Ganz kurz zu den Abstimmungen

Bisweilen muss man nicht einmal lange warten. Bereits im Abstimmungsstudio um 19 Uhr äusserte sich Bundesrat Johann Schneider-Ammann zu seiner gewonnen Bratwurstabstimmung.
Die Angestellten in 24 Tankstellenshops dürfen nun die ganze Nacht zum Verkauf des gesamten Sortiments angehalten werden. Auf die Frage des SRF-Moderators, ob nun mehrere Shops aus dem Boden schiessen meinte der Bundesrat, mit einer solchen Entwicklung sei nicht zu rechnen, da unser Autobahnnetz momentan nicht weiter wachse.
Aber…
Selbstverständlich werden, gerade in Grenzregionen, andere Verkaufsflächen von diesem Gesetz profitieren. Nicht zuletzt entspräche das Sonntags- und Rund-um-die-Uhr einkaufen auch einem touristischen Bedürfniss, darauf wäre einzugehen.
Eine Hürde wäre somit genommen, aber selbstverständlich würden die Sozialpartner in die Planung mit eingebunden, dass eine Arbeitnehmer-verträgliche Lösung gefunden werde.

alfred-i-told-you-soUnsere Armee bleibt bestehen.

Also, die allgemeine Wehrpflicht. Allgemein auf die Männer bezogen. Auf Männer bezogen, welche auch wirklich wollen, denn wirklich müssen, muss ja keiner, dies hat unser Oberst schon während meiner Rekrutenschule – und die ist weiss Gott ewig her – gepredigt. Wir seien alle freiwillig hier.
Unsere Armee ist so sinnvoll wie der Tür-zu-Knopf im Fahrstuhl. Man benutzt ihn, keiner ist sicher ob dieser effektiv etwas bewirkt, aber er vermittelt einem die Illusion, dass man doch eine gewisse Handlungsfähigkeit besitzt.
In die Wehrhaftigkeit unser Armee setze ich soviel Vertrauen, wie ich ein Steinway-Piano geworfen krieg.
Aber dennoch ist die Armee ein Teil unseres Landes. Ein Relikt aus der Zeit der hellebardenschwingenden Eidgenossen. Ob dieses Wahren des Scheins einer wehrhaften Schweiz jährlich 4,7 Mrd. Franken, respektive ab 2016 5 Milliarden Franken, wert sei, darüber kann man streiten. Ganz gewiss braucht man keine Kampfflieger.
Ich gehe mit den Befürwortern einig; So keine Wehrpflicht mehr besteht, werden über kurz oder lang nur noch irgendwelche Balkan-Köpfe unsere Uniform tragen. Schweizer Jugendliche wollen Karriere machen oder vom Arbeitgeber wird es schlichtweg nicht mehr toleriert, dass einer freiwillig Militärdienst leistet.
Die Rekrutenschule hat wohl noch keinem geschadet. Und worüber wollen sich auch drei sich fremde Schweizer unterhalten, wenn sie gemeinsam an einem Tisch sitzen und keiner Dienst geleistet hat?

Mit dem Epidemiengesetz haben wir ein ordentliches Gummiband gut geheissen. So wirklich durchsichtig ist es nicht, wer wie jetzt zu welcher Spritze von welcher Behörde gezwungen wird.
Für mich massgebend ist, dass dem Bürger eine Entscheidungsmöglichkeit mehr genommen wurde, wir uns einen Schritt weiter der allwissenden, amtlichen Bevormundung unterstellt haben, die Pharmalobbyisten die Korken knallen lassen und mit den Krankenkassen anstossen, welchen die Begründung für die nächste Prämienerhöhung auf dem Silbertablett überreicht wird.

