Fail-Compilation November 2013 by Twister Nederland TNL

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Die Doris wirds schon schaukeln

Die Abstimmungen sind durch, das Volk hat weitgehend meine Meinung geteilt.

Ob der Aussage Doris Leuthard’s, dass nun eben der Benzinpreis angehoben werden müsse, fühle ich mich aber doch etwas veräppelt. Irgendwie müsse man die Ausbauten im Strassennetz eben finanzieren.
Natürlich, da sind immernoch die Milliarden aus den Mineralölsteuern und Mineralölsteuernzuschlägen, diese werden im Gegensatz zum Heizöl auf Motorbetriebsstoffe nochmals draufgehauen, im Umfang von fünf Milliarden, Stand 2012. Davon gehen 1.5 Milliarden in die Allgemeine Bundeskasse, sprich, in einen bodenlosen Beutel. Es wurde mit etwas über 300 Millionen zusätzlichen Einnahmen kalkuliert, falls wir die 150-prozentige Erhöhung der Autobahnbenutzunglegitimation angenommen hätten, welche man dem Strassenbau zuführen wollte. Vollumfänglich.
Nun, es werden dem Autofahrer fünf mal mehr Franken im Jahr abgenommen, welche für Bundesratsreisli oder ähnliches verballert werden. Man sollte annehmen, das Geld wäre da und der Automobilist deckt den Unterhalt seiner Strassen.
So einfach wäre dies nicht, wenn man Geld umverteile, müsse das Loch eben am anderen Ende gestopft werden, so Frau Leuthard, damit löse man kein Problem.
Das Problem welches sich stellt ist wohl eher, mit welchem Argument schröpft man den Autofahrer, wenn wieder Kohäsionszahlungen an die EU zu leisten sind.
Kohäsionszahlungen sind die Milliarden, welche wir in die EU schieben um neue Staaten, wie zum Beispiel Kroatien, bei ihrem Start zu unterstützen.
Das Zweckentfremden von Mineralölsteuern hat bisher ganz gut funktioniert, aber wenn der Vogt den Hals nicht vollkriegt, muss er damit rechnen, dass das Volk seine Ausgaben unter die Lupe nimmt.

Nun, der nächsten Milchkuh hängt man in absehbarer Zeit auch an die Zitzen.
Ich spreche von den Rauchern. Wir, ich darf mich dazu zählen, finanzieren 6 Prozent der AHV. Zusammen mit der Abgabe an die IV, finanzieren wir diese Einrichtungen mit stolzen 2.4 Milliarden, Stand 2012. Interessant, pro angezündeten Glimmstengel gehen 24 Rappen direkt an den Staat, der Händler hat gerade einmal 38 Prozent an einer Packung Zigaretten. Umsatz wohlgemerkt, nicht Gewinn.
Ein weiterer interessanter Fakt, der Tabakkonsum ist seit 13 Jahren rückläufig, im Jahr 2012 nahm der Staat dennoch 204 Millionen mehr als im Vorjahr ein.

tabaksteuer-vs-konsum

Wenn man als unbedarfter Gesundheitsminister diese Zahlen anschaut kann man nur sagen; Meine Damen und Herren, wir sind auf Kurs! Weiter so!

Wenn ich dies mit der CE-Branche vergleiche, wo sich die Gewinne umgekehrt proportional zu den Displaygrössen verhalten, man könnte sich in den Schwanz beissen.

