Tick tack, tick tack

Uns laufen die Deutschen davon, Herrgott nochmal, was ist denn da passiert?blick-deutscheErstaunt mich nun doch. Nichts gegen Deutsche per se, aber für gewöhnlich geben sie doch den Ton an, fühlen sich gleich zu Hause, sei dies nun in Griechenland, Frankreich oder Holland. Wie mühsam müssen denn da erst die Schweizer sein, wenn sich der Deutsche nicht mehr wohl fühlt bei uns.
Die ganze Sache lässt sich wohl etwas relativieren. Wohl wanderten knapp 16’500 Deutsche wieder aus, allerdings leben zurzeit rund 275’000 Deutsche in unserem kleinen Land. Vor zehn Jahren hielt es noch 127’000 deutschstämmige Einwanderer in unseren Gefielden und rund 6’700 zog es wieder nach Hause. Ich würde sagen, eine stabile Quote, aber warum nicht ein wenig Wind darum machen.

Erstaunlicher ist die Panik der Arbeitgeber, sie verlören qualifizierte Arbeitskräfte. Sind die Schweizer eigentlich ein Volk von Idioten? Gebildete Leute haben wir keine, wir sind augenscheinlich auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen.
Praktisch bildungsfähige Trottel haben wir auch keine mehr, niemand will mehr einen handwerklichen Beruf erlernen, die Proleten gehen uns aus.
Wir studieren nicht, wir arbeiten nicht; Was zur Hölle treibt der Schweizer den ganzen Tag?

Was machen den ganzen Tag; Mein Bruder geht in ein paar Wochen wieder auf Wanderschaft, der hat ein Ziel. Ich habe mit dem heutigen Tag noch genau drei Monate um mir ein Ziel zu setzen, so der Gedanke.
Mein Fluch ist meine Beständigkeit, diese Konstanz. Wohnt seit achtzehn Jahren an derselben Stelle, seit dreissig Monaten denselben Beziehungsstatus, seit über zehn Jahren denselben Job, seit zehn Jahren dasselbe Fitness-Center; Der Boden zu meinen Füssen ist schon so durchgelatscht, dass ich wohl bald einbrechen muss.blick-mann-tot
Dachte sich wohl auch dieser Trottel. Springt von einem Dach. Sowas will doch geplant und sauber durchgezogen sein! Gut, er hat nochmals Glück gehabt, aber die Chance, dass man in einem Rollstuhl landet, seinen eigenen Sabber nicht mehr halten kann und die nächsten 50 Jahre pürierten Sonntagsbraten von einem Plastiklöffel lutscht scheint mir doch recht gross. Könnt ihr Blutspuren erkennen? Fühle mich stark an Luxor erinnert.blick-luxorWenn wir schon beim Tragischen sind, ein kleiner Einschub. Auch ich überfliege die Todesanzeigen in der Tageszeitung.todesanzeigeFriede Ihrer Asche.
In diesem Moment, da man seine Todesanzeige selbst aufgeben muss, hat man wohl den höchsten Level von Forever Alone erreicht.

Gerade aus Sicht von Drittpersonen; Diese Beständigkeit, die Konstanz hat natürlich auch seine Vorteile. Man weiss wo er wohnt, man weiss wie er seine Freizeit verbringt, man weiss wo man ihn findet, dies kann sehr praktisch sein.
Im Gegenzug wird es auch langweilig. Ist der Reiz des Neuen einmal verflogen und da kein neuer Kick erfolgt, findet man plötzlich eine Tasche mit seinen Habseligkeiten vor der Tür und weiss, wieder einmal ist eine erzwungene Änderung eingetreten.
Nicht, dass ich da anders wäre, so ist der Mensch nunmal.

Nun natürlich der Fluch meines Alters; Beginnt man die Beständigkeit zu durchbrechen, hört man gewiss schon Dinge wie Midlife-Crisis, was uns bestätigt, man muss kein Leben haben um eine Midlife-Crisis zu haben, es ist eine reine Alterserscheinung.