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Galenstock

Samstags durfte ich meinen Kletter-Mentor auf den Galenstock am Furkapass begleiten.
Um sieben Uhr morgens wird noch nicht mit Gletschergrottenbesucher gerechnet, daher umrundeten wir das Drehkreuz elegant. Wir gedachten auch nicht in die Grotte zu gehen, sondern darüber hinweg. Also nicht direkt, denn die Grotte ist mit Tüchern bedeckt, dass sie nicht dahinschmelzen möge.rhonegletscherIch war etwas entsetzt. Vor nicht einmal 20 Jahren spazierte man über einen Steg in den Gletscher. Heute muss man 30 Meter absteigen. Erzähl mir noch einer was von Klimalüge…

Gut, wir sind nun nicht auf Samtpfoten über den Gletscher, aber da müssten wohl viele Steigeisen trampeln um dem Eis wirklich zu schaden. Es macht schon Spass, die Eisen in das Eis zu treiben, über Spalten zu springen und den ultimativen Halt zu erleben. Ansonsten ist es eine etwas einsame Geschichte, da man um der Sicherheit willen eine Seillänge von gut 30 Metern entfernt voneinander geht.
Wir hatten einen kleinen Wettlauf gegen die Uhr, um vor dem Eindunkeln wieder zurück zu sein, sollten wir um zwei auf dem Gipfel stehen. Adi als der Fittere von uns ging zuerst voraus um Stufen zu schlagen. Ich gehe nicht so gerne auf Schnee, mit dem Einsinken und kleinsten Rutschen habe ich das Gefühl, für einen Schritt auf Fels, zwei im Schnee zu brauchen.
Für ein Teilstück wählte ich die Direttissima über den Fels, was sich infolge der Vereisung und dem erforderlichen Pickeln auch nicht als schneller herausstellte. Die Vereisung war das eine, der verantwortungslose Alleingang aber das wirklich Verwerfliche…
Nach kurzer Rast, Windchill minus irgendwas, ging es weiter hoch. Ein kleiner Götterquergang mit schönem festen Schnee, bis wir wieder knietief einsanken. Ein häufiges Abwechseln mit Spuren liess uns doch zügig voran gehen.
Es pendelte sich ein Rhythmus ein, mit Tunnelblick schlug ich Stufe um Stufe in den Schnee, bis ich mit einem Stopp-Ruf von hinten ziemlich sicher vor einem hässlichen Absturz bewahrt wurde. Wir waren nur noch wenige Meter vom Grat entfernt, der Blick nach rechts offenbarte die nicht zu knapp überragende Schneewechte.schneewechteWäre ich alleine unterwegs gewesen… Nicht auszudenken.
Wir begannen zu traversieren, der Schnee wurde beinahe minütlich matschiger, das blanke Eis kam zum Vorschein. Also setzten wir uns an den Hang, zogen die Steigeisen wieder an und kamen immer zäher vorwärts.
Drama pur, nach Höhenmesser noch fünfzig Meter unter dem Gipfel. Allmählich bewegten wir uns in dem Bereich, als ein Ausrutscher mehrere hundert Meter tiefer geendet hätte. Die Uhr tickte, die Sonne arbeitete gegen uns, trotz des Zeitdrucks beschlossen wir uns zu sichern, Eissschrauben wurden gesetzt.
Mein Kollege, mit einem ordentlichen Rucksack Erfahrung mehr als ich, marschierte weiter hoch, setzte Sicherungen, bis er etwa dreissig Meter unter dem Gipfel feststellen musste, dass das Eis mittlerweile so matschig war, dass keine Schraube mehr hielt.
Dumme Sache das, vielleicht bin ich etwas zu sehr Feigling, aber ich war froh über diesen Vernunftsentscheid, wenn es mich auch wurmte, so kurz vor dem Ziel umzukehren.
Ein paar hübsche Bilder konnte ich doch noch schiessen, von unserer Abseilaktion leider nicht. Es macht den Vorsteiger verständlicherweise nervös, wenn der Sichernde anstelle des Seiles die Kamera in der Hand hält.
Es wurden viele Variationen des Abstiegs umgesetzt, wobei das Rutschen auf dem Allerwertesten und bremsen mit dem Pickel im Schnee mit Abstand am spassigsten und schnellsten war.