Ob nun schrittweise oder als grosse Überraschung, Fakt ist, dass der Preis auf 11 Franken pro Packung angehoben werden soll. Alles im Dienste der Gesundheit, natürlich. Der zusätzliche Gewinn, darum geht es ja nicht primär,aber wenn einem das Geld nunmal in die Bundeskasse geworfen wird, soll vollumfänglich der AHV zugute kommen. Was ein Raucher mit der AHV zu schaffen hat erschliesst sich mir nicht ganz, gebe ich den Warnungen auf den Packungen nur 50 Prozent Wahrheitsgehalt, werde ich Weihnachten heuer nicht mehr erleben.
An sich ist es mir egal, Rauchen ist eine dumme Gewohnheit und wenn ich es doch nicht lassen will, ich wohne zehn Autominuten von der Grenze entfernt. Dort ist eine Packung bereits heute um 30 Prozent günstiger. Mitleid mit den regionalen Händlern? Nein. Wenn der Staat es in Kauf nimmt, dass um einer gefüllten Staatskasse wegen Arbeitsplätze hopps gehen, bei allem Respekt, da fühle ich mich nicht in der Pflicht.

Wenn der Staat da nur nicht etwas zu blauäugig ist. Plötzlich leben alle gesund, der AHV fehlen Milliarden und diese neuen Nichtraucher werden auch noch so alt, dass sie AHV beziehen. Ein Horrorszenario!

Als nächstes wird man wohl die Biertrinker mittels Steuer zu gesunden Menschen erziehen und Gastronomen in den Ruin treiben.
Wenn wir alle gesund sind, verbietet man den Eigenanbau von Gemüse und erhebt darauf eine Steuer.
Und falls alle Stricke reissen, bleibt immer noch der Autofahrer.

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Geballte Intelligenz im richtigen Blatt

Ein Halt-Signal bedeute, dass ich halten solle bis mir der Kollege die Weiterfahrt gestatte.

Man hat nie ausgelernt und falls man dies glaube, belehrt einem ein Herr mit Schirmmütze und leuchtender Weste schon eines Besseren. Besagter Kollege stand aber auch ausserordentlich ungünstig bei der Ausfahrt Schaffhausen Nord des Cholfirsttunnels. Die tief in die Augen gezogene Mütze sollte wohl den Knopfaugen im Milchreisgesicht ein düsteres Aussehen verleihen, betonte aber eher den spriessenden Pubertätsflaum am sanft geschwungenen Kinn. Wie dem auch sei, die ersten Stiefel noch nicht durchgelaufen, wirkte er wie ein Verkehrskadett in zu grosser Leuchtweste mit einem Patschhändchen zum Grusse erhoben.
Ich drosselte das Tempo, das gehört sich so wenn Kinder auf der Autobahn spielen, und gondelte elegant an ihm vorbei, was er mit konsterniertem Blick verfolgte. Drei Meter weiter vorne standen kleine Hütchen und ein bunter VW T4 im Weg, ich war genötigt auszuweichen, hielt an, liess das Beifahrerfenster hinunter und gewährte dem Schutzmann eine Audienz. Er konnte seinen Blick nicht von der Auslegeware auf dem Beifahrersitz trennen, fand jedoch keinen Punkt zur Beanstandung und entliess mich nach der einleitend genannten Belehrung.
Es war nicht einmal böse Absicht, aber die Idee, mein Fahrzeug an einer Autobahnausfahrt zum Stillstand zu bringen erschien mir ob der Gefährdung des nachfolgendem Verkehr jeglichem vernünftigen Menschenverstand entbehrend, dass ich schon gar nicht in Erwägung zog, dass mich das Milchreisigbubi ein solch dümmliches Tun heissen wollte.

Wie gesagt, man lernt nie aus.

