Liebe Hundebesitzer

An meine Blog Leserschaft, welche sich fragt ‚was soll das‘, ich reagiere auf einen facebook-Artikel.

Liebe Hundebesitzer,

auch wenn mir der Begriff Besitzer – ein Lebewesen zu besitzen, an die Leine zu legen und bei Bedarf zu züchtigen, wir besitzen ja auch keine Kinder oder Grossmütter – missfällt, so sind dies nun Haarspaltereien und solche Menschen seid Ihr ja nicht, also mag ich Euch.
Die einen mehr, weil sie eben tolle Menschen sind, die anderen im Rahmen des Respekts, welcher für ein angenehmes Miteinander angebracht ist.

Auch Eure Hunde mage ich, nicht ganz so sehr wie Katzen, aber ich bringe ihnen denselben Respekt entgegen wie jedem vierbeinigen Lebewesen, was bedeutet, eine ordentliche Schippe mehr als den auf zwei Beinen aufrecht gehenden Spezies. Und zwei Schippen mehr als den züngelnden, kriechenden. Die machen mir Angst.

So bedanke ich mich artig, so der Hund zur Seite und ins Platz gelegt, wieder etwas gelernt, wird, wenn ich keuchend wie Thomas die Lokomotive vorbei renne. Ja, dies ist keinesfalls etwas selbstverständliches, auch wenn ich es die letzten Jahre zu meinem Entzücken immer häufiger erfuhr und stets aufs neue dankbar bin.
Wenn ihr den lieben Vierbeiner am Halsband packt bis ich vorbei bin, fühlt es sich an, als wurden mir mal eben ein paar Minuten Leben geschenkt.

Denn die Krux an der Sache ist; Hunde hassen mich. Die meisten. Speziell die grossen. Ausser Bernhardiner und Berner Sennen. Und Neufundländer. Aber sonst alle. Vielleicht die Labrador auch nicht.
Ich weiss, ein Tier würde niemals grundlos jemanden hassen, daher muss es an mir liegen. Leider haben Menschen welche keine Tiere halten, aus Prinzip oder welchen Gründen auch immer, soviel Ahnung von Tierpsychologie wie meine Oma vom Einrichten eines superschnellen Hypergiganetzwerkes. Da sind wir etwas auf Euer Verständnis angewiesen.

Wenn nun also ein Hund auf mich zustürmt, die Lefzen hochgezogen, Zähne fletschend, mit wildem Ausdruck in den Augen, so beruhigt mich der Ruf des Herrchens „Er will nur spielen“ nur bedingt. Auch achte ich nun nicht darauf, ob er dabei mit dem Schwanz wedelt oder nicht, dies soll anscheinend auch ein Signal für irgendwas sein. Katzen wedeln eben nicht mit dem Schwanz. Mir ist eigentlich nur daran gelegen Land zu gewinnen, was den Hund nur noch  mehr motiviert und der ist beileibe schneller, auch wenn ich wiederum motiviert bin, an Tempo zu zulegen.
Ich weiss nicht, ob ich Barry nun anstarren soll oder nicht. Ist es Provokation oder nutzt er die Chance, wenn ich den Kopf abwende, um zum tödlichen Angriff über zu gehen?
Katzen drücken ihr Vertrauen aus wenn sie den Kopf abwenden und erkennen dieselbe Geste beim Menschen an. Irgendwie einfacher.

Wird das Herrchen nun doch unruhig oder kann mittlerweile meine Adrenalin ebenfalls riechen, erklingen Ausrufe wie schhhhhhhhhh, pfui, daher oder aus! Gerade beim letzteren richte ich einen Blick auf meine Gliedmassen, muss ich doch davon ausgehen, dass er schon etwas in seinem Mund hat, warum soll Herrchen sonst aus! rufen.
Diese ganze Reaktion lässt mich natürlich beim nächstenmal „er will nur spielen“ nur noch mehr zweifeln.

Nicht dass ich dem Tier nun einen Strick drehen möchte, aber nachdem er festgestellt hat, dass ich weder Herrchen an die Gurgel will, noch seine Hütte anzünden möchte und Herrchen vom vielen Schhhh beinahe einen Knopf in der Zunge hat, könnte er es doch gut sein lassen.
Für einen Nicht-Hundepsychologen ist es daher schwierig zu verstehen, dass man weiterhin umrundet wird und das Tier stets bemüht ist, sich hinter mich zu begeben, wo ich es nicht unter Kontrolle habe. Da knurrt es weiter und ich kriege die Halskehre und laufe in Türrahmen.
Soll ich ihn einsperren, klingt es derab häufig von den verständnisvollen Hundebesitzern. Eigentlich nicht, das wäre mir nicht recht, denn es ist mir bewusst, dass ich mich auf seinem Territorium bewege und es deucht mich falsch, wenn er deswegen eingesperrt wird. Speziell, wenn wenn ihm noch die Leine in die Seite gehauen wird oder er einen Klapps auf den Kopf erhält. Und dies geschieht beileibe nicht selten.