Den Gipfel nicht berührt, aber war eine tolle Tour.
Selbstverständlich mit Sonnenbrand, es ging ja immer ein kalter Wind, warum sollte ich mich denn eincremen…

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Presseschau, ein fauliger Nachschlag

Gelesen am Freitag.

Die Schweiz öffnet den Syrern ihre Tore.
Fünfhundert sollen kommen, so die Bundesrätin Sommeruga am 5. September dieses Jahres.
Während die einen Bundesräte bisweilen ihr Mundwerk etwas zu lose haben, Stichwort „Aff“, scheint die Justizministerin mit den Tatsachen gerne hinter dem Zaun zu halten, oder uns für dumm zu verkaufen. So wurde am 4. September bereits beschlossen, dass Syrer ihre Familien nachziehen dürfen.
Nicht nur ihre Kernfamilien, sprich Ehegatten und minderjährige Kinder, nein; Wir sprechen von fünf, in Zahlen 5, Generationen Syrern die nachkommen dürfen. Der hier lebende Syrer darf seine Eltern, Grosseltern, deren auch der Frau, Kinder bis achtzehn Jahren, sowie Enkel und Kindeskindern, wie auch seine Geschwister und deren Familien, was wiederum die Grosseltern…
Auf die Gefahr hin, dass wir so noch nicht ganz Syrien eingeladen haben, kommen wir den armen Leutchen noch etwas entgegen. Sie müssen nicht beweisen, dass sie wirklich verwandschaftlich verbandelt sind. Eine glaubhafte Versicherung genügt unserer Regierung.
Die hier lebenden Syrer sind für den Unterhalt der Nachfolgenden verantwortlich. Dies klingt jetzt herzlos, doch hier springt der Bund und die Sozialhilfe im Rahmen des Asyl- und Ausländerrechts ein. Wie auch beim Flug und der Reisekosten allgemein.
Ich würde sagen, ein Rundumsorglospaket, wie es Hotelplan nicht attraktiver schnüren könnte.

Schilda in Reinkultur repräsentierte Frau Leuthard am Samstag.
Zusammengefasst bauen wir einen Tunnel neben einen bestehenden, um selbigen zu sanieren und den Neuen hernach wieder zu schliessen.
Kantonsschule, Studium der Rechtswissenschaften, Studienaufenthalte in Paris und Calgary, Bundesrätin mit einer halben Million Jahresgehalt; Dies scheint alles notwendig um einen solch ausgeklügelten Plan auszuhecken.
Es geht um den Gotthardtunnel, dieser mit den stundenlangen Staus. In zehn Jahren muss er saniert werden. Um den Verkehrsfluss zu gewährleisten, wird in dieser Zeit ein zweiter gebuddelt. Ist der erste Tunnel saniert, wird der zweite zur Hälfte geschlossen, sprich; Wir haben wohl zwei doppelspurige Tunnels, aber um den Verkehrsfluss niedrig zu halten, lässt man es wieder stauen und benutzt jeden Tunnel nur einspurig.
Aber wir freuen uns über die grössere Sicherheit und die doppelten Unterhaltskosten.
Ich bin gespannt, wie Europa diesen glorreichen Plan – den sollten wir wirklich rahmen und neben den Bundesbrief hängen – aufnehmen wird.

Die Kinder und ihre Berufswahl liegt den Schaffhausern sehr am Herzen. Wer gut mit Kindern kann ist ein guter Mensch und der Herr Amsler ist da gewiss der guteste unter den Guten.
So stromern die Jugendlichen durch das BBZ und „schnuppern“ in alle Berufe rein. Mauern, spachteln und hauen Nägel in Holz. Steht in der Informationsbroschüre auch, dass ein Handwerk in erster Linie der Wirtschaft dient und der Ausübende bestenfalls sich selbst über die Runden bringt? Dass man jegliche Zukunftspläne, welche über das ganz eigene und private Amusement hinausgehen in die Tonne treten soll, so man nicht wieder die Schulbank drücken will, worauf sich natürlich die Frage stellt, warum man denn vier Jahre lang mauern, spachteln und nageln soll.
Nun, der Staat hat seinen Schnitt gemacht. Als ich Donnerstags kurz das BBZ besuchte, flanierte ein Herr Polizist mit gezücktem Block und spitzem Stift die Hintersteig hoch und runter, nicht müde werdend, die Handwerker zu büssen, welche im Interesse der Schaffhauser Wirtschaft vor dem Gebäude hielten um ihre berufsständischen Gerätschaften auszuladen.
Was für ein provisionsgeiles, unverfrorenes Arschloch muss man sein…

