Wieviel Jugos braucht das Land?

einbuergerungWieviel direkte Demokratie verträgt die Schweiz? Ein wirklich toller Satz!

Wohl glaube ich nicht an Zufälle, aber vielleicht ist es doch eine unglückliche Fügung, dass ich mich stets an von migrationshintergrund beseelten Mitmenschen stark frequentierten Orten aufhalte.
Der Ansässige wird nun sagen, was geht der auch in’s „Orient“, da weiss man doch, dass die Eingangspforte nicht nur aus bautechnischer Gewohnheit in quadratischer Form eingesetzt wurde.
Suche ich den örtlichen Baumarkt mit dem Elefanten auf, besteht der grosse Anteil der Klientel nicht mehr aus verhinderten Bob Vila’s und anderen Flanellhemdträgern, nein, da tanzen Kanthölzer um das Duftbaumregal, ein Ringelpietz mit Anfassen. Die Kappe mit Schirm am Hinterkopf, den Hosenboden in der Kniekehle und diese brisante Mischung aus “ ‚ey Mann was luegsch?!?“ und “ ‚ey Mann lueg mich a?!?“ im Blick.
Bling-Bling-Raddeckel, verheissungsvolle „Turbo“ und „V8-Injection“-Aufkleber, nietenbesetzte Schaltknüppelsäcke und verchromte Nummernschildträger wechseln den Besitzer, werden mitunter gar an der Kasse bezahlt. Vor der Türe wähnt man sich in der UBS-Tiefgarage, wäre da nicht an jedem Innenspiegel der Oberklasselimousinen ein Rosenkranz mit Kreuz, ein Fähnchen des NK Dinamo, oder ein irritierender Aufkleber am Heck, welcher einen Mercedes mit „M3-Power“ klassifiziert, oder mir weismachen möchte, dass ein BMW die „AMG-Schmiede“ durchlaufen hat und mit einem „Compressor“ zwangsbeatmet wird. Natürlich die Scheiben getönt, die Felgen poliert und beifahrerseitig schlängelt sich wahlweise die Preisträgerin des „Arroganti des Monats“ auf Bleistiftabsätzen vom Sitz, oder ein Fleischklops mit Oberlippenschnauz und Ziegenbart unterm Kopftuch, gehüllt in zwei vernähnte Sofabezüge, welche mit einer Knopfleiste unter dem Wabelkinn eng geschlossen werden.

Den einzigen Vorwurf, welchen ich akzeptieren würde, wäre jetzt jener, der politisch nicht korrekten Aussage.
Also nochmal…

Ein Hauch von exotischem Flair im heimischen Baumarkt.
Der öde Alltag von Flanell und Männerschweiss wird aufregend durchbrochen von einer sanften Brise aus dem Otto’s-Angebot-des-Monats-Flakon, durchsetzt von einem mediterranen Hauch in Zwiebelsaft gedünsteten Knoblauchs. Dolce & Gabbana beschert uns einen Farbtupfer zwischen Überhosen und Gartenschürzen, der langweiligen zwecksmässigen Tragart, der zum Gartendienst degradierten Cordhose wird die Stirn geboten; Die feminine Kehrseite wird in knapp bemessenen Designer-Jeansstoff gezwungen, während der Herr der Schöpfung etwas Luft um das Gemächt schätzt und den Hosenboden modisch bequem in der Kniekehle platziert.
Man muss nicht auf den groben Filzhut zurückgreifen um den regnerischen Elementen zu trotzen, Ed Hardy bietet einen in Gold und Silber gehaltenen Tiger auf einer Schirmmütze feil, welche keck mit dem Schild im Nacken der Individualität des Trägers Ausdruck verleiht.
Nach Jahren der aufgeschnappten Gesprächsfetzen über Black & Decker, Bosch oder Dewalt, vermitteln uns nun die dominierenden Diskussionen im Mittelgang eine Idee Fernweh, versetzen uns in die aufregende Atmosphäre eines Basars, dessen Flair an der Kasse fortgesetzt wird, so wir in der Hektik der Abwicklung unserer Geschäfte etwas ausgebremst werden und der Interaktionen in gebrochenem Deutsch, zwecks Umtausch eines Perlmutt-Spray gegen Cockpit-Reiniger Marke Palm-Beach trotz verlorener Quittung beiwohnen dürfen.

Die kulturelle Vielfalt schöner umschrieben, was jedoch nichts an der Situation ändert. Auch wenn es zu siebzig Prozent mein eigen Fehler ist, meiner engstirnigen, urschweizerischen Haltung, der Angst vor Fremdem und Neuem unterliegt, kann man es nicht von der Hand weisen, dass sich jeder bisweilen im eigenen Land etwas fremd fühlt, so man nicht den kulturellen Umschwung mit offenen Armen empfängt.
Der Eindruck setzt sich in der Migros durchaus fort, meine nationale Unterlegenheit manifestiert sich dadurch, dass ich mit dem für zwei Franken gemieteten Gitterwagen mit Kindersitz in Schlangenlinie um balkanische Gruppierungen kurve und weder ein Verzeihung, Pardon noch „Exgüsi“ verstanden wird, die wohl akustischen Laute an die Öffnungen unter dem Kopftuch dringen, aber bestenfalls mit mit unwirschem Blick quittiert werden und mir jede Chance genommen wird, meine Absicht zu den Zwiebeln vorzudringen in jedwelcher Weise kund zu tun.
Verständigungsprobleme im eigenen Land, im urschweizerischsten Supermarkt, welche meine Einkäufe im holländischen Albert Heijn einfacher als ein Butterkauf bei Tante Emma’s Hausladen aussehen lassen.

