Richtigstellung zum KBA-Hard-Debakel

In einem Artikel über die KBA-Hard stützte ich mich auf publizierte Artikel der Schaffhauser Nachrichten, welche augenscheinlich ein verzerrtes Bild des Debakels aufzeigten.

Getrieben von meinem Gerechtigkeitssinn für Proleten verstehe ich mich als Sprachrohr der Unterschicht, worauf ich alle Schlipsträger ohne weiter zu differenzieren in einen Topf warf und mit der grossen Kelle anrührte.

Nun schien der Artikel höhere Wellen geschlagen haben als mir bewusst war und die Geschädigten waren im Endeffekt nicht die Verantwortlichen der Regierung, sondern die Firma EcoEnergy GmbH und Schu AG.
Vom hören sagen lernt man lügen.

Der Artikel ist mittlerweile gelöscht, ich habe daraus gelernt dass googeln kein Synonym für recherchieren ist und dass man auch einer Tageszeitung nicht blind vertrauen sollte.

Ich entschuldige mich hiermit förmlich, mir eine eigene Meinung gebildet und durch eine Veröffentlichung derselbigen irritierende Denkanstösse geliefert zu haben.
Zudem ist es mir peinlich, unbewusst als Sprachrohr der Schaffhauser Regierung und ihrer Medien fungiert zu haben und dadurch der öffentlichen Hetze gegen Herrn Schu und seinen Firmen EcoEnergy GmbH und Schu AG Vorschub geleistet zu haben.

Auf eine Gegendarstellung verzichte ich, wer in den Nesseln sitzt tut gut daran zumindest die Hosen anzubehalten, möchte hier einfach noch einige Punkte anfügen, mögen sie zum Nachdenken anregen.

Oder auch nicht. Das Thema ist gegessen.

Selbstverständlich steht Wort gegen Wort.
Mich deucht lediglich, dass man vielleicht den Scheiterhaufen etwas übereilt angesteckt hat.
Ausserdem hat die Schaffhauser Nachrichten einmal mehr einen fahlen Beigeschmack. Berichterstattung ist meistens subjektiv, es schreiben ja Menschen. Aber man kann natürlich auch gezielt eine Meinung schaffen, welche sich von den Boulevardblättern nur durch dezentere Titel und weniger Bilder unterscheidet.

Wie wäre es nun, rein hypothetisch, wenn die Betriebsleitung der KBA Hard nicht im Disneyland war und hinsichtlich dem Nass-Mechanischen-Trennungsverfahren tatsächlich ähnliche Anlagen besichtigt hat? Angenommen, die Herren wären auf die Problematik des Systems hingewiesen worden und entschieden hätten, falls das NMT nicht funktionieren würde, wäre das Riskio der Kostenüberschreitung gering und 10% Mehrkosten seien durchaus üblich?
Ein Vögelchen hat mir gezwitschert, dass dieser Ablauf nicht aus den Fingern gesogen sei, was ich so in den SN jedoch nie gelesen habe.

Herr Schu, wie auch Herr Reichenbach, Betriebsleiter a.D der KBA Hard, wurden von der Presse auf den geschriebenen Scheiterhaufen gestellt, der Herr Käppler sprang mit dem Niederlegen seines Amtes rechtzeitig vom sinkenden Dampfer.
Wie nun, wenn ein lokales Planungsbüro auch noch involviert war? Eines, welches ohne Bauauschreibung und ohne Budgetverantwortung direkt vom Kläranlagenverband beauftragt worden war?
Es riecht verdächtig nach Vetterliwirtschaft, deswegen lässt man diesen weiteren Beteiligten bei der Berichterstattung doch einfach aussen vor.

Wie nun, wenn vom Bauplaner schon Anfang 2010 eine Kostenüberschreitung von 4 Millionen für die Bautechnik gemeldet wurden, was so jedoch im dunklen Kämmerchen behandelt wurde?
Anstelle der öffentlichen Kommunikation entschied man sich, gebrauchte Komponenten zu verwenden und hielt Herrn Schu an, dies in einer Hauruck-Aktion neu zu planen.
Vier Jahre später wurde der Schu AG die Verwendung von mangelhaften Teilen, sowie der provisorische Aufbau der Anlage zum Vorwurf gemacht. Man möchte der Kommission beinahe einen gewissen Weitblick zu Gute halten, als solche Entscheidungen getroffen wurden. Plan B im Falle eines Scheiterns, den Sündenbock bereits in der Hinterhand.
Wie praktisch, dass die regionale Zeitung der Meinungsbildung in der Allgemeinheit politisch korrekten Vorschub leistet und solche Infos gefliessentlich übersieht.