Die Schaffhauser Werbeikone Rémy Guth geht in Pension.
remy-guth-werbung

Im Grundsatz habe ich nichts dagegen Schaffhauser zu sein, bisweilen ist es einem schon peinlich. In etwa, wenn man mit ortsfremden Leuten im Kino sitzt und ein Spot mit Rémy Guth über die Leinwand flimmert. Als wäre es gestern, entsinne ich mich an die Frage „Aber das isch jetzt nid en typische Schaffhuser, oder?“; Ich war gegenüber der Dame aus Winterthur etwas in der Bredouille, den Schaffhausen scheint diese trottelige Art der Werbung zu lieben, wir sollten uns wohl mit dieser Figur identifizieren können. Also war er nun der typische Schaffhauser und ich demzufolge ein fremder Fötzel im eigenen Land, oder ist der Rémy Guth ein Spassmacher, welcher sich selbst am amüsantesten findet? Ich konnte keine schlüssige Antwort geben. Aber macht euch selbst ein Bild.

Wurde euch als Kind auch nahegelegt, denn Teller leer zu essen, in Afrika verhungern letztendlich kleine Negerlein. Ja, als ich klein war, gab es noch Negerlein.
Widerwillig würgte ich die Speise herunter, glaube im Nachhinein jedoch nicht, dass deswegen ein Kinderlein weniger verhungerte. Aber es war wohl eine Frage des Prinzip. Was ich jedoch in meinem Rucksack hatte, man verschwendet keine Lebensmittel.
Es sei denn für Kunst, wurde ich in der SN am Samstag belehrt.erntedankBild Selwyn Hoffmann, geklaut bei der SN
Kistenweise, im Wert von mehreren tausend Franken, wird das Gemüse angeschleppt.
Die Vielfalt des Organischen und die zyklischen Prozesse der Natur, nicht als Abbild von etwas sondern die Sache an sich zeigen.
Mit anderen Worten, die Kisten Obst und Gemüse, im Wert von mehreren tausend Franken, werden hier aufgereiht und ausgestellt, das Verfaulen bildgewaltig in Szene gesetzt. Ein Pflanzenbiologe, ein Weinbauer und ein Architekt werden sich in Referatsveranstaltungen dem Kunstwerk annähern und sich darin vertiefen.

So nebenbei, wir haben ja Sparwochen, die Stadt unterstützt die Hallen für neue Kunst mit 60’000 Franken, sie stellt unentgeltlich Räumlichkeiten im Wert 320’000 Franken zur Verfügung und der Kanton schiebt nochmals 400’000 Franken hinten rein.
Damit sich selbst verwirklichendes, arbeitsscheues Gesindel sich in vertiefender Weise verfaulendem Gemüse annähern kann.
Gut, angesichts der Tatsache, dass in der KBA-Hard möglichst unauffällig kompostiert, jegliche Annäherung der Öffentlichkeit vermieden, dafür jedoch über 30’000’000 Franken reingestopft wird, sind die Künstler beinahe ein Schnäppchen.

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Die Presseschau

Legalisierung der Bratwurst; Ja oder nein.

Rund 24 Tankstellenshops sollen rund um die Uhr, sieben Tage die Woche öffnen dürfen. Respektive, offen haben sie schon, das Angebot ist einfach eingeschränkt. Es wird gesetzlich geregelt, welchem Verwendungszweck ein Artikel zugeführt wird. So darf wohl ein erwärmtes Fonduebrötchen veräussert werden, eine Fonduemischung und Brot jedoch nicht.
Staatlicher Nonsens, in der Tat, denn das Personal ist sowieso anwesend um Fonduebrötchen zu verticken.

