Fail-Compilation August 2012 by Twister Nederland TNL

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Für Büezer statt Blender

Wir fahren ja nicht mit geschlossenen Augen durch die Welt.
Die Jungfreisinnigen starteten eine aufrührerische Plakatkampagne. Ein Sturm im Wasserglas, im Fahrwasser der SVP.

Ich weiss, ich wollte das Klassendenken lassen, aber mit dieser Kampagne soll ich doch angesprochen werden.
Weiter unten auf dem Bild wäre eine geköpfte Flasche eines prickelnden Schaumweines zu sehen, aber die Jungfreisinnigen haben ihren Wahlkampf im World-Wide-Web gut getarnt, daher kann ich keine Illustration bieten.

Ist auch egal, als Büezer muss ich nur wissen, da sind Gleichdenkende.
Man muss vielleicht den “Büezer” definieren. Entweder ein Soft-Rock-Musiker mit Maurerhintergrund, oder den einfachen Handwerker – Proletarier – im Allgemeinen.

Will doch sehen, mit wem ich eine politische Liaison eingehe, also suche ich die Liste 10.
Auch dies schaffe ich nur, dank meines bezahlten Zugangs beim örtlichen Intelligenzblatt.

Eine illustre Schar von Büezern:

Hotz Florian, Dr.oec und M.A. in Law
Hardmeier Till, lic. oec. publ.
Illi Alain, Softwareingenieur
Hauser Res, Volkswirt B.A
Mundt Christian, Wirtschaftsredaktor
Tektas Evren, Betriebswirt
Bachman Brian, Betriebsökonom FH
Wullschleger Lukas, Betriebsökonom
Fritz Sebastian, Betriebsökonom
Mühlebach Daniel, Unternehmensberater
Hauser Michaele, Marketingstudentin
Tektas Yasar, Betriebswirt B.A
Maegerle Severin, Betriebswirt B.A
Fehr Simon, Betriebswirt B.A
Schwager Lisa, Kauffrau Immobilien
Surber Sébastian, Gruppenchef Post (Briefträger hätte zu gewöhnlich geklungen)
Käslin Valentin, Student Philosophie und Geschichte
Schriber Tim, Primarlehrer
Maegerle Adrian, Automatiker
Müller Jérôme, Student BWL
Zulauf Lukas, Schüler (da hätte zumindest noch “Verantwortlicher Hellraumprojektor” hin gehört)
Suter Daniel, Kaufmann

Wollt ihr mich eigentlich verarschen?
Als Büezer verstehe ich noch nicht einmal die Titel, ich habe keine Ahnung womit ein lic.oec.publ. sein Geld verdient.
Gruppenchef Post, spricht für sich selber. Postmitarbeiter hätte sich wohl zu gewöhnlich – Büezerhaft – angehört; Nur wer ein Gruppenchef ist, ist auch wichtig.
Als Schüler und Student ist man auf der sicheren Seite. Menschen werden nicht schubladisiert, solange sie keine Berufswahl getroffen haben.

Wie dem auch sei, ich denke der aufgeführten Liste 10 steht das Cüpliglas näher als der abgegriffene Gabelschlüssel.

Aber, dieses Jahr darf ich mich nicht beklagen. Wurde ich doch von der Jungen SVP angefragt, ob ich für den Kantonsrat kandidieren möchte.
Nach einem anfänglichen Interesse, liess ich die Sache dann doch auf sich beruhen. Der sehr kurzfristig angesetzte Fototermin um mein Konterfei in die Broschüre zu setzen, fiel ungeschickt in meine Arbeitszeit.
Als Büezer unter sieben Chefs sind die Freiheiten dünn gesät.

Zudem, Reise nach Jerusalem ist ein tolles Spiel, aber wenn 517 Ärsche um 60 Stühle buhlen, würde ich gnadenlos unter die Räder kommen.
Da strebe ich doch eher einen Nationalratssitz an.

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Mahlzeit, Geschichten aus der Küche

Ich habe ein neues Spielzeug um die Küche einzusauen.

