Die Katze im Melonenfeld, oder Stumpfsinn aus Hollywood

Jungfrau, 40, männlich,sucht
Nein, keine verzweifelte Kontaktanzeige. Ich habe das Holywood-Werk des Juden Apatow geguckt.
Die Handlung in Kürze.
Ein Typ, der sein Kinderzimmer auf Wohnungsgrösse ausgedehnt hat. Sein Wochenende verbringt er vor dem Fernseher und guckt Löcher in die Luft.
Bis ihn seine drei Arbeitskollegen aus Ermangelung eines fünften Mannes zum Poker einladen, worauf sich im primitiven Gespräch herausstellt, dass er noch nie den Akt vollzogen hat.
Fortan sehen es seine Kollegen als Projekt, diesen Missstand zu beseitigen.

Soweit ganz witzig.
Dem Typen werden die tollsten Frauen vorgestellt, aber nein, er will die komplizierte, welche ihm die Nummer zugesteckt hat.
Diese alte Schachtel, mit einem Kind, noch einem Kind und einem Kind, welches selber schon ein Kind hat. Als wäre dies nicht Warnung genug, schleppt er die Olle noch vor den Altar, bis er endlich zur Sache kommt.
Ein Happy-End, meint Bella, die Beste von Allen.
Ein Desaster, würde ich behaupten.
Meine Fresse, was soll uns dieser Film mitteilen.

Bevor wir ein Auto kaufen, machen wir drei Probefahrten. Wir lassen einen Kollegen unter die Haube gucken und fahren. Seine Meinung ist uns nicht nur wichtig, sie ist gar ausschlaggebend, weil der Kollege was von Auto’s versteht und schon unter viele Hauben geguckt hat.
Wir schliessen eine Versicherung ab. Aber erst, nachdem wir zwanzig Versicherungen verglichen haben. Danach nehmen wir natürlich die billigste von allen.
Mein Gott, es gibt Leute, die vergleichen Stabmixer in einem online-Stabmixer-Vergleich, berechnen das Verhältnis der Leistung pro Stabmixer-investiertem Rappen

Aber bei der Frau… Ich meine, es soll ja diese Frau sein, welche wir bis an den Rest unseres Lebens behalten. Also so quasi die allerallerwichtigste und natürlich furchtbar schönste, Entscheidung in unserem Leben. In meinem Fall ist dies ja nicht mehr so lange, aber wenn wir die glücklichen Paare fragen, dann soll es doch ewig halten. Ewig und drei Tage. Da muss man sich schon ganz fest sicher sein.
Gerade wegen der Wärme, die Wärme die von innen kommt. Das harmonische fröhliche, dieses innige füreinander, dieses wundervolle und doch so bescheidene Glück. Und die Heiterkeit, die von innen kommende Heiterkeit, die fröhliche Basis für das harmonische Miteinander.
Dies muss doch alles stimmen.

Da soll ich nun die Katze im Sack kaufen. Ich lasse keinen Kollegen unter die Haube schauen, ich rede nicht mit dem Vorbesitzer, ich mache keine Vergleiche im Internet. Scheisse, ich fahre den Wagen nicht mal selber zur Probe, ich kaufe ihn vom Platz. Wie gesehen, auf Treu und Glauben, ohne Garantie. Und ich kette mich an den Wagen, bis dass der Tod uns scheidet. Kein ausgeleierte Triebwelle oder Manschette, kein leckender Tank oder Kolbenfresser, nein nein, bis zur Schrottpresse oder der Holzkiste.

Dies ist die Moral des Films?

Nun, man kann von der körperlichen Vereinigung halten was man will, Fakt ist, dass es wohl doch ein elementarer Bestandteil ist. Also meines Erachtens ist es nur natürlich wenn man eine Schale Drops vor sich liegen hat, man ein gelbes versucht hat, doch irgendwie noch neugierig ist, wie das rote schmeckt. Ganz besonders, wenn man zeitlebens, und so ist es doch, von der schmackhaftigkeit der Bonbons gehört hat und dieses gelbe dann irgendwie merkwürdig schmeckt. Nicht eklig oder übertrieben sauer. Nein, es ist ganz okay. Nur eben scheint es dem Hype, welcher über diese Bonbons gemacht wird, nicht ganz gerecht zu werden.
Oder stell dir den Supergau vor; Das Bonbon lässt sich kaum auspacken – das kommt bei Bonbons vor, welche länger gelegen sind – und wenn doch, hängt es so sehr an den Fingern und Zähnen, dass der Genuss den Aufwand in keiner Weise rechtfertigt.
Aber du hast dem Bonbon die Treue geschworen.