So kann man argumentieren. Wäre da nicht dieser dumme Initiativtext…

…dürfen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auch sonntags und in der Nacht beschäftigt werden.

Wer mich kennt, der weiss; So etwas kann ich einfach nicht gut heissen. Nicht der Herr BP und Frau Shell dürfen sonntags und in der Nacht arbeiten, aber sie dürfen Leute beschäftigen.
Die Initiative wird kaum etwas daran ändern, dass der Mensch glaubt, rund um die Uhr einkaufen zu müssen. Es werden auch fortan Menschen ausgebeutet, welche einfach keine andere Möglichkeit haben, als mitten in der Nacht hinter eine Tankstellentheke zu sitzen.
Natürlich, auch ich nutze die Tankstellenshops, oder kaufte schon um halb acht im Rhy-Markt ein. Freitags rauschte ich an der Shoppingmeile Lyssach vorbei, abends um 21 Uhr noch Festbeleuchtung in der IKEA. Es ist einfach pervers und ich behaupte nach wie vor, dies kann sich nicht auszahlen. Vielleicht sollte ich nicht von mir auf andere schliessen; Aber ich kaufe doch nicht zweimal ein Pfund Brot, nur weil die Verkaufsstelle bis mitten in die Nacht geöffnet hat.
Also lehne ich die Legalisierung der Bratwurst um der Salami willen ab.
Wenn unsere Regierung eines wirklich beherrscht, ist es die Salamitaktik und für einmal halte ich es mit den Linken. Hinter dieser Initiative sehe ich nur einen Schritt zur Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten.

So gelesen am Montag.

Des weiteren will die Migros Markenartikel im Ausland einkaufen. Die Schweizer Importeure umgehen, im Dienste der Konsumenten natürlich.
Es ist klar, wann immer man einen Mittelsmann übergehen kann, fährt man günstiger, respektive, verdient sich eine goldene Nase.
Doch wenn ich es mir so überlege; Wenn die Erben Duttweilers – er würde ob solcher Gedanken im Grabe rotieren – sich den Dealer sparen wollen, warum soll ich diesen Weg nicht auch beschreiten, die Migros aussen vor lassen und direkt zu Edeka gehen?
Ach so, ja; Wenn der kleine Mann dies macht, schädigt er die Wirtschaft.

Dienstags wurde Frau Munz als Nationalrätin in Bern vereidigt.
Hatten sie die Dame kürzlich auf ihrem Wahlzettel? Eher nicht, da die letzten Nationalratswahlen zwei Jahre her sind. Da sicherte sich ein gewisser Hans-Jürg Fehr die Wiederwahl. Dieser wurde nun durch Frau Munz ersetzt, damit sie sich zwei Jahre lang profilieren kann, um die Chancen der Einsetzung durch eine reguläre Wahl zu erhöhen. Hätte das Stimmvolk Frau Munz im Nationalrat gewollt, hätte sie dann nicht auch die Stimmen erhalten? SP wähle ich aus Prinzip nicht, doch würde ich, ich käme mir veräppelt vor. Zumal Frau Munz betont, sie „…habe nicht vor, in Hans-Jürg Fehrs Spuren zu wandeln.“

Abt. Sparen beim Staat: Ratsmitglieder, welche mehr als 30 Minuten „Arbeits“-Weg haben, erhalten nun 180 Franken Übernachtungsspesen. Steuerfrei. Wer länger als 90 Minuten unterwegs ist, erhält gar noch eine Distanzentschädigung von 22.50 pro Viertelstunde über den neunzig Minuten, davon sind zwei Drittel steuerfrei.
By the way, gemäss Artikel 16.2 f im Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung ist ein Arbeitsweg bis zwei Stunden zumutbar. Ohne Entschädigung. Aber hier geht es auch um Arbeitende.
Wer sich detailliert über die Entschädigungen von unseren Parlamentarieren informieren möchte – Nationalräte erhalten bescheidene 130’000 Franken, Ständeräte immerhin 140’000 Franken – kann sich hier reinklicken.