Wo wir doch gleich beim am wenigsten ungeeigneten Standort, dies ist Beamtendeutsch, wären; Habt ihr die Atommülldiskussion nicht auch langsam satt? Strafe mich wohl gleich selber lügen indem ich darüber schreibe.
Der tote Gaul des Tiefenlager scheint der Verwesung nicht länger stand gehalten zu haben, nachdem Jean-Jaques Fasnacht und Spiessgesellen ihn das gefühlte tausendste Mal über die Bühne geschleift hatten, muss er langsam zerteilt und zerfleddert sein, man macht nun eben bei der Oberflächenanlage weiter.
Im gewohnten Stil, die Kirchtumpolitik treibt die buntesten Blüten. Man könne sie schon bauen, so man sie nicht sähe, es wäre wegen der Optik der Landschaft, zudem dürften keine Emissionen bei Bau und Betrieb auftreten.
Erinnert mich an Kasperli mit seinem goldenen Nienewägeli und dem silbernen Nüteli darin. So sieht der weinländerische Kompromiss aus.
Diesen möchte der Herr Markus Späth jedoch nicht unterzeichen, vielmehr sei er zu dem, Zitat, mutig und sachlich begründeten Entscheid gekommen, dass sich das Weinland weder für Tiefenlager, noch Oberlager eigne. Nicht weil er dies per se verhindern will, er leiste damit einen wertvollen Beitrag zur Sicherheit.
Wie die Sache auch immer ausgehen mag, gerade aus Sicherheitsgründen wäre es mir auch recht, wenn der Bauer Herbert mit seinem Bruder/Vater Jakob kein Nagra-Stellenangebot erhält und fortan mit radioaktivem Müll hantiert.
Aber solange die Nagra keine Entscheidungsvollmacht besitzt werden unsere Nachkommen noch über Tiefenlager diskutieren, während der Atommüll in AKWs und Spitälern unten im Keller zwischen Heizung und Elektroraum so unglaublich sicher irgendwie auch tiefengelagert wird.

Flüstern wir weiter.
Der Bundesrat möchte sogenannten Whistleblowern kein Gehör schenken. Respektive, der Kündigungsschutz für Tratschtanten soll nicht ausgebaut werden.
Die öffentlich Meldung über einen Missstand am Arbeitsplatz ist gar unzulässig, wenn der Arbeitgeber ein internes Meldesystem geschaffen hat.kummerkasten Für den folgenden Satz darf, nein, muss ich das Schaffhauser Intelligenzblatt zitieren.
„Ist keines vorhanden, darf der Sachverhalt nur gegen aussen offengelegt werden, wenn der Arbeitgeber auf die Meldung nicht reagiert oder wenn seine Reaktion offensichtlich ungenügend ist“homer-simpsonAuf deutsch, wenn kein Meldesystem vorhanden ist, darf ich nur nach aussen tratschen, wenn der Chef meine Meldung ignoriert.
Lieber Herr Neininger, herzliche Grüsse an den Lektor, dies nennt man eine Autophagie, die Selbstaufhebung einer Aussage.
Aber ich will Euch nicht in’s Handwerk quatschen, es gäbe ja bessere Texter als meine Wenigkeit, aufgefallen ist mir dieser Satz jedoch nach zwei Schluck Kaffee und dem Blick durch verschlafene Augenlider.

Man kann sich fragen, warum ich das Intelligenzblatt überhaupt noch lese. Nun, einerseits läuft das Abo noch, anderseits wäre es mir Morgens langweilig. Der Grund für das Abonnement begründete im Ursprung auf reiner Zweckmässigkeit. Die Zeitung war mit ihren drei Faltseiten in Sachen Gewicht und Form ideal, sie auch mit müden Gliedmassen zwischen meinen Kaffee und dem Antlitz der Dame gegenüber zu halten, um so aktiv an der Beziehung zu arbeiten, indem ich mir eine frühmorgendliche Oase der Abgeschiedenheit schuf.

Wo wir bei kreativen Textern sind, der Herr Dr Zapper, TV Junkie, mokiert sich über ständig wiederholende Casting-Shows, um daraufhin, wie jede Woche wiederholend, seiner abartigen Liebe zum „Tatort“, dieses Mal entlud sich seine Begeisterung gar in einem Höhepunkt, Ausdruck zu verleihen.
Nicht direkt ein Contradictio in adiecto, Widerspruch in sich – ebenfalls als Post It für den Lektor -, aber für ein Zeichen von ausserordentlicher Dummheit reicht es dennoch.