Nun, dann geht man vielleicht töpfern, flicht Körbe oder versucht sich anderweitig von diesem unangenehmen Thema abzulenken.
Was ich sagen will. Die Moral des Films ist fürn Arsch.
So naiv, als würde ich sagen; Liebe Kinder, nehmt die Lutscher von dem alten Herren auf dem Pausenplatz. Ich meine, er schenkt euch Lutscher, wie böse kann ein Mann sein, der auf dem Pausenplatz Lutscher verschenkt?herbert-animation-100idlepic4x

Aber was halte ich Vorträge.
Der Film hat mir ebenfalls einen Spiegel vorgehalten. Beherberge ich auch die ein oder andere Batman-Figur und das Videoentertainment hat durchaus seinen festen Platz in meinen Wohngemächern.
Seit Jahren, JAHREN, kriege ich im zwischenmenschlichen Bereich kein Bein auf den Boden. Obwohl mir natürlich Freunde und Kollegen nach bestem Wissen und Gewissen beistehen.
Hey, gehen wir aus?
Uh… ich weiss nicht… nun… ich muss noch die Wäsche für nächste Woche rauslegen…. ahhh, es ist nun schon etwas überraschend…. was schon acht Uhr?? Hoppla, wie die Zeit vergeht…. uuuuh, ich weiss nicht… vielleicht… oke… logout.

Dabei möchte ich die Unterstützung von weiblicher Seite nicht unerwähnt bleiben lassen.
Also ich kann mir nicht vorstellen, warum du keine Partnerin hast.
Sag es du mir?
Was soll ich sagen?
Nächstes Wochenende Kurzurlaub, wo du willst?
Ja…. weisst du…. hmmmm…. ich muss noch…. weisst du, die Einkäufe….. und dann sollten die Fenster…. also eigentlich schon, aber das ist jetzt wirklich….. Aber machen wir mal!! Und sonst so?

Also wie, wenn nicht intensiv persönlich, soll man dies nehmen?

Es ist nicht ganz einfach, muss ich sagen.
Allerdings kann ich mich auch…

– 3. Dose Bier, nun läuft es aber –

… wirklich nicht beschweren, dass mit guten Ratschlägen geknausert würde.
Man kann es nun auslegen wie man möchte, aber mein gefälliges Rundherum hat sich mit dem Gedanken nicht nur abgefunden, es ist völlig normal, dass ich bis ans Ende meiner Tage ohne jedwelches Weibsvolk über diesen Planeten wandeln werde.
Um dies widernatürliche Gebaren irgendwie zu übertünchen – als würde man dem Lutschermann eine Clownnase aufsetzen – werden mir Ratschläge erteilt. Unter den Top 5 ist zweifelsohne „Leg dir eine Katze zu“.
Ich liebe Katzen beinahe abgöttisch, keine Frage, aber mal ehrlich; Der Typ kriegt das mit den Frauen nicht gebacken, geben wir ihm doch eine Katze. Denke doch einer an die Katze, denkt nur einer an die Katze! Eine Katze ist doch kein Ersatz, nur weil man sie für einige Franken kaufen kann? Man übergibt ein süsses, kleines Lebewesen in meine Obhut, macht es abhängig von mir, obwohl ich seit Jahren beweise, dass ich nicht einmal mit Vertretern meiner Spezies auf einen Nenner komme.

Ebenfalls auf den Spitzenplätzen ist die stetige Ermutigung, Beschäftigungen nachzugehen, welche auch ohne Partner zu bewältigen sind.
Mit anderen Worten; Du Trottel, akzeptier endlich dein Schicksal und sträube dich nicht dagegen. Man geizt auch nicht mit Superlativen, wie toll solche allein auszuführende Beschäftigungen sind, mein Gott, ich bin gar beneidenswert!
Als würde man an das Bett des 180-Kilogramm-Mannes treten; Mein Gott hast du es aber fein hier, Herrgott nochmal. Den ganzen Tag liegen. Zweimal täglich wirst du gewendet und dreimal die Woche zum waschen mit einem Lift in die Wanne gehievt. Ganz famos, ganz famos hast du es hier. Kannst fernsehen, den g a n z e n Tag, oder lesen, lies ein Buch! Hach, was würde ich geben, mit dir zu tauschen. Ganz famos. So, nun muss ich aber auch wieder.

