Über den Boulevard zurück in die Realität

Heute habe ich mir Bauklötze und ein Dreirad bestellt.
Ich fange noch einmal ganz von vorne an.

In erster Linie verabschiede ich mich von sozialen Netzwerken und ähnlichem Kram soweit, dass über ein ausgesprochen komplexes System nur noch meine Blogs gepostet werden, ich von dem ganzen herumschwirrenden Stumpfsinn jedoch nichts mehr mitkriege.
Ich bin einfach geil auf die Traffic, so schauts aus.

Meine Schreibblockade geht mir langsam aber sicher ordentlich auf den Sack, es wird höchste Zeit, etwas dagegen zu unternehmen. Die Ursache zu finden. Ich trage mich mit der Befürchtung, dank Online-Zeitungen, sozialen Netzwerken und täglichem Gebrabel auf Blickniveau zusehends zu verblöden.
Mein Bruder, der Beste von allen, bezeichnet die televisionäre Unterhaltung als Gehirnfick und er hat beileibe recht. Ich möchte gar behaupten, mit einem Zehnerträger Bier kann man nicht annähernd soviel Hirnzellen vernichten, wie es eine Stunde deutsches Privatfernsehen schafft. Der Grund an sich, nach Schoppenhauer, oder das Henne-Ei-Problem, um sich etwas volksmundiger auszudrücken; Lässt uns das Fernsehen zu einer geistig verarmten Meute verkommen, oder bietet der Rundfunk das Futter, nach welchem wir verlangen.
Ich bin versucht, zu behaupten, das Fernsehen hat das Publikum geschaffen, selbiges und deren Brut es nun zu bedienen gilt. Spiegelt sich auch in den grossen Lichtspielhäusern wieder. Jagen nicht gerade Jungstars, Karriereschub durch Nacktselfies, durch postapokalyptische, von totalitärer Staatsform geprägte Welten, entrichtet man sein Scherflein für aufgewärmte und neuverfilmte Blockbuster der letzten Jahrzehnte oder solch seichte Unterhaltung, dass man nebenbei ein lustiges Taschenbuch lesen möchte um den neunzig Minuten Sitzen eine tiefere Bedeutung zu verleihen.

Lesen, eine feine Sache, da habe ich einen alten Freund wieder gefunden. Dank der neuen Technik.
Es spalten sich die Geister, E-Book Reader oder ein ordentliches Buch. Ein Buch bleibt ein Buch, Herzensentscheidung, aber 23 Kilogramm sind dreiundzwanzig, sagt die Dame auf dem Podest hinter der kleinen Theke mit dem Koffertransport zu ihrer Linken. Nicht dass ich Vielflieger wäre, aber auch im Rucksack, der Sporttasche oder in der Umhängetasche; Ein Buch wirkt furchtbar intellektuell aber ist dann eben doch eine sperrige Sache. Ausserdem, mit etwas Pech hat man sein Buch am zweiten Urlaubstag durchgelesen und steht dann etwas verloren den langweiligen, meinetwegen entspannenden, Stunden gegenüber.
Bei meinem letzten Auslandsaufenthalt habe ich sage und schreibe vier Bücher verschlungen, daher hat auch der E-Book Reader seine Berechtigung. Leider segelte dieser letzten Sonntag einem Stück Brot mit Konfitüre gleich dem Parkett entgegen und seit dieser unglücklichen Sekunde stecke ich unwiderruflich, oder bis zum letzten Aufbäumen der Akkuzelle, auf Seite 328 von Ken Follet’s Kinder der Freiheit fest.
Mein Hoflieferant Weltbild hat zwei Geräte im Angebot. Identisch im Preis, der aktuelle und sein Nachfolger, lieferbar irgendwann im November. Ganz untypisch entschied ich mich, auf die neue Version zu warten. Welcher noch deutlicher in der Darstellung sei, die Seiten sich einfacher blättern lassen und ich dieser Tätigkeit gar noch einen Meter unter Wasser fröhnen könnte.

Nun überbrücke ich die Wartezeit mit der weltdümmsten Zeitung. Der Tageszeitung für die Schweiz. Ein Boulevard-Blatt namens Blick.
Nicht, dass ich diesen abonniert hätte, Gott bewahre. Doch erhielt ich kürzlich ein Umfrageformular zugestellt, welches mich aufforderte durch Kreuze in kleinen Kästchen kundzutun, was ich von dieser Zeitung halte und erwarte. Als Obolus liegt nun dieses bunte Blättchen über vier Wochen in meinem Briefkasten. Etwas beschämt trage ich es, eingeschlagen in das Schaffhauser Intelligenzblatt – Irina Beller versteckt sich hinter Lena Gercke um es bildlich auszudrücken – vom Kasten an der Ecke zu meiner Haustüre.

Blickleser stelle ich auf dieselbe Stufe wie die Aldi-Kaffeekapselkäufer.
In einer lieblosen Kartonschachtel befinden sich zehn mühselig zu öffnende Beutelchen. Nur Gott und der Entwickler weiss warum die Kapsel zweifach verpackt sein muss, denn das Aroma vermag auch dieses Verfahren nicht zu konservieren, so es jemals Einzug in die Mischung gefunden hat.
Dieser armselige Haufen Kunststoff, mit individueller Gestaltung soweit von der Originalkapsel abweichend, dass einem die Gerichte keinen Strick drehen können, passt nur ansatzweise in die Maschine. Der Verschluss sollte daraufhin mit der flachen Hand leicht angepresst werden, damit das Wasser auch den ihm angedachten Weg durch das Pulverbehältnis findet. Es lässt sich jedoch nicht verhindern, dass diese braun gefärbte Brühe links und rechts aus der Maschine läuft und der Anteil im Becher eher zufälliger Natur, denn einer abgestimmten Füllmenge entspricht.
Eine dünnes, trübes Wässerchen, im Geschmack zwischen einem Kloduftstein und des Nachbarn Regentonne anzusiedeln, statt von einer Crema bedeckt durch drei oder vier Schaumflecken verunreinigt welche höchstens darauf hinweisen, dass die Maschine langsam ihre Kalkreste ausspuckt.Aber man hat zwanzig Rappen gespart.