Aber es liegt wohl an meiner Engstirnigkeit, gar sträflichen ablehnenden Haltung zur Akzeptanz und boshaften Verweigerung meiner Integration.

Mancher Urschweizer ist von diesem Schlag, verweigert die Einbürgerung von Eingewanderten, im speziellen Ex-Jugoslawen und Türken, verkennt den Mehrwert, welchen diese Menschen unserem Land bieten. Es werden Bauchentscheide gefällt, das begehrte kleine Buch mit Schweizerkreuz vorenthalten.
Verständlich, dass dies nicht akzeptiert werden kann, dass die von uns gewählte Regierung entscheidet, dem Volk das Heft aus der Hand zu nehmen und den Urschweizer mit eingeschränktem Sichtfeld künftig nicht mehr mit solch schwerwiegenden Aufgaben zu überfordern.
Wenn Anforderungen die eigenen Fähigkeiten übersteigen, ist von übergeordneten Stellen die Sache zweckdienlich zu behandeln; Erfahre ich dies doch im Tagesgeschäft, so Mitarbeiter ihrer Pflichten enthoben, die Aufgeben neu verteilt und stattdessen zum arbeitszeitfüllenden Onlinepoker verdammt werden.

Vielleicht lassen sich die Anforderungen hinterfragen, unter Umständen ist es nicht zwingend erforderlich, den Verlauf der A1 zu kennen, aber so mich ein unlängst mit Früchtekorb und Schweizer-Käppi prämierter, eingebürgerter Ex-Jugoslawe fragt, was „Wallis“ sei, deucht es mich, dass geografische Kenntnisse auf Stufe Unterstufe wohl nicht zuviel verlangt wären.

Im Zuge meiner Integration in die Schweiz-reloaded machte ich einen weiteren Schritt auf den Herren zu – natürlich erst, als ich in groben Umrissen das Wallis und seine hervorstechenden Eigenschaften beschrieben hatte – und war interessiert am Land Kroatien. Ist es doch aktuelles Thema, dass infolge des EU-Beitritts die Personenfreizügigkeit erweitert wird und die Schweiz zur freiwilligen Zahlung von 50 Millionen Franken angehalten wird, sprich; Es wird nicht verlangt, aber erwartet. Frau Sommaruga weist mich darauf hin – gewiss zu Recht, denn letztendlich versteht die von Volkes Gnaden eingesetzte Vorsteherin des Justiz- und Polizeidepartements mehr von solchen Dingen als ich – «Wenn man von etwas profitiert, muss man auch zahlen.».
Asche auf mein Haupt, von Kroatien weiss ich nur, dass es eine Ex-Jugoslawische Republik ist, worauf ich mittels unserer multikulturellen Gesellschaft diese Bildungslücke schliessen wollte.

Was Kroatien zur Party mitbringe, wollte ich wissen.
Hä?
Ja, im Zuge des EU-Beitritts, was bringt Kroatien mit.
Isch das politisch.
In der Tat.
Schweiz isch nid EU.
Ganz recht. Aber im Zuge der billateralen Verträge, werden von uns Zahlungen und Anpassungen erwartet.
Isch mir das glich.
Was bringt Kroatien wirtschaftlich, wie können wir profitieren?
Ja Ferie…
Irgendwelche Exporte?
Hä?

Ich gab es auf, möchte aber festhalten, dass ich mich ordentlich bemüht habe und gar Integrationsdienst geleistet habe.

Muesch luege, kommed denn vili in Schwiiz gopfriedstutz.

Womit er meine Frage eigentlich auch schon beantwortet hatte. Wir bringen die Steaks, den Salat und das Bier, Kroatien liefert die Gäste zum Barbecue.
Gäste welche ungeachtet jeglicher persönlicher Empfindungen auch gleich von der von uns eingesetzten in unserem Namen agierenden Obrigkeit in unseren Hausstand integriert werden.
kroatien

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Tales from the kitchen, Kochen nach Dukan

Knopf drücken, Wasser sprudelt, Knopf drücken, Wasser sprudelt nicht, Knopf drücken…

Könnte ich den ganzen Tag lang machen, lacht nur, doch genau dieses bisweilen kindliche Gemüt zeichnet mich doch aus, nicht wahr?
Als ich meinen Induktionsherd erhielt, fühlte ich mich wie Robinson, als der Blitz ihm das Feuer schenkte.
Ich hebelte den Ofen selber aus der Küchenkombination, angesichts der angeschlossenen Drähte wartete ich dann doch auf den Elektriker Schrägstrich Vermieter Schrägstrich Vater. Nach meinem Dafürhalten war die Sachlage wohl klar, vier Drähte am alten Herd, vier Drähte am neuen Kochfeld und der Bunte ist die Erde. Hätte ich so angeschlossen und mein Kochfeld ganz kurz, aber ganz hell erleuchtet
Glücklicherweise erhielt ich einen Crash-Kurs in Elektrotechnik und letztenende zogen wir gemeinsam noch einen weiteren Draht in den Keller, so dass mein Kochfeld auch noch einen Nullleiter erhielt. Man lernt nie aus.