Auch die Beteuerungen; Du kannst doch jede haben. Gut, diese vielleicht nicht… Diese auch nicht… Und diese… nein…
Irgendwann landet man bei den Idealvorstellungen meiner Frau Mutter. Etwas furchtbar liebes mit äussert gebärfreudigen Becken und der Fruchtbarkeit eines spanischen Melonenfeldes. Wachsen Melonen in Spanien? Keine Ahnung, ist zu spät, zu recherchieren.
Was ich sagen will… die Dose Bier ist leer und ich gehe jetzt schlafen.

Hast du es fein, das ganze Bett für dich. Ganz famos, wirklich herrlich. Und du kannst liegen bleiben, den ganzen langen Morgen. Was würde ich sofort tauschen. Ganz famos.

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Von Bibern und Lichtbildern

Juhuu, mein erster Shitstorm!
Also eher ein laues Lüftchen im leicht gefüllten Wasserglas, aber hey; Auch Rom wurde nicht an einem Tag erbaut. Das Pflänzchen ist noch zart, aber es kann wachsen.

fb-alte-badeanzügeDrei Damen. Unterschiedlicher Generationen. In zeitgemässen Badeanzügen.
In der Mitte das Küken, braucht sich nicht zu verstecken. Keck ein Bein angewinkelt, die Hüfte links frech ausgestellt, mit einem nahezu lasziven Schwung im Becken. Freche Streifen peppen das tief ausgeschnittene Badekleid aus. Die Frisur gescheitelt, aber mit diesen dynamischen Locken über dem Ohr, das Haupthaar frech hinter das linke Ohr gelegt. Ein Lächen, welches zu sagen scheint; Du weisst schon, nudge nudge.
Zu ihrer Linken die strengere Schwester. Auch sie besticht indem sie Knöchel zeigt. In der Haltung etwas verkniffen, geht aber ins verschmitzte über. Uneins, ob sich eine solche Fotografie überhaupt geziemt, immerhin ist das Lachen auf Lichtbildern noch etwas freches, neues. Die rebellische Jugend. Das Haar zum Dutt geformt, lustig haben sich ein paar Strähnen befreit und wirbeln um das Gesicht.
Eine unfreiwillige, aber erheiternde Lockerheit unterstreicht das Gesamtbild.
Wobei da noch die Mutter ist. Steht für Zucht und Ordnung, nichts desto trotz betont sie mit einem kleinen Gurt ihre Taille. Sie will mit der Dynamik mitziehen, fühlt sich jedoch in der Rolle nicht ganz wohl, stramm dastehend und dennoch die Nähe zur Gruppe suchend. Es war einfacher, als man noch rund um den Stammhalter posierte und mit ernstem Ausdruck auf den Magnesiumblitz wartete.

Hätte ich wohl schreiben sollen.
Statt dessen verstiess ich gegen eherne in Stein gemeisselte und Bronze gegossene Regeln der Gruppe. Ich kritisierte eine Photografie welche a) in schwarz-weiss gehalten, b) altersmässig die erste Photografie überhaupt sein könnte und c) aus der Region Schaffhausen stammte.
Ein absolutes No-Go.

Das „Rede wie aam de Schnabel gwachse isch“ wird hoch gehalten, daher schrieb ich, was mir durch den Kopf schoss. In etwa, dass ich solche Bilder nicht zum Frühstück brauche.
Die unbeugsamen Kräfte der Schwerkraft wirken ungezähmt auf die Körper dreier Damen. Sackartiges Leinen, lieblos über die Körper gehängt, von Beschaffenheit und Struktur denkbar ungeeignet, jeglichen Körperteilen Halt zu bieten und Form zu geben. Wohl nicht transparent, aber es muss ein kalter Tag gewesen sein und der Fantasie wird nicht mehr viel Raum gelassen, den Eindruck im Kopfkino zu beschönigen.

Seit ich als kleiner Junge einen Stock in ein Wespennest stak, war nicht mehr soviel Wirbel um mich.
Dies seien Frauen und verdammt nochmal hübsche Frauen, weil im Grundsatz alle Frauen hübsch sind und keine andere Adjektive zugelassen sind, es sei den die Steigerung mittels aller Möglichkeiten, welche uns Superlative schenken.
Dies sei der weibliche Körper in seiner naturbelassenen und perfekten Schönheit, ich solle meine Hochglanzmagazin geformten Fantasien in das Reich der Träume schicken und meine Meinung revidieren.
Ich kam nicht umhin zu bemerken, dass die Erfinderin des Büstenhalters – happy Birthday zum hundersten – sich gewiss Gedanken gemacht habe, zum Beispiel, dass Biberschwänze hinterteilig eines Nagetiers oder auf dem Kopf eines Trappers ganz in Ordnung sind, aber bitte, doch nicht frontseitig einer Frau.

