Der Papa wirds schon richten

Leseprobe aus „Einmal Weinland und zurück“

Früher liess sich zur Rechten des TV-Gerätes eine Klappe öffnen. Es war eine Klappe aus solidem Kunststoff, nur der Schnappverschluss machte es notwendig, dass über kurz oder lang selbige mit einem Kleber geschlossen werden musste. Ein währschafter transparenter Scotch-Film. Eklig haftend wo er nicht sollte und seinen Dienst verweigernd, wo er haften sollte. Über die Jahre wurde er mit Kollegen ergänzt, dass alsbald der Verdacht aufkam, nicht das stabile Holzgehäuse, sondern das Scotch Allzweckband hält den Sorny oder Panaphonics zusammen. Die Klappe war unter dem Lautsprecher angebracht.
Ja, Fernseher waren mit richtigen Lautsprechern bestückt, nicht wie heute, mit einer traurig quäkenden Membrane, welche bei der Basswiedergabe in Symbiose mit der lose wackelnden Rückabdeckung einen Pseudosurround erzeugt und das Panel gefährlich in seiner filigranen Kunststoffeinfassung zittern lässt. Die Höhen klingen abwechselnd, als würde man auf Frösche treten oder frustriert Gummienten durch ein hallendes Badezimmer schleudern.
Da war also ein solider Lautsprecher mit einem zwei Kilo schweren Magneten verbaut, dessen Kartonmembrane uns das Wetten, dass…? Intro in die heimische Stube schleuderte. Bleiben wir doch gleich beim Inneren, am markantesten war wohl die Bildröhre.
Jeder kochte sein eigenes Süppchen, war es die Philips Matchline, die Grundig Hau-mich-tot oder Sony Triniton. Letztere war übrigens aus Blei gegossen. Mit einem Bleiüberzug und für die Stabilität einem Bleibarren im Inneren. Ich behaupte, Sonys Triniton ist mitunter ein Grund, warum die blauen Überziehmäntel der alten, eingefleischten Radio- und Fernsehelektriker samt und sonders mit zu kurzen Ärmeln aufwarten, ihr versteht. Deshalb hat der Radio- und Fernsehelektriker auch einen etwas merkwürdigen, an einen Schimpansen erinnernden Gang. Mit Händen, welche in den Kniekehlen schlabbern.
Doch zum Radio- und Fernsehelektriker kommen wir noch.

Ein Sony Triniton, in etwa fünfzig mal fünfzig mal hundert Zentimeter, Breite mal Höhe mal Tiefe, war somit auch der erste Fernseher, welcher meinen kleinen Fingern entglitt. Da ich bereits beim Hochheben mitsamt dem japanischen Mistkasten nach vorne wegkippte, trug er als einzige Blessur einen Gehäuseriss davon. Was den Lehrmeister natürlich nicht davon abhielt, mich gnadenlos zur Schnecke zu machen. Warum ich einen solchen Fernseher auch alleine tragen wollte, unabhängig davon, dass er mich vor drei Minuten in das Erdgeschoss gehen hiess, besagten Fernseher zu holen.
Meine Güte, er war fünfzig mal fünzig Zentimeter gross, wer konnte ahnen, dass dieses Ding auch fünfzig Kilogramm wog.
Ich könne von Glück sprechen, dass die Bildröhre nicht implodiert wäre!

Die implodierende Bildröhre, das Schreckgespenst der frühen Fernsehjahre.
Das Hochvakum ziehe einem die Augen aus dem Kopf, so man die Bildröhre beschädige, wurde mir als Kind eingebleut, was einen dazu veranlasste, den Zeigefinger nur mit höchster Sorgfalt auf das Glas zu legen.
Bei der Implusion würde das halbe Wohnzimmer in die Röhre gesogen und anschliessend einer Splitterbombe gleich wieder ausgespuckt. Die Scherben würden Mauern einreissen. Es schien kein Argument zu phantastisch um vor den Gefahren des Fernsehens zu warnen. Ich stelle fest, manch gesetzte Dame lebt heute noch in heillosem Respekt vor diesem saugenden und spuckenden Röhrengerät.
All diese Mythen verloren ihren Schrecken, als mir im dritten Lehrjahr ein Fernseher vor die Füsse knallte. Es machte Puff und es lagen ein paar Scherben herum. Kein eingesaugtes Wohnzimmer. Keine eingerissenen Mauern. Einfach nur Puff und ein Lehrmeister, welcher mich zur Schnecke machte. Sehr unspektakulär.