Gestern standen Muffins auf dem Plan. Nach Dr. Dukan, natürlich.
Man nehme die unvermeidliche Haferkleie, etwas Weizenkleie, Magerquark, Eiweiss und Eigelb, dies einmal als Basis.
Danach kommt der interessante Teil, jener welcher nicht im Rezeptbuch steht. Drei Tropfen Schoko-Aroma noir, einen halben Teelöffel flüssigen Süssstoff und so weiter. Glücklicherweise neige ich zum Teig naschen während der Zubereitung, von der Oetker-Fertigmischung bis zu den eigenen Produktionen.

An dieser Stelle erinnere ich an die Oma meines Bruders – klingt komisch, hat aber seine Ordnung – welche eine richtige Nonna war. Klassisch, klein, rund und irgendwie respekteinflössend. Von Zeit zu Zeit war man zum Mittagessen geladen, was nicht immer das reine Vergnügen war. Für kleine Jungen gab es nicht viel Möglichkeiten sich zu beschäftigen und auf dem Fernseher waren die ersten Tasten für RAIuno, Canale 5, TSI etc. reserviert. Der Senderspeicher des Bildempfänger Telefunken 79 war damit erschöpft, oder mehr interessierte Nonno und Nonna eben nicht, jedenfalls gab es kein RTL und kein Sat 1.
Des weiteren wurde Risotto kredenzt. Ich weiss nicht, ob ich Risotto jemals mochte, oder seit jeher eine Abneigung gegen diese eingekochte Pampe hegte. Nonna pflegte stets zu sagen, nicht zu wissen wie es schmeckte, sie hätte nicht probiert und schon da fragte ich mich, wie kann man kochen ohne zu probieren, aber ich hütete mich natürlich danach zu fragen.
Jedenfalls erhielt ich stets eine ordentliche Kelle auf den Teller geklatscht – letztendlich war ich ein Pummel und die Menschen schienen stets zu denken, diese Wampe muss auch ordentlich gestopft werden – und sass vor diesem dampfenden, nach Pilzen riechenden Haufen. Über der linken Schulter blickte die heilige Maria auf mich hernieder, rechts hing Gottes Sohn am Kreuz und ich mitten drin mit dem zitternden Löffel in der Hand.
Eine Sekunde zu lange, denn sobald Nonno registrierte, dass der kleine Pummel noch nicht mit der Nase im Teller hing, tönte es „Ah, de Romano wartet uf parmigiano (o.ä)“; Widerstand zwecklos, mit blossen Händen, viel Hingabe und im Schweisse seines Angesichts wurde der Teller mit einer amtlichen Schicht Parmesan überschüttet.
Nun zog die ganze Sache lange Fäden, was die gefühlte Endlosigkeit der Vorspeise auch noch visualisierte.
Ich will der Nonna selig gewiss nicht postum gegen das Schienbein treten, gewiss war dies ein ausgezeichneter Risotto; Ich hatte ihn einfach nicht zu schätzen gewusst und auch heute noch kann man mich mit schleimiger Speise und Pilzen in die Flucht schlagen.

Nun, sie probierte nie, ich probiere oft und so versuchte ich mich einem Chemiker gleich an die Rezeptur der Schokoladen-Kuchenmischung heranzutasten.
Entölter Kakao aus dem Reformhaus, ordentlich reingeschüttet, die Bitterkeit mit Süssstoff entzogen, eine Prise Nespresso Gold in Wasser gelöst, noch etwas Aroma, eine Prise Salz, ein Hauch Zimt; Ich gestehe, es machte richtig Spass.duesentriebIch würde behaupten, meine Mischung reichte an Dr. Oetkers Kuchenrezept heran, mit dem Unterschied, dass bei mir eine Idee Mokka mitschwebte.
Die ganze Sache in die Muffin-Förmchen abgefüllt und ab in den Ofen. Schokoladeduft im ganzen Haus, fantastisch, hätte Jamie Oliver gesagt.
Aus dem Ofen gezogen, aus dem Förmchen gelöst, die grosse Ernüchterung. Geschmacklich zwischen einer ordentlichen Kartonschachtel und den bunten Chips, mit welchen Versandwaren vor der Beschädigung geschützt werden. Ich würde nicht von ungeniessbar sprechen, aber wie alles in der Dukandiät, nicht mehr als ein Wattebäuschchen, dass den Magen füllt.
Es geht nunmal einfach nicht ohne Butter und Öl, da kann er noch so sehr von seinen leckeren Rezepten predigen. Mir scheint, all die künstlichen Ersatzstoffe verpuffen bei einem Grad über Zimmertemperatur und alles was bleibt, ist der Betrag auf Dukan’s Bankkonto.muffins