Nur bin ich da natürlich etwas ratlos. Katzen fauchen, wenn sie sich bedroht fühlen und wehren sich, wenn man sie physisch angreift. Ich habe noch nie gehört, dass eine Katze einem Menschen in die Achillessehne beisst oder ihm ins Gesicht springt, weil er mal eben in Herrchens Wohnung gekommen ist.

Zu guter Letzt, es gibt auch Hunde, mit denen ich ganz gut kann. Zu gut.
So gut, dass sie ihre Vorderpfoten auf meine Hüfte legen und beginnen ihren Unterleib gegen meine Waden zu hauen.
Ekstatisch hechlend mit wirrem Ausdruck in den Augen.
Meine Güte, was um Himmels willen soll das? Ich bin nicht übermässig behaart, noch kann ich mit ähnlich positionierten Körperteilen wedeln oder veströme irgendwelche Pheromone. Ganz allgemein habe ich so überhaupt keine Ähnlichkeit mit einem Hund und es käme mir im Traum nicht in den Sinn eine Katze zu rammeln, weil sie mir schnurrend um die Beine streicht. Der Katze übrigens auch nicht.
Wohl fürchte ich dabei nicht um mein Leben, aber der Peinlichkeitsfaktor, bei Herrchen und bei mir, ist immens hoch.
Nur beim Hund nicht, der fleissig rammelt, bis er die Leine in die Seite kriegt. Was mir wiederum nicht recht ist.

Liebe Hundebesitzer,
vielleicht versteht ihr den Nicht-Hundebesitzer einfach falsch. Es ist nicht, dass wir euch oder die Tiere per se nicht verstehen. Wir sind einfach überfordert.

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Presseschau zum Wochenende

Abteilung First World-Problems.

Die Schaffhauser Nachrichten widmet eine halbe Seite der Samstagsausgabe zehn leeren Weinfässern.
Illustriert mit drei Fotos.
Ein erschütterter kleiner Mann mit Hut, welcher in Knickerbocker und Kniesocken wie ein Säntis-Tourist aus dem grossen Kanton wirkt. Hätte er da nicht diese Rüschenbluse mit Pumpärmel unter der Weste und diesen unendlich traurigen Gesichtsausdruck über selbiger.

Da standen besagte Fässer in einem Keller einer anscheinend renovierungsbedürftigen Liegenschaft.
Oder wie es die Denkmalschützer und Ewiggestrige nennen; Ein um jeden Preis erhaltungswürdiges, zu schützendes Gemäuer und wir wissen, wenn ihnen etwas gefällt, nehmen Hobby-Historiker und die Denkmalpflege sich an den Händen und erklären es für heiliges Gebiet. Von einer Freske in der Rumpelkammer einer Kirche bis zu einem Haufen alter Fässer im Keller einer Wirtschaft. Von diesem Moment an ist kein Aufwand zu gross, dieses Zeugs zu erhalten. Wobei sich der Aufwand der Denkmalschützer darauf beschränkt Regeln zu erlassen. Man dürfe in der Nähe dieser Reliquien nicht einmal zu heftig atmen, nachdem man eine Pizza mit ordentlich Knoblauch vertilgt hätte und es hernach den Handwerkern obliegt, auf Samtpfoten um das Objekt zu schleichen.
Während also die Eigentümerin der Liegenschaft mit angehörigem Keller dem Bückiträger in Knickerbocker gestattete, den Keller jedwelchen Interessenten zu zeigen, bis dieser eben dem Umbau zum Opfer fallen würde, wollte dieser gleich einen Schritt weitergehen und die alten Bretter der Nachwelt erhalten. Wer sich immer mit Fuchsschwanz oder Laubsäge diesen Fässern nähern wollte, wäre ein Wahnsinniger ohne Bezug zu Schaffhausen, Geschichte und überhaupt.
Heute Bedarf es furchtbar wenig um, zumindest mental, ausgewiesen zu werden.
Unser Ritter im Zweireiher, Dr. Raphael Rohner, liess per elektronischer Brieftaube verlauten, dass keine unwürdige Hand diese Dauben berühren dürfe und wollte sich gleich mit den wichtigen Köpfen der Regierung kurz schliessen.

Der Amtsschimmel, derart in Bewegung versetzt, trifft sich nun bei der Liegenschaft.
Ein Abteilungsleiter des Hochbauamtes, ein Abteilungsleiter für Immobilien, ein Finanzreferent und ein Bückiträger mit Hut – der Stadtspräsident-Aspirant war leider im Ausland, sprich im Thurgau, aber im Geiste dabei – stehen also nun im Keller vor einem Haufen Cheminee-Holz und kratzen sich am Kopf.  Ein rasender Reporter des Intelligenzblattes macht sich Notizen und ein Fotograf lichtet die Szene ab.
Was war geschehen?
Während man auf der Verwaltungsebe – wir sprechen von fünf involvierten Instanzen, den Knickerbockerhosenträger nicht mitgezählt – noch auf dem Bleistift kaute weil ein elementares Mitglied der Denkmalpflege im Urlaub weilte und daraufhin das Schema F vollends durcheinander brachte, zückte Paco der Abbruchspezialist die Laubsäge und verfuhr nach erteiltem Auftrag.
Als die Schlipsträger sich eben den Schaum des Mittagskaffe aus dem Schnauzer tupfen und die ganze Angelegenheit staatskonform am liebsten auf die lange Bank schieben würden, stapelt Paco die mundgerecht verarbeiteten Fassdauben zum Abtransport. In der Privatwirtschaft wird man nunmal nicht für die blosse Anwesenheit, sondern für geleistete Arbeit bezahlt.
Paco wird als Wahnsinniger betitelt, der Bückiträger stampft wie Rumpelstilzchen, die Amtsträger zucken mit den Schultern und der mittlerweile, eigens angereiste, Stadtpräsident-Aspirant bemerkt trocken; Murphys-Law.

