Der Schatten bringt es an den Tag

Im Grundsatz macht sie nichts anderes als ich, gut, vielleicht bisweilen, mitnichten im Grundsatz, etwas unterhaltsamer, was aber der springende Kern ist, sie verdient Geld damit.
Ich spreche von Pony M., der bloggenden Yonni Meyer, welche von den Schaffhausern ob ihrer Popularität kurzerhand als eine der ihrigen bezeichnet wird, weil ihre Wiege so nahe an der Kantonsgrenze stand.
Wenn es um Prominente geht zeigen sich die Schaffhauser gerne sehr weltoffen, wenn man lange genug sucht, hat jede gewichtige Person auf der Welt ihre Wurzeln in der kleinen Stadt ennet am Rhii.schmiernippelDieses seltsame Gebilde ist ein Schmiernippel, der Schmiernippel der Erdachse. Dieser liegt bei Schaffhausen. Als Notlösung, weil wir die Erde nicht um Schaffhausen drehen lassen können.
Noch nicht.

Ich sollte unbedingt wieder mehr schreiben, meine Synapsen scheinen sich langsam aufzulösen, es ist nur noch ein kleiner Schritt, bis ich starren Blickes durch die Welt tapse und mein Hirn nur noch die Befehle essen und atmen verarbeiten kann.
Nur bietet der Alltag kaum mehr Material, oder ich habe den Blick dafür verloren. Während ich früher beruflich bedingt gelegentlich auf einen Fortschrittsbalken starrte, mache ich den ganzen Monat Mai, der Kabelbetreiberfirma seis gedankt, nichts anderes mehr.

fortschrittsbalkenEin Bild, mehrere Assoziationen.
Vor meinem unternehmerischen Auge wird der IKEA-Läufer zum weissen Tuch, auf selbigem steht der Kunde und bei jedem Millimeter Weiterzug des Balkens erklingt aus dem Lautsprecher des Gerätes eine ‚Bricklebrit‘.
Seit der Zeichnung der Telekomaktie konnte man sein Geld nicht mehr sinnloser loswerden, was dem Kunden ordentlich auf das Gemüt schlägt.
Natürlich sind seine Lippen zu einer verkniffenen Linie zusammengepresst, das klassische Ratiopharm-Durchfallgesicht, aber sein Blick spricht Bände.

Sieh ihn dir an, den Herrn Techniker. Steht da, die Hände in den Taschen und starrt auf den Bildschirm. Vorhin hat er was gedrückt, Zahlen eingegeben. Sicher damit es noch langsamer geht. Damit er noch länger hier stehen kann. Damit es noch mehr kostet. Oh jetzt schreibt er etwas. Kein Mensch schreibt so langsam. Will wohl Zeit schinden.
„Setzen sie sich doch hin, wir haben einen Tisch“.
Warum biete ich ihm den Tisch an? Soll der sich doch Standschäden holen, verdient ja genug. Hähähä, Standschäden, denn muss ich heute dem Karl erzählen.
„Nein danke, geht schon“
Ja, ja. Nur nicht zuviel bewegen. Bitte, dann bleibst du halt. Nun sieht er sich in der Wohnung um, der Flegel. Schielt ständig auf das Foto. Ja, ich habe einen strammen Sohn, sieh in dir nur an. 80sIch habe was erreicht, ich habe einen Nachkommen. Und du, stehst in fremden Wohnzimmern und verdienst dein Geld indem du auf einen Fernseher starrst. Oh, jetzt spielst du noch an deinem Handy rum. Ist ja wohl das Letzte. Ja, steck es besser wieder ein.
Nun sieh dir das Durcheinander auf dem Fernseher an. Den Kümmeltürkensender auf der eins. Ja, habe mir schon gedacht, dass du so einer bist.
„Ja, stellen sie mir einfach die Schweizer auf die eins, dann der Ard, dann die vier, die fünf, die sechs…“
Eine ordentliche Reihenfolge du Trottel, ist dein Job, muss ich für dich auch noch nachdenken?
„Nein, nur die Deutschen“
Was soll ich mit den Ausländern. Obwohl, auf Rai kommt um zehn immer eine Spielshow mit dieser scharfen Blonden…
„Vielleicht noch die Tessiner…. Ah, hier ist der Rai, ja wenn sie schon da sind. Sonst keine mehr…“
Das habe ich geschickt gemacht. Ausgezeichnet. Oder war die Show auf dem Welschen? Musste ja immer stumm schalten, damit die Alte nichts mitkriegt.
„Stellen sie mir doch die TSR auch noch ein. Und was da halt sonst noch französisches kommt“.
Kate hatte doch kürzlich diesen Po-Blitzer, stand in der Bild…po-blitzer„Und die englischen. Den bebeze und die iiteevau. Ja, ich sehe gerne Ami-Fernsehen, war mal drüben.“ Ja, da staunst du, was. Neckermann.
Er schaltet extra langsam. Was läuft da im Hintergrund? Türkisch? Hmmm… nicht schlecht.
„Stellen sie einfach alle ein“.

Na toll, wieder einer dieser ewig langen Sendersuchläufen.
Hat der Typ nichts Besseres zu tun als auf dem Sofa hängen und mich zu beobachten? „Nein danke, geht schon“, ich will nicht zum Tisch, besser überhaupt nicht mehr herumspazieren als notwendig. Befürchte, bin da auf dem Gehweg in was reingetreten und möchte nach Möglichkeit auf denselben Spuren wieder die Wohnung verlassen. Über den hässlich bunten Teppich, welcher jeden Flecken schluckt. Seit 1979.
Was ist der überhaupt zuhause, am Mittwoch vormittag?
Bestimmt hat er extra frei gemacht, traut seiner Alten nicht zu, den Techniker zu empfangen. Oder hat Angst, dass sie… hahaha… nun sieh dir diese beknackte Familie an. Das muss ich den anderen zeigen, verdammt, wie lichte ich diese ab. Der Typ macht keine Anstalten rauszugehen.