Frau Sommaruga rief am Mittwoch zur Verhältnismässigkeit. Wer die käufliche Liebe mit einer Minderjährigen vollzieht, soll mit drei Jahren Haft bestraft werden. Die SVP wünschte sich wohl fünf Jahren, da aber die Kindstötung mit drei Jahren bestraft werde, könne man das Strafmass zum Schutz der Minderjährigen nicht höher stellen, so die Justizministerin.
Abgesehen davon, dass ich Befürworter der Todesstrafe bin, frage ich mich, wann hat die Verhältnismässigkeit in unserem Gesetz Einzug gehalten?
Gerade hinsichtlich des Verkehrsbussenkatalog und richtigen Gesetzesübertretungen.

A propos Verkehr; Wenn sich zwei Flugzeuge mit einer Distanz von 5,6 Kilometern – also eines über Neuhausen, eines über Siblingen, zum Beispiel – und einem Höhenunterschied von 150 Meter kreuzen, bedeutet dies einen Beinahezusammenstoss, welcher tagelang durch die Presse geschleift wird. So geschehen im Oktober 2010, drei Jahre später wünscht die Schaffhauser Regierung eine genaue Untersuchung des Vorfalls. Wer Zeit für solche Kinkerlitzchen hat, scheint mir unterbeschäftigt.
Wenn hier mal kein Sparpotential besteht…

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Eine sparsame Presseschau

Der Kanton muss sparen.
Wenn Sie oder ich sparen müssen, bedeutet dies, mit dem Einkommen besser wirtschaften, den Gürtel enger schnallen und jede Ausgabe dreimal überdenken.
Wenn eine staatliche Institution sparen muss, bedeutet dies, mehr Einkommen zu generieren. Da der Staat von sich aus jedoch für niemanden einen Mehrwert erwirtschaftet, noch etwas erschafft und sich in den Jahrhunderten von einer verwaltenden Institution zur beherrschenden Übermacht entwickelte, muss er die einzig verfügbare Quelle anzapfen, seine Erschaffer, den Bürger.
Es war absehbar, dennoch kann ich mich des Bildes nicht erwehren; Ein kleines dickes Kind kommt daher, den Mund schokoladeverschmiert, die Taschen ausgebeult von BonBons, eine Zuckerstange im Mund und die kleinen klebrigen Fingerchen ausstreckend, man brauche mehr Taschengeld um Süssigkeiten zu kaufen.

Vielleicht müssen wir uns selber an die Nase fassen. Wählen wir regelmässig irgendwelches Studentenpack in die Regierung. Oh, sie sind gewiss ganz kluge Köpfe, uns allen weit überlegen.
Bisher bestritten sie ihren Lebensunterhalt mit Papas Geld und so dieser einmal einen schlechten Tag hatte und den Hahn zudrehte, auch das Jammaern bei Mama nicht fruchtete, jobbt man halt mal eben etwas um sich den Urlaub zu verdienen. Klappt doch ganz gut, das mit dem Arbeiten wäre an sich gar nicht so schlimm. Aber eigentlich musste man noch nie einen Finger krumm machen, um solchen Firlefanz wie Steuern, direkt und indirekt, zu begleichen.
Was zuhause im Hotel Mama mit Bankomat Papa ganz gut funktioniert, setzt man 1:1 in die Politik um. Man erhält fremdes Geld, für welches man weder was leisten musste, noch sich bemühen muss, mit selbigem haushalterisch umzugehen, denn wo dies herkommt, da liegt noch mehr und wenn es knapp wird, holt man selbiges eben auch noch. Man hat die Macht dazu.