Noch drei Monate.

Gerade Freitags hatte ich wieder viel Zeit, mir Gedanken über das wie, wann und wie lange noch zu machen.suchlaufWährend wir im Wohnzimmer standen – ein Kunde, ein Lehrling, meine Wenigkeit und ein kleiner Hund, welcher sich am Bein des Lehrlings verlustierte, was ihm in dem Masse peinlich war wie es mich erheiterte – und gebannt, bis auf den Hund, auf einen Fortschrittsbalken starrten, überlegte ich mir, wieviele Stunden ich im Leben schon auf solche Balken gestarrt hatte.
Während der Lehrzeit benötigte dieser neu eingeführte automatische Sendersuchlauf in etwa zwanzig Minuten, was exakt fünf Minuten länger war, als ich von Hand gebraucht hätte, was wiederum meinen ordentlichen deutschstämmigen Lehrmeister dazu animierte, mich zur Schnecke zu machen.
Heute sind die Fernsehgeräte nicht mehr anderweitig zu programmieren, mein damaliger Lehrmeister hat den Kittel mittlerweile an den Haken gehängt, und man steht gut sechzig Minuten vor dem Bildschirm, bis man mit der Sortierung beginnen kann.
Glücklicherweise haben wir eine gewitzte Disponentin und ganz nach dem Grundsatz „eine Frau hat neun Monate um ein Kind auf die Welt zu bringen, wie lange haben neun Frauen?“, stellt sie einem einen Azubi zur Seite und reduziert die einkalkulierte Zeit um die Hälfte.
Peinliches Schweigen kann nur verstärkt werden, indem man die Anzahl Personen erhöht, folglich müssen mindestens drei Augenpaare auf den Flatscreen starren. Der Kunde sieht vor dem geistigen Auge Geldscheine flattern, während wir nur hier stehen, Däumchen drehen und ab und wann die Haltung ändern. Die einen stinken etwas vor sich hin, den anderen grummelt der Bauch vom Mittagessen und jene dienen dem kleinen Hund als Ersatzbefriedigung, aber summa-summarum bezahlen Herr und Frau Hübeli beinahe zweihundert Schleifen dafür, dass Fremde Leute auf ihren Fernseher starren. Erstaunlich wie man sein Geld verdienen kann.

Solche sinnentlehrten Arbeiten machen mich agressiv, in etwa so produktiv, als würde der Maler der Farbe beim Trocknen zusehen. Also wollte ich andere Arbeiten vorziehen, dem Kunden vorschlagen, Abends nochmals reinzuschauen, bis dann hätte diese holländische Krücke vielleicht die Sender gefunden.
Der Kunde hatte die Meisterleistung vollbracht, sich während der Totenstille, bis auf das lüsterne Hecheln des Hundes, unbemerkt davon zu schleichen, was mich noch agressiver machte, obwohl ich die Abwesenheit von Kundschaft für gewöhnlich sehr schätze. Nach fünf Minuten ergebnisloser Suche kehrte ich ins Wohnzimmer zurück, ignorierte den zufriedenen, erschöpften Hund und ergoss mich gegenüber meinem hosenreinigenden Azubi in höchst unflätiger Weise über den Kunden, welcher just in dem Moment als das Wort Arschloch fiel, auf zauberhafte Weise wieder vor mir stand. Beschissene Ninjas.
Meiner Erkenntnis, dass wir gegen Entgelt eine Stunde Löcher in seinen Bildschirm starren wohl keinen glücklich macht, stand er zustimmend gegenüber und er nahm meinen Vorschlag sehr freudig an.

