Meine Woche und das Intelligenzblatt

Montag: Die Jugendlichen organisieren sich, in schützenden Gruppen sei man unterwegs. Da in Schlafhausen die Messer locker sitzen, die Fäuste schneller fliegen und manch einsamer Passant als Handy- und Portemonnaietechnischer Selbstbedienungsladen betrachtet wird, befragt das Schaffhauser Intelligenzblatt das samstägliche Partyvolk, betreffend ihrer Ängste und Sorgen.
Nun, man fühle sich grundsätzlich sicher. Klar, die Jacke, Handy und Geldbörse trägt man mit Vorteil an einer Schnur um den Hals und der Dzemal schlägt zu wenn einer die Freundin von jemanden in der Gruppe anmacht; Ist etwas verwirrend zu lesen, aber solange man zwei gesunde Fäuste hat, muss man sich nicht grossartig artikulieren können. Die Isa sagt, die Sicherheit sei top, während die Robin alleine keinen Schritt machen würde, man ist sich einig, dass man sich uneins ist.
Derweil bemerkt die Lya einen Mann, welcher sie aus einer Seitengasse anstarrt und während dessen den Kaspar schneuzt. Die Flöte ausklopft. Fünf gegen Willi spielt. Einen von der Palme wedelt. Quetschkommode spielt.
Eine Tür weiter muss Demir, 19, soeben mit einem Typen nach draussen gehen um ein Problem zu lösen.
Aber man kann nicht sagen, dass die Polizei nichts macht. Da wäre einerseits dieses Sicherheit vermittelnde Plakat…dont-kill-the-party… und nicht zu vergessen die Radarkontrolle auf der Thayngerstrasse, sowie der äusserst erfolgreiche Einsatz gegen ein frisiertes Kleinkraftrad.

Dienstag: Die Schaffhauser Verkehrsteilnehmer müssen im Kanton Schaffhausen immer und überall mit einer Kontrolle rechnen; So Martin Tanner, Chef der Verkehrspolizei. Gut, nicht morgens um zwei Uhr, wenn man in der Repfergasse ein Messer an der Kehle hat, aber mittwoch Nachmittags auf der Strecke nach Neunkirch, ja da kann es schon passieren.
Nur deswegen werden die Todesfälle auf unseren Strassen laufend reduziert
Wo wir schon beim Staat sind; teambildende Anlässe unserer Regierung müssen nicht das lokale Gewerbe berücksichtigen. Unser Steuergeld wurde entrichtet, daher hat es uns nicht mehr zu interessieren, ob die Angestellten den Batzen ennet der Grenze verprassen; Es ist schon dreist, dass wir uns überhaupt Gedanken machen!

Mittwoch: Zur Ehrrettung des kleinen Herrn Landolt; Der Leserbriefschreiber Egon Möckli aus Schaffhausen hat recherchiert. Die letzten Jahre wurde ein Polizeibeamter/Polizeisprecher pensioniert und durch einen Polizeibeamten und einen Polizeisprecher ersetzt. Muss ein gutes Gefühl sein, wenn man geht und gleich zwei Personen müssen einem ersetzen, wird gewiss noch gesteigert, wenn der Polizeisprecher nun kürzlich gar noch eine vollamtliche Stellvertreterin erhalten hat. Des weiteren wird gerade ein Stabschef, Sozialleistungen 200’000.- im Jahr, gesucht. Also einfach so aus den Fingern gesogen hat sich der Herr Landolt dies nicht und ich mache mich wohl gerade einer Gesetzesübertretung schuldig, da ich doch von Frau Widmer-Gysel explizit angewiesen wurde, die Zahlen zu vergessen.
Wie zu erwarten hat sich der Dr. Zapper, TV-Junkie und nervender Kolumnist des Schaffhauser Intelligenzblattes, über den modernen, hektischen Tatort mit Till Schweiger mokiert. Tja, willkommen in der neuen Welt, Herr Dr. Zapper, abonniere doch einmal Digital-TV bei der Sasag, du würdest erstaunt sein, wieviele Sender es neben ARD und SRF 1 noch gibt.
A propos, die Unabhängige Beschwerde Instanz (UBI) kritisiert die ARENA-Sendung über das bedingungslose Grundeinkommen. Initiert von einer Dame aus der Ostschweiz. Frau Doktor Zapper? Die Sendung habe die Belange der Frau als solches nicht behandelt, obwohl genügend Sendezeit zur Verfügung gestanden hätte, auf Frauen einzugehen. Dadurch sei das rundfunkrechtliche Sachgerechtigkeitsgebot verletzt worden.
Aufgrund der mangelnden Berücksichtigung der Bedürfnisse der Frauen als solches, sei es dem Zuschauer unmöglich eine Meinung zu bilden.
Sachen gibts…
Kürzlich berichtete das Format Gesundheit auf SRF 1 über die Menopause. Gerade als Mann empfand ich, dass auf mich ungenügend eingegangen wurde. Ich werde mich beschweren.