Geballte Intelligenz findet sich auch im Publikumsrat. Der Publikumsrat berät die Programmmacher von SRF und ist damit mitverantwortlich für die Qualität von Dr. Zappers Berieselung.
Die Leistung Hartmanns als Moderator verdiene ein grosses Lob. Allerdings störe man sich daran, dass er in der Sendung „Die Gipfelstürmer“ als bester Moderator gekürt wurde. Auch beim Radio hören befinde ein Teil des Rates das Programm als jugendlich, locker und unterhaltend, hingegen hätte das Programm kein Profil, wirke geschwätzig und übertrieben.
facepalmDoch, mol, mit solch konstruktiven Aussagen kann man doch weiter arbeiten.

Zu guter Letzt schrieb ein gewisser Felix Schwank, Scaphusia-Mitglied und ehemaliger Stadtpräsident, einen Nachruf auf Manfred Rommel. Könnte auch ein Primarschulaufsatz gewesen sein. Sieben Sätze begann er mit „Ich“, die Zitate des Wüstenjungfuchses, welche nahezu alle ebenso beginnen, nicht mitgezählt.
Kann man so natürlich schreiben. Und die SN ist die richtige Plattform dafür.

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Sanierung der Finanzen; Level Schaffhausen

Wie bekannt wurde, besitzt die Stadt Schaffhausen Geld um professionelle Papierflieger-Falter in ihrem künstlerischen Werken zu unterstützen, auf dass sie ja nicht arbeiten müssen und unseren elitären Wasserkopf erfreuen.
Kunst ist ja auch so eine hübsche Sache, eine Geschmacksache und über Geschmack lässt sich wohl trefflich streiten, aber keinen daran aufhängen. Es sei denn, man schwelgt in Nostalgie, da kann man politisch aus einer Reichkriegsflagge schon einmal ein Strick drehen. Wenn es den Wählern gerade gefällt. Man kann auch sympathisieren, so im grossen Kanton ein schnauzbärtiger Giftzwerg nach der Macht greift, dem Schweizer eigen ist da eine ungemeine Flexibilität. Auch und besonders den Schaffhausern, den einzigen Politiker mit Profil hat man nach Bern gesandt und da er dem Volksliebling Hurter nicht hörig am Rockzipfel hängt, wird er vom Schaffhauser Intelligenzblatt nach wie vor äusserst stiefmütterlich behandelt.

Schaffhausen ist am Geld ausgeben, aus welchem Zwischentopf die Summe stammt entzieht sich meiner Kenntnis, aber in erster Linie natürlich aus deinem und meinem Säckel. Letztes Jahr hat man sich dagegen entschieden, aber wir leben im Heute, so wurde beschlossen, dass man eine Viertel-Million investiert um siebenhunderttausend zu verdienen. Ich bin kein Zahlenmensch, aber klingt nach einer geilen Rendite. Und das tolle daran, du und ich bezahlen die Anschaffung, wie auch den Gewinn aus dem Teil.
Sieht aus, als hätte der pensionierte GF-Schlosser Herbert einen Anhängerdeichsel gefunden und anlässlich einer schlaflosen Nacht ein paar Fernsehverteilkästen zusammengeschraubt. Aber die Technik überzeugt!