Bei Blick kann ich nun anrufen und eines der Pseudonackedeis zum Star des Jahres wählen. Für einen Franken fünfzig pro abgegebene Stimme.
Dies kann wohl nur auf Kegelbrüder abzielen, welche mit der Nackedeisuche von Google nicht vertraut sind, oder deren Angetraute im letzten Computerkurs in Erfahrung brachte, wie der Verlauf des Internetbrowsers zu kontrollieren wäre.
CRTL-Shift-P, beim Firefox, und ihr seid im anonymen Porno-Modus. Für Blick-Leser, Shift ist diese Taste welche ihr drückt, wenn ihr einen Buchstaben gross schreiben wollt. Keine Ursache, helfe gerne.
Auf der nächsten Seite hat Blick den ersten Schweizer Ebola-Fall aufgedeckt!
Also eigentlich ist es ein Spanier, welcher bei einer Schweizer Firma beschäftigt ist. Und dies auch nur in Madrid. Bei genauerem Hinsehen ist lediglich seine Frau erkrankt. Vielleicht. Aber wir wollen es nun nicht herunter spielen.

Bei Michael Hasler sind Diebe eingebrocken. Ein tolles Wortspiel von Blick, der Michael betreibt ein Brockenhaus. So nebenbei scheint er nicht die hellste Leuchte in Kollbrunn zu sein. Oder die Versicherung zahlt kräftiger als die Schnäppchenjäger. Die bösen Buben stiegen schon zum vierten Mal durch dasselbe Fenster ein.
Mike hat jetzt eine Kamera installiert! Die sollen nur kommen, sagt das Häufchen Elend im Popeye-Shirt, er sei bereit. Ich hoffe, die Versicherung auch, von etwas muss er ja leben.

Manuela (35) bittet um Rat, weil ihr Freund (31) seit vier Monaten, solange sind sie zusammen, keinen mehr hoch kriegt. Er habe deswegen auch schon geweint. Und sie sprechen oft darüber.
Wollt ihr mich verarschen?
Wer, der seine fünf Sinne noch beisammen hat, fragt eine Tageszeitung um Hilfestellung bei Erektionsstörungen? Und erwähnt, dass der Partner des öfteren anstelle zu rammeln ins Kissen heult? Wenn dem noch so wäre; Mädchen, sei froh geschieht dies noch während der Probezeit, stell ihn vom Platz! Dafür ist die Probezeit da.

Man möchte entrüstet den Kopf schütteln und zornige Briefe schreiben, aber da sich Blick sowieso die Hälfte der Story aus dem Finger saugt, darf man auch einfach lachen.
Bisher hatte ich richtig Glück mit meinen Physiotherapeuten, obwohl sie, so ich Andreas G.’s Worten Glauben schenken soll „Laien sind, welche von Physiotherapie keine Ahnung haben“. Es sei nämlich durchaus normal, dass man dem Patienten bei einer Behandlung des Knie die Hand in den Schlüpfer schiebt und mit dem Mobiltelefon die entblösste Kehrseite ablichtet. Mit Zoom weiss Blick, was der Story den Hauch Seriösität verleiht, welchen wir bei einem Boulevardblatt erwarten.
Die Kinderpornos und Tiersexfilmchen hätte sein Computer selbstständig auf die Festplatte geladen. Das kommt vor, ist mir mit dem Adobe Creativ-Design-Paket auch einmal passiert. Dumme Sache. Hat sich sogar auf CD’s gebrannt.

Wieder kann ich einen Franken fünfzig löhnen, indem ich Blick verrate, was man im Dezember feiert. Weihnachten oder Ostern. Dafür kann ich ein Millionenlos gewinnen. Dieses Dezemberspiel, bei welchem man so über den Tisch gezogen wird, dass alleine die Reibungshitze dem Fest die nötige Wärme spendet. Ok, der war billig.
Nerven euch solche Gewinnspiele auch?
A) Ja
B) Kartoffel

Die Leserbriefe schenke ich euch. Vollidioten kommentieren sinnentleerte Berichte eines Bilderbuchs im Zeitungsformat für Menschen mit beschränkter Aufnahmefähigkeit.
Und Leserwitze. Wer sendet heute noch seinen Lieblingswitz einer Zeitung?
Bezahlt 50 Rappen um ihn per SMS zu senden und abermals zwei Franken fünfzig um ihn hernach zu lesen.
Gut, nicht dass es mich überraschen würde, wenn es solche Trottel gäbe.

Simon Ammann ist Vater!
Juhuu.
Ein Junge aus Gold sei es, weiss Blick. Da weder der Simon, noch sein Russland-Import oder die Eltern oder deren Eltern, oder die Nachbarn der Eltern oder die Cousine eines richtig guten Freundes aus dem Nähkästchen plaudern wollten, hat Blick mit Hans-Peter Hildbrand gesprochen.
Der hat den Simon Ammann im Dezember 97 einmal springen sehen.
Man muss nur richtig suchen, dann findet man schon einen engen Freund.

Sport überspringe ich und lande bei Blick People, der Klatsch und Tratsch über Promis.
Der neue Bachelor, Rafael Beutl, will sein wie Michael Knight, mag es wenn Frauen wie Christian Clive riechen und von Natur aus mit Fingernägel und Haaren ausgestattet sind.
Er wünscht sich einen prallen Arsch, den Apfelstrudel seiner toten Oma, war als verliebter Kindergärtner im Lokalblatt, bezeichnet es als plump mit einer Frau schnell in die Kiste zu springen, findet One-Night-Stands jedoch okay.
Sprachen, alle Sprachen, sind seine einzige Schwäche, wenn man davon absieht, dass er gerne weint. Einfach weil er es schön findet, wenn Männer weinen.
Vielleicht sollte er seine Rose (ich verzichte auf das allzu offensichtliche Wortspiel) einem Mann mit Erektionsstörungen schenken.

Charlene hat ihr erstes Interview gegeben!
Charlene ist die Fürstin von Monaco und das Wunder ihrer Schwangerschaft begründet in erster Linie darin, dass ein homosexueller Fürst auf natürliche Weise ein Kind zeugen kann. Doch darum geht es nicht, die Fürstin hat ihr Schweigen gebrochen um uns an unglaublichen Neuigkeiten teilhaben zu lassen!
So ist die Schwangerschaft „ein ganz eigenes Abenteuer“. Des weiteren beschreibt sie „starke Gefühle, intensive und unvorstellbare Emotionen“. Zu guter Letzt ist „die Perspektive einer Geburt so magisch, so stark“.
Wow! Wie leer war mein Leben bisher. Dies wollte ich schon immer wissen. Hätte so auch niemand anderes mitteilen können. Welch Glück, dass endlich eine Fürstin guter Hoffnung ist!

Unfassbar, dass ich diesen Stumpfsinn hier wiedergebe, aber wenigstens werden für meinen Blog keine Bäume gefällt.