Interessant ist auch der neutrale Begutachter, Herrn Doktor Rainer Gottschalk.
Zitat SN:

Raphaël Rohner weist Befangenheitsvorwürfe von sich. «Herr Gottschalk ist ein anerkannter externer, neutraler Fachmann. Ich habe ihn vorher nicht gekannt.» Als Folgeauftrag habe dieser nur die Machbarkeitsstudie erhalten; die Ausarbeitung eines neuen Konzeptes mit möglichen Lösungen. Der Baureferent findet es nur logisch, dass derjenige, der ein Gutachten erstellt, auch gleich Lösungsvorschläge unterbreitet. Ob und welche Lösung man weiter verfolge, stehe aber noch nicht fest.

Der Herr Gottschalk ist Geschäftsführer einer gewissen Powerfarm Holding GmbH in Donaueschingen, was so kein Geheimnis ist. Eher weniger bekannt ist, dass die Powerfarm Holding AG die Mutterfirma ist, selbige ihren Sitz zufälligerweise in einem bekannten Schaffhauser Planungsbüro hat. Der Präsident des Verwaltungrates der Powerfarm Holding AG sitzt wiederum in der Geschäftsleitung eines grossen städtischen Unternehmens, deren Verwaltungskomission wiederum ein gewisser Raphaël Rohner als Vicepräsident beisitzt.
Selbstververständlich, das bedeutet nicht, dass Herr Rohner den Herrn Gottschalk schon zuvor kannte, aber man kann sich eines merkwürdigen, filzigen Eindrucks auch nicht erwehren, oder?
Zudem kann ich mir gut vorstellen, dass im kollegialen Rahmen einer Verwaltungskommission auch einmal ein kleines 4 Millionen-Problem im Baudepartement besprochen wird. Ganz unverbindlich. Aber dies sind wirklich nur Mutmassungen.

Damit beschliesse ich jegliches Schreiben über die KBA-Hard, dem normalen Bürger werden schlichtweg zuwenig Informationen zur Verfügung gestellt und mit jeder Meinungsbildung tritt man jemanden ungerechtfertigt ins Blumenbeet.

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Der Zahn der Zeit

Kürzlich wurde eine Verflossene von mir vermählt. Mit einem Kerl, etwa zehn Jahre älter als ich und einem Kind aus erster Ehe.

Letzten Samstag oder Sonntag, so genau weiss ich das nicht, da ich keine Einladung zur Sause erhalten habe. Es war wohl mein Kommentar zu ihrem Polterabend, welcher mir den Zugang zu weiteren Festlichkeiten verbaute, nicht, dass ich deswegen grollte, Gott bewahre. Dass es wohl nett wäre, dass sie mich an ihren Polterabend zu laden gedenke, aber dies wäre an sich ein Anlass unter Gleichgeschlechtlichen um vor dem beringten Abstieg in die Hölle nochmals durch die Pforte des Paradieses zu spienzeln und, obwohl ihre Neigung durchaus danach abzielte in einer Beziehung das lange Beinkleid zu tragen, ich dennoch einige körperliche Merkmale besitze, welche mich durchaus als männlichen Vertreter des Homo-Sapiens ausweise und daher ganz gewiss nicht an ihren Polterabend käme.
Da die Dame durch ihre forsche Arte, Beinkleid in der Beziehung und auch im Leben sonst, es irgendwie bewerkstelligte, dass sich die gesamte Damenwelt von ihr abwandte, traf ich wohl einen wunden Punkt und sie musste sich eingestehen, dass ein Polterabend mit ihrer Mutter nicht direkt den Stoff für Kinofilme böte.

Gut, zu ihrer Verteidigung muss ich noch anfügen; Warum Frauen untereinander Streit haben ist für Männer nicht immer nachvollziehbar. Dies kann vom Tragen desselben Top’s im Ausgang über das Ausspannen eines Freundes bis hin zum durch drei Frauenmündern übertragenen Äussern einer Mutmassung über den Flirtversuch des damaligen Freundes mit der Arbeitskollegin im selben Friseursalon alle möglichen Gründe haben. Und da Frauen zum Extremen neigen, können Feindinnen auf den Tod morgen BFF (Best Friends Forever) sein, oder eine Lapalie wird zur Fehde, welche von der Mutter an die Tochter weitergegeben wird. Du huere fucking bitch! Worte, ich werde beim schreiben schon rot, füllen danach die facebook-Pinwand, bis der Freund erklärt wie man eine „Freundin“ blockiert, worauf die fucking bitch bemerkt, dass sie nun auch nicht mehr sieht, was die andere Schlampe so treibt, weswegen man sich wieder erneut eine Freundschaftsanfrage sendet, nur um das Ränkespiel weiterzutragen.