Also befriedigten wir zwischenzeitlich weitere Kundschaft, deren englisch noch schlimmer als meines war und es wohl meinem Hundeblick zu verdanken war, dass diese Leute schlicht jeden Zettel unterschrieben hätten, welchen ich auf den Ikea-Tisch knallte.
Es reizt mich offen gesagt von Tag zu Tag mehr, einmal die Grenzen auszuloten.
Kunden unterschreiben Arbeitsrapporte ohne Kopien zu erhalten, als Cableguy – my name is Carl, ich bin Experte – kommt man in jede Wohnung, jeden Keller, jedes Haus, man muss sich noch nicht einmal legitimieren, das Wort genügt; Soviel Naivität schreit doch danach, dass man Profit daraus zieht.

Nun, eine Stunde später trafen wir bei Hübelis daselbe Bild.
„Tja, was haben sie erwartet, ist ein Philips. Dies begegnet uns Tag für Tag“, hätte ich wohl sagen sollen, statt dessen predigte ich das gewohnte „Dies habe ich nun noch nie erlebt, kann man sicher mit einem Software-Update beheben“.
Unter uns Pastoren-Töchtern; Ich behaupte äusserst Gott gefällig zu leben – kein Scherz, mal vom neunten Gebot abgesehen – aber so ich einst vor Petrus stehe, habe ich ordentlich Erklärungsbedarf, da ich die ungeschriebene Branchen-Order „Jeder Fehler ist ein erstmals aufgetretener, unglaublich schwieriger und teurer Einzelfall“ vor das göttliche Gebot dem Lügen zu entsagen stelle. Vielleicht hilft es, dass ich stets die Finger kreuze und schon übelste Knorpelschäden bis zur totalen Finger-Fehlstellung davon getragen habe. Ein Opfer vor dem Herren für meine Untaten.zehn-gebote

Nun, glücklicherweise hat der Kunde seinen, zugegeben sehr hübschen, Flat beim grossen Händler mit dem gestreckten Daumen und den vier Buchstaben erworben, mit gehässigem Lachen erklärte ich, dass der zusätzliche Aufwand selbstverständlich kosten würde. Da, unterschreiben. Jetzt.

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Jogging mit dem Osterhasen

Natürlich mag ich den Goldhasen.
Lindt macht nichts verkehrt, die Werbung mit den älteren Maîtres des Chocolatiers, das Glöckchen um den Hals, die goldene Hülle und die Schokolade ist einfach lecker. Alles erste Klasse und ich ärgere mich über die deutschen Trittbrettfahrer.lindtNun, ich würde so oder so den mit dem Glöckchen nehmen.

Wer mich kennt weiss; Um mir den richtigen Hasen zu schenken muss man die Migros aufsuchen. Den mit den grossen Augen, da ich mir den Namen nicht merken kann.osterhaseIch liebe diesen Hasen und es gibt ihn wirklich nur zu Ostern. Nicht als Adventbär, nicht als Weihnachts-Elch, nicht als Herbstbiber oder Sommermurmel. Er ist ein reiner Osterhase. In den Ausführungen 650 und 180 Gramm, mit richtig dick ausgegossenen Ohren und Mandelsplittern; Ein grosser Klumpen Schokolade, ein Gedicht, Poesie in Hasenform.

Diese Poesie liess ich mir heute Abend auf der Zunge vergehen, respektive hätte ich tun sollen.
Es gibt zwei Nahrungsmittel, welche in meinem Hirn einen Schalter umlegen, welche kein Sättigungsgefühl zulassen und nur der Verstand oder das komplette Vertilgen des Angebots Einhalt gebieten kann. Portionierte Schokolade in Riegel, Ei oder sonstwelcher Form und Erdnüsse. Geröstet oder als „Spanisch Nüssli“.
Glücklicherweise war ich so vernünftig und wählte die 180 Gramm Variante und, ganz atypisch, nur einen davon.
Nun, in etwa 15 Minuten war er verputzt.
Ich fühlt mich gar nicht mehr wohl, der Hase schien irgendwie quer in meinem Inneren zu liegen. Nebst dem physischen Unwohl sein, erschien vor meinem geistigen Auge ein kopfschüttelnder Dr. Dukan und ich vor dem Spiegel mit einer Träne im Knopfloch.
Es gab nur eine Möglichkeit. Ich begab mich ins Bad, öffnete den Deckel…