Die Röhre, die seltenste und gleichzeitig häufigste Fehlerquelle, je nach Betrachtungswinkel.
Einerseits gehen sie ohne physische Gewalteinwirkung so gut wie nie hopps, andernseits hat der technikbegeisterte Ehegatte immer die Röhre als erstes im Verdacht. Liegt auf der Hand, ist sie auch der elementarste Teil der Abendunterhaltung. Die Röhre oder eine Sicherung, und je nachdem rechnete er mit Reparaturkosten von fünf bis achthundert Franken. Aber was Grosses konnte nie defekt sein, denn bis gestern lief der Fernseher tadellos. T A D E L L O S (mit Nachdruck)!

Nicht selten zerstörte auch ein Ehegatte gleich selbst die Röhre, sehr unspektakulär, aber nicht weniger effektiv.

Obwohl die Erfindung der geplanten Obsoleszenz angeblich auf Philips und Osram zurückzuführen sei – im Jahre 1924 beschlossen sie, dass Glühbirnen aus nachvollziehbaren Gründen nicht mehr als 1000 Stunden zu leuchten hätten – habe ich da durchaus auch den Fernsehhersteller Telefunken im Verdacht.

Wie sprach noch Capt. Colin Maud in der Normandie; „Meine Grossmutter pflegte immer zu sagen: Wenn die Nähmaschine muckt,….
ordentlich draufhaun!“
Diesen Typ befolgte manch technisch begeisterter Ehemann, mit Tritten gegen die Waschmaschine, dem Hammer gegen den Familienwagen oder der flachen Hand gegen den Fernseher. Dabei galt es zu beachten, wenn Streifen durch das Bild zuckelten, mit der flachen Hand einen ordentlichen Klaps auf die linke Seite. Einerseits war der Lautsprecher rechts – was soll man also da draufhauen, wenn der Ton rechts ist muss das Bild links sein, was Mutti mit einem bewundernden „Oooh“ quittierte und weiter strickte – andernseits schlägt man mit links, man will ja nicht züchtigen sondern motivieren.
Mit zunehmender Eigendynamik nimmt der Familienvater die Pfeife aus dem Mund und beginnt mit beiden Händen, zur rechten wie zur linken Seite, auf die deutsche Wertarbeit einzudreschen. Teilweise durchaus mit Erfolg, so zwischen zwei Schlägen der Antennenanschlusstecker dermassen in der Buchse wackelt, dass wieder ein Kontakt entsteht. Während Mutti ruft, jetzt wäre es gut, hat er in seinem Enthusiasmus bereits ausgeholt und mit rotem Kopf wieder eine rechts an den Rundfunkempfänger gezimmert, dass Schwiegermutters Foto auf der Anrichte zittert.
Das Bild wieder verzerrt und während der Papa schweissgebadet seine Hausjacke mit Zopfmuster aufknöpft, flucht er, dass sich die Makramee-Eule beschämt abwendet und die Vorhänge, in braun-orangem Kringelmuster gehalten, wackeln. Dabei wollten sie doch nur Dalli-Dalli sehen.

Mit dem letzten Rest an Selbstbeherrschung bringt er die Lavalampe in Sicherheit und schmettert keuchend die Faust in das Spitzendeckchen auf dem Fernsehgehäuse.
Ja, die alten Fernseher boten noch allerlei Stellfläche und speziell in italienischen Haushalten musste man etwas Zeit einräumen um alle Nippes und ein leicht angesengtes Spitzendeckchen beiseite zu räumen. Nicht zuletzt war manche Wachskerze des Kunststoffgehäuses Tod.
Aber zurück zu Papa, welcher mittlerweile hemdsärmlig den Fernseher in fachmännischer Manier weiter bearbeitet. Begleitet von Tritten gegen den Toploader-Videorekorder.

Da machte es Puff.
Kein grosses Hallo, nur Stille. Das Klappern der Stricknadeln verstummt und leise schwillt ein Kindergeheul an.