Veröffentlicht unter Presseschau, Vom Leben und gelebt werden | Kommentare deaktiviert für Über den Boulevard zurück in die Realität

Treffen der Generationen

Grosses Jammern und Wehklagen.
Mit einem verzweifelten Statement, triefend vor Frust und unübersehlich im Vollsuff auf einem Handy mit verklebter oder tränennasser Tastatur getippt, wendet sich Reni an die Facebook-Community.
Die Motivation, seine Behausung wieder zu vermieten, die Jagd nach Büsis und die aktuelle Auslastung des Lidl-Parkplatzes in Gailingen könne doch nicht das gesamte Potential dieser Gruppe sein. Bilder allerdings möchte sie auch nicht sehen. Eigentlich weiss sie gar nicht, was sie erwarte, einfach etwas anderes eben.

Seht ihr vor dem geistigen Auge auch das Kleinkind in der Migros vor dem Schokoladenregal? Schreit, als stäke es am Spiesse und wenn der überforderte Papa willens ist, in die Auslage zu greifen, verstummt der Kleine, erkennend, dass die ganze Geschichte eine Wendung genommen hat, auf welche er so gar nicht vorbereitet war. Analog dem Hund, welcher unter Einsatz seines Lebens versucht in die sich drehenden Reifen eines rollenden Fahrzeugs zu beissen und irgendwie aus dem Takt fällt, wenn das Auto steht. Schätze ich, da ich selten bis nie einen Parkplatz betrete, auf welchem Hunde genüsslich an Reifen knabbern.

Die Entwicklung der Gruppe finde ich unterhaltsam, wenn auch von einem steigendem Fremdschämfaktor begleitet.

Irgendwann hat man sie doch gesehen, die Fotos vom Bahnhof Neunkirch mit untergehender Sonne. Kein Grund dieses noch einmal zu präsentieren, auch wenn man dieses mal einen Blendenstern, was immer dies sei, verwendet habe. Und nochmals, dieses mal mit Brennweite 45, 564.
Ein Unding, diese digitalen Filter, welche aus jedem Besitzer eines Mobiltelephones einen Fotokünstler machen, lüstern nach Bestätigung, Anerkennung, aaaahs oooohs und Likes.

Ob wir uns mit Max freuen sollen, dass auf der Breiti wieder eine Metzgerei wäre? Wusste nicht einmal, dass dort jemals eine war, aber vielleicht ist dies der Lebensinhalt, welchen ich bis heute misste.
Eine Metzgerei ist etwas anderes denn eine Wohnung, da sich der gute Max über das Gebaren erbost, der Vermittlung von Mieträumlichkeiten über diese Plattform Vorschub zu leisten, auf den Punkt gebracht; Wer dies pflege sei schlicht kein Schaffhauser. Es widerspricht die soziale Liliane, welche hinter jedem Wohnungswechsel eine soziale Dramatik erkennt, eine gescheiterte Existenz und der letzte Versuch die Sohle eines Jammertals zu verlassen, sich nach der Sonne recken und unterstreicht die Wichtigkeit dieser Anzeigen.
Bestätige ich mit Amen, der Namensvetter verwechselt die Anzeige mit dem üblichen „Weisch wo“-Spiel und textet Kirchhofplatz, während die Jasmin gen der auf der Kanzel stehenden Liliane Beifall zollt.

„Wenn du au uf em ichauf wage vo de Migros geartet hesch und postet hesch“
Obwohl ich eher neben dem Wagen wartete, er einem Verkaufswagen ähnlicher als einem Einkaufswagen sah, die ganze Sache nicht irgendwie geartet war, sondern wir gewartet hatten, stimme ich dem Kontext der Aussage zu.
Dies Entbehren jeglicher Orthografie, mit Grammatik wollen wir nicht erst beginnen, ist nicht mehr Ausdruck unbekümmerter Schreibweise, es schmerzt einfach in den Augen und ich hoffe, dies spiegelt nicht die Sparmassnahmen in Sachen Bildung wieder.
Nichts desto trotz sind 87 Personen entzückt.

Auch auf dem Schaffhauser Flohmi bewege ich mich oft. Soziale Netzwerker verkaufen Schuhe, Lego, Stilleinlagen und wie es scheint, auch sich selbst. So präsentiert Mertcan ein Foto von sich, seiner Schwester oder Mutter. Die Sache ist etwas kompliziert, da es für den unzureichend assimilierten Ur-Schaffhauser nicht erkennbar ist, ob der Name Mertcan eher auf ein Weibchen oder doch ein Männchen schliessen lässt. Dies ist nicht rassistisch, ein ordentlicher Türke wird auch nicht auf Anhieb erkennen, ob der den Walter Peter nun mit Herrn Walter oder Herr Peter ansprechen soll.
Das Foto wird demzufolge mit Fragezeichen und „Öh“ mit anschliessendem Fragezeichen kommentiert, während ein weiterer Namensvetter, mein Name ist zu oft vertreten, ihn oder sie auf dem Bild gerne skalpieren würde, das Haupthaar hat es ihm angetan.

Die alteingesessenen Gruppenmitglieder sind von der modernen Technik des öfteren überfordert, da wird durchaus einmal auf die Vorstellungskraft der Nutzer gesetzt.fbDas Bild muss ich mir vorstellen und die Glocke aus der Erinnerung läuten lassen. Wunderprächtig.

A propos Vorstellungskraft, bisweilen muss man sein versautes Ich wieder zurückdrängen, in etwa, wenn die Zauberfee Perlen mit grossen Löchern oder die Karin einen Entfeuchter sucht.fb-flohmiLasse ich dir zukommen, sobald ich es geschafft habe, ein Paket von 8 Millimeter Länge und vier Millimeter Breite zu schnüren und dies mit einer Marke sowie Adresse zu versehen.

Gestern war ich ein Schaffhauser.
Wohl das erste Mal, seit meiner Aufnahme in die erlauchte Gesellschaft.
Ich hatte keinen Strom. Eine Bedingung, dass man ein Schaffhauser sei, gemäss Susanne. Und genervt sollte man sein. War ich nicht, aber würde ich schon hinkriegen, wenn es auf der Kippe stehen würde. Da brauche ich nur 38 Fotos von Pferdekutschen und Trams anzuschauen, sowie die zugehörigen „weisch no…“-Kommentare zu lesen.