So könnte es gehen…. Timer auf zehn Sekunden…. Handy wie abwesend auf die Seite halten… uuuund Schuss. Irgendwann vergesse ich den Ton auszuschalten, irgendwann flasht ein Blitz das Wohnzimmer.
„Schauen sie auch fremdsprachige Sender?“; vergiss es, der Spacko kann noch nicht mal richtig deutsch. Eben, habe ich es mir gedacht. Jede Wette…
„Ja klar, stelle ihnen noch französisisch und italienisch ein.“
3… 2… 1… „Ja, kein Problem, auch die Portugiesen, et cetera. Stelle einfach alle ein.“
Bildlich kann ich mir vorstellen, wie er nachts um 11 die Hotline-Werbungen auf dem Kurdsat schaut.
Auf dem Bildschirm verboten heisse orientalische Schönheiten, im Schlafzimmer die olle Alte, welche er im Suff im Sommer 65 beim Camping an der Riviera aufgerissen und dann eben geheiratet hat. Aber da hatte sie auch noch keine hundertzwanzig Kilo, schätze ich mal. Gut, er wird auch nicht im ausgeleierten Feinripp und der fleckigen Jogginghose auf die Pirsch gegangen sein.

Endlich fertig; „So, ist erledigt!“
Dachte schon, der packt das nicht mehr vor Neujahr; „Ist ja schnell gegangen.“
Nun ja, lechze schon seit dreissig Minuten nach frischer Luft, es war auch für mich kein Spass; „Ja, sie haben einen modernen Fernseher“
Ja ja, du meinst eine Goldgrube in der Wohnwand; „Ja sind zufrieden“
Ich auch, wenn ich meinen Tagesumsatz sehe; „Das freut uns natürlich“, das königliche Wir.
Hoffentlich fragt er nicht was es kostet; „Wenn ich hier noch eine Unterschrift haben könnte“
Na toll, der schreibt ja hässlicher als mein Arzt, könnte alles heissen. Aber wenn ich mich jetzt nach dem Preis erkundige bin ich uncool; „Wird schon stimmen, hähähä“
„Vielen Dank, viel Spass mit den neuen Programmen und einen schönen Tag“.
„Danke, ihnen auch!“.

piggeldy

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Unterwegs in sozialen Netzwerken

Wer hat am Sonntag Morgen Sternstunde Philosophie geguckt? Natürlich niemand, wer sieht am Sonntag Morgen fern, abgesehen von senilen Bettflüchtigen um fünf Uhr in der Früh, welche bei Bill Cosby hängenbleiben und die digitalen Bekanntschaften in sozialen Netzwerken mit unglaublich komischen Insiderwitzen beglücken, welche kein Schwein versteht, so man die achtziger Jahre nicht komplett vor der Mattscheibe verbracht hat.

Harald Schmidt wurde geladen und von Charles Lewinsky interviewt. Charles Lewinksy, dies ist der Texter von Maja Brunners „Das chunt eus spanisch vor“ oder der Autor von solch erfolgreicher und unglaublich witziger Serien wie „Fascht e Familie“ oder „Fertig lustig“.
Dem Schweizer zwanzig-Uhr-fünfzehn-Publikum kann man so etwas schon unterschieben, die lachten sich auch zehn Jahre lang über die abgedroschenen Gags der Friends in Benissimo scheckig, aber wenn er gegenüber einem Harald Schmidt bemerkt, und es sei ihm in keiner Weise unangenehm, dass sein Wiedererkennungswert auf dieser Sitcom beruhe und sich damit auf dieselbe Stufe wie Schmidteinander stellt, sogenannte ‚Leidenspartner‘, fühlt man sich schon etwas peinlich berührt.
Ich will nicht sagen, dass Lewinsky den Biolek vom Thron der Peinlichkeit gestossen hat – dieser wurde ja, die älteren erinnern sich, im Jahre 2002 auserkoren, als erster deutscher ‚Talkmaster‘ das erste Interview im deutschsprachigen Fernsehen mit einer gewissen Britney Spears zu führen, Pop-Prinzessin trifft auf einen herrlich unvorbereiteten Medien-Kunsthochschul-Dozenten – aber während Harald Schmidt Steilpässe lieferte um eine gehobene, zynische Diskussion zu führen, blieb Lewinsky dem Drehbuch treu, mit Stock im Anus und Zeigefinger an der Nase hielt er das Sternstunde Philosophie-Konzept hoch.

Mitgenommen habe ich die Erkenntnis, dass ich ein Toter-Mutti-Autor bin.
Ein Toter-Mutti-Autor hat keine speziellen Talente, im Leben nicht viel erreicht und versucht sich nun im Schreiben. Basierend auf mangelnder Fantasie und Ideenlosigkeit, gekreuzt mit der Faulheit investigativen Journalismus zu betreiben führt er nun die Feder und beschreibt die letzte Zeit mit der serbelnden Mutter. Oder berichtet über Patchworkfamilie. Oder den Hausfrauenalltag.
Solche Literatur landet auf der Bestsellerliste. Doch was sagt eine Bestsellerliste schon aus; Bietet Coop Gänseleber und Kaviar aus der Deluxe-Serie feil, 195 Franken das Bundle, oder Pizza Hawaii im Vorteilspack von 4 Stück für 3.85, was würde wohl auf der Bestsellerliste landen?
Nichts desto trotz werde ich meine Drohung wahrmachen, es ist der reine Geltungsdrang und die unverhohlene Geldgier. Mein Tote-Mutti-Buch wird erscheinen.