… des Wäschebehälters und entnahm die schon etwas riechende Trainerhose. Alleinstehende Männer pflegen ja zwei Wäscheberge. Riecht schon und riecht aber geht noch.
Einen Stock tiefer stand meine ausgeleierte Jogging-Jacke, welche ich einige Male gegen den Türrahmen schlug um die Salzkruste zu brechen, damit ich meinen Hasenbauch hinter den Reissverschluss zwängen konnte.
Leichter Nieselregen und drei Grad Celsuis erwarteten mich, als Vanessa hektisch den Start-Countdown herunterleierte. Vanessa ist mein persönlicher Couch. Während des Laufes orientiert sie mich über die zurückgelegte Strecke, die Geschwindigkeit, die Zwischenzeit und die verbrauchte Menge Osterhasen in Kilokalorieneinheiten. Des weiteren sendet sie die Daten an Google, soziale Netzwerke, Nasa und die NSA. Während diese werbetechnisch ausgeschlachtet werden, sind ganz nebenbei auch allfällige Kollegen informiert, dass ich nun begonnen habe zu laufen, Stalker können auf einer Karte verfolgen, wo ich durchsprinte und mich per Tastendruck anfeuern, was mir Vanessa auch weitergibt.
Vanessa steckt in meinem Telefen, selbiges einem kleinen Täschchen, welches wiederum an meinen Oberarm geschnallt wird. Ist eine feine Sache, keine Frage.

Ich sprang los wie Bambi mit Klopfer. Meine regenerierten Achillessehnen – erholten sich übrigens erst, als ich jegliche Physiotherapie verweigerte – sind bei der Verrichtung ihrer Arbeit wieder die reine Freude, zudem lassen mich zehn Kilo weniger Ballast mit der Dynamik eines homosexuellen Balletttänzers aus dem Dorf hüpfen.

Nach einem Kilometer merkte mein Körper, dass er soeben in jeglicher Hinsicht verschaukelt wird, ich bewegte mich von einem Schritt zum anderen mit der Anmut von Pooh dem Bären. Dachte mein Organismus, den Hasen langsam zu zerlegen, Fett und Zucker als Reserve hübsch einzulagern. Stattdessen rief da plötzlich etwas; Energie, wir brauchen Energie. Der körpereigene Drill-Instructor und der Materialwart waren im Clinch, was dazu führte, dass mein Hasen auf halber Höhe hin und her gezogen wurde, mal die Speiseröhre hoch wanderte, dann wieder direkt den Darmtrakt aufzusuchen schien. Ich musste kurz innehalten, dachte das Hasenproblem löst sich gleich in den Busch zur Linken.

Die wiederholte Kontraktion meines Musculus rectus abdominis, ich glaubte ein Knacken zu hören, begann den Hasen zu zerlegen, wobei der Streit in meinen Innereien erstmals abklang und ich den Lauf fortsetzte.
Als der kleine Bursche in meinem Inneren zerlegt war, wollte der Körper ihn auch wieder loswerden. Ich verschone euch mit anatomischen Details, aber ich war ganz froh, dass ich so ganz alleine durch die einbrechende Dunkelheit und den Nieselregen trabte. Trötend wie Benjamin Blümchen.
Als sich meine übliche Runde denn dem Ende neigte, entschied ich mich kurzentschlossen, 1000 Kilo-Kalorien müssen weg. Dies dürfte in etwa der Energie eines Schokohasen entsprechen.

Also verbrachte ich die letzten Kilometer damit, die Dorfbewohner zu verwirren, als ich ganz in schwarz, mit hochgezogener Kapuze auf leisen Sohlen den Millionenhügel hoch und runter trabte.
Drehte einem Linienflieger gleich meine Runden, bis mir Vanessa sagte, die 1000-kcal-Grenze sei geknackt, was glücklicherweise auch gleich mit meinem Verdauungstrakt korrespondierte, welcher meldete… ach lassen wir das.