Uff, das Wespennest zusätzlich noch mit Steinen bearbeitet.
Korrigiert mich, aber ein gewisser Prozentteil des Umsatzes der Stahlindustrie stammt aus der BH-Manufaktur. Nebst stützenden Metallteilen, werden Stoffpolster, Silikonbeutelchen und gar aufblasbare Luftballönchen, dies kannte ich nur von meinen Turnschuhen, verwendet. Nur die Frau weiss, welche Zauberei zugunsten der weiblichen Brust noch getrieben wird und meine Güte; Das ist doch in Ordnung so. Korrigiert mich, aber ich glaube weniger an medizinische Gründe für diese optische Korrekturen, dies dient doch lediglich der Kosmetik, für das eigene Wohlbefinden und der Wirkung auf das andere Geschlecht.
Was ist nun daran verkehrt, wenn ich diese kleinen Schwindeleien gutheisse?

Der Herr-der-gewiss-nicht-genannt-werden-mag mag es natürlich, ihm gefallen auch diese Fotos, aber Antiquitäten sind im Grundsatz sein Steckenpferd. Warum sollte er nicht auch auf Mieder aus Walfischknochen, Unterröcke aus Jute und Brüste ohne Halt stehen? Glücklicherweise sind die Geschmäcker verschieden.

Mit meiner Einstellung als oberflächlicher Mistkerl kommt die Dame-die-nicht-genannt-werden-mag so gar nicht klar.
Weil ich für eine Photografie von neunzehnhundert-Apfelschnitz nicht ins schwärmen gerate und Damen in unverteilhafter Kleider mein Blut nicht in Wallung bringen, bin ich für die gendergeprägte Neuzeit untragbar.Wenn ich wenigstens ansprechend aussehen würde, wäre meine Vorstellung von einem Topmodel an meiner Seite gerechtfertigt, aber solch ein Trostpreis… Es wäre Zeit auf den Boden zu kommen.
Auch ich würde einmal eine Frau mit Biberschwänzen an meiner Seite haben, was ich dann anstellen würden? Also mal ganz schön die Schnauze tief halten soll ich

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, wenn mich eine Dame der Oberflächlichkeit bezichtigt, gerade, weil ich optisch nicht direkt ein Hauptgewinn wäre.
Was hängende Brüste betrifft; Es wird wohl nur ganz wenige Freaks auf der Erde geben, welche bei dessen Anblick vor Wollust überkippen. Nichts desto trotz gibt es gewiss viele Männer, welche dies nicht nur in Kauf nehmen, nein, welche es nicht im mindesten kümmert, weil sie eine tolle Frau haben. Glücklicherweise bestehen Frauen ja aus soviel mehr, als nur aus Brüste. Liebe Dame-die-nicht-genannt-werden-mag, ich finde es sehr schade, dass Du die Damen darauf reduzierst.
Fotografien haben es nun mal so an sich, von Röntgenaufnahmen abgesehen, dass sie ein oberflächliches Bild vermitteln und jeder, welcher nicht ein verdammter Heuchler ist, fällt aufgrund der optischen Erscheinung ein Urteil. Der erste Eindruck, werte Dame, ist stets die Erscheinung, so Du nicht von verminderter Sehkraft gepeinigt bist.
Wenn Mann oder Frau nicht Einfluss auf dieses Urteil nehmen will, dann erkläre mir doch bitte, warum Deine Fotografien wunderbar ausgeleuchtet sind und eine adrett geschminkte Dame präsentieren.
Ich unterstütze das Bestreben, einen guten ersten Eindruck zu vermitteln, Wert darauf zu legen wie man erscheint. Nicht zuletzt bedeutet dies, dass die Meinung des Gegenüber für einem ein gewisses Gewicht hat, was unterem Strich nichts anderes heisst, als; Du, der Du mir begegnest bist mir wichtig, es ist mir nicht egal, was Du denkst.
Eine schöne Idee, oder nicht?

Nun, diese Damen auf der Photografie wollten gewiss auch adrett erscheinen. In ihrer Zeit. Wenn wir heute darüber schmunzeln, lachen, die Möglichkeiten der figurformenden Moder der Neuzeit hochloben, sehe ich darin kein Falsch.
Es wäre wohl nicht ganz aufrichtig, wenn man diese Damen und ihre Badeanzüge als zeitlos schön betiteln würde. Ansonsten freut sich gewiss die ganze Gruppe auf ein Selfie, wenn Du nächste Saison in einem solchem Strampler über die grünen Flure der KSS flanierst.