Diese ausgebufften Zimmersleute von Telefunken haben im Gehäuseoberteil eine Holzleiste angebracht, etwa mit den Dimensionen einer Dachlatte. Diese war so solide befestigt, dass man den Fernseher wohl tragen und absetzen konnte, aber dass die Halterung keine derart groben Schläge wegstecken konnte, dass die Freizeit Revue im filigranen Fernsehmöbel zu zittern begann.
So meine Unterstellung, denn diese Dachlatte hatte schlichtweg keine erkennbare Funktion.
Löste sie sich nun also vom Gehäuse, fiel sie derart unglücklich auf das schwächste Glied in der gesamten Rundfunkempfängerkonstruktion, dass sie ihm gleich den Todesstoss versetzte. Der Bildröhrenhals bestand aus einem dünnen Glasröhrchen von der Robustheit eines Sektglases. Man konnte ihn mit einem sich verfangenden Pullover-Ärmel knicken, selbst getestet und bestätigt, mit einer angelehnten Platine brechen, selbst getestet und bestätigt, oder eben einer fallenden Dachlatte durchtrennen. Getestet durch Herr M. aus Oerlikon und bestätigt durch die Firma mit dem Papagei und dem grossen roten R.
Ein völlig unspektakuläres Puff, Hochvakum fürn Allerwertesten, war die Folge und Papa bat um einen Vorschuss auf das Weihnachtsgeld, um der Familie einen neuen Fernseher zu kaufen.telefunkenDa befand sich also zur Rechten eine Klappe. Der Teufel ist ein Eichhörnchen, so war es beinahe unvermeidlich, dass …

Demnächst in ihrer Buchhandlung

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Will doch nur spielen

Er will nur spielen.

Selbstverständlich will er das, nur, verstehen ich und diese vierbeinige Ausgeburt der Hölle dasselbe unter spielen? Anderseits habe ich auch nie gehört; ‚Achtung der beisst!‘

Sie mögen unter den Trümmern eines türkischen Hotels Verschüttete finden, direkt der Postkarte entsprungen, mit Holzfässchen um den Hals auf grossen Pranken über Lawinen tapsen oder im Zirkus für Clowns durch einen Ring springen.
Victoria Beckham trägt sie gerne über die Champs-Élysées, Paris Hilton fährt mit ihnen in Limos, im Privatjet der Queen haben sie ihren eigenen Platz, auf jedem schmutzstarrenden Weinländer Hof lebt ein solches Vieh, aber die hellsten sind sie nicht.

Lenkt man von Truttikon sein Fahrzeug nach Dättwil, bei Adlikon, bei Andelfingen – so die offizielle Ortsangabe, wenn ihrs nicht glaubt, liest nach – springt bei Hübelis Hof der Kläffer bereits auf den Hofplatz. Biegt man in die währschafte, mit Kratern übersäte Landstrasse, dies erklärt warum Frau Hübeli immer mit dem Traktor in die Migros fährt, ein, ruiniert die Stossdämpfer und schüttelt jegliche Kohlensäure aus dem San Pellegrino, springt er einem entgegen. Nicht schwanzwedelnd mit rosa Schlaufe zwischen den Ohren und dem treuherzigen Bernhardinerblick, mitnichten, mit triefenden Lefzen, vorstehenden Reisszähnen und den Ohren an den Kopf gelegt. Klauen wie ein Velociraptor, den Schwanz mit Stacheln bewehrt und Feuer speiend.
Die erste Runde seines Spieles besteht darin, dass er versucht in die Reifen zu beissen, was schon einmal jede Menge Rückschlüsse auf die Intelligenz eines solchen Viehs ziehen lässt. Katzen suchen wohl keine Verschütteten und beschützen keine Wohnhäuser, aber sie sind zumindest so klug, dass sie nicht versuchen in einen Reifen zu beissen, welcher wohl gerade zehn Umdrehungen die Sekunde auf die Landstrasse legt.
Das Problem wäre wohl gelöst, würde der Kläffer es schaffen seinen Unterkiefer einmal zwischen Gummi und Strasse zu bringen, was er sich auch immer davon erhofft, aber ich bin immernoch Tierfreund und dies schliesst diese Vierbeiner nun einmal mit ein. Zudem steht schon die Dame des Hauses auf der Treppe. Gewandet in einer geblümten Zeltplane, was es nicht alles gibt, gebietet sie Fluffy mit energisch wacklendem Drei-Stufen-Kinn, stellvertretend für den Hals, Einhalt und pfeift ihn zurück, was Fluffy insofern interessiert, als würde ich mich mit einer Wespe im Haar im Zwiegespräch darüber auslassen, ob sie mir ihren Stachel nun in die Kopfhaut rammen sollte oder nicht.

