Oh, diese Azubis…

Sie sind unsere Zukunft, unsere Stütze, der Mörtel im Zement des Fundaments, der Sand im Getriebe, die Bananenschale auf der Treppe, der Plattfuss an Oma’s Rollator – unsere Azubis.

Jährlich werden einige praktisch Bildungsfähige – politisch korrekter Ausdruck für geistig nicht zu gebrauchen – Jünglinge und Jünglininnen altershalber aus der Grundschule geschmissen.
Endlich Geld verdienen, endlich nicht mehr Schulbank drücken, endlich auch tagsüber rauchen. Und Berufsstolz erleben, vergessen wir den Berufsstolz nicht. Erklärte so ein Malermeister, in dessen wirren Illusion seine Auszubildenden in Schlips und Kragen auf lederbesohltem Lackschuh des Wochenende, den Pullover lässig über die Schulter geworfen, die Ärmel im Brustbereich locker verknotet durch die Stadt flanieren und in einem Moment der Stille auf ein Haus verweisen; Diese Fassade habe ich gestrichen. Beinahe scheu, etwas zurückhaltend, der Stolz schwingt mehr im Subtext mit, die nichtgesprochene Note der beiläufig und elementar gewichtigen Aussage; Diese Fassade habe ich gestrichen.
Die Oma knickt kurz über den Rollator, als sie ein Tränchen unter der gülden eingefassten Brille – musste das sein, dachte sich noch der Schwiegersohn mit kritischem Blick auf den Goldkurs – mit dem Initialen-bewehrten Seidentuch zu trocknen sucht. Der Vater, in Sacko und Pullunder, wirft sich in die Brust, das ist mein Junge, während der Opa mit dem vierzig Jahre +GF+ – Präzisionsdrechsler – geschulten Blick nach Farbnasen an den Ornamenten sucht.

Und dann pflückt sich jeder ein Traum-Marshmellow und sie setzen sich auf ein Wunschwölkchen, während Fortuna einen Hauch Goldstaub über Familie Ideal verpustet.

Ich versuchte es einmal mit dem Berufsstolz. Ein Spaziergang am Rheinufer, zur Linken die Häuserfront, an welcher ich ein kabelführendes Kunsttoffisolierrohr zum Dachstock im gefühlten 35 Stock gezogen habe. Wenn dir da der Schraubenzieher entgleitet, birst der Gehweg ob der Fallhöhe.
Ich, das habe ich gemacht.
Dieses krumme Ding? Sieht ja scheusslich aus.mother-of-god

So habe ich es künftig gelassen, is ja auch wahr.
Habe ich auf der Toilette eine wunderbare Arbeit verrichtet, lade ich auch nicht Freunde und Familie, reiche Snacks und jeder kann mal gucken.

Aber ältere Arbeitgeber, so die urchigen Handwerker, geben sich gerne der Illusion, ihre Arbeit seien vom gesellschaftlichen Standpunkt gesehen noch was wert.
Daher ist es selbigen auch völlig unverständlich, dass die Überhose der praktisch Bildungsbegabten vor lauter Stolz im Schritt eben nicht mehr kneift.

Für das Gewerbe zwingend von Nöten, zumindest bis eine vernünftige Sklaverei wieder eingeführt wird, lehrt man die geistig Bildungsschwachen, wie man korrekt auf Knien rutscht und welches Ende des Hammers auf den Nagel soll.

Erwählt man einen Azubi, welcher an drei Tagen in Folge ohne an der Hand genommen zu werden den Lehrbetrieb wieder findet, hat man schon einen ordentlichen Glücksgriff getan. Ansonsten neigen Azubis, ohne ständige Erinnerung, dass es der Fortbewegung im Grundsatz dienlich sei, einen Fuss vor den anderen zu setzen und im Zuge dieser Aktion mit den Zehen des hinteren Fusses sich etwas abzustossen, was eine eigendynamische Gewichtsverlagerung auf die Ferse des vorderen Fusses veranlasst, welcher sich dann für gewöhnlich auf dem Boden abrollt und die Aktion wiederholt wird, dazu, auf der Stelle zu treten oder plattnasig gegen eine Wand zu klatschen vor welcher sie nur noch unproduktiver sein könnten, wenn sie sich in besagte Wand selbst verwandeln würden. In einer ruhigen Minute erwische ich mich dabei, darüber nachzudenken, ob sich hinter diesen leeren Augen zwei geistige Affen kleine Krabbler aus dem Fell klauben, ein Esel mit dem Schwanz nach einer Fliege schlägt, oder einfach nur eine gähnende Leere sei.
Früher, da war… ich weiss, in jedem Jugend-verstehen-Seminar wird vom dynamischen, vertretergesichtigen Motivationstrainer in von Trägern gehaltenen Bundfaltenhosen auf einer, von einem Moment, der in exakt sieben Sekunden von einer kichernden Dame unterbrochenen Stille, gefolgten Folie der Satz des Sokrates betreffend der Jugend von heute präsentiert.