Die untere Hälfte der Seite 17 wird einer ZHAW-Studentin zur Verfügung gestellt. In den Schaffhauser Nachrichten darf sich zur Sauren-Gurken-Zeit und überhaupt immerdar jeder präsentieren, welcher die Meinung lebt, er hätte etwas von globalem Interesse zu berichten. Abgesehen von Walter Vogelsanger’s witzigen Anekdoten werden uns moralische Vorträge gehalten. Pentti Aellig pflegt eher zurückhaltendes, konservatives Gedankengut, während die Linken und Grünen mir ein ewiges Leben im Fegefeuer predigen, wenn ich meine Hecke vogelfeindlich zurückstutze, oder meinen Rasen in einem englischen Stil halte und die Ringelnatter ihres natürlichen Lebensraumes beraube.

Studenten nutzen gerne ihre freie Zeit um in die Politik zu gehen. Der arbeitenden Bevölkerung zu erklären, wie der Alltag so funktioniert.
Dreizehn Wochen Ferien und noch keinen Handstreich zum Bestreiten des eigenen Unterhalts getan, weiss Sereina Fürer ganz genau, wie sich postferiale Depression anfühlt. Weil der Campari im eigenen Garten eben anders schmeckt als im italienischen Strandkaffee.
Beim Geniessen desselbigen kommt man als Grüner schon auf die Idee, es wäre eigentlich toll, wenn keine Autos fahren würden und man direkt an den Rhein sitzen könnte. Vielleicht würde man das EW auch gleich abreissen, denn seit dem Wasserstau guckt ein Fisch nahe Stein am Rhein immer so unglücklich. Selber hat man den Strom aus der Steckdose und sowieso das GA, eigentlich braucht man kein Auto.
Vielleicht könnte man eine Demonstration anzetteln, überlegt sich die offensichtlich gelangweilte, am Campari nuckelnde Studentin. Eine Vision von zehntausend durch die Altstadt und am Rhein entlang zuckelnden Schaffhausern formt sich im postferialen, depressionsgeplagten Geist.
Würde dies keinen Erfolg haben, könnte man sich auf der Rheinuferstrasse zum Campari-Nuckeln treffen und den Autos einfach die Durchfahrt verwehren. Diese Aktion wäre dann zu wiederholen, bis man seinen Kopf durchgesetzt hat, niemand mehr Auto fährt und Frau Fürer nach dem Verlassen des Zug keine postferialen Depression mehr verspürt.

In welcher Welt leben diese Studentenpolitiker eigentlich.
Dass zehn Zimmermänner morgens gegen 5 mit einem Firstbalken auf den Schultern losmarschieren, um ohne Automobil auf der Baustelle zu sein? Oder der Dachdecker eine Palette Biberschwanz-Ziegel zu den Bürogummis in den städtischen Bus stellt und bei der Haltestelle Herbstäcker wieder aussteigt?
Bohnen von glücklichen Kaffeepflückern wird auf einem Eselchen geliefert und die Schafe kommen in den WWF-Shop um geschoren zu werden.

Vielleicht sollten Politiker grundsätzlich ein Praktikum in der richtigen Welt absolvieren, ihren Unterhalt im Schweisse ihres Angesichts verdienen, bevor sie dem Volk ihre Version von einer heilen Welt mit Marshmellow-Wölkchen, singenden Schäfchen und einer einzig grossen Party mit tanzenden und Poncho-tragenden Hippies aufs Auge drücken wollen.

schlaraffenland

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Hausfrauen am Anschlag – Burn-Out-Alarm!

Unser Buääh des Tages geht heute an die Hausfrauen.

So, steht ihr bequem auf den Barrikaden? Dann löscht doch die Fackeln, bevor Ihr Euch die Finger verbrannt, hockt Euch hin, stellt das Gezetter ein und lauschet.

Ich kenne keine Hausfrauen, ich bin ohne Mutter aufgewachsen – och du Armer – und eigentlich überhaupt nicht qualifiziert, mir eine Meinung zu bilden. Aber glücklicherweise muss man dies in der heutigen Zeit auch nicht sein, soziale Medien und Blogs kennen kein Lektorat und das Schlimmste was einem passieren kann, ist die Sperrung in einer Gruppe. Pony M. mag mich nicht und ‚Du bist ein Schaffhauser, wenn…‘ bin ich zu politisch. Oder zu rassistisch. Oder beides zusammen. Wer weiss das schon.