Ich fühle mich wieder wohl und glücklich, hoffe dies war eine Lehre für mich und werde künftig den Verzehr von Schokolade mehrfach abwägen.runtastic-30-03-13

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Meine Woche und die Presse

Früher, als die Fahrer noch Marlboro rauchten, als Tyrell mit einem sechsrädrigen Auto die Welt überraschte, als Brabham an Nicki Laudas Heck einen Staubsauger montierte um den Wagen an den Boden zu saugen oder Renault aus einem 1400 ccm-Motor mittels Turbo über 1000 PS kitzelte, da guckte ich noch gerne Formel 1.
Fahrer welche sich nichts schenkten und einander nach dem Rennen mit Helmen bewarfen.alain-prost
Wenn heute ein Fahrer sein Spiegelchen verstellt wird das Rennen pausiert, damit alle anderen auch ihr Spiegelchen dementsprechend ausrichten können. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die Motoren mit Apfelsaft betrieben werden und die Rennen werden beim friedlichen Knobeln in der Boxengasse entschieden.
So wurde Sonntags Vettel heftig gerügt, weil er sich den Anweisungen – Stallorder ist mal verpönt, mal in Ordnung, je nach dem, wie es gerade ins Sendekonzept passt – widersetzte und seinen Teamkollegen angriff.
Er erdreistete sich, aus einem strategischen Fahrkonvoi ein Rennen zu gestalten.

Sechsundsiebzig von hundert Personen würden heute, also am Montag, einer Initiative zustimmen, welche allen Arbeitnehmern einen Mindestlohn von 22 Franken pro Stunde zusichert.
Der Bundesrat, bekannt dafür am Volk vorbei zu politisieren, unterstützt dies nicht; Man müsste sich entscheiden, sicherer Job oder ausreichender Lohn. Ausreichend bedeutet, dass man vom Einkommen einer hundertprozent Stelle auch leben kann, was heute nicht die Norm sein muss.
Manch Kleingeist mag sich nun fragen, wieso denn arbeiten gehen, wenn der Lohn zum Leben nicht reicht; Weil, so der Herr Bundesrat Schneider-Ammann, weil so der Ehrgeiz gefördert wird Karriere zu machen und dies ist ein zentrales Anliegen des Bundesrates, daher unterstützen sie die Sklaverei.

Des weiteren erfuhr ich, dass wir die Gripen-Kampfflugzeuge, 22 an der Zahl, brauchen, um unsere Neutralität zu stärken.
Im selben Artikel las ich, dass eine grosse Studie ergab, dass wir diese dazu eben NICHT bräuchten.
Wenn wir mal alle Studien, Beschaffungsspesen, Schmiergelder und Zuwendungen in einen Topf werfen, hätten wir aus diesem Bottich schmutzigen Geldes von den General Dynamics gewiss schon fünfzig F16, ab dreiundfünfzig gibts den Fluzeugträger kostenlos dazu, bestellen können.

Dienstags enttäuschte mich Clint Eastwood.clint-eastwoodDieser Haudegen, der harte Hund, der Gran Torino, machte sich in einem Brief an Barack Obama für die Homo-Ehe stark.
Solch verwerflich Tun kann ich nur noch billigen, wenn er in die Politik will und Stimmen braucht.
Homo-Ehen, was soll der Schrott? Kinder zeugen können sie nicht, also muss man auch kein intaktes Elternhaus schaffen, so meine Meinung. Wozu denn heiraten. Und ist dies bei den Schwulen auch so ein Geld Ding? Aber welcher Part muss nun das Geld haben, damit der Andere die rosarote Brille aufsetzt?
Fragen über Fragen…

Dafür will Cameron, der britische Premier, den Deckel auf das Marmeladeglas schrauben; Vermindertes Arbeitslosengeld für Balkan-Zuwanderer, so sie nicht die reelle Chance auf eine Arbeit vorweisen können. Wir wollen nicht vergessen, die EU gibt den Jugos, pardon Kroaten, grünes Licht; Ab Juni dürfen wir mit einer kulturellen Bereicherung rechnen.