Gewisse Dinge sind vergänglich, leider tragen wir Herren heute weder Zylinder noch schwingen wir den Gehstock – Gott sei dank müssen wir uns nicht mehr in Leggings Pumphosen, Schamkapseln und Rüschenblusen gewanden.

In diesem Sinne, danke ich Dir für meinen ersten Mini-Shitstorm, die Inspiration für einen Blog.

Jederzeit, wieder gerne.

biber

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Geh Edeka kaufen

Kaufe Edeka.
Dachte, dies müsse ich nun auch einmal versuchen, ist ja doch ziemlich populär.
Vor mir ein Porsche Cayenne GTS mit verdunkelten Scheiben, hinter mir drängelt ein Audi  RS-6 von der Hauptstrasse auf die Parkfläche. Überhaupt ist der Parkplatz in Jestetten von SH-Nummernschildern übersät, die Karrossen lassen darauf schliessen, dass nicht der Sozialhilfe-Empfänger irgendwie über die Runden kommen muss. Vielmehr scheint man bei den Reichen wirklich das Sparen zu lernen.

Den Laden durchquerte ich erst einmal forschen Schrittes in Richtung Kassenbereich, da die Einkaufskörbe aus waren. Das Einkaufen mit Gitterwagen scheint auch eher forciert zu sein.
Paradoxerweise fühlt man sich in der Migros Neuhausen fremder als im Edeka Jestetten. Da sind nicht die fülligen Secondos im trendigen Trainingsanzug namhafter Marken, das Oberteil in der Leibesmitte ordentlich gespannt, mit der Geldbörse in der linken und dem Smartphone in der rechten Hosentasche. Auch nicht dick bemantelte Damen, welche jüngere, übertrieben geschminkte Frauen mit kantigen Kiefern und knappen Leggings in fremden Dialekten durch den Laden treiben, während einer Splittergranate gleich, die ganz kleinen in alle Gänge verstreut werden. Um sie mit scharfen Tönen wieder zu sammeln.
Die Landessprache im Edeka ist Schaffhauser-Deutsch. Hier trifft der gutbürgerliche Müller den Nachbarn Meier. Der Einkauf grundsätzlich scheint eine Päärchenaktivität für die Generation Kaffeefahrt zu sein. Man geht nicht eben in die Migros eine Packung Eier und Mehl holen, man zelebriert den Einkauf bei Edeka. Wühlt sich etwas verloren durch fremde Produkte, wie Toni Brunner auf einem türkischen Basar.

Es mag damit zusammenhängen, dass ich abgesehen von einem Laib Brot nicht wirklich viel brauchte. Eigentlich gar nichts. Den ein oder anderen Energy-Drink vielleicht. Aber von kalorienarmen Aufputschmitteln halten die Deutschen wohl gar nichts. Eine Palette an Rockstar, Monster und was es so gibt, alles angereichert mit 30% Zucker. Dann eben nicht. Cashew-Nüsse, mein neues Laster. Gibt es nicht. Also doch, gewälzt in Fett, geröstet in Öl und dreifach im Salz gewendet. Dies dafür in dreissig Sorten und Fettgraden.
Nun gut, vielleicht noch ein spezielles Bier. Radeberger mag ich aus Prinzip nicht. In der Zeit vor Pay-TV, Apple-TV und Netflix hat mir diese Bierwerbung regelmässig den Filmabend versaut. Weswegen ich übrigens auch keinen Vodka Gorbatschow trinke.
Ich dachte an ein Duff oder vielleicht ein spezielles Starkbier. War wohl nichts. Dafür hundert Sorten Pils und Radler.

Also des Angebots wegen muss ich nicht in den Edeka. Ob ich Geld gespart habe; keine Ahnung. In solchen Dingen bin ich fürchterlich nachlässig. Nicht weil ich darin schwimme, sondern einfach die Meinung vertrete, Geld ist ein Gebrauchsgegenstand und genau den Wert messe ich selbigem zu. Wenn ich einen Nagel zuhause habe und diesen nicht in die Wand haue, hat er irgendwie auch seine Bestimmung verpasst.

Was ich aber feststellte; Ich nervte mich über diese Auslandeinkäufer und schämte mich vor mir selber. Diese permanente Panik, erkannt zu werden, kannten so wohl nur die Herren, welche bei Joe’s Videopalast zum Angebot hinter dem Vorhang schlichen.
Irgendwie fühlte ich mich schäbig wie ein kleiner Betrüger.

