Ein Blick in die Zukunft

Euer erster Gedanke des Morgens?
Natürlich, erst dankt ihr dem lieben Gott für das wunderbare Geschöpf unter der Bettdecke an eurer Seite.

Danach nehmt ihr den Hund an der Leine, verlässt das Haus durch die rote Tür, quert die Verranda, schliesst das weisse und leicht quitschende – nicht nervig, sondern gerade so laut, dass die glücklichen Kinderlein des Abends Papis Ankunft vernehmen, von ihrer Bastelarbeit aufblicken und gesittet, aber doch sehr freudig dem lieben Erzeuger in die Arme springen können – Gartentürchen und dreht mit den nigelnagelneuen Nike-Sports eine sportliche Runde. Hernach kehrt ihr zurück, bedacht eure Gattin mit einem frischen Kaffee, worauf sie innert Minutenschnelle eine Wagenladung Orangen presst und einen Frühstückstisch herrichtet, dass der dreizehntausend-Franken Tisch zu bersten droht.
Ich kann nicht direkt mitreden, aber so suggeriert mir dies die Werbung.Friede, Freude, Eierk…. guckt mal den Jungen rechts an, der passt so gar nicht ins Bild. Habt ihr ihn gesehen, seine ganze Familie ignoriert ihn. Sein Glas Milch steht weit entfernt, so eben mal hingeworfen, mich deucht seine Milch ist auch sauer, der Korb mit den Leckereien sowie allerlei Artikel zum Bestreichen der Brotwaren liegen weit ausserhalb seiner Reichweite, das Einzige, welches er sich greifen könnte, wäre der Teller mit den gesunden Früchten. Er trägt einen Pullover mit langen Ärmeln, lässt mich darauf schliessen, dass er geschlagen wird und so wir die Frisur betrachten, wurden alle anderen Kinder gekämmt, er jedoch hatte sich um derlei Kinderlitzchen selbst zu kümmern.
Muss nicht so sein, aber ein denkbar schlechtes Motiv.Da wirken die Leute in der Nutella-Familie schon fröhlicher, auch wenn der Papa einen Tick zu lüstern blickt und das Glas mit der Comicfigur für den Jungen etwas zu kindlich scheint. Zumal, so die Mutter welche im Clip als Off-Sprecherin agiert, stolz bemerkt, dass der Tausendsassa eine Sportskanone sei und gar schon ein Schulgspänli flachgelegt habe.

Nun, ich bin etwas abgeschweift, mein erster Gedanke des Morgens gilt der Arbeit.

Nein, geschätzte Frauen, ich habe euch nicht belogen. Dieses Phänomen stelle ich erst seit kurzem fest, früher galt natürlich der erste Gedanke immer jener, welcher ich dies gerade erzählte.
Kein Scherz, ich schalte den Wecker aus und denke an meine To-Do-Liste noch bevor ich mir des Sandmännchens Überbleibsel aus meinen Augen gerieben habe und ich muss mich beinahe daran erinnern, dass es erst noch einen Kaffee zu trinken gibt.
Ein sauber assimilierter Arbeitnehmer möchte ich sagen.

Nehmen solche Leute ihre Tochter mit an den Arbeitsplatz?
Kürzlich war ja Zukunftstag. Hiess einmal Tochtertag, aber im Zuge der Gleichberechtigung wurden die Knaben auch mit einbezogen. Bei den vermittelten Berufsbilder scheint mir da noch etwas Nachholbedarf.Da herrscht ganz offensichtlich noch eine klare Geschlechterrolle vor.

Heute Morgen überlegte ich mir nicht direkt ob ich eine Tochter mitnehmen würde, eher, ob ich morgens selber nochmals hin gehe.
Nicht, dass ich mich durch meinen Beruf definiere, aber etwas Scham begleitet mich schon bisweilen. Der Gedanke, es könnte mich jemand erkennen, hemmt mich den Blick vom Boden zu heben und wenn ich mir vorstelle, meinen Nachwuchs bei des Papas Tätigkeit zu begrüssen, würde die Peinlichkeit wohl ungeahnte Höhen erklimmen.

Wenn ich nun sage, ich arbeite als Müllmann, erwartet ihr mich im orangen Gewand, hinten auf einem Laster stehend, euren Unrat entsorgend zu sehen. Da ist nichts dabei.
Wo seht ihr einen Multimedia-Elektroniker?
Heute stand ich nahe der Hauptstrasse in einem hüfthohen Schacht. Der vorbeifahrende Verkehr spritzte mir die Gischt ins Gesicht, was nicht weiter tragisch war, da ich sowieso Klamotten trug, welche vor Wochen einer Wäsche bedurft hätten. Daneben in sicherem Abstand ein dicker Kroate, welcher um die eigenen Unzulänglichkeiten zu kaschieren jeden seiner Mitarbeiter gerne in gebrochenem Deutsch und äusserst lautstark als totalen Volldeppen hinstellt.
Wollte man ihn in die Schuhe stellen, hätte dies in noch lauterem Ton zu geschehen und es würde nichts an der Tatsache ändern, dass man dem Passanten beim Verrichten der stupiden Arbeit unweigerlich ein typisches Bild des klassischen Schulabbrechers oder eingewanderten Jugoslawen liefert.