Nichts desto trotz erhielt der Doktor heute eine neue Chance. Den Rinderbraten machte ich klassisch, versuchte einfach ein wenig auf Salz und Fett zu verzichten.

braten-2Huch, Nudeln! In der Tat. Allerdings sind dies Konjak-Nudeln. Konjakmehl ist das Produkt der gemahlenen Wurzel der Teufelszunge und wird in der chinesischen Küche schon lange eingesetzt. Schmeckt irgendwie nach nichts, hat dafür auch keine Nährwerte und mit einer Prise Salz finde ich sie, trotz grenzwertiger Konsistenz, ziemlich lecker.
Nach Dr. Dukan wollte ich eine Kräutersauce dazu machen. Maisstärke, nach dem Öffnen holte ich den Staubsauger und wechselte das Shirt, Magerquark und Wasser. Dazu jede Menge Kräuter.
Die Masse würde wohl dazu dienen eine Kelle mit einer Pfanne unwiderruflich zu binden, das ganze mit einem Hauch Petersilie auf Zwiebel, aber von geniessbar keine Rede.
Langsam zweifle ich an meinen Kochkünsten, oder Dr. Dukan veräppelt mal kurz die ganze Welt mit seinen Rezepten.
Man müsste einen Promi fragen, die schwören ja auf die Diät.

Nach einer Stunde Küche schrubben, ich habe ein neues Flutlicht, welches einem keinen Krümel übersehen lässt, habe ich das Wochenende auch schon beinahe wieder über die Bühne gebracht.

Mittlerweile starte ich in die vierte Woche Diät. Gestern im Kino war es einmal mehr schwierig, speziell, als der Kakao-Duft der M&Ms durch den Saal wehte.
Glücklicherweise zwängte sich rechts von mir ein Fleischklops in den Sessel, auf dem Schoss eine grosse Portion Nachos mit doppelter Käsesauce balancierend. Etwas zurückgelehnt, den Kopf gemütlich auf dem Doppelkinn abgelegt, wurde der Maissnack einem Schaufelbagger gleich in die Lucke geschoben. Die Trailer waren halb durch, als er den Rest seiner Tüte – welche er so lange auf meiner Armlehne deponiert hatte, da sein Sitz gnadenlos ausgefüllt war – in die Schale kippte und pünktlich zum Kinepolis-Intro hatte er sein Mahl beendet.
In solchen Moment vergeht mir einerseits die Lust auf Essen, andernseits fühle ich mich bestätigt und bin nur dankbar, die Kurve noch gekriegt zu haben.
Nennt mich oberflächlich, aber ich bin froh, dass es mir nie egal sein wird, ob das XXL-Star-Wars-Shirt noch meine gesamte Körperoberfläche bedecken kann, oder mir der Bauch unterm Shirt raus, über das Gemächt hängt.

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Wenn der Schlips das Uhrwerk verklemmt

Gelegentlich fühle ich mich schon etwas fehl am Platz.
So auch bei Cüpli-Veranstaltungen wie einem Schnittstellenforum. Da treffen sich Vertreter der lokalen Wirtschaft, akedemische und sonst gebildete Herren, und kratzen sich kollektiv über der Problematik den Kopf, dass der Gesellschaft langsam die arbeitenden Hände ausgehen.
Sie sitzen da, die hohen Politiker in Anzug und Schlips, die Volksschullehrer im hübschen Pullover, ausschliesslich aus Wolle gestrickt welche gesunde, glückliche und zufriedene Schafe bei aller Wahrung ihrer Würde an Sträuchern und Gräsern auf völlig natürliche Art und Weise verloren haben, welche hernach vom WWF eingesammelt und zu eben besagtem Kleidungsstück verarbeitet wurde.
Sie sitzen aufmerksam, bis auf den schlafenden Herrn Dr. Schläpfer, das Kinn leicht aufgestützt, mit weit aufgerissenen Augen dem Laudator das höchste Mass an Interesse suggerierend und folgen den Ausführungen der Redner.

uhrwerk

Dieses Bild der Frau Güdel, Referentin der la Résidence, gefiel den sich selber unterhaltenden Referenten ganz besonders, es symbolisiere das Problem, so ein Zahnrad entfernt werde, würden die Zeiger nicht mehr drehen, Gott behüte!
Ich selber fand das Bild auch sehr passend; Die sich am Kopf kratzenden Schlipsträger, vor dem Werk stehend, ihr Elend ob dem geborstenen Zahnrad beweinend, nicht des Zahnrades willen, sondern der Betroffenheit über der nicht mehr rotierenden Zeiger, die Frage, wie es soweit kommen konnte und auf der Suche nach einer Lösung, wie die Uhr mit geringstmöglichem Aufwand und gegen Null tendierende Kosten wieder in Gang gesetzt werden könnte, ohne dass den bereits rotierenden Rädern mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden müsste, oder – Gott behüte – man selber an den Rädern kurbeln muss.