Die Ja, habe Strom halten sich mit den Nein, habe keinen Strom die Waage, als Schuldige wurden vorbeugend die Beringer Laternen an das Kreuz genagelt.
Eine gewisse Dramatik entstand, als dem Jammern und Wehklagen das Aus drohte, weil die Handy-Akkus sich zu entleeren drohten. Ich meine, man kann damit leben, dass man keinen Kaffee aufbrühen kann, aber wenn einem dann noch die Möglichkeit verwehrt wird, diese schreckliche Erfahrung auf facebook zu posten; Nein, irgendwann hat es Grenzen. Es gibt schliesslich Menschenrechte.
Das ganze Spiel dreht sich um 180 Grad, jeder welcher vorhin anmerken musste, dass er keinen Strom hatte, bestätigt, dass er nun wieder Strom hätte.
Es dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein, bis eine Wolke von Eschenz bis Beggingen begleitet wird.

Habe eben eine Wolke gesehen.
Ui sorry, Foto, hihi

Ein Foto wird hochgeladen. Doch nicht etwa das Foto direkt, sondern ein Print-Screen des Handys, dessen Display das Foto zeigt, welches man eben geschossen hat. Nur eben mit Akkustandsanzeige, Netzanbieter, Feldstärke und so weiter.

Voll krass, die Wolke ist am Himmel! (34 gefällt mir)
Wo soll sie sonst sein?
Ey du bist so ein Arsch, freu dich doch einfach!!
Frag ja nur
Jetzt ist sie bei uns!! (3 Likes)
Wo?
Über dem Haus, stehe auf dem Balkon!
Ich meine wo?
Schaffhausen
Echt? Shiiiiit!
Hey, eine Wolke ist am Himmel

Der Max weiss mittlerweile, dass alle Menschen bei Stromausfall Geschlechtsverkehr praktizieren. Also bumsen nennt er es.
Da ich meine Behausung nur mit einem M&Ms-Teddy teile, lassen wir in stillschweigender Übereinkunft diese Art der Krisenüberbrückung bleiben und da weder Internet noch Notebook funktioniert, fällt auch das Alternativprogramm ins Wasser.

In einem nächsten Eintrag bemerkt Michael, dass man ein Schaffhauser sei, wenn man keinen Strom hätte.
Kaum zu glauben, aber die selben sinnentleerten Kommentare sammeln sich auch unter seinem Eintrag.

Dennoch eine Abwechslung, denn mal ehrlich; Irgendwann hat man es gesehen. Die 467 Fotos vom Rheinfall aus jeder möglichen Perspektive. Mal blau mal rot, mal nass mal trocken, bei Nacht und bei Tag. Jedes Foto schöner als das folgende und die Kommentatoren hauen sich die Superlative um die Ohren, als hätten sie dieses Wasserspiel zum ersten Mal überhaupt gesehen.
Dann eine alte Hütte, welche so leider nicht nicht mehr stehe. Der Max, weiss, dass hier ein Tram fuhr, der Köbi kennt den Kolonialladen und gegenüber wohnte der Gspässige mitem dem ledernen Lendenschurz.
Vielleicht für sehnsüchtige Frührentner ganz unterhaltsam, aber irgendwann wirkt es wie ein öder Museumsbesuch mit Tante Trudi am Sonntag Nachmittag.
Zumindest haben die Leute das Ablichten von Bahnübergängen eingestellt und auch die Luftaufnahmen von Kartoffelfeldern aus dem gelben Hubba-Bubba-Flieger sind erfrischend rückläufig.
Es folgen dreihundertachtzehn Fotografien vom Munot. Bei Sonnenaufgang, bei Sonnenuntergang, um die Mittagszeit, in der Nacht.
Zunehmend scheinen sich Leute im kleinen Schaffhausen zu verlaufen. Dann wird ein Stein fotografiert und verzweifelt mit der Überschrift „….wenn weisch wo ich bin“ online gestellt. Doch statt den verlorenen Seelen in die Zivilisation zu verhelfen, liest man nur Oh schön, so läss, will auch und eine Diskussion, warum das Räuberschloss nun Räuberschloss heisse.

Der Urs hat soeben ein weiteres Foto eines Tram online gestellt, der Vital einen Strommasten. Mit Sonnenuntergang. Traumhaft.
In diesem Sinne, ich bin mal weg,

Veröffentlicht unter Hossa, Pub, Vom Leben und gelebt werden | Kommentare deaktiviert für Treffen der Generationen

Warum mich die AL noch immer nicht überzeugt

Unlängst liess ich mich hinreissen, meinen Gefühlen bezüglich einer Alternativen Liste Ausdruck zu verleihen.

Ich freue mich stets, wenn meine Berichte gelesen werden, insbesondere, wenn sich jemand direkt angesprochen fühlt und seine Meinung zu meinen Zeilen kundtut.

al-kommentarDurch die Verwendung mannigfaltiger Fremdwörter die rhetorische Überlegenheit zum Ausdruck bringen und den kleinen Schreiberling in den Senkel stellen.
Für den Studenten gibt es nur eine Reaktion; Was für Fremdwörter?
Der Arbeiter würde nun antworten, zum Beispiel performative Selbstsatire.
Korrigiert mich bitte, so ich falsch liege.
Eine performative Aussage dient dazu, sein eigenes Handeln zu kommentieren, wenn du nun also durch die Migros streifst und die Masse informierst „Nun packe ich diese Schachtel Kondome in den Einkaufskorb“.
Man kann in einem weiteren Schritt anhand einer performativen Äusserung einen illokutionären Akt zum Ausdruck bringen, welcher darstellt, weswegen man eine Handlung vollzieht. „Nun packe ich diese Schachtel Kondome in den Einkaufskorb, weil ich glaube, dass die Menschheit nicht noch mehr arbeitsscheue Studenten braucht“, könnte es erklingen, wenn ein AL-Mitglied in der Migros stehen würde. Obwohl dies natürlich hypothetisch ist, denn die ganze Geschichte müsste sich in einem Reformhaus abspielen und ich weiss nicht, ob diese Kondome führen.
Also, die perfomative Äusserung dient dazu, eine eben ausgeführte Handlung zu beschreiben.

