Hat sich stets bemüht

Dem Schreiben sollte ich wieder mehr Zeit einräumen.
Wohlan, meine Muse hat gekränkt ihr Bündel gepackt, meine neue Ernährungsgewohnheiten scheinen den sinnlos agierenden Organismus zu beflüglen sich an meinen Synapsen zu laben und deren Neubildung steht mein täglich Tun in seiner fortschreitenden Dümmlichkeit, übertroffen nur durch das Endprodukt in seinem vollumfänglichen Unnütz gar grob im Wege.

Im Gegensatz zu meinen künstlerischen Ergüssen, steht die wachsende Besucherzahl, was natürlich einen moralischen Maulkorb über meine zwei Zeigefinger schiebt; In der Tat, das Manifest meiner ungebildeten Persönlichkeit stelle ich durch die mechanische zur Schaustellung meiner schreiberischen Tätigkeit gleich selber aus, so mir jemand über die Schulter gucken würde – wohl übte sich die mehr als nur dezent parfümierte, mit Kajal in feinster Stukkmanier und einem dispersionsähnlichen Hauch von Lidschatten tragende Frau Ganz  im Rahmen ihrer beringten, manükierten Wolfskrallen und leicht vernebelten pädagogischen Fähigkeiten dem kleinen Jungen das Zehn-Fingersystem beizubringen – Bemühungen, welche nur durch ihr monumentales Scheitern übertroffen wurden.
Dennoch möchte ich behaupten, meine Fähigkeiten, des blinden Schreibens mit zwei Fingern, ist beeindruckender, denn der studierte Bewegungsablauf des gesamten Fingerapparates, dessen Bemühungen in einem rekordverdächtigen Tempo Zeugnis der eigenen unglaublichen Fertikeiten – wir sprechen immer noch der Anreihung von Buchstaben im Rahmen der rückgestuften, integrationskonformen Grammatik, basierend auf das Gottvertrauen der Fähigkeiten der microsoftbeschäftigten Rechtschreibeprogrammierer – doch stets im stakkatohaften Hämmern auf die Backspace und Rückfall auf das Zweifingersystem, bei Passworteingaben insbesondere, endet.

Passwörter, die illusorische Streitmacht zwischen den lustsüchtigen Spannern und der eigenen, vor Scham verborgenen Blösse. Die Menge an zufällig generierten Phrasen, in ihrer Verzwicktheit gespickt mit Sonderzeichen, Zahlen, Umlauten und niedlichen Rubbelbildchen suggeriert uns Sicherheit.
So sicher, dass wir gar selber das iftah ya simsim zu unserem digitalen Felsentor verlegen, es uns der Sicherheit halber notieren, mit allen anderen Losungen, selb brisanter Schatz wiederum mit einem Geheimwort schützen, nur um bei jeder versuchten Durchschreitung des Torbogens, vom virtuellen Portier ob unserer Vergesslichkeit einen neuen Schlüssel aushändigen zu lassen. Welchen natürlich nur wir besitzen und wieder in besagte Schatztruhe legen.
Sprich Freund und tritt ein, hinein in unser ganz kleines, eigenes Reich in der zuckerbergischen Mietskaserne, deren Schutz und Privatsphäre unser höchstes, allerheiligstes Gut ist, weil deren Wichtigkeit im für Proleten geschaffenen Halbwissenforum einem mit der vierzehntäglichen Regelmässigkeit über die zwölfmonatige Saure-Gurkenzeit hinwegträgt.
Unser kleines, ganz privates und geschütztes Reich mit einer Fensterprostitution, dass die Walletjes vor Neid erblassen würden.

