Fail-Compilation April 2013 by Twister Nederland TNL

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Let-op / op location!

Military Megastore, auf siebenhundertfünfzig Quadratmetern!

Mein räumliches Vorstellungsvermögen streikt bei Quadratmetern, wohl kann ich es errechnen, aber ob zum Beispiel 300 Quadratmeter eine grosse Wohnfläche ist… keine Ahnung.
Aber ich weiss um die Grösse der alten Coop-Filiale in welcher der Megastore in Neuhausen einzieht.megastoreSelber wäre ich nicht auf die Idee gekommen den Laden zu betreten, aber mein Bruder äusserte den Wunsch, letztendlich ist er gerade seine Packung am erstellen, und da ich ihn wohl einige Monate lang nicht sehe, nutzte ich die Chance.
Nicht zuletzt, weil ich so geschickt um ein Gspürsch-mi-Essen bei Mutti herum manövrierte. Er braucht dies nicht, ich brauche dies nicht, aber die gute Frau Mutter hält gern an der illusorischen Heile-Welt-Familie fest und die Fassade muss krampfhaft aufrecht erhalten werden. Glücklicherweise fühle ich mich durch alleinige Blutbande in keiner Hinsicht verpflichtet und schlage höflich aber bestimmt 99% solcher Einladungen aus.

Der Mietpreis der Lokalität muss sehr tief sein. Der Laden wirkt übertrieben aufgebläht, die Regale unangenehm leer, man müsste sich nahezu überwinden einen Artikel zu greifen, da er Einrichtungsgegenstand, Dekorartikel und Einzelstück zu gleich sein scheint.
Original Schweizer-Militär-Schoggi, welche ich in dieser Art in meinem Aktiv-Dienst nie kredenzt erhielt, begrüsst einem am Eingang, gleich neben der Messervitrine. Ein kleiner Junge erkundigte sich soeben, ob man mit der ausgestellten Machete einen Kopf abschlagen könnte, Papa konnte nicht antworten, weil ihm bei so viel Armeekram der Sabber aus dem Mundwinkel troff.
Natürlich wurden Original-Schweizer-Armee-Artikel feil geboten. So sie gerade einen Feuerwehrschlauch 79 oder eine Feldtaschenlampe 69 suchen. Ich bin zuwenig in die Tiefe gegangen oder habe zuwenig Truppengattungen besucht, aber mehr habe ich auf einen flüchtigen Blick an authentischem Material nicht erhascht.
Der Rest zeichnete sich einfach durch eine feldgrüne Färbung aus. Zelt-Heringe, Kocher, Spannseile, Spaten; Alles was sich der klassische vierzehn-Tage-Abenteuerer für den Ausflug auf den Migros-Parkplatz nunmal so in den Offroader packt. Man weiss schliesslich nie, wo es einem hin verschlägt. Stell dir vor, du erstehst gerade frisches Klopapier und draussen bricht die Apokalypse los, da wirst du noch froh sein, dass du die Sandbleche an den Wagen gehängt hast.

Gut die Hälfte der Fläche ist für Kleider reserviert.
Gewobene, die Männlichkeit unterstreichende in Testosteron getränkte Baumwolle in oliv, feldgrün oder camouflage. Hosen, Pullover, gar ein Röckchen, welches mein Bruder sehr schick fand. Nun, man muss es tragen können.
Dementsprechend war auch die Klientel vertreten, welche ich in einem solchen Laden erwartete.