Man hat kein Geld, aber beginnt doch den Freien Platz zu gestalten. Als erstes mit dem Vorschlaghammer rein, Bushäuschen weg. Ach so, der Sommer kommt, mit dem Sommer die Touristen, wir vertagen das Bauen. Bestell doch schnell ein neues Bushäuschen, wir brauchen wieder eines.
Kostet ja nichts.
bmw-polizeiDrei Liter Hubraum, 200 Pferdestärken. Arrrh arrrh arrrh!
Wir haben kein Geld, aber die Polizeit braucht neue Fahrzeuge. Lass uns einkaufen gehen. Kostet ja nichts.

Wo wir gleich dabei sind, die Polizeitätigkeit bedarf grösserer medialer Präsenz, lasst uns eine zusätzliche Polizeisprecherin engagieren.
Überhaupt, das Verwalten der Bürger wird immer stellenintensiver. Dieses Jahr wurden 70 zusätzliche Stellen geschaffen, wir werden nun von sage und schreibe 4150 Personen betreut oder, auf 20 arbeitende Bürger kommt eine Kantonsstelle um den Bürger zu verwalten, betreuen, kontrollieren und betreiben. Dies kann keine Vollzeitstelle sein, so viele Anliegen hat man nicht an den Kanton, was mich zur Vermutung führt, dass ordentlich viel Stellenprozente dazu aufgewendet werden, sich selbst zu verwalten.

Es wurde nun eine externe Firma beordert, arbeiten bestimmt für Vergelts-Gott, um das Sparpotential des Kantons zu ergründen. Ich werde mich auch ein wenig darauf achten, abgesehen davon, dass ich die Regierung schon zu aufgeblasen finde. Wir haben sechzig Kantonsräte, welche sich neben den Cüplianlässen fünfzehnmal im Jahr treffen. Man kann das Wirken von gerade mal gefühlten zehn Stück verfolgen, was die restlichen leisten wissen die Götter.

Letzten Mittwoch wurde die Frontseite der SN etwas gar unglücklich gestaltet. Mittig oben wurde von Schweinsäuglein Widmer-Gysel die Steuererhöhung kundgetan.
Mittig unten ein Bericht über elf Jugendliche à la Carlos, welche zum hätscheln ausserkantonal vergeben werden, für knapp drei Millionen im Jahr.
Im Gefängnis könnte man für dieselbe Summe das Doppelte unterbringen, wobei ich mich wiederum fragen muss, wie sich 350 Franken Gefängniskosten im Tag zusammensetzen. Beinahe soviel wie ich, inklusive aller Versicherungen etc, meinen Chef am Tag koste, aber ich bringe noch Geld herein!
Muss ein schönes Leben sein im Knast, ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass in Guantanamo so viel für einen Insassen aufgewendet wird. Ja, wird, den Friedensnobelpreis hat der Obama als Vorschusslorbeere schon einmal eingestrichen, von den drei Camps – klingt wie Ferienlager – wurde jedoch gerade einmal eines geschlossen.
Guantanamoverhältnisse seien unmenschlisch und in unseren Gefängnissen nicht zumutbar? Nun, vielleicht sollte man dann einfach zusehen, dass man nicht in das Gefängnis kommt, wäre vielleicht eine Motivation.

Aber; Der Fall Carlos sei ein tragischer Einzelfall. Also nicht der messerstechende Jugendliche, sondern das Careteam für 30’000 im Monat.
Alle anderen Massnahmen hätten versagt, nur die Luxusversorgung zeigte Wirkung. In 1,5 Prozent der Fälle käme dieses Camp Holiday zur Anwendung.
Hätten versagt… Erklärt mir dies bitte. Wenn dieser Typ einfach nicht die Regeln des Miteinander in seinen Quadratschädel kriegt, dann sperrt ihn doch weg. Für einen
normalen Menschen ist dies einfach nicht nachvollziehbar. Sprenge ich die Steuerbehörde in die Luft und lasse durchblicken, dass ich dies jedes Jahr wieder machen würde, was geschähe dann mit mir? Geschlossene Anstalt denke ich, denn an sich wäre er ein fleissiger, gesetzestreuer Bürger, er sprengt einfach jeden Juni die Steuerbehörde in die Luft. Also, wo liegt das Problem? Es gibt nunmal integrationsresistente Menschen, also nimmt man diese aus der Gesellschaft.
Eine unschöne Ausnahme, ein tragischer Einzelfall… Wohl eher ein tragischer Einzelfall von verpatzter Zensierung. Ohne die Reportage über einen trotteligen Jugendanwalt, hätte die Welt nie von Carlos erfahren.