Teil meines stupiden, hirnverbrannten und total sinnlosen Ernährungsplan ist es, mich Abends nach Möglichkeit nur von Proteinen zu ernähren.
Was für eine Abwechslung zum täglichen, öden Mittagssalat. Die grösste Überraschung beim Mittagsmal besteht darin, wenn die Blätter aus dem Beutel fallen und nicht irgendwie traurig am Cellophan gegen die Schüssel gleiten und in selbige hineintriefen wie ein zähflüssiges Joghurt.
Die Skrupellosigkeit eines hiesigen Lebensmittelgrossisten, Lebensmittel mit fragwürdiger Mindesthaltbarkeit in das Regal zu legen, erstaunt mich immer wieder.

Bisher bestand meine Abendbrot aus Thunfisch, ich berichtete.
Nun, eine Dose Thon liefert wohl 23 Gramm reinstes Protein, erinnert ansonsten aber an Nassfutter für die Katze. Und riecht auch so, ohne Mayonnaise schon gar nicht zu geniessen.
Meine Angst Glubschaugen – er kursiert ein Gerücht hinsichtlich exzessivem Konsum von Thunfisch aus der Dose – zu bekommen und die Panik, den Würgreflex ab der dritten Gabel nicht immer unterdrücken zu können, liess mich nach Alternativen schauen. Da wären nur noch Steaks und lecker Hühnchen. Aber beides kann, respektive sollte, man nicht einfach aus dem Kühlfach nehmen und verputzen, und wenn es mir an etwas mangelt, ist es Zeit an Wochentagen.

So erinnerte ich mich an die Zeit vor 10 Jahren, als ich meine Ernährungsgewohnheiten über den Haufen warf und das Abendessen vorwiegend aus Milchshakes bestand.
Proteinpulver in Milch eingerührt, mit künstlichem Geschmack, vorwiegend lecker Schokolade oder zur Weihnachtszeit Lebkuchen.
Mittlerweile habe ich mir wieder eine Dose dieses Wunderpulvers zugelegt, in der künstlichen, ekligen Geschmacksrichtung Pampelmuse. Welcher Lebensmitteldesigner kommt auf solch eine Idee. Nun denn, ausschlaggebend war, dass es das einzige Kohlenhydratfreie Proteinpulver war, welches mein Fitnesscenter feil bot.
23 Gramm davon wären dann mittels einer Gabel in 5 Deziliter Wasser einzurühren. Schon einmal versucht, einen Ziegelstein in Wasser aufzulösen? Mit einer Gabel?
Das Resultat meiner doch intensiver Rührtechnik waren etwa zehn Rosinengrosse Klumpen, welche beim Schlucken zerbröseln und die Kehle austrocknen. Zudem schmeckte es wie Mehl mit Pampelmusearoma.
Am nächsten Abend versuchte ich es in Milch. Da es sich mit derselben Hingabe auflöste, änderte es am Geschmack nicht viel.
Also griff ich zu Hi-Tech, einen Milk-Shaker. Der mitgelieferte, metallene Becher fasste bis an den Rand genau den halben Liter Wasser. Die maximale Füllhöhe, durch einen haarfeinen Strich ausserhalb des konischen Bechers markiert, überschritt ich damit um das dreifache, aber ich dachte mir, dass es sich hier mehr um eine Empfehlung handelt.
Unter den Rührstab gehalten, den Knopf gedrückt und sofort hatte ich eine milchige Sauce auf dem Tresen und der Becher war bis auf den empfohlenen Füllstand leer.
Am Geschmack änderte sich jedoch auch nicht viel.
Also griff ich wieder zur Milch – aufgrund meiner Milchzuckerunverträglichkeit stets die letzte Lösung – folgte dieses Mal der Empfehlung und siehe da, ein wunderbarer Milchshake.
Relativ schnell stellte ich fest, dass man, dank intensiver Betätigung des Knopfes zum Start der Rührvorrichtung, gar einen Pudding herstellen konnte.
Dies bedingt, dass der Becher der fixen Halterung entnommen wird und in der Höhe bewegt wird. Und stets bringe ich es zustande, dass die Rührvorrichtung für den Bruchteil einer Sekunde neckisch einen Millimeter über den Becherrand guckt, was aussreicht um mich und das gesamte Inventar mit Proteinpudding zu versauen.
Die ganze Prozedur wäre dann sieben Mal zu wiederholen, um den Bedarf an Protein zu decken, so man vorher das Fitnesscenter besucht hat.
Aber das ist für Freaks und zudem widerspricht mein Körper – ich gedenke ihn aus diesem Grund dereinst der Wissenschaft zu vermachen – sowieso jeglichen Studien bezüglich der Verwertung von hinzugefügter Energie.

