Dienstag der Zweite

Ist es eigentlich kostspielig und aufwendig (nein, nicht aufwändig) sich kontrolliert zu ernähren?

Leider ja.
Die Dose Thon an sich ist günstig zu erstehen. Gerne übersieht man jedoch die Nebenkosten.

So öffnete ich nach meinem Training besagte Dose. Mittels gelöstem Deckel das Salzwasser in die Spühle gepresst. Die einfachste Methode wäre nun eine Gabel direkt in die gestampfte Masse drücken und durch besagtes Werkzeug in den Mund zu schaufeln.
Wo wir gleich dabei sind, das Grissini welches erlaubt den Thon zu zerteilen möchte ich einmal sehen.
Um nicht ganz auf die Asi-Schiene zu rutschen, klopfe, stochere und klaube ich die Masse in ein kleines Schälchen, welches bisher meine leckeren Frühstücksflocken beinhaltete. Die Mischung mit den kleinen Schokostückchen, welche zart im Mund schmelzen und der Milch eine sanfte Note von Kakao verleihen. Garniert mit der Nuss/Apfelmischung, herrlich knackend und zuckersüss. Zusammen mit “Unsere kleine Farm” im TV ein Stück Kindheit. Doch ich schweife ab.
Die Pampe in der Schale, die Gabel steht senkrecht darin, was letzendlich dafür verantwortlich war, dass sich die ganze Geschichte aufgrund einer hektischen Bewegung meinerseits in elegantem Bogen der Erdanziehung hingab.
Wir halten fest; Eine Schälchen mit 125 Gramm Thon, im Sturz von der 119.5 cm hohen Küchentheke genügt um eine Fläche von rund 3 Quadratmeter und zwei Küchenschränke einzusauen und für den folgenden Fluch werde ich dereinst vor Petrus händeringend von einem Fuss auf den anderen treten und einen verlegenen Hundeblick aufsetzen.
Schon die Küchenschaufel und das zugehörige Beselein eingesetzt schoss es mir durch den Kopf, dass dieses kleinen Wischerlein wohl zeitlebens nach Fisch stinken wird.
Anstelle des Besens kam eine Doppellage, ich nutze Küchentuch prinzipiell nur in Doppellage, Plenty, vormals Bounty, zum Einsatz.
Die Tolle-Super-Saugweg-Wischkraft-Rolle tränkte sich alsbald mit dem Blut meiner Fingerbeeren; Kollateralschaden wenn man mit Scherben und einer Doppellage Küchenpapier hantiert. Die Verletzung ignorierend das Gröbste weggewischt beginne ich mit meinem Bosch-Trockensauger der Masse zuleibe zu rücken.
Danach überlegend, ob eine neuer Staubsauger nun wirklich günstiger als ein neues Schaufel-Besen-Wischerset sei. Kaum vorstellbar, dass ich den Thon jemals wieder aus dem Rohr und zugehörigen Schlach bringe und er wird wohl tagelang müffeln. Fix etwas danach ausgekipptes Wischwasser mit Meister Potz aufgesaugt; Gibt die Feuchtigkeit dem Elektromotor nicht den Rest, ist zumindest vielleich das Rohr sauber. Die Tage werden es zeigen.
Danach benutze ich den Rest der Rolle Plenty um den Boden trocken zu wischen.

Wir kalkulieren:

1 Dose Thon 1.95
1 Dessertschale 6.50
1 Wischerset 4.95
1 Rolle Plenty 2.80
Diverse Reiniger 3.50
1 Staubsauger 195.-

Schweizer Franken 214.70

Energieverbrauch für die Einnahme von 23 Gramm Protein:

Unbezahlbar

Nun bin ich

Über RAB

Ein Schreiberling mit nüchternem Blick auf das Leben, beim Versuch, selbiges aus satirischer Sicht etwas angenehmer zu bewältigen.
Dieser Beitrag wurde unter Strong Enough veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Time limit is exhausted. Please reload the CAPTCHA.