Was der Herr David nun wohl zum Ausdruck bringen wollte, so erklärt, dass auch der Büezer es versteht; Da ich nicht selbst im Fasskeller sass, mir nicht, den Daumen unterm Kinn und Zeigerfinger am Nasenflügel, die Parolen zu Gemüte führte, nicht zehn Meilen in Heilandsandalen gegangen bin und keinen Zivi-Tag im Brocki verbracht habe, habe ich mich mit der Partei als solches unzureichend auseinandergesetzt und disqualifiziere mich mit meiner Darstellung derselbigen quasi selbst. Eine unfreiwillige Selbstsatire, wenn man so will.
Ihr verzeiht, das Adjektiv performativ bringe ich beim besten Willen nicht unter, was nicht bedeutet, dass es falsch ist. Vielmehr steht hier der Büezer gegenüber dem Studenten und da liegt des Pudels Kern.

Es ist keine literarische Weisheit, aber der Köder muss dem Fisch und nicht dem Angler schmecken.
Dass die Alternative Liste eine lockere Studentenverbindung darstellt mag nun eine Mutmassung oder Tatsache sein, es ist völlig irrelevant, denn Fakt ist, die Alternative Liste will sich dem Bürger verkaufen und sollte demzufolge etwas ins Schaufenster hängen, was des Bürgers Neugierde weckt.
Dies stellt natürlich eine Herausforderung dar, da der Student sich vom Proletariat abgesetzt fühlt, die Tatsache leugnend, dass er sich noch im Abnabelungsprozess befindet und wie das mit Nabelschnüren so läuft, irgendwie noch vom Proletariat gefüttert wird. Die Hand welche einem füttert soll man nicht beissen, ist die fütternde Hand jedoch jeglicher Möglichkeit beraubt sich des Jochs zu entledigen, so sie selbst des Futters bedarf, braucht der Wertschätzung nicht weiter Ausdruck verliehen werden.

Im Schaufenster hängt nun, sinnbildlich, der Student und blickt in gewohnter Manier auf den Bürger hinab. Und der Bürger sieht den Studenten, an den Füssen eine Kette von Klischees. Geschmiedet von unzähligen Vertretern seines Bildungswegs. Der Student sieht im Arbeiter einen Proletarier, kaum imstande ein A von einem U zu unterscheiden, worauf dieser im Studenten einen Herren sieht, zu fein einen Schaufelstil in die Hand zu nehmen.

Herr David spricht von abgedroschenen Klischees – ein Pleonasmus, so nebenbei
bemerkt – und er mag recht haben. Da ich nicht beurteilen kann, welche Gestalt ein Bauarbeiter durch die Augen eines Nachzüglers der gebildeten Elite annimmt bleibt mir keine Wahl, als ihm zu vertrauen.
Die Frage stellt sich jedoch; Wer will nun wen gewinnen?

Der Mann hinten auf dem Müllwagen, ohne nun Unterstellung zu betreiben, interessiert sich vielleicht nur flüchtig dafür, ob er nun von einem Herrn Rohner oder einem Herrn Neukomm regiert wird. „Die machen sowieso was sie wollen“ ist fest in jeden Stammtisch eingeritzt. Ebenso, ob nun Gran Purismo wählen darf, oder ob er dazu erst den Einbürgerungsprozess durchlaufen soll.
Studentenkonform müsste man nun sagen; Was interessiert mich der Müllmann, als Politiker ist einem jedoch daran gelegen, eben diesen Müllmann zu gewinnen. Denn sonst wählt er SVP, deren Plakate unmissverständlich sind. Die SVP wie die AL weckt im Proletarier die Urinstinkte. Die einen zielen auf die konservativen Werte, verweisen auf die Zeit, in welcher alles besser war. Natürlich war früher nicht alles besser, wenn man genau recherchiert. Aber dazu hat der Müllmann keine Zeit, er muss nämlich arbeiten.
Auch die AL weckt Urinstinkte. Das Bild des feinen Gelehrten, dessen Schmutz man wegräumen muss. Der sich einen Dreck um den Müllmann kümmert und alles verteufelt was gut war.

Mir wird nun zum Vorwurf gemacht, mit eben diesem grobkörnigen Bildmaterial in meinem verstaubten Kopf zu arbeiten und dementsprechende verwirrte Texte rauszuhauen.
Gut, mag sein.
Aber einen Menschen gewinnt man nicht, indem man ihm sagt, er sei ein blöder Trottel. Obwohl es einem auf der Zunge brennt. Wir sind wieder beim Angler und dem Köder. Es liegt nicht am Wähler, das Klischee aus seinem Denkmuster zu verbannen. Es liegt an der AL, dieses Klischee zu widerlegen, ein neues Bild zu zeichnen und in diesem Punkt scheint mir noch etwas Potential zu stecken.

Veröffentlicht unter Ein Hauch Politik, Kurz nachgedacht | Ein Kommentar

Ein Vermummter, ein Bulgare und ein Hund gehen in’s Herbiland

Nicht, dass ich unter Druck speziell gut wäre, aber jetzt muss alles ganz schnell gehen, bevor der Rotstift durch die Lande zieht.

High Noon in Herblingen, die Polizei flaniert mit schwerem Geschütz durch den Stadtteil. Der Sven will gerne wissen wieso, eine berechtigte Frage.

ueberfall-in-herblingen

Der VbSch (phonetischer Blödsinn, sprich das nur mal aus ohne dem Gegenüber ins Gesicht zu spucken) wurde ebenfalls kontrolliert, weiss Anick.

Um auf Nummer sicher zu gehen schreit Rita hysterisch nach einer Schliessung der Grenzen. Ein Allerweltsmittel. ‚och mit der Zugbrücke, schrien schon die ängstlichen Franzosen.
Sofort werde die Emotionen geschürt, beim dritten Kommentar ist noch niemand einen Deut schlauer warum die Polizei die grossen Pistolen geschultert hat, dennoch steht fest, es muss mit den Asylanten und irgendwelchen Päckchen zusammenhängen. Vielleicht ein Tippfehler, der kann sich schon einschleichen. Halt du mal mit der linken das Handy um dein Spiegelbild abzulichten, spanne mit der rechten deinen Bizeps an und versuche dir einen krampfhaft gleichgültigen Ausdruck aufs Gesicht zu setzen, den Eindruck vermittelnd, du gehst in dieser Pose mal schnell in die Migros, oder zur Tanke ums Eck.
In diesem Fall lädt der Herr vor dem Spiegel uns nach Lampedusa ein, weil da die Ureinwohner in der Unterzahl seien. Damit ist wohl die Herblingerfrage nicht geklärt, aber warum nicht? Sieben Leute sind mit erhobenem Daumen spontan dabei.

Wo in Herblingen, will nun jemand wissen.
Kein Like, die Polizei mit den Pistolen ist bereits in den Hintergrund gerückt.