Man soll positiv denken, die hiesige Dennerfiliale kann ihren Bestand an Plenty-Küchentücher weiterhin aufstocken, meine Küche wird mindestens jeden zweiten Abend gründlich gereinigt und ich futtere jeden Abend Pudding.

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Etwas warm ist es ja schon

Als mein Dachstock sich gestern zum Dampfgarer wandelte, verzog ich mich in den Keller und guckte mir Al Gore’s “Eine unbequeme Wahrheit” an. Schien mir gerade angemessen.

Natürlich sind Vorträge immer mit Vorsicht zu geniessen. Zum einen steht ein gewiefter Redner auf dem Podest, gewandt einem ein X als ein U zu verkaufen, zum anderen werden einem Statistiken und Studien um die Ohren geschlagen, deren Sachlichkeit und Wahrheitsgehalt man nicht überprüfen kann und durch die eingängige Vortragsweise kann man nicht anders als Glauben zu schenken. Untermalt mit Ah und Oh.
Und Al Gore ist ein guter Redner, dies dringt doch des gewiss eingekauften Beifalls des beiwohnenden Publikums durch.
Natürlich wird mit den Emotionen gearbeitet.
Der in Coca-Cola-Manier treibende Eisbär auf dem weiten Meer, welcher versucht auf eine Eisscholle zu krabbeln welche sinnbildlich unter ihm zerbrach, gefolgt von der Aussage, dass in jüngster Zeit erstmals ertrunkene Eisbären gesichtet wurden löste beim engagierten Publikum mitleidiges Ooooh aus. Nicht ein Exxon-Verurteilendes entrüstendes Oh, sondern ein gut studiertes “Jetzt haben wir die Einsicht, nehmen uns alle an den Händen – Exxon wie Greenpeace – und kämpfen gemeinsam dagegen an”-Ooooh.
Oder die Einbindung seiner an zigarettenverursachtem Lungenkrebs verblichenen Schwester, was den Vater zur Einsicht brachte, keine Tabakpflanzen mehr anzubauen, als Versinnbildlichung, dass der Mensch stets ein grosses Aha-Erlebniss braucht um einen Kurswechsel einzuschlagen.
Wie auch Al Gore, durch den Beinahe-Tod seines Sohnes dazu bewogen, über die Umwelt nachzudenken.

Es braucht solche Aufhänger, gut verkauft; Der Mensch erkennt einen seinesgleichen und von solchen wird man nicht über den Tisch gezogen.

Recht hat er ja schon, der “Ich anerkenne das Urteil nicht, aber akzeptiere es”-Präsidenschaftskandidat.

Nutzt man auf der Welt seit beinahe 60 Jahren die saubere Kernenergie. Begleitet von einem unangenehmen Gefühl, aber an sich war man dankbar für den sauberen elektrischen Strom im Überfluss. Ein paar Gegner sassen in ihren gestrickten Ponchos stets vor die Müll transportierenden Zügen, aber das war arbeitsscheues Gesindel, das sorgte nicht für langanhaltende Aufmerksamkeit.
Irgendwer machte in Tschernobyl etwas falsch und es machte Puff. Das war im Jahre 1986 und weit weg. Ich entsinne mich, dass man gewisses Gemüse nicht mehr essen durfte, aber dies waren, nebst den emotionalen Bildern, die einzigen Auswirkungen auf die Zivilisation rund um die Ukraine.
Letztes Jahr im März machte es noch einmal Puff, diesmal in Fukushima. Es hätte uns – trotz der medialen Aausschlachtung in digitaler, hochauflösender Qualität mit Dolby-Digital-Sound, man sass praktisch mitten drin – wohl in kleinerem Masse stärker berührt als Tschernobyl, hätten wir nicht gerade den März im Jahre des Herren 2011 geschrieben.
Wären nicht gerade die Nationalratswahlen in der Schweiz angestanden.
Ähnlich einer Vorlage von Flankengott David Beckham, müsste man ein Vollidiot sein, wenn man diese nicht versenkt.
Nutzen wir in der Schweiz seit 40 Jahren Atomenergie, doch erst jetzt erkannten wir, wie gefährlich diese ist. Gerade in einem Erdbebengebeutelten und Tsunamibedrohten Land wie unser kleiner Binnenstaat.
Atomkraft war böse, der Abfall untragbar und eigentlich müsste man lieber Gestern als Morgen jedes Werk vom Netz nehmen.