Zwischen den Referenten, welche in erster Linie sich und ihre Firmen präsentieren wollten, wurden videodeokumentarische Einspieler von stellensuchenden Schülern gezeigt. Entweder aus der zehnten Klasse, der ehemals 3. Real oder dann der Werksklasse, so meine Annahme, oder der Querschnitt der Jugend von heute ist da anzusiedeln, wo zu meiner Zeit die Sonderschule einquartiert war. Man soll nicht nach dem Aussehen beurteilen, aber ich erkenne einen ausländischen Mitbürger so ich einen sehe – die haben rechteckige Köpfe – welche in etwa 90% des Film-Casts repräsentierten -, womit mir die feinen Herren Firmeninhaber und Ausbilder klar suggerierten, in welcher Schicht die künftigen Arbeiter zu rekrutieren seien und wo demzufolge ich anzusiedeln sei.
Berufsstolz wecken, ein Anliegen eines Redners.
Stolz ist eine schöne Sache, aber ein recht armer Ersatz für Intelligenz. Im Kindergarten war ich auch stolz auf meinen gelben Elefanten auf blauer Wiese unter grünem Himmel, dennoch finde ich dem kleinen Tom jetzt nicht im Louvre hängend, weil es nunmal nicht genügt, so ich stolz darauf bin.
Geht der Malerlehrling also durch die Stadt, zeigt seinem kantibesuchenden Umfeld vor Stolz platzend eine von ihm gestrichene Fassade, ist bestenfalls ein freundlich gemeintes Lob das höchste der zu erwartenden Gefühle. Leider hat weder Migros noch Coop seitlich des Kreditkartenlesers einen Einwurf für Stolz, folglich kann keiner von diesem suggerierten Wohlgefühl leben.

Nach einer gefühlten Ewigkeit bewegten sich die Herren auf die Bühne, wo sie sich drei Mikrofone mit vier unterschiedlichen Lautstärken teilten und Herr Dr. Schläpfer moderierte ein Podiumsgespräch.
„Was macht die Schule, um die Schüler für das Handwerks zu begeistern…“, an das pädagogische WWF-Model gerichtet. Flüsterleise gab der Herr die einstudierte Phrase zum Besten, aufgrund akustischer Diskrepanzen ist es mir unmöglich sie wiederzugeben. Hernach wurde die Frage an die anderen fünf Teilnehmer weitergegeben, vor Spannung und Begeisterung biss ich beinahe in die Tischplatte.
Da man zeitlich etwas eingespannt war, der Herr Dr. Schläpfer musste noch ein Handballspiel besuchen, wurde der Fragekatalog straff durchgearbeitet. Die Meinungen unterschieden sich im Wesentlichen in der Höhe der Lautstärke, bis auf die Seitenhiebe des Malers gegen Akademiker, welche sie mit akademischem Grossmut – Eltern blicken verständnisvoll auf das trotzende Kleinkind – hinnahmen und kurz darauf wurden Fragen aus dem Publikum behandelt.
Dumm war, dass keine Fragen auflagen, was wohl für die mitreissende Darbietung des ganzen Abend als solches sprach.
Es erbarmte sich doch noch ein Herr, erhielt ein Mikrofon und der ganze Saal konnte seinem im Flüsterton vorgetragenen Anliegen folgen.
„Meine Firma erhielt den Auftrag eine Schnupperlehr-Broschüre zu drucken, ich habe diese nirgends gesehen, wird diese auch aufgelegt…?“ – dies gesagt – „… und wann darf ich mit einem Folgeauftrag rechnen?“ – und dies gedacht -.
Was für eine Frage von globaler Reichweite!
Ja, die würde aufgelegt, aber sie werden der Sache noch einmal nachgehen.
Ende Podiumsdiskussion.

Der Herr Amsler lobte sich und sein Gremium, dankte seinem Gremium und sich, und liess den Saal nach diesen bewegenden Schlussworten in das Foyer treten, wo Weine, Orangensaft, Wasser und Brotstückchen gereicht wurden.
Rundherum meinte ich Zufriedenheit zu bemerken, die Herren waren sich gewiss, nun wäre das Uhrwerk gerettet.
Und ich solle mehr Berufsstolz zeigen.

Warum erlernt wohl niemand ein Handwerk?

– Das Handwerk wird nicht geachtet und ist den praktisch bildungsfähigen, politisch korrektes Deutsch für Idioten, vorbehalten. Das Handwerk gleicht der Benzinpumpe im Auto; Solange sie funktioniert ist es in Ordnung, der Wagen läuft, aber der ganze Stolz gebührt dem Nussholz-Interieur, denn dies ist das wirklich Elementare.

– Das monatliche Salär eines Handwerkers reicht unter Umständen, eine Familie durchzubringen. Gerade so. Wenn man keine grossen Sprünge macht, keinen Urlaub braucht und die Kinder der einzige Luxus sind, welchen man sich gönnen will.