Während der ganze Raum mit einem Hauch Eau-de-Zeughaus behaftet war, hatte man gelegentlich den Eindruck, gerade eine schlecht belüftete Bier-Schanke zu durchschreiten, wann eben immer ein camouflagter Freizeit-Rambo neben einem ausatmete.
Militärklamotten tragen ist so eine Sache und Camouflage eine eigene Abteilung.
Natürlich besitze ich auch eine gefleckte Freizeithose, weil es einfach ungemein praktisch ist. Die fettigen Finger, die schwarze Grillzange, das ölige Messer und der Rest aus der Bierflasche. Alles über die Hose und sie sieht immer noch aus, wie aus dem Regal gezogen. Beim campen nicht unverzichtbar, aber ersetzt gute drei Hosenwechsel. Ja, solch ein Schwein bin ich.
Ansonsten finde ich das Tragen von Camouflage-Hosen eher abwegig. Eine Jacke im Tarnmuster ist ganz ok. So man sieben Jahre alt ist und gerne verstecken spielt.

Natürlich hat sich die männliche Kundschaft stilgerecht gewandet. Bis nahezu übertrieben. Eine Hose der Fremdenlegion, die Jacke gefleckt,  mit Abzeichen behangen, halb Rangers, halb Special-Forces – konnte sich wohl nicht entscheiden, welche cooler waren oder war ein Opfer seiner Dummheit – und zur Krönung eine Schirmmütze der Royal Air-Force; Der Typ manifestierte die gesamte allierte Streitmacht und schämte sich seines Auftritts kein bisschen. Nicht, dass ich im Erkennen von Uniformen sonderlich geschult wäre, es war alles idiotensicher beschriftet. G.I Joe war etwas grösser als ich, dennoch konnte ich nicht an mich halten und prustete im Chor mit meinem Bruder laut los, als der Herr mit kantigem Gesicht, in solidem Schuhwerk mit seinem US-Army-Klettanhänger um das Regal bog. In der Hand ein NCIS und ein FBI-Shirt in schwarz.
Respekteinflössend.

Natürlich waren auch Damen anwesend. Mit raspelkurzen Haaren, propper und dem unwiderstehlichen Charme der Kampflesbe. Gerade am Rucksack suchen, das Model Minimi machte das Rennen und sah an ihrem schmächtigen Mann irgendwie knuffig aus. Fehlte nur noch der Orange-Reflektorstreifen und ab in den Kindergarten.
Die alten Säcke, welche nicht lange fern bleiben so der Hauch von Militär durch die Gassen wähnt, wirkten eher konsterniert, es war wohl schlichtweg zu wenig alter Zeughausschrott und zu viele moderne Campingstühle, Alu und Kunstoff im Allgemeinen vorhanden. Dabei ist doch gegen den guten alten Klappspaten Modell 56, 8 Kilogramm schwer und auf handlich 148 cm verkürzbar, nichts einzuwenden. Auch die achtzig Kilogramm schwere Feldküche tat stets ihre Dienst, wozu braucht man neumodische Campingkocher?

Nach fünfzehn Minuten bat ich meinen Bruder, wir mögen das Gebäude verlassen. Ab einem gewissen Punkt ist die Fremdschäm-Obergrenze erreicht, zudem ist mein Ego zu klein um damit umzugehen, so mich jemand in diesem Laden sähe und erkennen würde.

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Von Arschlöchern und jenen, die es werden wollen

Wer im Glashaus sitzt, der soll keine Grube graben.

Gibt es so etwas wie den Hans Dampf im Schneckenloch, bin ich der König unter den Tunichtgut. Nie zufrieden mit dem jeweiligen Besitz, zu schätzen weiss man selbigen schon gar nicht, und stets den Wunsch nach dem Unerreichbaren, vornehmlich natürlich dem Besitztum des Anderen.
In Zeitalter der praktisch Bildungsbegabten und Verhaltensauffälligen mit erhöhtem Betreuungsbedarf, wäre ich dann wohl ein kognitiver Vermessenheitsverzerrer. Kann natürlich positiv gewertet werden – zielstrebig, stets um die eigene Verbesserung bemüht, stets selbstkritisch und nie zufrieden mit dem Erreichten -, ist einfach ungeschickt, so der rechte Arm bereits nach dem höheren Griff hangelt, während die linke Hand noch nicht zugepackt hat und die Beine sowieso nur nachgezogen werden.