Dies würde ein Blog an sich füllen, worauf ich hinaus will; Der Mensch braucht ein Aha-Erlebniss um zu reagieren.
Ich schreibe SMS am Steuer, bis ich beinahe ein Baum ramme.
Ich fahre ohne Helm Rad, bis ich mit knapper Not einem Schädeltrauma entkomme.
Ich stosse CO2 in die Luft bis…
Und da liegt der Hund begraben.

Im Moment sind die Sommer etwas heisser, die Menschheit geniesst es in unseren Breitengraden mehrheitlich. Nach bestem Wissen und Gewissen, denn man sitzt die Regentage aus und wartet lange genug auf die ersehnten Temperaturen über dreissig Grad.
Die Winter werden etwas schneefreier, die Temperaturen schwanken etwas heftiger, aber man baut die Skilifte einfach etwas höher und freut sich, dass der Winter mehrheitlich dort ist wo er hin gehört, in den Bergen.

Die Anpassungsfähigkeit gereicht dem Menschen zur Ehre und unsere fortschreitende Technologie ermöglicht stets ein Beheben des Symptoms, dass wir uns dem Problem nicht stellen müssen.

Im Klimawandel wird der Aha-Effekt ausbleiben, zu schleppend ist die Entwicklung.
Wenn es nach Al Gore geht, kann man schlichtweg alles der globalen Erwärmung in die gesonnten Schuhe schieben. Mephisto eben.
Etwas übertrieben, aber einiges macht schon Sinn. Wusstet ihr, dass das Eis der nördlichen Polarkappe das Sonnenlicht reflektiert und somit weniger Wärme absorbiert als Wasser? Temperaturbedingt bilden sich jedoch mittlerweile kleine Pfützen von Schmelzwasser, welche durch die Sonne aufgeheizt werden und sich einer Gletschermühle gleich durch das Eis graben, was die Schmelze zunehmend anregt.
Das Meer erwärmt sich ebenfalls – schön für den Badetouristen, ungünstig für die Meeresströme, welche dem Eis von unten zusetzen. Der Golfstrom geht in die Antarktis, kühlt ab, kommt wieder runter. Nur ist der Kühlschrank dort oben bald aus. Bin kein Wissenschaftler, aber ein solcher Eingriff, wie den Golfstrom abzuschalten wird wohl nicht gut sein, wurde selbiger doch erst durch eine Eiszeit in Betrieb genommen.
Das Artensterben, respektive das unkontrollierte Verbreiten anderer Arten, auch ein Resultat der globalen Erwärmung. Konnte man früher die Uhr nach den Zugvögeln stellen, agieren die dank der Verschiebung unserer Jahreszeiten zunehmend verwirrt.

Wenn ich von Marlin Perkins eins gelernt habe – ausser dass man jeglichem Tier zwingend einen Sender von der Grösse einer Autobatterie um den Hals hängen muss, um selbiges hernach mit einem extrem coolen Hubschrauber und einer UHF-Antenne zu suchen – dann, dass unser Ökosystem unglaublich empfindlich gegenüber Eingriffen ist.

Nehmen wir doch nur den Menschen. Nachdem hin und wieder ein Bär, Wolf oder zumindest ein fieses Virus für einen natürlichen, vernünftigen Bestand gesorgt hatte, haben wir eingegriffen und impfen uns schon mit dem Verzehr eines Big Mac mit einer Überdosis an Antibiotika, bis wir gar gegen Heilmittel resistent sind. Das Resultat?