Nun stellt euch mal den Stolz des Nachwuchses vor, die Scham bei der Klassenpräsentation; Mein Tag im Betrieb bei Papa.

„Heute habe ich Papa besucht. Er zeigte mir den Schreibtisch, welchen er mit fünf anderen teilt. Danach kroch er auf den Knien. Manchmal sagten die Kunden wo er krichen soll, manchmal ein dicker Mann in schlechtem deutsch. Ich glaube er war irgendwie Chef, weil er durfte früher nach Hause und er war der beste Mann im Geschäft weil er so viel Geld verdiene.“

Mit dem Zukunftstag hat man wohl ein weiteres Mittel geschaffen, gewissen Leuten klar zu machen, sie sollten sich besser nicht fortpflanzen.

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Zum Geburtstag alles Gute

So gleich zum Einstieg etwas Off-Topic; Im Hintergrund läuft Giacobbo / Müller und ich frage mich, weswegen der Viktor Giacobbo seit Jahren wiederkehrend in Frauenrollen spielt. Übertrieben geschminkt, im schmuckesten Kleidchen, welches Beyeler-Mode im Angebot hat, mimt er oft gesetztere Damen.
Worin liegt die Motivation? Muss man Frauenrollen einfach weniger überzeugend spielen – keiner erwartet die ausgefeilte Verkörperung, da man als Mann ja kaum die perfekte Frau mimen kann ohne der Lead-Sänger von Tokio Hotel zu sein – oder empfindet er eine sexuelle Erregung, so er sich in Damenwäsche einem breiten Publikum präsentieren kann?

Wo wir bei Beyeler-Mode sind; Mutti feierte im Oktober ihr sechzigstes Wiegenfest und lud zur feierlichen Begehung desselbigen letzten Samstag zum grossen Fest in einer Turnerhütte.
Für Freunde und Familie. Die Familie wurde infolge Todesfällen und Paarungsunwilligkeit der Söhne empfindlich dezimiert, demzufolge war die Familie mit vier Personen vertreten, so wir die Cousine einer Cousine in vierter Linie noch hinzurechnen. In Bezugnahme auf die Beziehungsunfähigkeit meiner Wenigkeit wurde mir im Nachhinein die Option eingeräumt, das ‚+1‘ auf der Einladung dürfe auch mit einem Freund besetzt werden, ihr seht, auch mit 60 Lenzen ist meine Mutter eine sehr fortschrittliche und offene Person.
Gut, der Verdacht mag begründet sein, ich hoffe sie jedoch dahingehend beruhigt zu haben und war froh, dass ich für das ‚+1‘ keine Polin importieren musste. Welche Tragik, dass man sich aufgrund eines seriösen Lebenswandels, dem Vorwurf der Homosexualität erwehren muss.

So schneite ich also hinein, sah mich um, verliess die Hütte noch einmal und suchte nach einem Klingelschild. Da hingen Ballons, aber keine Anschrift „Alterssiedlung zur schattigen Pinie“. Ich schien also richtig zu sein.
Meine Mutter, nicht sehr hochgewachsen, ging unter zwischen Silberfüchsen und der einzige Fixpunkt war meine Cousine der Cousine im vierten Grad, welche mit schickem Dekolloté – aufgrund der Blutlinie bin ich gegenüber solchen Reizen glücklicherweise unempfänglich, dies hat nichts mit homosexualität zu tun – den männlichen Anteil der Rentnergesellschaft etwas aus der Fassung zu bringen schien. Also steuerte ich die Dame an und wurde zugleich zu meiner Mutter weitergelotst, begleitet von verwunderten Blicken der Anwesenden.
Da gab es wohl den Mythos des zweiten Sohnes, aber keiner hat ihn je gesehen. Meine Bemerkung, es gäbe den guten Jungen – ich verwies auf meinen Bruder, welcher sich dazugesellte – und den Bösen, welchen ich demzufolge ich representiere, traf wohl den Kern, amüsierte meine Mutter nicht direkt, aber tat aufgrund des geflossenen Alkohols der Stimmung keinen Abbruch.
Als gute Gastgeberin, welche meine Mutter ganz sicher ist, wollte sie mich im Kreis führen und den Herrschaften vorstellen. Insbesondere einer gewissen Franziska, mit langem blonden Haar, etwa einen Meter sechzig gross und wohl um die dreissig Jahre alt. Unglücklicherweise stand die junge Dame, ganz gewiss eine nette Persönlichkeit, zwei Meter entfernt und wandte mir die Kehrseite zu, welche von einem äusserst ausladenden Hinterteil dominiert wurde. Ein gebärfreudiges Becken, ganz gewiss, aber nicht motivierend, den vorgängig bedingten Akt einzuleiten. Mit den Worten „Es wäre gerade gut“ bedankte ich mich höflich bei meiner Frau Mutter, zog mir ein grosses Bier und verliess mit meinem Bruder die Hütte um eine Zigarette zu rauchen; Rauchfreie Räume, ein Segen, in der Tat. Und so werde ich die nette Franziska wohl nie kennenlernen und meiner Mutter ein weiteres Jahr die Enkel verwehren.
Man kann nicht den ganzen Abend rauchen, worauf wir uns wieder unter das Volk mischten und ich drei Ernas, sieben Esthers und einen Herbert kennenlernte. Wohl prostete ich mit der Halbliter-Bierflasche gegen feine Weisswein-Gläser, überspielte diesen gesellschaftlichen Fauxpas aber lässig mit meinem Charme und stellte fest, mit Komplimenten der alten Schule, steckt man gesetztere Damen lustig in die Tasche. Je geschwollener man spricht, umso geschmeichelter fühlen sie sich und ich war nur ein halbes Bier und einer Apfelsinenkiste davon entfernt, eine wunderbare Prosa zu zitieren.