Vier Milliarden haben wir der EU schon bezahlt, fünf Milliarden seien noch geplant.
Wir erkaufen uns dafür Vorteile, welche ansonsten nur Mitglieder vorbehalten seien. Dies die Antwort des Bundesrates auf eine Anfrage von Ständerat Thomas Minder.
Es fliesse auch Geld zurück, aber dies sei schwer bezifferbar, über alle möglichen Fonds, Trusts, na ja sie wissen, das ist alles ein bisschen kompliziert, aber das Wichtigste ist, dass die Zukunft des Landes gesichert ist.

Über Geld sprachen auch ganz wichtige und reiche Leute an den 10. Wirtschaftsimpulsen in Schaffhausen. Frau Widmer-Schlumpf zum Beispiel. Leider sprachen sie am Freitag, musste ich arbeiten, aber ich bin ja auch nicht die angesprochene Clientel, von Geld verstehe ich nichts. Ich muss es einfach heranklotzen, damit Leute damit arbeiten können, welche an sich nicht so gerne arbeiten.
Und darum stehen sie am Freitag mit dem Cüpli, es gab auch Eisspeisen, vor das Stadttheater und tauschen sich aus. Jean-Claude Biver hätte ich allerdings noch gerne gehört. Sieht aus, als hätte Gerd Fröbe mal was mit Schweinchen Dick gehabt, aber in seiner Art Dinge zu erklären liegt was faszinierendes und obwohl er ein blöder Kapitalist ist, ziehe ich meinen Hut vor seinen Leistungen.
Allerdings, wer die Kohle und etwas Glück am Hacken kleben hat und zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist, kann gut referieren, wie gut unsere derzeitigen Chancen stehen und was man zu tun hat. Die Leute fressen einem aus der Hand, denn er ist ein Selfmade-Millionär, der weiss wie es läuft.
Wann wurde ihnen zum letzten Mal eine Uhrenmanufaktur für 20’000 Riesen angeboten?

Das Weinland will keinen Atommüll.
Ja, nur noch am Rande, aber man debattiert immernoch über diesen Schrott. Und ich schreibe immernoch über diesen Schrott.
Also es ist nicht so, dass sie ihn nicht wollen, aber das Weinland eigne sich einfach nicht. Ein Anlage dieser Grösse würde die intakte Landschaft stören, es gäbe nichts vergleichbares und die Bauordnung liesse dies schon gar nicht zu.
Eigentlich sucht man nur noch den Satz; Die Gemeinderäte bedauern es sehr, aber…

Beinahe zeitgleich möchte die texanische Firma eCorp International in Humlikon nach Erdgas bohren, mit offenen Armen werden sie empfangen. Gesetzt der Fall, das gasförmige Gold würde strömen, ich wäre sehr neugierig, ob eine Anlage dieser Grösse die intakte Landschaft stören würde und es nichts vergleichbares gäbe, ganz zu schweigen von der Bauordnung, welche dies gar nicht zuliesse.erdgas-foerderungUnd mit einer merkwürdigen Antwort, so gelesen in der heutigen SN, beschliessen wir die Presseschau.

Der Stadtrat bestätigt, dass in in Herblingen genügend Schulen vorhanden seien, dem Bevölkerungszuwachs genügen und keine Ausbauten notwendig seien.
Es muss nur eine Primarklasse ins Stadtzentrum verlegt werden, eine Schulküche würde in ein Klassenzimmer umgebaut und neue Gruppenräume müssen erstellt werden.

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