Ich mache nicht den Moralapostel. Meine Fonduemischung kaufe ich nicht beim Chäs-Marili und für das Steak gehe ich nicht in die Metzgerei Peter. Einfach weil ich zu faul bin.
Aber letztendlich ist auch der Coop City und die Migros Neuhausen oder der Manor ein regionales Gewerbe. Eine Filiale, welche Profite abwerfen muss. Ein Arbeitgeber.
Wir ärgern uns mit Hingabe über die Pendlerströme aus Schaffhausen in den Rest der Schweiz, arbeiten jedoch mit Nachdruck daran, dass das heimische Gewerbe möglichst keinen Fuss mehr auf den Boden kriegt.
Zu teuer. Was ist zu teuer?
So aus dem Bauch heraus würde ich die Schweiz nicht als kostspieliges Pflaster bezeichnen. Natürlich, auf der staatlichen Ebene gibt es ordentlich Sparpotential, aber alles in allem geht es uns doch recht gut.  Selbstredend, vergleichen wir mit dem nahen Deutschland oder dem Kwiki-Markt im Kongo sind alles Abzocker. Allerdings verdient die hochtoupierte Verkäuferin dank Tarifbindung bestenfalls 2500 Schweizer Franken.
Für ein solches Gehalt überzeugt man in der Schweiz vielleicht die Agenten des RAV von seinen mehr oder minder ernsthaften Absichten eine Stellung zu suchen, würde aber gewiss nicht aus dem Bett torkeln um beim Chef pünktlich auf der Matte zu stehen.

Letztendlich muss dies jeder für sich entscheiden, aber wenn ich gelegentlich ein Brot beim Bäcker kaufe, es mir einige gleich tun und damit ein Schaffhauser weniger in die Jowa-Bäckerei pendeln muss, habe ich doch schon ein gutes Werk getan.
Weiten wir dies auf die Flasche Wein, den Fernseher und ein Buch aus, können wir es doch auch weiterhin in der Schweiz ganz behaglich haben und nebenbei Gutes tun.
Es kann jeder seinen Beitrag leisten und muss nicht mehr machen, als einfach zu leben.

Amen

Post scriptum; Natürlich tätige auch ich hin und wieder einen Einkauf in Deutschland. Dass Schaffhausen keine Männerabteilung im Esprit-Shop hat ist höhere Gewalt.

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Alpiq mag es dreckig und Opa wird Vater

Die Alpiq macht schöne Zahlen mit dreckigem Strom!
Diese Lümmel betreiben ein Kohlekraftwerk in Tschechien. Gut, damit sichern sie auch Arbeitsplätze in der Schweiz da die Umsätze in unserem Land eher düster sind, dennoch, Sausieche, wettert der Umweltschützer in uns.
Anderseits; Der Schweizer glaubt auch, mit zusätzlich besteuertem Treibstoff das hiesige Klima zu ändern, da muss doch auch die umgekehrte Rechnung gelten. Was ausserhalb unserer Grenzen geschieht, tangiert uns nicht.

Auch ein AKW-Störfall würde an der Grenze halt machen. Nehme ich an.
Der Herr De Ventura von der gelbe Fässer rollenden Fraktion ‚Klar! Schaffhausen‘, ist besorgt, dass unser Verteidigungsdepartement nicht auch die Bürger im grenznahen Deutschland mit Jod-Tabletten bedacht hat.
Wenige Zeilen zuvor äussert er sich wohl ungehalten über die horrenden Preise für diese Pillen, aber Grüne vergleichen gerne einmal Äpfel mit Birnen und mögen fliessende Grenzen.

Über kurz oder lang sollte man sowieso bedacht sein, in der Nähe eines Grünen zu wohnen. Irgendwo müssen wir schliesslich unsere Elektroautos und E-Bikes aufladen und die Grünen brauchen dazu weder Stauseen, noch Windräder, AKW oder gar Kohlekraftwerke. Die haben eine ökologisch einwandfreie Steckdose in ihrem Wohnzimmer.

Genug davon.

Kasparky, die elektronische Krankenversicherung, schlägt Alarm!
Viren bedrohen die Mobiltelefone. Vielleicht haben sie auch kein Kohlekraftwerk in der Hinterhand und müssen daher den Verkauf der Antiviren-Programme ankurbeln. Auch erpresst wird man von seinem Handy, zumal man ein Android besitzt. Apple begnügt sich damit, den Kunden gleich beim Kauf eines Produktes auf den Kopf zu stellen und Bricklebrit zu rufen.
Einen Trojaner hat man ganz schnell. Dafür genügt ein nigerianisch-deutsch verfasstes SMS, darin ein zwei Zeilen langer Link auf einen urg, org oder apk-Server und schon kann man eine Schadsoftware runterladen. Geht ganz fix.
Wer so dämlich mit seinem Mobiltelefon kutschiert hat es doch irgendwie auch nicht besser verdient.