So versuche ich auszuweichen, bemüht den Wagen von der Schlammrinne rechterhand fern zu halten, während der Kläffer jedem Zürcher Fahrradkurier Paroli bietet, indem er jeden erdenkbaren toten Winkel meines koreanischen Gefährts findet.

Ohne das Knacken eines Schädels, Beines oder auch nur ein wehleidiges Winseln zu hören, bringe ich den Wagen zum Stillstand. Giftig kläffend steht der Hund zur Fahrerseite, bereit seine Hauer in das erste Stück Fleisch zu hauen, welches dem Fahrzeug entspringt. Von den Stufen der Behausung erschallt im minutentakt ‚Fluffi aus!‘ während ich peinlich genau irgendwelche unbedeutenden Zettel sortiere um noch etwas länger auf der grünen Meile zu gehen, dem sicheren Tod noch ein paar Sekunden aus den alten Knochen zu leiern
Die Tür schwungvoll öffnen und ihn ausnocken? Den Crocodile Dundee geben und mit eisernem Blick den Köter in die Knie zwingen?
Nur nicht zeigen, dass man Angst hat. Pha! Aus Prinzip habe ich vor nichts Angst. Und wenn dem so wäre würde ich es nicht zeigen, aus Prinzip. Es sei denn Schlangen, aber diese Geschöpfe sind auch suspekt. Bewegen sich ohne Beine, töten aus purem Spass an der Sache und haben solch lidlose, tote Augen, dass man Sauron sofort mit Mary Poppins vergleichen und die Nachkommen in die Obhut geben würde.
Also, ich gestehe, vor Hunden habe ich einen gewissen Respekt, der Laie möchte dies als Angst interpretieren und wir haben wenige Zeilen vorher festgestellt wie intelligent Hunde sind, also werden sie in ihrer grenzenlosen Dummheit meinen grossen Respekt gewiss als Angst auslegen. Hunde merken dies, habe ich schon gehört. Ich bin willens, dies aufs Wort zu glauben.
Katzen mögen es nicht, wenn man sie anstarrt und ich drücke ihnen mein Vertrauen aus wenn ich den Blick abwende. Eine universelle Sprache, jede Katze weiss wie es läuft, aber Katzen sind ja auch klug. Starre ich diese kläffende Blödheit auf vier Beinen an, fühlt er sich provoziert und da er kein ‚Hesch Problem, Mann?‘ zu Gehör bringen kann, springt er mir einfach an die Kehle. Ignoriere ich ihn, glaubt er ich hätte Angst und bringt seine Überlegenheit dadurch zum Ausdruck, dass er mir an die Kehle springt. Er will nur spielen, würde der Ruf im Rauschen meines pulsierend strömenden Blutes ersticken.

Sitze immernoch hier, während das Fenster beschlägt, weil sich das Vieh heiser kläfft und in spielerischer Absicht mit seinen rasierklingenscharfen Krallen das Firmenlogo von der Tür kratzt. Ich höre schon sich auftrennendes Blech. Eine Katze faucht, man zieht sich zurück und die Sache ist klar. Nicht ein Hund, der kläfft sich die Kehle aus dem Stachelhalsband, man kann sich verhalten wie man will, entweder fühlt er sich bestätigt oder provoziert, Hauptsache Lärm.

Früher hatte ich einen Lehrling, welcher sich solcher Situationen annahm. Einerseits hielt er grosse Stücke auf diese Biester, sie pinkelten vor Freude beinahe gemeinsam auf den Vorleger, anderseits war er flink wie ein Wiesel und wäre mit seinen kurzen Beinen schneller als ein Eichhörnchen, die mochte er ebenfalls, auf dem nächsten Baum gewesen. Ein ganz famoser Bursche und ich vermisse ihn nicht nur wegen seiner hundepsychologischen Fähigkeiten.

Irgendwie habe ich es noch immer aus dem Wagen geschafft, in Clint Eastwood-Manier den extra langen Fünfer-Schlitzschraubenzieher lässig in der Metertasche tragend, die Hand bedrohlich über dem roten Griff schwebend.