Wenn man eine Freundin hat, denkt man im jugendlichen Leichtsinn stets, dies ist nun für den Rest des Lebens. Es entbehrt wohl jeglicher Vernunft, dass man wohl nicht wild durch den Teich fischt sondern seiner Präferenzen folgend stets den Köder nach ähnlichen Exemplaren auslegt, aber sich ganz sicher ist, dass sich diese nun von den vier vorangegangenen unterscheidet und deswegen die Eine ist.
Deswegen war es für mich auch stets unvorstellbar, dass eine Ex-Freundin einen anderen Mann heiraten würde. Für das Eintreten eines solchen Falles dachte man sich Szenen aus, welche Hollywood nicht besser in Szene setzen könnte.die-reifeprüfung-kircheDie Reifeprüfung (1967)

Mit der Vernunft des Alters sieht man das alles relativ, mehr noch, ganz ohne Verbitterung entflieht einem ein erleichtertes Uff, obwohl man nie wirklich in Gefahr war, da sich die Verbindung zum neunten und letzten Mal vor etwa 12 Jahren gelöst hatte.
In dieser Zeit flossen einige Liter Wasser über den Rheinfall, von Zeit zu Zeit hat man sich wieder getroffen, ungezwungen über die alten Zeiten geplappert, sich gegenseitig kritisch beäugt, wie der Zahn der Zeit am gegenüber nagt.

Es fiel mir unglaublich leicht, mit aller Aufrichtigkeit meinen tief empfundenen Glückwunsch zur künftigen Vermählung auszusprechen und den Segen mit einem offerierten Bier zu begiessen.
Da ich ein sehr oberflächlicher Mensch bin sehe ich darin auch kein Verlust für die Männerwelt, wenn das Gegenüber mit leuchtenden Augen unter ergrauter, praktischer Husmütterchen-Kurzhaarfrisur, gewandet in Jack Wolfskin vom Kragen bis zur Sohle und dieses bezirzende Freitagabend-Ausgangsoutfit mit etwa dreizehn zusätzlichen Kilogramm mehr als gut ausfüllt.

Ich gestehe, gelegentlich macht mir meine Oberflächlichkeit etwas Sorgen.
So gewährte mir gestern Bella den Genuss ihrer Gesellschaft.
Die eine Frau, welche unbewusst seit drei Jahren mit – so hoffe ich – Erfolg verhindert, dass ich trotz meines – aus Singlesicht – methusalischem Alter noch nicht komplett aus dem Leim falle und ganz allgemein darauf bedacht bin, mich zumindest annähernd ihrer Gesellschaft würdig zu erweisen. Nicht, dass ich Sie der Oberflächlichkeit bezichtigen würde – nun fahre ich nicht mit einem ‚Aber‘ fort, da der Satzteil vor einem ‚Aber‘ gestrichen werden könnte – doch es ist eine Tatsache, dass man nicht mit der Aldi-Jogginghose in die Oper geht und wenn wir gemeinsam losziehen, möchte ich ihr nicht zumuten, dass wir wie Esmeralda und Quasimodo durch die Stadt wandeln. Humpeln.

Sitze ich also da, zwinge mich meinen Blick von ihr zu lösen und erkenne die Nachtschattengewächse um mich herum und was noch schlimmer ist, die balzende Männerschar. Alle, wohl eher plus als minus, in meinem Alter und ich frage mich; Erreicht man irgendwann den Punkt, an welchem die optische Erscheinung derart in den Hintergrund rückt, dass einem nur noch an der Gesellschaft an sich gelegen ist?
Sind Frauen ab einem gewissen Alter nicht mehr darauf bedacht, mit äusseren Reizen zu verführen und bestellen sich bequeme Wanderhosen in Passformgrösse 38-46 und die Männer sehen generös darüber hinweg, weil sie einfach dazu bereit wären, den Zigarettenautomat zu bespringen, so dieser weiblich Attribute wie etwa eine darauf abgelegte Jacke aufweisen würde.
Natürlich kann man nun die inneren Werte ins Feld führen, aber ein Delikatessengeschäft betritt man ja auch nur, wenn eine verlockende Auslegeware im Schaufenster dazu einlädt. Oder man vernimmt durch Mund-zu-Mund-Propaganda davon, doch meiner Erfahrung nach ist den Frauen nicht sonderlich daran gelegen, dass man durch Mund-zu-Mund-Propaganda auf sie aufmerksam wird.
Kommt also irgendwann der Punkt, an welchem man, Männlein wie Weiblein, einfach resigniert und alleine den praktischen Punkt einer Vereinigung sieht? Man muss das Gegenüber weder reizvoll noch anziehend oder interessant finden, es hat sich einfach so ergeben, dass dieser verbeulte Deckel zufällig auf jene durchgekochte Pfanne passt und man praktischerweise weder das Eine noch das Andere auf den Müll werfen muss, worauf man beides noch ein paar Jahre verwendet, ohne dabei wirklich Freude zu empfinden.