Um beim Thema zu bleiben, ebenfalls im Juni stimmen wir über ein Asylgesetz ab. Was mit dem Atommüll nicht klappt, setzen wir mit den Asylanten um. Künftig will der Bund die Asylanten in verschiedene Bundeseinrichtungen – Armeeunterkünfte – verweisen, der Kanton hat da nichts mehr zu melden.
So freut sich das 70 Seelen-Dorf Bedretto im Tessin bereits auf die Zuweisung von 120 Asylanten. Überfremdung ist kein Thema.
Was wollt ihr lieber? Eine Arbeitsplätze generierendes Tiefenlager für Atommüll, oder vergewaltigende und stehlende Asylanten vor der Haustüre?

Im zürcherischen Weinland kann sich die Natur einmal mehr nicht mehr selbst regulieren. Deswegen prüfen Jagdgesellen den Einsatz von Nachtsichtgeräten. Der Abschuss mit einem Nachtsichtgerät sei für das Tier stressfreier. Wie selbstlos, sag ich da, und so human.

Da schiesst mir die Doku Population Zero durch den Kopf. Der Mensch brauchte 10’000 Jahre – bisher, wir sind noch nicht zu Ende – um die unfertige Welt seinen Bedürfnissen anzupassen. So weit, bis die Wälder abgeholzt, die Polarkappen weg, die Luft dünn, die Sommer brütend heiss und Winter knackig frisch sind.
Wäre morgen der Mensch weg, hätten sich in 500 Jahren die Wälder regeneriert und ausgebreitet, bereits nach 200 Jahren die Flüsse wieder ihre natürlichen Wege gefunden haben, in derselben Zeit wäre die Luft wieder gereinigt, unsere Bebauungen wären nach 120 Jahren verfallen und bereits nach 25 Jahren wäre unser radioaktiver Müll auf natürliche Weise im Boden versickert.
Irgendwie scheint die Natur schon ohne uns zurecht zu kommen, wir könnten unsere selbstlosen Bemühungen, Flora und Fauna auf die grünen Beine zu helfen, getrost einstellen.

Mittwochs setzten die Medien uns davon in Kenntniss, dass der Bundesrat nicht gedenkt, sich vom Volk wählen zu lassen. Nicht, dass wir dies nicht könnten, aber es wäre besser, wenn dies das Parlament erledigt. So könne sich der Bundesrat auch besser auf seine Arbeit konzentrieren und müsse sich nicht damit aufhalten dem Volke zu gefallen, sprich, in unserem Sinne zu politisieren.
Ich meine, die Handhabung der Vetternwirtschaft ist bei 246 Wählern einfacher als bei einigen Millionen. Alleine was da an Zuwendungen notwendig wäre, da hätten wir ja bald Berlusconische Zustände wie in Moskau.

Die Staatsanwaltschaft begründet ihre Entscheide nicht und wird auch zu Einzelfällen keine Begründung abgeben.

So der Schaffhauser Staatsanwalt Willy Zürcher.
Der 21-jährige Marokkaner Ugu-ugu – Name der SN bekannt – wurde am 28. September 2012 wegen Diebstahls und Kaputt-Machens von Sachen zu dreihundert Franken Busse und einer Geldstrafe von 420 Franken verurteilt. Dies jedoch bedingt, weil er sowieso kein Geld hat, was heisst, dass er einfach zwei Jahre die Füsse still halten musste.
Die harte Strafe musste eine Lehre gewesen sein. Für 24 Stunden. Am 29. September bemühte er sich ein Auto auszurauben, am 20. Oktober war er wieder am kaputt machen, am 8. November belästigte er eine Barbesucherin und widmete sich hernach wieder der Sachbeschädigung.
Akribische Polizeiarbeit beförderte den jungen Kerl wieder vor die Staatsanwaltschaft. 1250 Franken Busse, die Geldstrafe betrug nun bedingte 300 Franken, die vorgehende Forderung verfiel und man bat den Herren, statt der zwei Jahre, soll er doch nun drei Jahre brav sein.
Nun, das Gericht kann natürlich so entscheiden, so es davon ausgeht, dass der Fehlbare fortan brav sein werde.
Ob diese Annahme nur auf Gottvertrauen beruht oder der arme Marokkaner seine Schuld begleichen konnte, wir können nur spekulieren, siehe die Aussage Willy Zürchers.
Aus dem kurzsichtigen Blickwinkel eines Kleinbürgers könnte man sagen, wir laden mit unserem Rechtssystem die Spitzbuben geradezu ein.