Das soziale Netzwerk kann auf die Dauer ziemlich eintönig werden. Wie so oft im Leben, steht der Enddreissiger etwas im faulen Rank, wie man so hübsch sagt. Die Freundesliste setzt sich aus gleichaltrigen zusammen und entweder gratuliert man zum Kind Nummer vier, liked das Familie-am-Strand-Foto Nummer 238 welches sich von der 56 nur darin unterscheidet, dass das Eimerchen des Kleinsten diese Saison grün ist, oder beschäftigt sich mit dem bewirtschaften einer Farm und verschenkt virtuelles Nutzvieh an Freunde und Bekannte.
Es fehlen die peinlichen Fotos von letzter Nacht, Beziehungen werden nicht mehr im Tagesrythmus von „sooo unglaublich happy“ zu „es ist kompliziert“ und wieder zu „verlobt“ gewechselt, die Bodenständigkeit präsentiert sich über Pärchen-Selfie vor dem Eiffelturm zu Selfie in San Francisco und der bissigste Kommentar ist „ihr seit aber auch immer auf Reisen“ garniert mit fünf Smileys, wovon drei mit den Augen zwinkern, dass man es aber auch keinesfalls in den falschen Hals kriegt.

Die gesetztere Generation hat das Internet entdeckt, nimmt langsam überhand und eine Nostalgie hält Einzug. Die Gruppe ‚Du bist ein Schaffhauser/in wenn du…‘ könnte umbenannt werden in ‚Hans-Rudolf Widmers alte Fotokiste‘, ‚Sie mal in welchem Haus ich gezeugt wurde…‘ oder eine ‚Fotostory über jeden beschissenen Brunnen zwischen Beggingen und Stein am Rhein mit Schwenker über Opfertshofen‘.
Bisweilen durchaus unterhaltsam „Sie mal, mein Handy macht auch Fotos“ und eine mit dem Daumen versehentlich halb zensierte Fotografie eines Hundes, welcher sich unter einer Tanne erleichtert, gefolgt von einem „Ups, das wollte ich nicht hochladen, kann man auch wieder löschen?“, von Chrigi  und Franziska geliket, mit einer „Wieso, isch doch lustig“-Note versehen und weiter gehts mit dem Bahnübergang 768, Nebengleis 34, Stellwerk 356 und der Anmerkung, ich wäre nur ein Schaffhauser, wenn ich wüsste, in welchem Chrachen und aus welchem voyeuristischen Spannerhochsitz dieses Foto auf die Chipkarte gebannt wurde.
Wesentlich unterhaltsamer ist da die Gruppe Schaffhauser Flohmi.

„Mini Mause trener grösse 3 Jahre bi dä Hose fählt es schnuerr suscht isch es wie neu 20 Fr“.

Für meine Gäste aus dem grossen Kanton, da versucht eine Dame mit unaussprechlichem vierfach-Namen mittels einer Fotografie eines Kleidungsstücks auf einem fleckigen Sofa einen Trainingsanzug mit Minnie-Maus-Motiv zu verkaufen. Das gute Stück hat entweder die Grösse 3 oder ist 3 Jahre alt, da muss ich passen. Die Hose sollte mittels Schnur gehalten werden, welche bei diesem Exemplar fehlt, aber ansonsten ist das gute Stück tiptop im Schuss, praktisch fabrikneu. Für 20 Franken.
Man darf nicht heikel sein, wenn man ein Paar 2-jährige UGG-Boots ersteigern will. Ihr wisst, dies sind diese fellgefütterten Winterstiefel, welche der attraktivsten Frau diesen gewissen Chic von Hartz IV verleihen.ugg-boots Gewiss, Babysachen müssen irgendwann raus und es ist gewiss nicht verkehrt, wenn man diese in einen Flohmi stellt…milchpumpe…aber ich frage mich, ob man hier nicht eine Grenze überschreitet.
Es fehlt mir die Erfahrung, ich weiss nicht ob Frau eine gebrauchte Milchpumpe kauft, ich würde jedoch gewiss nicht wollen, dass meine Frau ihre Hupensauger bei facebook feil bietet. Aber vielleicht bin ich auch etwas zart besaitet.
Jeder Bild scheint seine Geschichte zu erzählen. Eine tragische, wenn jemand 32 Kilogramm Katzenstreu und einen Jahresvorrat Whiskas abgibt, eine mysteriöse, wenn einer seinen VW fürn Appel und n’Ei feil bietet, das Teil aber noch heute von der Bildfläche verschwinden muss und die Storys, welche man sich nicht auszumalen vermag, wenn ein in die Jahre gekommener Vamp um die 50 Lenzen Lack-Corsagen in der Grösse 48 und Overknee-Stiefel anbietet. Selbstverständlich mit unzähligen Selfies in besagter Reizwäsche.
Aber ich will sie nicht missen, die Bilder von nackten Männern, welche das spiegelnde Teeservice ablichten, verschwummene Bilder einer Wohnwand ‚verkaufe DVD, 5 Franken das Stück‘ oder die Kommentare.

„Will ich kaufen“
„Schick mir PN“
„Was ist PN“
„Nachricht“
„Hab ich ja“
„Nein, persönliche Nachricht“
„Welche Adresse?“
„Nein hier, in facebook“
„Geht nicht“
„Doch, oben beim Namen“
„Was schickst du mir eine Freundschaftsanfrage?“
„Sorry, wollte Nachricht“
„Neben der Anfrage“
„Geht immer Computer aus, wenn ich klicke“
„Wie machen wir es also?“
„Weiss wo du wohnst“
„Hey was willst du?!?“
„Deine Wohnwand“
„Dann figg mich nicht an!“…

Ich glaube, das könnte der Beginn einer wunderbaren Blog-Serie werden…

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Von grossem Verkehrsaufkommen zum Single-Abend

Eine Kantonsstrasse biete täglich 25’000 Autos Platz, daher sei das Nadelöhr bei Neuhausen mit kümmerlichen 9000 Fahrzeugen bei weitem noch nicht ausgelastet. Da hat Dino Giuliani absolut recht, nicht zuletzt bieten sich noch über 16km Platz um die Autos bis nach Trasadingen aufzureihen. Die Nebenstrassen nicht eingerechnet.