Wer sich nicht betroffen fühlt, braucht sich nicht an die Nase zu fassen und kann getrost über diesen widerlichen Ableger der klassischen Hausfrau spotten und mit dem Finger zeigen. Denn was gewiss ist, sie sind da draussen zu finden.

Ganz grosse Bewunderung hege ich für meine Grossmutter selig. Die schleppte Wellen in ihren Kachelofen. Für die Stadtmenschen; Wellen sind zu Bündeln geschnürte Äste, welche als Ganzes in den Ofen geschoben wurden und so im Winter für wohlige Wärme sorgten. Anstelle der Zentralheizung. Die brauchte man nicht, ich erhielt eine Federdecke, so voluminös, dass wohl eine ganze Gänsefarm ihre Daunen gelassen hat.
Dank der meterlangen Streichhölzer durfte bisweilen sogar ich den Holzstapel anstecken; Schande über mein Haupt, früher hatte ich fürchterlich Respekt vor Feuer.
Es war eine spezielle Ehre, das Zündholz in den Zeitungshaufen zu stecken. Der Draht, welcher die Wellen zusammenhielt und später die Nylonschnüre wurden einfach mitverbrannt. Krähte kein Hahn danach.
Wenn Grossmutter keine Wellen schleppte, schob sie ein Schubkarre durch die Länderein, hob einen Teich aus, fällte einen Baum oder zog die Sense durch das Gras.
Nebenbei hat sie fünf Kinder gross gezogen und einen guten Job gemacht, wie man heute sagen würde. Zumindest bei zwei Fünftel davon. Bei den anderen hätte Opa wohl besser in besagten Wellenofen geschossen.

Würde ich ihr heute gegenüber sitzen, den 20-Minuten-Artikel vor uns, müsste ich dieser weitgereisten und lebenserfahrenen Frau wohl erklären, was ein Burn-Out sei, obwohl sie einige Zeit in England verbracht hat. Ich würde wohl angehalten, den Mund zu halten und sie würde draussen ein neues Gartenbeet anlegen.
Bei gefrorenem Boden, mit einem Rock in Gummistiefel im Schnee stehend.

hausfrauen-burnoutDie perfekte Hausfrau zu mimen UND dabei gut auszusehen, nennt eine der 20min-Redaktion bekannte Hausfrau, sei dabei die Hauptproblematik.
Zudem wüssten die Männer den Einsatz nicht zu schätzen, schenkten am Muttertag eine Küchenmaschine und die Kinder machen allenfalls einmal im Jahr ein Frühstück. Sie hätten keine Jobsicherheit und die Scheidungsrate sei hoch.

Gut, das Kinder erziehen fällt bei mir weg. Ansonsten habe ich dieselben Pflichten wie eine Hausfrau. Ich wasche, bügle, koche, putze, kaufe ein und koche. So ganz nebenbei arbeite ich noch 100 Prozent. Wertschätzung für meine zusätzlichen Arbeiten erhalte ich nur, wenn ich mir selber auf die Schulter klopfe, die Küchenmaschine muss ich mir selber kaufen und das Frühstück wird mir noch nicht einmal am Muttertag kredenzt. Wohl muss ich während des Putzens nicht adrett erscheinen, aber ganz grundsätzlich sollte ich schon darauf bedacht sein, nicht aus dem Rahmen zu fallen, es sei denn, ich möchte auch die nächsten 40 Jahren noch alleine bleiben.
Allerdings arbeite ich dieser Gefahr nicht direkt entgegen, indem ich solche Artikel verfasse.

Sind Kinder ein solch auszehrendes Übel?
Ich will beileibe nichts unterstellen, aber ist dies nicht eine Überlegung, welche man machen sollte, bevor man sich dem Zeugungsakt hingibt.
Vielleicht sind Kinder eigentlich ja schon ganz knuffig, wenn sie nur nicht so… was auch immer.
Drehen wir die Jahre etwas zurück, hatte man Kinder nicht nur weil sie knuffig waren. Kinder waren eine existenzielle Sache. Deswegen hielt man sich davon auch gleich ein paar mehr. Waren in der Anschaffung an sich auch ganz günstig. Korrigiert mich, aber dieser Meute wurden gewisse Regeln vorgegeben und dies anscheinend erfolgreich.
Ich würde gar behaupten, früher waren die Kinder weniger beaufsichtigt als heute und dennoch verhielt man sich anständiger. Hat gewiss damit zu tun, dass Eltern nicht die Überzeugung lebten, kleine Engel zu züchten, sondern sich gewiss waren, dass diese durchaus auch einmal Unfug trieben und die Nachbarn oder Lehrer nicht den kleinen Schatz anschwärzen wollen, sondern dieser wohl wirklich das Gartentor ausgehängt und versteckt hatte. Meine Grossmutter selig pflegte daraufhin einen Kuchen zu backen und der Sünder musste sich damit bei den Nachbarn entschuldigen gehen.

Aber dies würde heute wohl trotz Kitchen-Aid und Oetker-Kuchenmischung den Rahmen sprengen. Die moderne Hausfrau wird kaum mehr Zeit dafür finden. Da ist es ganz gut, dass der kleine Engel keinen Unfug treibt und die Nachbarn lügen, dass sich die Balken biegen, wenn sie das Gegenteil behaupten.