Wie komme ich darauf, wobei die Motiviation nicht stets ersichtlich sein muss, da die Bloggerei letztendendes nur der Selbstdarstellung dient und die Suche nach dem tieferen Sinn bestenfalls eine Legitimation des eigenen Minderwertigkeitskomplex wäre.

Was die Frauen eigentlich wollen. Kürzlich kam ich mit einer geschätzten Dame zur Übereinkunft, dass mir das, verzeiht die Fäkalsprache, Arschloch fehlt. Nicht im organischen Sinne, da ist mehr oder minder alles an seinem Platz und in groben Zügen gar funktionstüchtig, nein, der Mensch als solches, muss in seinem Wesen ein Arschloch sein.

Wohl will niemand ein Arschloch in seinem Umfeld, jeder wehrt sich vehement gegen die eigene Betitelung als selbiges, aber um in der Zivilisation zu überleben ist es nahezu unumgänglich.
Der moderne Mann soll, während er mit der linken Hand das Messer des Rasenmähers richtet, mit der Rechten das Baby wickeln, mit dem einen Fuss die Wäsche sortieren und mit der Stirn Anfeuerholz spalten. Dies nach Feierabend, welcher pünktlich zu erfolgen hat. Nicht zu früh, er soll nicht stören im Haus, aber auch nicht zu spät, damit die Mutti von der süssen Last der Kinderchen befreit den Abend noch etwas geniessen kann. Dennoch sollte er ein fünfstelliges Monatsgehalt auf das Konto laden, karriereorientiert leben und der Haushalt sein Steckenpferd sein.

Eigentlich wäre es nicht schlecht, wenn er eine Harley fährt, täglich seinen Körper trimmt und wohl das Baby wickelt, jedoch mit einer männlich-chauvinistischen Haltung, unterstrichen durch den permanenten drei-Tage Bart, welcher jedoch nicht kratzt in des Weibchen Antlitz. Seine Hände sollen männlich schwielig sein, aber die Nylons nicht zerreissen.

Es ist als Mann nicht ganz einfach,  so er nicht einer Windfahne gleicht, allen Bedürfnissen gerecht zu werden.
So sehr die Frau den staubsaugenden, muss nicht in pink sein, Mann für das Heim wünscht, so soll er doch das urzeitliche, keulenschwingende, chauvinistische Arschloch sein.
Er soll den Damen zuhören, sie verstehen, aber viel cooler ist es eigentlich, wenn er etwas egoistisch und dominant ist.
Er soll nicht anderem Weibsvolk den Hof machen, andernseits ist dieser Jagdtrieb, das martialische Verhalten gerade der Magnet für Frauen, je läufiger der Kerl ist, desto mehr hängt das Weibchen an ihm. Ist er loyal, treu ergeben, kann dieser langweilige Missstand nur durch herumludern seitens der Dame behoben werden.

Ein verdammter Drahtseilakt, gradlinig und Opportunist zu gleichen Teilen soll er sein. Umschaltbar nach Bedarf.

Tendiere ich in Richtung zuvorkommender Pantoffelheld – ich bin der Typ mit den grossen Ohren ohne Sozialleben, welcher in die platonische Bresche zwischen zwei chauvinistischen Arschlöchern springt – wurde mir nahegelegt, ich solle mich eher in Richtung Arschloch orientieren. Obwohl, so weiter im Text, eigentlich wäre dies ja schade…

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Nächster Halt, Fliesentisch

Mein Arbeitgeber, ein feiner Kerl, zweifelsohne, stellt mir freundlicherweise einen Firmenwagen zur Verfügung, um die Strecke von meiner Wohnhöhle in die Miene kostengünstig und flexibel zu bewältigen.
Hat den Vorteil, dass ich mit meinen Bergwerksklamotten meinen Familienkombi nicht einsauen muss, bringt aber mit sich, dass man von Zeit zu Zeit auf die öffentlichen Verkehrsmittel zurückgreift. So in etwa, wenn man fest damit rechnet, dass einem der Arzt einen gesundheitlichen Zwangsurlaub verschreibt und man die Arbeitskollegen in Ihrem Eifer nicht ausbremsen will, ihnen Zeit stiehlt, indem sie in das Slum-Quartier rollen müssen, um das Firmenfahrzeug abzuholen.

