur wenige Worte werden gesprochen. In Französisch. Mit pakistanischen Untertiteln.

Man schweigt nach dem Ende des Films. Dann applaudiert man. Verhalten, aufsteigend zu frenetisch, da seht, sie stehen auf; Standing Ovation! Tosender Beifall.
Der Regisseur sitzt vorne im Sessel. Fettiges Haar, drei Tage nicht geduscht. Die Cauloises in einer silbernen Spitze. Er stellt sich den Fragen der begeisterten Kurzfilmseher. Groupies würden sofort mit ihm ins Bett. Was heisst, dass man sich auf einer Matratze und einem Sitzsack gegenüber sitzt , mit untergeschlagenen Beinen und eine Nacht lang über Kafka und Nietzsche sinniert. Und sich die Birne wegkifft.

Und zuhause schreibt man in einen Blog. Auf einem Mac-Book. Oh, verdammt…

Nachdem MGM, Sony und Co. die Schauspieler gross gemacht hat, scheinen sie das Gefühl zu haben, sich von ihrer intellektuellen Seite zeigen zu müssen. Ich kann mehr und ich mache es nicht für Geld.
Gut, bei einer Kristen Stewart weiss man nicht genau, will sie sich selber was beweisen, uns was beweisen oder kriegt sie einfach keine anderen Rollenangebote. Bei ‚On the road‘ den gefühlt längsten Film, welchen ich je in einem Kino gesehen habe, setzte ich mich drei mal wieder hin, weil ich dachte, der Film wäre zu Ende und mich erhebte, was sich jedoch nur als eine neue „spannende“ Wende entpuppte. 140 Minuten, welche mir niemand wieder gibt.

Nun hatte also die Scarlett Johansson das Gefühl, die Intellektuellen unter uns befriedigen zu müssen. Ganz ehrlich, nicht einmal die Nackedei-Szenen retteten die cineastische Vergewaltigung des Zuschauers, schlimmer noch, sie zerstörten die Illusion der unnahbaren Black Widow.
Ein ordentlicher Independent-Film nervt schon zu Beginn durch die Nennung unzähliger Produktions- und Investorfirmen.
Ein Schrank-unter-der-Treppe-Film, präsentiert von Baum-am-Ufer-Productions, Screen-Play by Links-um-die-Ecke-Studios, von Cookies-Studios, eine Blaubeer-Produktion von Hau-mich-tot-Pictures… und so weiter. Jeder, welcher einen Fünfliber in den Klingelbeutel geworfen hat wird erwähnt.

Danach kommt der Einstieg. THX-1138 trifft Space-Odyssey, aus einem Auge wird….
Ja, ich nahm kurz die Wäsche aus dem Tumbler. Ist gleich neben meinem Home-Cinema und ich hatte bereits den Eindruck, nichts zu verpassen.
Ich kam zurück, die Hommage an Stanley Kubrick war noch nicht zu Ende.
Villeicht bin ich zu dümmlich oder mainstream für Independentfilme. Ich vermochte mich nicht zu begeistern, für den namenlosen Alien in Scarlett Johansson-Hülle, welcher lüsterne Männer anlockt. Soweit nachvollziehbar. Sie schmiert dem Mann in unschuldsmanier Honig um den Mund, lockt ihn mit der Aussicht auf Sex nach Hause. Pausibel, dass neunzig Prozent der Männer folgen würden.

Achtung Spoiler. (Ein Spoiler verrät überraschende Wendungen des Films)