Es mag nicht der vortrefflichste Charakterzug sein, aber ich hoffe, mir meine Oberflächlichkeit noch ein wenig zu bewahren.
Und, um sicher zu gehen, mir Bella noch ein paar Stunden ihrer Zeit schenkt.

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Hauptsache gut verwaltet

Für den Laien und nicht HSG-Absolventen stellt sich unweigerlich einmal die Frage; wieviele Kontrolllisten muss man führen, bis die Aufwendungen die Marge aufgefressen haben. Und das Nachzählen der Artikel beim jährlichen Inventar ist dabei noch nicht berücksichtigt.

Ein unscheinbarer Gegenstand, wie eine Smartkarte der örtlichen Kabelnetzbetreiberin, hat für den Detailhändler eine Gewinnspanne von null Schweizer Franken, wenn man über den Faktor Dienstleistung hinausschaut, streicht man sich sogar noch etwas ans Bein.

Doch kein Artikel zu klein, um ihm nicht durch den Verwaltungsaufwand entsprechend zu würdigen.
Da spaziert ein Mitarbeiter zur Kabelnetzbetreiberin und holt zehn Karten.
Dies sind spazierende 47 Franken 20. Aus einem für Laien nicht nachvollziehbaren Grund, Laien sind zum Verständnis solch tiefschürfender Argumente zu unqualifiziert, werden nie mehr als zehn Karten geholt, ergo schon eine Abschreibung von nahezu einem Fünfliber pro Karte.

Zurück im Betrieb erstellt er eine schöne Excel-Tabelle mit der Nummer jeder Karte.
Nochmals 23 Franken – wenn er schnell tippt – plus Papier, plus Toner. Farbtoner, versteht sich.
Die Liste liegt nun auf.
Wird eine solche Karte an den Kunden abgegeben, hat der Techniker den Namen des Kunden in die Liste einzutragen, im Kundenstamm die Kundennummer zu suchen und diese ebenfalls einzutragen.
Einfach weil es so sein muss, dies muss man nicht näher erklären, ergibt auch keinen Sinn.
Pro Kunde nochmals um die zehn Franken Aufwand.

Die Karte wird geliefert.
Beim Kunden nimmt man den gedruckten Arbeitsrapport, zieht einen leeren Dienstleistungsrapport hinzu und überträgt sämtliche Kundendaten mit Kundennummer, Gerätenummer, Schuhgrösse und die Uhrzeit des letzten Stuhlganges auf den Dienstleistungsrapport.
Und natürlich die Nummer der Karte.
Zudem wird die Kartennummer auf einen Vertrag zu Handen der Kabelnetzbetreiberin geschrieben. In des Kunden Räumlichkeiten wird ein hübscher, kleiner Schreibkontor eröffnet. Neben Fliesentisch und Macrame-Eule.
Zurück im Betrieb wird der Arbeitsrapport mit dem Dienstleistungsrapport und dem Vertrag in ein Fach gelegt. Natürlich erst, nachdem noch zwei Kopien erstellt wurden. Auf dem betrieblich genutzten Home-Office Farbkopierer mit einem höheren Tonerverbrauch als eine Posterdruckerei im Schichtbetrieb.

Die Tage nimmt eine Dame im Büro den Dienstleistungsrapport, kontrolliert die Nummer mit dem Vertrag, tippt die Nummer in das Verwaltunsssytem ein und ruft den Techniker an, weil die Nummer nicht mit der ursprünglichen Bezugsliste der Karten korrespondiert. Kommt ihr noch nach?