Welche Massnahmen ergreift nun Schildas Regierung?schildbuergerDer Verkehr muss in den Ortsdurchfahrten beruhigt werden.
Inwiefern dieses Vorgehen dem Stau am Nadelöhr Herr wird mag sich für den Normalbürger nicht direkt erschliessen, aber deswegen wählen wir auch Vertreter in die Regierung, welcher klüger sind als du und ich.
Den Verkehr beruhigen bedeutet nicht, dass Herr Schuler am Ortseingang Kamillentee und Valium ausschenkt, sondern, dass die Strassen schmaler werden und dem Autofahrer alle fünfzig Meter ein Blumentopf in den Weg gestellt wird.
Mit grossem Enthusiasmus ist auf diese Weise auch die Gemeinde Flurlingen ihr Verkehrsproblem angegangen. Nebst Blumentöpfen setzten sie auch auf Lichtmasten und Parkplätze auf der Fahrbahn.
„Slalom durch Flurlingen“, „Mehr Stau, mehr Abgase“… Völlig überraschend dominierten diese Überschriften die regionalen Berichterstattungen über Flurlingen. Mehr oder weniger Kleinlaut wurden die Blumentöpfe im Dezember des folgenden Jahres wieder aus der Fahrspur genommen.

Beringen plant nun nicht direkt Blumentöpfe, aber die Strasse soll enger werden. Löhningen will beobachten, wie dies funktioniert und daraufhin nachziehen. Und gerade der Löhninger Gemeindepräsident weiss in Sachen Verkehr Bescheid.bahnuebergang-loehningenDiese Bahnschranke zwischen Guntmadingen und Löhningen schliesst, sobald der Lokführer im Führerstand Schaffhausen oder Erzingen seine Mütze gerade rückt und den Zug in Bewegung setzt. In den darauffolgenden Minuten kann man auf die Leitplanke sitzen und eine Zigarette rauchen, sich der Leibesertüchtigung hingeben oder vor Wut in das Lenkrad beissen.
Gemäss dem Gemeindepräsidenten kann das Problem nicht so gravierend sein, sonst würden die Autolenker über Beringen ausweichen, was sie ja offensichtlich nicht tun.
Könnte natürlich auch damit zusammenhängen, dass man über diesen Schleichweg dieselbe Bahnstrecke 800 Meter weiter östlich überquert. Aber wir wollen ihm keinen Strick daraus drehen, dieser Übergang befindet sich ja quasi im Ausland.

Nun, sobald die Ortsumfahrung vollendet ist, Beringen sich entschieden hat ob der Adlerplatz eine Betonwüste oder Palmenoase werden soll, werden wir weiter sehen. Derweil spielt Herr Doktor Rawyler noch etwas Ampelmännchen in Neuhausen.unser-doktor-ist-der-beste

Der Kanton senkt die Sozialabgaben, ich berichtete, um den Bürgern einen Anreiz zum arbeiten zu schaffen. Der Leserbriefschreiber Stefan Lacher erdreistet sich darüber, würden die Sozialbezüger jetzt schon Brotrinde und Cervelathäute essen, bildlich gesprochen, weitere Kürzungen seien unmöglich.
Nicht, dass ich mich auf Recherchen von Leserbriefschreibern verlasse, aber wenn die Bezüge von Cervelathäute-essenden Sozialbezüger gekürzt werden müssen um sich den Löhnen der arbeitenden Bevölkerung anzunähren, müsste man die Geschichte mit dem Mindestlohn vielleicht noch einmal überdenken.

Urs Wernli, Präsident des Auto Gewerbe Verbandes, beteuert, ich zitiere, die Ablehnung gegen eine Verlängerung der Prüfintervalle von Kraftfahrzeugen „hat nichts, aber rein gar nichts zu tun mit dem Erhalt der Frequenz in den Garagenbetrieben“.
Natürlich nicht.and-now-for-somethingIch habe es Euch angedroht, gestern besuchte ich die Lass-Dich-Treffen-Party im Güterhof.

Als gebildete Leser habt ihr schon von der natürlichen Selektion nach Darwin gehört, die Theorie, dass eigentlich nur die Besten und Stärksten überleben und sich dementsprechend Fortpflanzen.
In diesem Sinne wird auch der Darwin-Preis an Menschen verliehen, welche sich selbst unfruchtbar machen oder selbst töten und im Zuge dieser Aktion eine unglaubliche Dummheit an den Tag legen. Er wird in der Regel posthum verliehen und folgende Kriterien müssen erfüllt sein.

  1. Der Preisträger muss aus dem Genpool ausscheiden, also sterben oder unfruchtbar werden.
  2. Es muss eine außergewöhnlich dumme Fehleinschätzung der Situation vorliegen.
  3. Der Preisträger muss sein Ausscheiden selbst verschuldet haben.
  4. Der Preisträger muss zurechnungsfähig sein, Jugendliche unter 16 Jahren sind ausgeschlossen.
  5. Das Ereignis muss nachweislich stattgefunden haben.

Beispiele einiger Preisträger:

  • Ein Rechtsanwalt warf sich gegen eine Scheibe im 24. Stock eines Hochhauses, um die Stabilität der Fenster zu demonstrieren. Das Fenster gab jedoch nach, er stürzte aus dem Gebäude und war beim Aufschlag sofort tot.
  • Ein Autofahrer, der sich während eines Staus erleichtern wollte, sprang über eine Leitplanke. Er übersah, dass sich direkt dahinter eine Schlucht befand.
  • Eine junge Frau fuhr bei starkem Regenfall in eine aus diesem Grund polizeilich gesperrte Straße und stürzte mit ihrem Mofa in einen kleinen Fluss. Kurz nachdem sie von einem Polizisten gerettet worden war, sprang sie erneut in den Fluss und ertrank. Es blieb unklar, ob sie flüchten oder ihr Mofa retten wollte.
  • Zwei Einbrecher wollten einen Geldautomaten aufsprengen und benutzten dazu so viel Sprengstoff, dass das gesamte Gebäude über ihnen einstürzte.
  • Ein 21-jähriger Mann sprang aus Spaß gegen einen aus einem U-Bahnhof ausfahrenden Zug der Berliner U-Bahn. Dabei geriet er zwischen die Waggons und wurde überrollt.
  • Ebenfalls in der Berliner U-Bahn nahm im Dezember 2009 ein 22-jähriger Randalierer während der Fahrt an den Haltestangen Schwung und trat eine Scheibe heraus. Dabei wurde er aus dem Zug gerissen und von einem aus der Gegenrichtung kommenden U-Bahn-Zug erfasst und tödlich verletzt.