Liess ich dann bleiben, weil ich zu den Tellern gerufen wurde. Was auf der netten Einladung vergessen ging, war der kleine Satz, dass der Tellerservice der Familie obliegt und so gelang meiner Mutter die Überraschung, dass ich mich als Kellner versuchen durfte.
Nach dem Salat, die Teller durften wir gar noch abräumen, was mitunter eine sehr ekelige Angelegenheit war, stand die Hauptspeise an, als der schon etwas angetrunkene Herbert im Hawaiihemd zu uns stiess.
Er feuerte Gag über Gag ab, bis sein „Da gseht ja nid mol so gruusig us“ (Alleine der optische Reiz der Speisen, scheint meine Erwartungen zu übertreffen) endlich zündete und sich mein Bruder und ich vor Lachen ausschütteten. Nicht weil der Witz so urkomisch war, sondern lediglich weil man genau eine solche Aussage von unterirdischem Niveau von einem alkoholisiertem Herbert im Hawaii-Hemd erwartet. Nichts desto trotz fühlte er sich bestätigt und unter Schulterklopfen bekundeten wir gegenseitig unser Wohlwollen.
Um der Stimmung willen, muss man sich gelegentlich anpassen, dies übe ich letztendlich fünfundvierzig Stunden die Woche.

Das Essen war in Ordnung, kann man nichts sagen, und der Vorteil beim Tellerservicedienst liegt daran, dass man sich sicher sein kann, dass beim Tragen besagter Nahrungsbehälter kein fremder Daumen im Kartoffelgratin wühlte.

Nach dem Hauptgang die Bescherung, ich glänzte mit einem wunderschönen Nichts und stand dahingehend meinem Bruder in keiner Weise nach, aber drei Ernas und eine Anni vom Turnverein rissen uns aus dieser Misere, so man dies als solche bezeichnen mag.
Ganz kurz überlegte ich, ob sich wohl andere Söhne für einen runden Geburtstag der Mutter weit aus dem Fenster lehnen, aber wir sind ja alles ander als eine DIN-Familie und solange ich mich noch nicht mit einer importierten Polin und Nachwuchs umgebe, sehe ich auch keinen Anlass, als Einzelperson irgendwelche Familienfeste zu subventionieren.
So überreichte also der Turnverein einen Wellnessgutschein unter grossem Hallo und der beschwipste Herbert zog gar die Handharmonika dazu.

Anschliessend kam der alte Bademeister hinzu, welchen ich ohne seine Jeans-Hotpants und mit bedecktem Oberkörper nicht auf Anhieb einordnen konnte – „Nid vo de Site iegumpee“ (Bitte nicht das Wasserbecken mittels eines Sprungs über den Seitenrand begehen) – und es ist mir ein Rätsel, wie er an dieses Fest kam. Ganz im Allgemeinen scheint meine Mutter sozial so breit vernetzt zu sein, dass der Hans den Franz nicht kannte.
Der Bademeister trug ein nettes Gedicht vor und leitete damit auch gleich den spielerischen Teil ein. Ohne ins Detail zu gehen, schrabbten mein Bruder und ich infolge alkoholisierter Zwischenrufe wohl knapp an einer Hausverweisung vorbei.