Die Sache duldet keinen Aufschub, der Betrieb steht still! Eine Mail verfasssen ist keine Option. Der Techniker, gerade unterwegs, fährt in den nächsten Acker, notiert auf seinem Sandwichpapier – im Idealfall, im schlimmsten Falle wird eine Kopie eines Dienstleistungsrapport der Abschrift eines Lieferrapports verwendet und sorgt für die nächste Verwirrung – die Nummer, den Kunden und seine Haarfarbe. Nun lässt er alles stehen und liegen, rast in den Betrieb um die Nummern mit der zusätzlich geführten Liste zu vergleichen. Würde er diese Priorität nicht setzen, wäre der Anruf ja sinnlos und sinnlose Anrufe können wir uns nicht leisten!
Diese ist mittlerweile im Müll, weil die Liste voll war und weiter keinen Zweck erfüllt, als dass sie eben ausgefüllt wird und damit ihren Beitrag geleistet hat.

Daraufhin meldet er der Administration, dass er hier nichts mehr eruieren kann. Will melden, die Administration ist gerade in den Feierabend gegangen.
Daraufhin tippt er sämtliche Nummern in eine Mail. Mit einer Kopie an die halbe Belegschaft, dass sich jeder kurz damit befasse.

Mit dem Rechnen habe ich mittig der Zeilen aufgehört.
Die Ironie an der Sache ist, das kein Schwein die Nummer diesen Karten braucht, bis auf die Kabelnetzbetreiberin.
Und so die Administration der Kabelnetzbetreiberin zu einer Karte keinen Vertrag erhält, stellt dies der Kunde nach 20 Tagen fest, da er ab sofort nicht mehr fern gucken kann und meldet sich von sich aus. Vorwiegend abends um viertel vor neun. Auf dem Piketttelefon.
Aber trotzdem; Vor 29 Monaten war ein Fall, da war man froh über diese Liste. Ein Vertrag wurde nicht fristgerecht weitergeleitet. Ein Krisenstab wurde einberufen und Notrationen ausgegeben.
Der Triumph des Urhebers der Tabelle hält bis heute an.

Wir sehen; Wenn einem sonst die Arbeit auszugehen droht, braucht man nichts weiter als eine Seriennummer auf einem absolut irrelevanten Artikel, welcher keinerlei Gewinn einfährt und ein mittelständisches Unternehmen kann wunderbar 287 Stellenprozente verwenden um sich selbst zu verwalten.smartcard

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Neulich an der Fullhouse

Schleitheim, Herblingen und Disneyland-Prinzessin, dies war das Feedback auf meinen verzweifelten Aufruf nach Vorschlägen um die Saure-Gurkenzeit zu überbrücken.
Gerne würde ich darauf zurückgreifen, wie ein namhaftes Blatt wie die Schaffhauser Nachrichten ein solches Dilemma bewältigt, aber eine Saure-Gurken-Zeit kennt das Intelligenzblatt nicht wirklich, da nebensächliche Meldungen das ganze Jahr hindurch dominieren.
Die Tage lag eine Abonnementserneuerung in meinem Briefkasten und aus Gewohnheit werde ich sie wohl absenden, respektive die Rechnung bezahlen. Die Alternativen auf dem Platz Schaffhausen sind dünn gesät und ich würde sonst informationstechnisch gar auf dem Trockenen sitzen.

Ganz kurz überlegte ich mir heute auch, ob der tägliche Genuss eines Bieres schon Anlass zur Besorgnis gibt, aber da war die Dose schon offen. Starkbier ist eine feine Sache. Eine Effizienzsteigerung von 80% würde ich sagen, nach einer Dose fühle ich mich bereits etwas angeheitert, im wohligen Bereich, und es ist schon leckerer als ein normales Heineken. Den Preisvergleich kann ich nicht machen, in solchen Dingen bin ich bekanntermassen etwas sorglos.
Obwohl mir meine Autoversicherung und die wohl anstehende Reparaturrechnung ganz leicht auf den Magen schlägt. Der Versicherungsvertreter meines Vertrauens scheint nicht mehr für mich zuständig zu sein, eine Dame mit neckischem französischem Accent bat mich heute, ein Versicherungsformular auszufüllen und dieses per Post einzusenden. Das Zweite, nachdem der Experte den Schaden an sich schon aufgenommen hat und ich heute meinen Wagen bereits auf der Strasse cruisen sah, auf einen kurzen Blick aller Schäden behoben.
Wahrscheinlich sollte ich mich langsam um die Erwerbsmöglichkeiten einer
Desert Eagle .50 in Bulgarien kümmern und der Firma Bio-Met.Ltd in meinem kommenden Urlaub einen Besuch abstatten. Man soll sich schliesslich an die Spielregeln halten, nicht wahr?