Dort betritt sie einen dunklen Raum, schreitet voran und beginnt sich zu entkleiden. Der Mann folgt, über einen Spiegelboden in einem schwarz gehaltenen Raum. Entkleidet sich ebenfalls. Komplett. Folgt ihr immernoch mit erigiertem Glied. Dinge, welche der Mainstream-Zuschauer nicht sehen will. Es sei denn, mit meiner Genugtuung, dass die Darsteller doch recht bescheiden bestückt waren. Beinahe schon komisch dürftig, aber mir fehlt der Vergleich. Der Independentfan am Kurzfilmfestival würde den Punkt als bedingungslose Hingabe positiv bewerten.
Die Männer versanken im Boden. Einem schwarzen Nichts. Glitten durch einen unendlichen, schwarzen Raum, schwerelos. Wurden ausgesaugt. Nicht erkennbar von wem oder durch was.
Bis das Alien bei einem entstellten Mann Mitleid entdeckte. Daraufhin flüchtete. Vor einem Motorradfahrer, welcher irgendwie den Tatort-Cleaner machte. Er beseitigte alle Spuren der entführten Männer. Oberflächlich, in kurzen Einstellungen.
Findet Unterschlupf bei einem Bauern. Flüchtet wieder.
Wird von einem Waldarbeiter beinahe vergewaltigt. Reisst ihr mitsamt BH die Haut vom Rücken.
Der Waldarbeiter flieht. Kehrt zurück und macht das einzig sinnvolle, was man vor 100 Minuten schon hätte tun sollen. Er übergiesst Scarlett mit Benzin und fackelt sie ab.

Warum das Alien Männer fing, keine Ahnung. Wer der Motorradfahrer war, keine Ahnung. Und dies waren schon die einzigen Elemente des Streifens.

Ich verwehre mich gegen den Vorwurf, ein reiner morderner Blockbuster-Kinogänger der seichten Unterhaltung zu sein. Wobei kein Fehl darin liegt, wenn man die modernen Produktionen schätzt.
Ich neige dazu eine Grenze zu ziehen. Modernes Filmschaffen hat nichts mit den Klassikern gemein und sich für das Eine zu begeistern, schliesst das andere nicht aus.

So begeistere ich mich für die Marvel-Produktionen, es interessiert mich keinen Deut, wieviel aus dem Computer stammt und wieviel zig Millionen Budget Disney zur Verfügung hat. Es sind solide Filme, mit unterhaltender Story und tollen Akteuren.

marvelUnd ich bin nahezu vernarrt in Filme wie Casablanca (einer meiner Lieblingsfilme), Das Fenster zum Hof, Psycho und Der längste Tag.
Wir werden nie mehr Akteure wie Humphrey Bogart und Ingrid Bergmann erleben. Die richtig alte Schule, Schauspielkunst mit Hingabe. Die Heroisierung eines Mannes im Stil von Rick, es sei denn er wäre ein Superheld, würde von der heutigen emanzipierten Gesellschaft schlichtweg nicht mehr goutiert. Keine Frau wird jemals wieder einen Mann in diesem Masse anschmachten. Die Kritik am Nazi-Regime, heute gehört es zum guten Ton im Filmgeschäft, war damals ein Affront in höchstem Masse und verdient den Respekt.casablanca
Das Spiel von Grace Kelly und James Stewart erinnert mich stets an ein Bühnenstück. Der ganze Film spielt in Jeffreys Wohnung oder dem Blick aus dieser, eben zum Hof, ein Minimum an Schauplätzen und er wird nie langweilig. Was durchaus dem excellenten Spiel der Akteure zuzuschreiben ist. Mir wären keine neuzeitlichen Schauspieler präsent, welche diese Leistung vollbringen könnten.
Mein vollstes Verständnis und eine kleine Portion Neid posthum an Fürst Rainier.dasfensterzumhof

Alfred Hitchcock muss ein fürchterlicher Regisseur gewesen sein. Tut mir leid für Anthony Perkins und Janet Leigh, aber ich danke seinem peniblen Schaffen für einen excellenten Film, welcher die eher dürftige Buchvorlage ordentlich in das Regal der Schundliteratur zurück verbannt. Eine Frau wird in der Dusche erstochen. Simpel. Hitchcock erschuff eine der brutalsten Filmszenen, ohne dass man Einstiche sah, ohne Blut, ohne Nacktszenen. Nur durch excellente Schnitttechnik und der musikalischen Untermalung durch die legendären stakkatohaften Psychoklänge. Heute schafft man Ekel durch Blut, zerfetzte Körper und möglichst realistische Schlachtszenen. Hitchcock schafft Atmosphäre. Man musste sich nicht angewidert abwenden, er brauchte nicht mit Ekel zu arbeiten. Was man nicht sah glaubte man zu sehen und er zog einem in den Schauplatz des Geschehens.psycho