Dafür versaut uns Rita die Reise nach Lampedusa, denn Lampedusa kommt zu uns. Sie habe sich eben in der Stadt umgesehen, es wäre gleich so weit. Schade, wollte eben packen.

Eine Übung wäre es. Die Lampeduser in der Stadt? Ich solle die Nachrichten lesen. Habe ich leider soeben meinem Wellensittich in den Käfig gelegt.

Alain weiss, dass sie jemanden suchen. Und kommentiert gleich, dass er aber nichts wisse. Mit einem verwirrt-erstaunten Smiley. Zwei Likes.

Stefano macht die Probe aufs Exempel und begibt sich in das Schussfeld.
Er kommt zurück. Sie wollten eben sein Gesicht kontrollieren. Seine Schlussfolgerung, sie suchen jemanden. Der Verdacht erhärtet sich langsam.
Dank der facebook-community für seinen selbstlosen Einsatz; Zwei Likes.

Das bringt aber die Michaela aus dem Konzept, im Intelligenzblatt wäre eine Parade mit Maschinenpistolen angekündigt. Mein Wellensittich sieht kritisch, denke nicht einmal daran, scheint er zu sagen und lässt gezielt einen auf Raffaël Rohner fallen. Ich lasse die SN wo sie ist.

Nun wird es ganz verwirrend. In Ritas Wohnhaus erwähnte nämlich eine Frau gegenüber der Nachbarin, sie müsse die Treppe hochsteigen…
Die Spannung ist greifbar, wir lehnen uns angespannt nach vorne.
Ein Chirurg, und das muss man sich einmal vorstellen, stieg danach mit seinem Mann (ein gspässiges Haus) und seinem Hund die Treppe hinunter!
Daraufhin, Stephen King macht sich Notizen, war der Riegel oben!!
Im nächstens Akt eine Mutmassung; Es hätte wieder eine Person die Treppe hochsteigen können! Hätte, wäre, wenn… Der Stoff aus dem Albträume sind.
Diebe seien überall.

Ja, scheint aus dem Kontext gerissen, aber schlagt nicht den Boten, ich berichte nur.

Eventuell der Obermafiosi, fragt Monica
Nein, ein Chirurg mit seinem Hund und Mann, antworte ich.

Der Sandro, immernoch tiefenentspannt im XS-Shirt vor dem Spiegel im Klo, mutmasst ein Rumäne, ein Bulgare und Banden. Vielleicht meint er Barden.
Normalerweise folgt nun „gehen in eine Bar…“
Kommt nichts. Bis auf zwei Likes.

Tanya erkundigt sich vorsichtig, was lquft.
Keine Antwort, kein Like.

Mirjam hat wer in der Migros gesehen. Und beim Kreisel bei der Landi.
Wir wissen nun nicht ob Chirurgen, Hunde, Barden, Rumänen, mafiöse Italiener, Männer, Preisig oder Rohner.

Nun gehts zur Sache.
Vor der Herblinger Post wollte ein Vermummter einen anderen abknallen. Glaubt Beko. Oder Bex. Ich möchte mich auf Vornamen beschränken, aber ihr erkennt das Dilemma.
Das sind Fakten, das wollen wir lesen!
Er sei danach in Richtung Herblingermarkt geflohen. Ungeschickt, dort sind die rumänischen Chirurgen mit den bulgarischen Hunden. Das kann ins Auge gehen.

Tanya erkundigt sich, wo wir seien. ‚Leck wo simmer au do‘
Im Moment auf dem Fersen von einem vermummten Totmacher in Richtung Herblingermarkt.

Randemörder, fragt Tanya noch weiter.
Wir wissen es noch nicht, aber vielleicht bringt der mafiosi Licht ins Dunkel. Unser Aussenreporter in der Gemüseabteilung?

Mo, ein weiterer Medizinier, vermutet eine Grenze in Ritas Gehirn.

Monica erkundigt sich, ob Schwaben in den Herblingermarkt eingefallen seien. Es wird eng im Foyer, der Ex Libris schliesst das Rollo und Mister Minit schleicht hinter den Vorhang.

Daniela, etwas zögerlich, will wissen, ob sie ihn nun haben.

Weitere um Rita besorgte Bürger, ich überspringe ein paar Zeilen.

Anic weiss mehr. Per Telefon meldete jemand an, er wolle einen anderen jemanden umbringen und wenn er gleich vor Ort wäre auch noch die Post überfallen.
Irgendwie nett, dass er dies ankündigt, so hat es die Polizei doch gleich viel gemütlicher.
Um der Polizei etwas Reaktionszeit zu gönnen, nun weiter die Aussage von Anic, sei der Tunichtgut noch schnell in die Migros gegangen.
Aber er wisse es auch nicht sicher….
Macht nichts, wir saugen es dennoch auf wie ein Schwamm.

Der Alan hat ergänzende Informationen; Einer hätte die Bank ausgeraubt und vielleicht die Post auch gerade. Liegen auch Tür an Tür.

Weiter Anti-Rassismus-Parolen, schenken wir uns an dieser Stelle.

Sandro arbeite bei der Post – sieht gewiss lustig aus, mit Handy vor der Brust und gespanntem Bizeps hinterm Schalter – die Post wurde nicht überfallen.
Wir haben eine Insider vor Ort, die Reporter rücken vor! Harry in der Gemüseabteilung?
Die Dame dürfe aber keine weiteren Informationen geben. Ooooch….

Pause…
Lasst doch mal das Kind nach vorne, es sieht ja gar nichts.
Pause…

Wo stönds? fragt ein Bagger.

Mario sagt, der Kiosk sei überfallen worden.
Eine Fake-Kiosk.
Fragt mich nicht, weiss nicht was das ist.

Franziska macht die Mutti; Vom hören-sagen lerne man lügen. Sagte meine Oma schon. Kann nicht verkehrt sein.
Aber vom hören sagen kann ich auch solch herrliche stupide Beiträge raushauen, also macht weiter!

Der Kiosk scheint aus dem Rennen, denn Nadia war über eine Kollegin quasi Augenzeugin. Zu zweit, oder zu dritt (öffne mal beide Augen), wurde eine Frau am Postomat überfallen.

Ich fasse kurz zusammen:
Ein Attentäter kündigte an, er werde vermummt jemanden vor der Post erschiessen. Danach die Post überfallen, evt. die Bank aber ziemlich gewiss noch den Kiosk. Danach würde er in den Herblingermarkt gehen.
Aber jetzt erst in die Migros…
Schnitt.
Zur gleichen Zeit verlässt in Ritas Block ein Chirurg mit seinem Hund und Mann das Haus. Nachdem jemand an der Nachbarin vorbei das Treppenhaus hochgestiegen ist.
Dramatischer Zoom auf den offenen Türriegel.
Beim Landi-Kreisel treffen sich ein Barde, eine Rumäne, ein Bulgare und gehen in den Herblinger-Markt.