Ja, ich bin am Blick lesen. Dieser wartet gleich mit einer unglücklichen Bildunterschrift auf.blickDer Schutzmann mit der Mülltüte, dann doch eher etwas pietätlos.
Der Blick-Psychiater warnt übrigens vor der Sendung Polieiruf 110, da diese bei der Planung solcher Exekutionen televisionäre Beihilfe leistet.

Fux beratet einen jungen Herren, welcher eine Frau vermisst.
Dies jedoch erst, seit sie nicht mehr bei ihm ist. In Selbsthilfegruppen soll man nun lernen, zu vermissen was man hat. Solange man es noch hat.

Die arme Thania hat nicht einmal ein Foto ihres Vaters, was sie sehr traurig macht.
Deswegen buhlt sie nun auf 3+ um den ‚Bachelor‘ Rafael Beutl.
Vielleicht findet ihr den Zusammenhang.

Der ehemalige Kurdirektor von St. Moritz ist mit 67 Papa geworden.
Herzlichen Glückwunsch.
Beim ersten Schulbesuchstag wird der kleine Lennart-Leo seinen Gspänli erklären dürfen, wer der 73-jährige, auf die hinterste Bank sabbernde Greis sei und träumt nicht jeder Junge davon, dass der Papa sich senil an den Rollator klammert, bevor man gemeinsam legal einen Scotch trinken darf?

Zuletzt noch dies;
Die Schnürlischrift soll der Basisschrift weichen.
Die unnatürlichen Bewegungsabläufe bei der Niederschrift besagter Schnürlischrift sorge nämlich für Verkrampfungen bei den Kindern.
Mit anderen Worten, wir wurden gefoltert, seit wir das schlagen von Runen in Marmor eingestellt haben. Wohl mit ein Grund, warum führende Graphologen mir regelmässig Angst vor grossen Räumen, hellem Licht und gelben Blumen diagnostizieren und mir als Gesamtwerk höchstens dreizehn Lenzen zugestehen.

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Neulich, im Starbucks

Was mir keiner gesagt hat; Der Caffee Americano venti entspricht in etwa einer Badewanne.

Der Langeweile entfliehend, bin ich einem Starbucks gelandet. Mittlerweile kann ich auch hier schreiben, dank eines angeknabberten Apfels bin ich rechnermässig nicht nur mobil, sondern ausgesprochen stylisch mobil. Mein alter Rechner, nicht dass ich mich zur Rechtfertigung berufen fühle, wirkte neben den modernen elektronischen Geräten wie ein Desktop-PC mit Akku. Mit einem sehr schwachen Akku.
Dass ich nun mit leuchtendem Apfel in einem Starbucks sitze, wie ein Student wirke und dazu in der Universitätsstadt Freiburg schreibe, notabene über den Tchibo-WLAN-Zugang, unterstreicht nicht nur meine Coolness, es hat durchaus auch einen gewissen Spassfaktor.

An sich wusste ich zuhause nur nicht, worüber ich schreiben sollte. Der Meinung, wochentags eigentlich schon genügend Kilometer zu fahren, sprang ich über meinen Schatten und bewegte mich durch den Schwarzwald. Vor mir ein kleiner Twingo im Sonntagsgang. Eine Oma am Steuer. Diese, welche Glückspost und ‚die aktuelle‘ mit ‚Adel-heute-spezial‘ abonnieren, zuhause ein mit Ramsch gefülltes Wohnzimmer inklusive Häckeldäckchen und Kätzchenkissen besitzen. Wo kaufen diese Omas eigentlich ihre Brillen? Ihr wisst wovon ich spreche. Diese geschwungenen Ohrbügel, einmal im Kreis, bis runter zu den Wangen und wieder hoch zum Ohr. Daran eine Kette, welche eine tollwütige Bulldogge zähmen könnte. Die Gläser so gross, dass zweifelsohne die städtische Sternwarte eine Suchmeldung nach ihren Teleskopspiegeln veröffentlicht haben muss.