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Neulich, in der Küche

Und wenn ich lange Zeit habe, giesse ich Osterhasen

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Und wenn schon Selbstversorger…

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Durch die Ladentür in die Depression

Natürlich, wer das Affenhaus aufsucht, soll sich nicht wundern, wenn er Schimpansen sieht.
Trotz besseren Wissens, tätige ich meine Einkäufe bisweilen beim Asi-Ausstatter dritter Wahl.
Nebst Aldi und Lidl baut auch Denner auf das „Pack-die-Palette-gefälligst-selbst-aus“-Prinzip.dennerAusschlaggebend ist für gewöhnlich mein grosser Verbrauch an Küchenpapier und Denner bietet Plenty nunmal im praktischen sechzehn Rollen umfassenden Pack.

Schon die gammeligen, quartalsgereinigten Tragekörbe laden gleich wieder zum Einkauf von sogenannter Frisch-Ware aus und dies nicht nur, weil man sich mit einer untersetzten, streng riechenden Kopftuchträgerin mit amtlicher Warze und stattlichem Schnurrbart um den Behälter streiten muss.
Zur Rechten, liebevoll eingeschweisstes Obst, gewiss einer Chemiefabrik Schrägstrich Anführungszeichen Apfelplantage Anführungszeichen entsprungen. Der Rest der Obst, Gemüse und Frischwarenabteilung ist auf die Klientel ausgerichtet; Eine Tonne Zwiebeln lagert neben Kartoffeln.
Im Kühlregal dominieren die „Kein Schwein-Aufkleber“ in bildlicher Sprache, damit auch der schlecht integrierte Muslim nicht aus Versehen beim Überqueren der Dschahannam von der Brücke fällt.
Auch in Sachen Gebäck orientiert man sich an der Raumfahrt, auf tausend Jahre und ein Tag haltbar eingeschweisst, bietet der Meisterbäcker Ölz fluffig, frisch seine süssen Teilchen an. Daneben eine Art offenes Gebäck; Traurig hängende Butterhörnchen, das Papier durchfettend und von nicht minder schmierigen Fingern wohl bereits um halb zehn in der Früh auf der Suche nach dem perfekten Gipfeli diverse Male durch das Regal geschoben worden. Ganz zu schweigen von dem Kleinkind, welches es bereits viermal in den Patschhändchen hielt und der Mutter, welches es im selben Umfang wieder in das Regal warf. So man trotzdem droht, vor dem Brotwarenregal schwach zu werden, wird man bestimmt von einem Asi geschubst, welcher mit seiner Bierfahne und dem Hauch Eau-de-abgestandener-Rauch zweifelsohne auch gleich den Appetit mit sich weiter zieht.