Rahel zieht einen Vergleich der heutigen Menschen, der Mitmenschen in diesem Bericht im Besonderen, zu den Neandertalern.
Ich weiss nicht ob der Neandertaler Ausländer war, wenn ja, dann hätte er für uns die Drecksarbeit gemacht und meine Steuern bezahlt, so der Alessandro. Schade sind die Neandertaler ausgestorben.

Jesse weiss, dass der Schlumpf nun auch noch überfallen wurde.
Also, Post, Bank, Kiosk, Postomat und nun auch noch die Pizzeria. Man kann über Ausländer sagen was man will, aber faul sind sie nicht.

Tobias holt Pop-Corn.
Ich öffne noch ein Bier, mit etwas Pegel schreibe ich besser.

Die Sache wird von Insiderwissen bestimmt. Die Steffi erwähnt gegenüber dem Jovana, dass sie schon wisse, warum die Rahel dem Ausländer in die Suppe spuckt.

Wie soll ich daraus eine Geschichte schreiben? Ich muss auch meinen Batzen verdienen. Bis ich einen Neandertaler habe, der mir die Steuern bezahlt.
Nun geben sich die Protagonisten ordentlich aufs Dach. Der ursprüngliche Text etwas im Hintergrund, geht es nun nur noch um Ausländer. Und wer weiss, wo wessen Haus wohne und wer sich nun wo entschuldigen solle.
Du… Nein du… Aber du zuerst….

Die bezaubernde Isa löst auf. Sachlich und nüchtern.
Ein Überfall am Postomat.

Ich für meinen Teil bleibe bei den Vermummten Bulgaren, dem Überfall auf einen rumänischen Hund, welcher einen Kiosk betreut und mit seinem Schlumpf im oberen Stock bei Rita wohnt. In einer schlüpfrigen WG mit einem Barden.

Das verkauft sich einfach besser.

Herzlichen Dank, liebe Gruppe „Du bist ein Schaffhauser, wenn du… „, bei meiner Pulitzer-Preis-Verleihung erwähne ich euch! Fest versprochen!

 

Veröffentlicht unter Hossa, Pub, Vom Leben und gelebt werden | 5 Kommentare

Presseschau und Kanditaten-Check

Folgendes Szenario; Du sitzt auf einer Parkbank, die Sonne scheint, Vöglein zwitschern und du hast dich soeben in eine geschriebene Schmonzette deiner Liebsten vertieft. Kommt ein Amtsträger des Weges, setzt sich neben dich und wünscht, über den Inhalt besagten rosaroten Briefes in Kenntnis gesetzt zu werden.
Entrüstet wendest du dich ab, packst den Brief ein und schreitest von dannen. Tags darauf findest du ein amtliches Schreiben in deinem Briefkasten. Eine Busse über neunzig Franken. Widerstand gegen die Staatsgewalt. Bis du diesen aufgibst und den Behörden Einblick in besagtes Schreiben gewährst, hättest du nun täglich neunzig Franken zu bezahlen.
Kein Orwell-Vision, Realität in den USA. Solange Yahoo die NSA nicht gucken lässt, hat der Internet-Konzern täglich eine viertel Million Strafe zu zahlen.

Bisweilen frage ich mich, was die EU eigentlich ist. Natürlich, ein Staatenverbund zum Wohle der Gemeinschaft.
Dennoch scheint die Sache irgendwie diktatorisch aufgezogen zu sein. Du musst nicht mitmachen, aber wenn nicht, wird es dir schlecht ergehen. Die Schweiz hat mit fremden Herren seit jeher ihre Schwierigkeiten. Es mag etwas egoistisch sein, aber da es uns Eidgenossen in jeder Hinsicht besser geht als sämtlichen EU-Mitgliedstaaten zusammengenommen sträubt sich der Souverän, diesem Verein beizutreten. Dennoch scheint es unabdingbar sein, dass wir vor der grossen Union stets zu Kreuze kriechen, jeden Volksentscheid rechtfertigen, uns an allen Zahlungen beteiligen und ständig um die Gunst der Amtsträger buhlen.
Es ist eine Mischung aus der Verworrenheit der Sache und mangelndem Interesse meinerseits, was mich in der ganzen Sache nicht richtig durchblicken lässt.
Dass uns jedoch die Osteuropäer, die neuen Mitgliedstaaten erhalten Einsitz im federführenden EU-Kommissariat, nicht direkt wohlgesonnen sind, während das Gesindel aus Ex-Jugoslawien in der Schweiz offene Türen einrannte und wir deren Beitritt zur Union gar noch mit 45 Millionen Franken finanzieren sollen, empfinde ich schon als etwas dreist.

Die Zeitungsfritzen sind besorgt, das Volk schützt den Wald und liest online.
Etwas uneins sind sich die Verleger, ob die Verbreitung der News über das Internet nun die Zukunft ist, oder der wichtige Kunde nach wie vor ein Blatt in den Fingern hält. Man kann sich ein Lächeln nicht verkneifen, wenn „Blick„-Chefredaktor Lüchinger dem Berufskollegen von „Die Welt“ vorwirft, er vermisse bei dessen Online-Verbreitung den Fokus und die tiefer gehende Recherche.

„Masseurin befriedigt Spieler an Meisterfeier“
„Zu Besuch im Puff der Jasserin“
„Kampf für Dirnen – Domina heizt den Politikern ein“
„Da staunt Prinz Charles – Zeigt William hier das Ultraschallbild des Babys?“