So flatterte mir aus der aktuellen Weltwoche ein Bogen starkes Papier in den Schoss, welchen ich mit einer Unterschrift versehen nach Flaach zurückschicken möge, damit eine Handvoll lic.jur sich für den Schutz meiner Privatsphäre, insbesondere des Bankkundengeheimnisses einsetzen möge.
Solcherlei beamtentechnische Bemühungen meiner Wenigkeit betreffend, würden in Hinblick der Rendite gar noch den betriebenen Aufwand, der Überprüfung ob Einhaltung meiner bürgerlichen Pflichten, hinsichtlich meiner Stimmabgabe zu politischen Fragestellungen übertreffen, welchen sich der Staat mit drei Franken entlöhnen lässt. Kleine Anekdote zum gläsernen Bürgern.
Meine Privatsphäre hinsichtlich Vermögenswerte liegt mir am Herzen, wie die morgendliche Hinterlassenschaft im Abtritt; Menschen, welche auf ihrem Geldstapel schlecht schlafen, beheimatet in der elitären Gesellschaftsschicht, schauen gerne über den Proleten hinweg, woher also das plötzliche Interesse an dessen Unterschrift.

Auch die Nato will mich schützen, mit einem Raketenschild, ich bin entzückt. So ein durchgeknalleter Iraki eine ballistische, nuklearbestückte Rakete auf mein schweizerisches Bankhaus abschiesst, bemerkt dies der Barack und schiesst die Rakete noch im All ab, da treibt diese nämlich, deswegen ist es eine ballistische Rakete.
Dies dämpft den Spass am Raketenschiessen natürlich ordentlich, weswegen dann auch der Herr Putin dem Herren Obama gesagt hat, er könne sich betreffend atomarer Abrüstung mal gepflegt zungentechnisch an seinem russischen Hintern verlustieren.
Die Gesamtzahl atomarer Sprengköpfe solle auf 3100 reduziert werden, die der mechanischen Sherpas, namentlich Trägerraketen, auf 1600. In dieser Rechnung fehlen natürlich alle Revoluzzerstaaten, welche aus dem Nebenprodukt eurer dentalen Röntgenfotografie in einer Hinterhofküche eine Massenvernichtungswaffe bauen, man beschränkt sich auf die russische Supermacht und der globalen Polizei jenseits des Atlantiks.
Dreitausendeinhundert nuklearer Sprengköpfe, man muss sich dies einmal vorstellen, ich bin kein Nuklearphysiker, noch nicht einmal ein guter Elektroniker, aber mir scheint, dies würde reichen, die Erde einmal zum Mars und zurück zu bomben. Unweigerlich schiesst mir die Geschichte vom Mann durch den Kopf, welcher von einer guten Fee einen nimmerleerenden Bierkrug erhielt und sich davon gleich noch zwei wünschte.
Wozu überhaupt diese Nuklearwaffen; Es scheint mir ein gar teures Säbelrasseln zu sein, Russland kratze den Goldstaub aus den Fasern der sowjetischen Truhe um den atomaren Schutzschild am Leben zu erhalten.
Aber das Gleichgewicht in der strategischen Abschreckung müsse erhalten bleiben. Zwei kleine Kinder, welche sich mit prall gefüllten Wasserballons gegenüber stehen, bedrohliche Gesten, rührerische Reden, aber angesichts der elterlichen Standpauke zuhause getraut man sich nicht zu werfen, da es ob der triefnassen Garderobe absolut unerheblich wäre, ob nun der Fritzli oder Hansli den ersten Schlag getan hätte.
Wo wir bei Regenschirmen sind; Der Nato-Anti-Nuklearraketen-Schutzschild ist so sinnvoll wie eine Badehose im Sommer 2013. Wir müssen uns das so vorstellen, der ballistische Sprengkopf gleitet antriebslos durch das All und richtet sich an einer definierten Position in Richtung blaue Kugel um dem bösen Feind in den Schoss zu fallen. Mitten in dieser berechneten Flugbahn legt nun der Obama eine Rakete in den Weg, die beiden stossen zusammen und es macht Buff.
Nun benutzen aber die Wüstensöhne Knallkörper aus den Sechzigerjahren mit dummen kleinen Steuerdüsen und halten sich so gar nicht an die Spielregeln der Amis. Einem Roadrunner gleich zuckeln diese Raketen in unberechenbaren Bahnen durchs All, wohl abhängig von Alis Atari-Joystick, welchen du freundlicherweise in den Neunzigerjahren einem Hilfswerk gesponsert hast. Diese willkürliche Art von Kriegsspielen macht es der Nato anscheinend unmöglich, ihre Stolperraketen in den Weg zu legen, weswegen nun neue Satelliten in Stratosphäre sollten, welche mit Infrarotaugen den Himmel überwachen, diese Kosten Geld und da ist nun die ganze Geschichte irgendwie ins Stocken geraten.