Ich bin ein zu gewissenhafter Arbeiter, brachte es nicht über das Herz den Arzt zu nötigen, mich krank zu schreiben, was mir folglich zwei Busfahrten bescherte.
Aufgrund eines ausserordentlich effizienten Physiotermin – der Junge hat mir beinahe das Bein aus dem Becken gerissen, aber es wirkte, ein Zauberer fürwahr – wählte ich also eine Busverbindung in der Mitte des Vormittags.
Alte Damen begaben sich in die Stadt, der ortsansässige Elite-Kunstturner versetzte mit seinem engen T-Shirt die anwesenden jüngeren Semester in Entzücken und eine gewürfelte Familie begab sich auf Wanderschaft.

Zwei Damen, altersmässig schwierig einzuschätzen, obwohl sie natürlicher nicht hätten unterwegs sein können. Die eine trug das Haar lang, von grauen Strähnen durchzogen, eine Brille, wie beim Kiosk aus dem Regal gezogen, weder ein stylisches Accessoire noch ein modischer Stilbruch, einfach nur zweckmässig langweilig. Wie die ganze Erscheinung. Bis auf den Salewa-Rucksack, welcher jedoch in seiner Nutzung wiederum nicht die Chance erhielt, sein Potential zu entfalten. Eine Sitzmatte wurde so unglücklich unter den Deckel geklemmt, dass sie schon während der Busfahrt fünfmal zu Boden glitt, was mich auf einen bevorstehenden, entspannten Tag schliessen liess.
Ihre Kollegin, mit neckischen Strähnchen in der bequem unkoordinierten, zweckmässig kurzen Kopfkissen-Frisur, dachte sich, wozu denn einen Wanderrucksack, wenn ich doch kürzlich bei der Coop-Trophy dieses hübsche Teil abgestaubt habe. Vollgepfercht, dass die Nähte schrien, die Spaghettiträger dieses Tornisters warteten nur darauf, sämtliche Blutbahnen und Nervenstränge im Schulterbereich zu kappen. Aber ein neckisches Bärchen – wie süss – hing am Reissverschluss, der im Übrigen die Wasserabsorbation eines handelsüblichen Küchenschwamms aufzuweisen schien.
Bekackte Amateure, hier übrigens eine Anleitung zum richtigen packen.

Über die Kinder lasse ich mich nicht aus. Kinder müssen die Ausrüstung nutzen, welche ihnen die Eltern zugestehen, da steht dem Kindswohl des öfteren der Geldbeutel gegenüber und Argumente wie „Der wächst sowieso noch“ ergeben dann ein Bild zwischen Papas altem Armeerucksack und den noch guten Schuhen von Cousin Helmut. Es ist ein Trauerspiel und ich kann nichts anderes tun, als es im Falle eines Falles besser machen.