Seine letzte Chance auf Fortpflanzung sucht, wer sich zur Lass-Dich-Treffen-Party im Güterhof einfindet. Ich wurde von einem Bekannten angefragt ob ich ihn begleiten würde, da er, verständlich, nicht alleine losziehen wollte. Ausser ein paar Stunden hatte ich nichts zu verlieren, also trat ich gegen 22 Uhr in das Lokal.
Entsinnt ihr euch an Schulfeste, zur Linken sitzen die Mädchen, zur Rechten die Jungs, Kuschelrock 3 dudelte durch den Raum und die ganze Sache kommt nicht in Schwung. Heute wird wohl Alkohol gereicht, in meiner Jugend sollten Spiele das Eis brechen. So wirkte gestern der Güterhof. Nur dass sich die männliche Klientel, siebzig Prozent, auf das Aussenden von coolen Vibrations beschränkte und mit eingezogenem Bauch und verkrampften Bizeps an einer Bierflasche nuckelte.
Währenddessen die Frauen sich hinter den wagenradgrossen Ananasstücken an ihren bunten Cocktailgläsern versteckten und mit jeder Faser die Botschaft „Bleib mir nur vom Leib“ verströmten.
Um Missverständnisse zu vermeiden wurden bunte Armbänder verteilt. Rot für „Sprich mich an“, Gelb für „Triff mich heimlich“ und Weiss für „Sprich mich nicht an“. Eine Presswurst in rotem Kleid gab von der Bühne die Regel bekannt, neben ihr ein Engel welcher zum Ansprechen von potentiellen Paarungspartnern ausgesandt werden konnte, so man selbst dazu keine Eier hatte und die Connector-Wand auch keinen geeigneten Hilfszettel zur Verfügung stellen konnte.connector-wandIm Grundsatz habe ich keine Mühe Frauen anzusprechen, vielleicht gerade, weil mich nicht interessiert, was da so den Vorteil des gedämpften Lichtes nutzen wollte. Was für Männer „Schwiegertochter gesucht…“ ist, stellt für Frauen die Lass-Dich-Treffen Party dar, der letzte Strohhalm, ganz kurz vor der totalen Vereinsamung und der Anschaffung einer Katze.
Figurformende Unterwäsche aus der HSE24-Schlankstütz-Kollektion traf auf Walter Freiwalds Zauberbody.zauberbodyDer ist nahtlos, nicht vergessen! Der Clip im Anhang.

Das Make-Up wirkt wie mit dem Spachtel aufgetragenes Moltofill und um die Augen urtümliche Bauernmalerei.
Die Carmen in etwa aus Bülach, geborene Schaffhauserin, wäre schon mit gezielten Absichten hier. Sonst wäre sie ja lieber in Zürrrri, aber heute begleitet sie ihre Kollegin, was mich veranlasste den Blick nach links zu wenden. Ja ist denn heut Walpurgisnacht? Lederhosen gefallen mir an sich, wenn man aber nicht sicher ist, ob dies Lederhosen sind und sie sich bis knitternd bis zum Haaransatz hochziehen oder da irgendwo ein Übergang zur nackten Haut stattfindet, verzichtet man gerne auf weitere Erkundungen. Carmen wäre nicht so übel gewesen. Mit zwanzig Kilogramm weniger, fünf Jahre jünger und vielleicht einem anderen Gesicht.
Aber ich machte ja nur den Wingman für meinen Bekannten, so konnte ich mich mit der Ausrede, mich mal eben erleichtern zu müssen höflich entschuldigen.

Irgendwie kriegte er es nicht gebacken, also sprach ich den Engel an und verwickelte die beiden in ein Gespräch, während ich eine Zigarette rauchen ging.
Er schaffte es sogar die bezahlte Animateurin in die Flucht zu schlagen, was anscheinend an seinem Ring gelegen hätte, welchen er am falschen Finger trug. Verheiratete Frauen sind mein Fachgebiet, worauf ich mich umgehend bei einer Dame erkundigte, an welcher Hand man den Ehering zu tragen hätte. Die Linke wäre es, zeigte mir die leere Stelle an besagtem Ringfinger und lud mich ein, einen Stuhl heranzuziehen.
Mit der Ausrede, dass mir heute Abend nichts Schöneres wiederfahren könnte, ihr Begleiter jedoch schon abwäge mir die Bierflasche über den Schädel zu ziehen, weswegen ich mich höflichst wieder empfehlen würde, stahl ich mich von dannen.
Eines kann man sagen, die Frauen an der Lass-Dich-Treffen-Party sind hässlich wie die Nacht, nennt mich oberflächlich, aber aufgrund der Tatsache, dass Männer sich auf das Aussenden von Signalen und markante Posen versteifen, hat jeder, welcher seine Zähne auseinander bringt reelle Chancen jemanden kennen zu lernen.

Während sich auf der Bühne einige Männer etwas zu geschmeidig zu den Hits von Jimmy Sommerville und Village People räkelten, ergriff ich die Chance und sprach zumindest einmal meine Zielgruppe an, wenn sie denn schon markiert sind.
Ich wäre eben farbenblind, sie müsse mir die Bedeutung ihres Armbandes erklären. Die Martina aus Kleinandelfingen hätte eben einen Freund, deswegen das weisse Armband, hätte nicht gewusst, dass heute Singelparty wäre, arbeite im Spital in Winterthur, wäre nächsten Freitag wieder hier und und und…

Mitgenommen habe ich nur die Erkenntnis, dass es gute Gründe gibt warum gewisse Leute alleinstehend sind und die sich durchaus mit den meinigen ergänzen Single zu bleiben.
Fakt ist, an jedem anderen Abend sind im Güterhof interessantere Menschen zu treffen als an der Lass-Dich-Treffen. Und man fühlt sich dann auch nicht ganz so minderwertig.

