Presseschau, ein fauliger Nachschlag

Gelesen am Freitag.

Die Schweiz öffnet den Syrern ihre Tore.
Fünfhundert sollen kommen, so die Bundesrätin Sommeruga am 5. September dieses Jahres.
Während die einen Bundesräte bisweilen ihr Mundwerk etwas zu lose haben, Stichwort „Aff“, scheint die Justizministerin mit den Tatsachen gerne hinter dem Zaun zu halten, oder uns für dumm zu verkaufen. So wurde am 4. September bereits beschlossen, dass Syrer ihre Familien nachziehen dürfen.
Nicht nur ihre Kernfamilien, sprich Ehegatten und minderjährige Kinder, nein; Wir sprechen von fünf, in Zahlen 5, Generationen Syrern die nachkommen dürfen. Der hier lebende Syrer darf seine Eltern, Grosseltern, deren auch der Frau, Kinder bis achtzehn Jahren, sowie Enkel und Kindeskindern, wie auch seine Geschwister und deren Familien, was wiederum die Grosseltern…
Auf die Gefahr hin, dass wir so noch nicht ganz Syrien eingeladen haben, kommen wir den armen Leutchen noch etwas entgegen. Sie müssen nicht beweisen, dass sie wirklich verwandschaftlich verbandelt sind. Eine glaubhafte Versicherung genügt unserer Regierung.
Die hier lebenden Syrer sind für den Unterhalt der Nachfolgenden verantwortlich. Dies klingt jetzt herzlos, doch hier springt der Bund und die Sozialhilfe im Rahmen des Asyl- und Ausländerrechts ein. Wie auch beim Flug und der Reisekosten allgemein.
Ich würde sagen, ein Rundumsorglospaket, wie es Hotelplan nicht attraktiver schnüren könnte.

Schilda in Reinkultur repräsentierte Frau Leuthard am Samstag.
Zusammengefasst bauen wir einen Tunnel neben einen bestehenden, um selbigen zu sanieren und den Neuen hernach wieder zu schliessen.
Kantonsschule, Studium der Rechtswissenschaften, Studienaufenthalte in Paris und Calgary, Bundesrätin mit einer halben Million Jahresgehalt; Dies scheint alles notwendig um einen solch ausgeklügelten Plan auszuhecken.
Es geht um den Gotthardtunnel, dieser mit den stundenlangen Staus. In zehn Jahren muss er saniert werden. Um den Verkehrsfluss zu gewährleisten, wird in dieser Zeit ein zweiter gebuddelt. Ist der erste Tunnel saniert, wird der zweite zur Hälfte geschlossen, sprich; Wir haben wohl zwei doppelspurige Tunnels, aber um den Verkehrsfluss niedrig zu halten, lässt man es wieder stauen und benutzt jeden Tunnel nur einspurig.
Aber wir freuen uns über die grössere Sicherheit und die doppelten Unterhaltskosten.
Ich bin gespannt, wie Europa diesen glorreichen Plan – den sollten wir wirklich rahmen und neben den Bundesbrief hängen – aufnehmen wird.

Die Kinder und ihre Berufswahl liegt den Schaffhausern sehr am Herzen. Wer gut mit Kindern kann ist ein guter Mensch und der Herr Amsler ist da gewiss der guteste unter den Guten.
So stromern die Jugendlichen durch das BBZ und „schnuppern“ in alle Berufe rein. Mauern, spachteln und hauen Nägel in Holz. Steht in der Informationsbroschüre auch, dass ein Handwerk in erster Linie der Wirtschaft dient und der Ausübende bestenfalls sich selbst über die Runden bringt? Dass man jegliche Zukunftspläne, welche über das ganz eigene und private Amusement hinausgehen in die Tonne treten soll, so man nicht wieder die Schulbank drücken will, worauf sich natürlich die Frage stellt, warum man denn vier Jahre lang mauern, spachteln und nageln soll.
Nun, der Staat hat seinen Schnitt gemacht. Als ich Donnerstags kurz das BBZ besuchte, flanierte ein Herr Polizist mit gezücktem Block und spitzem Stift die Hintersteig hoch und runter, nicht müde werdend, die Handwerker zu büssen, welche im Interesse der Schaffhauser Wirtschaft vor dem Gebäude hielten um ihre berufsständischen Gerätschaften auszuladen.
Was für ein provisionsgeiles, unverfrorenes Arschloch muss man sein…

Die Schaffhauser Werbeikone Rémy Guth geht in Pension.
remy-guth-werbung

Im Grundsatz habe ich nichts dagegen Schaffhauser zu sein, bisweilen ist es einem schon peinlich. In etwa, wenn man mit ortsfremden Leuten im Kino sitzt und ein Spot mit Rémy Guth über die Leinwand flimmert. Als wäre es gestern, entsinne ich mich an die Frage „Aber das isch jetzt nid en typische Schaffhuser, oder?“; Ich war gegenüber der Dame aus Winterthur etwas in der Bredouille, den Schaffhausen scheint diese trottelige Art der Werbung zu lieben, wir sollten uns wohl mit dieser Figur identifizieren können. Also war er nun der typische Schaffhauser und ich demzufolge ein fremder Fötzel im eigenen Land, oder ist der Rémy Guth ein Spassmacher, welcher sich selbst am amüsantesten findet? Ich konnte keine schlüssige Antwort geben. Aber macht euch selbst ein Bild.

Wurde euch als Kind auch nahegelegt, denn Teller leer zu essen, in Afrika verhungern letztendlich kleine Negerlein. Ja, als ich klein war, gab es noch Negerlein.
Widerwillig würgte ich die Speise herunter, glaube im Nachhinein jedoch nicht, dass deswegen ein Kinderlein weniger verhungerte. Aber es war wohl eine Frage des Prinzip. Was ich jedoch in meinem Rucksack hatte, man verschwendet keine Lebensmittel.
Es sei denn für Kunst, wurde ich in der SN am Samstag belehrt.erntedankBild Selwyn Hoffmann, geklaut bei der SN
Kistenweise, im Wert von mehreren tausend Franken, wird das Gemüse angeschleppt.
Die Vielfalt des Organischen und die zyklischen Prozesse der Natur, nicht als Abbild von etwas sondern die Sache an sich zeigen.
Mit anderen Worten, die Kisten Obst und Gemüse, im Wert von mehreren tausend Franken, werden hier aufgereiht und ausgestellt, das Verfaulen bildgewaltig in Szene gesetzt. Ein Pflanzenbiologe, ein Weinbauer und ein Architekt werden sich in Referatsveranstaltungen dem Kunstwerk annähern und sich darin vertiefen.

So nebenbei, wir haben ja Sparwochen, die Stadt unterstützt die Hallen für neue Kunst mit 60’000 Franken, sie stellt unentgeltlich Räumlichkeiten im Wert 320’000 Franken zur Verfügung und der Kanton schiebt nochmals 400’000 Franken hinten rein.
Damit sich selbst verwirklichendes, arbeitsscheues Gesindel sich in vertiefender Weise verfaulendem Gemüse annähern kann.
Gut, angesichts der Tatsache, dass in der KBA-Hard möglichst unauffällig kompostiert, jegliche Annäherung der Öffentlichkeit vermieden, dafür jedoch über 30’000’000 Franken reingestopft wird, sind die Künstler beinahe ein Schnäppchen.

Über RAB

Ein Schreiberling mit nüchternem Blick auf das Leben, beim Versuch, selbiges aus satirischer Sicht etwas angenehmer zu bewältigen.
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