Die Kinder von heute sind Tyrannen. Sie widersprechen ihren Eltern, kleckern mit dem Essen und ärgern ihre Lehrer.
Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.

Ganz nebenbei; Es ist mir bewusst, dass verschachtelte Sätze verpönt sind, in der Anpassung des Schulstoffes an den weichenden Intellekt der Jugend bleibt kein Platz für das ansprechende Lesen noch das Schreiben, aber anerkennt es als Ausdruck meiner Verehrung an das geschriebene Wort, erfreut euch der beiläufigen Bildung neuer Synapsen beim Entschachteln derselbigen, oder zückt meinetwegen den Rotstift.

Ob Sokrates diesen Satz wirklich von sich gegeben hat ist wohl so hieb und stichfest belegt, wie der architektonische Einsatz von Ausserirdischen beim Bau der Inka-Tempel, nichts desto trotz ist er aus keinem Jugend – Unsere Zukunft -Seminar wegzudenken; Bringt er doch zum Ausdruck, was für unflexible, intolerante Beweggründe die gesetzteren Herrschaften zu erbosten Ausdücken über die Jugend von heute verleitet.

Und dennoch war es anders; Lehrjahre sind keine Herrenjahre sprachs, und schon kroch der Azubi unter Oma’s Fernsehtischchen und wechselte die Dose.
Bittet man den heute den Auszubildenden um die Ausführung erwähnter Arbeit, sieht er einem an, als hätte man ihn heissen, mittels eines Dreschflegels Körner aus einem Bund Ähren zu schlagen. In feinstem Mandarin gesprochen.
Nun kann man mittels Hand und Fuss, in einer der Jugend verständlichen Sprache versuchen, ihn verbal an die Arbeit heranzuführen, oder man erledigt es selber.
Wenn nicht gleich, dann spätestens, so er mit dem roten, isolierenden Kunstoffgriff des Schlitzschraubenziehers in hämmernder Weise eine Torx-Schraube zu lösen sucht. Es bedarf etwas Fingerspitzengefühl, man darf ihm nicht einfach sagen, dass der Schraubendreher zu wenden und zudem ein der Schraube entsprechender Kopf zu wählen wäre; Fühlte er sich doch dann als Trottel vorgeführt, schmollt den Rest vom Tag und die Tränchen in den Augen führen dazu, dass er erst in seinem wabbelnden Gang den Hohlkörper über der Halsöffnung gegen den Türrahmen rammt, sodann mit Oma’s Makramee-Eule vom Duttlieber-Häkelkurs ’78 um den Hals sich mit der Ferse im Hosenboden verfängt und Haupt voraus die Treppe runterstürzt.
Er sei gemobbt worden, hätte sich hernach die Treppe runtergestürzt und kann die folgenden Monate nicht arbeiten.

Fürwahr, unsere Zukunft zu bilden ist kein Zuckerschlecken.

Die, anstatt durch weise Lehren

Sich zum Guten zu bekehren,
Oftmals noch darüber lachten
Und sich heimlich lustig machten.

Ja, zur Übeltätigkeit,
Ja, dazu ist man bereit!

Menschen necken, Tiere quälen,
Äpfel, Birnen, Zwetschgen stehlen
Das ist freilich angenehmer
Und dazu auch viel bequemer,
Als in Kirche oder Schule
Festzusitzen auf dem Stuhle.

