Herzlichen Glückwunsch zum hundertdreissigsten, Franz Kafka

Auf der Galerie, vermute ich mich zu entsinnen, war die erste Parabel – in damaliger Unkenntis des verfassenden Autors – welche ich von Franz Kafka las.

Fasziniert einzig ob der verschachtelten Sätze, eine Leidenschaft von mir, die Lehre einem subtil unüberhörbar auf den Kopf hämmernd; Mir wie so oft die Frage stellend, gezeichnete Leute, sich an die Nase fassend oder ob sich ein Fingerzeig nur den Geschlagenen offenbart, so denn dies gerechtfertigt sei, denn wer ist schon ohne Sünde.

Ein Bericht für die Akademie, erzählen sie von ihrem äffisch sein; Ich masse mir nicht an, Kafka stets verstanden zu haben. Vielleicht ist es auch einem jeden selbst überlassen, Kafka auszulegen, wurde mir doch die Chance nicht zuteil, mit dreiundzwanzig weiteren Studierenden drei Kapitel der Verwandlung zu lesen, selbige zu erörtern und die gezogenen Schlüsse des rhetorisch begabtesten Klassenvertreter und Schäfchen des Pädagogen als allgemeingültig niederzuschreiben, eine allgemeingültige, benotungswürdige und zeugniskonforme Arbeit in die Mappe zu legen, sich unterscheidend allein in Tintenstärke und orthografie, sich fortan zu schmücken, man habe Kafka gelesen.

Jemand muss Josef K. verleumdet haben und dies meine ganz eigene Interpretation; Kafka verstand es seine Ohnmacht brilliant zu Papier zu bringen, die Ausweglosigkeit in einem bedrückenden Finale der nüchternen Erkenntnis, frei der Resignation. Unterstelle ich den Werken autobiographische Züge, den Tagebuchcharakter begründet, von der seinerseits zugestandenen Wertschätzung, welche zur Folge hätte, dass wir nie eines seiner Werke zu Gesicht bekommen hätten.

Auch wenn Max Brody Kafkas letzten Willen mit Füssen trat, müssen wir ihm dafür dankbar sein.

Über RAB

Ein Schreiberling mit nüchternem Blick auf das Leben, beim Versuch, selbiges aus satirischer Sicht etwas angenehmer zu bewältigen.
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