kantonsfinanzen

  • Tracking Radar Sensor mit 3D-Radartechnologie
    3D ist immer gut, man geht mit der Zeit
  • Höchstmögliche Qualität beim Messergebnis
    Spielt keine Rolle, die beweistechnische Bringschuld liegt beim Angeklagten, da dies kostet beharrt eh keiner drauf
  • Optimale Rechtsgleichheit dank maximaler Messrate
    Siehe oben
  • Einfaches Verschieben und Positionieren durch nur 1 Person
    Schon seit Kleinkrafträder im grossen Stil kontrolliert werden, arbeitet die SH-Pol grundsätzlich nur im Team
  • Keine Einrichtmarkierungen oder Belegfotos notwendig
    Scheissegal, der Polizist hat eh immer recht
  • Optimaler Fotopunkt
    Könnte auch ein Mann im Kasten eine Kleinkindskizze erstellen, keiner lässt sich gegen Gebühr sein Vergehen fototechnisch beweisen
  • Optionale Videokamera
    Gute Option, falls ein Kasten wieder in Flammen aufgeht erhält das SHF endlich aktuelles Bildmaterial
  • 2 Messungen pro Sekunde mit Bilddokumentation
    Alternativ auch auf einem bemalten Papierflieger erhältlich
  • Flexible Robot Einschubtechnik für schnellen Standortwechsel
    Schnelle Standortwechsel bringen Beamten aus dem Takt und Unruhe in das Team, gegen Aufpreis kann dieses Upgrade bestimmt entfernt werden
  • Benutzerfreundliche grafische Bedienoberfläche
    Neu mit Knubbelbildchen und einem interaktiven Teletubby welcher durch das Programm führt
  • Fernsteuerbar via Netzwerkverbindung
    Da schaffen wir doch gleich eine Stelle für einen IT-Techniker
  • Fernbedienbares Positionierungssystem
    Zwei Polizisten überwachen vor Ort die Positionierung durch den eigens eingestellten IT-Techniker während Herr Caprez Radio Munot und Frau Schudel das SHF informiert, derweil Martin Tanner in seiner hämischen Art kundtut, die Raser sollen sich mal warm anziehen.
  • Hydraulisch absenkbare Achse
    Wir schaffen eine Mechanikerstelle
  • Vandalenalarm + Feuerlöscher
    Huch, ein Upgrade
  • Klappbare Deichsel
    Der Mechniker wird in einem dreiwöchigen Kurs in Interlaken weitergebildet
  • Überwachung mehrerer Fahrzeuge auf verschiedenen Fahrspuren
    Wir müssen den Tunnel verbreitern, ein deutscher Spezialist wird für die kostenplichtige Offerte angefordert, die GPK bezüglich Kostenüberschreitung auf Alarmstufe 1 gesetzt
  • Wartungsfreie Messtechnik
    Wir verkünden die frohe Kunde der Einsparungen, Frau Widmer-Gysel spricht Lob aus, das Parlament erhält Früchtekörbe und Mariano Fioretti ein Aisuma-Jahresabonnement

Schade, dass diese Möglichkeit der Geldbeschaffung dem Staat vorbehalten ist.

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Schaffhauser Medienlandschaft

Heute nehmen wir ein A4-Blatt, Stärke 150 und falten Papierflieger. Danach falten wir diese wieder auseinander und holen die Wasserfarben aus dem Schrank. Schön mischen, nicht zu dick auftragen. Wunderbar, lassen es trocknen und die Schönsten werden gerahmt. Pinsel auswaschen nicht vergessen, nicht alle auf einmal und nicht rumspritzen.
Nein, ich war nicht am Schulbesuchstag meines Patenkindes.

Mit einer solchen Scheisse verdient eine gewisse Marion Ritzmann 10’000 Franken. Bezahlt von der Sturzenegger-Stiftung und der Stadt Schaffhausen, welche anscheinend schon wieder zuviel Geld hat.
Und natürlich die Bewunderung.
Das Bild des Schaffhauser Intelligenzblatt zeigt Intellektuelle, knabbernd am Ohrbügel der dezenten Hornbrille, Poschette trifft im farblichen Kontrast derart auf das Foulard, dass sich selbst dem Farbenblinden die verbliebenen Zapfen aus der Netzhaut stehlen. Eine ergraute Dame mit androgynem Kurzhaarschnitt, den Oberkörper in einer Art Flickendecke wie sie meine Katze hatte, getragen über bunten Hosen aus Manchesterstoff Um die Erscheinung abzurunden stopfte man selbige in Wildlederstiefel, streng geschnürt mit flacher Sohle. In der Second-Hand-Tasche wird sich ein Hanffaserkleingeldbeutel aus dem WWF-Shop und ein leinernes Taschentuch mit der Sanftheit einer Röstiraffel finden.
Von Selwyn Hoffmann wurde diese Person ins Zentrum gesetzt. Stellvertretend für halb Schaffhausen, sprich rund 38’000 oder 17’000 Personen, je nachdem ob Kanton oder Stadt gemeint war, denn besagte Menge war nach den gewohnt peniblen Recherchen der Schaffhauser Nachrichten anwesend.