Mir wurde seit 30 Jahren nicht mehr hinterhergewischt – och du Armer – ich kann nicht beurteilen, ob Männer diese Dienstleistung schätzen. Etwas chauvinistisch würde ich gar behaupten, wenn ich inklusive Pendeln elf Stunden bei der Arbeit wäre, nach Hause käme und müsste mit der Heugabel den Hausflur räumen um die Wohnung zu betreten, unter Windeln den Küchentisch suchen und erst eine Kaffeetasse abwaschen, würde ich mir die scheue Frage gestatten, was denn heute so los war.
Anderseits kann ich mir auch lebhaft vorstellen, dass ich daraufhin beim Damenkränzchen unten durch wäre und ein verdammter Macho sei.
Danke Alice, die Rollenverteilung – ich sichere das Überleben in finanzieller Hinsicht, du hälst das Haus in Schuss – ist überholt. Heute ist klar, dass der Mann auf der Arbeit die Füsse hochlegt, während das Managen eines kleinen Familienunternehmens, politisch korrekte Bezeichnung für Hausfrau, ein 200-Prozent-Pensum ist. Mindestens! Daher ist es mehr als nur angezeigt, dass der Mann sein Pflichtenheft wahrnimmt und nach dem Arbeiten zuhause die Schürze umbindet und einmal durch die Wohnung wischt.
Es ist wohl völlig natürlich, dass dabei die Wertschätzung für die, für den chauvinistischen Laien nicht klar erkennbar, geleistete Arbeit während des Tages etwas aussen vor bleibt.

Die Jobsicherheit drückt auf das Gemüt.
Wäre Hausfrau und Mutter ein Job, könnte man ja einfach kündigen und sich etwas anderes Tolles suchen. Ist es aber nicht. Nein, es ist viel besser! Daher verstehe ich das mit der Jobsicherheit nicht ganz.
Wenn die Hausfrau die Nase voll hat, jagt sie den Erzeuger zum Teufel.
Fortan nimmt er seine Pflichten mittels eines monatlichen Checks war und Mutti kann sich neu orientieren.
Die Kinder und der Haushalt müssen schon ganz ordentlich vewahrlosen, bevor einmal ganz sanft von Amtes wegen hinter vorgehaltener Hand leise überlegt wird, ob sie ihre Verantwortung auch gewissenhaft wahrnimmt.

Mol, da haben es die Männer schon einfacher.
Gut, sie müssen sich der schwierigen Wirtschaft stellen, buckeln bis zum niederknien und wenn sie schon knien gleich in einige Hintern kriechen. Nur um ihre Stelle zu behalten. Die Stelle, welche so sicher ist wie ein Waffenstillstand im Gaza-Streifen. Sie müssen die Stelle behalten, damit die Familie existieren kann, damit man nicht verhungert, Mutti sich dann und wann ein hübsches Kleidchen kaufen und die Familie in Urlaub fahren kann.
Es muss immer genug Geld fliessen, denn ansonsten guckt sich Mutti gleich nach einem stärkeren Zufluss um und Papa kann fortan eine Einzimmer-Mansarde bewohnen, weil sein letztes Hemd für Alimente und Unterhalt drauf geht.

Straft mich lügen, aber eine sicherere Stelle als Hausfrau und Mutter gibt es nicht und das Bewerbungsgespräch dafür ist der reinste Erholungsurlaub. Sich etwas umwerben lassen, fünf Minuten diesen schwitzenden Ochsen auf sich spüren und man ist versorgt.

Herrlich unromantisch, ich weiss, und ich habe ja keine Ahnung wovon ich rede.
Aber die Scheidungsrate und die Unlust junger Männer zur Familiengründung spricht nunmal diese Sprache.
Und nicht zuletzt versucht man die unmotivierten, potentiellen Familienväter in die Pflicht zu nehmen, indem man sie an ihre Verantwortung gegenüber Staat und Altersvorsorge erinnert. Dies kommt ja wohl auch nicht von ungefähr.

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Das KBA-Hard Debakel geht in die dritte Runde

Die Schlacht ist von neuem entbrannt.
Zwischen Herrn Schu und der Stadt, vertreten durch Stadtpräsident-Aspirant Raphael Rohner, wird der schwarze Peter munter hin und her geschoben.
Herr Rohner verlegt sich auf das zitieren der Gutachten und der Aussicht auf eine Vorlage „wie weiter“ welche bis Ende Jahr vorliegen solle.

Wir dürfen nicht vergessen, Herr Rohner hat die Manschettenknöpfe gelöst, die Ärmel hochgekrempelt und die ganze Sache angepackt. Endlich Nägel mit Köpfen machen.
Den Betrieb still gelegt und in der untersten Schicht der Belegschaft der KBA-Hard etwas ausgemistet um die Ausgaben tief zu halten.
Unser Ritter im Zweireiher.

Von Herrn Käppler spricht kein Mensch mehr, die Position des Sündenbocks scheint mit Herrn Schu ganz gut besetzt. Ist auch keiner von hier. Da gehen keine Wählerstimmen flöten.