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Grüne lieben Atomstrom und verzerrte Berufsbilder

Ein ganz klein wenig würde ich mich schämen, wenn ich mit dem dicken Audi vor die Firma fahre, im feinen Massanzug ins Büro schreite und dem Mitarbeiter zwischen Golfstunde und Feierabend-Sushi erklären würde, dass ich durchaus gewillt wäre ihn mit einer vernünftigen monatlichen Zahlung zu entlöhnen, aber es nun einmal einfach nicht möglich wäre. Es wäre wirtschaftlich unabdingbar – die IWC rutscht aus der Hemdmanschette und als sich ein Sonnenstrahl auf dem untertassengrossen Deckglas spiegelt, springt bei jeder entschuldigenden Geste ein neckischer Punkt über die Gauguin-Sammlung an der Wand – dass einige Leute für einen tieferen Ansatz arbeiten, aber wenn wir uns mit den Kaffeepflückern auf Bogotta vergleichen, stehen wir doch ganz gut da – schallend lachend -, nicht wahr, Herr… ähm… das wäre dann alles? Nun warten wir die Quartalszahlen ab und setzen uns nochmals zusammen.

Die ganze Mindestlohngeschichte war nicht durchdacht. Selbstverständlich stosse ich mich auch daran, dass ein dahergelaufener Pole in Flaach über das Spargefeld kriecht und in einem Monat soviel verdient wie zuhause in einem halben Jahr, diese Knete fleissig in den Osten trägt und dort lebt wie die Made im Speck. Da müssen wir uns auch etwas an der eigenen Nase nehmen. Ob Waren oder Dienstleistungen, wir verkennen völlig den Wert der Dinge. Immer noch billiger, noch günstiger und wenn es nicht mehr tiefer geht, beziehen wir unsere Waren aus einem Tieflohnland und lassen uns noch die Mehrwertsteuer rückvergüten.
Letztenendes ist alles so billig, dass es völlig seinen Wert verloren hat. Gestern kaufte ich Frühstück auf einem französischen Campingplatz, Baguettes, Butter, Croissantes, Confiture, für sechs Euro. Die Hälfte schmiss ich weg, ich war satt und es hat ja nichts gekostet. Ein paar tausend Kilometer weiter südlich verhungert wohl gerade ein kleines Kind. Eine perverse Entwicklung.

Das Modell der Berufsbildung ist völlig überholt. Hat man einmal die dreissig überschritten, ist die Bedeutung einer Lehre so wichtig, wie das erfolgreiche Absolvieren des Kindergartens als Auswahlkriterium beim Ergattern einer Lehrstelle. Aber die Wirtschaft und Politik will dies nicht einsehen, Arbeit macht frei, Hauptsache die Jugend ist irgendwo interniert, pardon, versorgt. Da interessiert es auch kein Schwein, dass man heute in der Schweiz drei bis vier Jahre in eine Ausbildung investieren kann, welche zu guter Letzt das Papier mit dem Amtsstempel nicht wert ist. Während früher eine absolvierte Berufslehre einem ein Auskommen, der Familie Brot und ein Dach über dem Kopf sicherte, werden heute doch tatsächlich Ausbildungen für Berufsgattungen angeboten, deren Absolventen ohne Finanzspritze vom Staat nicht überleben können. Weil es in der armen Schweiz nicht möglich ist ein vernünftiges Gehalt zu zahlen und es für die Wirtschaft unabdingbar ist, Billigarbeitskräfte zu züchten.
Aber ein Hossa auf die Berufslehre, Politiker hängen sich gerne den „die Jugend liegt mir am Herzen“-Button an das Jackett.
War kürzlich der Berufsbildungstag im Lokalradio, ist das Jahr 2014 doch das Jahr der Berufsbildung. Ich hätte kotzen können, eine Propagandaaktion wie es Väterchen Stalin nicht besser hätte aufziehen können; Mach eine Lehre, gehe in die Fabrik, das ist gut für die Industrie, was gut ist für die Industrie ist gut für dich. Sieben Stunden lang, ich zappte immer wieder rein, wurden mir fantastische Berufe vorgestellt und warum Lastwagenchauffeur so ziemlich der allerlässigste Beruf auf diesem Planeten sei. Freiheit pur, obwohl der Chef dank GPS-Sender jederzeit feststellen kann, auf welche Toilette man zwischen Darmstadt und Duisburg geht, aber dies nur zur Entlastung des Chauffeurs, damit man ihn noch effizienter einsetzen kann.
Lastwagenchauffeur, das letzte grosse Abenteuer.
Das grosse Problem ist ja, wer sich morgens die Schuhe selber binden kann besucht eine weiterführende Schule, weil dies letztendlich der einzige Weg ist, wenn man mit vierzig nicht mit zwei Katzen in einem versifften Appartement im Nigeria-Durchgangsheim enden will.
Wer dies nicht zustande bringt, hat unter seiner schief sitzenden Mütze immerhin soviel Halbwissen angesammelt, dass man im Aldi ohne Berufslehre einen höheren Lohn bezieht und noch nicht einmal an die Finger frieren muss.

Und irgendwas dazwischen macht eine Berufslehre.

Nun, da kämpfe ich gegen Windmühlen. Mache eine Lehre, dann hast du was; Solange der letzte Opa, welcher von der SIG und GF erzählen kann noch nicht in die Grube gefahren ist, solange gibt es noch Traumtänzer, welche diese Illusion weiter tragen.