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Saublaser-Heinzelmann HM zwoundzwanzig

Mein guter „alter“ Staubsauger würde gewiss noch von einigen Garantieleistungen profitieren. Hätte, wäre, wenn… Ich mag einige Talente besitzen, das Aufbewahren von Quittungen zählt nicht dazu, offen gesagt, so ich diesen Beleg meines Erwerbs nach der kaufhauseigenen Schiebetür noch in meinem Besitz wähne, hat er es weit gebracht.

Ich werde es wohl nie lernen, stets werde ich ein Produkt überbezahlen, weil ich einem vermeintlichen Beinahe-Geschenkt-Angebot den Vorzug gebe, bevor ich Qualität erstehe.
Der gute Saugblaser Heinzelmann nutzte seine 1800 Watt vorwiegend zum Heizen meiner Baracke. Da im Winter Väterchen Frost seine böigen Boten durch alle Ritzen drückt ist dies nicht der ungünstigste Nebeneffekt, würden nicht trotz intensivem Stochern mit dem Staubsaugerrohr die Spinnweben lustig im Wind tanzen, während sich die darin wohnende Spinne lässig, ich möchte sagen verhöhnend, mit einem Bein haltend dem Sog der Jumbo-Höllenmaschine widersetzt.
Wohl haben Geräte keine Gefühle, aber dies hindert mich nicht, meine Missgunst ihnen gegenüber zum Ausdruck zu bringen. So wird er am äusserst dehnbaren Schlauch verächtlich die Treppe hinunter gezogen, bis sich der Stecker als zu erwartende Reaktion mit neckischem Funken aus der Dose löst.
Dies wirkt sich selbstverständlich auf den Kabeleinzug des Saugblasers aus, wofür ich wiederum wenig Verständnis zeige und mit dem Fuss desto energischer auf den Aufrollknopf trete.
Ob es der Tritt in die Seite und das daraus nicht ganz unbeabsichtige Rammen gegen einen Stützpfeiler war – der Sauger weigerte sich einmal mehr hartnäckig, eine kleine Brotkrume aufzunehmen – oder der erneute Sturz über die Treppe war ist nicht erwiesen, jedenfalls verrichtet der Saugblaser seinen zweifelhaften Dienst nur noch unter grossem Getöse. Der Staub-Sammelbehälter war, wie nahezu immer, leer und blitzeblank, aber dennoch klang das Gerät, als hätte ich eine Lego-Ritterburg eingesogen. Oh ja, ich weiss wie das klingt.

Staubsauger passen eigentlich nie ins Budget, da verhält sich mein Portemonnaie ähnlich wie bei Steuern oder Parkbussen, aber dennoch war die Zeit reif für einen Neuen.

Ein Dyson war schon immer mein Traum, auch wenn ich die Palette höchst unübersichtlich finde. So stand einer bei Fust für knapp vierhundert Schleifen, der wirkte jedoch leicht gebraucht und ich hatte mich unzureichend informiert, um zu wissen, wie alt das Modell schon war. Zudem sah ich nur noch einen „Original-Verpackten“ im Regal. Die Schachtel war nach allen Regeln der Kunst bereits zum zweiten Mal zugeklebt worden, sprich; Ich stand vor einer Retoure aus Kundenhand. Dies kann zwei Gründe haben. Entweder war er ein Geschenk – was aber eigentlich unlogisch war, denn der Mann, welcher seiner Frau einen Staubsauger schenkt, hat wohl demnächst in seiner Junggesellen-Bude beste Verwendung dafür -, oder denn das Ding funktionierte nicht im heimischen Staubhaufen, entspricht aber nach Fust-Anforderungen den technischen Spezifikationen. So oder so, von neu verklebten Schachteln lässt man die Finger.
Zudem gibt es in der Migros diese neckischen kleinen Kreisel, also steuerte ich m-electronics an.

