Von Arschlöchern und jenen, die es werden wollen

Wer im Glashaus sitzt, der soll keine Grube graben.

Gibt es so etwas wie den Hans Dampf im Schneckenloch, bin ich der König unter den Tunichtgut. Nie zufrieden mit dem jeweiligen Besitz, zu schätzen weiss man selbigen schon gar nicht, und stets den Wunsch nach dem Unerreichbaren, vornehmlich natürlich dem Besitztum des Anderen.
In Zeitalter der praktisch Bildungsbegabten und Verhaltensauffälligen mit erhöhtem Betreuungsbedarf, wäre ich dann wohl ein kognitiver Vermessenheitsverzerrer. Kann natürlich positiv gewertet werden – zielstrebig, stets um die eigene Verbesserung bemüht, stets selbstkritisch und nie zufrieden mit dem Erreichten -, ist einfach ungeschickt, so der rechte Arm bereits nach dem höheren Griff hangelt, während die linke Hand noch nicht zugepackt hat und die Beine sowieso nur nachgezogen werden.

Wie komme ich darauf, wobei die Motiviation nicht stets ersichtlich sein muss, da die Bloggerei letztendendes nur der Selbstdarstellung dient und die Suche nach dem tieferen Sinn bestenfalls eine Legitimation des eigenen Minderwertigkeitskomplex wäre.

Was die Frauen eigentlich wollen. Kürzlich kam ich mit einer geschätzten Dame zur Übereinkunft, dass mir das, verzeiht die Fäkalsprache, Arschloch fehlt. Nicht im organischen Sinne, da ist mehr oder minder alles an seinem Platz und in groben Zügen gar funktionstüchtig, nein, der Mensch als solches, muss in seinem Wesen ein Arschloch sein.

Wohl will niemand ein Arschloch in seinem Umfeld, jeder wehrt sich vehement gegen die eigene Betitelung als selbiges, aber um in der Zivilisation zu überleben ist es nahezu unumgänglich.
Der moderne Mann soll, während er mit der linken Hand das Messer des Rasenmähers richtet, mit der Rechten das Baby wickeln, mit dem einen Fuss die Wäsche sortieren und mit der Stirn Anfeuerholz spalten. Dies nach Feierabend, welcher pünktlich zu erfolgen hat. Nicht zu früh, er soll nicht stören im Haus, aber auch nicht zu spät, damit die Mutti von der süssen Last der Kinderchen befreit den Abend noch etwas geniessen kann. Dennoch sollte er ein fünfstelliges Monatsgehalt auf das Konto laden, karriereorientiert leben und der Haushalt sein Steckenpferd sein.

Eigentlich wäre es nicht schlecht, wenn er eine Harley fährt, täglich seinen Körper trimmt und wohl das Baby wickelt, jedoch mit einer männlich-chauvinistischen Haltung, unterstrichen durch den permanenten drei-Tage Bart, welcher jedoch nicht kratzt in des Weibchen Antlitz. Seine Hände sollen männlich schwielig sein, aber die Nylons nicht zerreissen.

Es ist als Mann nicht ganz einfach,  so er nicht einer Windfahne gleicht, allen Bedürfnissen gerecht zu werden.
So sehr die Frau den staubsaugenden, muss nicht in pink sein, Mann für das Heim wünscht, so soll er doch das urzeitliche, keulenschwingende, chauvinistische Arschloch sein.
Er soll den Damen zuhören, sie verstehen, aber viel cooler ist es eigentlich, wenn er etwas egoistisch und dominant ist.
Er soll nicht anderem Weibsvolk den Hof machen, andernseits ist dieser Jagdtrieb, das martialische Verhalten gerade der Magnet für Frauen, je läufiger der Kerl ist, desto mehr hängt das Weibchen an ihm. Ist er loyal, treu ergeben, kann dieser langweilige Missstand nur durch herumludern seitens der Dame behoben werden.

Ein verdammter Drahtseilakt, gradlinig und Opportunist zu gleichen Teilen soll er sein. Umschaltbar nach Bedarf.

Tendiere ich in Richtung zuvorkommender Pantoffelheld – ich bin der Typ mit den grossen Ohren ohne Sozialleben, welcher in die platonische Bresche zwischen zwei chauvinistischen Arschlöchern springt – wurde mir nahegelegt, ich solle mich eher in Richtung Arschloch orientieren. Obwohl, so weiter im Text, eigentlich wäre dies ja schade…

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Über RAB

Ein Schreiberling mit nüchternem Blick auf das Leben, beim Versuch, selbiges aus satirischer Sicht etwas angenehmer zu bewältigen.
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