Irgendwo auf der Welt ist gerade zwölf Uhr Mittags.
Staub bedeckt meine Caterpillar, während seine Hinterläufe leicht im Sand tänzeln.
Blasse Farbe auf einem verwitterten Schild, ‚Jeden Sonntag Zopf ab 9 Uhr, mit eigenen Eiern‘. Es schaukelt im leichten Wind, das Geräusch der Scharniere unterbricht die Totenstille mit schauerlichem Kreischen. Leise, anschwellend und abrupt wieder verstummend. Immer wieder.
Im Korral scheut ein Pferd, schlägt die Hufe in den Staub. Ein Bauer muss umhergehen, denn der Duft von frischer Jauche strömt um meine Nase. Die Sonne blendet, ich ziehe die Mütze tiefer in die Stirn. Feststellend, dass selbige keinen Schirm hat, aber die Gestik ist an Dramatik nicht zu überbietend.
Ein Traktor bewegt sich zur Linken in mein Blickfeld. Klein und grün. Mit einer gelben Schaufel und schwarzem Schalensitz, das ganze Gefährt keine fünfzig Zentimeter hoch. Fendt, 24 Valve. Auf dem Hänger, rot mit grauen Rädern, nehme ich Bewegung wahr. Ich lasse mich nicht beirren. Meine Augen zu Schlitzen verengt nehme ich den Hund ins Visier, er zeigt seine Reisszähne.
Ein Papiersack hebt sich aus dem Hänger. Blau. Mit weisser Schrift. UFA ‚Das Futter stimmt!‘.
Es ist kein Rathaus hier, keine Turmuhr, kein Klicken, kurz vor dem Sprung uf die Zwölf. Aber wir wissen es beide. Wenn der Sack zu Boden fällt, zählt nur noch die Geschwindigkeit. Muskelkraft wie ein Bär, die Schnelligkeit eines Pumas, die Reaktion eines Murmeltiers, die Instinkte eines Mungos, gegen einen von der Evolution übergangenen Haufen Fell auf vier Pfoten mit seinen Zähnen.
Der Staub wirbelt auf, mit dem Fallen der UFA ‚Das Futter stimmt!‘-Tüte, prallen wir aufeinander, das Krachen muss über Niederwil, bei Altiken, bei Andelfingen, bis nach Volken, bei Berg am Irchel, gehört worden sein. Stemmen die Beine in den Boden…

Hätte, wäre, wenn; Es ist ja nicht so, dass einem der Höllenhund aufrichtig gegenüber steht.
Nein, er fletscht die Zähne um einem, den Schwanz die Genitalien bedeckend zwischen die Hinterläufe geklemmt, zu umrunden. Blickt man ihm nach, suggeriert man Angst, bestätigt ihn und er beisst einem in den Arsch. Ignoriert man ihn, beisst er einem in den Arsch, weil in seinem bescheidenen Geist einfach nichts dagegen spricht.

Irgendwann wird das Vieh am Halsband genommen und in ein Zimmer gesperrt. Trotz seiner bescheidenen Fähigkeiten nimmt die Erkenntnis überhand, dass er wegen diesem Fremden in Schwarz in die gute Stube gesperrt wurde. Sitzt zwischen Gummistiefeln und dem Speckbrett an der Wand. Fünfundachtzig Jahre Turnverein Gumpetswil, dem getreuen Helfer Konrad. Nebenstehend ein Foto von einem Herren in Keilhose, Feinripphemd – Schweizerische Kreditanstalt – und Schirmmütze. GVS Gisenhard. Bei Truttikon. Bei Ossingen.
Sitzt und wird immer agressiver.
Bei jedem Passieren des Flurs wirft er sich gegen die Tür, der Rahmen zittert in Gebälk und ich weiss genau, wenn das gute Schloss der Schmiede Oberneunforn nachgibt, bin ich ein toter Mann. Die Katze umstreicht schnurrend die Beine, es gibt eine voll verrechenbare fünf-Minuten-Streicheleinheit. Katzen sind klug, beinahe unheimlich klug. Darum muss man sie auch nicht an Ketten legen, mit ihnen nicht zur Schule gehen und sie nicht registrieren.