Nun, wie sagte Einstein einst; Ich bin nicht sicher, mit welchen Waffen der dritte Weltkrieg ausgetragen wird, aber im vierten Weltkrieg werden sie mit Stöcken und Steinen kämpfen.

Ich gehe da ganz mit Hollywood, Nuklearwaffen sollten nur dazu eingesetzt werden Asteroiden zu sprengen, den Erdkern in Rotation zu versetzen, gegebenenfalls ein fremdes Raumschiff zu zerstören, einen Tunnel nach Asgard zu schliessen oder um Jack Bauer wieder in den aktiven Dienst zu nehmen.

jack

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Flatternde Mitbewohner

Diese Woche komme der Sommer, hat es geheissen. Nicht so wie letzte Woche, vorletzte oder vor einem Monat, wo dies ebenfalls prophezeit wurde, diese Woche ganz sicher. Gut, vielleicht mit einem Kälteeinbruch am Freitag, aber er komme ganz sicher.

Es ist ja nicht so, dass ich die Hitzemonate herbeisehne, ganz zu schweigen von dem langweiligen Alltagswetter, aber letztendlich habe ich bald ein halbes Jahr auf diesen Bademoment hingearbeitet und zumindest hier würde ich gerne die Früchte meiner Arbeit, manifestiert durch eine ordentliche Arschbombe ins kühle Nass, pflücken.

Einher mit dem ach so tollen Wetter und über zwanzig Grad in meinem Wohnklo im Allgemeinen und der Schlafhöhle im Besonderen gehen abendliche Besucher auf zwei oder zwanzig Beinen, man sieht das ja nicht so genau, beflügelt und penetranter als Muttis Anrufe vor meinem Wiegenfest.
Der Nachtfalter, welcher sich von meiner künstlichen Beleuchtung angezogen fühlt. Woher dies befremdliche Bestreben rührt, daran scheiden sich die Geister, zumindest meine bescheidenen, es geht das Gerücht, der fliegende Trottel werde vom Mond angezogen und meine Jumbo-Beleuchtung stehe im direkten Konkurrenzkampf mit unserem Erdtrabanten. Gegen den Mond fliegen zu wollen; Es würde meinen Eindruck bezüglich Intelligenz dieser Ekelviecher nur bestätigen.
Hängen um den Fensterrahmen am Mauerwerk, öffne ich diese Lucke und versuche sie mit energischen, wegweisenden Schlägen gen Himmel zu prügeln, flüchten sie ins Wohnungsinnere. Selbst wenn dieses zappenduster ist und draussen die Wölfen den taghellen Mond anheulen.

Ich bin Tierfreund, neige gar ins Extreme. Der Typ, welcher der halbtoten Wespe einen Löffel Honig hinlegt, wohl wissentlich, dass diese, sobald wieder bei Kräften, bei der nächsten Gelegenheit mit Spiessgesellen wiederkehrt und mir ihren Stachel ins Fleisch rammt. Eine Fliege kann mich über eine Stunde terrorisieren bis ich es auch nur in Erwägung ziehe, ihr mit einem gezielten Klapps den Garaus zu machen. Das Traurige, diese dummen Viecher wissen es nicht zu schätzen. Sie registrieren nicht, dass meine wiederholten Versuche, das Vieh zu verscheuchen in keiner Art und Weise eine Einladung ist, nach einer galanten Kurve wieder auf meiner Nasenspitze zu sitzen. Eigentlich wollen sie ja erschlagen werden, es ist die einzige Sprache, die sie verstehen.