Nehmen wir die Erhöhung des Meeresspiegel dazu, die wegen Dürre unbewohnbaren Flecken noch nicht mit eingerechnet, kann es richtig eng werden auf unserem zunehmend blaueren Planeten.

Wie erwähnt, ich bin kein Wissenschaftler und auf Al Gore’s Katastrophenankündigung gibt es wohl hundertmal so viele Werke, welche das Ganze wiederlegen, als Humbug und Panikmache anprangern.

Nichts desto trotz, es wird wohl keiner bestreiten, dass die Gletscher schmelzen, das Klima wärmer wird und wir über 2000 Meter, abseits der Strassen irgendwie besser atmen können. Sei dies nun ganz natürlich, im Mittelalter war das Klima schon einmal etwas launisch, so ist nicht von der Hand zu weisen, dass wir wohl unseren Teil dazu beitragen.
Und so es meinetwegen auch stets so war, bedeutet dies nicht zwingend, dass wir die Hände in den Schoss legen müssen.

Ich verkaufe gewiss nicht mein Auto oder bitte Mutti mir einen Poncho zu stricken – was würde sie sich freuen – aber man macht sich schon etwas Gedanken. Nun, da ich dreimal mit dem Rad zur Arbeit gefahren bin, nenne ich mich nicht Weltverbesserer. Aber wenn man keuchend eine Kolonne Fahrzeuge passiert, SUV hinter Mini-Van, im Stau seine Abgase rauspustend, überlegt man sich schon, dass ein minimaler Einsatz von jedermann vielleicht schon etwas bringen würde.
Mein Verständnis für Rasensprenger hielt sich stets in Grenzen – wir sprechen nicht von Nutzfläche sondern lediglich vom hübschen Grün des Vorgartens – und das Befüllen eines privaten Pools mit Trinkwasser zwecks Erfrischung zeugt schon von einem gewissen Egoismus. Auch wenn Nachbar Hubert getrieben von der Faulheit statt eines Besen zur Hand zu nehmen mit dem flotten Trinkwasserstrahl aus seinem Mio-Garden-Schlauch die Garagenauffahrt reinigt, erscheint es mir etwas frevelhaft.

Durch das Gucken eines Filmchens wurde ich gewiss nicht geläutert, auch trenne ich nicht alle Geräte vom Strom oder verzichte auf den Stand-By-Modus.
Letztendlich bin ich für Atomenergie, denn wenn ich sehe, dass wir Engpässe in der Stromversorgung mit Gaskraftwerken ausgleichen wollen, scheint mir dies ein Rückschritt.
Betrachten wir die globale Erwärmung: Glaubt ihr tatsächlich, dass der Menschheit ein paar Fässer radioaktiver Schrott in tausend Jahren Kopfzerbrechen bereiten wird?

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Das Schichtenmodell unterschiedlicher Lebenslagen

Trotz meines – für meine Begriffe – methusalemischen Alters, habe ich nicht ausgelernt. Im speziellen hinter die Ohren zu schreiben wäre; Keine Fragen zu stellen, auf welche ich die Antwort nicht hören möchte. Durchaus kann man auch gewisse Blogeinträge hinzu zählen, deren Bestätigung ich mir im Grundsatz nicht erhoffe, letztendlich keimt doch stets – Menschen sind so gepolt – die Hoffnung, dass der Tragik übertrieben wäre.

Eines meiner Lieblingsthemen ist die Klassengesellschaft. Politisch korrekt, das Schichtenmodell unterschiedlicher Lebenslagen.
In Hinblick auf die Silo-Haltung von Menschen, durfte ich gestern Stellung beziehen. Nach einem anfänglichen ‘ist eine dumme Idee’ erhielt ich dennoch die Bestätigung, dass sich der Mensch seit jeher durch Bildung und dem Bilden von Vermögenswerten von eben nicht mehr seinesgleichen in vielerlei Hinsicht abhebt. Darauf hin widmeten wir uns jedoch schöneren Themen – das Silo blieb so im Raum stehen – und klassenübergreifend standen wir bei der Wahl der leckersten Glacekugel in etwa auf der selben Stufe.