Geschichtsunterricht mit John Wayne, Sean Connery, Henry Fonda, Robert Mitchum, Gert Fröbe, Curd Jürgens… ich höre auf. Ein solches Star-Ensemble versammelt heute nur noch der verkannte Sylvester Stallone auf der Leinwand und dies nur, weil er die Sehnsüchte der 80er-Jahre Action-Fans lukrativ befriedigt.
Drei Regisseure, ein deutscher, französischer und amerikanischer, arbeiteten daran, die Handlungsstränge des D-Day originalgetreu auf die Leinwand zu bannen. Ein Meisterwerk, dass trotz cineastisch ansprechender Aufbereitung keine Abstriche an historischer Detailtreue macht und dazu keinerlei gewaltverherrlichender Mittel noch heraushebender Darstellung einzelner Charaktere bedarf.der-längste-tag

Was ich damit zum Ausdruck bringen will; Das alte Filmschaffen war nicht besser als das Neue, und das Neue ist nicht schlecht per se, weil es die Massen bedient. Es sind unterschiedliche Zeitalter, man darf sie nicht gegeneinander ausspielen. Und Independentfilme darf man getrost Scheisse finden, auch wenn mit diesem Stilmittel pickelige Filmschaffende gegen die kapitalistischen Grosskonzerne aufbegehren.

Der einzige Fehler den ihr begehen könnt ist, dass ihr grossartige, alte Filme in hochauflösender High-Definition-Qualität besorgt. Scharf und neu ist nicht immer besser. Ihr verliert euch in dürftig gestalteten Kulissen und der Film verliert daraufhin seinen Zauber. Wie eine alte Vinyl-Platte durch ihr Knacken besticht, verzaubern alte Filme durch das, als was sie gedacht waren; Eine Traumwelt auf Zelluloid. Beraubt sie nicht ihres Vermächtnis, erhaltet den Zauber.

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10 Jahre Hartz IV

Zehn Jahre Hartz IV und wir sagen DANKE.
Auch im Namen von RTL, RTL2, Vox… ach was solls; Danke im Namen der gesamten RTL-Gruppe. Und ProSiebenSat. 1 Media AG.

Gleichheit steht an erster Stelle. Schüler werden nicht mehr leistungsabhängig in eine Stufe gesetzt sondern drücken alle dieselbe Bank. Der Damenbart ist nicht mehr der Ur-Nonna in Neapel vorbehalten, heute erobert er die Bretter die die Welt bedeuten und jeder, der dies nicht völlig normal findet ist abnormal. Homosexuelle Paare adoptieren Kinder und jeder, der das wider dem Kindeswohl einstuft ist ein homophober, widerwärtiger, urkonservativer Neandertaler der in seine Höhle zurück kriechen soll. Die Frau ist der bessere Mann und Stellen, welche nicht mit einer Frau besetzt werden können gehören trotz Arbeitslosigkeit gestrichen, zudem; Über kurz oder lang wird man sich sowieso auf ein universelles Geschlecht einigen müssen.
Wir sind bereits auf bestem Wege, dass es unerheblich ist, ob ein Kind ein Zipfelchen hat oder nicht. Hauptsache es hat alles was es braucht, und wenn es sich noch nicht entschieden hat was es einmal werden will, benutzt es währendessen die Transgender-Toilette.

In diesem Zuge der wir das sind wir und das wir gewinnt wirkt es wie eine logische Konsequenz, dass man Sozialhilfeempfänger und Arbeitslose nicht mehr getrennt sieht, sondern eine Einheit erwerbsfähiger Leistungsberechtigter gründet.

Und einen unermesslichen Pool an Darstellern für RTL. Und Sat1. Und Rtl 2.

asi-tvDer Asoziale muss nun nicht mehr für ein Appel und ein Ei auf dem Trittbrett der Bahn nach Kölle fahren um bei Britt „Ey guck dich mal an eh?!“ zu schreien, RTL besucht ihn zuhause. Denn dank Hartz IV hat er jetzt auch eines. Es dauerte einen Moment, bis die ersten Pseudo-Doku-Soaps aus dem Boden gestampft wurden. Solange diskutierte Oli Geissen noch mit Inge (45) und ihrer Tochter Cindy (19) über das Teilen von Sexpartnern und warum der Tochter das Outfit der Mutter peinlich ist. Britt testete täglich vier potentielle Väter der kleinen Kristen um selbige zu theoretischem Unterhalt zu verdonnern und bei Kallwass outeten sich homosexuelle Familienväter im intimen
unter-vier-Augen-Gespräch mit der Diplom-Psychologin. Vor einem Kameramann, einem Tontechniker, Regisseur und hundertausend Zuschauern.