Die Badewanne Kaffee habe ich schon zur Hälfte vernichtet, damit den Cookie runtergspühlt, welchen ich nach den Schlemmertagen letzte Woche gar nicht essen wollte.
Dafür schwitze ich nun wie ein angestochenes Schwein auf der Schlachtbank. Ja ich weiss, Schweine können nicht schwitzen. Hatte die Hoffnung, die Ideen würden mir in der Öffentlichkeit nur so zufliegen. Das einzige was bisher interessant erschien, war die Blondine, welche innert fünf Minuten zum dritten Mal den Abort aufsuchte. Keine sehr attraktive, wohlemerkt. Eine Blondine mit raspelkurzen Haaren und viel zu enger Kleidung. Nach welchen Kriterien kaufen Frauen eigentlich ihre Kleidung? Auch ich trete nicht mit einem von Idealmassen beglückten Astralkörper auf, was mich dazu motiviert, die Umhänge dementsprechent zu wählen. Für die Damenwelt scheint jedoch weder die Waage noch ein Spiegelbild ausschlaggebend zu sein, sondern lediglich, dass man sich noch in eine 36 oder eine 38 zu zwängen vermag. Dass man hernach wandelt wie ein Rollschinken auf zwei Beinen ist sekundär.
Liebe Damen, den Männern ist es offen gesagt schnuppe, welche Grösse ihr trägt. Ein Mann kann eine 38 nicht von einer 40 unterscheiden, bestenfalls noch ein A von einem B. Bedenkt dies doch bitte bei eurem Shopping-Trip. Und wenn wir sagen, es sieht ganz toll aus, ist es in 20 Prozent der Fälle gelogen, weil wir einfach keinen Ärger wollen. Zu dreissig Prozent haben wir uns nach dem fünften Kleidungsstück keine Meinung mehr dazu gebildet, weil euch a), unsere Meinung sowieso nicht interessiert – siehe die 4 Kleidungsstücke davor – und b), ihr davon ausgeht, dass wir sowieso lügen. Ja, da bleiben noch 50 Prozent und ob ihr es glaubt oder nicht, wir geben tatsächlich unsere aufrichtigen Kommentare ab. Vielleicht diplomatisch, aber aufrichtig. Diese fünfzig Prozent anerkennt ihr aber nicht an, siehe die vorgehende Position.

Mittlerweile füllt sich der Laden.
Zu meiner Rechten schielt ein Hausmütterchen auf mein Retina-Display. Die Handtasche auf dem Schoss und fest an sich gepresst, etwas verloren wirkt sie. Wohl das erste Mal in einem Starbucks.
Nicht, dass ich nun der Experte wäre. So vergass ich, dass mein Kaffee getauft wird und wirkte in der ersten Sekunde alles andere als weltmännisch, als der Herr hinter dem Tresen sich nach meinem Namen erkundigte. Erschwerend, dass er in seinen zotteligen Studentenbart nuschelte, als müsste er am Nikolaustag ein Gedicht vortragen.
Mit meinem hellen Schoko-Cookie, zäh wie Kautschuk, wurde ich an der Theke entlang geschoben und stand gute fünf Minuten auf verlorenem Posten, bis die Wanne mit einer dunklen Brühe geflutet war. Bis zum Rand.Das unvergleichliche Kaffeeerlebnis, welches doch den überrissenen Preis rechtfertigt, schwappte dem Bediensteten und mir über die Finger.
Dunkel in der Farbe und gehaltvoll im Geschmack. Als hätte man heisses Wasser durch eine Prise Instantkaffee in einer Socke gepresst.

Ausser den Rentnern hat mittlerweile jeder in diesem Laden ein Smartphone vor dem Gesicht. Egal ob sie zu zweit, zu dritt oder alleine sitzen. Die Kameras der Damen gegenüber wirken bedrohlich auf mich gerichtet. Nicht, dass ich mich geschmeichelt fühlen würde. Noch gefällt mir die Umstandsmode der Linken, gepaart mit der biederen Hausmütterchenfrisur und randlosen Brille, noch entzückt die Rechte, deren Gesicht ich hinter dem Kaffeebecher und Bling-Bling-besetzten iPhone noch nicht einmal gesehen habe.
Will sagen, ich sitze wenigstens und lästere tippenderweise über das Publikum ab, aber was treiben die Menschen permanent an ihren Telefonen? Wie oft kann man in einer Stunde sein Mails abrufen oder den Status aktualisieren.

So, nun fällt mir nichts mehr ein, der Kaffee ist aus und ich begebe mich auf den Heimweg.
Nicht zuletzt, weil ich eben einen bösen Blick empfangen habe, da ich gewiss minutenlang dem Hausmütterchen in Umstandskleidung unbewusst und geistesabwesend in den Ausschnitt gestarrt habe.
Glaubt mir, auch als ich der Blickrichtung gewahr wurde, es war keine Freude.
In diesem Sinne, schönen Sonntag zusammen.

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