Der, oder ein?, Dyson war hier für 500 Bucks zu erhalten. Das geht auch gegen meine Schmerzgrenze.
Es stellt sich die Frage, Beutel oder Cyclon. Rechenleistung am späten Abend; Wieviel Beutel macht die Preisdifferenz aus. Beinahe hatte ich die Lösung, als ich feststellte, dass in der Vorteilspackung nur vier Beutel waren. Ich sah mich im ständigen Pendeln, Wohnort, Migros Herblingen. Da ich Arbeitnehmer bin, bliebe da nur der Samstag. Wart ihr schon einmal im Migros Herblingen am Samstag? Sich nackt auf glühenden Kohlen zu wälzen kann nur unwesentlich unangenehmer sein. Und das Murren und Grummeln, wenn ich – regionaler Tetrismeister ’92 – meinen Einkaufskorb an der Einkaufskorb-Expresskasse auf das Einkaufskorbkonforme Mini-Warenband entleere und die Kassierin neben den 345 Legere-Artikel registriert, dass man durchaus den Durschnittsinhalt eines unkoordiniert beladenen Wagens in einen Korb bringt. Ihr erkennt meine Tragkörbe an den langgezogenen, ergonomisch geformten Tragegriffen.
Zurück zu den Saugern; Meiner Soziophobie Rechnung tragend machte ein Cyclon das Rennen.

Der ELECTROLUX-ULTRAPERFORMER!!

Klingt das nicht schon cool? Ich erwartete nach dem Auspacken, dass er sich transformiert und die Welt rettet.
Dies gerade nicht, aber mit satten Klicks und Plopps wurde der aus überschaubaren 34 Einzelteilen bestehende Schlauch intuitiv zusammengesteckt. Du musst nur die Schlauchnut in die Schlauchmuffe…
Ich war beinahe ein wenig erregt, das Ding stand da – also der Sauger – und ich hatte keine Blessuren, noch Hammer oder Schraubendreher verwendet.
Ein kleiner Druck auf den Einschaltbutton…
Gut, noch ein wenig stärker gedrückt und schon schnurrte er los. Der Teppich wurde unter der Sockelleiste hervorgezerrt. Ich drehte die Watt-Zahl hoch und hörte wie im Keller unter mir Kartoffeln gegen die Decke klatschten.
Eine wahre Freude. Der Schlitten ist mit kleinen Rollen bewehrt, wie von Zauberhand bewege, nein dirigiere ich ihn mit zwei Fingern durch den Raum. Ein Sauger, hätte ich eine Frau, ich würde ihr die Benutzung verbieten, der ist mein Spielzeug. Ich dirigierte ihn um meine Ikea-Möbel bis es plötzlich still war. Ein Klassiker, der Stecker aus der wohl schon etwas geweiteten Dose gerutscht. Reingedrückt und beinahe schon auf dem Weg zum Sicherungskasten, aber nein; Der Sauger ist intelligent, der Ein-Aus-Schalter nicht etwas einrastendes, nein elektronisch. Ich bin entzückt.
Ich weiss nicht ob im Himmel gesaugt werden muss, aber hätte Gott einen Staubsauger, es wäre ein ELECTROLUX ULTRAPERFORMER!!!

Vorausgesetzt, Gott ist schwul.electroluxAuf der Schachtel stand Rot, als Farbenblinder vertraue ich darauf und mach mir keine weiteren Gedanken.
Bis mich ein Kollege, natürlich wollte ich meinen göttlichen Saugblaser mit den engsten Freunden teilen,  mich darauf aufmerksam machte, dass das Sonderangebot wohl daher rührte, dass es die F-Serie, Think-Pink, war.
Jaja, die Behindertenspässe kenne ich, also fragte ich bildtechnisch eine vertrauenswürdige Kollegin an, welche die Farbe pink mit Begeisterung und vielen Herzen bestätigte.

Nun gut, die Einladungen zum Showputzen werde ich dann wohl absagen, aber die Qualität überzeugt, bis in den letzten Winkel des Staubbehälters.

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Vive la france

Bisweilen bin ich doch ein sehr undankbarer Zeitgenosse.
Dabei, ich habe ja alles. Ein Auto, ein Zelt und zwei gesunde Beine.

Diese vier Dinge gedachte ich zu Nutzen, der Frühling Schrägstrich Sommer kündigte sich an, mein letztes Wochenende bevor ich Pikettdienst leiste und die Lust, mal wieder im Zelt zu nächtigen. Die spinnen, die Schweizer, machen luxusreduzierten Urlaub um sich zu erholen.
Eigentlich wollte ich Samstags früh los, erhielt jedoch Freitag Abend eine spontane Einladung auf ein Glas Wein in netter Gesellschaft, worauf sich meine Abfahrt etwas verzögerte.