Was soll man über Schleitheim schreiben, ohne dass einem die Einheimischen gleich an die Gurgel springen?
Im Grundsatz ist es auf dem Land schön, da wohne ich gerne und es war auch ganz nett als wir noch die Fullhouse besuchten. Ein Gassenfeger und Strassenhauer.
Da wagte sich Ueli der Knecht in den H&M oder Clockhouse, kaufte ein hübsches Hemd und marschierte in coolen Airwalk auf das Festgelände um nach drei Schritten bis zu den Knöcheln im Matsch einzusinken. Natürlich erst nachdem er seinen gepimpten Golf 2 GTI auf Hansjürgs Rasen abgestellt hat und die blaue Bodenbeleuchtung in die Kuhfladen strahlen lässt, wissentlich, dass er die Karre anschliessend überbrücken muss. Aber kein Thema, mit dem blauen Licht schleppt man vielleicht ‚en heisse Fäger‘ ab.
Ich unterschied mich da in keiner Weise, nur fuhr ich einen Renault 5 TL mit gestreckten 56 Pferdestärken, einem grossen Nike-Aufkleber auf der Motorhaube und getönten Scheiben. Und schleppte keinen ‚heissen Fäger‘ ab. Natürlich selbst getönt, kurz vor dem Eindunkeln fertig geworden und man musste Mitfahrende bitten, doch die Fenster nicht runterzukurbeln, da dass Wasser noch gar verdunsten musste und die Folie sonst fröhlich im Wind flattern würde.
Mein Renault hatte eine dankbare Stossstange aus 20 Kilogramm feinstem glasfaserverstärktem Polyester an welchem ich Nebelleuchten aus dem ATU, Kabelkanäle als Spoilerlippen von Elektro-Material und ein Knight-Rider-Lauflicht vom Modellbauladen in Neuhausen anbringen konnte. Wenn ich Glück hatte leuchteten die Nebellampen nach der Fahrt über Hansjürgs Wiese in alle Himmelsrichtungen, häufiger nahm ich sie jedoch im Kofferraum wieder nach Hause. Die Fahrt über den Maulwurfshügel machte ihnen den Garaus denn selbstverständlich mussten diese so knapp über dem Asphalt montiert sein, dass der entgegenkommende Fahrer den Eindruck hatte, meine Stossstange schleife gerade einmal zwei Zentimeter über der Fahrbahn. Der erste Eindruck zählte.
Diesem folgte das tollste Auto, welches ich jemals unter dem Hintern hatte.r5-turboJahrgang 86 und ging ab wie Schmidt’s Katze. Sowas bauen die heute gar nicht mehr.

Doch ich weiche ab.
Man war an der Fullhouse, trank First Cool, Gummibärli und Smirnoff Ice. So rückblickend kann ich mich partout nicht mehr erinneren, wie wir die Sache lösten, dass wir mit dem Wagen anrückten und um zwei Uhr morgens trotzdem voll wie die Strandhaubitzen waren. Das Bestimmen eines Fahrers und sich ein Auto teilen war damals noch nicht so populär, man musste sein Fahrzeug zeigen. Die Rückbank war für die Jacke und der Beifahrersitz für die Schnaga, welche man zweifelsohne abschleppen musste, so toll wie man daher kam. Versuchte Natelnummern zu tauschen und strich die Segel, wenn man eine Frau angesprochen hatte und abgeblitzt war. Wenn man sie denn ansprach, des öfteren begnügte man sich mit dem Aussenden von coolen Vibrations, völlig unverständlich, dass die Trulla einem übersehen konnte.
Warten bis das Objekt der Begierde einen Moment alleine war, sich hinschleichen und wie ein Flaschengeist aus dem Nichts auftauchen „Wetsch öppis trinke?“. Bevor die Dame überhaupt wusste, wie ihr geschah, hatte sie aus Reflex abgelehnt.
Danach zurück zu den Kollegen und sich darüber auslassen, dass doch alles Schlampen seien.

Da hatten es die Feuerwehrmänner einfacher. Wann immer ein Bauernfest stieg, am Mittag zuvor musste Hauptübung gewesen sein. Oder die Landfeuerwehr hatte jeden Samstag eine Hauptübung. Jedenfalls erschienen sie in ihren Feuerwehrkombis mit Gummistiefel. ‚De heiss Servierschlitte afräse‘.
Uniformen machten es aus, diese Asbestfasern waren stets erfolgreicher als ich in in meinem glitzernden Polyesterhemd. H&M 19.95.- ich meinte, dass ich heute noch welche im Schrank liegen habe. Einfach der Nostalgie halber.