– Für gesellschaftliche Akzeptanz und ein familienkonformes Lohnlevel muss der Handwerker höhere Fachschulen besuchen, was im Endeffekt wiederum einen fehlenden, mit den Händen arbeitenden Techniker bedeutet.

– Angesichts dessen; Warum soll ich wertvolle Zeit verschwenden, das Matterhorn erst zu Fuss umrunden, so ich letztendlich doch auf die Spitze muss?

Unterm Strich bleibt also; Sie können noch so viele Vertreter mit Modellköfferchen – übrigens eine wirklich umgesetze Idee – in die Schulen senden, im Endeffekt hat keiner Interesse einer Berufung zu folgen, welche von der Gesellschaft verachtet wird und nicht genug abwirft, eine Familie zu ernähren.
Wer etwas im Kopf hat besucht gleich höhere Schulen und der Rest hat zumindest noch so viel Intelligenz, den Sisyphus dieses Broterwerbs zu erkennen.

Hätte ich dem Herrn Dr. Schläpfer auf eines der aufliegenden, gelben Zettelchen schreiben können, aber der Adler möchte dem Wurm gewiss kein Gehör schenken, schon gar nicht wenn es sich um eine unbequeme Wahrheit handelt.
Da bildet man besser noch ein Komitee und versucht zu ergründen, warum der tote Gaul nicht mehr trabt, bis man eine passende und vor allem wohlklingende Lösung gefunden hat.
Und dann rekrutieren wir im Osten.

Auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole:

Vor einiger Zeit verabredete eine deutsche Firma ein jährliches Wettruder gegen eine japanische Firma, das mit einem Achter auf dem Rhein ausgetragen werden sollte. Beide Mannschaften trainierten lange und hart um ihre höchste Leistungsstufe zu erreichen. Als der große Tag gekommen war, waren beide Mannschaften topfit, doch die Japaner gewannen mit einem Vorsprung von einem Kilometer.

Nach dieser Niederlage war das deutsche Team sehr betroffen und die Moral war auf dem Tiefpunkt. Das obere Management entschied, dass der Grund für diese vernichtende Niederlage unbedingt heraus gefunden werden musste.
Ein Projekt-Team wurde eingesetzt, um das Problem zu untersuchen und um geeignete Abhilfemaßnahmen zu empfehlen. Nach langen Untersuchungen fand man heraus, das bei den Japanern sieben Leute ruderten und ein Mann steuerte, während im deutschen Team ein Mann ruderte und sieben steuerten.
Das obere Management engagierte sofort eine Beraterfirma, die eine Studie über die Struktur des deutschen Teams anfertigen sollte. Nach einigen Monaten und beträchtlichen Kosten kamen die Berater zu dem Schluss, das zu viele Leute steuerten und zu wenige ruderten.

Um eine weiteren Niederlage gegen die Japaner vorzubeugen, wurde die Teamstruktur geändert. Es gab jetzt vier Steuerleute, zwei Obersteuerleute und einen Ruderer. Außerdem wurde ein Leistungsbewerbungssystem eingeführt, um dem Ruderer mehr Ansporn zu geben. “Wir müssen seinen Aufgabenbereich erweitern um ihm mehr Verantwortung geben“.

Im nächsten Jahr gewannen die Japaner mit einem Vorsprung von zwei Kilometern.

Das Management entließ den Ruderer wegen schlechter Leistungen, verkaufte das Ruderboot und stoppte alle Investitionen für ein neues Boot. Der Beraterfirma wurde ein Lob ausgesprochen und die eingesparten Gelder wurden dem oberen Management ausgezahlt.

Eigentlich sollte dies nur eine Einleitung sein, entwickelte jedoch eine Eigendynamik. Nun denn, schreibe ich später noch einmal.

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Traumfrau gesucht mit RTL 2

Der Eindruck mag täuschen, aber es deucht mich nicht, dass ich übermässig am jammern wäre.
Nichts desto trotz stelle ich fest, mein gesamtes überblickbares Umfeld hat ein starkes Interesse daran, mich unter die Haube zu bringen. Oder mich ins Ausland zu schieben, oder vielleicht lässt sich dies doch gleich kombinieren.
So werde ich von Arbeitgeberseite angehalten Ferien zu beziehen um ein soziales Netzwerk aufzubauen und im Bekanntenkreis wurden mir gar Online-Partnerportale schon nahe gelegt.