Erschlagene Falter, dies haben sie mit Stechmücken gemein, haben leider die schlechte Eigenschaft, einen hässlichen Fleck am Mauerwerk zu hinterlassen. Vielleicht ein Ammenmärchen, aber als Kind wurde mir gelehrt, dass der Staub auf den Flügeln ein elementarer Bestandteil der Fähigkeit zu fliegen sei. Also will man möglichst behutsam dieses eklige Flatterding nach draussen geleiten, klettert mit Glas und Papier auf der Spühle rum. Stülpt das Glas über den Falter, schiebt das Papier zwischen Rand und Mauer, ohne eines dieser hässlichen, spinnenartigen Beinchen abzuscheren und versucht dabei nach Möglichkeit, beim Tänzeln um das Schmutzgeschirr nicht von der Theke zu gleiten und sich den Hals zu brechen.
Es wäre so einfach, mit meinem Electrolux Ultraperformer. So schnell und schmerzlos. Ganz teuflisch entzündete ich auch schon eine Kerze, auf die Dummheit bauend, das Vieh sucht das Licht und geht in Flammen auf. Klappt auch nicht, es verhöhnt mich und die Ikea-Duftkerze von seinem sicheren Sitz aus.

Hat man das Ding im Glas, bringt man es vor das Fenster und klemmt sich in der Zehntelsekunde zwischen geschenkter Freiheit und schliessen der Lucke gewiss die Finger ein, oder schmeisst zumindest sein Coop-Trophy-Kristallglas auf den Vorplatz raus. Versteht sich von selbst, dass das Viech bis dahin bereits wieder in der Wohnung ist. Ich stelle die Behauptung auf, die haben längst in einer Ecke einen Insektengrossen Tunnel geschaffen, ausgelegt mit Fernbedienungen, Feuerzeugen, Socken, Schlüsseln und was sonst in einem Haushalt auf unerklärliche Weise verschwindet. Worin die Motivation liegt, sich in meiner Baracke einzunisten, wissen die Götter, es hockt ja nur am Mauerwerk.

Natürlich, wenn es nur niedlich und unschuldig am Mauerwerk klebt, kann man sich fragen warum es mich nervt. Es ist die Vorstellung, was es macht, wenn ich nicht hingucke.
Flattert es nachts in meinen Mund?
Krabbelt in meine Brotkiste und legt irgendwelche Eier ab, mikroskopisch klein, so klein, dass ich sie arglos esse, sie in meinem Magen dann eine unbeschreibliche Wandlung vollziehen und kleine Larven durch meinen Körper kriechen?
Nisten sie sich irgendwo ein, füllen die Ritzen und Spalten mit in den eigenen Exkrementen gezüchteten Superraupen, welche sich selbst durch Konservendosen fressen?
Vergiften mich allmählich und kontaminieren meine Slumbaracke und das nur, weil ich gedacht habe, die machen ja nichts, sitzen nur unauffällig auf dem Mauerwerk.

Nicht mit mir. Zudem sind sie einfach eklig und das Geflatter äusserst nervig.

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Von der Emanzipation und anderen Ungerechtigkeiten

Und wenn gerade keine Ungerechtigkeit vorliegt, suchen wir uns eben eine.