Ein kleines Dessert mitzubringen hätte zum guten Ton gehört, auch dies habe ich irgendwie überlesen, aber die Tische krachten so schon unter den backtechnischen Erzeugnissen diverser Rentner. Schüsseln über Kuchen, Muffins über Cremes. Wohl hätte der eine oder andere Gast, in etwa 90 Prozent der anwesenden Personen, aus figurtechnischen Gründen besser dem Dessert entsagt, aber die Hose mit dem Gummibund mag was wegstecken, weswegen mir gegenüber eine Dame einen wohlgefüllten Teller mich wohllüstigem Blick zu Tische balancierte.
Angesichts der undefinierbaren, bunten Süssspeisen, erkundigte ich mich, ob der Teller auf dem Weg von der Speiseausgabe zum kärtchenmarkierten Sitzplatz zu Boden fiel, was die Dame mit verwirrtem Lächeln quittierte und nur der beidseitige Alkoholpegel verhinderte wohl, dass sich die Pracht über mein chicces T-Shirt ergoss, insbesondere, da der grösste Unfall auf dem Teller der Küche der angesprochenen Dame entsprang.

Der Herbert wurde an der Ziehharmonika nicht müde und damit neigte sich der Abend für mich auch bald zu Ende.
Meine Mutter hatte grossen Spass, dies ist ja auch die Hauptsache und gewiss würde ich es schaffen, die ganze Sache in einem netten Licht zu beschreiben, aber, liebe Leser, deswegen klickt ihr hier nicht rein, oder.

A propos Klick; Sonntags geht die Traffic stehts durch die Decke – viele Leute scheinen nach wie vor Hintergrundinfos zu „Schwiegertochter gesucht“ zu googeln – und ich möchte mir diese Besucher gerne erhalten, weshalb ich mir ein neues Konzept überlegen werde.

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Meine Woche und der Staat

Die Wichtigkeit von F-Steckern wird gerne unterschätzt.

Entsprechend der Menge Techniker auf dem Planeten, gibt es identisch viele Varianten diesen Stecker richtig zu montieren und jeder lebt die Überzeugung, er habe die Skills mit der Muttermilch aufgesogen, einzig seine Variante sei die Richtige.
Kommt erst noch ein Kabelnetzbetreiber ins Spiel kann man es nur falsch machen und je älter die Fachleute werden, desto untoleranter werden sie; Benutzt man ein silbernes anstelle eines roten Messers, ist die Sache zum vornherein schon zum scheitern verurteilt.

Soviel zum technischen Exkurs.

Kürzlich wurde ich in ein Kulturheim, oder so ähnlich, gebeten, um eine Satellitenanlage zu installieren. Freitag’s um siebzehn Uhr.
In diesem Haus der Kulturen war der Name Programm. Der Herr des Hauses – sein Wortschatz beschränkte sich auf „Ja“, „Nein“ und „Du musst!!“, wir waren uns auf Anhieb sympathisch – wünschte serbisches TV zu sehen, woraus ich schloss, er müsse aus diesem exjugoslawischen Binnenstaat stammen. Seine Frau erinnerte – so rein optisch – an die arabischen Damen, welche sich auf Kanal 546 meines Satelliten-Receivers abends nach einundzwanzig Uhr feil bieten, was mich zur Annahme führte, dass der Nil wohl an ihrer Wiege vorbeirauschte und die zwei oder drei – so genau kann man diese nicht unterscheiden – Kinder entsprachen colorierungstechnisch einem Jim Knopf.
Aber sie wurden mir als Familie vorgestellt und da die Rechnung via Verwalter zum Steuerzahler geht, interessierte mich die Konstellation auch nicht weiter.
Serbisches Fernsehen… Wohl beschäftigen wir einen Kroaten, aber der röstete im Schrebergarten gerade ein Spanferkel über dem Feuer, war telefonisch nicht erreichbar, ich meinte jedoch mich zu entsinnen, dass er stets Satellitenreceiver aus dem Müll klaubt und sich bei mir erkundigt, ob diese für Hotbird tauglich seien.

Jugo ist Jugo, was dem Kroaten recht ist soll dem Serben billig sein, also wollte ich den depperten Satellitenspiegel dementsprechend auf Hotbird ausrichten. Bei jeder Bewegung wackelte der gesammte Fensterrahmen mit, was mich in dieser Sache nicht direkt vorwärts brachte.

Schon leicht entnervt demontierte ich den kompletten Schrott, schmiss den verbogenen Halter aus dem Fenster auf die Müllkippe Schrägstrich Vorgarten und setzte den Hilti Bohrhammer an um einen neuen Halter zu installieren. Wir befanden uns in etwa im fünften Stockwerk, ich hing über die Fensterbank mit dem Oberkörper aus dem Fenster und vertraute auf den Gripp meiner Caterpillar auf dem schicken Wohnzimmerparkett, welcher sich langsam in die Raummitte zu verschieben schien. Auch baute ich auf den Serben neben mir, dass er mich kaum zum Fenster rauspurzeln lassen würde, solange er noch kein Fernsehen gucken konnte. Der Bohrer frass sich wie ein heisses Messer durch Butter in die marode Wand und ich befürchtete, dass ich die Bohrspitze schwungvoll durch das Mauerwerk in mein Gemächt setzen würde.
Alles glatt, Dübel gesetzt, Halter montiert, Spiegel in der Horizontalen ausgerichtet und festgezurrt. Nun versuchte ich den Empfang mittels vertikaler Ausrichtung zu optimieren, stützte mich voller Zuversicht aus dem Fenster hängend am Ausleger ab…