RTL 2 greift Männern wie mir unter die Arme und schiebt sie auch gleich ins Ausland ab. Zum Beispiel nach St. Petersburg, da gäbe es die schönsten Frauen, erklärt mir der Sender.
Nach drei Minuten ist auch klar, wieso die Herren ihr Glück in der Fremde suchen müssen.
Der Reisekaufmann in den Mittfünfzigern mit Schlips in Puma-Muster und passendem Einstecktuch trifft die Russin mit der – Original-Ton – Mittelklasse-Figur, Grösse 38 und neckisch hervorblitzendem BH.
Der Walther machts mit Geschenken, ein Parfüm für die Dame – er nötigt sie auch gleich es aufzutragen um seine Nase in ihr Dekollete zu stecken – und einen ferngesteuerten Wagen für Ihren Sohn, die Dame gibt es im Komplett-Paket. So man einer Dame etwas technisches schenkt, muss man sie entsprechend instruieren; spricht der Womanizer aus Berlin. Mit Schweissperlen auf der Stirn, der Brille auf dem Nasenspitz und Zunge zwischen den Zähnen versucht er mit einem Schraubenzieher Grösse Stemmeisen das Batteriefach zu öffnen, während seine Angebetene mehr oder minder gelangweilt aus dem Fenster sieht. Wir dürfen nicht vergessen, das erste Date.
Als das deutsche Mitbringsel endlich fahrbereit ist, erhält die Dame Instruktionen betreffend der Fahrweise, stellt sich in Walthers Augen doch furchtbar ungeschickt an, was ihn nun so richtig in Rage bringt, kurz vor dem Überkippen.
Dennoch ist er der Überzeugung, dass die Dame Sympathien hegt, fällt dann auch aus allen Wolken, als er feststellt, dass unter der zugesteckten Nummer kein Anschluss ist.

Das nächste Opfer schiesst er bereits mit Zudringlichkeiten beim Picknick ab und gibt der gemeinsamen Zukunft den Gnadenstoss, als er beginnt in Kleinkindmanier auf einem motorisierten Nilpferd durch den Park zu fahren und anschliessend zur Begleitmusik noch ein Tänzchen vollführt.
Das war der Walther.

Eine halbe Stunde um, noch immer warte ich auf die schönen Frauen, aus blosser Neugier.
Aber Elvis hat schon recht, als er bemerkt; „Von weitem todschick, sie kam immer näher… da fand ich sie nicht mehr so schön…“
Gut, er besitzt selber die Grazie eines russischen Tanzbären, aber immerhin ist er ja hierher geflogen, bezahlt eine Partnervermittlerin, ich kann seinen Unmut verstehen. Ein finanzielles Desaster, so drückt er es aus, und als er noch den Eintrittspreis für den Besuch im Sandburgenland abdrücken sollte, meint er; Ne, lass mal.
Seine Anspüche sind natürlich auch nicht die niedrigsten. Sie soll ihm bei seiner Diät helfen, sie soll ihm helfen einen Job zu finden…

Ob Prag, Kiew oder St. Petersburg; Die Partnervermittlerinnen gehören mit ihren Katalogen in die Wolga befördert.
Was die an Weibsvolk anschleppen motiviert mich nicht direkt in den Osten zu gehen.
So versucht sich der Dennis im Biergarten die alte Martha schön zu saufen, wirft aber das Handtuch, solange er noch aus eigener Kraft geradeaus gehen konnte.
Der gute Elvis versucht sein Glück auf eigene Faust.
In der Meinung, in Russland brauche man die Damen nur von der Strasse zu pflücken, spricht er an, was zwei Beine hat und einen Rock trägt. Fassungslos stellt er fest, dass die Frauen lieber vor die Strassenbahn springen, als mit ihm zu sprechen.

Fazit, eine Sendung wie man sie von RTL 2 erwartet. Qualitativ durch den Türspion gefilmt, der Inhalt kann transportbedingt auf einen Hauch warme Luft zusammenfallen und nicht einmal für eine Blog-Serie à la Schwiegertochter gesucht reicht es.
Was eigentlich die Hauptmotivation für das Gucken war.

Und darum beende ich hier auch diese peinliche Nummer.

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Haben sie auch Hausjacken mit Zopfmuster?

Kristen auf der Frontseite müsse nicht sein.

Ich präsentiere mein neues Cover-Girl.dr-dukanEr reibt sich die Hände, zu Recht, der Herr Dr. Dukan. Und die regionalen Händler dazu, sollte man meinen.
Nichts liess ich unversucht, die 72 Kilogramm-Grenze zu knacken. Vorsprung durch Technik, ich kaufte mir eine neue Waage, eine Diagnosewaage, so stand es in der Migros. Batterien inliegend. Und siehe da, heute Morgen strahlte mir eine wunderbare 70,8 entgegen. Auch nach dreimaligem Betreten der Edelstahlflächen, welche mittels eines schwachen Wechselstromes noch weitere Werte meines Körpers auslesen, erreichte ich dasselbe Resultat. Zufrieden legte ich mich noch einmal unter die Bettdecke und verschlief beinahe meinen Termin beim Coiffeur. Davon versprach ich mir abermals ein halbes Kilogramm Gewichtsverlust.
Mit hässlich knurrendem Magen trat ich an den Herd und wollte mir in den, wider besseren Wissens, nochmals gereinigten Pfannen einen Pfannkuchen zubereiten. Jeder Zwei-Komponenten-Leim hätte sich beschämt in die Tube verzogen, ich beschloss, die Pfanne inklusive meines Frühstücks der Altmetall-Sammlung mitzugeben.