Frauen gehen nicht gerne in Kriegs-, Action- und Buddyfilme, weil diese Filme kaum mit weiblichen Hauptrollen aufwarten. Bisher dachte ich, weil sie hernach nicht mehr schlafen können, zu viel Blut spritzt und das Niveau einfach zu unterirdisch sei, aber vielleicht steckt ja wirklich mehr dahinter. Vielleicht bin ich oberflächlicher, als dass ich mir dies bisher eingestehen wollte. Vielleicht wird hier auch einfach ein Problem generiert, um die Frauen auf eine bisher unbemerkte Ungerechtigkeit hinzuweisen. Man stelle sich vor, Frauen werden übergangen und sie bemerken es nicht! Das wäre ja, als würde ein Mann bei der Bewerberauswahl stillschweigend zugunsten einer Frauenquote abgeschossen.

Frauen würden auch keine Filme zitieren – Männer können mühelos einen, ausschliesslich aus Film- und Fernsehzitaten bestehenden, dreissig-Minuten-Dialog führen – weil Frauen in Filmen keine markigen Sprüche klopfen, nicht zuletzt, weil lediglich 28% der Sprechrollen weiblich besetzt sind.
Bisher lebte ich die Annahme, dass es für Frauen einfach zu infantil und niveaulos ist, seine Aussagen mit cineastischen Zitaten zu untermalen, dass Frauen einem bildungsfreien Medium wie dem Film schlichtweg keine tieferen Sinn als die reine Unterhaltung beimessen und sich daher auch keine Dialoge einprägen, auch fühlte ich mich beim rezitieren von The Big Lebowski in keine Weise sehr intelligent, geschweige denn ausserordentlich gebildet, aber bitte, wenn die Damen sich in der geistigen Entwicklung auf die Männerstufe herablassen möchten, nur um eine künstliche Ungerechtigkeit zu erstellen, möge es so sein.
Bisweilen scheinen die emanzipierten Amazonen etwas das Ziel aus den Augen zu verlieren.

Ungerecht behandelt fühlen sich einmal mehr die Schaffhauser Lehrkräfte.
Kindergärtnerinnen, zum Beispiel, steigen mit einem dreizehnmal ausbezahlten Monatsgehalt von 5’800 ein, was im Vergleich zu Zürich dreihundert Franken mehr seien. Das sei so nicht korrekt, gemäss Werner Bächtold erhalten die Zürcher 5700.- und die Schaffhauser Kindergärtnerinnen 5550 Franken.
Was für eine Zahlenklauberei, wir wollen festhalten, dass es primär nicht darum geht, „wir haben zu wenig“, sondern darum, „die haben mehr“ und im Grundsatz um die Thematik der Transparenz.
Amüsiert hat mich der erreichbare Maximallohn von dreizehnmal ausbezahlten Monatsgehälter in der Höhe von 9330 Franken, für welchen die Damen und Herren jedoch bis zum 85 Alterjahr malochen müssten, was so in der Berichterstattung irgendwie unterging. Erinnerte mich an die letzten Bonusgespräche; Durchs Band stimmt bei jedem Mitarbeiter irgendeine Zahl – nicht der persönliche Umsatz, mit Nachdruck – nicht, weswegen – leider und zu grossem Bedauern – das Ziel nicht erreicht wurde, sprich, nicht ganz so viel ausbezahlt werden kann, wie man mit dem hohen persönlichen Einsatz und Entbehrungen im Privatleben zu erreichen gehofft hatte, aber nächstes Jahr ganz sicher; Hier bitte unterschreiben. Der Nächste…
Den Lehrer geht es ähnlich, sie kennen wohl den Maximallohn, ob dieser erreicht werden kann, hängt jedoch von den zur Verfügung stehenden Mitteln der öffentlichen Hand ab. Analog unserem Bonussystem – wenn ich mir ein Bein ausreisse und der Mitarbeiter nebenan seine Solitär-Rekorde toppt, ist der Abteilungsumsatz im Keller und keiner erhält was – können sich Lehrer reinknien oder die ganze Woche Filme gucken, ob der Lohn steigt oder stagniert hängt davon ab, wieviel Steuern entrichtet werden, respektive, wie sehr sich die Privatwirtschaft reinkniet.
Dumme Sache das, allerdings hält sich mein Mitleid im Grenzen. Die Entlöhnung ist doch recht ordentlich, der Job sicher, einmal mehr Jammern auf ganz hohem Niveau. Zumal der elitär gebildeten Gesellschaft doch stets der Weg in die Privatwirtschaft offen steht, wo der Lohn durch den eigenen Einsatz bestimmt wird. Vermeintlich zumindest.
Aber da der Job an sich wohl nicht so schlecht ist, die Entlöhnung eigentlich auch nicht ganz miserabel, versucht man einfach noch etwas mehr herauszupressen, der Herr Roland Kammer droht damit, dass die Lehrer sich selbst entlasten. Keine Klassenlager und Exkursionen, keine Elterngespräche nach 17 Uhr 30 und selbige sowieso kürzen.
Geregelter Feierabend um 17 Uhr 30 als Entlastung… Bei allem Respekt, die Pädagogen leben wirklich in einer Traumwelt.