Das Modell kennt wohl jeder, so nicht, muss sich der Herr Mister Perfekt – ich könnt mich übergeben, aber dazu ein andermal mehr – Christian Amsler einmal mit der Unterschichtenbildung auseinandersetzen. Aber es wurde ja gespart, wir sollen dies ruhig spüren, so seine Aussage.

Die einen, ich nenne sie gerne die Hochwohlgeborenen, besitzen Vermögenswerte welche sie zur Mehrung derselbigen, sowie zur Beschäftigung von Menschen zwecks Verrichtung niederer Arbeiten nutzen können.
Die Arbeiterklasse besitzt nichts mehr als die gottgegebenen Gliedmassen und müssen den Einsatz derselbigen verkaufen, um an Lohn und Brot zu gelangen. Im Ansatz nichts anderes als Sklavenhaltung; Der Weg zu Kost und Logis führt einfach über ein Zahlungsmittel, welches dem Individum die Illusion der freien Wahl suggeriert. Arbeiter die sich frei fühlen arbeiten besser, oder; Wer im Schlammloch strampelt und nicht weiter absäuft, wertet das Harren an Ort und Stelle als Erfolgserlebnis.

Warum nun ein Silo.
Kennt ihr Lummerland? Die kleine Insel aus Michael Ende’s Buch mit dem König Alfons, der Frau Waas, dem Herrn Ärmel und Lukas dem Lokomotivführer mit dem völlig unsinnigen Schienennetz.
Das Wirtschaftssystem ist eher ungeklärt, da niemand Geld verdient, aber Frau Waas dennoch einen Laden mit importierten – Lummerland verfügt über kein landwirtschaftliches Nutzland, geschweige denn Vieh – Artikeln betreibt, niemand eine Eisenbahn benötigt, Lukas dennoch eine unterhält und Herr Ärmel ausser Lesen uns Spazieren keiner Beschäftigung nachgeht; Ich zitiere, er ist Untertan und wird regiert, was uns zum König führt, welcher Sonntags seinen Untertanen winkt und an hohen Feiertagen ein Eis zu kredenzen pflegte, welches er im Laden der Frau Waas bezog.
Eines Tages traf ein Paket mit einem schwarzen Jungen ein, selbiger wurde Jim genannt weil er, ich zitiere; Wie ein Jim aussah, und wie dies mit mittellosen Einwandereren so ist, sie bringen nur Probleme. Die Insel war zu klein, also beschloss der König einen Eingriff in die Wirtschaft und die Eisenbahn sollte weg um neues Bauland zu gewinnen, da der Jim über kurz oder lang sein eigenes Haus beanspruchen würde.
Gute Freunde kann niemand trennen, der Lukas verliess mit seiner Lokomotive die Insel und Jim Knopf begleitete ihn, was Stoff für zwei wunderbare Kinderbücher lieferte.