Zitat Herr Rohner ‚in einem Rechtsstreit ist es kaum hilfreich, wenn man ihn in der Öffentlichkeit austrägt‘.
Nun, meine Erfahrung mit Rechtsstreitereien sind sehr beschränkt, doch würde ich behaupten; Zuviel des ganzen Debakels wurde im dunklen Hinterzimmer behandelt, wir stehen nun vor dem nicht sehr erbaulichen Resultat. Warum nicht einfach die Sache öffentlich zum Abschluss bringen? Vielleicht kann die Bevölkerung daraus lernen, was sich positiv auf kommende Budgetentscheidungen auswirken kann. Letztendlich haben wir unser Geld der Regierung anvertraut, sie möge damit eine gute Kehrrichtbehandlungsanlage bauen. Die Regierung, nicht Herr Schu, ist unser Ansprechspartner.
Natürlich, die Bevölkerung kann nicht in alles mit einbezogen werden, ein gewisser Bildungsgrad und Kenntnisse der Materie muss wohl vorausgesetzt sein. Aber eine ‚Milchbüechli‘-Rechnung bringen auch wir zustande und vielleicht könnten sich die Politiker auch einmal ausserhalb der Wahlen sich bemühen, uns alles verständlich darzulegen.

Ich darf doch behaupten, mich mit der ganzen KBA-Hard Sache etwas befasst zu haben, da scheinen mir doch noch einige ungeklärte Fragen im Raum zu stehen.

Wir wollen nicht vergessen; Nicht Francesco auf der Strassenwalze verschwendet unsere Steuergelder, es ist die Regierung, welche entscheidet, dass der Belag aus Blattgold bestehen muss.
Nur als Metapher, um niemandem ans Schienbein zu treten.

Der Öffentlichkeit wurde nie mitgeteilt, wer an dem Umbau alles beteiligt war, in welcher Art und Weise auch immer.

Es ist nicht bekannt, wer die Meldung der Kostenüberschreitung ignoriert hat. Wir wissen nur, dass diese auf die lange Bank geschoben wurde, weil es sich – Zitat – „um eine ausserordentlich schwierige Materie handelt“ und es – Zitat – „aufgrund der Komplexität der Fragestellung noch etwas dauert“.

Es ist nicht bekannt, wer bestehende Anlagen besichtigt und entschieden hat, dass ein Nicht-Funktionieren des NMT vernachlässigbar wäre.
Heute stellt man Herrn Schu wegen genau diesem Mängel an den Pranger.

Es ist nicht bekannt, wer aufgrund der Kostenüberschreitung entschieden hat, dass minderwertige, gebrauchte Materialen verwendet werden sollen.
Doch heute wird Herrn Schu deswegen einen Strick gedreht.

Zu guter Letzt wurde die Neutralität des Gutachter Gottschalks erneut hervorgehoben. Es bestünde keine Verbindung zwischen der Stadt Schaffhausen via Etawatt zur Powerfarm Holding GmbH.
Überzeugt mich noch nicht, solange die Powerfarm Holding AG noch im – pardon – Schaffhauser Wirtschafts-Filz integriert ist und der Öffentlichkeit nicht bekannt gegeben wird, wer bei der KBA-Hard alles die Hand aufgehalten hat.
Nicht zuletzt sitzen dieselben Personen bei der Firma Etawatt AG und der Powerfarm Holding AG in Entscheidungspositionen.

Wenn man nichts zu verbergen hat, warum hält man mit solchen Informationen hinter dem Berg?
Gerne würde ich noch hinzufügen „und bietet Stoff für wilde Spekulationen“.
Aber genau dies wird auch unterbunden. Es scheint mir sehr fein gefiltert und hübsch präsentiert, was der Leser der Schaffhauser Nachrichten über das KBA-Hard-Debakel zu wissen und letztendlich zu Denken hat.

Herr Schu erwägt eine Zivilklage gegen die Stadt wegen Verleumdung und Rufschädigung. Herr Rohner betrachtet es als seine Aufgabe, solcherlei Ankündigungen gelassen entgegen zu treten.
Verständlich.
Auf der einen Seite steht ein Mann, der um seine Existenz kämpft, auf der anderen Seite eine Meute gewählter Volksvertreter, welche mit einer nie versiegenden Geldquelle bis zum Sankt Nimmerleinstag prozessieren kann.don-quijotteIch beabsichtige hier nicht die Helena Fürst zu markieren, noch bilde ich mir ein Urteil.
Doch lasse ich mich nicht für dumm verkaufen und lasse mir ungern eine vorbereitete Meinung in den Mund legen.

Entgegen Herrn Rohners Ansicht behaupte ich, es wäre durchaus interessant, wenn dieser Rechtsstreit in der Öffentlichkeit ausgetragen würde.