Des weiteren Stimmen wir dieses Wochenende ab, ob wir die Bundesräte wählen möchten. Die SN empfiehlt ein Nein, weil das jetzige System schon seit 165 Jahren funktioniert.
„So hend mers scho immer gmacht, das isch guet“, dieses Motto hat sich wohl schon mancher Betrieb auf den Insolvenz-Zettel geschrieben. Letztendlich würden die Bundesräte indirekt ja bereits von uns gewählt, die National- und Ständeräte können einfach besser den richtigen Kandidaten auswählen. Klingt, als würde ich von meinem Strandtuch aus einem flanierenden Badegast zurufen, er soll mir ein Eis bringen, er wisse schon, welches ich mag.
Aber wir wollen die Bundesräte nicht zum Wahlkampf animieren, dies würde sie vom Arbeiten abhalten. Man stelle sich vor, unser schrecklich nette und unauffällige Aussenminister, der Bundesrat Didier Burkhalter, fände nicht mehr die Zeit, vor fremden Herren zu buckeln und konsenssuchend, nickend durch die EU zu reisen und den Aserbaidschanern vom Glarner Landstag vorzuschwärmen. Für einen dreizehnmalig ausbezahlten Monatslohn von 34’000.- und pauschalen Spesen welche beinahe dem Lohn einer Coiffuse entsprechen, dies nur am Rande.

Wo wir beim Geld ausgeben sind, wir Schaffhauser sollen stolz sein auf unser kleines Paradies. Mit einem 335’000 Franken-Budget aus dem Säckel der öffentlichen Hand sollen nunmehr nicht nur junge, gut verdienende Paare gelockt werden, die Schaffhauser sollen ihren Stolz nach aussen tragen, unter einkleinesparadies.ch kann ich Werbematerial bestellen, welches ich an junge, gut verdienende Paare verteilen soll. Wie praktisch, so ich das nächstemal dialekttechnisch als St. Galler eingestuft werde, kann ich einfach die Broschüre aus der Gesässtasche ziehen.
Doch es wird eng im Kanton, die Alten wollen einfach nicht sterben. Neuhausen will in die Höhe bauen, darf aber nicht. Die Schaffhauser wollen Wald roden, dürfen aber nicht. Wo stecken wir also die jungen, gut verdienenden Paare hin?

Vielleicht in die Asylunterkunft Ebnat, dort sind laufend Zimmer frei, weil die renitenten Asylbewerber ständig ausbüxen. Dabei haben sie explizite Anweisungen, das Haus nach Einbruch der Dämmerung nicht mehr zu verlassen.
Nunmehr liegt einer dieser armen Teufel im Spital, weil er sich einer polizeilichen Kontrolle entziehen wollte und beim Versuch die Dachwasserrinne runter zu rutschen unglücklich aus einem Fenster purzelte.
Würde in Gambia in einem solchen Fall auch die öffentliche Hand für meine Heilungskosten aufkommen?