Und sie verräumen ihre Scheisse selber, das wollen wir mal nicht vergessen, was für eine Überleitung.
Lehrte ich vor einiger Zeit eine Dame kennen. Etwas verstockt aber an sich ganz nett. Blond und schlank, eine Dänin eben. War zum Kaffee geladen, drückte mit dem Glockenschlag auf die Klingel, in der Hand eine Tüte Croissants, Schokogipfel, Berliner, Teilchen; Dänen stehen auf Süssgebäck, man bereitet sich schliesslich vor. Während die Klingel im modernen Betonbau die letzten Töne spielt, kläfft es giftig durch die Türe. Rechts und kehrt, über das Geländer springen und wie ein Schuljunge von dannen sprinten?
Die Klinke senkt sich, zu spät. Statt ein blondes, dänisches Model springt mich ein Flusenteppich mit platter Schnauze auf vier Beinen an. Es gereicht ihm einzig zum Vorteil, dass er zu klein ist um richtig zu stinken, so wie man es von einem Hund erwarten würde. Versteht mich nicht falsch, er stinkt selbstverständlich schon und toppt in Sachen Mundgeruch beinahe meinen ex-jugoslawischen Mitarbeit nach seinem bezwiebelten Standard-Werktagsmittagessen, nur eben nicht so stark wie ein nasser Schäferhund.

Eine Katze sitzt einem auf den Schoss, wenn man dies nicht mag geleitet man sie zu Boden und sie trollt beleidigt von dannen.
Einem Hund, welcher seine manikürten Krallen an meinen teuren Jeans wetzt ist man gnadenlos ausgeliefert. Von der gegenüberliegenden Seite des Tisches erklingt wohl im minutentakt ein ‚Ssssscht!‘ abwechselnd mit einem ‚Niiiicht!‘, den kleinen Kläffer interessiert dies nicht im geringsten. Mit eifrigem Kläffen und Kratzen verhindert er, dass auch nur halbwegs ein vernünftiges Gespräch in Gang kommt. Und wie soll man sich auf das einstudierte Balzen konzentrieren, während man im Augenwinkel einen kleinen Accessoire-Hund sieht, welcher seinen juckenden Anus über den Läufer zieht?

Das blonde Gift springt peinlich berührt auf, den Hund in seinem Tun zu stoppen und während man noch hinterher schaut um auf den Hintern zu starren, verflüchtigt sich der Eindruck wie eine Seifenblase im Ventilator. Man presst die Augen zusammen, schüttelt den Kopf unmerklich und schaut nochmals hin.

Haben sich nicht sämtliche Phantasien jetzt schon im Raum verloren, dann spätestens wenn sich die Dame bückt.
Draussen im Grünen.
Und mit der Hand in einer kleinen Plastiktüte Scheisse vom Gehweg klaubt.hunde

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Kroatien schafft Arbeitsplätze in der Schweiz

Starten wir doch gleich mit den kantonalen Sparbemühungen 2014.
Der Kanton ersucht den Souverän, also Dich und mich, um einen Kredit von 500’000 Franken. Diese halbe Million wird benötigt, um Vorschläge für eine Strukturreform der Verwaltung auszuarbeiten. Respektive, die Varianten einer Reform werden uns mit der Anfrage vorgelegt, dieser Batzen wird für das Ausfeilen der Feinheiten benötigt.
Wir bezahlen 4000 Staatsangestellte in unserem kleinen Kanton und es findet sich niemand, welcher dieses Projekt im Rahmen seiner normalen Tätigkeit angehen kann?

2,8 Prozent, 2,9 Prozent, 3,2 Prozent und 3,5 Prozent.
Das Milchmädchen würde anhand gleich benannter Rechnung von einem Trend sprechen, es entzieht sich meiner Kenntnis, wieviele Werte vorhanden sein müssen um eine Linie als Trend zu deuten, doch teile ich des Milchmädchens Ansicht.

Dies wird dann wohl der Grund sein, wieso weder Marie das Milchmädchen, noch ich, der Handwerker, ein politisches Amt bekleiden. Uns fehlt einfach das Verständnis für Zahlen, die Fähigkeit Prognosen zu setzen und im Allgemeinen der Blick für das Gesamte. Insbesondere jedoch das Geschick, eine Tatsache zu drehen und wenden, bis sie dem entspricht, was wir schon immer gepredigt haben, oder zumindest ein untrüglicher Beweis dafür liefert, welche Richtung wir einzuschlagen haben.