Lange Einleitung; Auch die Schweiz ist in gewisser Weise ein Lummerland. Der Platz ist begrenzt, der Staat lebt traditionsgemäss – wir können es uns leisten – auf grossem Fuss. Etwas unter dem kleinen Menschen und Ländern eigenen Minderwertigkeitskomplex leidend, ist unsere Regierung stets damit beschäftigt, eine Apfelsinenkiste zu schleppen, auf welche sie sich zu stellen pflegt um in der Masse der Staaten gesehen zu werden. Einst war diese Kiste voll mit Gold, Wohlstand, Banken und Swissness.
Wer mit seinem Reichtum prahlt muss sich um Bittsteller nicht sorgen. Den Erwartungen gemäss entnahm man der Kiste Gold und füllte sie mit Humanität. Was immer an politischen, wirtschaftlichen und arbeitsscheuen Flüchtlingen an die Tür klopfte, wurde aufgenommen. Mit dem Hintergedanken, die Schweiz als generöser Gastgeber in den umliegenden Ländern zu etablieren.
Nun waren wir wohl ein humanitärer Staat, die Integration der Gäste zog jedoch ungeahnte Probleme mit sich. Im Zeitraffer; Der bildungshungrige Schweizer wurde durch die – danke der integrativen Schulform – Lernschwächen der praktisch Bildungsbegabten und nicht plangemäss integrierten Secondos ausgebremst. Sprich, der Schweizer Jugendliche wird – scheiss auf PISA – immer dümmer, immer handwerklicher.
Der Schweiz kommen die klugen Leute abhanden, selbige werden nun importiert. Diese brauchen Platz. Das Boot ist irgendwann voll und man macht Kassensturz.
Da steht die Regierung, stets bemüht die Staatskasse zum Wohle aller – natürlich – zu füllen. Unten stehen die nationalen und importierten Geldsäcke und noch etwas weiter unten die Working-Poor sowie die Sozialfälle. Da man sich bereits bei der Ausschaffung von kriminellen Auswandern etwas ziert, wird das Abschieben von verarmten und bildungsschwachen Eidgenossen schwerlich leichter zu vollziehen sein.
Nun muss man also Platz schaffen.
Aufgrund der kompakten Bauweise bot sich ein Silo als Versinnbildlichung an. In der Realität funktioniert dies natürlich anders. Die Preise für Wohnungen und Bauland schnellen in die Höhe, was zu einer automatischen Vertreibung von Einkommensschwachen aus attraktiven Gebieten führt. Es entstehen Ballungszentren, das Zusammenleben wird verdichtet, die Preispolitik bestimmt wie eng. Wir haben noch keine Mauer drum herum gezogen, aber nennen wir es ruhig Ghetto. Wer nun rappende Schwarze vor Augen hat, dem sei gesagt, dass die Ghettos keine neuzeitliche Erfindung ist und nicht seit jeher Armut darin herrschte. In Ghettos wurden lediglich Menschen eingezäumt, welche man aus jedwelchen Gründen von den besseren Menschen fernhalten wollte, so im Mittelalter vorwiegend die Juden.
Nun kann man in unserem neuen Ghetto damit beginnen, die Menschen zu dezimieren. Ganz simpel über die Eigenverantwortung; Die Lebenshaltungskosten steigen so hoch, dass sich jeder mit einem Quentchen Hirn im Kopf nicht mehr getraut, sich fortzupflanzen. Funktioniert dies nicht zuverlässig – wir dürfen nicht vergessen, die Menschen werden immer dümmer und die sexuelle Fortpflanzung, siehe RTL, beherrscht auch der letzte Idiot – lehrte uns die Geschichte, dass es auch weniger feinfühlige Methoden gibt. Wir müssen nicht weit in der Zeit zurück, sondern nur nach China schauen, wie diese mittels Geburtenregelung der Überbevölkerung Herr werden wollen.

Wer jetzt meint, dies klinge sehr düster und überholt; Es ist kein Jahrhundert her, dass Menschen wie Du und ich, ehrbare Bürger, keine 300 Kilometer entfernt damit beschäftigt waren, mit fanatischem Enthusiasmus eine Gesellschaft von unliebsamen Mitmenschen zu reinigen. Wer glaubt, wir seien klüger geworden, soll mir erklären, wieso das Prinzip der Klassengesellschaft nahezu heilig hochgehalten und liebevoll gepflegt wird.

Statt zu heulen und jammern, sollte er sich bemühen, seiner ach-so-niederen-Schicht zu entrinnen. Lerne was, mache eine Schule, tu dies, tu das. An Ratschlägen mangelt es dem Jammernden wohl nie, wohl nicht sehr individuell, aber gewiss Wohlgemeint; Unsere Gesellschaft funktioniert relativ einfach. Bilde dich weiter, der Respekt und Reichtum kommt dann von alleine, oder rutsche zeitlebens für die obere Schicht im Dreck und weiche der Spucke aus.
Der Fehler in diesem Masterplan liegt in der Zivilisation.
Wer mich kennt, weiss, ich beginne gerne bei den Höhlenmenschen oder zumindest bei der Entstehung der Arbeitergesellschaft.