Es wäre ein toller Unfallrapport oder Totenschein geworden.
Im Prinip unmöglich, aber trotz nahezu drei Viertel meines Körpers ausserhalb des Fensterrahmens, schaffte ich es den Sturz zu verhindern – es muss eine artistische Meisterleistung gewesen sein – während der Spiegel mit Halter, Schrauben und Dübel sich in vollem Masse der Erdanziehung hingab und der Fassade entlang gen Boden sauste. Die Antennenleitung, ein Teil in meiner Hand, das andere Ende an einem sauber montierten F-Stecker an der Antenne, liess den Sturz in eine gemässigte Pendelbewegung übergehen und einem Anker gleich, zog ich den ganzen Zauber wieder der Fassade entlang hoch.
Über Schäden – sponsored by Sozialamt – machte ich mir keine Sorgen und glücklicherweise sind diese Media-Markt-Anlagen von so billiger, federleichter Produktion, dass durch die wirkenden Kräfte beim Sturz nichts gerissen ist.

Gestern war ich an einem Kabelanschluss am F-Stecker montieren, als ich seitlich angestupst wurde.
Eine alte, läufige Dame erkundigte sich was ich hier tue. Läufig, weil sie zwanghaft den Körperkontakt suchte.
Es war eher kühl, sie war leicht bekleidet. Was bei einer Jennifer Aniston ganz neckisch aussieht…

… möchte man bei einer Dame gegen siebzig gewiss nicht sehen. Ich hatte mich mit der weiblichen Anatomie ab vierzig Jahren nie intensiv beschäftigt, aber die Reaktion auf Kälte scheint nicht altersabhängig zu sein.
Sie begann mich mit fremdländischem Akzent über dies und das auszufragen und dem Gebot der Höflichkeit folgend, stand ich – verbal – Rede und Antwort.
Zu Mittag musste sie eine Zwiebel gegessen haben. Eine Zwiebel an gehackten Zwiebeln mit Zwiebelpulver gewürzt und vielleicht einen Hauch Bärlauch zum Nachtisch.
Mir begannen die Augen zu tränen, doch wann immer ich einen Schritt zurück ging folgte sie nach, so ich mich zu Boden kauerte um einen Schraubenzieher zu greifen beugte sie sich nach unten und als ich auf das Dach sprang…. Hätte ich wohl versuchen sollen.
Aufgrund des Arbeitsplatzes war ich etwas angebunden, konnte ich ihr nicht wirklich entfliehen und sie rückte mir so sehr auf die Pelle, dass ich jedes einzelne Haar in ihrem, zugegeben, recht stattlichen Schnurrbart zählen konnte. Sie hätte darum schon jeden Fernseher bei uns… würde künftig jeden Fernseher bei uns…
Mit anderen Worten heisst dies einfach; Wenn du nicht nett und freundlich bist, rufe ich deinen Chef an und schwärze dich an.

Ein weiteres Highlight meiner Arbeitswoche, eine weitere Sitzung mit Staatsangestellten.
Grundsätzlich war das Anliegen, eine bereits beschlossene Sache noch einmal zu beschliessen und abzusegnen. Während beim letzten Mal drei Leute am Tisch sassen, waren wir dieses Mal zu sechst. Für die dritte Sitzung wird wohl ein externes Lokal zugemietet werden, schon dieses Mal beschwerte sich der IT-Mensch, dass sein Labor im Prinzip kein Sitzungszimmer sei.
Nun, sein Labor war in erster Linie von Euch und mir bezahlt, also fühlte ich mich nicht fehl am Platz und vertrete die Ansicht, so mir der Sinn nach einer Erleichterung stünde, würde ich mit dem Recht des Steuerzahlers über seinem Schreibtisch meine Notdurft verrichten, so wird ein Schuh draus.
Konkret drehte sich die Diskussion um die Investition von monatlichen 9.90 Franken für eine Internetleitung. Ob sich die staatliche Institution diesen Posten leisten könnte.
Eine Stunde sass ich dort, womit sie schon ein Jahr bezahlt hätten. Ein Elektriker war ebenfalls vor Ort, was wohl einem weiteren Jahr entsprechen wird.
Dennoch könne eine solche Entscheidung nicht über das Knie gebrochen werden.
Der staatliche IT-Mensch brillierte mit seinem Wissen über jedwelche Protokolle, schmetterte jeden Einwand mit einem „Man müsse ihm hier drin nicht seinen Job erklären“ ab, der staatliche Schatzmeister rechnete die Internetgebühren für die nächsten zwanzig Jahre hoch, während zwei weitere Vertreter Ja und Amen sagten.
Eine Stunde für nichts, aber die Staatsangestellten kamen dem Feierabend eine Stunde näher, meiner schob sich um eine Stunde hinaus.

Erwähnte ich schon, dass ich Staatsangestellter werden möchte?