Die Zahlen belegen den Anstieg der Arbeitslosenquote von 2011 bis Ende 2013. Da stolpert schon der Schildbürger; Nicht nur Vivaldi beklimperte vier Jahreszeiten, auch in der Schule wurde uns dieses Frühling-Sommer-Herbst-Winter-Prinzip gelehrt. Inklusive den saisonalen Eigenheiten, sind dies nun Schneeglöckchen, Erdbeeren, Kastanien oder das Skifahren. Wohl, durch beherztes Eingreifen der Menschen und einer Laune des Golfstroms, gefrieren in den USA schon einmal die Niagarafälle, in Europa hat im Januar der Pollenflug begonnen und während die Blaumeisen Nistplätze suchen, strecken die Zecken schon ihre Fühler aus. Dennoch, auf dem durch ein Lichtbild suggerierten Idealzustand, stirnseitig des Kalenderblattes Januar, wird uns immernoch versinnbildlicht, in welcher Jahreszeit wir uns nach althergebrachten Überlieferung befinden, auch wenn der Blick aus dem Fenster uns Lügen straft.
Nun gibt es jedoch noch eine weitere Saison, diese trägt wohl keinen Namen, aber sie erstreckt sich über Jahre. Das saisonalbedingte Ansteigen der Arbeitslosenquote, gemäss Seco, und wenn diese nicht wissen, wovon sie sprechen, wer dann?

Vielleicht noch der Bundesrat Johann Schneider-Ammann. So lehre ich von ihm, dass 150’000 Arbeitslose einer Vollbeschäftigung entspricht. Nicht nur dies zeigt, wie wenig ich von solcherlei Dingen verstehe, denn, gerade jetzt sei es immens wichtig, so der Volkswirtschaftsminister, dass wir Arbeitskräfte aus dem Ausland importieren, denn dies würde wiederum Arbeitsplätze schaffen. Es fehlt an Arbeitsplätzen, weil die Zuwanderung zu gering sei.
Eine Stelle im Volkswirtschaftsministerium ist jedenfalls vakant. Ein überzeugender Sprecher, welcher solche Theorien dem Volk glaubwürdig vermittelt, so dass auch der Heiri am Stammtisch versteht, warum der importierte Kroate wichtig sei, damit der Enkel welcher bei der Swiss-Arms soeben seine Stelle verloren hat wieder in den Arbeitsmarkt integriert werden kann.
Es sei wichtig, dass Unternehmen billige Arbeitskräfte importieren können, damit das eingesparte Geld wieder investiert werde. So bleiben wir wettbewerbsfähig und es gehe allen besser.
Zitat Bundesrat Johann Schneider Ammann:

Diese Argumente werde ich bei allen bevorstehenden Abstimmungen wiederholen, von der Masseneinwanderuns- über die Mindestlohn-Initiative bis zu einem allfälligen Referendum zu Kroatien. Sie werden von mir nichts anderes hören!

Dies brauchen wir doch, einen verbohrten, verzeihung, gradlinigen Politiker, welcher gebetsmühlenartig sein einstudiertes, trotziges Sprüchlein schreit. Versteht es oder glaubt mir einfach, denn ich habe einen Master of Business Administration.
Eine Stellungsnahme des Bundesrats zum Zusammenhang des bewussten Imports von billigen Arbeitskräften und dem Ausländeranteil von 48.3 % unter den als arbeitslos gemeldeten Personen fehlt leider.

In Schaffhausen werden dank der geschlossenen Firma Abbott, kein Mensch hat je davon gehört, bis sie 308 Arbeitsplätze strichen, jede Menge Produktionsmitarbeiter auf der Strasse stehen. Solche Stellen seien in der Schweiz schwer zu finden.
Es bestünde natürlich auch die Möglichkeit, dass solche Stellen rar sind, weil unter den 150’000 zugewanderten Arbeitskräfte im Jahr 2012 nur gerade 11% dem sogenannten, gewünschten und in der Schweiz anscheinend nicht auffindbaren, hochqualifierten Arbeitnehmer entsprechen und die übrigen 130’000 dem einfachen Arbeiter die Stelle wegschnappen.zuwanderung

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Fail-Compilation December 2013 by Twister Nederland TNL

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Warum ich kein Laborant wurde…

Um den Blog nicht vollends zum Verstummen zu bringen, ein Auszug aus meinem, noch zu bearbeitenden, Manuskript…

 