IMG_0983Nein, nicht in die Karpaten, ins Elsass verschlug es mich; Alsace, so spricht Paris. Jeder vernünftige Mensch fährt über Breisgau, nur das Tom-Tom navigierte mich via Basel. Obwohl mir der Weg im Prinzip geläufig war, vertraute ich auf die elektronische Stimme und liess mich mitten durch ein deutsches Stadtfest geleiten. Zwischen Zuckerstangen und Kinderwagen, überholt von Rollatoren und der Wandergruppe Silberfuchs zwängte ich meinen Wagen einmal um das Karussell und an einem feurigen Tambouren vorbei auf eine Art Landstrasse, bis ich endlich den Fluss überquerte und fortan wieder auf Schweizer Boden unterwegs war.
Tom-Tom war der festen Überzeugung dies sei der schnellste Weg, ich hatte keine Lust zu streiten und der Saugfuss hielt für einmal an der Scheibe, was erfolgreich verhinderte, dass ich dieses Teil über den Asphalt schleifte bis der Zigarettenanzünder das Kabel und angehängte Gerät freigegeben hätte.
Keine Lust mehr auf Umwege, füllte ich den fahrzeugeigenen Kraftstoffbehälter an der Raststätte Pratteln mit flüssigem Gold und erstand eine Packung Bündnerfleisch für den schnellen Hunger.
Aber ich liebe ja die französischen Autobahnen, daher hat sich der Umweg über Basel schon gelohnt. Zudem wurde mir ja unlängst von Blog-Lesern nahegelegt, ich solle gefälligst die deutschen Autobahnen meiden, nachdem ich mich abschätzig über diese lieblos übereinander geworfenen Betonplatten, von der deutschen Verkehrsbehörde A-haumichtot genannt und vorwiegend zum Stau stehen genutzt, geäussert habe.

Ribeauvillé, was für ein malerisches Örtchen.

ribeauvilleAngesichts des Naturschutzparkes und meines zwanzig Kilogramm-Rucksacks – über fünf Liter Wasser, man weiss ja nie ob man auch alles kriegt was man braucht – verzichtete ich auf Wild-Campieren und suchte mir einen Campingplatz.camping
Wer, wenn nicht die Holländer wissen einen Campingplatz zu bewerten?
Angenehm erfreut stellte ich fest, ein Vier-Stern-Platz unterschied sich vom Standardplatz durch Klobrillen und zur Verfügung gestellten Papier an besagtem Örtchen.
Die Trennwände sind natürlich nach wie vor hauchdünn und man ist bei des Nachbars Bemühungen mit mindestens zwei Sinnen live dabei.
Im Grundsatz waren die sanitären Anlagen etwas verwirrend und ein Franzose wies mich darauf hin, hier wäre nicht der Platz zum Zähne putzen. Es war eine grössere Halle mit einer unüberschaubaren Anzahl Spühlbecken und wir waren zu zweit im Raum. Auf meinen Hinweis, Wasser sei Wasser wedelte er energisch mit dem Finger und versuchte, zweifelsohne eine Reaktion auf mein schlechtes Französisch, in einem Mix aus diversen europäischen Sprachen, mir klar zu machen, welchen Raum ich aufzusuchen hatte. Natürlich bedankte ich mich höflichst und suchte die Räumlichkeiten für Körperhygiene auf. Es sei mir nachzusehen; Erwartet man doch eine höher gehängte Pinkelrinne, an welcher sich Müllers und Hubers in Unterhemden und Badelatschen aufreihen, dieser mit der Zahnbürste in den Hängebacken, jener beim Versuch seinen Rasierer in die Dose zu würgen und der andere mit dem Waschlappen in seinen haarigen Achselhöhlen, da trifft man hier sauber aufgereiht, Kabine um Kabine. Links die Duschen, rechts ein Lavabo mit allem was dazugehört. Privatsphäre im Überfluss. Im Gegensatz zu den Toilettenräumlichkeiten lässt man hier kaltes und warmes Wasser aus einem Hahn laufen, das Prinzip mit den zwei Wasserläufen muss mir mal einer erklären.