Ja, es war eine tolle Zeit. Irgendwie. Auch gut, dass sie vorbei ist.
Denn etwas fremdschämen ist angesagt wenn man heute, um bald 20 Jahre gereift, immernoch Leute trifft, welche ‚e geili Chatz afräsed‘ und mit coolen Vibrations die ‚Chics‘ abchecken, ohne in die Gänge zu kommen.
Dass diese Leute dennoch vor einem heiraten und Kinder kriegen bietet wiederum Anlass zur Sorge.
Nicht, dass ich zwingend heiraten und Kinder kriegen muss, aber so grundsätzlich wäre es schon gemütlich, wenn man nicht immer auf die Gunst der Partnerinnen der Kollegen angewiesen wäre, wenn einem der Sinn nach einem Bier in Gesellschaft steht. Zudem macht macht man sich langsam Sorgen, wenn man sich altersmässig immer mehr den Protagonisten von Schwiegertochter gesucht nähert.

Mehr fällt mir auf Anhieb nicht ein, wenn ich an Schleitheim denke. Ja die Fullhouse war in Hallau, ich weiss.

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Saure Gurken-Zeit

Der Drang zu Schreiben ist immens, wäre da nur ein Thema. Bereits die zweite Dose Bier geöffnet, einmal quer durch das Internet gesurft und immer noch keine Eingebung.

Das Schreiben würde ich durchaus als mein Steckenpferd bezeichnen und mein Alltag gibt mir recht, dass ich mich da durchaus einer zusehends in Vergessenheit geratende Tätigkeit widme.
Heute wurde mein arbeitsamer Tag durch fünf elektronische Nachrichten ergänzt, mit dem Wortlaut ‚du musst‘. Die Anzahl des Konsonanten s varierte drei mal.
Was mich früher auf die Palme brachte, sehe ich mittlerweile sehr gelassen, ich bin nachsichtig geworden, die Leute wissen es einfach nicht besser. Es ist ein Drahtseilakt; Wird eine interne Mail in haarsträubender Grammatik verfasst, eine Orthographie bei welcher jeder Gfätterlischüeler – die total überschätzte Pony M verwendet Mundart-Ausdrücke, dies erzeugt wohl eine ‚chum mir rucked tisch zäme‘-Atmosphäre – den Rotstift zücken würde, zeugt dies von der Geschäftigkeit des Absenders.dtv-pfupfwil-2Er hat kaum Zeit den Text zu verfassen, glücklicherweise ist der Empfänger, also ich, im Adressbuch hinterlegt, so ist zumindest die Adresse richtig geschrieben. Bei allem Stress findet der Verfasser aber doch noch Zeit mittels Kurzwahltaste 3 meine Nummer zu wählen, „Du, ich habe dir eine Mail gesandt“.
„Ist gerade ungünstig…“
„Ja, nur ganz schnell… also“, und so wird einem die Mail vorgelesen.
Nun, zumindest kann ich danach nicht behaupten, ich hätte nichts erhalten.

Meine Wenigkeit setzt sich hin und versucht die Nachricht in einem vernünftigen Wortlaut zu verfassen, möglichst ohne dem Gegenüber, von welchem ich ja an sich eine Dienstleistung erwarte, bereits mit Befehlen zu bombardieren. Garniert mit Satzzeichen und allem erdenklichen Luxus.
Nun, vielleicht auch ein verzweifelter Versuch, meiner zunehmenden Hirnerweichung entgegen zu steuern.

Als ich bei Herrn Hübeli auf dem Boden kniete und ihm zum fünften Mal erklärte, wie er seinen neuen Festplattenrekorder einzuschalten hätte, überkam mich die Sorge, ob man irgendwann wirklich zu dämlich sei, sich selbst die Schuhe zu schnüren.
Ein Architekt HTL.
Nicht, dass ich nun Architekten überbewerten wollte.