 

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Schaffhauser, mit und ohne Hintergrund, im Sandkasten

Da will ich gar nichts schönreden, ich bin ein unverbesserlicher Ignorant. Irgendwann hat man die Berichte über sich prügelnde Kinder der Wüste gelesen, es verliert an Bedeutung. Dazu, gestehe ich auch, es ist soweit weg und wir haben hier schliesslich jede Menge First-World-Probleme.
Ich bin nicht stolz darauf, aber so ehrlich es zuzugeben.

Die Nahostkrise kurz erklärt, ich hoffe weitgehendst objektiv zu bleiben.

Da gibt es diesen kleinen Flecken Land, nennen wir es Israel, verschwindend klein. Dort lebte schon der fleissige Jude Ephraim, der stolze Römer Julius und der Wüstensohn Ali-Baba.
Zur Zeit des ersten Weltkrieg hatte dort Ali Baba sein Zelt aufgeschlagen und dachte es wäre eine gute Idee, dem deutschen Reich etwas zur Hand zu gehen. Die Briten als gegnerische Streitmacht waren darüber nicht so erbaut und da sie als Sieger aus dem ersten Weltkrieg hervorgingen und General Allenby sich sowieso gerade in Agypten die Sonne auf die blasse Haut schienen liess, spazierte er kurzerhand in Palästina ein. So hiess der Wüstenfleck zu dieser Zeit.
Einige Jahre später begann man in der westlichen Welt Ephraim und seine Söhne zu verfolgen. Da regte sich der Wunsch, es wäre doch nett ein eigenes Fleckchen Land zu haben, vor 2000 Jahren siedelte doch Urgrossvater Kishon in Palästina.
Die Briten finden dies eine hübsche Idee und da sie immernoch die Besitzer dieses Fleckchens waren, gestatteten sie den Juden, sich da heimisch einzurichten, worauf jeder Jude uneingeschränkt in das neue Heim einziehen darf. Doch Ephraim hat noch nicht einmal sein Köfferchen ausgepackt, als Ali Baba sich zu Wort meldete, nicht zu Unrecht, denn der selbe Flecken Land wurde schon ihm zugesprochen. Unbeirrt beginnen die Juden sich etwas einzuleben und bitten die Araber doch etwas zur Seite zu rücken. Dies wiederum behagt den Arabern so gar nicht, denn eigentlich waren sie zuerst hier und hätten niemandem Böses getan.
Den Briten wird das Ganze hin und her etwas unangenehm, sie ziehen sich zurück und bestellen die Vereinten Nationen auf den Platz ‚Bringt hier mal Ordnung in das Chaos, wir sind beim Tee‘. Die UN geht das Thema ganz rational an. Ephraim kriegt die eine Hälfte, Ali Baba die andere. Ephraim findet eine feine Sache und packt weiter aus, Ali Baba fühlt sich ungerecht behandelt und ruft seine Freunde aus den umliegenden Ländern um Hilfe an.
Kurzerhand erklärt Ali Baba dem Ephraim noch am selben Tag den Krieg.
Ephraim hat schon die Anzüge in den Schrank gehängt und so gar keine Lust wieder zu packen, also hebt er schon etwas sauer den Fehdehandschuh auf und erringt prompt den ersten Sieg.
Es folgen Kriege um Kriege, Israel behält die Oberhand und die Armeebestände der Palästinenser, also Ali Baba und seine Freunde, gehen langsam zur Neige, bis die gesamte Armee aufgerieben ist. Daraufhin greifen die Palästinenser auf den etwas günstigeren, aber eher unehrenhaften Terrorismus zurück.
Wie es so im Krieg halt läuft verliert man ob der Siege die Übersicht und plötzlich hat Ephraim mehr Land, als ursprünglich von der UN zugesprochen. Bevor ihm Ali Baba diese Errungenschaft streitig machen kann zieht er hurtig eine Mauer drum herum.
Mittlerweile hauen sich nicht mehr die Soldaten im offenen Konflikt die Schädel ein, man bewegt sich auf politischem Terrain.
Palästina soll sein eigenes Gebiet erhalten, so leben alle in Frieden, aber über den Anteil am Sandkasten sind sich Ali Baba und Ephraim schon wieder nicht einig.
Bevor das geklärt ist, macht Ephraim hinne und die Siedlungen schiessen wie Pilze aus dem Boden. Leider auf dem Land von Ali Baba, was er so nicht gutheissen kann. Man gibt sich wieder auf die Nuss.
Irgendwie muss man diesem Kriegstreiben einen höheren Wert verleihen. Man macht einen heiligen Krieg daraus. Schliesslich ist da Jerusalem, darin die Klagemauer der Juden und der Tempelberg der Muslime. Sofort haut man sich die Köpfe ein, wem diese Stadt nun gehören soll.
Zu guter Letzt sind da noch die palästinensischen Flüchtlinge, welche gerne nach Hause würden. Doch Ephraim passt dies wiederum nicht den Kram und baut allerlei Hindernisse in den Weg.

Ich bilde mir keine Meinung und ich will es nicht verniedlichen. Dies eigentlich auch nur als Einleitung.
Denn peinlich ist, dass die Schaffhauer mit Migrationshintergund und Ur-Schaffhauser nun beginnen, sich deswegen auch die Köpfe einzuschlagen, wenn auch mittlerweile erst verbal.

