Ach, was muß man oft von bösen Kindern hören oder lesen

Wusstet ihr, dass Schneider mit Ziegen Unzucht trieben?

He, heraus! Du Ziegen-Böck!
Schneider, Schneider, meck, meck, meck!

Jaja, so sprach man.

Beileibe, ich war kein Freund des sinnlosen Pauken von Gedichten und Texten. Die Prosa ein Greuel und scheinbar entbehrend jeglicher grammatikalischer Regeln, um deren Umstand Willen ich sie heute schätze. Mit der Grammatik noch heute auf Kriegsfuss und mancher geschickter Wortdreher versucht verwirrend auf den Leser wirken, so er die fehlbare Setzung eines Satzzeichens als Ausdruck gehobener Lyrik zu deuten vermag. Wenn du deiner Dummheit bewusst, dich ertappst die Treppe zu steil und Stufe zu hoch gesetzt, dann setze dich hin und predige.
So der Leser an seiner eigen Zulänglichkeit zweifelt, sinnt er nicht darüber, dass du deine zu verbergen suchst. Darum spreche gewählt, worin du überlegen und schweige wissend, so du weder Hund von Katz unterscheiden kannst.
Eine kleine Regel nur, in Einfachheit nicht zu übertreffen, dennoch das Folgen wird dich abheben vom Volke.

Bisweilen erschrecke ich, ob meiner eigenen Weisheiten.

Warum verfasse ich diese Zeilen; Wilhelm Busch würde heute sein einhundertachtzigstes Wiegenfest feiern. Wilhelm Busch schätze ich in seiner Eigenschaft als grosser Vertreter der deutschen Sprache; Eine Sprache welcher ob ihrer Bedeutungslosigkeit im Weltgeschehen vom Aussterben bedroht scheint.

Ach, was muß man oft von bösen
Kindern hören oder lesen!
Wie zum Beispiel hier von diesen,
Welche Max und Moritz hießen;
Die, anstatt durch weise Lehren
Sich zum Guten zu bekehren,
Oftmals noch darüber lachten
Und sich heimlich lustig machten.
Ja, zur Übeltätigkeit,
Ja, dazu ist man bereit!
Menschen necken, Tiere quälen,
Äpfel, Birnen, Zwetschgen stehlen,
Das ist freilich angenehmer
Und dazu auch viel bequemer,
Als in Kirche oder Schule
Festzusitzen auf dem Stuhle.
Aber wehe, wehe, wehe!
Wenn ich auf das Ende sehe!!
Ach, das war ein schlimmes Ding,
Wie es Max und Moritz ging!
Drum ist hier, was sie getrieben,
Abgemalt und aufgeschrieben.

Englisch im Kindergarten, französisch in der Primarschule und kaum fähig einen Brief in Deutsch zu verfassen.

So, Nun ist’s vorbei mit der Übeltäterei!
Herzlichen Glückwunsch. Posthum, aber dies soll in Bezug auf Glück ja keine Auswirkungen haben.

Über RAB

Ein Schreiberling mit nüchternem Blick auf das Leben, beim Versuch, selbiges aus satirischer Sicht etwas angenehmer zu bewältigen.
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