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Kleine Zeitreise

Mögt ihr nicht auch die alten Lichtspielhäuser?
Die Schaukästen, einer Galerie gleich säumen sie Eingangsportal, beherbergen Fotos von – aus der Sicht eines Mainstream geprägten dennoch bemühten Pseudo-Cineasten wie meine Wenigkeit welcher vor der Scheibe stand, unter nasser Kapuze, verkrampft ziehend an einer feuchten, kaum noch glimmenden Zigarette – unbekannten Schauspieler, Filmplakate im Aushang, welche beinahe der Rolle entnommen schon dem Mülleimer gewidmet sind.
Eine schlecht schwingende Tür öffnet ein Portal, nicht eine Zeitreise aber angenehme Erinnerung und man ist beinahe der Erwartung, dass auf der grossen Leinwand ein kleiner Junge auf einem Drachen reiten wird und einem aufzeigt, ein jeder könne sich aufschwingen, einen Funken Fantasie und die Magie eines Buches, mehr Bedarf es nicht.

Diesem kleinen Kino wohnt eine Seele inne, man möchte keine Plastik eines Superhelden treffen und würde die Auswahl der Getränke um eine Marke erweitert, erhielte dieses Entree den Beigeschmack der Kantine, welche den grossen Komplexen so eigen ist, begonnen bei der zur Abfertigung von Massen angelegten Kassen für Eintrittskarten.
Ein Stück Nostalgie, der nicht enden wollende Streifen mit der Anweisung, welcher Sitzplatz mir zugeteilt würde und generös sehe ich darüber hinweg, dass er nicht von einer unendlichen Rolle abgetrennt wird, sondern ein seelenloser Drucker ihn auswirft, wie den Kassenbeleg im Supermarkt.

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Nur mal eben die Kehle befeuchten

Es ist 15 Uhr und ich habe Ja gesagt.

Nicht zum Guinness, wobei… Moment…

Also, ich habe ja gesagt zu einer Kopfschmerztablette.
Heute Morgen, zwei Sekunden nach dem Aufwachen, machte sich der kleine Mann in meinem Kopf mit einem Presslufthammer an die Arbeit. Dieser kleine Mistkerl kümmert sich nicht um Kleinigkeiten wie Wochenende oder Feiertage; So man ihm eine gewisse Menge Bier geschenkt hat, legt er los.
Nun, ich wollte den Tag nicht mit Pharmazeutika beginnen, also trank ich eine halbe Flasche San Pellegrino auf Ex, freute mich über das durchaus beeindruckende Aufstossen, kratzte mich am Allerwertesten – Forever alone, Level: Wochenende – und begann mit dem Koffeinschub dreier Kapseln Nespresso meine Blutgefässe zu weiten und die Organe anzuregen.

Wie konnte das eigentlich geschehen? Ich erinnere mich, dass ich gestern gegen achtzehn Uhr in den Betrieb zurückkehrte und wir uns gewahr wurden, dass wir schon länger keine Guinness mehr genossen hatten.

Hmm…  ich könnte mir etwas die Kehle feuchten.

Gedacht, getan.
Zwei Pints und das Abendmenü bestellt. Zwiebeln, Schinken, Zwiebeln, Käse und Zwiebeln zwischen zwei Weissbrotscheiben getoastet. Mit Zwiebeln.
Der Preis ist seit Jahren derselbe, ein stolzer wohlgemerkt, aber die Menge an erhaltenen Sandwiches scheint sich um die Hälfte reduziert zu haben, scheint mir.
Zur Kompensation greife ich in das kleine Körbchen, welches merkwürdigerweise stets neben mir platziert und zum Bersten gefüllt ist. Pro 1,3 Guinness konsumiere ich eine Tüte Chips, wobei wir hier von einer kleinen Hand voll Leckereien sprechen. Da ich regelmässig vergesse, die Tüten zu erwähnen ist dies nicht weiter tragisch und da sich die Dame beim Berechnen der Zeche mit derselben hübschen Regelmässigkeit verrechnet, ziehen wir uns wohl beide zu gleichen Teilen über den Tisch und sind beste Freunde.
Nach der ersten Pint, sie war einfach köstlich… Vollmundig im Geschmack, sanft die Kehle hinab, einen sehr dezenten Hauch von Bitterkeit im Aroma, der Schaum, fest in der Konsistenz – nicht dieses Spühlwassererzeugnis auf einheimischem Bier – welcher von der Lippe geleckt der perfekte Abschluss dieses tête-à-tête mit dem Paradies manifestiert.
Nach der ersten Pint betrat der Damenturnverein Hintertüpfeln den Pub.
Je nach Lokalität erwarte ich eine gewisse Klientel, so treffe ich im Güeterhof nicht denn Lolly-verteilenden Heinz Möckli, im Domino nicht meine Mutter und im Pub nicht den Damenturnverein Hintertüpfeln, denn aus diesem Grund besuche ich keine Hirschen, Sternen, Bahnhöfli und wie die Spelunken noch alle heissen.
Natürlich hat der Damenturnverein Hintertüpfeln jedes Recht der Welt, den Pub aufzusuchen und von selbigem machen sie auch Gebrauch.