Was ist ihnen durch den Kopf gegangen, als sie ihren Namen hörten.
Mein Namen.

Was denken sie, wodurch hebt sich ihre Arbeit ab.
Dass man Kindergarten-Kunst rahmen kann.

Was bedeutet der Ernte-Kunstpreis-2013 für sie.
Money for nothing

Was für ein beschissenes Interview.
Ja, ich bin etwas stinkig auf das Schaffhauser Intelligenzblatt. Schreibt mir die UL dieser Redaktion doch diese Woche, meine kreativen Ergüsse seien ihres Blattes nicht würdig, da gäbe es Besseres.
Natürlich sei der Preis ein Antrieb, weiter zu wirken. Verständlich, zehntausend Bucks für sechs Papierflieger, da muss eine Oma viel stricken für. Grund genug für mich, auf Marion Ritzmann’s Homepage reinzuklicken und mich von den Werken fesseln zu lassen. Leider besitze ich keine Hornbrille um am Rahmen zu kabbern, mein Graslieferant trippelt gerade durch Südfrankreich und mit meiner ausgeleierten Trainerhose kann ich käumlich mit kartoffelgestempelten Foulards oder Krawatten mit Entenschnabelmotiven mithalten, dennoch versuchte ich die Werke auf mich wirken zu lassen.

waldsterbenWaldsterben würde ich dieses Kunstwerk taufen. A4-Factor nennt Frau Ritzmann dies. Und morgen protestieren wir wieder gegen die Abholzung des Regenwaldes.spruehunfallEtwas ähnliches habe ich in der Garage auch schon produziert, als ich mein Kinderfahrrad besprühen wollte. Zehntausend Franken habe ich nicht erhalten, dafür einen Eimer Wasser und eine Scheuerbürste. Wie soll man sich entfalten, wenn man schon in Kindheitsjahren ausgebremst wird?pinkelflaschenVielleicht liegt es an meiner Farbenblindheit, aber ich wurde sofort an Howard Hughes‘ Milchflaschen erinnert. Sein Geisteszustand wurde darauf hin schwer in Frage gestellt. Frau Ritzmann nennt dies Around the Corner.

Lassen wir das, es ist der blosse Neid, dass Faulheit und die Scheu vor rechtschaffener Arbeit auch noch honoriert wird.

Wenn wir schon gegen Meier & Cie. schiessen; Gestern legte Radio Munot einen Achtziger-Tag ein. Wie trendy…
Es ist kaum zu glauben, ich verzeichnete den ersten Tag, an welchem ich das beschissene Nah-Neh-Nah von den beknackten Vaya Con Dios nicht hörte. Hätte ich eine Trittleiter und keinen strengen Vermieter, ich würde unter einem grossen, schwarzen Kreuz sitzen. Eine weitere Sensation, aus dem Radio Munot-CD-Archiv…cd-archiv…schafften es die Musikredaktoren doch tatsächlich, einen ganzen Tag mit Schrott aus den Achtzigern zu füllen. Nichts gegen dieses Jahrzehnt, so dies SRF 3 oder SWR 3 macht ist es sogar mehr als cool, ja richtig gute Laune fördernd. Aber wenn auf Radio Munot Rahel (sprich Reitschel, keine Angst du kannst es nicht vergessen, sie erwähnt es im fünf-Minutentakt) mit ihren Äh und Öh über den Äther braust, hindert einem, wie jeden Tag, nur die Erwartung der unendlichen Steigerung der radiophonen Peinlichkeit beiwohnen zu wollen, panisch den Skalaregler zu drehen. Und, das darf man auch sagen, man wird nie enttäuscht.

Phu, endlich wieder einmal bloggen, wie einem die Zeigefinger gewachsen sind.

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