Vier Jäger ziehen auf die Pirsch, mit Speer zu Fuss. Zwei mit Beinen wie Antilopen, schnell, kräftig und mit einer Wurfkraft im Arm, dass das Mammut von den Füssen gerissen wurde. Doch der eine versaute stets das Abziehen der Haut, zerstörte das Leder, während der Andere eher etwas träge in den Bewegungen ein chirurgisches Geschick an den Tag legte und wunderschöne Häute gewann. Wieder einer der Läufer nutzte einen Spiess ohne Spitze, welcher das Mammut wohl ritzte, aber keine weiteren Beschädigungen vorwies, während der geschickte Steinmetz  – bei der göttlichen Vergabe der Gliedmasse griff er statt in die Truhe der Oberarme wohl bei den Oberschenkeln tief hinein – kunstvolle, tödliche Speerspitzen fertigte nur sie nicht zu werfen verstand.
Also sass man des Abends zusammen und beschloss, die Jäger sollen sich nicht um das Werkzeug oder die Zerteilung des Wildes bemühen, während die Handwerker sich nicht länger mit der Mühseligkeit der Jagd abgeben müssen. Das Unternehmen Mammutjagd wurde optimiert, da sich jeder auf seine spezielle Begabung konzentrieren konnte und dabei gar Freude empfand.
Da nicht mehr jeder dieselbe Tätigkeit ausübte, muss irgendwann der Gedanke gekommen sein, des Einen Arbeit sei mehr wert als des Anderen und ein Weiterer wollte durch Führung Koordination der ganzen Kräfte noch bessere Abläufe schaffen, sprich; Ein ganz Kluger hatte erkannt, dass er weder Jagen noch Häuten oder Werkzeug bauen musste um an sein Wildbret zu kommen.
Der Kapitalismus war geboren.

Heute ist der Mensch der Gesellschaft nur noch sehr bedingt im Rahmen seiner Begabungen zu Dienste.
Die Ausbildung ist bis zum 15. Altersjahr staatlich geregelt einheitlich, Fähigkeiten werden weder speziell erkannt noch gefördert, es sei denn, in der Arbeitswelt herrscht gerade ein Mangel einer Spezialisierung. Wer mit dem silbernen Löffel im Mund geboren wurde, kann sich nach dem staatlichen IntegrationsBildungsprogramm mit Papas Bankkonto den Luxus einer Selbstfindung leisten, seine Begabungen erkennen, schulisch fördern lassen und in ein wundervolles Leben starten um der Frucht seiner Lenden denselben Luxus zu gönnen.
So die Begabung eines Jugendlichen gleichermassen stark auf Mathematik, Sprachen und hau-mich-tot verteilt war, kann er weiterführende Schulen besuchen und erhält eine Gnadenfrist, sich seiner Berufung zu besinnen.
Der überbleibende Abschaum wird seinen beschränkten Fähigkeiten entsprechend in die Arbeiterklasse geschoben. Praktisch Bildungsfähig eben. Dort sitzt er weitere vier Jahre ab – wobei ein Ausstieg heute nicht mehr als dramatisch gesehen wird, da man einmal in der Arbeiterklasse angekommen sowieso schon am Rande der Gesellschaft ist – entdeckt seine Berufung in der Tätigkeit und bewegt sich in Richtung höheren Stellungen weiter oder aber, er erkennt, dass die Berufswahl ein tiefer Griff in das Klo war.
In diesem Fall waren vier Jahre für die Katze, aufgrund der Nichtexistenz eines silbernen Löffels in besagter Fressluke bestreitet er schon seinen eigenen Lebensunterhalt, was die vorhandenen Mittel einschränkt und in Kombination mit einer Resignation jegliche Suche nach der wirklichen Begabung empfindlich einschränkt.

Was ich sagen will, nicht jeder startet auf dem gleichen Level, mit den gleichen Perspektiven, was auch der Oberschicht aufzeigen soll; Nicht jeder, welcher auf Knien seinen Lebensunterhalt verdient war zu faul sich aufzurichten.
Manche sind auch einfach nur dumm oder etwas glücklos und manch einer verfügt gar über eine unentdeckte Begabung, da sie in unserer Zivilisation nicht ausreicht ein hungriges Maul zu stopfen und damit so nutzlos ist wie eine facebook-Aktie.

Der Winter naht.

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