Zuckerfreie Produkte braucht man nicht zu suchen, zum Leidwesen der etwas weniger berührungsfreudigen Kundschaft, sind die Regalzwischenräume diesem Umstand nicht angepasst.
Vielleicht wäre mehr Platz, würde sich die Kundschaft nicht in fünf Mäntel hüllen, andernseits kann im Falle einer Kontamination, ob direkt oder kreuz, nicht genug Isoliermaterial zwischen den Hautpartien sein, daher bin ich nicht direkt böse.
Wer sich nicht in besagte Mäntel hüllt trägt Leggins, an den unglücklichsten Stellen unangenehm durchscheinbar, zweifelsohne eine Folge der vierzehntäglichen wäschebedingten Tragepause. Darüber abgewetzte Stiefel, gestern bei Billi im Angebot erstanden, heute sehen sie aus wie nach dreissig Jahren Einsatz auf dem Strassenstrich. Eine speckige Daunenjacke mit so schmierigem Kragen, dass man erwartet, das Anti-Schuppen-Shampoo im Korb soll an der Kasse als Geschenk verpackt werden. Die ganze Erscheinung gepudert mit Hundehaaren und dem Geruch, eines nassen Vertreters dieser Spezies.

Natürlich kaufen auch Männer ein und diese machen mir besonders Angst. Schlecht sitzende Jeans, das Bein etwas zu kurz. Die Ware im Korb ist unter den gesamten Rabatt und Prozent-Klebern nicht mehr zu erkennen, der Strichcode an der Kasse wird zu Tage fördern, was der Herr zu Abend isst.
Bewegt sich gleich einem Dirty Harry und John Wayne-Abklatsch in türkischer B-Movie-Kopie, zwanghaft versucht mit der ausgestrahlten Vorstellung von Coolness die gesellschaftliche Ausgestossenheit als frei gewählt zu verkaufen. Es ist nicht so, dass man kein soziales Umfeld hätte, man braucht es einfach nicht. Schliesslich gibt es den 56cm-Röhrenfernseher mit tadellosem Bild unter der Nikotinschicht, billigen Wein aus dem Denner, Chat-Rooms und den Stammtisch in der Neuen Welt.
Es sind diese Leute, welche man aus der Schulzeit kennt, aber beim erzwungenen Grüssen verstohlen erst nach links und rechts guckt, ob man nicht gesehen wird. Leute welche an Feste geladen werden, bei welchen man jedoch hofft, sie mögen nicht erscheinen.
An der Kasse schäkern sie mit abgedroschenen Kneipensprüchen mit der Kassiererin, was somit dreissig Prozent ihrer sozialen Kontakte allgemein und fünfzig Prozent der weiblichen Kontakte ausmacht. Wenn man die Planzer-Chauffeuse vom Stammtisch noch als Frau betrachten kann.
Solche Männer, welche irgendwann im Leben zwei falsche Entscheidungen gefällt haben. Bei der ersten sind sie auf diese Schiene gelangt, bei der zweiten haben sie es verpasst sich eine Kugel durch die Birne zu jagen und sehen nun ihr trostloses Leben als normal an, letztendlich sitzen am Stammtisch drei weitere solche Gesellen und sie bestärken sich darin, dass in der ganzen Welt um sie herum nur Arschlöcher leben.
Ob sie dies wirklich glauben sei dahingestellt, aber es scheint sie über den Tag zu bringen.

Ich sollte an Tagen wie diesen nicht in den Denner einkaufen geben, diese Armenspeisung-Vorstufe, diese Aussicht auf die trübe Zukunft. An Tagen wie diesen, wo sich die Sinnlosigkeit des morgendlichen Aufstehens in voller Frische präsentierte und man sich Gedanken macht, ob wohl die erste falsche Entscheidung schon hinter einem liegt und man drauf und dran ist, die zweite zu verpassen, weil es schon unausweichlicher Alltag geworden ist.

So verlässt man dieses depressive Loch durch eine automatische Schiebetüre, vor einem ein Türke, zwei Neger und ein versiffter Penner im John Wayne-Gang, hinter einem eine Schlampe mit drei verzogenen Gören; Verlässt man den Laden mit sechzehn Rollen Plenty, einer Packung Klopapier, Abwaschmittel im Vorteilspack und Geschirrspühlertabs in einer Denner-Papiertüte und dem goldenen Vorsatz, sich gründlich über die eben befahrene Schiene Gedanken zu machen.

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