So zog letzten Freitag eine Demo gegen die Israelis durch die Stadt. Allah wurde hochgerufen und gemäss Augenzeugen kleine Mädchen mit dem Schriftzug „Ich bin unschuldig – tötet mich“ geschwenkt.
Friedensfahnen in den Regenbogenfarben waren nicht erwünscht, es wäre, so Ohrenzeugenberichte, kein Demonstration der Homosexuellen.

Gemäss der Schaffhauser Nachrichten war daraufhin auch keine Friedensfahne zu sehen. Ein Langwieser Bürger erbostete sich über die Berichterstattung derart, dass er von der SN eine Korrigenda verlangte. Mit der Faust auf den Tisch! Prompt druckten diese ab, dass Fazer Aksoy mit drei Friedensfähnchen angereist war.
Obwohl die Mittwochsausgabe gratis war, hatte die SN den Herren aus Langwiesen anscheinend aus der Verteilerliste gestrichen. Da man aber den Redaktoren doch auf die Finger schauen musste, pilgerte der arme Kerl zur Tanke und löhnte 2.90 für die Gratisausgabe.
Und er hat gut getan! Denn der Herr heisst nicht Fazer Akoy, sondern Zafer Aksoy, woraufhin er der SN umgehend Bericht erstattete, dass diese die Korrigenda der Korrigenda drucken. Da er jedoch sein Abonnement dieser Zeitung gekündigt habe, er sei eben Schaffhauser mit türkischen Wurzeln, so die Begründung, muss der arme Kerl morgen abermals 2.90 zusammenklauben und abermals zur Tanke laufen. Kontrollieren, ob die Korrektur der Korrigenda, der SN vom Samstag nun korrekt erfolgte.
Wenn die SN-Verlagsleitung etwas wirtschaftlich denkt, kann sie dieses Spiel noch lange treiben.

Nun ist ein Aufstand nur halb so lustig, wenn zuhause nur der Teddybär zuschaut, deswegen begibt man sich in ein soziales Netzwerk.

Als Verfechter der Wahrheit, tritt er auf. Freiheit für seine drei Friedensfahnen im Regenbogenmotiv!
Natürlich muss er sich nun etwas Hähme anhören, denn auf den ersten Blick klingt es schon wie ein First-World-Problem, ob am 26. Juli des Jahres 2014 nun drei Fahnen im Regenbogenmotiv durch die Stadt getragen wurden oder nicht.
Oh, er hätte schon richtige Probleme, und fügt eine ganze Liste medizinischer Abteilungen an und giftet die Fragestellerin an, ob sie sich zu sehr mit Körperschmuck beschäftige, dass sie seine drei Friedensfahnen nicht gesehen hätte. Im Regenbogenmotiv.

Bei der ganzen Diskussion um Frieden, Fahnen und Regenbogen darf eines nicht fehlen. Oder eine.
Die Gruppe der Verschwörungstheoretiker.
Die Presse wolle uns alle manipulieren! Zafer hätte in Zeichen gesetzt, endlich kommt die Wahrheit ans Licht! Die ganze Presse sei mittlerweile unterwandert!
Drama pur!
Zur Erinnerung, wir sprechen nicht vom Sturz eines Regimes oder einer globalen Finanzkrise, es geht darum, ob an der zweihundert-Personen Demo im kleinen Schaffhausen zwischen unzähligen Hasstiraden nun drei Friedensfähnchen waren oder nicht.

Dann verliere ich etwas den Faden. Plötzlich geht es um die Symbolik von Hakenkreuzen – mal mit ck wie Bahnhof, mal ohne – über erhobene Arme auf dem Rütli, Gerichtsurteile und Nationalsozialismus im Allgemeinen.

Endlich ein Ruf, wir sässen doch alle im gleichen Boot. Und ein youtube-Link.
Doch statt ‚We are the world‘ ein weiteres Demonstrationsvideo. Über 5 Minuten. Ich verzichtete und folgte den Kommentaren weiter.
Zafer verzeichnet, dass er eigentlich weg muss und postet einen Kurzroman als Kommentar.
Kurz darauf, er wäre eigentlich schon weg, weist er noch auf ein zerstörtes Kraftwerk im Gazastreifen hin.
Und ein Spital…
Und einen Schmuggeltunnel…
Und, dass er die SN normalerweise gleich mit dem Altpapier bündelt.

Ja, ich habe den Überblick verloren. Aber wer will mir einen Vorwurf machen.
Eine interessante Wandlung der Gruppe. Vom harmonischen „Wo isch das“ und „Da bini ufgwachse“ wandelt sich die Gruppe zu einer Plattform für Politpropaganda.
Wäre es wenigstens regionale Politik.
Ich bin geneigt Steve Stuber Beifall zu zollen, welcher sich eine Tüte Pop-Corn griff und dem Sandkasten-Geplänkel folgte, – nicht zuletzt ziehe ich Blog-Stoff daraus – aber etwas peinlich finde ich die Entwicklung schon, insbesondere die Art und Weise des dekonstruktiven Austauschs.

So, ich werde wohl die Tage die dunklen Gassen in Schaffhausen meiden.

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