Bog sich meine Kreditkarte in Davos noch vor Schmerzen, stellte ein Kollege treffsicher fest, nun wissen wir wenigstens, wofür wir arbeiten.
Kann ich in Frankreich so nicht bestätigen, mit acht Euronen die Nacht stellte ich einmal mehr fest, Euro liegt wie Blei in der Geldbörse.

Wohl hatte ich nur gute drei bis vier Stunden Schlaf hinter mir, da es aber erst drei Uhr nachmittags war, beschloss ich das Dorf zu begutachten.
Und wenn ich schon im Dorf war, mich alle Touristen in meinen Salewa Alpine-Extrem Tretern befremdet studiert hatten, konnte ich auch gleich zur Ulrichsburg „aufsteigen“. Und wenn ich schon dort war hakte ich die zwei zugehörigen Ruinen auch gleich ab. Etwas unkoordiniert, so dass ich diverse Turnschuhtouristen wiederholt umrundete. Wie auch den schwitzenden Papa, welcher die Kinder mit der Aussicht auf ein Eis aus dem Dorf auf den Hügel gelockt hatte und nun etwas dumm da stand, da weit und breit kein Kiosk zu sehen war. Es war ein ganz netter Spaziergang, ohne weitere Herausforderungen.
Wieder unten im Dorf hätte ich gerne etwas zu essen gekauft, aber mit meinem horrenden Französisch im Feinkostladen ein Dukan-Konformes Menü zusammenzustellen war mir etwas zu komplex.

Dafür fand ich mich frühmorgens um acht feilschend im Camping-Shop. Nebensaison, Shop ist etwas übertrieben. Für eine Stunde öffnete sich ein Raum im Keller, in welchem einer der 148 ortsansässigen Bäcker von einer niedlichen Französin seine Ware feil bieten liess. Rechts ein Kühlschrank mit Butter und links ein paar Konfitüren.
Mit meiner Frage nach Honig brachte ich die Dame etwas durcheinander – vielleicht habe ich mich auch falsch ausgedrückt, aber ich schwöre, dass ich Honig wollte – und um weitere Konversationen im Keim zu ersticken griff ich auf Konfitüre zurück. Die Dame war wiederum verwirrt, da auf ihrer Registrierkasse wohl ein Button für Baguette, einer für Butter, einer für Süsswaren, aber keiner für Konfitüre zu finden war. Sie wäre sich nicht sicher, ob drei oder vier Euro für meinen Gesamteinkauf… Ich beglich die Rechnung mit fünf Euro und habe immernoch ein Schnäppchen gemacht, da man in der Schweiz dafür wohl nicht einmal die Butter aufs Brot kriegt.

Camping ist schon was Schönes.
Draussen liegen, ein Baguette zentimeterdick mit Butter und süsser Pampe beschmieren – da darf ich gleich das Titanium Outdoor-Besteck von Sea-to-Summit empfehlen, bevor sich dieses an der gefrorenen Beurre biegt, bricht dein Handgelenk – literweise Instantkaffee, zwischendurch immer mal wieder eine Zigarette – auf Campingplätzen rauche ich wie eine Lokomotive, muss wohl an Freiheit und Abenteuer liegen – und dabei das hausmütterliche Treiben der umliegenden Caravans betrachten.
An dieser Stelle muss ich noch auf meine neueste Errungenschaft hinweisen, der MSR-Kocher. Wohl bin ich überzeugter Campingaz-international-Anhänger – obwohl ich vom Anhängsel international noch nie profitiert habe, aber der interpretierte Gedanke, dass ich in der Antarktis bei einem Eisbären eine neue Gaskartusche kriege gefällt mir – nutzte ich den federleichten MSR ohne Piezozünder. Ist auch irgendwie rustikaler und Daumen hoch. Für Camping-Ausrüstung kann man nicht genug Geld ausgeben, ich bin zu arm um billig zu kaufen.
Die vorwiegend von Rentnern behausten Wohnmobile glänzten vor Sauberkeit. Die Dame hängt draussen Wäsche auf, wischt den Kunstrasen auf dem Rasen, fegt die Küche, bereitet dem Gatten Frühstück und ich frage mich, warum sie keinen Urlaub macht. Frage mich und starre weiter hin. Vielleicht fühlten sie sich von mir belästigt, aber während ich in der Morgensonne schon halbnackt mein Baguette schmierte, verzogen sie sich zum Speisen ins Innere ihres Campers, zogen die Plexiglasfenster in ihre Gummidichtungen und ich meinte gar zu hören, dass die Tür verschlossen wurde.
Es waren Schweizer.
Da waren die Franzosen schon angenehmer, welche draussen im Liegestuhl morgens um zehn eine Flasche Wein entkorkten. Überhaupt wird einem das Gefühl vermittelt, die Franzosen leben einfach. Die Wirtschaft mag am Boden sein, aber sie leben.