Ich bin im Ungewissen, wann sich Blick mit tiefergehenden Recherchen einen Namen gemacht hat, aber angesichts dieser Schlagzeilen bettle ich nahezu um Oberflächlichkeit.
Chefred Somm der „Basler Zeitung“ und Steil von „Focus Online“ sind sich dann auch uneins, ob der Journalismus weiterhin den Anspruch an sprachliche oder inhaltliche Qualität befriedigen soll, oder ob News einfach reisserisch seien sollen.
Nun, im Fall Geri Müller haben gewiss die Schlagzeilen die Quote gemacht. Chefred Patrick Müller der „Schweiz am Sonntag“ setzte sich auch vehement dafür ein, dass er gewissermassen einen übergeordneten Auftrag erfülle, die Öffentlichkeit habe ein Recht darauf zu erfahren, wenn der Nachbar ein Nacktbild verschickt. Meiner Ansicht nach ist für 98% der Schweizer Geri Müller auch nichts anderes, als ein unbekannter Nachbar und inwiefern für die Allgemeinheit Relevant ist, was dieser versendet kann ich nicht nachvollziehen.
Der NZZ-Chefredaktor Spillmann war mit dem Mahnfinger zu Handen der „Schweiz am Sonntag“ vielleicht auch etwas vorschnell, hat die NZZ doch unlängst die Affinität einer Bundeshausangestellten zu Nacktfotos öffentlich gemacht.
Blick-Lüchinger – „Heiss im Bundeshaus – So wild treibts die Porno-Sekretärin“ – sieht sich überhaupt nicht im sprichwörtlichen Glashaus und tritt kräftig nach, im Gegensatz zum Fall Geri Müller, hätte im ‚Bundeshaus-Skandal‘ keinerlei öffentliche Relevanz vorgelegen.

Im Wallis sollen wieder einmal Schad-Wölfe geschossen werden.
Der Mensch ist ein merkwürdiges Wesen. Ein Tier, welches ein anderes Tier tötet, wird zum Abschuss freigegeben. Um dem Homo-Sapiens, welcher erwiesenermassen das gesamte Ökosystem nachhaltig und mit bumms an die Wand fährt, ein unendlich langes Leben zu bescheren, scheut man weder Kosten noch Aufwand.

Angesichts der städtischen Wahlen habe ich festgestellt, dass sich meine Ansichten eher mit den Linken decken. Mit Erschrecken festgestellt.

Bezüglich des KBA-Hard-Debakels gehe ich mit dem dynamischen Duo Rohner/Preisig einig, dass die Regierung sich nicht auf Experimente einlassen soll. Anderseits hätten sich besagte Personen gewiss auch gerne gebrüstet und sich die Nummer 1 ans Rever gesteckt, wenn das NMT funktioniert hätte. Würde er so wohl nie bestätigen; Aber sollte Herr Rohner die Wahl packen, hätte er dies nicht zuletzt seinen Steighilfen Schu und Käppler zu verdanken. Dank deren Rolle in einer Verknüpfung unglücklicher Umstände, konnte er sich zum Retter aufschwingen. Niemals Gefahr laufend, etwas falsch zu machen, denn die Karre steckte schon so sehr im Dreck, das jegliche Einflussnahme von jedwelcher Person nur eine Wendung zum Guten zur Folge haben konnte.

Betreffend dem Konsum von Cannabis, respektive dessen Legalisierung, wendet sich Dr. Rohner klar an die konservative, gesetztere Wählerschaft. Eben jene, welche auch wählen gehen. Bisher wird kaum ein Aschekrümel den Zweireiher beschmutzt haben und das Lindli würde man am liebsten mit Nasenklammer durchschreiten. Daher stützt er sich auf die unumstösslichen Ansichten der WHO, dass Cannabis ein Teufelszeug sei und man Entspannung besser bei Musik, Sport  und der Pflege von Freundschaften finden kann. In meiner Jugend trugen wir eine Picknick-Decke ans Lindli und pflegten bei Musik aus dem Ghettoblaster unsere Freundschaft indem wir einen Joint kreisen liessen. Wir leben alle noch, arbeiten und zahlen Steuern.
Herr Preisig, er kann seine Dienstreisen im Auftrag der Privatwirtschaft nicht genug betonen, war unlängst in den Niederlanden. Dort sind alle krank, schizophren, depressiv und leiden an einer unendlichen Liste weiterer Persönlichkeitsstörungen.
Wir spazierten früher mit einer Picknick-Decke an den holländischen Strand, tranken Bier und pflegten die internationalen Beziehungen indem wir einen Joint kreisen liessen. Lustig und tiefenentspannt. Nun muss ich wohl die Definition von Schizophren und Depressiv nachschlagen.
Die Sportlerin Frau Huber-Ott vertraut bezüglich der Legalisierung des Cannabis-Konsum auf die Urteilsfähigkeit des Normal-Bürgers.

Herr Rohner weist darauf hin, dass die Qualität der medizinischen Versorgung bachab geht, wenn die Krankenversicherung dem Staat obliegt und wir nicht mehr den Verwaltungsapparat von über sechzig Kassen finanzieren. Auch für Herrn Preisig ist es wichtig, dass der Wettbewerb spielt, um die Kosten zu senken.
Für mich als Konsument in Gänsefüsschen – glücklicherweise habe ich keine Ahnung, wie sehr ich meiner Kasse am Herzen liege, wenn der Fall einträte, dass ich ihre Leistungen in Anspruch nehmen müsste – ist der Wettbewerb etwas schwierig zu erkennen. Vom Natel-Abonnement über Internetgebühren bis zur Unterhaltungselektronik und Autoreifen sind die Krankenkassen die einzigen Dienstleister, deren Preise sich trotz Wettbewerb jährlich in die Höhe schrauben.

Selbstverständlich braucht die Schweiz aus bürgerlicher Sicht eine Armee. Ohne Wenn und Aber, „ist so, weil ist so, weil war schon immer so“. Den Ukrainekonflikt als Pro-Argument scheint mir jedoch an den Haaren herbei gezogen, ja, nahezu kontraproduktiv. Stellen wir den fanatischen Rebellen im Adidas-Trainer mit einer AK-47, welche in unserem System wohl mit dreissig Rep-Etiketten versehen ins Zeughaus gebracht würde, gegen einen zwangsrekrutierten Miliz-Soldaten von pazifistischer Gesinnung mit der besten Waffe der Welt, wer würde wohl Fersengeld geben?
Da gehe ich wieder mit Frau Huber-Ott einig, dass die Notwendigkeit der Armee keinesfalls in Frage gestellt werden soll, aber man diese ganze Sache etwas schlauer aufziehen solle. Von den Einsparungen in astronomischer Höhe wollen wir gar nicht sprechen und Ueli müsste dabei weder auf Flieger noch Panzer verzichten.

Und nun muss ich mich Blick-Online widmen. Der Herzogin von Cambridge Kleider sollen nämlich mit Gewichten beschwert werden um Höschenblitzer vorzubeugen.
Themen von globalem Interesse mit Tiefgang recherchiert.

 

Veröffentlicht unter Presseschau, Vom Leben und gelebt werden | Kommentare deaktiviert für Presseschau und Kanditaten-Check