Klassisch, wie man es erwartet, in wärmendem, bunten Flies und Elefantenhosen. Lasst mich die Beschaffenheit des Beinkleides etwas ausführen, ich bin kein sehr modebewusster Mensch und es ist durchaus denkbar, dass es gar ein Kleidungsstück namens Elefantenhose gibt, aber die von mir erwähnte Elefantenhose – eine Bezeichnung meines Bruders, möchte ich anfügen – sieht nun einmal aus, als wäre sie von Elefanten für Elefanten genäht worden.

Die Elefantenhose

Es handelt sich um eine Beinhülle aus Jeansstoff, den Begriff Jeans möchte ich nicht verwenden, da man hier zugleich ein gewisses Bild vor Augen hat.Besagte Elefantenhose zeichnet sich in erster Linie dadurch aus, dass sie am Gesäss über keine Taschen verfügt, was die ausladende – in jeglicher Hinsicht – Grösse desselbigen noch unterstreicht. Die Damen tragen sie gerne enger, dass uns auch die Panty-Line nicht verborgen bleibt – man will ja nicht hinstarren, aber ihr kennt das mit dem Autounfall – und ein flüchtiger Blick genügt um festzustellen, dass die Dame ordentlich hingreift, so die Migros attraktive Damenslips im vorteilhaften dreissiger-Budget-Pack feil bietet.
Frontseitig verfügt die Hose nicht direkt über Taschen, ich möchte eher von Beuteln sprechen, welche durch schrägliegende Eingriffe unterhalb des Hosenbundes zugänglich sind und welche mit dem Stauraum eines Mittelklasse-Mini-Vans durchaus mithalten können. Die Beinlänge endet übrigens auf der Höhe Knöchel und die moderne Dame schlägt den Saum gerne um, um die Illusion einer 7/8-Hose zu erzeugen.
Die Herrenversion, ja die gibt es auch, zeichnet sich durch einen klassischen Bundfaltenschnitt aus, dementsprechend findet sich auch auf dem Gesäss eine Tasche. Keine aufgenähte, wie man dies bei einer Jeans erwartet, sondern ein verstärkt vernähter Schlitz, welcher in ein weisses Beutelchen mündet, welches leicht aus besagter Öffnung quillt. Wohl könnte sie durch einen mittelseitig angenähten Knopf geschlossen werden, aber nach der neuesten Mode – since 1983 – wird die Tasche offengetragen, auch wenn sie nicht genutzt wird.
Für die privaten Habseligkeiten werden die frontseitigen Beutel, analog dem Damenmodell, genutzt, welche auch in der Herrenversion sich durch unglaubliches Volumen auszeichnen. Gerade etwas fülligere Herren schätzen die Hose sehr, da sie bis Grösse Partyzelt im gut sortierten Handel erhältlich ist und durch diese Passform ermöglicht sie es, den Bauch zu einem fünftel in selbiger zu verstecken. Dank des, optional erhältlichen, schmalen Ledergürtels, bietet sich einem die oft genutzte Möglichkeit, den Schliessknopf offen zu lassen und die Wahrung der Diskretion einer zierlichen Gürtelschnalle und dem erpropten Reissverschluss zu überlassen.
Praktischerweise sind die Beutelzugänge nicht unter dem Hosenbund, da steckt der Fünftel des Bauches, sondern leicht schräg in der seitlichen Beinnaht eingelassen. Die zugehörigen weissen Innentaschen reichen bis acht Zentimeter über der Kniescheibe und werden mit allen Habseligkeiten gefüllt, welche der moderne Herr so bei sich trägt. Portemonnaie, einen 24-teiligen Schlüsselbund, sieben USB-Sticks, ein Handy, ein Stofftaschentuch, ein Stück Schnur, etwas Kleingeld, einen Campingherd, die Hälfte eines Schokoriegels… Hier verliere ich mich in Mutmassungen; Tatsache ist, dass die Herren ihren Hausrat zwischen Bundfalte und äusserer Seitennaht in der Mitte des Oberschenkels mit sich führen, was ihnen eine sehr charakteristische Gangart verleiht.

Ich schlage vor, ihr achtet Euch im Alltag einmal darauf.