Wie versprochen, ich berücksichtige beim Pfannenkauf die regionalen Händler. Via der Manor’schen Dessous-Abteilung gelangt man auf der konventionellen Treppe in den Haushaltswaren-Bereich. Fahrstühle sind in der Dukan-Diät verboten, Rolltreppen hat er nicht explizit erwähnt, aber ich denke, dies fällt in dieselbe Kategorie.
Tefal, wohin das Auge blickt, aber keine Jamie-Oliver-Professional-Serie. Ich hatte den Eindruck, die gesetztere Verkäuferin versuchte mir zu entwischen. Versucht, sie mit einem Abtropfsieb zu fangen, erwischte ich sie, versteckt hinter einem Nespresso-Kapsel-Ständer kauernd.
Die letzten Jamie-Oliver-Artikel seien gerade im Ausverkauf weg gegangen. Damit war das Thema für die Dame erledigt. Da steht ein Mann, welcher für einen Namen am Pfannenstil unsinnig Geld ausgeben wollte und sie kommt nicht auf die Idee, mir ein anderes Objekt schmackhaft zu machen.
Also, an Spitzenwäsche vorbei, ab ins nächste Fachgeschäft. Der regional grösste Anbieter an Haushaltgeräten, vom Kartoffelschäler über Wäschetrockner bis zum Foodcenter. Aber keine freie oder arbeitswillige Verkäuferin. Die Tefal-Pfannen nahmen einen knappen Meter Wand in Beschlag, keine Professional-Series. Also flanierte ich etwas vor der Messerwand, äusserst interessiert den wunderbaren Damaststahl für dreihundert Franken beäugend, in der Hoffnung einen bonusermunterten Verkäufer anzulocken. Doch die berieten lieber ein älteres Paar und verglichen die fünf Franken-Pfeffermühle mit dem zehn-Franken Salzstreuer. Wenn der Berg nicht zum Prophet… ich begab mich zum Korpus in der Mitte des Lokals.
Eine etwas verschupfte junge Dame mit widerspenstigem Kraushaar schien gerade unterbeschäftigt zu sein.
Wer denn Jamie Oliver sei.
Ein Koch.
Und der brauche Pfannen?
Nein, der hat Pfannen.
Natürlich, er ist ja Koch, hihi.
Es gäbe eine Pfannenserie seines Namens von Tefal.
Hätte sie noch nie gehört, aber sie zeige mir etwas; und hiess mich zum meterbreiten Pfannenregal zu folgen.
Dies wären alle.
Soweit war ich auch schon.
Ja, sonst hätten sie nichts.

Mit einem ‚das wären alle‘ hat sie mir nun auch nicht direkt die Geldbörse aus der Tasche gezogen. Wenn ich hundert Gramm Poulet aus der Gefriertruhe ziehe, ist dies ein notwendiges Warengeschäft, kaufe ich mir einen Luxusartikel, muss das Einkaufen Entertainment pur sein.
Ich zog weiter in die Filiale meines Brötchengebers. Da gab es wohl keine Pfannen, aber kostenlosen Kaffee und einen Blick nach Wengen.
Im Coop City hätten sie Jamie Oliver, meinte mein Arbeitskollege.
Also in der EPA?
Jupp, wenn du beim Schwanen stehst, bist du zu weit.
Ein Zeichen dafür, dass ich alt werde. Im Metro ist der Coop City, im Coop City die Epa, im Manor der Vilan und etwas weiter rechts die ABM.
Also, rein, die Rolltreppe runter. In der Epa gab es ein Treppenhaus, ob Coop dies übernommen hat weiss ich nicht, aber schon zu Epa-Zeiten fühlte ich mich bei Nutzung desselbigen da stets, als würde ich mich verbotenerweise in den Hinterräumen bewegen.
Nach langem Suchen zog ich mir zwei normale Tefal-Pfannen. Beinahe normal, natürlich schon die induktionstauglichen mit dem roten Punkt.
An der Kasse frage ich die Verkäufer nach der Jamie-Oliver-Professional-Serie. Die hätten sie schon vor vier Jahren aus dem Sortiment gekippt, weil keiner sie gekauft hätte.
Bin ich wirklich ein solcher Freak?
Aber diese seien ja baugleich, einfach günstiger.
Nein, da wäre kein Jamie-Oliver Schriftzug auf dem Griff.
Dafür würde ich keine zwanzig Franken für einen Namen bezahlen.
Vielleicht wäre mir der Namen ja zwanzig Franken wert?
Hihihi…

Nebst zwei Tefal-Pfannen habe ich die Erkenntnis nach Hause gebracht, dass es Verkäufer und organisches Registrierkassenzubehör gibt. Ich bin mir sicher, so ich in ein grosses Warenhaus trete, im Begriff einen Rolls Royce zu kaufen, würden die mich bearbeiten, bis ich in einem Nissan Micra hinaus rolle. Oder ihn an einem Strick ziehe, weil dies im täglichen Betrieb günstiger wäre, als ein Motor zu kaufen.

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