Mir gegenüber eine Dame unterwegs zum RTL-Casting. Oder es war Fliesentischausverkauf bei OBI.
Ich meinte, es nennt sich Haremshose, den Hosenboden in der Kniekehle, der Bund jedoch trotzdem auf Hüfthöhe. Jedoch nicht so hoch, dass nicht ein in sich siebenmal verdrehter Stringtanga eher widerlich als neckisch hervorblitzte. Dem Gesäss, etwas unproportional zum Rest des Körpers, Rechnung tragned, wurde die Hose von einem Bling-Bling-Strassbesetzten Gürtel am Platz gehalten. Passend zu den glitzernden Schuhen, einem modischen Christbaumständer nicht unähnlich. Auf den ersten Blick trug sie ein pelziges Oberteil, es war jedoch im Ansatz schwarz, mit einigen undefinierbaren Flecken und einer ziemlich beeindruckenden Menge Katzenhaaren überzogen.
Ein Sonnenglas, Modell Taucherbrille für Tussis, in welcher sich mein Konterfei Türspionmässig verzerrt gülden spiegelte und ich mir nie ganz sicher war, ob sie mich nun anstarrt oder nur zufällig in diese Richtung guckt.
Die Fahrt nach Schaffhausen reichte aus, um exakt drei mal den Lippgloss anzusetzen, was eine ordentliche, pinkige Lackierung in mindestens vier Schichten ergab. Dazwischen wurde telefoniert und sich mit einer augenscheinlich weiblichen Gesprächspartnerin ausgetauscht. Im Wesentlichen drehte es sich um einen nicht zahlenden Typen, welcher sich dem Titel nach hingebungsvoll und oft dem Akt der Masturbation hingab.

An sich hätte es mich gereizt nachzufragen, wenn sie schon den ganzen Bus über ihren Ex informiert, liess es dann aber sein, da fremdschämen zu den unangenehmeren Gefühlen zählt.

Kurz darauf durfte ich das regionale Verkehrsmittel wieder verlassen, zusammen mit der Wandergruppe, und war doch so sozial, den kleinen Jungen an seinem Rucksack lässig vom Boden zu heben – mein Rücken hielt -, als er im Begriff war auf die Hauptstrasse zu sprinten, um Muttis fröhlich kullernden Sitzmatte nachzusetzen.

Bevor ich jedoch wegen dem Anfassen von fremden Kindern belangt wurde, stellte ich ihn auf den Gehweg und trollte mich von dannen.
Ein einsamer Held eben.

Batman-Begins

 

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Voll in den Rücken geschossen

Sitze hier und warte bis die Medikamente wirken, damit ich noch ein paar Gewichte stemmen gehen kann. Also schreibe ich einen Blog.

batman

Es ist doch immer dasselbe…
Nimmt man beim Arzt die Klinke in die Hand, sind die Beschwerden wie weggeblasen, selbst, wenn die medizinische Praxisassistentin dreihundert Lenzen zählt und das Haar in einem Dutt trägt.

Kaum habe ich die Schweizer Illustrierte in den Fingern, drückt mir die Dame ein Klemmbrett auf das Knie. Sie müssen meine Personalien neu erfassen, solch seltene Gäste landen nach zehn Jahren im Schredder, zumindest Papiertechnisch.
Nun gut, nahm ich nicht persönlich, ist auch nur die Ferienvertretung vom Arzt meines Vertrauens.

Klemmbrett zurück, den Nebelspalter zur Hand und im Hinterkopf, wie sitze ich möglichst glaubwürdig auf diesem äusserst unbequemen, hölzernen Wartezimmerstuhl, um meine Beschwerden offensichtlich zum Ausdruck zu bringen. Kaum habe ich mich im Inhaltsverzeichnis zurechtgefunden, wurde ich auch schon in ein Nebenzimmer gebeten. Helles Täfer, weisse Wände, ein Röntgenbildbetrachter und auf dem Tisch ein Stethoskop, wie es wohl schon Thomay Wayne benutzt und dreimal in den Trümmern von Wayne-Manor verloren hatte, die alte Bahnhofswaage – ihr kennt dieses Teil, welches für fünfzig Rappen einem das Gewicht verrät – und unverzichtbar, die Bilder von kleinen süssen, stark pigmentierten – ich solle mich in Sachen Rassenbezeichnung etwas zurücknehmen – Mädchen mit den schönen weissen Zähnen.
Sitze da, studiere das Zimmer und versuche meine Schmerzen hervorzurufen.

donald

Wieder ein Beweis meines Alters, der Rücken trieb mich dahin. Rückenschmerzen, strahlen bis in die Waden und rauben mir den Schlaf. Nachdem ich zehn Tage keinen Schlaf mehr gefunden habe, war es an der Zeit, diese Sache mal anzugehen.