Wohlan, der Mindestlohn kommt nicht, nun muss ein neuer Anreiz für das Arbeiten geschaffen werden. Schaffhausen will nun die Zahlungen an Sozialbezüger senken. Nicht, dass der Pillenverpacker in der Cilag auf die Idee kommt, ohne Arbeit hätte er ja dasselbe Einkommen und plötzlich nicht mehr erscheint.
Gehe in die Fabrik. Sorge für die Fabrik und sie sorgt für dich.sozialhilfeNewsticker NZZ 19.05.2014

Luxusprobleme im VBS, Ueli Maurer muss nun das Gripengeld irgendwie loswerden. In der Privatwirtschaft läuft dies ja so; Dieses Jahr haben wir jede einzelne Person mit einem Kühlschrank und einer 15-Jahres-Garantie versorgt, wir haben zig hunderttausend Franken Umsatz gemacht. Nächstes Jahr müssen wir den steigern, dies ist durchaus realistisch, wir verkaufen einfach jedem Kunden noch zwei Kühlschränke. Frei nach HSG. Beim Staat hat das Departement diese Summe Geld zur Verfügung, braucht sie das Budget nicht auf, resultiert daraus ganz einfach, dass nächstes Jahr auch weniger zur Verfügung steht. Ich liebte es in meiner Dienstzeit, dem Detachement Munitionsvernichtung zugewiesen zu werden.
Übrigens, als Schweizer würde ich unter Umständen nicht fahnenschwingend nach Skandinavien fahren. Nachdem wir den Gripen nun nicht kaufen, genug Hoffnungen haben wir ja gemacht, und Brasilien vielleicht auch noch aussteigt, muss der schwedische Steuerzahlen den Verlust tragen.
Wie ist eigentlich die Sache mit dem Backschisch geregelt? Muss dies auch wieder zurückgehen? Zu guter Letzt haben wir ja auch noch den schwedischen Botschafter aus dem Land geworfen, weil er etwas aus dem Nähkästchen geplaudert hat und dies hört man nicht gerne.
Nebst der üblen Aufgabe, pro Jahr 300 Millionen loszuwerden – ich zweifle nicht, dass dies gelingt – stellt sich nun die Frage, wie wir den Luftraum schützen. Ausserordentlich gewitzt finde ich die Idee, Flieger zu mieten. Gerade, wenn man sich in einem Konflikt befindet. Freue ich mich doch auch immer wieder, wenn ein Einbrecher an das Wohnzimmerfenster klopft, er würde gerne meine Kellertür aufhebeln, ob ich ihm nicht gütigerweise mein Brecheisen leihen könne, er dürfe sich eben kein eigenes anschaffen.

Bei den Grünen kommt der Strom nach wie vor aus der Steckdose, dies ist unbestritten die günstigste, sauberste und einfachste Art der Energiegewinnung. Da braucht es keine Staudämme welche Gebirgsdörfer fluten, kein gestaute Flüsse welche die Fischlein stören und schon gar keine Atomkraftwerke, welche ihnen Kinder mit drei Händen und neunzehn Fingern bescheren. Über Abstimmungen solcher Art muss man nicht länger diskutieren. Atomausstieg stets an erster Stelle, alternative Energie geht über alles, aber jeder Vorstoss in diese Richtung wird in Grund und Boden gestampft. Ich bin kein Fan von Christian Heydecker, aber er bemerkte heute zu Recht, das Volk scheint für Alternative Energiegewinnung noch nicht bereit zu sein, so wie die Dinge stehen, wird man über kurz oder lang an einem neuen AKW nicht vorbei kommen. Frau Munz, die nicht gewählte und dennoch amtende Nationalrätin, kommentierte vehement; So sprächen nur Leute, mit einer rückständigen, in der Vergangheit hängen gebliebenen Denkweise. Sie bezieht den Strom ebenfalls aus der Steckdose.

Wenn wir schon in der Sparte „ich klöpple meine Unterwäsche selber“ sind, Frau Iren Eichenberger hat ihren Rücktritt bekannt gegeben. Schon dreizehn Jahre engagiert sie sich für Radwege und Gegen das Verbuddeln von gelben Fässern in unserer Nachbarschaft. Auch eine Kontraverse; Der strahlende Müll ist da und mit allen Lobpreisungen und „Atom – Nein danke!“ Buttons am Revers nicht wegzuplappern, obwohl die Gründung von Kommission über Kommission und überparteilicher Kommission diesen Eindruck erwecken könnte, unsere Grünen wehren sich vehement dagegen den besten Lagerort zu akzeptieren, falls dieser vor unserer Haustüre läge. Dann doch lieber auf einem hübschen, sich zersetzenden Haufen am Ballenberg. Hauptsache weg von der kleinen Stadt ennet am Rhii.
Doch ich verzettle mich, die dreizehn Jahre liessen mich googeln, wie alt die Dame wäre. Nicht dass ich sehr oberflächlich wäre, aber wenn man sie sieht, ist man schon versucht zu fragen, wie Jesus denn privat so war. Gerade einmal zwanzig Lenzen mehr als meine Wenigkeit.
Also so gesund kann das Kerne picken auf die Dauer nicht sein.

Zu guter Letzt, habe ich letzte Woche aufgeschnappt.
Da sich die Jungen nicht mehr die Schuhe binden können, haben wir auch stets weniger Soldaten. Erwerbsersatz wird nach wie vor einbezahlt, aber niemand bezieht ihn.
Travail suisse macht sich nun für vier Wochen Vaterschaftsurlaub stark.
Tolle Sache!
Nein ehrlich; Nicht nur, dass ein Alleinstehender die Kinder der glücklichen Familie mitfinanziert – ein Kind kostet die Allgemeinheit 160’000 Franken, gerne führe ich diese Zahlen einmal detailliert nach -, nicht nur, dass der Alleinstehende seine Ferienwünsche stets hinter die der stolzen Papis und Mamis anzustellen hat, nicht nur, dass der Alleinstehende stets erste Wahl bei Arbeit an und zwischen Feiertagen ist, nein, nun sollen die sowieso schon privilegierten Papis auch noch vier Wochen zusätzlichen Urlaub erhalten. Auf Kosten der Alleinstehenden, denn die Arbeit will ja trotzdem bewältigt werden.

