Und täglich grüsst das…

Mit Fug und Recht stellt sich der geneigte, und er aufrechte auch, Leser die Frage; Warum macht er es dann?

Natürlich, bei jeder Abozahlung frage ich mich, wieso ich dieses linkslastige Propagandablättchen finanziere, welches doch nur dazu dient jedwelcher Schaffhauser Cervelat-Prominenz eine Plattform zur Selbstdarstellung zu bieten.
A propos einseitig; Die mehrseitige Ausgabe der Weltwoche, liess ich mir nach einem Probeexemplar telefonisch für sieben Ausgaben für’n Appel und n’Ei andrehen, ist wohl das rechtslastige Buäh-Blatt schlechthin. Man ist versucht beim Lesen die kleinste Violine der Welt zu spielen, nur für Klöppel und seine Spiessgesellen, welche vom Staat missbraucht und hintergangen werden und deren oberstes Ziel es ist, diese Missstände aufzudecken. Vielleicht revidiere ich meine Meinung, dies stellte mir der freundliche Herr am Telefon in Aussicht; Zu gegebener Zeit werded Ihr hier in Kenntnis gesetzt.

Zurück zur Thematik, zum Wieso; Man kann nun nicht hinter jeden Entscheid blicken. Wieso wird jemand, welcher Radarkästen in Brand steckt von der SHN als Hohlkopf betitelt. Oder woher weiss der Schreiberling, dass es in der Regel ein abgelichteter Raser ist, welcher solch niederträchtige Taten verübt. Künftig muss ich nach einer fotodokumentarischen Erfassung meiner gesetzeswidrigen Tätigkeit im Rahmen der Fahrzeuglenkung dafür beten, dass keiner den heiligen Kasten schändet, ich sonst als Verdächtiger geahndet werde und prophylaktisch wohl eine Rechnung erhalte. Einer wird sie schon bezahlen. Nur ein Narr geht davon aus, dass jegliches verkehrstechnische Vergehen durch ein Foto belegt sei, oder warum liegt die Bringschuld für Entlastungsbeweise bim Beklagten, anstelle der üblichen Praxis in dubio pro reo. Nicht der Staat muss mir meine Schuld beweisen, ich muss meine Unschuld beweisen. Natürlich bietet der Staat Hand dazu, gegen Gebühr werden Fotos angefertigt und ich setze automatisch ein kostenintensives Strafverfahren in Gang. Wie dem auch sei, Beweis oder nicht, der günstigste Weg ist das Begleichen einer Busse. Und bei diesen Ausführung überlege ich, ob die Weltwoche doch mein Blatt sei…

Tatsache ist, dass genau solche Ereignisse mir wunderbar Material zur eigenen Selbstdarstellung bieten und ich dem geschätzten, und effektiven auch, Leser meine Ansichten aufdrücken darf.

So höre ich also Morgen für Morgen Radio Munot und sammle Eindrücke. Nun, über die dilettantischen Ergüsse der Radio Treibenden zu schreiben mag erscheinen, als wollte ich erklären, dass Regen nass sei; nichts Neues eben.
Aber wenn einem Martin Bartholdi die  Nathalie Wiese Thommen mit einer Erdbeere im Mund auf einem Silbertablett präsentiert… Sie zwingen mich ja förmlich.
Während also die Oral B Sonic Complete in meinem Mund ihr frühmorgendliches, ultraschallendes Werk verrichtet, dröhnt aus meinem Badetempellautsprecher dem erwachenden Ohr eine Fanfare entgegen.
Vor dem geistigen Auge formiert sich eine kleine Parade, mit wichtigem Tambourenstab schwenkenden Herren voran und den Trompetern dicht am Hacken folgend. Gleich nebenbei, welcher Tätigkeit liegt die Funktion des wichtigen Tambourenstab schwenkenden Herren zugrunde? Bisher dachte ich mir, ‘ich habe kein Taktgefühl, ich kann kein Instrument spielen, im Gleichschritt marschieren bewirkt jedoch eine Art der Stimulation, ich will dabei sein’. Ähnlich dem ‘Du bist nicht schwul, stehst aber trotzdem gerne mit Kumpels unter der Dusche – Komm zur Armee’. Ihr dürft mich aufklären, denn ich belästige Wikipedia nun wirklich nicht gerne mit meinen Fragen.
Zurück zur Parade; Gerade ziehen in weiss-roten Pumphosen die Trommler vorbei und mitten drin ein Schreier; Verkehrsinformationen von Radio Munot, präsentiert von den städtischen Werken.
Und wie jeden Morgen, folgt auf die Parade die kurze und knappe, aber nicht minder wichtige, Aussage “Keine Meldungen von den Strassen Schaffhausens”.
Überraschung! Aber, so weiter im Text; Würde ich in einem Stau stehen, welchen Radio Munot nun übersehen hat, darf ich diesen gerne melden!
Der morgendliche Stau von der Enge Beringen bis zur Mühlenstrasse Schaffhausen ist zu klein oder flüchtig, um von den Radio Machern als solchen zu erwähnen, oder man will keine schlafenden Hunde wecken.
Die Parade zieht weiter und ich schreibe dies nicht übertrieben floristisch; Die Jingle’s mit Meldung der Sponsoren, untermalt von heroischen Klängen wird mir das schadstoffarme Erdgas feil geboten,nehmen siebenundachtzig Prozent der ganzen Durchsage in Beschlag.
Während die pfeifenden Clowns um die Ecke ziehen, frage ich mich, welche Staus ich denn der Meldung würdig erachten würde und wieso überhaupt. Die wirklichen Staus finden sich, dem Herrgott sei’s aus meiner Sicht als Lenker eines Kraftfahrzeugs gedankt, ausserhalb des sendetechnischen Einzugsgebiets unseres Radiosenders, und jeden Morgen den Engestau zu melden…
Genau…

Zudem, ich möchte die Herrschaften nicht auch noch ermutigen, sonst wird mir unlängst das Lawinenbulletin vom Eggeweg Beringen präsentiert.

Bin ich so richtig knapp unterwegs, das heisst an fünf Tagen der Arbeitswoche da es mir an Motivation mangelt das Haus um drei Minuten nach sieben zu verlassen, erwische ich eben noch die Rubrik Besserwisser.
Während SWR 3 in seiner Morgensendung den Gag vor ewigen Zeiten unter dem Titel ‘Klugscheisser’ ausstrahlte, präsentierte sich die Sache folgendermassen. Eine x-beliebige Moderation wurde mitten im Wort unterbrochen und die Radiomacher versorgten einem mit einem vertieften Hintergrundwissen zu einer Thematik welche kein Schwein interessierte worin dann auch die eigentliche Komik lag. Radio Munot übernahm nun diese Idee, natürlich perfektioniert, sind ja keine Anfänger.
Die Überraschung wird angekündigt mit einem eigens komponierten Jingle, darauf hin liest der Moderator eine aktuelle Meldung um alsbald mitten im Wort zu stocken und eine gefühlte Ewigkeit danach bringt sich der ‘Besserwisser’ in gelangweilter Manier ein.
Ein Brüller…

Über RAB

Ein Schreiberling mit nüchternem Blick auf das Leben, beim Versuch, selbiges aus satirischer Sicht etwas angenehmer zu bewältigen.
Dieser Beitrag wurde unter Hossa veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Time limit is exhausted. Please reload the CAPTCHA.