Der gute Mann schreibt und schreibt und schreibt. Heisst mich die Kleider abzulegen, schreibt weiter – oder zeichnet eine kleine Karrikatur – lässt mich wie Heidi Klum auf Zehenspitzen gehen oder wie August der Dumme auf den Fersen.
Wippen nach links, nach rechts.
Danach darf ich auf die Bettstatt sitzen, etwas nackiger als mir lieb ist, die Problemzonen voll zur Geltung bringend. Gerade nach dem gestrigen Steak, Chips und Fussball-Abend. Drückt am Bein, würgt und zieht – ich war entzückt über meine Oberschenkelmuskulatur – und holt schliesslich den kleinen Hammer.
Wer kennt es nicht aus den Trickfilmen. Ein Schlag auf das Knie und das Bein schnellt hoch, ich war sehr gespannt.
Und enttäuscht. Er spürte in den sanft umfassten Beinen wohl etwas, ich spürte nichts, schon gar nicht ein theatralisches Ausschlagen.
Er ging weiter zu meinen Achillessehnen. Rechts war er zufrieden, links setzte er den Hammer an. Nichts. Nochmals. Nichts.
Sein Gesichtsausdruck zeigte eine Mischung aus Juhuu., Fehler gefunden und Wat-denn-das?
Bevor er einen grossen Hammer holte, wies ich ihn darauf hin, dass diese schon einmal in Reparatur war. Trotzdem… und schlug nochmals… das muss doch… noch ein Schlag… Nun, es könne… muss aber nicht… egal, weiter.

Danach wurde es richtig irritierend, nahezu zärtlich streichelte er Zehen und Waden, ob ich dies spüre. Angenehmer als es mir lieb war.

Ab auf den Bauch und er malträtierte meine Wirbelsäule. Als müsste er mit blossen Fäusten einen Granitblock zertrümmern.
Ob ich ein Rückgrat habe wird von führenden Fachleuten öfters angezweifelt, die Wirbelsäule jedenfalls sei vorhanden, dies habe ich nun ärztlich bestätigt.

Lokales Lumbalsyndrom.
Ah ja… ich erspare den unmedizinischen, volkstümlichen Ausdruck, er macht mich zu alt. Vergehe wieder, kann man nichts machen – ausser natürlich Physio – und so Nerven betroffen seien, würde sich dies herausstellen. Irgendwann.
Ich würde gerne wieder einmal schlafen, nicht irgendwann.
Die richtige Position sei wichtig, etwa auf dem Rücken oder seitlich, mit einem Kissen zwischen den Beinen und dann…
Ich möchte weder ein Stillkissen knuddeln noch sonstwelche Fremdkörper zwischen den Beinen, ich möchte einfach schlafen. Schmerzmittel?
Was ich so näme; mit dem verschwörerischen Tonfall eines Dealers.
Saridon.
Sei Pillepalle, da müsse man ja sechs Stück einwerfen, bis man was spürt.
Na also, langsam finden wir uns.
Er verschrieb mir eine Minipackung, den Namen habe ich vergessen, mit demselben Wirkungsstoff, einfach etwas effektiver. Guter Mann.

Ob es gefährlich sei, wenn ich die Schmerzen betäube und dann einfach weiter mache.
Kein Thema, könne ich machen.
Dumme Sache das, ein paar Freitage wären mir recht gewesen. Bewegung sei gut. Er hätte mir auch Wanderferien verschreiben können.
Nun muss ich unter Schmerzmitteleinfluss wohl ein Wagen an die Wand setzen um arbeitsuntauglich zu sein.

So, die Pillen wirken, ich gehe Gewichte stemmen.
Wohl sein.

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