Es galt zu beobachten und die Erkenntnis schriftlich festzuhalten. Eine Ampulle, befüllt mit einer klaren Flüssigkeit, wurde auf einem Eisengestell über einem Bunsenbrenner platziert.
Als Farbenblinder befiel mich wohl die Angst, ich müsse eine Verfärbung erkennen, fand mich dennoch in einer fiebrig gespannten Erwartung ob einer bahnbrechenden Reaktion in besagtem Gefäss. Nach fünf Minuten meldete ich, dass hier etwas nicht funktioniere, es geschiehe nichts. Mit der erforderlichen Zurückhaltung, versteht sich. Ein kleines Husten, noch ein Räuspern, ein piepsiges „Siiiiie…“, selbstverständlich hatte ich den Namen der betreuenden Laborantin beim Schliessen der Tür bereits wieder vergessen.
Die überwachende Chemielaborantin trat mit ungläubigem Blick hinzu, sah mich an, betrachtete die Ampulle, wandte sich wieder mir zu und bemerkte, dass hier allerhand vor sich gehe. In einem Ton, welcher russische Truppen über die Tundra gejagt hätte. Mit Luchsaugen starrte ich in die Ampulle, nichts. Ich bedaure, aber ich sähe nur, dass ein paar Blasen aufstiegen. Vielleicht ein kleiner Blaustich, fügte ich leiser hinzu, obwohl ich nicht die Spur einer farblichen Veränderung bemerkte. Etwas blau ist nie schlecht, gleich jeden Verdacht im Keim erstickend, dass ich keine Farben erkenne. Ich hatte nicht nur die Augen eines Luchses, sondern auch die Schläue des Fuchses.
Erstaunt erkundigte sich die Dame, was denn dies wäre, wenn keine Reaktion. Ich solle Notizen machen und trollte wieder von dannen. Und blau sei da nichts, schallte es noch aus der Tiefe des Raumes, dass ich beinahe in die Kappelle stürzte.
Sass ich also da, auf einem Hocker ohne Rückenlehne und sollte siedendes Wasser beschreiben. Sie hätte mich mit dem selben Erfolg ermutigen können, beim Montagsmaler Würde zu zeichnen. Um das Blatt seiner vernichtenden Leere zu berauben notierte ich, dass langsam Blasen aufstiegen. Immer mehr Blasen. Bis zur Oberfläche. Dort schienen sie zu platzen. Neue Blasen. Wieder von unten.
Meine Notizen erschienen selbst mir zu dümmlich. Ich sah drei Varianten.

Erstens, die Dame geriet ob meines Protokolls in Verzückung und ich musste meine Faszination für diesen Beruf nochmals gründlich überdenken.

Zweitens, ich konnte für eine Ampulle siedendes Wasser nicht die erwartete euphorische Hingabe entwickeln und die Ausbildnerin musste meine Qualifikation für diesen Beruf nochmals gründlich überdenken.

Drittens, es geschah wirklich noch etwas, das ansatzweise schreibenswert erschien, wir fallen uns in die Arme und schliessen einen Lehrvertrag ab.

Wie der Zufall es wollte, ging der metallene Träger der Ampulle in Flammen auf. Nun, dies nicht direkt, aber er begann merkwürdig zu riechen und es stieg etwas Rauch auf.
Mit fiebrigem Eifer näherte ich mich dem Blasen werfenden Lack, schrieb von leichtem Schwindel befallen und mit tränenden Augen die Reaktion des Drahtgestells, verzeiht mir den fehlenden Fachbegriff, nieder. Nicht direkt Seite um Seite, aber ganz gewiss eine ordentliche Abhandlung. Bis zum Eintreffen der Laborantin, welche bemerkte, da wäre etwas nicht in Ordnung. Ich verkniff mir die Bemerkung, dies schon vor geraumer Zeit erwähnt zu haben.
Von den Dämpfen noch etwas benebelt nahm ich wahr, dass besagtes Drahtgestell noch ganz neu wäre und deswegen hier…
Ich kippte nicht komplett nach hinten weg, aber etwas übel war mir schon. Etwas Theatralik erschien mir nicht verkehrt, alles zum Wohle eines Lehrvertrags.
Ungerührt meiner bühnenreifen Präsentation des sterbenden Schwans studierte sie meine Notizen. Eine wunderprächtige Abhandlung über die Konseqzenzen eines dürftig legierten oder lackierten, so genau weiss ich dies nicht, auch im Werkunterricht war ich keine Leuchte, Drahtgestell, jede Konsumentenschutzsendung hätte diese detaillierte Beschreibung als mustergültige Mängelrüge anerkannt. Die Laborantin bemerkte trocken, mein Protokoll entspräche nicht der Aufgabenstellung.

Dies war das Ende meiner Karriere in einer Pillenfabrik namens Cilag.kosmos

 

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