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Neulich, im Lichtspielhaus…

Eine gewisse Unausgeglichenheit wird mir schon unterstellt.

Neulich an der Kinokasse, wenn Papas Kreditkarte ins Lichtspielhaus geht, im Anhang einen Studenten und dies gleich mal vier. Viermal wird der Eintrittspreis plus vier 3D-Brillen mit Plastik und einem gefühlten sechzehnstelligen PIN beglichen. Ach so, nein nur drei Brillen, da muss was korrigiert werden. Ach so, Student, nochmals eine Korrektur und ein Busbillet haben sie auch noch.
Statt im Kinosaal landet man unfreiwillig in einer nervenbelastenden Stand-Up-Comedy und der Filmvorführer wartet nicht.

Der Spiessrutenlauf bei der Essensausgabe.
In erster Linie gilt es eine Kasse mit weiblicher Bedienung auszuwählen, ich gestehe freimütig, Damen arbeiten an der Snackstrasse effizienter.
Der Drahtseilakt ist nicht zu Ende, wählt man eine Warteschlange welche maskulin oder feminin geprägt ist?
Männer bremsen den Ablauf aus, weil sie samt und sonders Nachos wählen, respektive, Tortilla-Chips mit Dip, aber wir wollen nicht kleinlich sein.
Frauen kaufen nicht selten für zwanzig Freundinnen mit ein, welche so natürlich nur virtuell in der Schlange stehen und nicht direkt erkannt werden.
Käse oder Salsa?
Käse oder Salsa?
Hä?
Was für Saucen willst du?
Meinst du Dip?
Ja!
Was hat es?
Käse oder Salsa!
Hi hi hi Salsa!
Was jetzt?
Was sollen wir?
Käse!
Nein, lieber Salsa!
Kann man beides?
Weiss nicht!
Frag mal!
Kann man beides?
Nein.
Nein!
Nimm zwei mal Nachos!
Zwei mal Nachos.
Gross oder Klein?
Gross oder Klein?
Wie gross ist gross?
So!
Ich sehs nicht!
So, hihihi!
Was ist?
Mir ist beinahe das Täschchen runtergefallen!
Hihihi!
Weisst du, wie gestern!
Hasst du die Gülcan noch getroffen?
Hey nein, voll nicht!
Scheisse!
Was wollt ihr jetzt?
Ja ja… Popcorn oder Nachos?
Hä? Pop-Corn?
Ah nein, Nachos!!
Was für Sauce?
….

Oder Mutti beim Menü bestellen.
Drei mal Pop-Corn-Menü.
Salz oder süss?
Kinder, salz oder süss?
Salz… süss… weiss nicht… süss… nein doch salz…
….buäh…
Also süss.
Gross, mittel oder klein?
Gross. Oh, ist so gross, dann klein
…. buäh…
also mittel….
Getränk?
Was haben sie?
Cola, Sprite, Mineral,….
Zwei mal Cola, einmal Schpreit. Nein, besser Citro, haben sie Citro?
Moment, die Kleinen zwei teilen sich… ach so, wir haben nicht gross…
… buäääh…
Also dann Ice-Tea.
Wir wollen noch M&Ms…
…buäääh…

So intolerant bin ich doch wirklich nicht.
Endlich im Saal, hinter einem zwei Kommentarinnen.
Uuuuuh….!
Ooooooh!
Ui nei!
Mein Gott, ich sehe den Film auch, spart es euch!
Jetzt musst du gucken… jetzt… ach nein, nicht hier… hä, ich hab doch in der Vorschau… aber jetzt HAHAHAHAHA!

Veröffentlicht unter Hossa, Pub | Kommentare deaktiviert für Neulich, im Lichtspielhaus…

Geschützt: Vom Stockholm-Syndrom

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