Diese Zeit benutzten die Protagonisten der neuen Nachmittagsunterhaltung um ihr Sofa vom Amt richtig durchzuwetzen, sich einen Fliesentisch anzuschaffen und zu pimpern wie die Karnikel.
In Hartz IV rutscht man nicht einfach rein, da wird man hineingeboren und schlägt mit Selbstbewusstsein diesen Bildungsweg ein.

Sehen sie gleich…

Mutter Nancy ist 47, blond, trägt gerne eine pinke Leggings und ein schwarzes Shirt mit ausgeleiertem Dekolleté und indianisch geprägtem Motiv. Ein ausgebleichter Wolf heult einen elliptischen Mond an. Inmitten von Paillettensternchen.
Sie hat die Ausbildung zur Messehallenkehrerin abgebrochen und kümmert sich nun um ihre vier Kinder. Von den fünf potentiellen Vätern sind zwei abgetaucht, einer zahlt unregelmässig Unterhalt und zwei verweigern den Vaterschaftstest. Britt wurde eben abgesetzt.
Sie lebt mit Uwe zusammen. Dem arbeitssuchenden Staplerfahrer. Uwe ist kein Alkoholiker, schlägt seine Familie aber trotzdem. Sie schlafen in getrennten Zimmern. Also Uwe in der Küche und Nancy im Wohnzimmer, weil Uwe kein Kind mehr will und sich vor einem Übergriff fürchtet.
Sein Freizeit verbringt Uwe bei Kalle, dem Kioskbetreiber neben Penny, wo er geschnorrte Zigaretten dreht. Uwe würde arbeiten, aber geht im Prinzip nur in seiner alten Jogginghose zum Jobinterview, welche er als Ausdruck seiner unabhängigen, rebellischen Ader trägt. Tag und Nacht. So erklärt er dem Zuschauer auch die Welt, in der er lebt. Auf dem bunten Sofa sitzend, hinter dem Fliesentisch, auf welchem Nancys Zigarettenstopfmaschine steht. Uwe sieht sich sich nicht als schwer vermittelbar. Er sucht eine fünfzig-Prozent-Stelle im Büro. Wegen des Computers. Den PC zuhause nutzt Nancy, vor dessen Webcam sie täglich für einen nigerianischen Prinzen blankzieht. Ein Prinz, welcher sie aus dem Schlamassel hier retten soll. Welchem sie jedoch erst 500 Euro schicken soll.

Die Kinder, Mandy, Andy, Sandy und Kurt besuchen alle paar Tage mal wieder die Schule. Ansonsten werden sie von der Mutter als faule Bande bezeichnet, welche sich mehr im Haushalt einbringen sollte. Nancy packt den ganzen Stress nicht mehr.
Deswegen schaute auch schon die Supernanny vorbei. Auch um Mutter Nancy beizubringen, dass die Tochter Mandy (16) im zweiten Monat schwanger ist, keinen Plan hat von wem, aber Stiefvater Uwe nicht ganz ausser Verdacht steht.
Währen die Supernanny für Andy Superheldengemüse kocht, ihm und Nancy erklärt wo die Milch herkommt, verfolgen die Trovatos einen weiteren potentiellen Vater, den reichen Immobilienkaufmann Holger.
Nebst den YPS-Detektivausweisen haben sie einen Kofferraum voller Elektronik. Das beste, was Crazy Achmed zu bieten hat, Equipment vom feinsten, Batman würde unter seiner Maske erbleichen. Richtmikrofone zielen durch Wände, Kameras röntgen Taschen in Blechkisten hinter Bleifarbe, gepaart mit ihrem Spürsinn und den abartig coolen Lederjacken darf sich kein Unterhaltspreller und Witwenräuber mehr sicher fühlen.