Abseits der Presse fuhr ich Bus.
Erdreistete mich, beim Chauffeur ein Billet zu ersteigern, was übrigens 20 Rappen günstiger geworden ist. Die folgenden drei Gäste wurden nicht sehr zuvorkommend bedient, gäbe es doch im hinteren Teil einen Billetautomat. Wusste ich auch nicht, offen gesagt. Um dem Plan nicht hinterher zu kriechen, fuhr der Chauffeur los, während er am Touchscreen Billette auswählte, Geld zählte und mit einem Studenten über die Fähigkeit diskutierte, sich im bewegenden Bus am Automaten ein Billet zu ziehen.
Wo ist der Martin Tanner wenn man ihn braucht, Kontrollen überall und jederzeit für’n Arsch dachte ich, als der Linienbus in Schlangenlinie durch Löhningen fuhr, während links und rechts Kinder am Strassenrand auf dem Weg zur Schule waren. Ob ein Buschauffeur seinen Führerschein auch auf der Stelle abgeben muss? Und welchen Sinn macht dies überhaupt bei einem Raser, welcher aus gesundheitlichen Aspekten noch befähigt wäre, seinen Wagen nach Hause zu lenken?
An jeder Kreuzung zweifelte ich die Bremsfähigkeit dieses 20-Tonnen-Ungetüms an. Aufgrund eines tragischen Unfalles wurde der Verkehr umgeleitet, nahezu lückenlos kanalisiert. Der Busfahrer verzweifelte beinahe beim einfädeln. Ich war etwas hin und hergerissen. Als er so versuchte, sein rollendes Verkehrshindernis in die Kolonne zu bringen und ihm keiner Platz machte, las ich deutlich in seinen Zügen; ‚Aber… Aber, ich bin doch der Bus, ich darf mich doch hier rein drängeln, machen wir doch alle so.‘
Der Autolenker in mir genoss die Schadenfreude, dass sich auch Busfahrer für einmal an das Strassenverkehrsgesetz halten müssen, der Mensch in mir bemerkte, dass man mit diesem Kreuzfahrtschiff auf Rädern wohl einfach ein Arschloch sein muss, um in den überfüllten Strassen vom Fleck zu kommen. Und Schnauz sowie Brille tragen.
Ich kam heil und bestens unterhalten an.

Donnerstag: Wir erhalten einen neuen Papst.papstwahlEin guter sei er, ein bescheidener lieber Mann.

Freitag: Die Erbschaftssteuer wurde verhandelt, die AHV soll unterstützt werden. Wenn ich dies richtig verstehe; Nehmen wir meinen Vater als Erblasser. Er hat das Geld verdient und Einkommenssteuer entrichtet. Vielleicht aufgehäuft, dafür Vermögenssteuer entrichtet. Lässt sich die Pensionskasse auszahlen und bezahlt nochmals eine Einkommenssteuer. Nun scheidet er dahin, Gott möge es verhindern, überlässt mir seinen Sparstrumpf und ich entrichte für den Groschen die Erbschaftssteuer. Diese wird der AHV zuteil, welcher er doch soeben durch sein Hinscheiden einen Batzen gespart hat. Eigentlich erstaunlich, wie oft der Staat bei einem und demselben Franken zugreifen kann.
Der Kanton hat nun Angst, dass er mit dem Tod meines Vaters kein Geld mehr verdient, da mit der AHV der Staat zum grossen Handkuss kommt.
Wo wir gleich beim Geld verdienen sind; Auf der Breite soll die von Autofahrern finanzierte Strasse wiederum an dieselben Autofahrer vermietet werden, indem sie gegen Gebühr ihr Auto auf besagter Strasse parkieren dürfen.

Samstag: Die Regierung ist etwas hin und hergerissen. Es sollen neue Tests für Volksinitiativen her. Im Grundsatz geht es darum, ob der Volkeswillen oder die Erwartungen der umliegenden Länder höher gewichtet werden sollen. Um jeglicher Diskussion aus dem Wege zu gehen, geht das Bestreben in die Richtung, Volksinitiativen welche unserer Regierung nicht in den Kram passen gleich von vornherein abzulehnen. Auch eine Form von Demokratie, agiert die Regierung doch als unsere Vertretung, also gibt es nichts zu beanstanden.
Des weiteren steht zur Verhandlung, ob wir unsere Kampfjets mieten statt kaufen. Wo wir gleich dabei sein, warum nicht alles Kriegsmaterial zumieten? Könnte natürlich problematisch werden, da unser Kriegsministerium dazu neigt, Panzer gleich zu Hunderten zu verlieren und betreffend Sturmgewehre kann man sich bisweilen auch um mehrere Tausend irren.
Meine Bedenken; Sollten wir die Jets wirklich einmal ihrer gedachten Aufgabe – dem Kriegseinsatz – zuführen und sie nicht nur als Spielzeug der Kampfpiloten verwenden, könnte es doch je nach Krisenherd zur Frage werden, ob der Mietvertrag noch Gültigkeit hätte. Wäre ja, als würde ich in der Repfergasse morgens um halb zwei dem Albaner mein Taschenmesser leihen, dass er es mir an die Kehle halten möge.
Herr Thomas Hurter beschäftigt jedoch mehr die Frage, was die Schweden mit den Mieteinnahmen machen. Ob Saab das Geld benutzt und in die Entwicklung investiert. Der Schweiz wurde zugesichtert, dass wir uns nicht an den Entwicklungskosten beteiligen müssen.
Was steckt hier für eine Logik dahinter? Würde ich meinem Vermieter auch kein neues Auto kaufen. Aber wenn er mit meinen Mieteinnahmen ein neues Auto kauft, ist mir dies doch erstens einerlei und hat mich zweitens nicht zu interessieren.
Politik ist ein merkwürdiges Pflaster.

Und nochmals zum Geld verdienen; Der Bund verlangt auf Bestreben der Linken von den AKW-Betreibern eine „Ups-da-ist-was-kaputt-gegangen=Supergau“-Prämie.
Was denkt ihr, wer diese Prämie bezahlt? Axpo & Co, oder Du und Ich…? Hmmm…
Da habt ihr der Atomlobby aber mal so richtig an’s Bein gepieselt.

So, das wars dann auch.

Über RAB

Ein Schreiberling mit nüchternem Blick auf das Leben, beim Versuch, selbiges aus satirischer Sicht etwas angenehmer zu bewältigen.
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Ein Kommentar zu Meine Woche und das Intelligenzblatt

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