Da entsinne ich mich an eine nette Anekdote bei einem Zahnarzt.
Mittlerweile ist ja üblich, dass man sich nicht mehr ausschliesslich vor dem Bohrer fürchtet, wie ein Damoklesschwert hängt ein Monitor über dem Haupt. Den Kindern wird Micky Maus vorgeführt – ich getraute mich bisher nicht zu fragen, ob ich ebenfalls Micky Maus sehen darf, obwohl ich wirklich gerne würde – während den Erwachsenen beruhigende National-Geographic-Video’s vorgeführt werden. Für gewöhnlich, nehme ich an, sind die Monitoren richtig gut installiert. Bis auf den einen, damals war dies noch nicht so trendy, als mir um halb zwölf vormittags mitgeteilt wurde , ich hätte Nachmittags diesen Fernseher an die Decke zu befestigen. Mit etwas Stahlseil und einem Meter Lochbandeisen hiess man mich kreativ zu sein. An einer 2 Zentimeter-Gipsdecke. Oh, ich war kreativ, in den Hallen für neue Kunst hätte ich Beifall geerntet. Würde ich darunter liegen, mit aufgerissenem Maul und diversen spitzen und rotierenden Utensilien zwischen den Kiefern? Niemals.
Es musste dennoch ein überzeugendes Produkt meiner Kreativität gewesen sein, Jahre später durfte ich einen zweiten Monitor installieren. Dieses Mal mit Deckenhalterung und allem luxuriösen Schnick-Schnack. So richtig sicher. Wie üblich ohne Pläne, dass ich vom Malermeister, über den Gipser letztendlich beim Deckenbauer landete, welcher den Standort tatsächlich eruieren konnte. Einen Meter neben dem ordentlich in den Boden verschraubten Stuhl.
„Sie sind nicht da um zu denken, sie haben zu tun was ich sage!“, schrie ein leicht cholerischer Architekt in das Telefon, nachdem ich mich erkundigte, ob dies wirklich der korrekte Standort sei.
Sicherheitshalber liess ich mir das Ausmass noch mailen, dank mobilem Abruf über das Smartphone konnte ich gleich vor Ort die Abstände überprüfen.
Sie MÜSSEN zwei Meter von da und einskommafünf Meter von da.
„Nun installiere das Ding endlich ICH BIN DER ARCHITEKT, DU DER HANDWERKER“ auf meine erneute telefonische Anfrage.

Man konnte schon etwas sehen. Den halben Bildausschnitt, wenn man beinahe kopfüber lag und das Haupt gegen links neigte.
Wunderbar installiert, das Ding goht nienets me ane, wie man so schön sagt. Alle Kabel mit Bedacht sehr knapp konfektioniert, der Deckenbauer schloss die Decke.

„Was haben sie sich dabei gedacht??“
„Gar nichts, ich bin nur der Handwerker, ich habe nicht zu denken, nur zu machen. Was sie sagen“
Ehrlich, noch nie habe ich einem Architekten derart ins Gesicht gestrahlt. Ich würde gerne sagen, noch nie hat mich ein Architekt so dumm angeglotzt, aber dies wäre gelogen.
„Den müssen sie versetzen!“
„Entschuldigung?“
„Wäre es möglich, dass sie dieses Gerät versetzen und über dem Stuhl installieren?“
Selbstverständlich war es möglich.

Übrigens, noch fehlen 250 Zeichen um dieses unsägliche Geschreibsel zum Abschluss zu bringen, ich bin ein herzloser, hirnloser Ignorant. Der seine kostbare Zeit verschwendet. Nun, dies mit dem kostbaren Zeit verschwenden höre ich nicht zum ersten Mal, aber ein Ignorant bin ich wegen meines letzten Artikels. Herz und hirnloser. Ihr entsinnt, die Streifen am Himmel und die versprühten Chemikalien. Während ich diesen schrieb, leistete ich unbewusst Vorschub, dass überall auf der Welt unschuldige Kinder und Menschen, da wird wohl bewusst eine Grenze gezogen, abgeschlachtet werden.
Dies war mir im Moment schon nicht recht, aber ich überlegte mir, dass diese wohl auch abgeschlachtet worden wären, hätte ich nicht geschrieben. Da fühlte ich mich schon etwas besser.
Worüber ich noch im Unklaren bin; Wo liegt der Zusammenhang zwischen Kondensstreifen, meinem Geschreibsel und dem grundlosen Abschlachten von unschuldigen Kindern. Und Menschen.
Und wie ich meine verschwendete, kostbare Zeit einsetzen sollte, um diesem Tun Einhalt zu gebieten. Die Antwort ist noch ausstehend.

Beschliessen wir mit einem Bild.in-afrikaDas muss man sich einmal vor Augen führen…

So denn, obwohl schreiben mein Traumberuf wäre; Bisweilen bin ich froh, kein Kolumnist zu sein.

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