Faul sind aber weder Nancy noch Uwe.
Vor drei Jahren wanderten sie nach Teneriffa aus, nachdem Uwe bei Kalle einen Ferienkatalog gemopst hat. Nancy gedachte dort ein Nagelstudio zu eröffnen, Uwe schaut weiter nach einem Bürojob. Die Wohnung kündeten sie nicht, da der Vertrag sowieso übers Amt läuft, füllten den gesamten Hausrat jedoch in einen Kleinlaster, welchen sie mit geschnorrtem Geld von Javez Schrottplatz gekauft hatten.
Nancy, stolze Besitzerin von 1350 Euro Unterhaltsgeld für die Kinder, flog bereits vorgängig auf die Insel, als sie nach zwei Tagen der Anruf von Uwe erreicht. Der Schweizer Zoll akzeptiert seinen Staplerausweis nicht als Legitimation, einen Kleinlaster zu lenken, worauf er wieder umkehren musste.
Da Nancy mittlerweile erkannte, dass man auf Teneriffa nicht deutsch spricht und die Ablöse für das Tattoo-Studio von Phyllis und Recke 10’000 Euro beträgt, ist sie nicht unglücklich, wieder nach Hause zu dürfen.
Auf Hartz IV ist wenigstens Verlass.

Da das Experiment Goodbye Deutschland jedoch mehr Geld als veranschlagt verschlungen hat, VOX nicht in die Bresche springt und Achim unbarmherzig auf die nächsten 28 Monatsraten für den Kleinlaster besteht, schneit Peter Zwegat hinein. Auf einem Flipchart erklärt er Uwe und Nancy das kleine Einmaleins, worauf Uwe ihn als Arschloch betitelt, ihm die Welt erklärt und aus der Wohnung wirft.
Dabei verhedert er sich im Perlenvorhang, stolpert über die Flip-Flops und wirft den Röhrenfernseher zu Boden.
Die Woche darauf sind die Versicherungsdetektive im Haus. Bei Kalle. Im Raum steht Uwe’s Fernseher und die Herren tragen eine dramatische Geschichte vor. Da jedoch Kalle vergessen hat, dass sein Fernseher vor einer Woche abgeholt wurde weil er die GEZ geprellt hat, fliegt der Schwindel auf und Uwe muss dem Detektiv die Welt erklären.

Dies ist nicht weiter tragisch. Die Patchworkfamilie hat ein neues Projekt. Nächste Woche machen sie bei Frauentausch mit, Nancy geht auf einen Bauernhof in Bayern und den Monat darauf gehen die Kinder in den Himalaya zu den strengsten Eltern der Welt.

Ob sich Deutschland mit Hartz IV einen Gefallen getan hat, man weiss es nicht. Dem Fernsehzuschauer unbedingt.
Vor übermässigem Konsum wird gewarnt. Einer Studie gemäss erkennen nur gerade 22% der Zuschauer, dass dies gestelltes Laientheater ist, die Hälfte glaubt sogar, dass beim aktuellen Ereignis wirklich stets ein Kamerateam zugegen ist.
Wir lassen offen, ob dies nun für die Schauspielfähigkeiten der Hartz IV-Empfänger spricht, oder Zeugnis vom Bildungsgrad des Unterschichtenfernsehkonsumenten ablegt.

Veröffentlicht unter Hossa, Pub, Vom Leben und gelebt werden | Kommentare deaktiviert für 10 Jahre Hartz IV

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Meine geschätzter Supporter, WordPress, das darf man auch einmal sagen, hat mir für das Jahr 2014 eine Statistik erstellt.statistik

 

Ihr könnt unbesorgt reinklicken.

Besten Dank für die Lesertreue, ich sehe welche Beträge ankommen würden, das Problem ist schlichtweg das Erreichen der Leute; Respektive, ich habe die Oper ja gefüllt, die Interaktion mit den Leuten ist die Hürde.
Ich brauche Leser, welche über alle meine Witze lachen und jeden Beitrag gut finden. Ein ehrliches Feedback, sozusagen 😉

Irgendwann muss ich wohl doch eine unheilige Allianz mit einer Gruppe im Socialen Netzwerk schliessen, scheint mir am vielversprechendsten zu sein.

Nun denn, wünsche wohl zu rutschen.

 

Veröffentlicht unter Off-Topic | Kommentare deaktiviert für Herzlichen Dank für Eure Treue