Kann man dies von uns Schweizern auch behaupten?

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Fail-Compilation March 2013 by Twister Nederland TNL

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Arbeitskollegen von A-Z

Heute in der Blödzeitung gefunden, ganz witzig. Wetten, ihr findet auch den einen oder anderen Arbeitskollegen?

Airbag – An diesem Mitarbeiter prallt alles, vor allem Kritik, einfach wirkungslos ab.

Ballonsportler – Allein mit heißer Luft schafft er es bis ganz nach oben.

Chefzäpfchen – Schöneres Wort für A***kriecher.

Dauerbrenner – Benutzt seinen Firmen-PC fast ausschließlich zum illegalen Brennen von Musik- und Software-CDs.

E-Mail-Postbote – Kommt nach jeder Mail an einen Kollegen hinterhergelaufen, beginnt seine Begrüßung mit „Ich habe dir vorhin eine E-Mail geschickt“ und erklärt dann ausführlich den Inhalt.

Feuerlöscher – Führungskraft mit echtem Sachverstand, soll binnen kürzester Zeit eine desolate Abteilung auf Vordermann bringen.

Glückskeks – Übertriebener Zuspruch von Kollegen durch Instant-Weisheiten wie „Sieh doch mal das Positive“.

Honk – Abkürzung für Helfer ohne nennenswerte Kenntnisse.

Intelligenzallergiker – Inkompetenter, steindummer Mitarbeiter.

Jeans-Management – Bewährte Praxis in Führungsetagen: An den wichtigsten Stellen sitzen die größten Nieten.

Keksgrab – Mitarbeiter, der in Besprechungen nie etwas sagt, dafür die bereitgestellten Kekse vertilgt.

Logorrhöetiker – Menschen mit krankhafter Geschwätzigkeit. Sie faseln sich frühmorgens warm, verquasseln dann den Tag.

Managementattrappe – Diese Führungskraft kneift regelmäßig, wenn wichtige Entscheidungen anstehen.

Nestflüchtling – Eltern, die besonders lange im Büro sitzen.

Omnipotente Zelle – Jungmanager, frisch von der Uni, weiß nix, kann nix, hat aber jede Menge Potenzial.

Pelzrücken – Hat sich über die vielen Jahre seiner Betriebszugehörigkeit ein derart dickes Fell zugelegt, dass er auch ohne Rückgrat aufrecht stehen kann.

Qualle – Chef ohne Rückgrat und Hirn, leicht zu durchschauen.

Radfahrer – Tritt nach unten und buckelt nach oben.

Stuhlkreissitzer – Liebhaber beruflicher Weiterbildung, Kennenlernspielchen inklusive.

Teebeutel – Hängt sich überall rein, auch wenn es gar nicht sein Thema ist.

Universaldilettant – Kann fast alles nicht richtig.

Ventilator – Ist dauernd am Rotieren, kommt aber nie vom Fleck.

Wanderpokal – Wird von Abteilung zu Abteilung durchgereicht.

Xantippse – Notorisch zänkische Streitkraft, übellaunig wie Sokrates‘ Frau Xanthippe.

Yes-Butter – Auf ein freudiges „Ja“ zu einer neuen Idee folgt sogleich ein übergroßes ABER. Findet immer einen Ein- oder Vorwand, um ein neues Projekt schon im Anfangsstadium zu zerschießen.

Zwecktölpel – Stellt sich bei einer Aufgabe extrablöd, um damit verschont zu bleiben.

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