Wohlan, der Damenturnverein Hintertüpfeln betritt also den Pub, sie tragen wohl kein Vereinshemd, aber durch ihren verwirrten, suchenden Blick haben sie sich verraten.
Es gibt im Pub keine Tische.
Was hat dies denn damit zu tun, fragt ihr euch.
Wann immer der Damenturnverein Hintertüpfeln – Oberpfurzen und Unterpupseln übrigens auch – ein Lokal betritt, werden Tische zusammengeschoben. Unter lautem Hallo und mit viel Getöse, ohne Rücksicht auf Böden, andere Gäste und Inventar, beginnt das fröhliche Tischerücken nach Anleitung von Gitte, welche die Macherin im Verein ist. Ein Kerl von einer Frau, mit feschen Meches im kurzen Haar, Händen wie Kohlenschaufeln, Biberschwanzbrüsten in der Grösse 105 Doppel-D und eben Elefantenhosen. Im Grunde eine hilfsbereite Seele von Mensch, hätte sie nur nicht diese Polterstimme und das Flair für Tische rücken.
Nun, im Pub gibt es jede Menge Möglichkeiten seine Pint zu deponieren, nur ist eben alles den Wänden nach fix montiert und so der Herbert in seiner Elefantenhose keine rot-weisse Stihl-Kettensäge mit sich führt, ist da nicht viel zu machen.

Also belagern sie die Bar und da sie aufgrund des unverrückbaren Mobiliars keine Gspürsch-mi-Runde – jeder neben dem anderen und für die Kinder eine Literflasche Mineral mit dreizehn Gläsern – bilden konnten, kompensierten sie körperliche Distanz mit lautstarker Diskussion über die Zapfsäulen hinweg.
So laut, dass die geschätzte Dame hinter der Theke gar unsere Bestellung missverstand und wir plötzlich anstelle eines Guinness ein Killkenny genossen.

Gutes altes Killkenny, was ist es doch lecker. So Guinness der Hauptgang ist, darf man das erfrischende, leichte rote Bier durchaus als Kirsche auf dem Sahnehäubchen bezeichnen. Es stellte sich die Frage, noch eines zu geniessen, aber als die Käthe der Vrene über die Distanz von vier Metern von der Gummistiefel-Aktion in der Landi und dem Samenkauf des Peter’s berichtete, erkannte ich, dass ich noch Lust hätte unter Leute zu gehen.
Da ich in stahlbekappten Caterpillar und Mascothose mit Metertasche kaum am güterhöflichen Türsteher vorbeigeschlüpft wäre, nahmen wir uns eine Stunde Zeit zur Aufbesserung des Äusseren.

Also wechselten wir von Guinness, über Killkenny zu Corana, setzten ein kleines Nacho-Fundament und ich bezeuge, dass ich – vielleicht nicht zuletzt dank der erfrischenden Dusche in der Halbzeit – keine Spur von alkoholisiert sein verspürte. Natürlich nicht, sonst hätte ich den Wagen nicht mehr gelenkt.

Bis heute Morgen, als ich im Fitnesscenter plötzlich schwankend auf dem Laufband stand. Die Handläufe verhinderten, dass ich mit der Grazie eines Tanzbär zur Rechten wegkippte und ich schaffte es, meine Patschhand auf den NOT-AUS-Button zu schmettern und durch den aprupten Halt elegent über die Mittelkonsole zu fallen. Der Schlag in die Magengrube ermunterte mich, das Nacho-Fundament samt aufgegossenem Bier und Nespresso-Extrakt in die Kunstpflanze zu versprühen, aber ich schaffte es rechtzeitig den Mund zu schliessen.
Aber ich bin nicht aufgestanden um zu kneifen und ab Tempo dreizehn Kilometern pro Stunde schaffte ich es die Mittellinie zu halten, weil einem bei dreizehn Kilometern pro Stunde schlichtweg keine andere Wahl bleibt, als die Mittellinie zu halten.
Nach zehn Minuten bemerkte ich meine Ausdünstung. Ich roch nach zwiebligem Jugoslawe mit einer Idee Osterhasen-Aroma.
So beschloss ich die Laufaktivitäten einzustellen und zog mit meiner Duftwolke in Richtung Freihantelbereich. Nach wenigen Übungen und einem Liter Wasser quälte mich derarst der Nachbrand, dass ich beschloss, etwas vitalisierendes zu geniessen. Ein pinkiges Gatorade; Pink, da weitgehendst zuckerfrei. Die Dame versichterte mir wohl, es sei Grau – als Farbenblinder muss ich oft auf Drittpersonen vertrauen – aber ich würde für Pink oder meinetwegen Rosa die Hand ins Feuer legen.
Eine leckere Sache und nach weiteren zwanzig Minuten ergänzte ich meine Ausdünstung mit einem fruchtigen Akzent. Ihr kennt die von Grossmüttern so geschätzten, tausend Jahre und einen Tag haltbaren Bonbons. Fruchtig, klebrig und zuckersüss, in ein doppeltes Papier gelegt, welches an der Spitze verdrillt wird.
In etwa so.
Samstags bin ich nicht selten alleine im Kraftraum – Forever alone, Level: Fitness – daher war dies nicht sonderlich tragisch, aber ich entschied mich doch dazu, meine körperliche Ertüchtigung einzustellen.

Und dies war mein Start ins Wochenende. Nun, zwei Stunden später, sind auch die Kopfschmerzen weg.
Hossa.

 

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