Nach Hochrechnung soll die EO bis 2035 auf einem fetten Polster von 8 Milliarden sitzen. Nun, angesichts der Tatsache, dass bis 2025 der AHV 4.5 Mrd fehlen – der fabrikarbeitende Lehrabgänger kann sich keine Kinder leisten, weil die arme Unternehmung ihm nicht genug Lohn zum Leben zahlen kann und so zahlt niemand mehr die Altersvorsorge – scheint mir eine Quersubventionierung wohl eher angesagt.
Es sei den vier Wochen Vaterschaftsurlaub motiviert, sich der Fortpflanzung zu widmen, letztendlich braucht die Schweiz Fabrikarbeiter…

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Von Politikern und Schildbürgern

Waffenstillstand – Entwaffnung der Seperatisten – Dialog – Präsidentschaftswahl

So sieht der vier Punkte-Plan von unserem Aussenminister Didier Burkhalter aus, welcher im Auftrag der OSZE mit diesen magischen vier Punkten nach Russland reiste. Die OSZE, die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, ist wie die Nato, nur ohne Panzer und Gewehre, dafür mit goldenen Worten und, wie üblich wenn die Schweiz mitmacht, mit einer grossen Kiste Geld. Ein weiterer Verein, den die Welt nicht braucht, so mein erster Eindruck, aber da werde ich mich noch schlau machen.

Dieser unglaublich ausgeklügelte Vier-Punkte-Plan ist also die Lösung für die Krise in der Ukraine. Das Bild spricht Bände.burkhalter-putinBurkhalter wirkt auf mich stets wie Rafael van der Vaart, dümmlich grinsend und kein Plan wie der Saft in die Tüte kommt und warum die Sonne am Abend schlafen geht. Putin grinst auch, nur scheint der sich kaum mehr einzukriegen, ob dem Westen auf dem güldenen Schemel mit dem erhobenen Fäustchen.
Der eine ist ein Führer, der andere ein studierter Ökonom, im vierten Wahlgang nach dem Verzicht seines Konkurrenten zum Bundesrat gewählt und seither eine schlängelnde Linie verfolgend, ohne Links und Rechts anzuecken. Den Vorsitz in der OSZE hat er, weil jeweils der Aussenminister des vorsitzenden Landes Chef ist. So wird nächstes Jahr Serbien zum Zuge kommen, was wiederum interessant ist, weil der Vorsitzende bei Befangenheit, sprich bei Krisen in Serbien und dem Kosovo, nichts mitreden darf.
Putin hat übrigens versichert, dass er seine Truppen von der ukrainischen Ostgrenze abgezogen hat, was die Nato so jedoch nicht bestätigen konnte.

Nicht nur der Aussenminister reist durch die Welt, der Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann weilt im schönen Paris um beim Alstom-Deal zu winken.schneider-ammannAlstom in Kürze. General Electrics will die Energiesparte der Alstom aufkaufen, dem Staat, vertreten durch Präsident Francois Hollande und Wirtschaftsminister Arnaud Montebourg mit einem Alstom-Anteil von 1% , sind 12 Mrd. Euro nicht genug und zudem, aber auch vor allem, schmeckt ihnen die amerikanische Beteiligung aus Prinzip nicht.
Daher hat die französische Regierung die deutsche Siemens ins Spiel gebracht.
Es ist noch offen wer das Rennen macht, aber der Staat hat quasi ein Vetorecht, wenn er durch die Übernahme seinen Einfluss auf das Atomgeschäft beschnitten sieht.
Schneider-Ammann traf also den Konzern-Chef Patrick Kron um mitzuteilen, dass die Schweiz ein wichtiger Geschäftsstandort der Alstom sei.
Dieser wird sich für diese wertvolle Information wohl ganz herzlich bedankt haben und Schneider-Ammann stolzierte schnurstracks weiter um sich bei Montebourg für das Ja zur Masseneinwanderungs-Initiative zu entschuldigen.
Im Vorbeigehen hat er vor den Medien noch das Schweizer Bankgeheimnis beerdigt – ja, der Schneider-Ammann ist jener, welcher sich in der Pflicht sieht dank Offshore-Finanzplatz sein Unternehmen zu aller Wohl steuertechnisch zu optimiern – wohl ein Foto vor dem Eiffelturm geschossen und wird irgendwann wieder in Bern sitzen.
Eine erfolgreiche Reise.

Für unsere Politiker bin ich mich stets etwas am fremdschämen. Mit Ausnahme von Adolf Ogi, übrigens der bisher einzige Bundesrat ohne Studium, hat im Ausland noch keiner mehr verrichtet als dumm zu grinsen, Hände zu schütteln und Geld zu streuen.

Aber die Weichen sind gestellt, dass wir gewiss wieder unsere Vertreter wählen, welche wiederum ihre Vertreter, also unsere Vertreter der Vertreter, wählen, da wir die Bussen für das Nicht-Wählen unser wahlberechtigen Vertreterwähler verdoppelt haben.
Man versucht es nicht einmal mehr zu schmücken, ganz offen spricht man vom Stimmzwang und die Schildbürger, pardon Schaffhauser, sind gar noch stolz darauf, dass sie sich selber eine Bestrafung auferlegen. Salz zu säen oder eine Kuh mittels Strick um den Hals auf eine Mauer zerren, scheint mir nur unwesentlich lächerlicher. Der Ober-Schildbürger, Kantonsrat und Swiss-Pilot, unserer gewählten Vertreter machte sich gar noch dafür stark, dass sämtliche Entschuldigungsgründe für ein Wahlversäumnis, in etwa Ferienabwesenheit oder Koma, von der Liste gestrichen würden.
Wie die Schaffhauser abstimmen ist im Endeffekt sekundär, in erster Linie zählt für die Minderheit ennet am Rhii nur die hohe Stimmbeteiligung.

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